Rechte

Ma Malakat Aymanukum

26:58 Und die, welche keinen anderen Gott außer Allah anrufen und niemanden töten, dessen Leben Allah unverletzlich gemacht hat – es sei denn, (sie töten) dem Recht nach -, und keine Unzucht begehen: und wer das aber tut, der soll dafür zu büßen haben.

24:2 Bestraft die Unzüchtige und den Unzüchtigen gegebenenfalls jeweils mit hundert Hieben; und lasst euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen, wenn ihr an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen.

24.3. Ein Unzüchtiger darf nur eine Unzüchtige oder eine Götzendienerin heiraten, und eine Unzüchtige darf nur einen Unzüchtigen oder einen Götzendiener heiraten; den Gläubigen aber ist das verwehrt.

17:32 Und kommt der Unzucht nicht nahe; seht, das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg.

24:30 Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allah ist dessen, was sie tun, recht wohl kundig.

4:15 Und wenn einige eurer Frauen eine Hurerei begehen, dann ruft vier von euch als Zeugen gegen sie auf; bezeugen sie es, dann schließt sie in die Häuser ein, bis der Tod sie ereilt oder Allah ihnen einen Ausweg gibt.

4:16 Und wenn zwei von euch (Männern) es begehen, dann fügt ihnen Übel zu. Wenn sie (aber) umkehren und sich bessern, dann lasst ab von ihnen; denn Allah ist Gnädig und Barmherzig.

5:5 Und ehrbare gläubige Frauen und ehrbare Frauen unter den Leuten, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, wenn ihr ihnen die Brautgabe gebt, und nur für eine Ehe und nicht für Unzucht und heimliche Liebschaften. Und wer den Glauben verleugnet, dessen Tat ist ohne Zweifel zunichte geworden; und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.

Einer der am meisten missbrauchten Begriffe des Koran ist der Ausdruck „Ma Malakat Aymanukum“, was wortwörtlich übersetzt „Was eure rechte Hand besitzt“ bedeutet. Viele traditionelle Muslime haben dies missbraucht. Sie folgten dabei korrupten Gelehrten, die eigene Gesetze fabriziert hatten, die keinerlei Basis im wahren Islam (Unterwerfung) haben und im Widerspruch zu den göttlichen Gesetzen des Koran stehen.

Wenn wir die Verse, die sich mit „Ma Malakat Aymunukum“ (MMA) befassen, so können wir eine Antwort in dieser heiklen Angelegenheit erhalten.

Wir erhalten über unsere Internetseite submission.org häufig Anfragen, bezüglich MMA und ob es statthaft sei, mit ihnen sexuelle Beziehungen einzugehen oder nicht. Andere Besucher sprechen davon, dass solche sexuellen Verbindungen ihr Recht seien. Dieser Artikel wird sich mit dieser Fragestellung unter Bezugnahme auf den Koran befassen. Er wird definieren, was mit MMA gemeint ist, die Beziehungsart zu ihnen und wer für sie verantwortlich ist erläutern.

MMA umfasst fünf Kategorien von Menschen. Dabei kann es sich um Männer, Frauen, Jungen oder Mädchen handeln. Dieser Ausdruck hat je nach Kontext der entsprechenden Verse unterschiedliche Bedeutungen, obwohl allesamt unter die gleiche Rubrik fallen: Personen, die von einem in Bezug auf Lebensunterhalt, Sicherheit und Wohlbefinden abhängig sind. Der Koran lehrt zweifelsohne, dass MMA Teil unserer Familien sind und mit Respekt behandelt werden sollen und sie nicht ihrer Rechte als Menschen beraubt werden dürfen. Lediglich in zwei der fünf Bedeutungsebenen von MMA ist es erlaubt mit diesen sexuelle Bindungen einzugehen, jedoch erst, nachdem der Bund der Ehe geschlossen wurde. Unter keinerlei Umständen gestattet Gott im Koran sexuelle Beziehungen zu MMA, so lange es sich dabei nicht um eine eheliche Verbindung handelt. Selbst im Krieg fallen alle gefangenen Frauen (und Männer) unter den Schutz von MMA und können nicht als Sexobjekte betrachtet werden. Sie sollten mit Respekt behandelt werden, es sollte um ihre Hand angehalten werden und sie sollen ihre rechtmäßige Mitgift erhalten. Vergewaltigung von Frauen ist in Kriegszeiten ebenso ein Verbrechen, wie es dies in Friedenszeiten ist. Gerechtigkeit ist ein fest gefügter moralischer Wert, der am besten mit den Worten Gottes im Koran umgesetzt wird und nicht durch die Frage nach Krieg oder Frieden.

Das Folgende ist eine Beschreibung dieser Kategorien von MMA im Koran, die Verse, die sie erwähnen und die erwarteten Beziehungen:

 

1. Ma Malakat Aymunukum – was ihr bereits besitzt

Die erste Kategorie von MMA bezieht sich auf eine Gruppe von Frauen, die bereits mit ihren Ehemännern verheiratet sind, selbst wenn diese Ehe nicht nach koranischen Prinzipien erfolgt ist, weil sie vor der Offenbarung des Koran geschlossen wurde oder vor der Konversion zum Islam. Dies kann aus Sure 3 Vers 4 abgeleitet werden.

In diesem Falle, wenn man eine Frau oder auch Frauen – selbst wenn sie nach der Offenbarung des Koran zu einer verbotenen Kategorie gehörte, darf man mit ihnen verheiratet bleiben. Man muss sich nicht scheiden lassen, denn Gott wird keine anerkannte Ehe brechen. Diese Kategorie von MMA ist diesen Menschen erlaubt und gehören zu dem, was man bereits besitzt. Da es sich um verheiratete Paare handelt, sind sexuelle Beziehungen erlaubt.

[4:3] If you deem it best for the orphans, you may marry their mothers – you may marry two, three, or four. If you fear lest you become unfair, then you shall be content with only one, or with what you already have (Ma Malakat Aymanukum). Additionally, you are thus more likely to avoid financial hardship.

[33:50] O prophet, we made lawful for you your wives to whom you have paid their due dowry, or what you already have (Ma Malakat Yameenek) , as granted to you by GOD. Also lawful for you in marriage are the daughters of your father’s brothers, the daughters of your father’s sisters, the daughters of your mother’s brothers, the daughters of your mother’s sisters, who have emigrated with you. Also, if a believing woman gave herself to the prophet – by forfeiting the dowry – the prophet may marry her without a dowry, if he so wishes. However, her forfeiting of the dowry applies only to the prophet, and not to the other believers. We have already decreed their rights in regard to their spouses or what they already have (Ma Malakat Aymanuhum). This is to spare you any embarrassment. GOD is Forgiver, Most Merciful.

[33:52] Beyond the categories described to you, you are enjoined from marrying any other women, nor can you substitute a new wife (from the prohibited categories), no matter how much you admire their beauty. You must be content with those already made lawful to you (Ma Malakat Yameenek). GOD is watchful over all things.1

 

2. Ma Malakat Aymanukum = was euch rechtmäßig gehört

Dies ist die zweite Kategorie von MMA, was einem rechtmäßig gehört. In dieser Kategorie sind sexuelle Beziehungen statthaft. Wir müssen beim Verständnis bei Gottes Gesetz im Koran sehr vorsichtig sein. Gott benutzt bei der Genehmigung von Sex zwischen Männern und ihrer MMA bewusst das Wort ODER. Es ist ENTWEDER die Ehefrau ODER die MMA. Gott hat nicht UND benutzt (Ehefrauen UND MMA). Gott wählt seine Worte ganz bewusst bei der Darstellungen seiner Gesetze und hinterlässt somit bei seinen Dienern keinerlei Zweifel. In dieser Kategorie von dem, was einem rechtmäßig zusteht geht es um eine Situation, in der das Ehepaar die Ehe nicht bei den zuständigen Behörden hat eintragen lassen. Die Common-Law-Ehe in den USA stellt einen solchen Fall dar. Mann und Frau entschließen sich vor Gott eine Ehe zu führen, lassen diese aber nicht registrieren. Es kann sich aber auch um Fälle handeln, die in der ersten Kategorie beschrieben wurden, bei denen MMA durch Gottes Erlaubnis rechtmäßig geworden sind.

Kurzfristige Vereinbarungen zwischen Mann und Frau um eine gewisse Zeit lang Sex zu haben gehören nicht in diese Kategorie. Derlei ist Prostitution, was Gott verboten hat. Bei diesen Vereinbarungen wird die Frau um ihre Rechte betrogen und der Mann von all seinen Verpflichtungen gegenüber seiner geschiedenen Ehefrau entbunden. Ein Beispiel für solch eine Vereinbarung ist das, was manche gelehrte Muta nennen. Sie erklären derlei für erlaubt, obwohl es gegen alle koranischen Gesetze zur Heirat und zum Aufbau einer Familie steht.

[70:30] (They have relations) only with their spouses, or what is legally theirs – (Ma Malakat Aymanuhum)

[23:6] Only with their spouses, or those who are rightfully theirs (Ma Malakat Aymanhum), do they have sexual relations; they are not to be blamed.

 

3. Ma Malakat Aymanukum = Sklaven, falls vorhanden

Da Sklaven vollkommen von ihrem Besitzer abhängig sind, fallen sie unter die MMA. Obwohl der Koran anordnet, Sklaven in allem möglichen Fällen zu befreien, ist dieses Gesetz im Koran verankert, um diejenigen zu schützen, die zur Zeit der Offenbarung des Koran versklavt waren oder aber in Zukunft Sklaven geworden sein könnten. Einige der Besucher unserer Internetseite sprechen von ihren Bediensteten so, als ob sie Sklaven seien, da sie vollkommen von ihnen abhängig seien. Sklaven und Bedienstete sind geschützt und unter keinen Umständen außerhalb der Ehe als Sexualpartner vorgesehen.

[4:25] Those among you who cannot afford to marry free believing women, may marry believing slave women (Ma Malakat Aymanukum). GOD knows best about your belief, and you are equal to one another, as far as belief is concerned. You shall obtain permission from their guardians before you marry them, and pay them their due dowry equitably. They shall maintain moral behavior, by not committing adultery, or having secret lovers. Once they are freed through marriage, if they commit adultery, their punishment shall be half of that for the free women. Marrying a slave shall be a last resort for those unable to wait. To be patient is better for you. GOD is Forgiver, Most Merciful.

In diesem Vers verdeutlicht Gott den Status der MMA als ehrenvolle Frauen, die gläubige Männer heiraten können, nachdem sie die Erlaubnis ihres Vormundes eingeholt haben. Wenn diese Frauen Sexualpartner ihres Vormundes wären, wie könnte Gott sie dann mit gläubigen Männern heiraten lassen? Gott fordert sie auf ihr moralisches Verhalten AUFRECHT ZU ERHALTEN, indem sie keinen Ehebruch begehen oder heimliche Liebhaber haben. Dieser Vers sagt deutlich, dass diese Sklaven (MMA) keine Sexualpartner ihres Vormundes sind.

[24:33] Those who cannot afford to get married shall maintain morality until GOD provides for them from His grace. Those among your servants (Ma Malakat Aymanukum) who wish to be freed in order to marry, you shall grant them their wish, once you realize that they are honest. And give them from GOD’s money that He has bestowed upon you. You shall not force your girls to commit prostitution, seeking the materials of this world, if they wish to be chaste. If anyone forces them, then GOD, seeing that they are forced, is Forgiver, Merciful.

In diesem Vers sind zwei wichtige Lehren zu finden: Sklaven (Diener) müssen freigelassen werden, wenn man sie heiraten will und man darf die Mädchen nicht zu Prostitution zwingen. Laut diesem Vers können MMA (Diener, Sklaven) befreit werden, um zu heiraten. Sie sollen sogar Geld dafür erhalten. Wären sie Sexualpartner ihrer Eigentümer oder ihres Vormundes, so könnten sie nicht jederzeit heiraten. Sie zu Sex zu zwingen wäre Prostitution oder Vergewaltung.

 

4. Ma Malakat Aymanukum = Bedienstete

Da unsere Bediensteten von uns abhängig sind, sind wir verpflichtet für ihr Wohlergehen zu sorgen. Sehen sie sich die folgenden Verse an:

[24:31] And tell the believing women to subdue their eyes, and maintain their chastity. They shall not reveal any parts of their bodies, except that which is necessary. They shall cover their chests, and shall not relax this code in the presence of other than their husbands, their fathers, the fathers of their husbands, their sons, the sons of their husbands, their brothers, the sons of their brothers, the sons of their sisters, other women, the male servants (Ma Malakat Aymanuhunna) or employees whose sexual drive has been nullified, or the children who have not reached puberty. They shall not strike their feet when they walk in order to shake and reveal certain details of their bodies. All of you shall repent to GOD, O you believers, that you may succeed.

In diesem Vers liegt eine gewichtige Lehre. Gott zeigt uns, dass die gläubigen Frauen dieselbe Kategorie (MMA) besitzen können, wie Männer. Es ist zu beachten, dass der Vers damit beginnt, dass die Frauen ihre Keuschheit wahren sollen.

Die männlichen Gelehrten, die es einem Mann gestatten Sex mit seiner MMA zu haben würden es keiner Frau gestatten, dies mit ihrem MMA zu tun. Diese Gelehrten erfinden Gesetze, die den Männern dienen und die Frauen benachteiligen. Solche Erfindungen finden keine Basis in Gottes Gesetz. Dieses Gesetz gilt allen Geschlechtern, ohne diese zu diskriminieren. Gott hat außerhalb der Ehe sexuelle Beziehungen mit MMA verboten. Dies gilt für Männer und Frauen.

[33:55] The women may relax (their dress code) around their fathers, their sons, their brothers, the sons of their brothers, the sons of their sisters, the other women, and their (female) servants (Ma Malakat Aymanuhunna). They shall reverence GOD. GOD witnesses all things.

[24:58] O you who believe, permission must be requested by your servants (Ma Malakat Aymanukum) and the children who have not attained puberty (before entering your rooms). This is to be done in three instances – before the Dawn Prayer, at noon when you change your clothes to rest, and after the Night Prayer. These are three private times for you. At other times, it is not wrong for you or them to mingle with one another. GOD thus clarifies the revelations for you. GOD is Omniscient, Most Wise.

Diese Verse machen klar, dass ein MMA (Diener) nicht dieselben Rechte hat, wie eine Ehefrau, nämlich nach eigenem Willen das Schlafgemach zu betreten. Würden diese MMA als Sexualpartner gelten, so gäbe es keinen Grund ihnen dies zu verbieten.

[4:36] You shall worship GOD alone – do not associate anything with Him. You shall regard the parents, the relatives, the orphans, the poor, the related neighbor, the unrelated neighbor, the close associate, the traveling alien, and your servants (Ma Malakat Aymanukum). GOD does not like the arrogant show-offs.

[16:71] GOD has provided for some of you more than others. Those who are given plenty would never give their properties to their subordinates (Ma Malakat Aymanukum) to the extent of making them partners. Would they give up GOD’s blessings?

[30:28] He cites for you herein an example from among yourselves: Do you ever elevate your servants or subordinates (Ma Malakat Aymanukum) to the level where they rival you, and to the point that you pay them as much allegiance as is being paid to you? We thus explain the revelations for people who understand.

 

5. Ma Malakat Aymanukum = Spezielle Kategorie

Frauen, die ihre ungläubigen Ehemänner während eines Krieges verlassen haben und zu den Gläubigen gestoßen sind.

Diese Gruppe ist laut Koran ebenfalls geschützt und nicht als Sexsklave vorgesehen. Sie müssen wie jede andere freie Frau behandelt werden. Es muss um ihre Hand angehalten werden und sie erhalten denselben Respekt und die Mitgift, die jede legale Ehe erfordert. Dies wird in 60:10 klargestellt.

[4:24] Also prohibited are the women who are already married, unless they flee their disbelieving husbands who are at war with you (Ma Malakat Aymanukum). These are GOD’s commandments to you. All other categories are permitted for you in marriage, so long as you pay them their due dowries. You shall maintain your morality, by not committing adultery. Thus, whoever you like among them, you shall pay them the dowry decreed for them. You commit no error by mutually agreeing to any adjustments to the dowry. GOD is Omniscient, Most Wise.

[60:10] O you who believe, when believing women (abandon the enemy and) ask for asylum with you, you shall test them. GOD is fully aware of their belief. Once you establish that they are believers, you shall not return them to the disbelievers. They are not lawful to remain married to them, nor shall the disbelievers be allowed to marry them. Give back the dowries that the disbelievers have paid. You commit no error by marrying them, so long as you pay them their due dowries. Do not keep disbelieving wives (if they wish to join the enemy). You may ask them for the dowry you had paid, and they may ask for what they paid. This is GOD’s rule; He rules among you. GOD is Omniscient, Most Wise.

Gottes Worte sind klar. Wir, als Untergebene unseres Schöpfers haben keine andere Wahl, als sich seinem Gesetz zu unterwerfen. Jede Person, die sich nicht an dieses Gesetz hält, praktiziert etwas anderes als Islam (Ergebung) und kann nicht als Muslim (Ergebener) bezeichnet werden. Wer sich nicht dem Gesetz Gottes unterwirft ist ein Gegner und kein Ergebener.

[24:51] The only utterance of the believers, whenever invited to GOD and His messenger to judge in their affairs, is to say, „We hear and we obey.“ These are the winners.

[5:7] Remember GOD’s blessing upon you, and His covenant that He covenanted with you: you said, „We hear and we obey.“ You shall observe GOD; GOD is fully aware of the innermost thoughts.

[2:285] The messenger has believed in what was sent down to him from his Lord, and so did the believers. They believe in GOD, His angels, His scripture, and His messengers: „We make no distinction among any of His messengers.“ They say, „We hear, and we obey. Forgive us, our Lord. To You is the ultimate destiny.“


übersetzt von Andreas Heisig

1 Die Übersetzung wurde nicht übersetzt, da es im Deutschen keinen adäquaten Vergleich zur vom Autor benutzten Übersetzung durch R. Khalifa gibt.

Die Zeit nach den Propheten: Der Koran fordert Demokratie

Der Koran fordert Demokratie.
Wer islamische Despotien verteidigt, fälscht Gottes Wort

Wer über den Islam sprechen will, muss zunächst deutlich machen, was genau er darunter versteht. Muslime unterscheiden zwischen dem traditionellen Islam, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht, und dem wahren Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet wurde.

Bis heute übersieht der Westen diese Unterscheidung, die von den Muslimen selbst als Dilemma empfunden wird. Zumindest bis zum schrecklichen Terroranschlag am 11. September 2001 hat der Westen nur sein kurzfristiges politisches Kalkül im Blick gehabt und dieses Dilemma nicht gesehen.

Dabei stimmt es: Betrachten wir heute die islamischen Gesellschaften unter dem Aspekt „Demokratie“ oder „Menschenrechte“, bietet sich kein sehr positives Bild. Besonders dem Nahen Osten, der Kernregion des Islams, kann in Fragen der Menschenrechte kein gutes Zeugnis ausgestellt werden. In diesen Ländern wird der Wert des Menschen verschleudert. Seine Vortrefflichkeit, seine Ehre, Freiheit und seine Rechte kommen nur noch in Gedichten, nur noch in der schöngeistigen und mystischen Literatur vor.

Die Zeitungen vom 17. Juni 2002 berichteten unter der Schlagzeile Reaktionäre Grausamkeit von einem unmenschlichen und unbegreiflichen Vorfall. Er ereignete sich in einem berühmten islamischen Land, in Saudi-Arabien: Als sich einige Frauen vor einem Gebäudebrand retten wollten und auf die Straße liefen, wurden sie von den Gewalttätern, die sich „Religionspolizisten“ nennen, mit Schlägen zurückgejagt. Der Grund: Sie waren nicht verschleiert. Sie kamen alle ums Leben.

Grausame Taten wie diese, welche die Menschenwürde missachten, prägen leider das Bild des Islams weltweit. Diejenigen, die Wissenschaft und Bildung achten, wissen allerdings, dass es im Islam eine innere Wahrheit gibt. Bedauerlicherweise hat das Sichtbare in Form des traditionellen Islams das Wahre aus dem Leben verdrängt, also den Islam des Korans.

In den islamischen Ländern wird der Mensch Regeln geopfert, die Tradition zu einem unantastbaren Tabu gemacht haben. Denn in diesen Ländern hat man das koranische Prinzip „Die Religion ist für den Menschen geschaffen“ ins Gegenteil verkehrt. Es wurde daraus: „Der Mensch ist für die Religion geschaffen.“

Die islamischen Länder sind zwar von ihren früheren Kolonialherren unabhängig, aber nicht frei geworden. Die Unabhängigkeit nutzte lediglich den Despoten im Lande. Das Joch der Unterdrückung blieb bestehen und belastet die Menschen heute mehr denn je. Man vergaß, dass die Unabhängigkeit eines Landes durch die Freiheit des Individuums vervollständigt werden muss. Der einzige Weg dorthin ist die Installierung einer laizistischen Regierungsform. Die Methode „Demokratisierung durch Krieg“, welche die amerikanische Regierung im Irak anwenden will, ist dagegen weder menschenwürdig noch erfolgversprechend.

Die Veränderung kann nur aus der islamischen Welt selbst kommen. Wenn wir die tabuisierenden Traditionen und die vorsätzlichen Irrwege beiseite lassen und den Islam aus der Sicht seiner Hauptquelle, des Korans, betrachten, gibt es durchaus einen Silberstreif am Horizont. Dabei ist bemerkenswert, dass bei der Einführung der Werte des Korans im Leben, die für die Entwicklung der Menschheit notwendig sind, die westlichen, nichtmuslimischen Gesellschaften weiter fortgeschritten als die islamischen sind. Und auch dies ist eine Tatsache: Mit jedem Tag wird dieser Abstand zum Nachteil der islamischen Welt größer.

Die islamische Welt hat über Jahrhunderte ihr Schicksal nicht an Grundlagen und Prinzipien gebunden, sondern an Personen, die für unantastbar erklärt wurden. In der Terminologie des Korans bezeichnet man dies als schirk (Vielgötterei, Polytheismus, Götzentum). Es handelt sich also schlicht um Paganismus. Diese Ausrichtung mit fetischistischem Charakter macht die Menschen immer mehr zu Sklaven von Knochen, Fossilien und Grabstätten. Umso absurder wirkt es, dass die grundlegenden Werte, die der Koran im Leben des Menschen verwirklicht sehen möchte, in nichtislamischen Gesellschaften verwirklicht sind.

Der Islam der Traditionen, also der falsche Islam, hat alle islamischen Grundlagen und Werte, die den Menschenrechten und damit auch der Demokratie den Weg bahnen und sie stärken könnten, außer Kraft gesetzt. Diese Entwicklung begann, als die despotische Monarchie zur Religion erklärt wurde. Das System der monarchistischen Herrschaft aber wird im Koran als ein unzulängliches System der Ungerechtigkeit dargestellt (siehe hierzu Sure 27, Vers 34). Dass es dennoch die Oberhand gewann, wurde möglich, weil man den Laizismus in einen Gegensatz zur Religion stellte. Laizismus bedeutet aber nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Laizismus heißt, die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht auf Gott oder göttliches Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes. Daher halte ich es nicht für möglich, dass die islamischen Gesellschaften sich demokratisieren können, ohne sich eine wirklich laizistische Verfassung zu geben.

Der Koran verkündet, dass das Prophetentum abgeschlossen sei. Eine der grundlegenden Folgerungen daraus lautet: Das Zeitalter ist beendet, in dem die Völker von Personen geführt werden, die sich auf Gott berufen. Der Koran ist das einzige heilige Buch, das verkündet, dass die Theokratie aus dem Leben der Menschen weichen soll.

Diese Aussage des Korans ist die wichtigste Wahrheit, die in den islamischen Gesellschaften verschwiegen und versteckt wird. In den islamischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass diese Wahrheit verborgen bleibt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen Westeuropäern unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern die Zustände ändern.

Nach dem Verständnis des wahren Islams, der sich auf den Koran beruft, ist die Macht, ein Volk zu führen, ein rechtsstaatliches Gut. Dieses darf nicht für despotische Herrschaft missbraucht werden. Nur die dürfen es an sich nehmen, die seiner würdig sind. Dieses Gut kann dem Einzelnen durch Wahlen anvertraut und – falls notwendig – auch wieder entzogen werden.

Diejenigen, die den Despotismus zur Religion erklären, fragen oft: „Warum Demokratie? Demokratie bedeutet Wille des Volkes. Welches Volk hat denn den Propheten Mohammed gewählt? Und warum überhaupt Wahlen?“ Diesen Wortführern muss man entgegenhalten: „Den Propheten Mohammed hat Gott selbst berufen. Hat Gott auch die Könige, Sultane und Kaiser berufen? Hat Gott etwa Saddam, den Schah von Persien, Chomeini, Assad, Feisal und andere Könige und Herrscher berufen?“

Die Herrschenden täuschen das Volk und fragen: „Wenn eine Theokratie besteht, dann werdet ihr von Gott geführt. Wollt ihr euch darüber beschweren?“ Und weil das Volk die wahren Grundlagen des Islams nicht kennt, kann es die folgenden Fragen nicht stellen: „Nur Propheten können eine Theokratie leiten. Aber wenn die Zeit der Propheten abgeschlossen ist, wie kann dann eine Theokratie fortgeführt werden? Seid ihr denn Propheten, dass ihr euch auf Gott beruft und uns regieren wollt?“

Nach dem Koran sollen sich die Regierenden und Herrschenden auf die Prinzipien der schura (das System der Beratung und Kontrolle) und bajat (den Gesellschaftsvertrag) stützen. Gott hat dem Propheten Mohammed, den er selbst gesandt hat, aufgetragen, sich auf diese beiden Prinzipien zu stützen.

Was der Koran über das Regieren und Herrschen sagt, ist klar und deutlich: Die Zeit nach dem Propheten Mohammed ist die Zeit der schura und bajat. Das heißt, an die Adresse der Herrschenden gerichtet: Ihr werdet das Volk führen und leiten, ihr werdet von den Menschen die Legitimation hierzu erhalten, ihr werdet gewählt werden. Und wenn das Volk euch abwählt, dann sollt ihr gehen.

Der wahre Islam spricht niemandem das Recht zu, ein Beauftragter, Stellvertreter oder Repräsentant Gottes zu sein. Einzig den Propheten steht es zu, im Namen Gottes zu sprechen und zu führen. Das Recht zur Führung eines Volkes kann nicht von Gott oder per Geburt erlangt werden, sondern nur vom Volk und durch Wahlen. Dies bezeichnet der Koran als bajat. Das mittels bajat erlangte Recht zur Führung eines Volkes wird mit dem schura genannten System der Beratung und Kontrolle vollzogen. Dieses System stellt sicher, dass die Führenden die Geführten und umgekehrt die Geführten die Führenden kontrollieren. Auf der Grundlage der schura kann das Volk, das über die Regierenden wacht, ihnen auch das Recht zur Herrschaft entziehen, falls es dies für notwendig erachtet.

Die koranische Entsprechung für das demokratische Verfahren ist also die schura. Weil sie im Koran erwähnt wird, konnte sie nicht völlig unterschlagen werden. Aber ihre Bedeutung wurde verzerrt wiedergegeben und so ausgeformt, dass sie dem traditionellen Islam ins Konzept passte. Von den Despoten im Nahen Osten wurde die schura darauf reduziert, dass der König oder der Sultan sich einige Ratgeber zulegen solle. Der 1988 gestorbene islamische Gelehrte Fazlur Rahman sagt hierzu:

„Schura, wie sie der Koran aufträgt, bedeutet nicht, dass jemand sich gelegentlich den Rat anderer einholt. Vielmehr bedeutet es wechselseitige Konsultation von Gleichberechtigten. Wer diese Konsultationen verweigert oder sie verzögert, weil sie angeblich nicht passen, ist ein Diktator, der im Widerspruch zum Islam steht.“

Nach dem Verständnis des Korans leitet sich die Berechtigung zur Leitung des Staates also nicht aus der Religion oder dem göttlichen Recht ab, sondern aus dem freien Willen des Volkes. Der größte islamische Denker des 20. Jahrhunderts, Mohammed Iqbal (1877 bis 1938), stützte sich auf diese Aussagen des Korans, als er verlangte, die Berechtigung, Normen und Gesetze aufzustellen, den Rechtsgelehrten zu entziehen und einem Parlament zu übertragen. Zu diesem Zweck solle das Prinzip der icma (des Konsenses innerhalb der islamischen Gemeinschaft) im Geiste des Islams modernisiert werden. Iqbal war überzeugt davon, dass Republik und parlamentarische Demokratie das Regierungssystem darstellen, das dem Geist des Islams am besten entspricht.

Der Koran entwickelte das Prinzip der bajat, also die Idee eines Gesellschaftsvertrags, viele Jahrhunderte vor der Französischen Revolution. Um zu regieren und zu herrschen, sollte mit jedem, egal, ob Mann oder Frau, ein Abkommen geschlossen und Einverständnis erzielt werden. Selbst dem Propheten Mohammed wurde aufgetragen, sich bei der Führung der Gemeinde vom gesamten Volk, auch von den Frauen, eine bajat einzuholen (Sure 60, Vers 12).

Die Prinzipien des Korans, die sich in Übereinstimmung mit der demokratischen Logik befinden, hat der amerikanische Nahost-Experte Leonard Binder in seinem Buch Islamic Liberalism folgendermaßen zusammengefasst:

„Erteilt Gott oder das Volk die Berechtigung zum Regieren? Diese Diskussion ist so gelöst worden: Die ursprüngliche Berechtigung kommt von Gott, aber sie wird über das Volk an bestimmte Personen übertragen. Dass die Berechtigung zur Machtausübung, deren Quelle Gott ist, über das Volk auf von ihm ausgewählte Führer übertragen wird, ist Demokratie.“

Im Kern heißt das: Gott, der allmächtige Herrscher, gab dem Menschen eine Legitimation zum Herrschen. Der Mensch benutzt diese Legitimation, indem er bestimmten Personen ein Mandat überträgt und dabei die Prinzipien der schura und der bajat anwendet.

Der traditionelle religiöse Diskurs in den islamischen Ländern missachtet die Wahrheit dieser grundlegenden Prinzipien. Der ägyptische Gelehrte Abu Said ist der Ansicht, dass die traditionellen Gelehrten dies nicht aus Unkenntnis tun, sondern um die Wahrheit bewusst zu verheimlichen.

Der Koran hat dem Menschen die Allmacht entzogen und an bestimmte Prinzipien und Leitlinien gebunden. Werte werden von Gott gegeben und von ihm verfügbar gemacht. Dem Koran zufolge ist der erste dieser Werte der Verstand. In Sure 10, Vers 100 heißt es: „Und Gott zürnt denen, die ihren Verstand nicht gebrauchen.“ In die Rechtssprache der modernen Zeit übersetzt, heißt das: Die Herrschaft beruht auf den Prinzipien des universellen Rechts. Der Koran verweist immer wieder auf diese universellen Prinzipien.

Der Koran ruft dazu auf, den Verstand zu benutzen, und kritisiert, wenn Menschen sich wie eine Herde Vieh verhalten. Das Volk darf niemanden zu seinem Hirten machen und sollte sein Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Ein wichtiger Teil der zeitgenössischen islamischen Intellektuellen begreift dies. Bisher üben diese Intellektuellen noch keinen großen Einfluss aus. Leider wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis sich daran etwas ändert.

Aus dem Türkischen von Nevfel Cumart

parlament

Die erfundene Religion und die Koranische Religion – Kapitel 30: Der Koran und die Regierung

Jene, die ihre eigenen persönlichen Meinungen auferlegen wollen, haben Gott und die Religion ausgenutzt, um im Stande zu sein, die politische Macht zu ergreifen. Trotz der Tatsache, dass Frauen ebenso an die Macht gelangen und Präsidentin im Rahmen des Koran werden können, führte der traditionalistische Islam etwas ein, das nicht im Koran vorhanden war und Frauen dieses Recht aberkannte. Eine weitere erfundene Lüge war der Umstand, dass der Quraisch-Stamm der einzige Ort sei, woher die Führer stammen könnten. Später erhoben die Osmanischen Kalifen und die Scheichulislam (religiöse Führer) Fatwas, die ihren eigenen Zielen dienten, und nutzten die Sekten aus, denen sie angehörten, um ihre Position auf dem Thron zu festigen. Ein Beispiel der Korruption unter den Osmanen ist die Eigenschaft der Sultane als „Gottes Schatten, Kalif, unser Herr“. Dies war mehr als eine bloße Verzierung!

 

Grundprinzipien

Entscheidungen zu Themen, die unserem Ermessen überlassen wurden, ohne die allgemeinen Einschränkungen des Koran zu überschreiten, sollten von jenen an der Macht erreicht werden. Doch lagen die Dinge in der Praxis anders, weil rein menschliche Taten als abgeleitet von der göttlichen Offenbarung angesehen wurden. Die im Koran festgelegten Prinzipien hatten eine allgemeine Anwendung; sie sind universal und Muslime können sie nicht umgehen. Beispielsweise kann die Einrichtung des Kalifats abgeschafft werden, da sie nicht im Koran vorkommt, aber adalat (Gerechtigkeit) und schura (Beratung) können nicht beseitigt werden, ungeachtet der Veränderung von Zeit und Ort.

42:38 Die ihre Angelegenheiten durch gegenseitige Beratung entscheiden.

3:159 So verzeih ihnen, bitte für sie um Vergebung und berate dich mit ihnen!

Beratung wurde selbst dem Propheten auferlegt. Dies bedeutete, dass kein Individuum die absolute Macht hatte. Die Konsultation sollte durch Gnade begleitet werden. Es sollte mit den heutigen Begriffen als ‚direkte Demokratie‘ oder ‚repräsentative Demokratie‘ verstanden werden.

Gerechtigkeit ist eines der Grundprinzipien des Koran:

5:8 Ihr Gläubigen! Tretet für Gott als Zeuge hervor in aller Gerechtigkeit. Und der Hass gegen bestimmte Leute soll euch nicht dazu verleiten, nicht gerecht zu sein. Seid gerecht.

60:8 Gott verbietet euch nicht, gegen diejenigen pietätvoll und gerecht zu sein, die nicht der Religion wegen gegen euch gekämpft, und die euch nicht aus euren Wohnungen vertrieben haben. Gott liebt die, die gerecht handeln.

Die Angelegenheit der Gesellschaft sollten den qualifizierten und kompetenten Leuten anvertraut werden, bestimmt der Koran.

4:58 Gott gebietet euch, dass ihr die Treuhandschaft jenen übergebt, die ihrer würdig sind, und wenn ihr zwischen Menschen richtet, dass ihr richtet nach Gerechtigkeit.

Die Person, welche die Gläubigen leitet, sollte aus den Gläubigen heraus gewählt werden.

4:59 Ihr Gläubigen! Gehorcht Gott und dem Gesandten und den Verantwortlichen unter euch …

 

Kein Zwang in der Religion

Ein weiterer Punkt der Divergenz zwischen dem Koran und den Traditionalisten im Islam ist die Anwendung des letzteren von harten Bestrafungen gegenüber denjenigen, die abgeneigt sind, den Vorschriften des Islams zu folgen. Dies geht gegen den Koran:

2:256 Es soll kein Zwang sein im Glauben. Der rechte Weg unterscheidet sich nunmehr klar vom Irrweg.

Der Koran, dessen klare Vorschriften beiseite gefegt wurden, wurde zu einer Art aufgewickeltem Talisman und hing an den Wänden der Wohnungen, um das ‚Böse abzuhalten‘; ein kurzer Teil seiner Inhalte wird nun während den täglichen Kontaktgebeten und an den Gräbern für die verschiedenen Seelen rezitiert. Die Leute, die weder die täglichen Gebete verrichteten noch fasteten, wurden heftigen Bestrafungen ausgesetzt, in gänzlicher Missachtung des Verses, dass es keinen Zwang in der Religion gibt. Eine Folge dieser Vorgehensweise war die zunehmende Entfremdung einer Kategorie von Leuten von der Religion.

 

Sultanat nicht mit dem Koran vereinbar

Königtum und Sultanate sind Regierungen, welche vom Islam nicht befürwortet werden. Der Koran diktiert, dass die Autorität der Person (Mann oder Frau) anvertraut werden sollte, die für das Amt qualifiziert ist. Im traditionellen System der Nachfolge vom Vater zu Sohn wird die Verwaltung des Staates nicht den Kompetenten und Qualifizierten anvertraut. Das System einer Republik entspricht weit mehr der koranischen Gesinnung.

Es gibt im Koran keine Spur vom Kalifat. Was die Leute heute als Scharia begreifen, ist nicht der Islam als solches, sondern sunnitische und schiitische Sekten. Der Name der Religion ist Islam. Alle anderen Benennungen wie Sunna, Hanafi, Schia, Schafii oder Alewi sind Häresien.

 

Die größten Feinde des Islam, wie im Koran beschrieben

Jene, die entschlossen sind, ihre eigene Autorität aufrechtzuerhalten, ihre Ausbeutung der Frauen und deren Motto die Scharia ist, sind die Erzfeinde des Koranischen Islams. Ihre Regime gründet sich nicht auf den Vorschriften des Koran, sondern auf Traditionen, momentane Launen und arabische Bräuche. Ihre Existenz ist gefüllt mit der grauenvollen Erfahrung der gesehenen Gefahr, von dem beraubt zu sein, was sie als Religion begreifen, ein Mittel zur Ausbeutung. Sie beschuldigen ihre Feinde mit der Begünstigung des Semitismus und der Freimaurerei und Häresie, im Versuch, die Wirklichkeiten zu verbergen.

Heute sehen wir engelhafte Gesichter der sunnitischen und schiitischen Sekten. Wenn sie das richtige Medium und bevorzugte Milieu finden, werden sie nicht zögern, ihre wahren Gesichter zu zeigen. Wir können erwarten, das Auftreten von Ereignissen zu sehen, die denen ähneln, die wir aus Afghanistan kennen. Die kürzlich von der Hizbullah begangenen Greueltaten in der Türkei werden nicht ungewöhnlich sein. Die Versklavung der Frauen, das Verbot von Musik und Malerei wird nachfolgen. Die Afghanen haben keine neue Sekte erfunden. Das Regime, das sie versuchten aufzuerlegen, war einfach die Anwendung der Sunna. Gemäß der Hanafi Sekte wird eine Person, die nicht ihre täglichen Gebete verrichtet, gepeitscht, bis sie ihre Gebete wieder aufnimmt, während in den anderen drei sunnitischen Sekten alle, die das Verrichten ihrer täglichen Gebete ablehnen, hingerichtet werden. Alle Atheisten sowie diejenigen, die den Koranischen Islam propagieren, würden getötet (eigentlich ermordet) werden. Das Fasten wird erzwungen und die Frau wird höchstwahrscheinlich jeden Zentimeter ihres Körpers bedecken müssen…

Die erfundene Religion und die Koranische Religion – Kapitel 21: Frauen im Koran und in der erfundenen Religion

Die Frage über die Frau hat die meisten Ergänzungen zur eingeführten Religion gehabt. Die Frauen wurden auf das Niveau eines Sklaven, eines Dienstmädchens in Haushaltsangelegenheiten und eines ihrem Ehemann verfügbares Sexualobjekts erniedrigt, gerechtfertigt im Lichte der erfundenen Ahadith und sektiererischen Interpretationen und Ansichten. Die Mehrheit des schönen Geschlechts, unfähig einen Unterschied zu machen zwischen dem, was wirklich offenbart und was erfunden wurde, trotteten weiterhin auf dem von den Männern bestimmten Pfad, die damit fortfuhren Worte zu predigen, die angeblich vom Propheten gesprochen wurden und die besagen, dass das Paradies unter den Füssen von Müttern läge. Wir werden sogleich sehen, wie seriös diese Einstellung zu den Frauen gewesen ist.



Lügengespinste über Frauen von Sekten, die auf erfundenen Ahadith aufbauen

Das Hauptziel ist gewesen, die Frau zu einer Sklavin ihres Ehemanns zu machen, die ihm gegenüber bedingungslos treu ist. Dem Ehemann gegenüber Unterwürfigkeit auszuüben wurde als eine religiöse Tat angesehen.

Müsste ich den Menschen die Niederwerfung anordnen, hätte ich bestimmt, dass Frauen sich vor ihren Ehemännern niederwerfen sollen, aufgrund der Schuld, die sie ihnen schulden. (Tirmidhi, Rada 10/1159; Abu Dawud, Nikah 40/2140; Ahmad bin Hanbal, Musnad VI, 76; Ibn Madsche, Nikah 4/1852.)

Auch wenn der Körper ihres Ehemannes von Kopf bis Fuss mit Eiter beschmiert wäre und die Frau ihn reinigt, indem sie ihn leckt, wäre ihre Schuld ihm gegenüber immer noch unbeglichen. (Ibn Hadschar al Haytami 2/121; Ahmad bin Hanbal, Musnad V, 239.)

O Frauen! Solltet ihr euch jemals der Verpflichtungen bewusst werden, die ihr euren Ehemännern schuldet, würdet ihr nicht zögern, den Staub von ihren Füssen zu wischen, indem ihr eure Wangen an ihnen reibt. (Hafiz Zahabi, Grosse Sünden, Seite 187)

Die Hingabe und das Intellekt der Frauen sind fehlerhaft. (Sahihi Bukhary)

Ihr flucht viel und seid euren Ehemännern undankbar. Ich habe kein Geschöpf außer euch gesehen, das Mangel an Intelligenz und Hingabe aufweist und das Männer in Versuchung führen kann. (Muslim, Iman 34/132; Ibn Madsche, Fiten 19/4003)

Die Gesinnung, welche die Frau zu einer Gefangenen ihres Mannes macht, bestimmt sie für die Hölle und wirft ihr Mangel in der religiösen Haltung vor, dadurch den ausdrücklichen Bemerkungen des Koran widersprechend.

Eine gute Frau ist wie eine Elster unter hundert Krähen. (Sahihi Bukhary)

O das weibliche Geschlecht! Gibt Almosen und bereut. Ich habe gesehen, dass die Mehrheit der Höllenbewohner aus Frauen besteht. (Muslim, Iman 34/132; Ibn Madsche, Fiten 19/4003.)

Eine Frau kann nur durch die Erlaubnis des Mannes ins Paradies eingelassen werden

Zuzüglich zu den Ahadith, die sie verdammen, hängt der Einlass ins Paradies einer Frau von der Zufriedenheit und Zustimmung ihres Ehemanns ab.

Wenn eine Frau stirbt, mag sie ins Paradies gehen, wenn ihr Ehemann mit ihr zufrieden war. (Riyazus Salihin)

Die lobenswerte Frau ist die, die die Frivolitäten und zeitweiligen Untreuen ihres Ehemannes erduldet, wodurch sie ins Paradies eingelassen wird. (Religiöse Informationen für Frauen, Seite 88)

Solche Ausführungen, die in den Büchern von Muslim, Bukhary, Tirmidhi, Muwatta und den schiitischen Quellen vorgefunden werden, haben ihre Wurzeln aus der Zeit der Abbasiden und Umayyaden. Solch eine Herabwürdigung der Frau gibt es im Koran nicht. Die Eignung für den Himmel hängt nach dem Koran von der ausgeübten Hingabe einer Person, ungeachtet ihres Geschlechts, ab.

49:13 Ihr Menschen! Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und haben euch zu Völkern und Stämmen werden lassen, damit ihr euch kennenlernt. Der Beste vor Gott ist der Rechtschaffenste unter euch.

Wie wir sehen können macht der Koran keine Unterscheidung zwischen den Nationen, Stämmen und Geschlechtern. Dennoch wurden Frauen als ein Objekt gesehen, dass einen Mann eher in die Hölle führt.

Es gibt vier Dinge, die das Gebet eines Mannes annullieren: ein schwarzer Hund, ein Affe, ein Schwein und eine Frau. (Sahihi Muslim, Salat 265; Tirmidhi, Salat 253/338; Abu Dawud, Salat 110/720.)

Es gibt drei Dinge, die unheilvoll sind: eine Frau, ein Haus und ein Pferd. (Abu Dawud, Medizin 24/3922; Muslim, Salam 34/115; Bukhary, Nikah 17/4805.)

Seelenheil für alte, zahnlose Ehemänner

Imam Scharani und Imam Ghazzali, zwei der führenden Repräsentanten der Mentalität, die Frauen – Handelnde, die das Gebet annullieren – als unheilvoll ansieht, haben folgende Fundgrube für weitere Generationen hinterlassen.

Ein Mann mag seine Zähne verloren haben und hässlich geworden sein, während seine Frau jung und sehr schön ist. Es ist möglich, dass solch eine Frau, die zum Markt oder zu anderen Plätzen, wo sie eingeladen ist, ausgegangen sein mag, einen hübschen Mann sieht und worauf sie bei der Rückkehr nach Hause abgeneigt ist, die amourösen Annäherungen ihres Ehemannes zu erwidern. Dies ist das Ergebnis des Besuchs von Märkten und sozialen Zusammenkünften einer Frau, gelinde gesagt. (Imam Sharani, Ubudul Kubra, Seite 773)

Möge Gottes Fluch auf jenen Frauen sein, deren Beruf das Tätowieren ist und die ihre Körper tätowiert haben, und auf jenen, die ihr Haar auf dem Gesicht entfernen und ihre Zähne umgestalten. (Sahihi Bukhary)

Diejenigen, die Perücken tragen, die ihre Augenbrauen zupfen, tätowieren oder Tätowierungen auf ihrem Körper haben, sind verflucht. (Abu Dawud, Taradschul 5)

Wenn eine Frau eine Perücke trägt, ihre Arme oder ihr Gesicht tätowiert hat oder Schönheitsmale gebraucht oder ihr Gesicht und ihre Augenbrauen mit Pinzetten zupfen lässt und ihre Erscheinung verändert, so ist sie verflucht. (Imam Sharani, Ubudul-Kubra, Seiten 313, 867, 889)

Gemäß einem Hadith schlossen die Gefährten und Jünger des Propheten die Jalousien fest zu, um zu verhindern, dass ihre Frauen vorbeigehende Männern sehen, und schlugen jene, die nach draußen spähten. (Imam Ghazzali, Ihya u Ulumiddin 2/122)

Schaut, dass eure Frauen ein wenig hungrig bleiben, ohne zu übertreiben, und entzieht ihnen die schönen Kleider. Denn wenn ihre Bäuche voll und sie in Schale sind, werden sie sicherlich von äußerlichen Anreizen versucht werden. Wohingegen, wenn sie ein wenig hungrig und nicht sonderlich gekleidet sind, werden sie zuhause bleiben. (Ibnul Dschawzi, Mawzuat II/282283; Suyuti, Leali II/154; Ibn Arrak, Tanzihushscharia II/212213.)

Lasst eure Frauen keine schicken Kleider anziehen, denn wenn sie in Schale sind, werden ihre Herzen das Haus verlassen. (Imam Ghazzali, Kimyayi Saadet Seite 178; Ibn Abi Schayha, Musannaf IV/II, 420.)

Eine Frau, die ausgehen muss, sollte folgende Prinzipien einhalten, sobald sie die Einwilligung ihres Ehemannes hat:

  1. schäbig gekleidet zu sein,
  2. sich zu verhalten, als wäre sie eigentlich nicht draußen.
  3. Ihren Kopf zu verbeugen und vorsichtig sein, das Gesicht von Fremden nicht zu erblicken.
  4. Menschenmassen zu vermeiden.
  5. Orte zu vermeiden, die von Männern gut besucht werden.
  6. Verlassene Seitenstraßen vorzuziehen.
  7. Ihre Arbeit schnell zu beenden und heimzukehren.

(Imam Ghazzali, Ihyayi Ulumiddin 2/290)

Die beste Frau ist die, die wie das Schaf ist

Jene, die durch absurde Verfügungen versuchten, ihre Eifersüchte auf andere zu projizieren und sie in religiöse Befehle umwandelten, gaben dem Islam einen Bereich, der für Angriffe offen ist. Hier sind einige weitere Bemerkungen über Frauen, die von Imam Ghazzali erhoben wurden:

Eine Frau hat sieben Eigenschaften:

  1. Sie ist mit ihrem starken Wunsch, sich hübsch anzukleiden, wie ein Affe;
  2. Sie ist wie ein Hund, da sie abgeneigt ist, arm zu sein;
  3. Sie ist aufgrund ihres überheblichen Stolzes sowohl ihrem Ehemann wie auch anderen gegenüber wie eine Schlange;
  4. Sie ist wie eine Ratte, wenn sie Haushaltsgüter verkauft;
  5. Sie ist wie ein Skorpion, da sie eine Verleumderin ist;
  6. Sie ist wie ein Fuchs, da sie dem Mann Fallen stellt;
  7. Sie ist wie ein Schaf, da sie ihrem Ehemann gehorcht.

(Imam Ghazzali, Ihyayi Ulumuddin)

Die ideale Frau ist die von der Schafssorte! Der von allen Freiheiten beraubten Frau wird nicht einmal gestattet, zur Pilgerfahrt zu gehen. Der Frau wird es nicht erlaubt, mehr als eine Distanz von 90 Kilometern ohne die Begleitung eines ihr nächsten männlichen Verwandten (Vater, Onkel, Bruder, Ehemann) zurückzulegen. Unter den Umständen kann eine Frau nicht einmal die verbindliche Pflicht der Pilgerfahrt erfüllen, falls sie ihren nächsten Verwandten nicht überzeugen kann, sie zu begleiten. Gott hat in dieser verbindlichen Pflicht keine Unterscheidung des Geschlechts vorgenommen. Die Verrichtung des Kontaktgebetes einer Frau wurde durch die erfundenen Ahadith verboten, da sie ansonsten ausgehen müsste. Dadurch wird angedeutet, dass das Kontaktgebet einer Frau zuhause verdienstvoller sei, als das ist, das sie in der Moschee verrichtet hätte.

9:71 Die Gläubigen, Männer und Frauen, sind einander Verbündete/Freunde.

Wie können sie erwarten, dass der Mann und die Frau diese Freundschaft aufbauen werden, angesichts der Tatsache, dass ihnen selbst das Sprechen miteinander verboten ist? Der weitere Verlauf des Verses erwähnt, dass diejenigen, die diese Freundschaft bewerkstelligen, mit der Gnade Gottes belohnt werden. Wenn die besagte Gnade in Gemeinschaften, die behaupten Muslime zu sein, vorenthalten ist, dann könnte das an ihrem Ungehorsam liegen.

Unter den Hanafis muss selbst die Stimme der Frau gedämpft werden, so dass der Mann ihr nicht zuhört. (Fikhus Siyra, Seite 400)

Euch wurde es gestattet, nur mit eurem Mahrim (Ehemann, Vater, Neffe…) zu sprechen. (Ibn Kathir 4/355)

Mit Kieselsteinen gefüllten Mäulern sprechen

Mit der Trennung von Mann und Frau wurden die Frauen isoliert, und ihnen war es nicht gestattet, männliche Freunde zu haben, so sehr, dass sogar Konversationen zwischen den Frauen im Flüsterton gehalten wurden, um zu verhindern, dass die Männer ihre Stimmen hören. Jedoch darf eine Frau im Notfall einen Mann ansprechen, aber nur wenn sie den Mund voller Kieselsteine hat.

Es war ihr nicht erlaubt, während der Menstruation ihre Kontaktgebete zu verrichten, noch konnte sie während ihrer Periode den Koran lesen oder das Fasten halten. Der Koran erwähnt bloß, dass kein Geschlechtsverkehr mit einer menstruierenden Frau praktiziert werden soll. Hätte Gott gewünscht, dass sie weder den Koran lesen noch fasten soll, hätte Er dies sicherlich ausdrücklich erwähnt.

2:222 Und sie befragen dich über die Menstruation. Sprich: „Sie ist schädlich. Haltet euch während der Menstruation von den Frauen fern, und habt keinen Geschlechtsverkehr mit ihnen, bis sie davon entlastet sind.“

Wie wir sehen können nennt der Koran jede Einzelheit, die eine Person braucht. Jedoch wurden die Handlungen der Frauen eingeschränkt, indem sie getrennt wurden und indem sie daran gehindert wurden, das Freitagsgebet abzuhalten. Die ihnen auferlegten Einschränkungen, die nicht im Koran vorhanden sind, werden als Abscheulichkeiten angesehen. Die Erfindungen gingen so weit, Ahadith zu erfinden, die aussagten, dass alle, die sich dem Wort der Frau fügen, zu Grunde gehen würden. Solch eine Vorstellung geht ganz und gar gegen die Philosophie des Koran.

Nimmt keine Ratschläge von Frauen an; setzt euch gegen sie, denn die Opposition gegenüber Frauen bewirkt Wohlstand. (Suyuti, Leali II, 147; Ibn Arrak, Tanzihush Sharia II, 210.)

Wer auch immer seiner Frau gehorcht, wird von Gott in die Hölle geworfen. (Ibn Arrak II, 215)

Frauen als Imame, Muezzine und Staatsoberhäupter

Es gibt nichts im Koran, das darauf hinweist, dass gewisse Ämter den Frauen verboten sind; folglich können sie die Position eines Präsidenten, Kalifen, Richters, Imams oder Muezzins (Rufer zum Gebet) innehaben. Alles ist erlaubt, sofern es nicht ausdrücklich im Koran verboten wurde. Freiheit ist das Prinzip, Verbot die Ausnahme; wenn darüber hinaus irgendwelche Ausnahmen sind, werden sie in den Koranversen ausdrücklich erwähnt. Dadurch gibt es für Frauen keine Hürden mehr, die gerne die oben erwähnten Positionen erlangen wollen.

Eine von einer Frau geführten Gesellschaft ist eine dem Untergang geweihte Gesellschaft. (Ibn Hanbal, Musnad 5/43,50; Tirmidhi, Fitan 75 ; Nesai, Kudat 8; Bukhary, Fiten 18.)

Die Gegner von Aischa, die Frau des Propheten, die während des Dschamal Vorfalls das Kommando der Situation übernommen hatten, müssen diesen angefertigten Hadith erfunden haben. Süleyman Atesch bemerkt folgendes: „Der gefragte Hadith muss auf Aischa anspielen. Hätte jedoch der Prophet so etwas in dieser Art gesagt, erhielte Aischa die gefragte Mission nicht, und Talha und Zubaira hätten dies nicht toleriert. Die Authentizität dieses Hadiths, der dem Koran widerspricht, ist zweifelhaft“ (Süleyman Ates, Kommentar des Koran 6/399400).

Diejenigen, die Ahadith erfanden, um ihre eigenen politischen Ansichten zu unterstützen, ignorieren ebenso die Beschreibung der Königin von Scheba. Verse 22 und 44 der Sure Die Ameise (27. Sure) erwähnen die von einer Frau geführten Gesellschaft. Wir bemerken, dass sie als eine intelligente und weise Frau beschrieben wird, umsichtig genug, um keine Risiken einzugehen, die ihre Gemeinde prekären Situationen aussetzen würden. Es gibt im Koran keinen einzigen Hinweis darauf, dass eine Frau keine Herrscherin sein kann.

Lehrt den Frauen das Lesen und Schreiben nicht. Lasst sie sich in Näharbeit üben und schaut, dass sie die Sure Das Licht rezitieren. (Ibnul Dschawzi, Mawzuat II, 269)

Fabrizierung der Ahadith für sexuelle Ziele

Wenn ein Mann seine Frau zu Bett ruft und sie lehnt (die Einladung) ab, werden sie die Engel bis zu den frühen Morgenstunden verfluchen. (Bukhary 9/36)

Die Männer, die darüber besorgt waren, abgelehnt zu werden, haben diesen Hadith fabriziert, der auf den Propheten hinwies. Frauen, die von ihrem Scheidungsrecht beraubt wurden, kamen dadurch unter die Unterdrückung der Männer.

Wenn sich eine Frau scheiden lässt, wird sie den Duft des Himmels nicht genießen. (Religiöse Informationen für Frauen, Seite 61)

Im Koran können Ausdrücke wie ‚geschiedene Frauen‘ (vgl. 2:228-241) beide Bedeutungen haben: nämlich, eine Frau, die sich scheiden ließ, oder eine, die geschieden wurde. Anbetracht dessen, dass im Koran keine ausdrückliche Vorschrift vorhanden ist, welche die Scheidung zu einer Exklusivität für Männer macht, sollten Frauen grundsätzlich dasselbe Recht genießen.

Ein weiterer Hadith besagt:

Gott wird das Kontaktgebet einer Frau nicht erhören, die Parfüm aufträgt, bevor sie die Moschee betritt, sofern sie nicht heimkehrt und sich durch die totale Waschung säubert. (Awnul Mabul 11/230)

Männer, die Parfüm aufsetzen, sind lobenswert, während Frauen, die dasselbe tun, eine sündhafte Tat begangen haben. Das Grundprinzip ist, dass die Männer von schönen Düften erregt werden. Die Tatsache, dass Frauen dieselbe Gefühle haben können, kommt ihnen nicht in den Sinn. Weiterhin, wieso wurde dies nicht im Koran vorgesehen?

Sofern der Platz, wo die Frau gesessen ist, nicht abgekühlt ist, darf er nicht von einem Mann besetzt werden. (Religiöse Informationen für Frauen, Seite 24)

Dieser Hadith erzeugt viele Erschwernisse in der städtischen Lebensweise, wie mensch ohne Weiteres sehen kann.

Gewisse Missverständnisse über Frauen

Es beginnt alles in den Geschichten über Adam und Eva. Nirgends im Koran stoßen wir auf die Versuchung Adams durch Eva. Wenn wir die Verse 11-28 der 7. Sure lesen, können wir sehen, dass sowohl Adam als auch Eva von Satan versucht wurden. Darüber hinaus wird die Legende, dass Eva aus der Rippe Adams erschaffen sei, nirgends im Koran erwähnt.

Eine weitere ungerechtfertigte Behauptung über den Koran ist, dass er allein Männer anspricht. Neunzig Prozent der Verse sprechen beide Geschlechter an. Es gibt ebenso Verse, die nur Frauen oder Männer ansprechen. Alle, die den Koran ernsthaft lesen, werden sehen, dass der Koran die allgemeine Öffentlichkeit und nicht ein einzelnes Geschlecht anspricht.

33:35 Die Gottergebenen Männer und die Gottergebenen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die rechtschaffenen Männer und die rechtschaffenen Frauen, die geduldigen Männer und die geduldigen Frauen, die standhaften Männer und die standhaften Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Almosen spendenden Männer und die Almosen spendenden Frauen, die fastenden Männer und die fastenden Frauen, die Gott häufig gedenkenden Männer und Frauen – Gott hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet.

Obwohl der Koran im größeren Teil die allgemeine Öffentlichkeit anspricht, gibt es ebenso Verse, die Frauen und Männer separat ansprechen.

Polygamie in der Geschichte

Wir müssen uns die Tatsache in die Erinnerung rufen, dass der Islam über einen großen Zeitraum hinreicht und einen riesigen Teil der Geographie der Erde mit unterschiedlichen Klimaverhältnissen umfasst. Es gibt Gesellschaften von Menschen, von den kleinsten Stämmen bis zu den größten Imperien, die in einem solch breiten Arbeitsbereich tätig sind, so dass sich landwirtschaftliche Arbeiten mit industriellen Unternehmen in diversen sozialen und politischen Milieus und kulturellem Hintergrund mit verschiedenen Bräuchen abwechseln. Die Universalität des Koran, die auf jede Situation, unterschiedliche Bräuche, Bedingungen und Milieus passt, ist dank seiner großen Ausdehnung erreicht worden. Bis jetzt haben wir die Versuche einer Herstellung und das Fortbestehen eines ‚Arabischen Islams‘ behandelt, in welchem der Turban, die Robe mit langen Ärmeln, die bis zu den Knöcheln reichen, und das Tragen eines Bartes einige der auffallenden Charakteristiken waren. Diese Versuche hatten unerwünschte Auswirkungen auf die Ausdehnung des Islam. Der Spielraum, den der Koran der Menschheit einräumte, erlaubt den Menschen verschiedenen kulturellen Ursprungs, ihre gebräuchlichen Kleider zu tragen. Dasselbe gilt auch für die Polygamie. Polygamie wird im Koran nicht verboten; jedoch wird sie nicht besonders gefördert und ermutigt.

Verschiedene Kulturen hatten verschiedene Praktiken. In Gesellschaften, in denen eine große Anzahl der männlichen Bevölkerung im Krieg starb und das Gleichgewicht zwischen der männlichen und weiblichen Bevölkerung zerrissen war, wurde die Polygamie unverzichtbar. In landwirtschaftlichen Gesellschaften, in denen Großfamilien immense Macht ausübten, war die Polygamie die Lösung, die Bürden der Frau im Haushalt zu erleichtern, und es gab Zeiten, in denen die Frauen nach Gefährtinnen für ihre Ehemänner suchten. Im Islam wird die Absicht zu heiraten beiderseits geäußert und die Frau genießt das Recht, sich von ihrem Ehemann scheiden zu lassen. In anderen Worten ist die Frau nach dem Koran in Fällen, bei denen es eheliche Streitereien in der Familie gibt, frei, die Scheidung zu verlangen. Das so genannte Verbot für die Frau, auf die Scheidung zurückzugreifen, oder die oberste Entscheidungsgewalt ihrer Familie über diese Angelegenheit haben nichts mit dem Koran zu tun, sondern sind lediglich traditionelle Praktiken. Polygamie war nicht nur ein Produkt östlichen, kulturellen Hintergrunds, da sie ebenso im Westen unter bestimmten Bedingungen gebilligt wurde. Als Folge der zwei Weltkriege war solch eine Lösung gefragt, und ein Artikel, welcher in der „Daily Mail“ erschienen war, schlug die Polygamie als die einzige Lösung vor, mit der Begründung, dass es einen beträchtlichen Anstieg der weiblichen Bevölkerung gegeben hatte. In 1949 wandten sich die Menschen in Bonn, um präzis zu sein die Verbände der Frauen, an die zuständigen Behörden, und verlangten, die Einführung der Polygamie in die Verfassung einzutragen. Die europäische Schriftstellerin Annie Besant, die eine Bewertung der Misere der sozialen und kulturellen Lage nach dem Krieg machte, schreibt wie folgt:

„Monogamie ist im Westen nicht länger vorhanden. Was zurzeit vorherrscht ist ein verantwortungsloser Zustand der Polygamie. Wenn ein Mann von seiner Mätresse genug gehabt hat, lässt er sie fallen, wonach die fallengelassene Frau allmählich dem Zustand der Prostitution zum Opfer fällt. Ihre Misere ist weitaus schlimmer als der Zustand einer Frau, die eine der Frauen eines einzelnen Mannes ist. Wenn wir diesen Stand der Dinge berücksichtigen, müssen wir eingestehen, dass die Westländer weit davon entfernt sind, die Einführung der Polygamie gerechtfertigt zu verdammen. Statt entehrt zu sein, eine Zufluchtsstätte zu suchen, aller Zuneigung und Sorge beraubt, mit ihrem unehelichen Kind verlassen worden, von allen Erbrechten enteignet zu sein und sich der Unterwürfigkeit zu ergeben zum Vergnügen irgendeiner Zufallsbekanntschaft, ist der Genuss der Ehre, eine der gesetzlichen Ehefrauen eines Mannes zu sein und in seinem Haushalt zu leben, weitaus besser.“

Hundefleisch und Polygamie

Wie wir bereits darauf hingewiesen haben, ist die Polygamie keine Verbindlichkeit; es ist dem Ermessen des Ehemanns überlassen, obwohl sie in gewissen Gesellschaften selbst von der Ehegattin gefördert wird. Der Koran verbietet lediglich den Verzehr von toten Tieren, Blut, Schweinefleisch und zu guter Letzt Tiere, die im Namen von jemand anderem geschlachtet wurden als in Gottes. Alle anderen essbaren Materialien sind erlaubt. Beispielsweise ist Hundefleisch in China ein Lieblingsgericht. Die Wege und Manieren unterscheiden sich entsprechend dem geographischen und sozialen Status einer Gesellschaft. Was jedoch als erlaubt betrachtet ist, soll nicht als eine religiöse Tat verstanden werden. Dieser wichtige Punkt wurde von den Gesellschaften, deren Wege voneinander abweichen, oft missverstanden. Solange der Koran nicht ausdrücklich bestimmt hat, dass eine gegebene Sache oder Tat verboten ist, ist die besagte Sache oder Tat erlaubt; sie ist nicht gegen den Islam. Beispielsweise mag in gewissen Kulturen das Tragen von Shorts bei einem Besuch einer Hochzeitsparty in Hawaii, das Gesicht mit verschiedenen Farben wie die Indianer zu bemalen, zu rülpsen oder zu furzen als normal bewertet werden. Die unter diesen Gesellschaften lebenden Muslime können ihre Standards erfüllen, ohne der Nichteinhaltung beschuldigt zu werden. Der Koran ist in dieser Hinsicht neutral. Der Koran spricht weder für noch gegen solche Taten. So wie es irrelevant ist, der Religion Verfügungen wie „Der Islam befiehlt es dir, Hundefleisch zu essen“ oder „Der Islam befiehlt es dir, zu einer Hochzeitsparty in Shorts zu erscheinen“, ist es gleichermaßen irrelevant „Polygamie wird vom Islam sanktioniert“ zu sagen. Die im Islam bevorzugte und angeordnete Tat ist nicht dasselbe wie die Tat, die frei auszuüben ist, weil sie nicht verboten wurde.

Unter normalen Bedingungen zu Friedenszeiten stellen wir eine quasi Gleichmäßigkeit zwischen der männlichen und weiblichen Bevölkerungen fest. Dies ist ein Zeichen, dass die Polygamie eine Ausnahme ist. Der Koran sagt aus, dass Monogamie eingehalten werden soll, wenn ein Ehemann nicht sicher ist, gegenüber einen von seinen Frauen parteiisch zu sein.

4:3 Doch wenn ihr fürchtet, dass ihr sie nicht mit Gleichheit behandeln könnt, so heiratet nur eine.

Polygamie wird im Koran vorausgesehen. Jedoch wird sie weder empfohlen noch verboten. Der Mann kann frei wählen. Er mag oder mag nicht mehr als eine Frau nehmen. Der Koran spricht, wie wir bereits zu Beginn des vorliegenden Buches erwähnt haben, die Menschheit an, Menschen mit verschiedenen Kulturen, verschiedenen Zeiten der Geschichte, in Friedens- und Kriegszeiten, landwirtschaftliche und industrielle Gesellschaften, ebenso die großen Staaten wie auch die kleinen Inselvölker. Der im Koran gepredigte Islam ist nicht für eine einzelne Zivilisation, eine einzelne industrielle Gesellschaft oder einen einzigen Ort, wo der Frieden herrscht, exklusiv. Die Umayyaden und Abbasiden bewerkstelligten, fremde Elemente in den Islam einzuführen und waren erfolgreich, ihre lokalen Stammesbräuche einzusetzen, als ob sie die Diktate des Islam wären (wie das Wachsen des Bartes, das Tragen einer Robe mit vollen Ärmeln und langen Schürzen, das Tragen eines Turbans und das Ausleben eines polygamen Lebens), da nichts gegen solche Praktiken war. Heute ist der Mensch frei, sich zu rasieren und Hosen zu tragen, eine Krawatte zu tragen und Monogamie vorzuziehen, ohne den Islam auf irgendeine Art wie auch immer zu verletzen. Darin besteht keine Beleidigung gegenüber dem Islam. Andererseits sind die Vorschriften des Koran, die Einheit Gottes zu erkennen, den Armen zu helfen und das Fasten abzuhalten und waren Teil der Verfügungen, die sowohl die Umayyaden als auch die Abbasiden zu befolgen hatten, und verlangen von zeitgenössischen und zukünftigen Muslimen, sich daran zu halten.

Die Frauen des Propheten

Die Frauen des Propheten und die Geschichten über sie werden nicht im Koran erwähnt. Die Geschichte der Heirat des Propheten mit einem neun Jahre alten Mädchen ist erneut eine Erfindung der Ahadith. 99% der Geschichten, die über den Propheten erzählt werden, haben ihren Ursprung in den Ahadith. Sie können wahr oder falsch sein. Eine Tatsache ist jedoch gewiss: sie sind nicht zuverlässig.

33:52 Keine weitere Frau ist für dich künftig erlaubt.

Vor der Offenbarung dieses Verses, war das, was für die Öffentlichkeit erlaubt war, ebenso für den Propheten erlaubt. Dieser Vers jedoch führte eine Einschränkung für den Propheten ein, eine Einschränkung, die bei anderen Männern nicht angewandt werden kann. Die Frauen des Propheten, wie alle anderen Frauen, heirateten ihn durch ihren eigenen freien Willen. Der Prophet, den Bräuchen der Zeit folgend, schloss eine Ehe, ohne die Verfügungen des Koran zu verletzen. Was immer wir wissen sollen, ist im Koran vorhanden. Jedes weitere Anliegen von uns ist irrelevant. Die dem Propheten offenbarte Botschaft des Koran ist die Religion, die uns durch ihn übermittelt wurde. Das persönliche Leben des Propheten könnte bewertet werden, indem zu den Zeiten und Bedingungen zurückgegangen wird, die in seiner Ära vorherrschten. Wir sind nicht in einer Position, zu urteilen, indem berichtete Ahadith aufgezeichnet wurden. In Wirklichkeit war eine der nutzlosen und sinnlosen Diskussionen über das Thema das Ergebnis der unterwürfigen Gehorsamkeit und der unerschütterlichen Akzeptanz der fabrizierten Ahadith.

Frauen als Zeugen

Nirgends im Koran wird erwähnt, dass zwei Frauen einem Mann als Zeugen gleich wären. Zum Beispiel wird die Zeugenaussage von vier Zeugen erfordert, um Ehebruch zu beweisen, und im Koran wird keine Unterscheidung zwischen den weiblichen und männlichen Zeugen vorgenommen, nur die Anzahl der Zeugen werden genannt. Jedoch gibt es ein missverstandenes Beispiel aus der Sure Die Kuh (2. Sure), Vers 282, in Bezug auf Darlehenszeit. Gemäß diesem Vers muss das erhaltene Darlehen urkundlich festgehalten werden, und die Anwesenheit der Zeugen während der Ausführung ist erforderlich. Dies ist ein gewerblicher Vertrag, der weder dem Schreiber noch den Zeugen schaden soll. Es ist eine bekannte Tatsache, dass wenn materielle Interessen im Spiel sind, die Menschen zögern, ein Zeugnis abzulegen. Der Koran betraut mit dieser schwierigen Pflicht zwei Männer. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass nur zwei Männer erwähnt werden. Eine Phrase wie ‚oder vier Frauen‘ erscheint nicht. Dadurch wird eine Frau geschützt, die selten mit gewerblichen Angelegenheiten zu tun hat und schwächer ist angesichts des wahrscheinlichen Drucks und Unterdrückung. Sollten zwei Männer nicht vorhanden und nur einer erreichbar sein, so wäre die erforderliche Anzahl ein Mann und zwei Frauen. Auf diese Weise wird die Verpflichtung zu bezeugen realisiert, und sollte später eine ungewünschte Situation auftauchen, wird ein Gefecht unter einem Mann und einer Frau verhindert. Nehmen wir an, dass ein Disput über die Höhe des Darlehens entstanden ist. Die Frau, die dem Mann gegenübertreten muss, der es nicht schafft, sich über die fragliche Höhe zu einigen, kann es nicht verhindern, Stress und Druck zu erleiden. Wohingegen, wenn zwei Frauen im Bilde vorhanden sind, dem Mann mutig die Stirn bieten und die schlecht gemeinten Zeugen werden Schwierigkeiten haben, auf die Frauen Druck auszuüben. Diese Praxis, welche Frauen von unangemessenem Druck schützt, wurde fälschlicherweise interpretiert und zu einer Allgemeingültigkeit dieses bestimmten Falles erhoben. Außer für dieses jeweilige Beispiel gibt es keine andere Unterscheidung im Koran. Wäre dies ein Leitbild gewesen, hätte Gott es ausdrücklich klargestellt, indem Er einfach aussagt, dass das Zeugnis eines männlichen Zeugen dem Zeugnis zwei weiblicher Zeugen entspricht.

Wir müssen die Aussage zur Kenntnis nehmen, die lautet: „Und weder dem Schreiber noch dem Zeugen soll Schaden zugefügt werden. Anderenfalls riskiert ihr, vom rechten Pfad abzuschweifen.“ Der Druck, dem sowohl die Zeugen als auch der Schreiber unterliegen mögen, kann sich vorgestellt und das Grundprinzip des Verses besser verstanden werden.

Frauen schlagen

Ein weiterer missverstandener Vers scheint der Vers 34 der Sure Die Frau (4. Sure) zu sein. Wir wollen hier von zwei Autoren zitieren. Yasar Nuri Öztürk sagt:

„Dieser Vers spielt nicht auf die unanfechtbare Überlegenheit des Mannes an. Es wird auf den Unterschied zwischen der respektiven Körperbeschaffenheit des Mannes und der Frau hingewiesen. Jedoch haben die meisten Kommentatoren, die auf eigenwillige Missdeutungen der Koranverse zurückgriffen, um ihren eigenen Zielen zu dienen, die im Koran erwähnte Formulierung ‚qawwam‘ als ‚Oberherrschaft‘ wegerklärt, und dadurch die Despotie des Mannes gerechtfertigt. Der im Koran erwähnte Term ‚fadribu‘ wurde darauf reduziert, eine einzelne Bedeutung zu haben, während er eigentlich mehr als eine hat. Annäherungen, die darauf abzielten, die Frauen in jeder Gelegenheit zu verunglimpfen, hätten sonst nicht funktionieren können. ‚Fadribu‘, dessen Wurzel Darb ist, besitzt mehr als 30 Bedeutungen, von denen die wichtigsten ’stoßen‘, ’schlagen‘, ‚beenden‘, ‚ausgehen‘, ’spazieren gehen‘ sind (vgl. Ibn Mansur, Lisan ul Arab, unter dem Eintrag für Darb). Unter den Umständen mag ‚fadribu‘ folgende Bedeutungen annehmen:

  1. Aussenden;
  2. Von irgendwo hinauszwingen;
  3. Schlagen.

Die ersteren zwei sind natürlich rationaler und verträglicher mit der menschlichen Psychologie und den Gesetzen.“ (Yasar Nuri Öztürk, Kuran’daki Islam (Der Islam im Koran), Seiten 552-554)

Edip Yüksels Kommentar über die Missdeutung lautet wie folgt:

„Während die Wörter ‚erridschalu kawwamune alennisai‘ als ‚Männer wacht über Frauen‘ oder ‚Männer sind verantwortlich für die Unterhaltungskosten der Frauen‘ verstanden werden soll, interpretierten alle Kommentare in Türkisch, auf die ich gestoßen bin, sie, dass sie die Bedeutung von Überlegenheit über Frauen annähmen. Wieso hängen unsere Kommentare solch disharmonische Bedeutungen wie „Meister, Herr“ dem arabischen Wort ‚qawwam‘ an, statt dem Wort Bedeutungen wie ‚überwachen, stützend, aufrechterhaltend‘ anzuhängen? Die Wurzel des Wortes ‚qawwam‘ ist ‚qwm‘. Sie können alle Verse durchsehen, in denen die Ableitungen dieser Wurzel verwendet werden, und Sie werden keine Formulierung finden, welche Oberherr oder Meister bedeutet. Wenn die Formulierung ‚badehum‘ im fraglichen Vers nur die Männer anspricht, indem das Pronomen „hum“ verwendet wird, stellt sich die Bedeutung als ‚einige Männer sind anderen Männern überlegen‘ heraus. Jedoch widerspricht sich diese Bedeutung mit dem Kontext. Wenn andererseits das Pronomen eine gemischte Gruppe von Männern und Frauen anspricht, dann haben wir ‚Gott hat einige Männer und einige Frauen über andere Frauen und Männern überlegen gemacht‘. Eine andere akzeptable Wiedergabe wäre ‚Gott beschenkte jeden mit verschiedenen Vorzügen und Eigenschaften‘. Das Wort ‚idribuhanna‘ in der Sura Die Frauen wurde als ’schlagt diese Frauen‘ übersetzt. Bevor wir diese bestimmte Formulierung unter die Lupe nehmen, sollte ich Ihre Aufmerksamkeit auf eine Festsetzung der ehelichen Beziehungen im Koran ziehen. Folgendes wird in 30:21 besagt:

Zu Seinen Zeichen gehört, dass Er euch aus eurer Art Partnerwesen erschuf, damit ihr bei ihnen Geborgenheit und Ruhe findet. Er hat zwischen euch Liebe und Güte gelegt. Darin sind Zeichen für Menschen, die nachdenken.

Demnach ist das Ziel einer Ehe Liebe und Güte. Das Wort ‚daraba‘ hat eine schier endlose Anzahl an Bedeutungen, nämlich: ausprägen, streiken, schlagen, halten, spielen. Beispielsweise bedeutet das Wort ‚idrib‘ auszugehen. Die arabisch sprechenden Menschen in Nordafrika verwenden immer noch dieses Wort in diesem Sinn. Im Finden der exakten Bedeutung eines Wortes im gegebenen Kontext müssen wir pingelig sein und unsere Vernunft gebrauchen. Wenn beispielsweise das im Vers 13:17 erwähnte Wort ‚daraba‘ als ’schlagen‘ statt ‚erklären‘ übersetzt worden wäre, würde eine absurde Bedeutung hervortreten und das Ergebnis wäre „Gott schlagt die Wahrheit und die Falschheit auf diese Weise“. Andererseits wurde das Wort ’nuschuz‘ in Vers 4:34 als ungehorsame, zankende Frau übersetzt. Das Wort hat eigentlich eine weiter reichende Bedeutsamkeit, wie etwa das Flirten, die Zügellosigkeit, die unerlaubten sexuellen Beziehungen. Wenn wir um genau zu sein seine Bedeutung im gegebenen Kontext erfragen, so erscheint die zweite Bedeutung als geeigneter. Vers 4:34 lehrt dem Ehemann, wie er seine treulose Frau zu behandeln hat. Es fällt auf den Ehemann, seine Frau in erster Linie zu mahnen. Wenn die Frau mit dem Flirten mit anderen fortfährt, wird der Ehemann ihr Bett trennen. Und wenn selbst dies nicht hilft und die Frau ehebrüchige Beziehungen aufnimmt, wird der Ehemann sie hinausschicken. Eine Frau zu schlagen, die die Eheschließung bricht, wäre keine Lösung. Sich mit ihr zu trennen sollte die Lösung sein, selbst wenn dies schmerzhaft sein mag.“ (Dr. Edip Yüksel, Türkçe Kuran Çevirilerindeki Hatalar (Die Fehler in den türkischen Koranübersetzungen), Seite 13-20)

Frauen als Erbinnen

In der Verteilung des Besitzes, Geldes etc. einer verstorbenen Person, erhält das geschriebene Testament den Vorrang. Die fundamentalistischen Muslime wagten es, die ausdrückliche Aussage des Koran zu modifizieren und behaupteten die Richtschnur „Kein Testament wurde für die Erben vorgesehen.“ Entsprechend dem Koran erhält das Testament Vorrang, gefolgt von den Schulden des Verstorbenen. In 5:106 und 2:180 können wir die gegebene Empfehlung bezüglich der Ausführung des Testamentes bemerken. Andererseits wird in 4:11-12 angeordnet, dass die Verteilung der Erbschaft nach der Begleichung der Vorschriften des Testamentes und der ausstehenden Schulden stattfindet. Während der Untersuchung der Erbschaft, die den Anteilen der Männer und Frauen innerhalb des generellen Rahmens des Koran zufällt, sollten wir gut daran tun, die im Koran beteiligte Geldbewegung und Wirtschaftsbeziehungen zu verstehen. Gemäß dem Koran gibt ein Mann während der Inkraftsetzung der Eheschließung eine gewisse Summe an Geld (entweder bar, in Gold etc.). (Dieses Geld wird der Frau und nicht ihren Eltern gegeben.) Da die fragliche Summe nicht bestimmt wurde, mag die Frau, die ihr Zuhause verlassen wird und mittellos werden kann, ebenso verlangen, ein Haus oder ein Auto etc. zu erhalten. Wenn sie gemeinsam der Berücksichtigung zustimmen, so wird der Ehevertrag gültig. Im Falle, dass der Wohlstand der Frau genug ist, sie zu unterhalten, mag sie einen Ring oder ein Geschenk einer Art wählen. Der Koran ordnet an, dass diese Rücksichtnahme ordnungsgemäß gegeben werden soll. Jedoch sollten dieser fraglichen Rücksichtnahme beide Parteien zustimmen. Darüber hinaus nimmt der Mann die Verantwortung der Unterstützung seiner Frau und Sprösslingen in die Hand. Im Falle einer Scheidung wird der Unterhalt der Kinder und, wenn die Mutter ihre Kinder stillt, der der Frau ebenfalls vom Mann verantwortet. Dadurch erhält die Frau nicht nur das Entgelt, dem zugestimmt wurde, sondern auch die finanzielle Unterstützung, um sich selbst und ihre Kinder zu unterhalten. Im Falle, dass das Vermögen der Witwe nicht ausreicht, um sie zu unterhalten, hat jeder gottesfürchtige Gläubige die Pflicht, zu ihrem Lebensunterhalt beizutragen (2:241). Wie ohne weiteres gesehen werden kann, wird das Geld des Mannes, der viele Verantwortlichkeiten hat, fortwährend aufgeteilt. Gott hat dem männlichen Kind eine Erbschaft doppelt so groß zugemessen, wie Er sie dem weiblichen Kind verteilt hat (4:11). Die Einzelheiten der Erbschaft können in den Versen 11-12 und 176 der Sure Die Frauen nachgelesen werden (beide Eltern erben ein Sechstel des Besitzes in gleichmäßigen Anteilen).

Die Position der Frau gemäß dem Koran

4:32 Ihr sollt nicht die Gleichstellungen, die Gott euch gegenseitig geschenkt hat, begehren. Die Männer sollen ihren Anteil nach ihrem Verdienst erhalten, und die Frauen sollen ihren Anteil nach ihrem Verdienst erhalten.

Wir können sehen, dass sowohl Männer als auch Frauen ihre entsprechenden Überlegenheiten besitzen; keine von ihnen sind dem anderen in einem absoluten Sinne überlegen. Zu sagen, dass der Mann der Frau in jeglicher Hinsicht überlegen ist oder eine absolute Gleichstellung der Geschlechter zu beanspruchen, ist irrational. Vers 4:32 deutet auf eine schöne Weise auf die gegenseitige, komplementäre Eigenschaft der Geschlechter hin. „Gott weiß sehr wohl, was Er erschaffen hat.“ Der Allwissende Gott hat alles nach Seiner vollkommenen Ordnung angelegt. Diese Ordnung wurde gesichert; manchmal durch die Auferlegung einer Vorschrift und manchmal durch die zielgerichtete Absenz davon. Die Anpassungsfähigkeit der Vorschriften des Koran gemäß Zeit, Kultur und Gemeinschaft verdankt seine Einheit den vorherrschenden Bedingungen dieser Flexibilität. Die traditionalistische Mentalität, die daran scheiterte, diese übernatürliche Vorgehensweise des Koran zu begreifen, hat die Unverfrorenheit besessen, Einschränkungen aufzuerlegen, die im Koran nicht vorhanden waren.

Überlegenheit wird nicht durch das Geschlecht, sondern durch die Verrichtung rechtschaffener Taten bestimmt

4:124 Wer aber rechtschaffene Werke vollbringt, sei es Mann oder Frau, und gläubig ist: sie werden den Himmel betreten und ihnen widerfährt nicht die geringste Ungerechtigkeit.

16:97 Wer auch immer, ob Mann oder Frau, Rechtschaffenheit ausübt und glaubt: diesem werden Wir gewiss ein schönes Leben im Diesseits bescheren und Wir werden ihnen den Lohn bestimmt für ihre rechtschaffenen Taten erstatten.

Das wahre Leben gemäß dem Koran ist das Leben des Jenseits. Das Leben dieser Welt ist nur eine kurze Reise, deren letztes Ziel das jenseitige Leben ist. Die Überlegenheit unter den Menschen wird durch gute Taten erreicht und keine Unterscheidung oder Diskriminierung wird zu Gunsten der männlichen im Vergleich zur weiblichen Bevölkerungen vorgenommen.