Gottes Wort

Schwarz weisses Portraitbild von Kerem Adigüzel, digital gezeichnet von Tarigh Nejat

Podcast #6 SzVdK: Kultureller Kontext

Die sechste Episode zur Reihe Schlüssel zum Verständnis des Koran (SzVdK) über den kulturellen Kontext und über unsere Denkweise in der Sprache.

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Ein Podcast von Al-Rahman – mit Vernunft und Hingabe.

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Verwendete Musik:
Intro: Broke For Free – Something Elated
Outro: Vekil – Rabbim (Türkisch: mein Herr) aus dem Album Die Wahrheit mit freundlicher Genehmigung unseres Bruders Vekil

Unser Podcast mit weiteren Episoden ist auch hier verfügbar:

Ramadan 20: Im Zeichen der Enthaltsamkeit

Ramadan: Fastenbrechen nur im kleinen Kreis 

In der Schweiz und anderswo verbringen viele Musliminnen und Muslime den Ramadan zwischen Homeoffice und Homeschooling. Die spirituelle Auszeit fällt dem Alltagsmanagement zum Opfer. Normalerweise spielt die Gemeinschaft während des Ramadans eine zentrale Rolle. In diesem Jahr heisst es aber: Das abendliche Fastenbrechen findet nur im kleinen Kreis statt. Nach Ostern und dem jüdischen Pessachfest steht nun auch der muslimische Fastenmonat Ramadan ganz im Zeichen von Corona.

Den Radiobeitrag hören auf: SRF Blickpunkt Religion

Weiterer Artikel zum Thema von SRF: Fastenmonat während Corona

Autorin: Kathrin Ueltschi

Nachdenkliches Mädchen - Enthaltsamkeit

Ramadan: Eine Zeit der Enthaltsamkeit und Erneuerung

Ramadan ist eine Zeit der Enthaltsamkeit, in der Gottergebene («Muslime») Achtsamkeit üben müssen, wenn wir das Fasten in seiner Tiefe verinnerlichen möchten.

2:183 „Ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr achtsam seid.“

Hanif-Übersetzung

Dabei ist diese Übung der Enthaltsamkeit eine Einladung an alle Menschen über die verschiedenen Wege zu reflektieren, wie wir die Gesundheit unserer Seelen über den Rest des Jahres vernachlässigen.

Wir praktizieren einen Monat lang Fasten, Meditieren, Reflektieren und Gebete, um den Mysterien dieses wunderschönen Universums, der Barmherzigkeit und dem Wissen Gottes näherzukommen. Und in diesem Monat war es, in welchem die Lesung («Qur’an») eingegeben wurde:

2:185 Monat Ramadan: In dem die Lesung als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde, als Klarstellungen über die Rechtleitung und die Unterscheidung. 

Hanif-Übersetzung

Seelische und gesellschaftliche Revolution

Diese Worte Gottes änderten nicht nur das Leben unseres geliebten Propheten, sondern revolutionierten auch seine Gesellschaft. Sie beeinflussen unsere Welt heute noch. Diese Worte gehen über die Beschreibung der Natur unserer Körper weit hinaus und zeigen uns auf, dass wir den Hauch Gottes in uns tragen und alle aus derselben einen Seele erschaffen sind (4:1, 15:29). Wir sind alle miteinander verbunden.

Diese Revolution, die beim Propheten zunächst in seiner Seele stattfand und dann in der Gesellschaft, sollte auch die Erfahrung von Gottergebenen in ihrem eigenen Ramadan sein, zusätzlich zur Enthaltsamkeit von Essen, Trinken und Sex von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Diese intensive Disziplin sollte uns näher zu Gott bringen, indem wir unsere grundlegendsten Wünsche und Bedürfnisse kontrollieren. Dadurch erreichen wir eine höhere Ebene des Bewusstseins, um eine tiefere Hingabe gegenüber Gott zu leben.

Indem wir uns buchstäblich entleeren, einerseits physisch von Nahrung und andererseits spirituell von unserer Anhänglichkeit gegenüber allen Dingen, die uns von Gott weg bewegen, schaffen wir Raum. Wir schaffen den nötigen Raum, in dem unsere Seelen erneut gedeihen können. So wie bei einem vollen Glas nichts mehr hinzugefügt werden kann, ist es nicht möglich, einer von sich selbst gefüllten Seele Raum zu geben für Gott. Es muss eine Lücke entstehen.

Unsere Seelen atmen im Ramadan aus, damit wir beim Einatmen die Barmherzigkeit Gottes, sozusagen frische Luft empfangen können. Es ist kein Zufall, dass viele Meditationen mit dem Atmen arbeiten, um diese symbolische Verbindung zu verinnerlichen. Vom ersten Atem bis zum letzten widmen wir uns deshalb Gott:

6:162 Sprich: Mein Gebet und meine Kulthandlung, mein Leben und mein Sterben gehören Gott, dem Herrn der Welten.

Übersetzung von Adel T. Khoury

Es kann deshalb ein sehr positives Zeichen sein, wenn wir im Verlauf des Ramadan ein Gefühl der Leere oder der Erdrückung empfinden. Dies ist die seelische Wirkung der Enthaltsamkeit, die den so dringend benötigten Raum schafft.

Gott steht uns dabei stets zur Seite. Es liegt nur an uns, dass wir Seine gütige, liebende und leitende Gegenwart in diesem neu geschaffenen Raum spüren. Durch die Anrufungen erklären wir Gott gegenüber unsere Unfähigkeit, immer das zu tun, was nötig ist. Das Fasten mag sehr schwer vorkommen, die innere, seelische Arbeit sehr anstrengend sein. Es kann sogar so stark werden, dass wir das Gefühl entwickeln, keine Luft zu bekommen. Der Gedanke: «Ich kann das nicht machen, Gott!», zeigt auf, wie viel Raum wir uns selbst noch einräumen in unseren Seelen. Wir müssen uns innerlich entleeren, damit wir mehr Raum haben für das Göttliche. Wahre Ergebung und das Ego können nicht im selben Behälter fortbestehen.

2:186 Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, so bin ich nah, antworte auf den Ruf des Rufenden, wenn er mich rief. Sie sollen dann mir antworten und an mich glauben, auf dass sie vernünftig sind.

Hanif-Übersetzung

Im Ramadan fand die erste Eingebung zwischen dem Heiligen und dem Siegel der Propheten (33:40) der Gottergebenheit («Islam») statt. Ramadan ist demnach eine Zeit, in der das Selbst hinterfragt und entleert wird. Dies kann schmerzhaft sein. Doch erst dieses Reflektieren erlaubt es uns, die Rechtleitung Gottes zu erhalten. Ohne eine seelische Änderung wird auch kein Wandel stattfinden (13:11). Gerade diese Einengung, den seelischen Gürtel enger zu schnallen, lässt unsere Seelen erneuern und sich erholen. Liebe zu erfahren und Kummer zu zeigen ist ein Ausdruck der Barmherzigkeit – Gottes Barmherzigkeit. Und die Barmherzigkeit Gottes ist für fortgeschrittene Seelen gedacht, die zeitgleich mit Stärke und Feingefühl durch die Welt wandern. Diese Seelen achten auf ihre Umwelt und Mitmenschen, üben Achtsamkeit («Taqwá»), und sorgen durch eine allseits gerichtete Läuterung («Zakâh») für eine Verbesserung sämtlicher Umstände (7:156).

Barmherzigkeit

Dies bedeutet, dass wir uns im Ramadan auch all dessen bewusst werden, was uns von dieser Rückverbindung mit uns selbst und Gott ablenkt. Wenn Gott sich selbst Barmherzigkeit vorschreibt (6:12, 6:54), so haben wir uns selbst auch Barmherzigkeit zu zeigen. Sollten wir gewisse Ziele nicht erreichen, so beginnen wir einfach von Neuem.

Wenn Gott sich selbst Barmherzigkeit vorschreibt, sollte unser Fokus dann nicht auch Barmherzigkeit, Vergebung und Verzeihung sein?

Lasst uns wieder bewusst werden, was die Bismillah bedeutet: im Namen Gottes, des Erbarmers, des Gnädigen. Dieser Satz wird unter Gottergebenen oft zu Beginn einer Tätigkeit ausgesprochen. Al-Rahman, der Erbarmer, Al-Rahiim, der Gnädige. Beide entstammen dem Wort rahmah, Barmherzigkeit, und haben eine Verbindung zu rahim, Gebärmutter. Gott, der Leben aus Seiner Barmherzigkeit heraus in den Gebärmüttern erschafft, zeigt uns die Verbindung zwischen der Barmherzigkeit und der Erschaffung. Wir müssen uns um unsere Familien und genauso um unsere Mitgeschöpfe aller Art gnädig kümmern.

Genauso sollten wir uns um uns selbst kümmern. So sollten wir zum Beispiel behutsam und bedacht unser Fasten brechen, traditionell mit einer Dattel und einem Schluck Wasser, während die ganze Wahrnehmung darauf ausgerichtet ist mit vollem Herzen (und Zunge) dabei zu sein und Dankbarkeit zu üben.

Dankbarkeit

2:185 … So sollt ihr die Anzahl vervollständigen und Gott hochpreisen dafür, dass Er euch rechtleitete, auf dass ihr dankbar seid.

Hanif-Übersetzung

Gerade im hungrigen, ermüdeten Zustand ist diese innere Haltung wichtig. Nicht der Moment des Fastenbrechens, die Nahrungsaufnahme, soll im Vordergrund stehen, sondern die Dankbarkeit, die durch die Enthaltsamkeit und das Fastenbrechen entsteht.

Die Enthaltsamkeit ist dabei auch mit einem Blick auf die Gemeinschaft und den Kontakt zu Gott («salâh») zu üben. Die eigene Seele mehr schweigen zu lassen, um gemeinsam aufeinander zu achten. Damit kann das Fasten auf eine gesunde Art und Weise und emotional erfüllend verlaufen. Auf diese Weise können Kinder unter Aufsicht nach gesundem Menschenverstand fasten und somit schrittweise und behutsam dem Ramadan näher gebracht werden. Auch die Fürsorge gegenüber älteren Mitmenschen und das Bewusstsein für die Tiere als Geschöpfe können so schöne Erinnerungen schaffen.

Aufklärung

Neben der Sanftmut gehört es auch dazu, das eigene Denken zu hinterfragen in der Lebensordnung. An welcher Tradition hafte ich aus welchen Gründen? Ist das, was ich für die Gottergebenheit halte, wirklich ein Bestandteil der koranischen Eingebung? Aufklärung ist eine gottergebene Pflicht. Nicht umsonst wird in der Lesung das blinde Befolgen unserer Vorväter angeprangert (2:170). Wir müssen klar unterscheiden zwischen der göttlichen Eingebung und hinzugedichteten Meinungen. Ansonsten enden wir bei einer Lebensordnung, die Gott nie verordnet hat (42:21).

Wir sind von der Einheit Gottes überzeugt. Diese Überzeugung der Einheit muss aber auch auf unser Denken einwirken, indem nur der Erbarmer unser Beschützer («mevlana»), unser Herr («rabb») und unser Lehrer ist (55:1-2). Lassen wir zu, dass Menschen oder Idole die Kontrolle über unseren Lernprozess innehaben, machen wir uns der Beigesellung («schirk») schuldig. Dadurch sind wir nicht mehr zur Aufklärung in der Lage, da wir uns von der Rechtleitung Gottes ausschließen. Auch hier gilt es Enthaltsamkeit zu üben.

Die Abmühung («Dschihâd») zugunsten der Gerechtigkeit und den Menschenrechten ist wahrscheinlich das Beste, um Identität zu stiften. Sich für andere einzusetzen ist ein wichtiger Teil des Dienstes an Gott und ein notwendiger Pfad zur Selbsterkenntnis. Dazu gehört auch das Zelebrieren unserer Geschwister, die sich leise oder auch laut für die Menschenrechte einsetzen.

Hoffnung

Einige denken jetzt vielleicht an die vielen Ungerechtigkeiten und Schmerzgefühle, die wir durch die ständige mediale Darstellung erlitten haben. Einige mögen gar Wut empfinden und sich unterdrückt fühlen. Es ist aber nicht richtig, in dieser Opferhaltung zu verharren. So heißt es doch:

39:53 Sprich: O meine Diener, die ihr gegen euch selbst Übertretungen begangen habt, gebt die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes nicht auf. Gott vergibt die Sünden alle. Er ist ja der, der voller Vergebung und barmherzig ist.

15:56 Er sagte: »Nur die Abgeirrten geben die Hoffnung auf die Barmherzigkeit ihres Herrn auf.«

Übersetzung von Adel T. Khoury

3:134 Diejenigen, die in Freude und Leid ausgeben, die die Wut unterdrücken, und die den Menschen verzeihen. Und Gott liebt die Gütigen

Hanif-Übersetzung

Diese Worte sind eine rituelle Reinigung für uns, welche den Schmutz und Dreck der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit wegwaschen. Sie können uns beschämen und zugleich stärken. Sie beschämen uns, da wir uns der Arroganz der Verzweiflung bewusst werden: Wir haben kein Anrecht auf Verzweiflung, solange es Menschen auf der Welt gibt, die wahrhaft leiden. Wir müssen uns gesellschaftlich und politisch für die Leidenden einsetzen. Diese Worte stärken unsere Seelen, da wir merken, dass unsere Lebensordnung («dîn») auf Hoffnung aufbaut. Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die wir mitgestalten müssen. In der Gottergebenheit («Islam») stirbt die Hoffnung nicht zuletzt. In der Gottergebenheit lebt die Hoffnung immerfort.

So lasst Abschied nehmen von der giftigen Rhetorik des wir und sie. Wir sind alle aus derselben einen Seele. Es gibt nur ein Wir. Die schier unverständliche Menge an Leiden, Grausamkeit und Ungerechtigkeit stellen eine Aufforderung zur Tat und Hilfeleistung dar, nicht zur Verzweiflung und Wut. Dadurch erfüllen wir das Gebot Gottes, Gerechtigkeit zu üben (7:29). Zahlreiche Verse gebieten, die Schwachen und Unterdrückten zu schützen und unermüdlich Gutes zu tun, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, einfach Gott zuliebe. Dies alles vor dem Hintergrund der Barmherzigkeit und Hilfe Gottes, ohne dass wir die Hoffnung auf Besserung aufgeben. Auf diese Weise eliminieren wir beispielsweise Stereotypen, Rassismus oder Frauenfeindlichkeit und setzen uns ein für die politische Gleichbehandlung aller Menschen.

Enthaltsamkeit bedeutet auch zu schweigen, wenn Schweigen angebracht ist. Wahre Gottergebene gebrauchen eine Sprache, die Frieden fördert. Sie schweigen, wenn sie mit Beleidigungen konfrontiert werden (z. B. «Geh dorthin zurück, von wo du herkommst!»), nachdem sie ihren Mitmenschen Frieden gewünscht haben:

25:63 Und die Diener des Erbarmers sind die, die demütig auf der Erde umhergehen und, wenn die Törichten sie anreden, sagen: »Frieden!«

Übersetzung von Adel T. Khoury

Mit einer friedlichen Sprache setzen wir uns für die Gerechtigkeit und Menschenrechte ein. Wir als Gottergebene wissen, dass Gott uns beisteht und Er uns ausreicht (39:36). Wir brauchen keine Anerkennung der Gesellschaft oder irgendwelche Preise zu gewinnen. Unser Preis ist bei Gott, Der alles wahrnimmt und uns lehrt, immer an der Hoffnung festzuhalten. Hoffnung, die zur Tat aufruft. Unsere Stärke in der Hoffnung liegt darin, dass wir die negativen Energien von Rassisten und Menschenfeinden nicht in uns zulassen. Enthaltsamkeit von negativen Energien ist also gefordert. Sie liegt auch nicht in der selbstgefälligen Zufriedenheit der heuchlerischen Rechtschaffenheit. Es geht vielmehr um eine Demut. Die Demut der Erkenntnis, dass wir selbstlos ein ethisch-moralisches, barmherziges Leben führen sollen, um anderen helfen zu können.

76:9 Wir speisen euch nur um Gottes Angesicht willen. Wir möchten von euch weder Entgelt noch Dank

Hanif-Übersetzung

In dieser Bewusstwerdung während der Enthaltsamkeit liegt wahrhaftig ein innerer Frieden. Ist es nicht aufregend, die lebensbejahende Hoffnung zuzulassen, welche den Hass und die Ungerechtigkeit überwindet und den Schmerz und die Wut in Zuversicht verwandelt? Wir alle haben die Möglichkeit, den Samen der Hoffnung für eine bessere Zukunft zu setzen, anstatt von der Vergangenheit geplagt zu werden.

In der Gottergebenheit lebt die Hoffnung immerfort.

Die Liebe Gottes von Justin Lowery

Gott erschuf uns aus unbeschreiblicher Liebe

Gott erschuf uns Menschen aus unbeschreiblicher Liebe.

Wer liebt, möchte zurück geliebt werden, natürlich ohne Zwang und aus freien Stücken bzw. freiem Willen. Das ist etwas, was wir wissen und fühlen können. Diese Art der Liebe bedeutet, auch die völlige Absicht zu erlernen, sich aus Liebe hinzugeben in allem.

Durch Liebe erlauben wir alles. Diese Liebe ist dann wahrhaftig ohne Grenzen. Diese Liebe ist völliges Vertrauen, alles mit sich geschehen zu lassen: Sich für die Liebe opfern, alles geschehen lassen.

Wer Gott liebt, lässt alles zu, was in seinen geschriebenen Worten steht, die zusammengetragen wurden durch den Verkünder, seinen Propheten. Diese Worte dürfen nicht missverstanden werden. Der lebendige Sinn geht sonst verloren. Der Sinn ist das Verstehenwollen aus der damaligen und auch in der heutigen Zeit, auf alle Anwendungen im Leben, zu lernen und immer wieder neu zu lernen.

Das Leben ist vielfältig, dadurch findet sich ein vielfältiges Verstehen aus der Lesung wieder und ist immer wieder neu und lebendig. Gottes Wort ist lebendig. Es ist nicht monoton oder einseitig. Deswegen darf das Verstehen nicht einseitig sein oder von Menschen dazu gebracht werden durch Menschenworte, die Lesung so zu verstehen, wie sie es gerne hätten.

Die Liebe Gottes von Justin Lowery

Foto von Justin Lowery, CC-BY-ND 2.0

Tief gläubig kann nur der Forschende sein, nicht derjenige, der meint, viel zu wissen, sondern derjenige, der sagt, Gottes Worte sind immer lebendig und immer neu zu verstehen, um den Sinn auf alles im Leben zu erfassen. Denn Gottes Wort steht nicht still, sowie auch der Verstand nicht stillsteht – außer man will, dass der Verstand stillsteht. Dann kann das Wort Gottes für einen stillstehen und der lebendige Sinn schläft.

Das einfachste Prinzip, es bestmöglich immer so zu verstehen, ohne sich neue Gesetze zu machen, ohne neben Gott etwas beizugesellen, scheint unter den Gläubigen zu Gott sehr schwer zu sein.

Dort wo die Zeit stillsteht unter den Traditionen, ist Stillstand. Es ist keine Lebendigkeit zu erkennen, in ihren Worten, Handlungen und Gesetzen.

Ich bedauere es zutiefst, dass Gottes Wort verändert wurde. Nicht wegen der Menschen, die mein Mitleid haben, und Gott – allwissend – sieht auch das Verborgene in uns, denn einzig Gott, dem Allmächtigen, gebührt unsere Ehrfurcht, unsere Dankbarkeit und unsere Liebe.

Sie lieben und lehren lieber nach ihren von Menschenhand geschaffenen, erfundenen Gesetzen und dem Glauben, den sie sich selber beigebracht haben. Dieses tiefe Verständnis, Liebe zu erlernen, es zu wollen, diese größer werdende Ehrfurcht, es geschieht nur bei wachem Verstand und mit einem Herzen, das benutzt werden kann, ohne Unterbrechung, um nicht weggeleitet zu werden.

Es ist Mühe, harte Arbeit und auch Schmerz, religiöse Bildung aus dem Anfang geradeaus gestalten zu wollen, denn fast jeder will dich auf den Irrweg bringen, auch mit guten Absichten, die aber nur einen Irrweg darstellen, im Vergleich zu Gottes geschriebenem Wort.

Natürlich weiß es Gott besser.

Cover Schlüssel zum Verständnis des Koran

Schlüssel zum Verständnis des Koran: 7. Geduldig sein und Gott um Hilfe und Rat bitten

Selbst mit all den Fähigkeiten und dem Wissen, die wir besitzen könnten, ist das Studium der Schrift stets fehlerhaft, wenn Gott nicht um Unterstützung gebeten wird. Letzten Endes ist Er der ultimative Lehrer der Menschheit. Er ist der Lehrer von Allem, insbesondere Seiner Schrift (55:1–2).

 

16:98–100 Und wenn du den Koran liest, so suche bei Gott Zuflucht vor Satan, dem Verfluchten. Wahrlich, er hat keine Macht über die, welche glauben und auf ihren Herrn vertrauen. Siehe, seine Macht erstreckt sich nur auf jene, die bei ihm Beistand suchen und die (Gott) Götter zur Seite stellen.59

20:114 Hoch über allem ist Gott, Der König, die Wahrheit. Beeile dich nicht mit der Lesung, bis ihre Inspiration abgeschlossen ist, sondern sprich: „Gott, gewähre mir mehr Wissen!“

 

Wir sollen nicht erschrocken, verängstigt oder verwirrt sein, wenn die Ergebnisse oder das eigene Verständnis nicht mit dem übereinstimmen, was andere Gelehrte, Araber oder allgemein Menschen sagen. Die Wahrheit braucht nicht die Mehrheit, um wahr zu sein.

 

6:116 Und wenn du den meisten derer auf der Erde gehorchst, werden sie dich von Gottes Weg irreführen. Sie folgen nur Vermutungen, und sie raten nur.60

 

Als Letztes erinnere man sich immer daran, dass wir hier auf diesem Planeten sind, um Gott zu dienen (51:56) und uns zu bemühen, auf Seinem Wege zu gehen (9:20, 5:35, 64:16). Wir sind nicht hier, um uns selbst oder unseren eigenen Ansichten oder Ego zu dienen. Und so rufen wir Gott an:

 

1:5 Dir dienen wir und dich ersuchen wir

 

Demzufolge sollte der Auslegende also stets bestrebt sein, das Wohl der Menschen bei gleichzeitiger Einhaltung der göttlichen Vorgaben zu verbessern. Dies erscheint heutzutage vielen wie ein unauflösbarer Widerspruch oder zumindest wie ein Dilemma zwischen Vernunft und der Offenbarung, jedoch wird der Student der Lesung ziemlich schnell sehen können, dass dem überhaupt nicht so ist.

Nun sollten alle nötigen „Werkzeuge“ zugänglich gemacht worden sein, um sich selber gemäß dem System der Lesung auszubilden. Versuchen Sie es zu einer Gewohnheit werden zu lassen, die Antworten auf eigene Faust zu suchen, nebst der Bitte an Gott für Führung und Unterstützung (20:114). Zögern Sie nicht andere Wissende über die Bedeutung eines bestimmten Verses zu befragen (16:43), aber versuchen Sie trotzdem die Bindung mit Gott direkt herzustellen. Es ist nur durch dieses Selbstbewusstsein möglich, dass man einen defensiven Mechanismus gegen Fehlinformationen und Ignoranz hat, welche nun bereits über mehrere Generationen hinweg gelehrt wurden.

Wir sollten versuchen anzustreben, dass Gott der Fokus unserer Handlungen und unseres Lebens wird. Lassen wir Seine Worte unsere Führung sein, um Erfolg in diesem und im nächsten Leben zu haben. Es ist unbedeutend, wie viel Wohlstand wir erreichen oder wie mächtig wir werden, sondern bedeutender ist wie wir diesen Wohlstand nutzen, um anderen zu helfen und wie wir unsere Macht und Position ausnutzen, um der Menschheit zu helfen, damit die Welt besser wird.

 

63:9–11 O ihr, die ihr glaubt, euer Vermögen und eure Kinder sollen euch nicht vom Gedenken Gottes ablenken. Diejenigen, die dies tun, das sind die Verlierer. Und spendet von dem, was Wir euch beschert haben, bevor der Tod einen von euch ereilt und er dann sagt: »Mein Herr, könntest Du mich doch auf eine kurze Frist zurückstellen! Ich würde Almosen geben und einer der Rechtschaffenen sein.« Gott wird aber niemanden zurückstellen, wenn seine Frist kommt. Und Gott hat Kenntnis von dem, was ihr tut.61

 

Ich bin mir sicher, dass die / der Studierende der Schrift mehr als erwartet finden kann, wenn die Lesung aufmerksam gelesen und studiert wird. Obwohl die Schrift in ihrer Form von Wörtern und Seiten begrenzt ist, ist sie bezüglich dem Wissen und den Lehren innerhalb dieser materiellen Form „unbegrenzt“.

Hadith: Die Frage der Authentizität

Doch ist die Frage nach der Authentizität wirklich diejenige, die wir stellen sollten? Hat sie es verdient der zentrale Schwerpunkt innerhalb der Diskussion über die Relevanz der Ahadith zu sein? Ahadith sind solch ein integraler Bestandteil des traditionellen Islam, dass, wenn jemand die Ansicht äußert, der Koran sollte als alleinige Quelle religiösen Rechts und Führung dienen, dieser gewöhnlich mit Schock und Bestürzung konfrontiert ist. Daher müssen sich diejenigen, die dem Koran alleine folgen, zu den Ahadith einige Fragen stellen.

Das arabische Wort „hadith“ bedeutet Geschichte oder Spruch. Jede Geschichte oder jeder Spruch von irgendwem. Für traditionelle Muslime hingegen bedeutet dieser Begriff eine Geschichte oder einen Spruch über Muhammad bzw. etwas, was Muhammad zugeschrieben wird.

Diskussionen über Ahadith haben sich traditionell mit der Frage nach deren Authentizität befasst. Dies gilt auch für Diskussionen zwischen Anhängern der Ahadith und denen, die nur dem Koran folgen. So Gott will werden wir sehen, wie die Fixierung auf die Frage nach der Authentizität andere, entscheidende Fragen bezüglich der Ahadith überlagert hat.

Für traditionelle Muslime ist die Fixierung auf die Authentizität ein Versuch sicherzustellen, dass die Menschen in der Lage sind die Richtigkeit und Zuverlässigkeit der Ahadith zu bestimmen, um herauszufinden, welche als Quelle für Recht und Führung taugen können.

Frühe muslimische Gelehrte nahmen große Anstrengungen auf sich, um Informationen über die Personen, die Ahadith angeblich erzählt und überliefert hatten zusammenzustellen, um zwischen Vertrauenswürdigen und denen, die es nicht sind unterscheiden zu können. Nur Erzählungen von vermutlich vertrauenswürdigen Personen gelten als authentisch und damit als relevant. Die Frage, ob Muslime ihren Ansprüchen immer gerecht wurden ist ein anderer Fall, den ich hier nicht näher behandeln werde. Wichtig ist an dieser Stelle nur die Tatsache, dass nach ihrem Verständnis die Frage nach der Authentizität von höchster Priorität ist.

Viele derer, die dem Koran folgen, richten ihr Hauptaugenmerk ebenfalls auf die Authentizität, wenn sie über die Nutzung von Ahadith diskutieren. Sie stellen die Authentizität aller Ahadith in Frage und damit die Verpflichtung diesen zu folgen. Ihre Argumentation basiert dabei vor allem darauf, dass die frühesten so genannten „Sahih“-Sammlungen von Ahadith über 200 Jahre nach dem Tode Muhammads verfasst wurden. Ermutigt durch die Arbeiten bekannter, nichtmuslimischer Islamwissenschaftler, die ebenfalls die Authentizität der Ahadith in Frage stellen, verkünden diejenigen, die nur dem Koran folgen, dass man die Ahadith nicht befolgen sollte, da sie späte Erfindungen ohne Verbindung zu Muhammad seien.

Als Antwort auf die Herausforderung der nichtmuslimischen Islamwissenschaft haben islamische Gelehrte fleißig daran gearbeitet, die frühestmöglichen Niederschriften von Ahadith hervorzuheben; diese werden von ihnen auf die Mitte des zweiten Jahrhunderts nach der Hijra – etwa 100 Jahre vor der Niederschrift der sogenannten Sahih-Sammlungen – datiert. Dies zusammen mit frühen Geschichten, die davon berichten, dass die ersten Generationen von Muslimen Ahadith niederschrieben und weitergaben, brachte Wissenschaftler, die den Ahadith positiv gegenüberstehen zu der Annahme, dass man selbst ohne physikalischen Nachweis der Datierung davon ausgehen könne, dass es wahrscheinlich ist, dass die Ahadith von Anfang an sowohl mündlich, als auch schriftlich übermittelt wurden.

Die historischen Aufzeichnungen waren jedoch nicht in der Lage, eindeutige Beweise für oder gegen die frühen Überlieferungen der Ahadith anzuführen. Dies führte dazu, dass jede Seite die Informationen nutzt, die ihre eigene Sichtweise am besten unterstützen – die Diskussion bezüglich der Authentizität dauert somit an.

Doch ist die Frage nach der Echtheit wirklich diejenige, die wir stellen sollten? Hat sie es verdient der zentrale Schwerpunkt innerhalb der Diskussion über die Relevanz der Ahadith zu sein? Lassen Sie uns – so Gott will – andere Fragen stellen, die oftmals von der Frage der Authentizität überlagert werden.

Der Koran stellt etliche Fragen, die in Zusammenhang mit den Ahadith stehen. Indem wir diese überdenken, können wir – so Gott will – die Frage bezüglich der Echtheit in den rechten Blickwinkel rücken.

Unter den Fragen, die der Koran im Hinblick auf die Ahadith stellt, sind folgende zu finden:

7:185 An was für eine weitere Verkündigung (hadieth) wollen sie denn glauben (nachdem sie diese koranische Offenbarung abgelehnt haben)?

45:6 Dies sind die Verse Allahs. Wir verlesen sie dir der Wahrheit entsprechend. An was für eine (weitere) Verkündigung (hadieth) wollen sie denn glauben, nachdem Gott und seine Verse gesprochen haben?

Wir verstehen diese Fragen besser, wenn wir eine weitere Frage des Koran berücksichtigen:

6:114 Soll ich mir denn einen anderen Schiedsrichter wünschen als Gott, wo er es doch ist, der die Schrift, klar auseinandergesetzt (mufassalan), zu euch herab gesandt hat?

Auch:

68:36-37 Was ist denn mit euch? Wie urteilt ihr (so verkehrt)? Oder habt ihr eine Schrift, (auf die ihr euch berufen und) in der ihr forschen könntet?

Dies sind die wirklichen Fragen, die es verdienen, in Bezug auf die Diskussion über die Ahadith, dass man Hauptaugenmerk auf sie legt. Wenn wir die Antworten auf diese Fragen verneinen, so sehen wir, dass die Fragen nach der Echtheit der Ahadith nicht nur sekundär wird, sie wird überflüssig.

Wenn wir ausschließlich Gott und seiner Offenbarung als Quelle von Recht und Führung folgen und an keine anderen Ahadith, als Gottes Offenbarung glauben, so macht es keinen Unterschied, ob ein Hadith authentisch ist oder nicht. Der Koran fragt nicht danach, ob ein Hadith echt ist. Der Koran fragt, ob es eine andere Offenbarung als die Gottes ist. Selbst wenn wir den absoluten Beweis hätten, dass ein Hadith wirklich vom Propheten stammt, selbst wenn wir es direkt von seinen Lippen vernommen hätten, so ist es noch immer etwas anderes, als Gottes Offenbarung. Auf Grund von 6:114 und 45:6 handelt es sich dabei um eine illegitime Quelle von Recht und Führung.

Nicht nur sind Ahadith – selbst authentische Ahadith – eine ungültige Quelle von Recht und Führung, sie können auch eine Quelle der Irreführung sein. Es ist offensichtlich, dass Ahadith mit negativem Inhalt, wie zum Beispiel die Aufforderung Ehebrecher zu steinigen, eine Quelle der Irreführung sind, die so nicht im Koran wiederzufinden sind. Doch was ist mit Ahadith positiven Inhaltes?

Mainstream-Muslime aller Rechtsschulen bestehen darauf, dass Ahadith aus verschiedenen Gründen notwendig seien. Unter den wichtigsten Gründen wird angeführt, dass wir ohne Ahadith den Koran nicht verstehen könnten. Sie sagen, Ahadith würden die Bedeutung des Koran erhellen. Doch Gott sagt uns, der Koran sei ein Licht (4:174, 42:52). Können Ahadith etwas erhellen, das Licht ist?

Kann der Mond die Sonne erhellen? Nein, der Mond reflektiert lediglich das Licht, welches die Sonne ausstrahlt. Ebenso ist jedes Licht, das man in den Ahadith des Propheten findet nicht mehr als eine Reflexion des Lichtes des Koran. Der Mond ist nur sichtbar, wenn unsere Seite der Erde von der Sonne abgewandt ist. Ist die Sonne über uns, so ist der Mond nicht länger sichtbar. Doch wenn der Mond sich zwischen uns und der Sonne befindet, so befinden wir uns in der Dunkelheit einer Sonnenfinsternis. Während dieser Finsternis verhindert der Mond, wenn wir von der Sonne abgewandt sind, dass das Licht der Sonne zu uns durchdringt.

Für einen Gläubigen ist der Koran die Sonne, die niemals untergeht. Ahadith, alle Ahadith, sind der Mond. Wenden wir uns den Ahadith zu, wenden wir uns vom Koran ab. Lassen wir die Ahadith zwischen uns und den Koran gelangen, so befinden wir uns in der Dunkelheit einer spirituellen Finsternis wieder – abgeschnitten vom Licht des Koran.
*

übersetzt von Andreas Heisig

Der Unterschied zwischen Lebenssystem (Diin) und religiöser Herangehensweise

Die meisten Menschen glauben, dass Offenbarungen wie der Koran der Menschheit gesandt wurden, um das Götzentum der Menschen auszulöschen. Dass Gott sich über Leute ärgerte, die Ihm nicht dankten, dass unser Leben das Anbeten von Gott ist und dass Er wütend wird, wenn wir an Götter neben Ihm glauben. Dass wir ins Paradies gelangen, allein durch den Glauben an Gott allein. Wahrer Monotheismus reiche aus, um ein Gottergebener zu sein und um ins Paradies zu gelangen.

Dieses Gottesbild ist menschengemacht und ergibt sich aus der Bestimmung, dass Menschen Anerkennung für ihre geleisteten Werke verlangen. Sie stülpen Gott diese menschliche Emotion über. So wie menschliche Herrscher Anerkennung für ihre Herrschaft und Macht verlangen, so glaubte die Menschheit auch, dass Gott dies verlangte. Die einzig bekannte Definition von Macht, welche die Menschheit kennt, ist die, wie sie selbst die Macht ausüben.

Aber ist dies wahr? Verlangt Gott Anerkennung für Seine Einzige Herrschaft so wie menschliche Herrscher, wie z.B. Könige und Diktatoren dies verlangen? Ist dies der Zweck der Offenbarung, des Koran? Ist Gott eifersüchtig auf andere Idole, kümmert Er sich darum, ob wir an andere Götter glauben? Gott selbst sagt:

14:8 Moses sagte euch: „Wenn ihr ableugnet und mit euch alle Menschen auf der Erde, schadet ihr Gott nicht. Gott ist auf keinen angewiesen, Preiswürdig.“

Er braucht nichts, wir sind es, die bedürftig sind.

3:97 … Wer aber ablehnt, Gott ist auf keinen angewiesen und unabhängig von allen Geschöpfen.

An Gott zu glauben ist ein Teil davon, die Realität zu akzeptieren. Es hat NICHTS mit Gott selbst zu tun. Gott ist preiswürdig, aber verlangt es NICHT, dass wir ihn preisen. Mit den Worten von Salomon:

27:40 … Er sprach: „Dies geschieht durch die Gnade meines Herrn, dass Er mich prüfen möge, ob ich dankbar oder undankbar bin. Und wer dankbar ist, der ist dankbar zum Heil seiner eigenen Seele; wer aber undankbar ist siehe, mein Herr ist Sich Selbst genügend, freigebig.“

Was ist nun der wahre Zweck, an Gott zu glauben, dass Er Einer ist?

22:73-74 O ihr Menschen, ein Gleichnis ist geprägt, so hört darauf: Gewiss, jene, die ihr anruft statt Gott, werden in keiner Weise vermögen, eine Fliege zu erschaffen, selbst wenn sie sich dazu zusammentäten. Und wenn die Fliege ihnen etwas raubte, sie können es ihr nicht entreißen. Schwach ist der Suchende wie der Gesuchte. Sie schätzen Gott nicht nach Seinem Wert. Gewiss, Gott ist kraftvoll, allmächtig. (6:92, 39:67)

An den Einen Gott zu glauben ist die simple Wahrheit, es ist die unmittelbare Beobachtung der Wirklichkeit. Gott als Einen zu sehen, ist der erste Schritt, sich vom Kufr zu entfernen. Kufr bedeutet „Die Augen gegenüber der Realität verschließen/Die Wahrheit vor sich selbst verdecken“.

Diese Beobachtung der Realität ist sehr schön in der Geschichte Abrahams zu sehen:

6:75-79 Wir zeigten Abraham das Reich der Himmel und der Erde, damit er unerschütterliche Überzeugung (von der Wahrheit) erlange. (Einige seiner Zeitgenossen waren Götzenanbeter und andere waren Naturanbeter.) Als über ihn dann die Nacht hereinbrach, sah er einen Planeten. Er sagte: „Das ist mein Herr.“ Doch als dieser unterging, sagte er: „Ich mag nicht solche, die verschwinden.“ Als er (nächste Nacht) dann den Mond aufgehen sah, sagte er: „Das ist mein Herr.“ Als er aber (am Horizont) verschwand, sagte er: „Wenn mein HERR mich nicht rechtleitet, so werde ich gewiss zu den irregegangenen Leuten gehören.“ Als er daraufhin die aufgehende Sonne sah, sagte er: „Dies ist mein HERR, diese ist größer.“ Da sie aber unterging, sprach er: „O mein Volk, ich habe nichts zu tun mit dem, was ihr anbetet. Ich wende mich nunmehr als Monotheist (Hanif) demjenigen zu, der Himmel und Erde geschaffen hat. Ich gehöre nicht zu den Polytheisten.“

Abraham sah, dass der Glaube an Idole nicht der Wirklichkeit entsprach, sondern auf selbstauferlegtem Glauben. Er gründet nicht auf Beweise.

Wir können im Universum klare Strukturen erkennen. Alles funktioniert durch festgelegte Gesetze, nicht durch Chaos. Dies ist ein klarer Hinweis auf einen Einzigen Kontrolleur. Wären es mehrere Enstcheidungsträger über den Zweck des Universums und seine Regierung gewesen, wäre das Universum ein Chaos, da jeder Kontrolleur seinen eigenen Willen auferlegen wollen würde. Ordnung bedeutet, dass es nur Einen Willen gibt, der das Universum regiert. Gott stellt dies ebenso mit diesem Vers klar:

21:22 Gäbe es in ihnen (Himmel und Erde) weitere Götter außer Gott, dann wären wahrlich beide zerrüttet. Gepriesen sei Gott, der Herr des Thrones, hoch erhaben über das, was sie ersinnen! (6:3, 16:51, 39:67, 3:84).

Demnach ist der Glaube an den Einen Gott, Einen Schöpfer eine Bestätigung der Wirklichkeit. Dies ist auch der Grund, wieso wir sagen:

3:18 Gott bezeugt, dass es keine Gottheit gibt außer Ihm. Desgleichen die Engel und die Wissenden. Er sorgt für Gerechtigkeit. Es gibt keinen Gott außer ihm, dem Mächtigen und Weisen. (21:22)

Dies ist die gottergebene (muslimische) Glaubensüberzeugung.

Ashhado anna laa illaha illa Allah

Auf Arabisch bedeutet Shahada „zu bezeugen/zu beobachten und bestätigen“. Dies ist genau das, was wir tun, wenn wir dieses Bekenntnis aussprechen. Wir sehen als Erstes, dass es keine mehreren Herrscher gibt, die dieses Universum regieren. Dadurch bezeugen und bestätigen wir Gottes alleinige Souveränität.

Es gibt noch einen weiteren, sehr wichtigen Faktor, welcher aus dem Glauben an Gott allein hervorgeht. Wenn Menschen an mehrere Götter, Idolen oder Herren glauben, wird letztendlich jede Person ein persönliches Idol haben, weshalb die Gruppe in unterschiedliche Nachfolger gespalten sein wird. Sie alle behaupten, an dieselben Götter zu glauben, doch sie haben immer einen Favoriten und glauben, dass er der einzige ist, der ihnen Sieg im Diesseits oder Jenseits bringen wird. Dies ist eine in jeglicher Religion beobachtete Tatsache. Die Römer glaubten an Hunderte von Göttern, wobei jede Familie ihren Favoriten hatte, den sie über andere Götter anbeteten und verehrten. Dies können wir im Hinduismus sehen, wo mehrere Tempel für spezifische Götter gebaut wurden, und nicht für alle von ihnen. Deshalb sind sie geteilt in der Praxis und dem Ziel, obwohl sie alle an dieselben Gruppe von Göttern glauben.

Im Buch „The History of God“ (Die Geschichte von Gott) von K. Armb, wird über den Glauben an eine Gottheit folgendes gesagt: „Weil die Zwölf Stämme der Hebräer einen Höchsten Gott hatten, waren sie in einem einzigen Ziel vereint.“ Gott sagt dasselbe:

30:32 Die Polytheisten (Mushrikeen), die ihren Glauben spalten und in Parteien (Sekten) zerfallen – jede Partei freut sich über das, was sie selbst besitzt. (3:104, 6:160, 23:53, 42:13; Sektierertum basiert ausnahmslos darauf, Menschen als ‚Autoritäten‘ zu nehmen.)

An den Einen Gott zu glauben ist die direkte Beobachtung der Realität und es vereint uns, da wir alle dasselbe Ziel haben, dieselbe Quelle der Ernährung anerkennen und alle denselben Göttlichen Willen akzeptieren. Dies ist der Grund, an Gott als Einen zu glauben. Doch ist dies der Hauptgrund für Offenbarung und Lebenssystem (Diin)? Ist das Hauptziel des Göttlichen Systems an den Einen Gott zu glauben? Schauen wir, was Gott uns durch die Geschichten der Früheren versucht zu sagen:

12:111 Wahrlich, in ihren Geschichten ist eine Lehre für Menschen von Verstand. Dies(e Offenbarung) ist keine erdichteter Hadith. Sie bestätigt die früheren Schriften und gibt eine deutliche Erklärung aller Dinge. Und sie ist eine Führung und Barmherzigkeit für all jene, die sie akzeptieren.

Was sagt also Gott über die Hauptrolle der Propheten und ihrer Offenbarung? Wir haben die Geschichte von Moses, als er bei der Rückkehr vom Berg Sinai sieht, dass sein Volk eine Statue errichtet hat und begann, sie zu verehren. Aaron, sein Bruder und Prophetengefährte, war geblieben, um sie zu führen. Moses sieht den Shirk (Götzendienst) und richtet sich wütend gegen Aaron:

20:92-94 Er (Moses) sagte: „O Aaron, was hinderte dich, als du sie irregehen sahst, mir zu folgen? Hast du dich meinem Befehl widersetzt?“ Aaron sagte: „O Sohn meiner Mutter! Pack mich nicht am Bart und am Kopf! Ich fürchtete, du würdest sagen: Du hast die Kinder Israels abspalten lassen in Gruppen (Sekten).“ (Moses akzeptierte diese Erklärung, da Sektierertum ebenso ein Verbrechen ist wie jegliche Form von Götzentum. Am Bart und Kopf zu packen gehört zur harschen Vernehmung 7:150).

Hier sehen wir deutlich, dass der Prophet Aaron die EINHEIT seiner Leute ÜBER das Konzept von Gott stellt. Als Moses dies sieht, ist er natürlich geschockt, doch die Wahl von Aaron ist weise. Wieso?

Wenn Menschen sich an ein falsches Idol oder falsche Idole zuwenden, braucht es Zeit, bis sie sich spalten. In den ersten Phasen sind sie immer noch vereint, da ihr selbstauferlegtes Idol noch nicht mit der Realität in Konflikt geriet. Erst nach einer langen Zeit werden sich die Menschen zersplittern, da ihr erstes Idol-Konzept der Wirklichkeit widerspricht, weswegen ein neues errichtet wird, um damit die Realität zu bestätigen. Jedesmal werden sie scheitern und weiterhin versuchen, ihr Konzept der Realität zu errichten. Die menschlichen Konzepte der Realität werden sich mit der Zeit unterscheiden, und die Leute werden sich abspalten.

Hätte der Prophet Aaron ohne die Hilfe von Moses sie unmittelbar an ihrem Götzentum angegriffen, wäre ein großes Risiko vorhanden, die Autorität über sie zu verlieren, die sie über ihnen hatten. Sie hätten sich untereinander abgespalten zu denjenigen, die entweder Aaron zuhörten oder nicht. Diese Trennung wäre für die Mission von Aaron und Moses verhängnisvoll gewesen.

Menschen, die vorerst ein neues Idol errichtet haben, sind immer noch vereint, aber können auch auf schnelle Weise wieder reformiert werden, wenn ihnen das richtige Konzept der Realität und damit von Gott gegeben wird.

Deshalb steht die Einheit der Menschen über der richtigen Auffassung von Gott. Und demnach ist das die größte Form von Shirk (Götzendienst).

20:94 Aaron sagte: „O Sohn meiner Mutter! Pack mich nicht am Bart und am Kopf! Ich fürchtete, du würdest sagen: Du hast die Kinder Israels abspalten lassen in Gruppen (Sekten).“

Und deshalb ist das Hauptziel der Offenbarungen die Menschen zu EINEN, und sie unter demselben Ziel vereint zu halten.

Propheten begannen zuerst mit dem Konzept Gottes, da die Menschen äußerst gespalten waren und da alle ihrem eigenen Realitätskonzept folgten. Um sie unter einem einzelnen Ziel zu vereinen, müssen sie zuerst das wahre Konzept der Wirklichkeit kennen lernen, bevor sie sich zusammen um den Diin, dem Göttlichen System, bemühen können. Die korrekte Auffassung von Gott ist eines der Mittel, uns in unserem wahren Ziel zu unterstützen.

Gottergebene glauben alle an einen Gott. Und doch sind sie gespalten. Wie kann das sein?

Weil sie denken, dass die Anbetung und das Bekenntnis zur Einheit Gottes das Hauptanliegen des Koran ist. Wegen diesem falschen Gedanken streiten sie sich darüber wie dieser Bekenntnisbegriff zu erfüllen ist.

30:31 Seid reumütig, fürchtet Gott, verrichtet die Gebete und reiht euch nicht unter die Götzendiener, die Gott Gefährten beigesellen. (2:213)

Sie nähern sich dem Koran aus einer RELIGIÖSEN Sichtweise und nicht aus der Sichtweise des „Lebenssystems“ (DIIN) selbst. Sie verstehen nicht, dass Gott über ihrem selbstauferlegten Verlangen steht, Ihn zu bestätigen.

3:97 … Wer aber Gott leugnet, muss sich vergegenwärtigen, dass Gott allmächtig und auf die ganze Welt nicht angewiesen ist.

Er fordert nicht die Bestätigung Seiner Herrschaft, Er möchte dass sie sie erkennen:

56:57-59 Wir haben euch erschaffen. Warum wollt ihr da nicht die Wahrheit zugeben. Denkt über euren Samen nach! Erschafft ihr ihn, oder sind Wir es, Die ihn erschaffen?

Der Glaube an den Einen Gott wird die Gottergebenen solange nicht vereinen, solange sie sich dem Koran aus einem religiösen Standpunkt nähern. Der Koran ist nicht dazu gedacht, uns zu lehren wie wir Gott bekennen sollen, wir tun das indem wir die Wirklichkeit und die Schöpfung betrachten.

3:191 Für diejenigen, die Gott im Stehen, im Sitzen und auf der Seite liegend gedenken und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken und sagen: „Unser Herr, Du hast all das nicht umsonst geschaffen. Gepriesen seist Du! Behüte uns vor der Strafe des Feuers!“ (Wenn Menschen sich die Kräfte der Natur nutzbar machen und für das Allgemeinwohl verwenden, entfernen sie sich von der Hölle und nähern sich dem Paradies in beiden Leben 45:13-14.)

Das wahre Anliegen des Koran ist die Welt zu VEREINEN. Sie wieder zu EINER Gemeinschaft zu machen, wie sie zuvor war. Wenn wir uns dem Koran mit diesem Gedanken nähern, würden wir die Vorstellung fürchten, getrennt zu sein, weil wir dann der koranischen Zielsetzung zuwiderlaufen würden. Wenn wir diese wichtigsten Worte von Aaron hören, werden wir die korrekte und wahre Annäherung an den Koran erkennen:

20:94 Aaron sagte: „O Sohn meiner Mutter, greife nicht nach meinem Bart, noch nach meinem Kopf. Ich fürchtete, du könntest sagen: „Du hast die Kinder Israels gespalten und mein Wort nicht beachtet.“

Das ist die richtige Annäherung an den Koran und seine Lehren. Er ist kein Buch, das uns lehrt, wie wir Gott anbeten sollen. Er ist ein Buch, das uns lehrt, wie wir die beste Gesellschaft bilden können, welche die Menschheit wieder zu EINEM Volk macht, so dass wir alle auf das gemeinsame Ziel fokussiert sind, Yauwm ed Diin (Tag des Diin), die Ära der Erfüllung, zu erreichen.

Der Egoismus der Menschen führte zu ungerechtfertigter Kennzeichnung von Land und zu persönlicher Anhäufung. Die Unterdrückung der Schwachen hatte begonnen. Gott hat ihnen gesagt, dass sie von einem hohen Stand der Menschlichkeit abgefallen sind (7:24). Sie hatten das Gesetz ignoriert, dass die „Menschheit eine Gemeinschaft ist“ (10:19). Von da an würden sie in Stämmen und Nationen leben, gegenseitig verfeindet sein. „Auf der Erde habt ihr bis zum bestimmten Zeitpunkt eine Bleibe und Genuss.“ (Stammestum; vgl. 49:13)

10:19 Die Menschen waren einst nur eine einzige Gemeinde, dann aber wurden sie uneins. (2:213)

Hätte unser Herr nicht dass Gesetz des freien Willens für die Menschen verfügt, hätte Er ihre Streitigkeiten sofort gerichtet (2:30, 2:256, 11:118, 16:9, 76:2-3). Alle Gesetze des Koran, alle gegebenen Begriffe wie Hadsch und Saum und Salâh sind alle dafür gedacht, die Menschheit zu VEREINEN, nicht nur um Gott anzubeten.

Wir können uns Hadsch als ein Ritual vorstellen, sich zu versammeln, wo jeder sich nur auf Gott besinnt, um Gottes Allmacht anzuerkennen. Wir können alle das Fasten für Gott gedacht ansehen. Wir können Salah als das einzig gültige Gebet sehen. All diese Anschauungen kommen daher, den Koran aus einer frommen Sicht zu betrachten.

Aber wie ich gezeigt habe, ist das alles menschengemachtes Gedankengut, zu ihrem Zweck. Gott sagt im Koran, dass WIR der zentrale Gegenstand sind.

21:10 Wahrlich, Wir haben euch ein Buch herabgesandt, worin eure Ehre liegt; wollt ihr es denn nicht begreifen? (21:24, 23:70, 43:43-44)

Wenn wir den Koran aus einer Sichtweise des LEBENSSYSTEMS angehen, ändert sich alles. Der Zweck des Koran ist es dem Menschen das PERFEKTE GÖTTLICHE SYSTEM zu geben, um sie zu vereinen und uns Würde zu verleihen. Deshalb ist die Vorstellung, Hadsch (Pilgerfahrt) sei nur um Gott in den Mittelpunkt zu stellen, NICHT koranisch.

Hadsch bedeutet im klassischen Arabisch wörtlich „Debatte“ oder „Diskussion“. Seine Wurzeln haben auch noch die zweite Bedeutung „Jahr“. Deshalb bedeutet Hadsch eine jährliche Versammlung. Und der Koran sagt ganz klar, dass das eine Pflicht für ALLE Menschen ist.

In ihm sind deutliche Zeichen (um das begehrte Ziel und die Rückkehr zu erreichen), wie Abraham einst Stellung bezog (gegen alle Spaltungen der Menschlichkeit und ihm wurde die Führerschaft über die ganze Menschheit gegeben 2:124-125; 3:97). Diejenigen, die das symbolische System aufnehmen, werden dadurch inneren Frieden und äußere Sicherheit erlangen. Deshalb ist es eine PFLICHT FÜR ALLE MENSCHEN gegenüber Gott, sich der Pilgerfahrt zu diesem Hause anzuschließen, sofern sie die Möglichkeit dazu haben. Wer aber ableugnet sollte wissen, dass Gott nicht auf die Welten angewiesen ist.

Deshalb bedeutet Hadsch eine jährliche internationale Debatte, um Konflikte zu lösen und die Menschheit zu bessern. Es ist nicht auf Gott sondern auf uns fokussiert.

Das gleiche gilt für das Wort Salâh. Salâh bedeutet genau zu beachten, Verbundenheit, Kontakt, Gebet und noch vieles weiteres. Wenn wir die Bestätigung Gottes als das Ziel des Koran annehmen, dass es ein Buch ist, das darauf abzielt Gott zu bestätigen, dann ist es logisch, dass Salâh lediglich Gebet bedeutet. Aber da es klar ist, dass WIR der Zielpunkt des Koran sind, wird die Bedeutung eine völlig andere. Die Bedeutung von Salah wird erklärt in:

24:41 Siehst du denn nicht, dass alle Wesen in den Himmeln und auf der Erde Gott lobpreisen, so wie die Vögel, die im Flug ihre Flügel ausbreiten? Jedes Wesen weiß, wie es sein Gebet und seine Lobpreisung verrichtet. Gott weiß genau, was sie tun.

Tassbeh bedeutet sich sehr bemühen, einer Frage/einem Auftrag nachgehen, große Fortschritte machen. Salâh bedeutet genau befolgen.

So wissen alle Lebewesen gemäß dem Vers, was sie genau befolgen, um sich bei ihrer Suche sehr zu bemühen. Sie kennen ihren Salâh und Tasbeeh. Wie folgen die Tiere? Es ist ihr Instinkt, der ihnen sagt, wie die Naturgesetze auf beste Art zu nutzen sind, um dadurch der Stärkste zu werden und sich zu vermehren.

Wir als menschliche Wesen haben keinen Instinkt auf herrschender Ebene. Deshalb müssen wir die Naturgesetze genau beobachten, um ihnen zu folgen. Aber es gibt auch viele Gesetze, die wir nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen wahrnehmen können. Diese Gesetze werden uns durch Offenbarungen erklärt. Offenbarungen sind der Instinkt für die Menschheit, um sie freiwillig zu befolgen.

Deshalb bedeutet Salâh den göttlichen Gesetzen der Natur und der Offenbarung zu folgen, damit wir wissen, wie wir uns bemühen sollen bei unserer Suche und Aufgabe.

Das ist der Unterschied und die Notwendigkeit bei unserer Herangehensweise. Der Glaube an den Einen Gott ist eine Bestätigung der Wirklichkeit und der erste Schritt dazu, die Menschheit und die Muslime zu vereinen. Aber es ist dieselbe Herangehensweise an den Koran, der uns wirklich vereinen wird. Es ist deutlich, dass der Koran uns anvisiert, nicht Gott. Er hat uns den Koran gegeben, damit wir die besten Menschen auf der Erde werden können. Um das Paradies auf Erden zu machen, das im nächsten Leben fortgesetzt wird. Wir alle müssen uns dem Koran aus diesem Gesichtspunkt nähern und dann werden die wahren Bedeutungen der Worte ersichtlich.

Dann können wir beanspruchen:

3:110 (Da ihr vom Koran bestärkt seid,) seid ihr die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr sollt eindringlich ermahnen zu dem was Recht ist und die Türen schließen zu dem was Falsch ist durch euer Beispiel, da ihr an Gott glaubt (und Sein letztes Wort akzeptiert, als Maßstab für Richtig und Falsch (3:4).) Und wenn die Leute der Schrift geglaubt hätten, wahrlich, es wäre gut für sie gewesen! Unter ihnen sind Gläubige, aber die Mehrzahl von ihnen sind Frevler.

Der Koran lehrt uns ein stetiges moralisches Wertesystem und kennzeichnet deutlich die Bedeutung der ansonsten vagen Begriffe „richtig“, „falsch“, „gut“ und „böse“.

aus dem Englischen von Kerem A.