Tradition

Die erfundene Religion und die Koranische Religion – Kapitel 6: Widersprüche zwischen Ahadith und dem Koran

Wir werden in diesem Kapitel die Widersprüche zwischen dem Koran, der grundlegenden und einzigen Quelle des Islam, und den erfundenen Ahadith untersuchen. Wenn wir die fatalen Folgen der Akzeptanz der Ahadith als eine Religionsquelle betrachten, werden wir erkennen, wie wichtig es ist, zum Koran zurückzukehren. Wir haben hier Ahadith aus den berühmtesten Hadith-Bücher zitiert, um jene aufzuzeigen, die offenkundig im Widerspruch mit dem Koran stehen; Sie können sich dadurch die Ahadith aus den weniger bekannten Sammlungen denken.

Die Tatsache, dass diese Ahadith schlicht und einfach den Koranversen widersprechen, reicht aus, um sie alle abzulehnen und für unsere religiösen Belange nur dem Koran zu folgen. Es gibt Tausende von Ahadith, die deutliche Widersprüche zum Koran aufzeigen. Wir werden uns auf nur zehn beschränken, um die Inkonsistenz zu zeigen.

Wie wissen wir nun, ob der Koran das Wort Gottes ist? Einige könnten mit der Antwort aufkommen: „Weil es so im Koran steht.“ Was wird aber aus unserem Argument, wenn andere Leute auftauchen, die auf andere Bücher hinweisen, die auch Gott zugeschrieben werden?

Nachdem wir den Inhalt des Koran untersucht und bewertet haben, sollten wir im Stande sein, zu behaupten (und zu beweisen), dass er wirklich das Wort Gottes ist. Die Wahrheit der Botschaft Gottes zu besprechen hat etwas mit den innewohnenden Inhalten des Koran zu tun. Wenn wir die Ahadith mit derselben Logik untersuchen, können wir sehen, ob sie es verdienen, eine Quelle der Offenbarung Gottes zu bilden oder nicht. Da wir den Wahrheitsgrad der eingeführten Religion besprechen, indem wir uns auf die Inhalte des Koran beziehen, müssen wir die Behauptungen, dass Ahadith eine nötige Religionsquelle seien, in Bezug auf den Corpus der Ahadith untersuchen. Wir haben den Koran und die Ahadith aus dem Gesichtspunkt ihrer jeweiligen inneren Werte untersucht, die uns eine Bewertung erlauben könnten, inwiefern sie eine Quelle des Islam bilden können. Die Ahadith, die wir jetzt untersuchen werden, werden uns ihre Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit als eine Quelle des Islam klarstellen.

Die hier zitierten Ahadith werden von den berühmten Hadith-Gelehrten als zuverlässig anerkannt. Wir haben jene ausgelassen, die von ihnen abgelehnt wurden, da sie ihnen nicht verlässlich erschienen. Beispiele für letzteres lauten wie folgt: „Als Gott wünschte, Sich Selbst zu erschaffen, ließ Er das Pferd rennen und schwitzen; Und aus diesem Schwitzen erschuf Er Sich Selber“ oder „Gott erschuf die Engel von den Haaren Seiner Achselhöhle und Seiner Brust“ oder „Gottes Augen schmerzten, die Engel kamen, um Ihm einen Besuch abzustatten“ oder „Ich sah in meinem Traum Gott. Er war ein hübscher junger Mann mit langem Haar. Er trug ein grünes Kleid und hatte goldene Sandalen an seinen Füssen“ (siehe Verteidigung der Ahadith, Seite 66-67, Ibn Kutayba).

Es ist wahr, dass die prominenten Hadith-Gelehrten solche fabrizierte Ahadith ablehnten und sie ignorierten. Die, die wir gleich sehen werden, sind Ahadith, die aus den zuverlässigsten, vertrauenswürdigsten und verlässlichsten Hadith-Büchern zitiert werden, und wir werden erkennen, dass Wahrheiten und Lügen unzertrennlich vermischt sind und jede Anstrengung, sie auseinanderzuhalten, wäre erfolglos. Darüber hinaus, wäre eine solche Mühe angesichts der Tatsache, dass der Koran selbstgenügsam und in jeglicher Hinsicht vollständig ist, völlig zwecklos.

4:82 Studieren sie den Koran etwa nicht? Wenn er von einem anderen als Gott wäre, würden sie darin viele Unstimmigkeiten/Widersprüche finden.

15:9 Wir, wahrlich Wir haben diese Ermahnung herabgesandt, und sicherlich werden Wir ihr Hüter sein.

Vers 82 der 4. Sure sagt aus, dass die Quelle des Islam keine Widersprüche enthält. Durch solch eine Aussage bestätigt Gott die Wahrhaftigkeit des Korans, genauso, wie Er uns zeigt, wie das Buch sein sollte, das als Religionsquelle gilt. Die bloße Existenz der Ahadith, die dem Koran widersprechen, beweist, dass sie nicht als eine Quelle des Islam betrachtet werden können. Vers 15:9 sagt ausdrücklich aus, dass der Koran ein geschütztes und behütetes Buch ist. Wir werden in diesem und in den folgenden drei Kapiteln sehen, dass die Ahadith nicht geschützt sind und dass ihre gesamte Form zu einem Mischmasch erfundener Aussprüche geworden ist.

 

1) Gottes Wade?

42:11 … Es gibt nichts Seinesgleichen! …

Hadith: Gott wird im Jenseits Seine Wade den Propheten zeigen, um Seine Identität zu beweisen. (Sahihi Muslim, Iman 302; Bukhary, 97/24, 10/29; Hanbal 3/1)

Wir müssen Ihre Aufmerksamkeit auf die Bücher lenken, aus denen wir zitiert haben: Bücher, die von Muslim und Bukhary geschrieben wurden und die als die zuverlässigsten und verlässlichsten gelten. Gemäß der Mentalität der Übermittler würden jene, die die „Wahrheit“ dieses Hadiths ablehnen, zu Ungläubigen erklärt werden, während jene, die diesem Hadith glauben, wahre Muslime seien. Wir brauchen nicht weiter bei diesem Thema zu verweilen, welches automatisch durch jene Verse verneint wird, welche uns daran erinnern, dass es nichts gibt, das IHM gleich ist.

2) Gott schüttelt Hände?

112:4 Und keiner ist Ihm gleich.

Hadith: Gott sprach mit mir und schüttelte mir die Hand. Er stellte Seine Hand zwischen meinen Schulterblättern und ich spürte die Kälte Seiner Hand mitten in meiner Brust. (Hanbal 5/243)

Der Hadith ohne jegliche metaphorische Bedeutung gibt Gott Form und schreibt Ihm Finger und Kälte in Seiner Hand zu. Hätte das Wort ‚Hand‘ eine symbolische Bedeutung gehabt und wäre es nicht mit der konkreten Hand eines Menschen assoziiert worden, könnte es annehmbar sein. Wenn jemand beispielsweise „Alle sind in Gottes Hand“ sagt, so würde er damit betonen, dass alles von Ihm abhängt, dass Er die allumfassende Kontrolle besitzt. Doch in diesem Kontext ist die Hand die konkrete Hand eines Menschen. Im obigen Text können die Hand und die Finger, denen Kälte zugeordnet werden, unmöglich eine metaphorische Betonung aufweisen. Darüber hinaus wird der Hadith mit dem Händeschütteln von Gott und Mensch gekrönt. Wäre der Übermittler des Hadiths, der an die wortwörtliche Bedeutung davon glaubt, oder die Person, die die Falschheiten in den erfundenen Ahadith befolgt, ein wahrhaftiger Muslim?

3) Sollten Abtrünnige hingerichtet werden?

2:256 Es soll kein Zwang sein im Glauben.

Hadith: Töte den Abtrünnigen! (Nesai 78/14; Bukhary 12/1883)

Aufgrund der Arbeit der Hadith-Erfinder, die versuchten, die Vorschriften des Koran umzustoßen, gab es kein Ende des Mordens. Solche Ahadith waren verantwortlich dafür, dass die von extremistischen Organisationen verübte Massaker legitimiert wurden. Wären Sie unter den Verteidigern der sunnitischen Sekten, wären ihre erhobenen Einwände gegenüber diesen Mördern vergeblich. Beweise, um dies zu rechtfertigen, sind in den sunnitischen Hadith-Büchern und in den Büchern der Sektierer enthalten.

4) Leiden für Tränen

53:38 Niemand wird die Sünden eines anderen tragen.

Hadith: Der/Die Tote wird an den Tränen seiner/ihrer Familie, die sie für ihn/sie vergießen, leiden. (Bukhary, K. Dschemiz 32,33,34)

Dieser mit der inneren Logik des Koran unvereinbare und unvernünftige Hadith ist ein illustratives Beispiel eines fabrizierten Hadiths.

5) Gute Frauen und Krähen

3:195 Ich lasse kein Werk der Wirkenden unter euch verloren gehen, sei es von Mann oder Frau; die einen von euch sind von den anderen.

Hadith: Eine gute Frau unter den Frauen ist wie eine weiße Krähe unter einhundert Krähen. (Bukhary 9/1391)

Während der Koran den Weg für rechtschaffen handelnde Männer und Frauen ohne zwischen ihnen zu unterscheiden öffnet, versperren die Ahadith den Weg für die Frauen. Die Angelegenheit der Frauen ist eine der Themen, über die es schier endlose, erfundene Ahadith gibt. (Für eine detaillierte Darstellung, siehe Kapitel 21 und 22.)

6) Zauber und Prophet

25:8 Und die Frevler sprechen: „Ihr folgt nur einem verhexten Mann.“

Hadith: Der Prophet wurde in Medina verzaubert. Er ging betäubt umher. (Bukhary 76/47; Hanbal 6/57,4/367)

Gegen den von Muhammad Abduh und Mu’tezila erhobenen Einwand zu diesem Hadith lieferte Muhammad Abu Schhebe folgendes Argument: „Wenn Abduh den Hadith in bezug auf die Verzauberung Mohammeds abgelehnt hat, so haben Gelehrte wie Al Mazrii, al Hattabi, Cadi Iyaz, Ibn Taymiyya, Ibn ul Kayyim Ibn Kathir, En Nevevi, Ibn Hajar, al Kurtubi und Alusi seine Echtheit anerkannt.“ Schahbe sagt, dass ebenso Bukhary und Muslim sie anerkannt haben, und fuhr fort, um folgenden Bericht hinzuzufügen: „Der Prophet wurde verzaubert. Er glaubte, mit seinen Frauen geschlafen zu haben, während er es in Wirklichkeit nicht hatte. Sufyan erklärte, dass er unter gewaltiger, schwarzer Magie gestanden hatte“ (Abu Schabbe, Verteidigung der Sunna, Seiten 152-153).

Gemäß Koran sind jene, die sagten, dass der Prophet verhext sei, frevlerische Leute. Und doch waren die meisten der zuverlässigsten Hadith-Gelehrten von einer anderen Gesinnung. Sie können zur syllogistischen Begründung zurückkehren, um die Identität der frevlerischen Leute zu erschließen.

7) Ist ein Testament erlaubt?

5:106 Ihr Gläubigen! Wenn der Tod an einen von euch herantritt, so müssen zwei gerechte Zeugen unter euch oder zwei andere, die nicht zu euch gehören, das Testament bezeugen.

Hadith: Kein Testament für Erben. (Hanbal 14/238)

Im Koran wird das Testament in mehreren Versen angesprochen. Das übrige Eigentum, das nach der Ausführung des Testamentes verbleibt, wird wie im Koran beschrieben verteilt. Dieser Hadith, der die Gesetzlichkeit der Hinterlassenschaft aufzuheben beabsichtigt, ist ein Widerrufsversuch einer koranischen Regelung.

8) Zeichner: Die größten Sünder?

4:48 Gott vergibt nicht, dass Ihm Götzen/Partner beigesellt werden, und Er vergibt, was darunter liegt, wem Er will.

Hadith: Die Menschen, die die schlimmste Bestrafung erhalten werden, werden Zeichner sein. (Bukhary-Tasawir 89)

Gemäß Koran ist die größte Sünde die Beigesellung von Partnern neben Gott. Jede Sünde außer dieser ist verzeihlich. Deswegen werden es diese Menschen sein, die zur ewigen Strafe verdammt werden. Wenn dem Hadith von Bukhary Glauben geschenkt wird, so werden die Maler zur ewigen Strafe verdammt. (Die von den Sektierern und Hadith-Übermittlern erfundenen Ahadith, die ihre Feindseligkeit gegenüber der Kunst zeigen, wird das Thema des 18. Kapitels sein.)

Dieser Hadith widerspricht dem Koran. Darüber hinaus widerspricht er anderen Ahadith. Beispielsweise werden gemäß einem anderen Hadith die Schachspieler die schlimmste Bestrafung erhalten (Todessünden, Hafiz Zahabi).

9) Tragen von goldenen Gegenständen und seidener Bekleidung?

7:32 Sprich: „Wer hat die schönen Dinge Gottes verboten, die Er für Seine Diener hervorgebracht hat und die guten Dinge der Versorgung?“ Sprich: „Sie sind den Gläubigen im Diesseits erlaubt, und im Jenseits sind sie ausschließlich für sie bestimmt.“ So erklären Wir die Zeichen ausführlich für Leute, die begreifen.

Hadith: Gold und Seide zu tragen ist für Frauen erlaubt, aber für Männer verboten. (Muslim 2/16)

Gold und Seide können sowohl von Männern als auch von Frauen getragen werden. Es gibt im Koran keinen Hinweis auf das Verbot. Gott erlaubt sie, damit sie von beiden Geschlechtern benutzt werden können. Dieser Hadith von Muslim, der behauptet, dass jeder einzelne von ihm übermittelte Hadith gültig sei, widerspricht dem entsprechenden, oben erwähnten Koranvers.

10) Ein Fisch verursacht Erdbeben?

79:30 Und die Erde ließ Er eiförmig werden.

Hadith: Die Erde liegt auf einem Fisch. Wenn er seinen Kopf schüttelt, so erscheinen Erdbeben. (Ibn Kathir, Kommentar)

Der Koran sagt wie durch ein Wunder aus, dass die Erde eine elliptische Form besitzt und er erklärt, so wie die heutige Wissenschaft, die Bildung eines Embryos, die Rolle der Winde in der Besamung etc. Jedoch widerspricht sich der Aberglaube, der einen Platz in den Ahadith findet, mit dem Koran und der Logik. Weshalb fragen wir nicht die Besitzer dieser Mentalität nach der Sorte Fisch, der die Erde stützen soll?

Die erfundene Religion und die Koranische Religion – Kapitel 5: Gründe für die Hinzufügungen zur etablierten Religion & für die Erfindung der Ahadith

In den ersten drei Kapiteln klärten wir die Frage der Selbstgenügsamkeit des Korans und im vierten erbrachten wir klare Beweise durch den Hinweis auf die Sammlungsmethode, um zu zeigen, dass die sanktionierten und in der Heiligkeit verkleideten Ahadith nicht eine Quelle des Islam bilden könnten. Trotz der Annahme, die Gefährten des Propheten seien fehlerlos, bewies die wortwörtliche Repräsentation der Hadith-Sammlung Unzuverlässigkeit, ungeachtet dessen, wie ehrwürdig die Absicht auch gewesen sein mag. Im vorliegenden Kapitel werden wir uns damit nicht länger aufhalten. Gegenstand unserer Untersuchung werden die vorsätzlichen Einschübe sein. Dies wird es uns ermöglichen, eine Einsicht in die Gründe der Erfindungen zu haben, die wir in Kapitel 6 bis 9 mit Beispielen angeben werden.

 

1) Erfindungen mit der Absicht, die Religion zu verzerren

Die Heiden haben unzählige Ahadith erfunden, um den Islam zu pervertieren und die Religion zu verzerren. Später verwendeten sie und eine Unzahl an Ungläubigen, die ihnen nachfolgten, diese Ahadith um die Fundamente des Islam zu untergraben. Ihren mangelhaften Glauben, ihr Hass und ihren Groll in ihren Herzen verdeckend drangen sie in die Mitte der Leute ein, verkleidet in der Tracht der wahren Gläubigen, und versuchten unter den Gläubigen Meinungsverschiedenheiten zu säen und Zweifel in ihren Köpfen hervorzurufen. Mit diesem Ziel erfanden sie eine unendliche Anzahl an Ahadith, deren Autorschaft sie dem Propheten zuschrieben. Es gibt Verse im Koran, die von den Heuchlern sprechen, die bereits zu Lebzeiten des Propheten unter den Leuten eingedrungen waren.

Der berühmt-berüchtigte Atheist Abdulkerim b. Abil Avca hatte folgende Aussage gemacht, bevor er unter Kalif Mahdi geköpft wurde: „Du tötest mich; doch habe ich 4000 Ahadith erfunden, die deine Religion verfälscht und die das gesetzlich Erlaubte in das, was von der Religion verboten wurde, und das Verbotene ins Erlaubte gewandelt haben.“ Bedenkend, dass über 6000 Verse im Koran existieren, kann die Erfindung von 4000 Ahadith von einem einzelnen Mann Ihnen eine Vorstellung dessen geben, welchen Schaden die so genannten Ahadith angerichtet haben können. Es wird berichtet (vgl. Ibni Hadschar, Lisan’ul Mizan), dass die Anzahl an erfundenen Ahadith von Ahmad bin Al Juvaybari durch Muhammad bin Ukesha und Muhammad bin Tamim überschritten wurde: 10’000. Zahabi sagt aus, dass Ahmad bin Abdullah Tausende von Ahadith erfunden hatte, die angeblich auf Hörensagen basierten, und seine Erfindungen den Hadith-Imamen zuschrieb. Er erwähnt, dass er von Dinar Abu Mikyas, der behauptete der Diener Ahmad bin Abdullahs zu sein, eine ganze erfundene Seite gehört hatte, die angeblich von Anas bin Malik stamme (Zahabi, Mizan). Die Hadith-Bücher sind voll von willkürlichen Erfindungen, die gemacht wurden um die Religion zu verfälschen. Dies ist eine fundierte Tatsache. Doch wer kann nun hervortreten und sagen, dass dieser Hadith authentisch ist, während jener unecht ist? Wer kann behaupten, dass die teuflischen Komplotte der Heuchler, die bereits zu Lebzeiten des Propheten umherschwärmten, nicht das verwässert haben, was wir heute als Ahadith haben?

2) Erfindungen von Andersdenkenden

Keine vierzig Jahre vergingen, bevor der Zusammenprall zwischen Ali, der Schwiegersohn des Propheten, und Muawiya begann. Von diesem Moment an trat die Islamische Welt in eine Phase der Spaltungen und der politischen Aufruhre ein. Politisch aufgelöste Gesellschaften, die gegenseitige Exkommunikation und Feindseligkeit für lobenswerte Handlungen hielten, erfanden Ahadith um ihre respektiven Vorhaben zu unterstützen und beschlossen, dass der Glaube an ihren eigenen politischen Idealen Gottes Anordnung war. Sie lobten sich bis in die Himmel, während sie die Führer der Opposition herabsetzten. Wir lesen in Halili, dass einige 300’000 Ahadith von den Schiiten in Zusammenhang mit Ali, dem Schwiegersohn des Propheten, erfunden wurde, und das die Art von Ali’s Aussprüchen verzerrt worden war (Halili, Al Irshad). Diese Anzahl repräsentiert die 50-fache Anzahl der Koranverse. Jemand, der aus dem Schiitentum ausbrach, hatte erklärt: „Möge Gott sie bestrafen, sie haben unzählige Ahadith erfunden“ (Muslim, Sahihi Muslim). Die sunnitische Ansicht, die Abu Bakr vor Ali vorzog, bewertete dies als ein Erfordernis für ihre Religionsschule; ihre jahrelangen Kontroversen außerhalb der Abgrenzungen des Korans sind ein gutes Beispiel. Als der Islam politisiert wurde, missbrauchten die Machthaber die Religion, um sie gemäß ihren Interessen der öffentlichen Meinung nach zu gestalten. Auf diese Weise manipulierten sie die Menschen mit einer gestalteten Ansicht, um sie für ihre eigenen Ziele anzupassen, indem sie religiöse Praktiken hinzufügten oder ausließen.

3) Erfindungen von jenen, die dachten, die Offenbarung benötige Ergänzungen

Unzählige berühmte Persönlichkeiten, die als wohlerzogene Muslime bekannt waren (!), werden von Yahya bin Said beschrieben: „Keine größeren Lügen wurden im Bereich der Ahadith erzählt als diejenigen, die von den Anhängern verkündet wurden.“ Der Autor von einem der zwei großen Hadith-Bücher, die als die zuverlässigsten gelten, Muslim, behauptet und beteuert diese Tatsache. Muslim überlieferte das Folgende von dem, was er von Abu Zannat hörte: „Ich stieß auf einige hundert Menschen in Medina, die ohne Ausnahme zuverlässig waren, aber deren überlieferte Ahadith nicht glaubhaft waren“ (Muslim, Sahihi Muslim). Die Tatsache, dass eine ganze Menge frommer Leute Ahadith erfanden und sie dem Propheten zugeschrieben hatten und dass dies in den Augen der Überlieferer der Ahadith selbst eine anerkannte Tatsache war, ist leicht zu sehen. Diese Leute, die ihre Meinungen für würdig hielten, sie zum Corpus der Überlieferer hinzuzufügen, glaubten, dass sie eine rühmliche Tat begangen hätten; beispielsweise durch die Erfindung von etwas, dass im Koran nicht enthalten war: die Trennung von Mann und Frau. Sie mögen gedacht haben, dass durch die Trennung der Männer- und Frauenbereiche die Ehebrüche und Verdorbenheit verhindert werden würden. Sie hätten sich ihre Denkmützen aufsetzen und denken sollen, dass, wenn Gott dies so gewollt hätte, Er es in Seinem Buch miteinbezogen hätte. Zu erwarten, dass etwas einzuschieben die eingeführte Religion fördere, ist eine primitive Begründungsmethode und die fürchterlichen Konsequenzen davon sind wohl bekannt.

4) Erfindungen, um die Religion attraktiv zu gestalten

Dieses Element hat einige Ähnlichkeiten zum vorhergehenden. Die Gattung von Menschen unter diesem Titel sind überzeugt, dass sie zur Förderung der Religion beitragen. Als ob Gott ihre Hilfe nötig hätte, um die Religion und Rituale in den Augen der Öffentlichkeit angenehm zu gestalten. Dieses populistische Ansehen verursachte, dass die offenbarte Religion durch erfundene Ahadith und Interpretationen verfälscht wurde. Unter diesen Religionsförderern war ebenso auch ein Mann namens Abu Ismet Nuh, der einen Hadith erfand, um jede Sure des Korans zu preisen und zu verherrlichen. Es gibt erfundene Ahadith, in der Absicht die Leistungen des Propheten zu preisen. Diese Menschen argumentierten wie folgt: „Wir erzählten keine Lüge im Namen des Propheten; wir taten es nur, um seine Botschaft zu konsolidieren“ (Ibn Hadschar, Fethul Bari). Was sie taten war ihrer Meinung nach nicht betrügerisch; sie betrachteten ihre Taten sogar als ehrwürdig und fromm.

Die frommen Fanatiker haben eine der gefährlichsten, religiösen Klassen gebildet. In Wirklichkeit waren sie als zuverlässig anerkannte Menschen, die von der Öffentlichkeit befürwortet und deren Verhalten und Taten von ihnen nachgeahmt wurden. Eine Überlieferung, die durch sie übermittelt wurde, wurde ohne irgendwelche Einwände akzeptiert. Auf diese Weise wurde die reine Religion beschmutzt; das neu geformte Glaubensbekenntnis ersetzte den ursprünglichen Islam.

5) Erfinder, die versuchten, ihre Sekten und Ideen zu legitimieren

Von der ursprünglichen Form des Islam entfernt, nahmen die Menschen das menschliche Wort quasi als das Wort Gottes an; Dies gab Anlass zu breiten Divergenzen in Islamischen Konzepten. Konfliktreiche Schlussfolgerungen und Meinungsverschiedenheiten führten zur Bildung von Madhabs oder Sekten. Von der wahren Religionsquelle, dem Koran, entfremdet wurden die Menschen zu Parteigängern. Im Versuch, ihre Argumente und Beeinflussung der Öffentlichkeit zu rechtfertigen, fühlten sie das Bedürfnis, sich auf die erfundenen Ahadith zu stützen, um ihre respektiven Sekten zu preisen, während andere verunglimpft wurden. Um Ihnen ein Beispiel zu geben, zitieren wir den folgenden Hadith, der von den Anhängern der Hanafi-Sekte erfunden wurde: „Unter meiner Gemeinschaft wird sich ein Imam namens Schafi erheben. Er ist ein Freund und seine Beeinflussung wird schädlich sein, schlimmer als die des Teufels. Unter den Mitgliedern meiner Gemeinschaft wird sich eine Person namens Abu Hanafi erheben und er wird das Licht meiner Gemeinschaft sein“ (Ibn Arrak, Tenzihus Sharia). Andererseits blieben die Partisane von Imam Schafi nicht untätig; sie erfanden ebenso Ahadith: „Der quraische Gelehrte (Imam Shafi) wird seine Weisheit auf der Erde verbreiten.“ Dann waren die Partisane von Imam Maliki an der Reihe und sie scheiterten auch nicht daran, ihren Hadith zu erklären: „Ein Tag wird kommen, wenn die Nacken von Kamelen geschnitten werden (lange Distanzen umfasst werden) und es wird keinen Weiseren geben als den Gelehrten von Medina“ (Imam Maliki).

Abu Raja Muhriz, ein altes Mitglied des Kadiriya-Ordens der Derwische, sagte: „Lass keinen Hadith von einem Kadirie-Mitglied übermitteln; denn wir erfanden Ahadith mit der Absicht, die Menschen zu unserer Sekte zu ziehen, in der Hoffnung, dadurch eine lobenswerte und fromme Tat zu vollbringen. Auf diese Weise schrieb ich viertausend Seelen ein“ (Ar jarhu we’l tadi’l).

6) Erfindungen unter Zwang

Wie wir bereits andeuteten waren zu Beginn der Bewegung der Hadith-Sammlung, speziell unter den umayyadischen Kalifen, Drohungen und Folter tagtägliche Erscheinungen. Der folgende Ausspruch von Ez Zuhri, angeblich der erste Hadith-Sammler, beweist dies: „Wir mochten es nicht, Ahadith zu erfinden. Doch die Verwaltungsmänner (die umayyadischen Kalifen und ihre Männer) zwangen uns, es zu tun.“ In den unter Zwang erstellten Sammlungen waren die ausgewählten Ahadith jene, welche die Machthaber erfreuten, die die Konzepte der Verwaltungsmännern in Bezug auf Kultur, Tradition und Geschichte unterstützten. Erheblich viele von ihnen wurden dazu gebraucht, um die Traditionen zu bestätigen und zu bekräftigen. Beispielsweise wurde die einleitende Phrase „Der Prophet sagte, dass…“ oder „Der Prophet beorderte, dass…“ gebraucht, wenn auf eine bestimmte Tat des Propheten verwiesen wurde. Alle Erfindungen und semantische Abweichungen wurden unter dem Befehl der Machthaber ausgetragen, in Bestätigung mit den von ihnen geschätzten Ansichten und Konzepten. Die unter Zwang gemachten Einschübe waren nicht beschränkt auf die Umayyaden und Abbasiden. Diese Einschübe von erfundenen Ahadith wurden später unter dem Druck der Kalifen und Gouverneure zu Fatwas und kanonischer Jurisprudenz umgewandelt. Unter den Osmanen wurde das Kalifat vom Vater zum Sohn übertragen; im Rahmenbereich dieser Fatwas und kanonischer Jurisprudenz wurde Geschwistermord für das Wohlergehen des Staates erlaubt. Dieser Standpunkt ist ein Hinweis auf die Freiheit, welche die Machthaber genossen, hinsichtlich der offenbarten Religion. All dies fand im Auftrag des Scheichülislam statt, eine eindrucksvolle Persönlichkeit, verkleidet in der Autorität der und bezahlt durch die Regierung.

7) Erfindungen von jenen, die materiellen Gewinn suchen

Reisende, die sich auf den Weg machten, Ahadith zu sammeln, hatten lukrative Absichten. Es wird berichtet, dass Yakub b. Ibrahim keine Ahadith übermittelte, sofern er nicht für einen Dinar pro Hadith bezahlt wurde. Ali b. Dschafar, ein Schüler von ihm, berichtete: „Wir vervielfältigten Ahadith von Abu Naim al Fadl, wofür er von uns als Gegenleistung schätzbare Dirham erhielt. Wenn die Dirham, die wir bei uns hatten, einen zu geringen Wert besaßen, so fragte er nach einem zusätzlichen Entgelt.“ Als Schuba b. Hadschadsch gesagt hatte, dass Umera b. Hafsa reich war und er deswegen nicht lügen würde und dass die Ahadith, die er übermittelte, gemäß seiner einstweiligen Verfügung, dass kein Hadith von den Armen angenommen werden sollte, vertrauenswürdig sind, erwiderte Ali b. Qasim gegenüber Schuba b. Hadschadsch: „Wir haben etliche Lügner gesehen, die reich waren“. (Al Kifaya, Seite 155).

Es gab auch Menschen, die Ahadith hervorbrachten, um dadurch Einfluss zu nehmen zu können. Zur Förderung ihrer Handelsware nahmen viele Händler die Dienste von Hadith-Bearbeitern in Anspruch, damit diese gegen Bezahlung Ahadith erfanden, welche die Vorteile ihrer Handelsgüter rühmen sollten. Beispielsweise erfanden Parfümverkäufer Ahadith, welche die Vorzüge des Duftes priesen. Exemplarisch können Hadith-Erfinder wie Abu’l Mudschazzam angeführt werden, der, wie es von Schuba b. Hadschadsch berichtet wird, 70 Ahadith gegen eine Leistung von 70 Kurusch fabrizierte.

8) Erfinder, die spirituelle Vorteile suchen

Nach dem Tode des Propheten und der anschließenden Epoche der ersten Vier Kalifen hatte sich eine Klasse von Leuten als Geschichten- und Parabelerzähler geschmückt und es sich zur Gewohnheit gemach, in den Moscheen bei Predigten zu sitzen, während die Menschen einen Kreis um sie bildeten. Ihre wirklichen Interessen lagen darin, ein Image von Überlegenheit und Ansehen in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Sie verrichteten ihre Predigten, um ihre eigenen Interessen zu verwirklichen. Sie wussten sehr wohl, dass der Weg, der zu Ruhm führte, durch die Religion ging, eine Institution von äußerster Wichtigkeit für die Öffentlichkeit. Deswegen achteten sie besonders darauf, zu rhetorischen Mitteln zu greifen und auch darauf, dass ihr Publikum aufgrund der dramatischen Effekten, die sie hervorbrachten, weinte. Sie streuten in ihre Geschichten erfundene Märchen über den Propheten ein. Himmel und Hölle wurde mit Pathos beschrieben, um ihre Audienz zu überwältigen.

Obwohl im Koran über Himmel und Hölle nichts fehlt, beziehen sich diese Geschichten- und Parabelerzähler im großen Ausmaß auf die Hadith-Lehre, um die Menschen hinters Licht zu führen und zu erheitern. Ihre professionelle Leistung baute auf die ausgedehnte Verwendung der Ahadith auf. Dieses tragikomische Bild der Stand der Dinge ließ folgendes Ereignis ergeben: Nachdem der Poet Kulsum in der Versammlung, in der er predigte, verkündete, dass jeder Mensch, der seine Nase mit seiner Zunge berühren könne, der Tortur der Hölle entkomme, begannen es alle zu versuchen. Ibn ul Dschawzi beschrieb diese Leute wie folgt: „Unter ihnen waren Leute, die ihre Gesichter in allen möglichen Färbemitteln eintauchten, um ihrer Hautfarbe eine blasse Erscheinung zu geben, um den Eindruck zu erwecken, dass dies aufgrund ihres Fastens und ihrer Andacht erfolgt sei. Es gab andere, die sich ihr Fasten und ihre Andacht zu nutze machten und solche, die das Salz verwendeten, um Tränen in ihren Augen zu erzeugen, wann immer sie wollten. Wieder andere haben großen Mut bewiesen, indem sie sich in einem Ekstaseanfall vom verschwenderisch dekorierten Stuhl niederwarfen oder sie knallten auf den Tisch und kletterten und stiegen in einer erregten Laune die Treppe hinauf und herunter, ungestüme Gesten und Gebärden machend, im Verlauf der Erzählung ihrer Geschichten, die uneingeweihten Augen merkwürdig erschien“ (Ibn ul Dschawzi, al-Kussas wel Muzekkirin, Seite 93). Eine flüchtige Untersuchung unserer Umgebung wird uns zeigen, dass diese von Ibn ul Dschawzi beschriebenen menschlichen Figuren uns an ‚Betrüger-Erfinder‘ erinnern. Krokodilstränen, laufende Nasen und exzessiver Speichel, knallen und gestikulieren müssen in den Köpfen der Geschichtenerzähler assoziiert werden, die von Ibn ul Dschawzi beschrieben werden.

Die Fantasie der Erzähler von Räubergeschichten war grenzenlos. Es gab einen Mann namens Dschafar b. Nastur Frab, der behauptete, 320 Jahre alt zu sein und die Möglichkeit gehabt hatte, den Propheten zu sehen; er hätte aufgrund der Gebete des Propheten für so viele Jahre gelebt. Rafan’s Fall war ähnlich. Diese Männer, die im vierten und achten Jahrhundert n.H. lebten, behaupteten, dass sie die Gefährten des Propheten gewesen waren; Rafan schrieb ein Buch, das 300 Ahadith beinhaltete, und erreichte, dass sich viele Jünger um ihn sammelten.

9) Erfindungen, um Traditionen und Bräuchen einen Platz zu Gewähren

Wie wir uns erinnern können, hat der Koran gewisse Verordnungen festgelegt; ebenso Vorschriften und Befehle, die eine große Anzahl von Angelegenheiten der menschlichen Diskretion überlassen. Wir haben diesen Punkt in Kapitel 2 untersucht und werden ihn in Kapitel 39 weiter anpacken. Der Mensch sollte so handeln, wie es seiner Meinung nach am besten erscheint – in seinen eigenen, respektiven Bereichen im Rahmen seiner Traditionen, Bräuchen und Weltvorstellungen. Der Koran erwähnt weder irgendwelche Tischmanieren noch sagt er, ob wir mit unseren Fingern essen oder ob wir Gabeln oder Stäben verwenden sollen oder nicht. Es gibt keine Vorschrift für die Bekleidung des Mannes oder der Frau; ob ein Mann einen Turban, einen Mantel, eine Krawatte oder ein Hemd tragen oder ob eine Frau ein Kimono tragen soll. Angesichts der Tatsache, dass wir in den Taten, die in unserem Ermessen liegen, frei sind, können wir in der Wahl bezüglich den oben genannten Alternativen frei entscheiden. Zu sagen, dass etwas (nicht) erlaubt sei, würde dem Koran widersprechen. Ein wichtiger Teil der Einschübe wurde während der Herrschaft der Umayyaden und den Abbasiden unter dem Vorwand der Traditionen und Bräuchen gemacht, denen sie einen heiligen Charakter zuschrieben. Der Koran ist explizit und enthält nichts bezüglich Traditionen und Bräuchen. Daher mussten Ahadith erfunden werden, um den Traditionen und Bräuchen einen sakralen Charakter mit sunnitischem Hintergrund zu geben. Aufgrund von Stammes- und rassistischen Konzepten der Araber-Umayyaden wurden viele Charakterzüge in die bereits praktizierte Religion eingeführt, die von der arabischen Sprache bis zu den Trends der damaligen Zeit (z. B. Essensmanieren und das Verhalten in der Toilette) reichen (für Einzelheiten siehe Kapitel 16).

10) Erfindungen, die von Einschüben von Geschichten anderer Religionen herrühren

Dieses Thema kann in zwei Bereichen untersucht werden: der erste Bereich wird die Menschen behandeln, die bewusst Geschichten erfanden in der Absicht, die Religion zu verfälschen, um sie als unlogisch erscheinen zu lassen oder um sie so umzuwandeln, dass sie dem eigenen Glauben angepasst wird. Der zweite Bereich bezieht sich auf solche Menschen, die sich dazu verpflichtet fühlten, ihre ehemaligen Glaubensüberzeugungen und Bräuche, die sie vor ihrer Konvertierung zum Islam hatten, in den Islam einzuführen. Jüdische Parabeln, christliche Legenden, heidnische Bräuche und schamanische Konzepte der Türken wurden in den Islam entweder als Ahadith oder als kanonische Jurisprudenz eingeführt. In figurativen Worten nehmen die jüdischen Legenden einen größeren Raum ein, als die christlichen. Die von anderen Religionen übernommenen Legenden, die in der Datierung weit zurückreichen, infiltrierten den Islam, wodurch die Gläubigen meinten, einen leichteren Zugang zum Islam zu haben. Wir werden uns auf die ererbten Legenden beschränken.

Kab al Ahbar, Wahb b. Munabbih und Abdullah b. Selam waren bekannte Persönlichkeiten, die in den Islam jüdische Legenden einbrachten. In der Besprechung der vordersten Hadith-Erfinder werden wir diesen Punkt aufgreifen, um zu zeigen, wie viele jüdische Quellen verlässlich sein können. Eine Sache ist gewiss: einige Muslime sahen keinen Widerspruch in der Erzählung dieser Legenden nebst den Koranischen Versen. Dies ist einer der Gründe, der die Bände an Ahadith aufblähte. In einer großen Anzahl an Hadith-Büchern und in den Kommentaren stoßen wir oft auf erfundene Geschichten, die diesen Leuten zugeschrieben werden. Wir wollen zwei Beispiele nennen, um dies darzustellen. Die Ahadith, deren Wurzeln den jüdischen Lehren entspringen, die von Wahb Munabbih übermittelt sind, lauten wie folgt: „Die Leute der Bayt ul Makdis sind Gottes Nachbarn. Gott achtet darauf, Seine Nachbarn nicht zu kränken. Es wird jenen, die in Baytul Makdis beerdigt sind, das Gottesurteil eines Grabes erspart.“ Eine weitere Fabrizierung, die Kab al Ahbar zugeschrieben wird, aus dem Kommentar von Kurtubi: „Als Gott ihn erschuf, sagte der Himmel: ‚Gott hat keine größere Wesenheit als mich erschaffen.‘ Und voller Stolz schwenkte er auf und ab. Gott ließ ihn von einer Schlange mit 70’000 Armen einkreisen, von denen jede 70’000 Federn hatte. Jede Feder hatte 70’000 Gesichter. Jedes Gesicht hatte 70’000 Mäuler. Jedes Maul hatte 70’000 Zungen. Seine Zungen wiederholten Gottes Namen alltäglich so oft wie es Regentropfen, Blätter an Bäumen, Sandkörner und Kieselsteine, Tage der Welt und Anzahl an Engeln gibt. Die Schlange wickelte sich um den Himmel auf und der Himmel konnte nur die Hälfte davon erlangen. Erst dann begann der Himmel bescheiden zu sein.“

Andererseits können Tamim ed Dari und Ibn Dschuraysch für die Einschübe christlichen Ursprungs verantwortlich gemacht werden. Das Wiederauferstehen von Christus, der Antichrist, der Todesengel und Himmel und Hölle können auf christliche Legenden zurückgeführt werden. (In Kapitel 20 werden wir die Probleme, die durch das Wiederauferstehen von Christus, Mahdi und dem Antichristen entstanden sind, anpacken.)

Die traditionalistischen Fundamentalisten, die wütend auf die Muslime sind, die den Islam exklusiv auf dem Koran aufbauen, sind verärgert über die Wissenschaftler, die die Unzuverlässigkeit der Ahadith betonen. Ungeachtet der Absichten dieser Wissenschaftler betrifft uns der wissenschaftliche Wert ihrer Arbeiten. Diese Leute, die eine unvoreingenommene Vorgehensweise angenommen hatten, in muslimischen Gesellschaften inexistent, haben seriöse Tatsachen unanfechtbar vorgebracht; Stoff zum Nachdenken. Wir müssen eine unparteiische Einstellung gegenüber ihren Arbeiten annehmen, wenn vorhanden, ihre Fehler finden und von ihren Entdeckungen profitieren. Unter diesen müssen wir speziell die Arbeiten von Goldziher, Schacht, van Kramer, Sprenger und Dogi aussuchen. Goldziher, der renommierteste Gelehrte unter ihnen, sagt: „Die Aussprüche der jüdischen und christlichen Gelehrten, die Zitate aus den Evangelien, die Doktrinen der griechischen Philosophen, die literarischen Auszüge persischen und indischen Ursprungs etc. haben den Islam infiltriert. Alle diese wurden mittelbar oder unmittelbar in die Islamische Kultur eingeführt. Eine große Anzahl religiöser Parabeln fand ihren Weg zum Islam. Wenn wir das in den Ahadith und in der jüdischen Kultur verwendete Material untersuchen, beobachten wir das Ausmaß ihrer im Islam“ (Goldziher, Al Akida Wes Sharia).

Die erfundene Religion und der Koran

Die erfundene Religion und die Koranische Religion – Kapitel 1: Einleitung

Bevor wir weiterfahren, müssen wir die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Gegebenheit lenken, dass sich das Wort ‚Religion‘, wie es im vorliegenden Buch verwendet wird, hauptsächlich auf den Islam bezieht, obgleich es im Verlaufe der Erörterung hier und da die generelle Bedeutung annehmen kann.

Religiöse Auseinandersetzungen sind in den Medien an der Tagesordnung und lösen generell hitzige Debatten in der Öffentlichkeit aus. Wie können wir zwischen solch kontroversen Fragen unterscheiden? Wodurch entstehen solche Divergenzen? Wie kommt es dazu, dass jedes Argument von den Verfechtern zur Wahrheit behauptet wird? Wie können wir zwischen falsch und wahr unterscheiden?

Das Ziel des vorliegenden Buches ist es, Fragen auf diese Antworten zu liefern und jegliche Unklarheiten zu beseitigen. Das Wesentliche des Gesprächsthemas könnte durch die Frage ‚Was ist der Ursprung des Islam?‘ hervorgerufen werden. Die Antwort auf diese ausschlaggebende Frage könnte führend auf die Klarstellung problematischer Themen wirken. Wir werden in den kommenden Seiten bezeugen, dass die divergenten Meinungen den unterschiedlichen Antworten auf diese grundlegende Frage entspringen. Eine Diskussion zu beginnen, ohne zu versuchen vorab die Fragen zu beantworten und ohne jedes einzelne Thema im respektiven Rahmenumfang zu bewerten, würde uns unvermeidlich in endlose Kontroversen und Dilemmas führen.

Unsere Antwort auf die gestellte Frage wird die Methodologie, mit der wir vorangehen werden, klarstellen. Jene, die eine Diskussion beginnen, ohne sich mit der Thematik vorher auseinandergesetzt zu haben, fahren in einer willkürlichen Art fort. Ihre Argumente berufen sich auf eine Vielzahl an Quellen: einige entspringen aus dem Koran, einige aus einem Hadith, einige aus ihrer eigenen Lehre, einige aus den religiösen Sekten des Islam und einige aus einer Anordnung des Islam. Diejenigen, die das Thema wahllos anpacken, versuchen ihre eigenen Ideen, Wünsche und Zwangsvorstellungen im Namen des Islam einzuführen. Ihre Behauptungen, fern von gesunder Logik und Methodologie, erscheinen uns rätselhaft, da wir ihre Begründung nicht verstehen können. Die Antwort auf die Frage „Was ist die Quelle der islamischen Religion?“ ist von äußerster Wichtigkeit und stellt einen einträglichen Einblick ins Ganze dar.

Der Islam ist ein von Gott gestaltetes System. Um Gottes Erwartungen an Seine Schöpfung kennenzulernen, würden uns Seine Befehle und Anordnungen zu den gesuchten Antworten führen. Ist der Koran die einzige Quelle des Islam? Können Ahadith (Wörter, die Mohammed zugeschrieben werden) zur Interpretation des Koran beitragen? Welche Autorität besitzen die Madhabs („Rechtsschulen“ – Religiöse Sekten) im Islam? Wie können wir die religiösen Vorschriften und Scheichs, ihre Anführer, im Hinblick auf die etablierte Religion verstehen? Sie werden so Gott will Antworten auf all diese Fragen finden. Sie werden sehen, welche Rolle die traditionell gegebenen Antworten auf diese Fragen in der Irreführung der Massen gespielt haben.

Wir würden Ihnen vorschlagen, nachdem Sie das vorliegende Buch gelesen haben, diejenigen über den allgemeinen Ursprung ihrer Konzepte zu befragen, die autoritativ im Namen des Islam sprechen, und die gegebenen Antworten nach Unstimmigkeiten zu überprüfen. Wenn dies gelingt, so können die Widersprüche leicht entlarvt werden.

Wir sollten Personen meiden, die über die Religion willkürlich sprechen und deren Lebensweise mit den Meinungen, die sie verfechten, in Konflikt stehen. Folger dieser Wege von solchen Leuten könnten das Fundament, worauf sich ihre religiösen Überzeugungen basieren, nicht verstehen. Diese selbst ernannten Verfechter des Islam sollten grundsätzlich ein Leben ähnlich dem von den Taliban führen; aber ihr Wille, wirklich so zu leben, liegt weit davon entfernt. Es existiert eine tiefe Kluft zwischen der Lebensweise dieser Leute und den Ideen, für die sie sich einsetzen. Diese Leute bilden nicht eine Minderheit, sondern die Mehrheit der Islamischen Bevölkerung. Es ist nicht das Erforderliche, die Kluft zwischen ihrem System (Theorien/Methoden) und ihren wirklichen Lebensweisen in der Hoffnung zu erweitern, sie zu bessern. Was getan werden muss ist das Fundament, auf das wir uns beziehen, mit Formulierungen der Methode oder der Theorie zu legen und die Konflikte zwischen Glaube und Lebensweise auf ein Minimum zu reduzieren. Nur eine Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes des Islam durch ein fundiertes und kohärentes System, das die Lebensweise einer Person nicht von diesem Konzept trennt, kann die rationale, logische und korrekte Schlussfolgerung hervorbringen. Der Weg zu diesem Ergebnis wäre die korrekte Antwort. „Was ist die Quelle der Islamischen Religion?“ Das Endergebnis dieser Frage sollte die Basis der muslimischen Lebensweise und Praxis bilden. Dies ist der einzige Weg um sich vor unberechtigten Interferenzen aus unbegründeten Folgerungen und böswilligen Interpretationen zu schützen. Unsere Methode beabsichtigt, die wirkliche, von Gott ausgehende Quelle der Islamischen Religion von den falschen, menschlichen Argumenten zu trennen. Wir glauben inbrünstig daran, dass unsere Akribie in unserer Vorgehensweise allen falschen Vorstellungen bezüglich der wahren Quelle der Islamischen Religion ein Ende bereiten wird.

Die Geschichte der Religionen ist ein Kampf zwischen Verstand und Tradition

Die Propheten haben über die Jahre hinweg stets die etablierten Traditionen in Frage gestellt und zweifelten an, was sie mit der Religion als unvereinbar zu sein glaubten. Es wird im Koran ausdrücklich ausgesagt, dass die Propheten ihr jeweiliges Volk stets gegen Traditionen und falschen Glauben gewarnt haben, die deutlich von der Religion Gottes abwichen, in dem sie ihre Intelligenz und überzeugende Begründung gebrauchten. Diejenigen, die an den von den Ahnen erhaltenen, tief verwurzelten Vorurteilen basierenden Überzeugungen unnachgiebig festhielten, waren entschlossen, ihre Meinungen nicht zu ändern, und die Tradition nicht aufzugeben. In der ganzen Historie hat sich der Traditionalismus als der größte Feind für den Aufruf des Propheten erwiesen, der seine Gemeinschaft dazu ermahnte, ihre Intelligenz zu gebrauchen, im Bestreben sie empfänglich für die Vernunft zu machen. Die Aufrechterhaltung des von den Vorfahren ererbten etablierten Systems und die Nachahmung ihrer Wege sind stets attraktiver und wünschenswerter als die Rationalisierung erschienen. Traditionalismus und Konservatismus gerieten mit der Vernunft schon immer in Konflikt. Es ist merkwürdig, dass heutzutage Religiösität mit Konservatismus und Traditionalismus gleichgestellt wird. Gemäß Koran sollte der Mensch durch die Vernunft angetrieben werden. Er sollte nicht durch Traditionen und vorgefassten Ideen geleitet werden, die nicht durch vorurteilslose Beweise unterstützt wird. Wir raten den Lesern, die es vorziehen, dem System ihrer Ahnen anzuhängen, folgende Verse des Korans nachzuschlagen: 31:21; 14:10; 11:62,109; 5:104 und 7:28.

43:21-24 Haben Wir ihnen ein Buch vor diesem (Koran) gegeben, an dem sie festhalten? Nein, sie sagen: „Wir haben unsere Väter auf einem (gewissen) Weg vorgefunden, und wir lassen uns durch ihre Fußstapfen leiten.“ Genau auf die selbe Weise, wann Wir auch immer einen Warner zu einer Siedlung sandten, antworteten die früheren führenden Schichten: „Wir fanden unsere Väter auf einem Weg, und wir treten in ihre Fußstapfen.“ Er sagte: „Auch wenn ich euch eine bessere Führung bringe als die, welche ihr eure Väter befolgen saht?“ Sie sprachen: „Wir leugnen das, womit ihr gesandt seid.“

Im Koran wird es klargemacht, dass Übereinstimmung mit den etablierten Überzeugungen einer Gesellschaft oder der Mehrheit einer Bevölkerung einen Muslim nicht zur ultimativen Wahrheit führt (siehe Kapitel 33). Wir sehen heute, dass die Islamische Religion in eine Befolgung einer Reihe von Traditionen umgewandelt wurde, die hauptsächlich auf Hörensagen fußen und dass diese Religion blind und ohne eine Hinterfragung akzeptiert wird. Vers 21 der 43. Sure sagt aus, dass hervorgebrachte Ideen im Namen des Islam, die nicht dem Koran entspringen, eine Reihe von fälschlich eingeführten Meinungen sind. Die folgenden Verse deuten auf die Tatsache hin, dass das, was wir von unseren Vorvätern ererbt haben, Vorrang gegenüber Gottes Buch erhalten haben.

17:36 Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast. Das Ohr, das Auge und das Herz – sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden.

39:18 Die allem zuhören, was gesagt wird und nur dem Besten folgen: Das sind die von Gott Rechtgeleiteten, und sie sind es, die Verstand haben.

Angeführte Meinungen im Namen der Religion müssen folglich im Lichte dieser Koranischen Verse bewertet werden. Wir müssen ihren Ursprung und die Art, wie sie durch die Jahrhunderte eingeführt wurden, untersuchen. Im zweiten Teil des Buches beabsichtigen wir näher auf die Tatsache einzugehen, dass die einzige Quelle des Islam der Koran ist. Wir raten unseren Lesern an, den Koran für eine gesunde und komplette Erfassung des Islam zu konsultieren. Dann gehen wir das Thema mit den Ahadith an, die angeblichen Aussprüche des Propheten; Aussprüche, in denen Wahrheit und Falschheit untrennbar sind und deutlich in Konflikt mit den Geboten des Koran stehen. Zu sagen, dass die Ahadith nicht als eine Basis für die Islamische Religion genommen werden sollte, bedeutet den Propheten gegen Verleumdungen abzusichern, statt sich respektlos gegenüber ihm zu verhalten. Während wir dieser Frage auf den Grund gehen, empfehlen wir Ihnen, dass Sie ihre Meinungen überdenken, während die Verse 17:36 und 39:18 in Betracht gezogen werden, um zur Wahrheit zu gelangen und um sowohl die vorgefassten Ideen und traditionellen Praktiken, denen Sie sich hingeben, als auch das Erbe Ihrer Vorfahren im Rahmen der Verse 43:21-24 zu überdenken, damit Sie Ihre Religion nicht auf Traditionen aufbauen, sondern auf klaren Beweisen des Koran, so Gott will.

Der Koran steht mit Vernunft in Einklang

8:22 Als die schlimmsten Kreaturen gelten bei Gott die Tauben und Stummen, die nicht verstehen.

10:100 … Und er legt die Unreinheit (ridschs) auf diejenigen, die keinen Verstand haben.

Der Weg zu Gott ist der Weg der Intelligenz und des Gewissen. Die schlimmste Kreatur in den Augen Gottes ist der, welcher taub für die Wahrheit und nicht geneigt ist, seine Intelligenz zu gebrauchen. Diese Leute nutzen ihren Verstand, ein Geschenk Gottes an die Menschheit, damit sie sich von den anderen Schöpfungen unterscheiden, nicht und sind gegenüber Seinen klaren Beweisen blind. Sie haben kein Bedürfnis nach Intelligenz, da sie an ihren Herren, ihren Vorfahren, den etablierten Traditionen und der öffentlichen Meinung festhalten. Jene, die daran gescheitert sind, die Botschaft des Korans zu begreifen, haben versucht sie in ein mit Dogmen und Aberglauben gemischtes System schwer zu bewältigender Forderungen zu verarbeiten. Dies verursachte, dass unzählige Menschen die Religion ablehnten oder Atheisten wurden. Deswegen ist es sehr wichtig, den Koranischen Islam von den traditionellen, bedauerlichen wie auch irrationalen Praktiken zu trennen. Dies entlastet den Islam von unnötigen Bürden, Erweiterungen und Auslassungen. Die großen Massen, die dem Koran und dem Islam den Rücken zugekehrt haben, werden auf diese Weise, so Gott will, wieder ihr Interesse zurückgewinnen.

21:10 Wir haben euch ein Buch herabgesandt, in dem es für euch eine Ermahnung gibt. Wollt ihr denn nicht begreifen?

Dies war die Mentalität, welche für 278 Jahre den Gebrauch der in den 1450ern erfundenen Druckerpresse verzögerte und die Ulama (Theologieprofessoren) dazu anleitete die Söhne des Sultans enthaupten zu lassen, eine Todessünde gemäß Koran. Dies war die Mentalität hinter den Praktiken der primitiven und grausamen Taliban in Afghanistan und der strengen und unnachgiebigen Schiiten im Iran, die die Kundgaben des Koran für ungenügend befanden. Diese mentale Ansicht endete darin, die Imame, Mullahs und Scheichs und ihre falschen Stellungnahmen zu Religionsquellen zu erheben, die groteske, gemischte Systeme erfanden, die an die Stelle von Gottes Worten gesetzt wurden. Die Verkündungen dieser Leute haben die Autorität entworfen und Andersdenkende zu Apostaten erklärt und sie exkommuniziert (siehe Kapitel 32).

Das Ziel dieses Buches

Das Ziel dieses Buches ist es, ein für allemal die Tatsache durchzusetzen, dass der Koran die Exklusivität des Islam besitzt und dass niemand, keine Sekte, kein Scheich oder keine Autorität befugt ist, irgendetwas davon aufzuheben oder hinzuzufügen. Das Ziel der Religion ist die Menschheit. Einen Menschen irrezuführen, indem Gegensätze zwischen ihm und dem Leben hervorgerufen werden, und Zwietracht zwischen ihm und sich selber hervorzurufen, ist zum Scheitern verurteilt und endet schließlich in einem Desaster. Der Islam ist in seiner Essenz frei von allen (logischen) Widersprüchen, wohingegen die Pseudo-Religion ein Lager von Inkonsistenzen, Folgewidrigkeiten und Quellen von Miseren ist. Es ist unvorstellbar, dass die von Gott offenbarte Religion, welche in perfekter Harmonie mit der menschlichen Natur stehen sollte, Widersprüche enthält.

30:30 So richte dich nach der Religion des strikten Monotheismus! Das ist Gottes Naturgesetz, gemäß dem Er die Menschen erschaffen hat. Gottes Schöpfung ändert sich nicht. Das ist die vollkommene Religion. Doch die meisten Menschen wissen nicht.

Der einzige Gesetzgeber ist Gott, solange die Religion behandelt wird. Gott hat mit der Menschheit durch den Koran als die einzige Autorität gesprochen, ein explizites Buch und frei von allen logischen Widersprüchen; ein Buch, das all Seine Botschaften enthält. Die Richtigkeit dieser Tatsachen zu erkennen ist gleichwertig mit dem Kennenlernen des Islam, der dem Koran entspringt, dem Wort des Allmächtigen, des einzigen Gesetzgebers. Diese Erkenntnis führt zur Annullierung aller grundlosen Mächte der entworfenen ‚Autoritäten‘ und zur Bestätigung der Tatsache, dass Gott die Eine und Einzige Autorität ist und es keinen Gleichgestellten gibt. Der Prophet, der Gesandte Gottes, hat weder eine weitere Quelle als den Koran verkündet noch irgendwelche Doktrinen im Namen des Islam diktiert. Wenn sich eine angebliche Aussage oder ein angeblicher Kommentar des Propheten mit dem Koran kollidiert, wenn irgendetwas vom Text des Korans aufgehoben wird oder etwas hinzugefügt wird, so stellt dies sowohl den Islam als auch den Propheten falsch dar. In den kommenden Kapiteln werden wir die arabischen, umayyadischen und abbasidischen Traditionen und Bräuche, die erfundenen Erklärungskommentare, die eingefügten und eigenwilligen Bemerkungen und die Mentalität, die dem Islam viele schamvolle Praktiken einbrachten, näher betrachten. Wir sollten gewarnt sein, die so genannte etablierte Religion mit der Religion des Korans gleichzusetzen und sollten die Gründe herausfinden, wieso die behaupteten oder geglaubten Punkte der Religion in Wirklichkeit außerhalb seines Bereiches liegen und fern von aller Gültigkeit sind. In Kürze werden wir uns besser in den Islam einarbeiten, wenn wir die Quelle ansteuern, und ihn in gewisser Hinsicht restrukturieren.

Lasst uns die Fesseln der Tabus in den Köpfen zerreißen

Wir sollten uns exklusiv auf den Koran beschränken und uns davor hüten, unsere persönliche Ansicht vorzulegen. Wir sind es uns sehr wohl bewusst, dass wir mit der Vorhaltung der Traditionalisten konfrontiert werden. Wir werden, wie es in der Vergangenheit bereits der Fall war, des Zionismus oder als Freimaurer beschuldigt werden. Dies ist die gewöhnliche Selbsttäuschungsmethode der traditionalistischen Fundamentalisten, die ihre Rückständigkeit durch die Beschuldigung der fremden Mächte rechtfertigen. Wir erklären hiermit, dass wir keine Zionisten, Freimaurer oder Agenten sind. Wir sind lediglich Nachforscher und raten Ihnen an, das vorliegende Buch mit einem kritischen Auge zu lesen. Der Koran ist das Buch Gottes, die wahre und einzigartige Religionsquelle. Unsere eigenen Meinungen sollten so lange als korrekt betrachtet werden, wenn sie mit dem Text des Korans übereinstimmen. Diese Studie beabsichtigt, die Fesseln der Traditionen, Pluralitäten, Nachahmungen und des Aberglaubens zu zerstören.

Wir wären erfreut, wenn dieses Buch ein bescheidener Beitrag für ein besseres Verstehen des Islam gemäß dem Koran wäre.