Gott allein

Thema des Monats März 2014: Autoritäten – wer kontrolliert Ihre Gedanken?

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Der Frieden sei mit euch liebe Leserinnen und liebe Leser, und Gottes Barmherzigkeit wie sein Segen!

So Gott will werden wir jeden Monat ein ausgewähltes Thema unseren Lesern zum Kommentieren anbieten. Damit möchten wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, Einblicke zu erhalten, wie unterschiedlich die Menschen zum selben Thema denken können. Ähnlich einer Pinnwand, an der wir unsere Gedanken “pinnen” können. Einfach am besten spontan antworten!

 

Thema des Monats März 2014: Autoritäten – wer kontrolliert Ihre Gedanken?

Es gibt eine Krankheit, besonders bei einer überwältigenden Mehrheit der Mainstream-Muslime, die bewusst oder unbewusst, direkt oder indirekt die Vernunft nur soweit akzeptieren, wie sie ihre Weltsicht nicht gefährdet. So gibt es die Redewendung bei traditionalistischen Muslimen, die das selbständige Denken kritisieren, welche „die Überlieferung ist höher als die Vernunft“ lautet (an-naql ‚ala al-aql). Dieser Spruch besagt, dass die Vernunft an sich nicht die Wahrheiten erkennen könne, die doch schon bereits in der Tradition (Überlieferung) vorgedacht (vorgekaut) und niedergeschrieben wurden. So werden die früheren Gelehrten und ihre Werke zu Autoritäten erhoben, die bewusst oder unbewusst als Quellen der Weisheit fungieren und stellvertretend für uns denken.

 

9:31 Sie nahmen sich ihre Gelehrten und ihre Mönche als Herren anstelle Gottes, auch den Messias, den Sohn Marias. Und ihnen wurde nichts befohlen, außer einem einzigen Gott zu dienen. Kein Gott außer ihm. Gepriesen ist er über das, was sie beigesellen

 

Um diesen Einfluss loszuwerden, müssen wir zuerst den Irrglauben über den Haufen werfen, dass der Mensch stets jemand anderen bräuchte, der ihm die Angelegenheit X erklären muss, weil er selbst nicht dieselben „Fähigkeiten“, dieselbe „Intelligenz“ oder „Erfahrung“, dasselbe „Wissen“ oder dergleichen besitze. Um sich gedanklich zu befreien von solchen auferlegten Zwängen gibt es eine einfache Lösung: es gibt nur eine absolute, unhinterfragbare Autorität, nämlich Gott, weshalb das Glaubensbekenntnis, die Shahadah „la ilaha illa Allah“ auch wie folgt verstanden werden sollte:

Keine Autorität außer dem Gott

Widersprechen wir dieser Sichtweise, akzeptieren wir unbewusst oder auch bewusst andere Wesen neben Gott als Autoritäten über uns.

Jemand anderes kann Ihr Denken kontrollieren, wenn Sie nicht selbst das Steuerrad Ihres Denkens in der Hand halten. Woher und wieso akzeptieren wir eigentlich hervorgebrachte Definitionen von Wörtern wie „Terror“, „Demokratie“, „Freiheit“. Vieles von dem, was wir glauben, ist doch nur eine übergestülpte Ansicht der Meinungen von anderen, die wir nicht durch tiefere Einsicht gewonnen haben, oder etwa doch? Aufmerksamkeit und Bewusstsein sind die Stichworte, um diesem Effekt entgegenzutreten. Es gibt nämlich nicht nur „das“ Verständnis einer Sache, sondern ein Verständnis unter vielen, welches sich zusätzlich über Zeit noch ändern wird.

 

17:36 Und geh nicht einer Sache nach, von der du kein Wissen hast! Gehör, Augenlicht und Verstand, – für all das wird Rechenschaft verlangt.

 

Es ist doch tatsächlich so, dass das eigenständige Denken zu besseren Lösungen führt, das Auferzwingen von Meinungen im besten Falle verschwinden lässt und mehr zu einem „miteinander“ anleitet – ein sowohl-als auch statt einem entweder-oder. Wie befreit ihr euren Geist und eure Vernunft?

Thema des Monats Dezember 2013: Gott dienen

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Der Frieden sei mit euch liebe Leserinnen und liebe Leser, und Gottes Barmherzigkeit wie sein Segen!

So Gott will werden wir jeden Monat ein ausgewähltes Thema unseren Lesern zum Kommentieren anbieten. Damit möchten wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, Einblicke zu erhalten, wie unterschiedlich die Menschen zum selben Thema denken können. Ähnlich einer Pinnwand, an der wir unsere Gedanken “pinnen” können, soll hier stichwortartig oder auch in mehreren Sätzen der eigene Gedanke verewigt werden. Einfach am besten spontan antworten!

Das Thema des Monats Dezember 2013: Gott dienen

 51:56  Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, dass sie  Mir dienen.


Eingangsfrage: Was bedeutet für uns Gott zu dienen, wie können wir ihm dienen?

Gott hat uns alle mit bestimmten individuellen Fähigkeiten und Gaben erschaffen und wir alle haben einen für uns bestimmten Platz in der Welt. Meines Erachtens dienen wir Gott, indem wir diese uns  geschenkten Fähigkeiten  in einem guten Sinne und zur Ehre Gottes einsetzen und somit zur Verbesserung  beitragen. Dies umfasst sowohl unserer Taten in Worten, als auch unsere äußeren und inneren Handlungen –  nicht nur gegenüber unseren Mitmenschen, sondern gegenüber Gottes gesamter Schöpfung, also auch gegenüber den Tieren und der Natur.
Oftmals sind wir unsicher darüber, welches unsere speziellen Fähigkeiten und somit unsere Aufgaben sind. Ich denke aber, wenn wir auf Gottes Wort hören, wenn wir uns von Ihm leiten lassen und achtsam sind, dann wird Er es uns im Laufe unseres Lebens offenbaren, wo und wie wir Ihm am besten dienen können.

Wie ist Ihre Meinung darüber und haben Sie dazu vielleicht auch schon ganz eigene Erfahrungen gemacht?

Schlüssel zum Verständnis des Koran: Allein Gott lehrt und erklärt die Lesung

Die Lesung ist ein Buch mit Geschichten, Gesetzen, Lehren, Gleichnissen, Herausforderungen und vielem mehr. Für viele von uns ist sie das erhabene, wundervolle Wort Gottes, unverfälscht vorhanden und geschützt, überliefert durch Seinen auserwählten Propheten Mohammed. Die Lesung ist für uns der Atemzug, ohne den wir nicht leben möchten, in der Tradition aller Propheten und Gesandten stehend, Frieden sei auf allen. Selbst die Ableugner der Lesung sind von ihm derart (aus ihrer Wahrnehmung heraus negativ) fasziniert, dass sie ihm viel Zeit und Raum schenken, sich damit auseinanderzusetzen.

Folgende Frage stellt sich für jeden von uns: Wie soll ich die Lesung verstehen? Sie ist nicht immer nach der Länge geordnet, enthält Aussagen, die man nicht immer gleich versteht. Verworrene Schachtelsätze in den Übersetzungen mit eingeschobenen Klammerausdrücken, Worte die in einem anderen als dem üblichen Sinn verwendet werden und die dichterische Erzählweise erschweren für den Anfänger den Zugang zur Lesung, vom Angebot an Kommentaren und der Interpretationen ganz zu schweigen.

 

20:114-115 Erhaben ist Gott, der wahre König. Und übereile dich nicht mit der Lesung, bevor dir gegenüber ihre Offenbarung vollzogen wurde. Und sage: „Mein Herr, mehre mich an Wissen!“ Und Adam legten wir früher schon eine Vereinbarung auf. Doch er vergaß. Und wir fanden bei ihm keine Entschlossenheit.

 

Die Lesung selbst gibt also zu verstehen, Geduld zu üben, bevor uns ihre Erklärung zuteil wird, ihre innere Wahrheit uns durch Gott eingegeben wird. Durch das Beispiel Adams können wir uns selbst ermahnen, auf der Suche nach der Wahrheit entschlossen zu bleiben und nach mehr Wissen zu bitten. Der Vers rät uns davon ab, eilige Schlüsse von einzelnen Versen oder einzelnen Sätzen zu ziehen, die aus dem Kontext gerissen wurden (noch nicht zu Ende eingegeben wurden).

Was ist die erste Regel, der erste Ansatz beim gründlichen Verstehen der Lesung? Und da liegt des Pudels Kern:

Keine Gottheit außer Dem Gott.

Es gibt einen Vers, der uns aufzeigt, wie unvorsichtig wir vorgehen, wenn wir über die Lesung sprechen, wie sehr wir uns in Verwirrungen steigern, und wie wir im Namen Gottes tiefgreifend Falsches aussagen. Und derselbe Vers beinhaltet eine wundervolle Ermahnung, welche uns von genau diesen Fehlern im Glauben abhalten will.

 

11:1 Alif Lam Ra. (Dies ist) ein Buch, dessen Verse festgefügt sind …

 

Diese Festfügung der Verse wird nochmals in einem anderen Vers (15:9) rhetorisch bekräftigt, woraus wir den Schutz der Lesung durch Den annehmen dürfen, Der sie selbst niedersandte. Auch in Vers 22:52 ist zu verstehen, dass Propheten den Verfälschungen von Satan ausgesetzt sein werden, Gott aber die List Satans auslöscht. Es ist also zu sehen, dass Propheten nicht fehlerlos sind, sondern dass im Endeffekt die Botschaft nur durch Gottes Wirken geschützt und verbreitet wird. Es gibt weder eine Auslassung noch eine Hinzufügung zu den Worten Gottes. Alle Verse, die unser Herr als Offenbarung zukommen lassen wollte, haben in diesem Buch Zugang gefunden und genießen den Schutz des Einen, des Höchsten.

Keine Gottheit außer Dem Gott.

Doch der Vers geht weiter:

 

11:1 … und hierauf dargelegt sind.

 

Das arabische Wort für „dargelegt“ (فصلت) ist gleichzeitig auch der Name für das 41. Kapitel der Lesung und bedeutet auch „detailliert“.

 

41:1-3 Ha Mim. Dies ist eine Herabsendung von dem Gnädigen, dem Barmherzigen; ein Buch, dessen Verse dargelegt sind, ein arabischer Koran für Menschen, die sich um Wissen bemühen.

 

Es ist also zweifelsfrei klargestellt, dass die Verse des Buches erläutert und dargelegt wurden. Insbesondere für die entschlossenen Menschen, die sich um Wissen bemühen. Daher ist es auch kein Wunder, dass einer der Beinamen der Lesung „mubīn“ (مبين) lautet, das heißt offenbar, klar und sich selbst erklärend.

Doch wer hat die Lesung selbst dargelegt? Lesen wir weiter im Kapitel „Hud“:

 

11:1 … und hierauf dargelegt sind von einem Allweisen und Allkundigen.

 

Und aus diesem Grund ist es auch ein zentraler und unumstößlicher Bestandteil unseres Glaubens zu sagen:

Keine Gottheit außer Dem Gott.

Denn Gott teilt uns mit, dass die Verse detailliert dargelegt wurden. Und Er teilt uns im selben Satz mit, dass Er es ist, Der die Lesung erklärt – und zwar in Seinen eigenen Versen (25:33). Es gibt keine andere Gottheit, die ebenso weise und kundig wäre, außer Dem Gott, Dem Weisen und Kundigen. Wenn wir einen bestimmten Vers nicht verstehen, so wird dieser in einem anderen Vers oder in anderen mehreren Versen erklärt und klargestellt. Manchmal beschränkt sich die Lesung nicht auf ein Buch, sondern beinhaltet ebenso die Natur und die Schöpfung. Dann müssen wir die Verse, die Zeichen aus der Natur ebenso kennen und verstehen, damit wir eine bessere Einsicht in Gottes schriftlich festgefügte Worte geschenkt bekommen.

Die Lesung wurde also dargelegt. Die Verse der Lesung wurden wiederum in der Lesung klargestellt. Menschen wie Buchārī, Muslim ibn al-Haddschadsch, Abu Dawud, Tirmiḏi oder Ibn Madschah sind mit ihren Büchern zu den größten Widersachern der Gottergebenheit (Islām) geworden, indem sie diese klar dargelegte Wahrheit mit ihren eigenen Worten und den Worten, die sie dem Propheten angedichtet und in seinen Mund gelegt haben, vermischten. Menschen wie Buchārī, Tirmiḏi, Malik Ibn Anas, Ahmad ibn Hanbal, An Nawawi, Ibn Babawaih, Abu Hureira und Konsorten sind zu falschen Gottheiten, Götzen, Beigesellten neben Gott und Idolen geworden, die die Gottergebenheit von innen infiltriert haben, Symbolbilder für den inneren Feind und die Erfinder des Mislam: Mainstream-Islām. Sie werden gedankenlos zu Autoritäten erhoben, die keine Autoritäten neben Gott sein können.

Keine Gottheit außer Dem Gott.

Aḥādīṯ, zu Deutsch Aussprüche, erklären die Lesung nicht, sie verwässern sie vielmehr mit neuen Worten und neuen Fragen, neuen (oft sinnlosen) Gesetzen, Aberglauben und teils gar Blasphemien. Sie erheben sich als eine weitere Autorität neben Gottes Wort, indem sie sich als „islamisch“ verkaufen. Sie verlangen von uns unbewusst, dass wir sie Gottes Wort beigesellen und uns somit der Kapitalsünde im Glauben schlechthin schuldig machen, nämlich des Schirk, der Beigesellung anderer Gottheiten und Autoritäten neben Gott. Diese Aussprüche stellen keine Prophetenworte dar. Der Prophet selbst war stets gegen die Niederschrift seiner persönlichen Aussprüche (Sunan Al-Daramy; Ibn Abdil Berr, Camiul Bayanil Ilm ve Fazluhu 1/64-65; Ibn Sad, Tabakat 5/140; Sahih al-Bukhari: 9.468 und 7.573), weshalb im ersten Jahrhundert kein Buch aufgeschrieben wurde, welches die persönlichen Worte des Propheten festhält.

Erst zwei Jahrhunderte später hat ein alter Perser namens Buchārī das erste sehr umfangreiche Buch zusammengestellt. Dabei gibt es große Ungereimtheiten in der Geschichte der Zusammenstellung. Denn im Buch Fatḥu-l-bārī von Ibn Hadschar Al-Asqalānī, einem der bedeutendsten Gelehrten des sunnitischen Islām, steht, dass Buchārī, der insgesamt 60 Jahre gelebt haben soll (810–870), aus 600 000 Aussprüchen seine Auswahl getroffen habe. Gehen wir davon aus, dass Buchārī in seinem Gebiet der Ḥadīṯ-Wissenschaften sehr gut war, sehr schnell reisen konnte und vorzügliche Menschenkenntnis besaß für die nötige Beurteilung der Überlieferer, so rechnen wir pro Klassifizierung eines einzelnen Ausspruchs insgesamt eine Stunde. Bei 600.000 Stunden ergäben dies 25.000 Tage oder ungefähr 68,5 Jahre (Schaltjahre nicht mitgezählt). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Buchārī natürlich schlafen, essen und weiterhin studieren musste. Wir gehen auch davon aus, dass er zudem betete, fastete und auch sonst sämtliche Rituale vollzog. Er schrieb auch andere Bücher, die auch Zeit kosteten. Es darf nicht vergessen werden, dass er sämtliche Wiederholungen eines Ausspruchs penibel niederschreiben musste, um seine von ihm begründete Klassifizierung und seine Theorie überhaupt belegen zu können. Schreiben Sie einmal einen längeren Ausspruch einschließlich der Überliefererkette von Hand ab und stellen Sie sich vor, Sie leben im neunten Jahrhundert ohne Computer und sonstigen Hilfsmitteln. Sie werden dann leicht einsehen, dass eine Stunde wirklich eine sehr kurze Zeit darstellt. Selbst wenn wir nur von der Hälfte ausgehen, also 300.000 Aussprüchen, so reicht das gesamte Leben des Buchārī immer noch nicht aus, um sein Werk zu begründen. Diese Darstellung wird von jemandem wiedergegeben, der als einer der bedeutendsten Gelehrten des sunnitischen Islām gilt, der für sein Buch Fatḥul-bārī sage und schreibe 25 Jahre benötigt haben soll, in diesen 25 Jahren aber diese einfache Rechnung nicht durchgeführt hat, um die Unglaublichkeit seiner eigenen Behauptung zu überprüfen.

Kurz gesagt sind die Aussprüche dem Propheten zugeschobene, erfundene Worte von Menschen, die Gott nicht zugehört haben und dachten, Gotteswort bräuchte ihre Arbeit, damit es vollständig sein könne. Sie haben Gottes Worte offensichtlich an vielen Stellen missachtet, denn nicht der Gesandte erklärt durch eigenes Zutun die Lesung, sondern:

 

55:1-2 Der Gnädige lehrt die Lesung.

 

Keine Gottheit außer Dem Gott,
dem einzigen Lehrer der Lesung!


In der Lesung wird uns erklärt, dass unser Herr Seine eigenen Verse wiederum dort erklärt. Gott ist derjenige, Der die Lesung offenlegt und dem Menschen das Vermögen schenkt, Seine Worte zu verstehen. Er gibt uns die Werkzeuge der Vernunft, der Logik, der Intuition und der Kreativität. Kein Wandel und keine Kraft ist möglich außer mit Gott (lā ḥawla wa lā quwwata illa billah – لا حول ولا قوة إلا بالله). Nicht zuletzt deshalb heißt es, dass Er die Art und Weise der Vorlesung festlegt und Seinem auserwählten Diener, Seinem menschlichen Postboten und Gesandten, nichts anderes auferlegt als die exakte und genaue Befolgung der Vorlesung. Und aus diesem Grund trägt die Lesung auch den arabischen Namen „Al-Qurʾān“ – zu Deutsch: das Vorgelesene, die Lesung.

 

75:18 Wenn Wir ihn vorlesen, folge seiner Lesung!
75:19 Dann obliegt es uns, ihn zu erläutern.96

 

Weitere Verse, die zeigen, dass der Gesandte die einzige und alleinige Aufgabe hatte, die Botschaft eins zu eins zu verkünden, ohne sie selbst zu erklären: 5:92, 5:99, 16:35, 16:82, 24:54, 29:18, 42:48, 64:12.

Kennen Sie die Lesung als Gesamttext also gut und folgen der arabischen Lesung möglichst genau, gibt es auch keine Hindernisse mehr, auch die zu Beginn nicht so verständlich erscheinenden Verse mit Gottes Hilfe zu ergründen. Dabei brauchen Sie keine Kenntnisse des Arabischen auf Expertenniveau:

 

41:44 … Ob fremdsprachig oder arabisch? Sage: „Sie ist für diejenigen, die glauben, eine Rechtleitung und eine Heilung.“ …

 

Ernähren wir uns geistig an den Lehren der Lesung, so können wir uns durch die Lesung zu den Vordersten zählen, die auf dem Weg der Wahrheit schreiten.

Unsere Aufgabe ist es nun, herauszufinden, welche Verse durch welche Verse erklärt und klargestellt werden. Unser Bestreben (Dschihad) sollte darin liegen, die Wahrheiten der Lesung mittels wiederum der Verse aus der Lesung zu vermitteln. Auch Sie können das, die Lesung ist kein Buch mit sieben Siegeln, sie ist nur ein Buch, die uns herausfordert, darin zu studieren.

 

54:17,22,32,40 Wir haben die Lesung zum Nachdenken leicht gemacht. So gibt es welche, die es bedenken?

 

Für jemanden, der sich durch falsche Idole, Götzen oder Gottheiten einschüchtern lässt, das Denken abgeschaltet hat und sich mit geistigen Krücken durch die Welt bewegt, Gott in eine Ecke schiebt und nicht ins Zentrum seines Lebens stellt, zu Faulheit neigt, lieber das irdische Leben mit seinen Verlockungen in Ableugnung genießen will, für den wird die Lesung verschlossen bleiben (17:45–46). Gott will aber durch Seine Lesung von uns, dass wir unser Potential in uns ausschöpfen, uns in Vernunft, Geduld und Weisheit üben und als Mensch insgesamt besser werden. Dies ist der Ausdruck Seiner Liebe und Fürsorge. Wir haben uns nur von den Viren des Denkens zu heilen und zuerst alles neben Gottes Worten in den Müll zu werfen, damit unsere Seele frei wird für die Lehren Gottes – für die richtige Lesung.

Keine Gottheit außer Dem Gott.

Unabhängigkeit von den Gelehrten zu üben und Gott als einzige Autorität anzunehmen ist der erste Schritt in Richtung der ursprünglichen Gottergebenheit. Nicht auf Gott zu hören, falschen Gottheiten wie Buchārī und Konsorten zu folgen, als hätten sie die Autorität im Namen des Propheten und dadurch kaschiert und verborgen im Namen Gottes sprechen zu dürfen, Gottes Wort weitere Wörter beizugesellen, selbst wenn es die persönlichen Worte eines Gesandten sein sollten, Gelehrten blind zu folgen, der Tradition unserer Väter blind zu folgen, Gottes Anordnungen durch Anordnungen von Menschen zu ersetzen (wie im Falle der Waschung vor dem Gebet), Gebote wie auch Verbote in Seinem Namen aufzuführen, die nicht in Seiner an uns offenbarten Lesung zu finden sind, Worte, die nicht von Gott offenbart wurden, als etwas von Gott Offenbartes zu vermitteln, Aussagen und Worte als Verse darzustellen, die keine Verse sind, oder aber auch umgekehrt das von Gott herabgesandte zu verheimlichen, die Aussagen der edlen Lesung auf Biegen und Brechen mit der eigenen Zunge anzupassen, sie zum Opfer unseres Geschwätzes werden zu lassen, all dies ist Ausdruck der Beigesellung (schirk), der Heuchlerei und des Lügens. Wer Gott nicht zuhört, der vernachlässigt die Begegnung mit Ihm im Jenseits.

 

75:20-21 Aber nein! Ihr liebt die Eile und vernachlässigt das Jenseits.

 

Es ist deshalb auch kein Wunder, dass Gott auch noch begründet, wieso Er die Lesung selbst erklärt.

 

11:3 … damit ihr nur Gott dient. Ich (als Gesandter) von Ihm bin euch ein Warner und ein Verkünder.

 

Klare Aufteilung: Gott erklärt die Lesung, Sein Gesandter hingegen warnt die Menschen und verkündet die frohe Botschaft. Und nicht zuletzt deshalb trägt der wichtigste Glaubenssatz in der Gottergebenheit (Islām), das Glaubensbekenntnis (schahādah), eine so tiefgreifende und weitreichende Bedeutung über eine bloße Glaubensformel hinaus. Und an vielen Stellen will uns Gott in Seiner Lesung daran erinnern, dass Er zu jeder Zeit die einzige Quelle der Leitung und der einzige Brunnen ist, aus dem das Wissen sprudelt. Und wiederum ist Er der Einzige, Der uns lehrt.

 

39:36 Genügt Gott seinem Diener nicht?

 

Jene, die Buchārī oder anderen ähnlichen Menschen folgen wollen, beantworten diese Frage unbewusst mit „nein, Gott genügt nicht“. Wenn sie nur wüssten, was sie damit anrichten!

 

39:45 Und wenn Gott allein erwähnt wird, verkrampfen sich die Herzen derer, die nicht an das Letzte glauben. Und wenn anstelle Seiner diese (Anderen) erwähnt werden, da sind sie freudig.

 

Jene, die mit Gott allein nicht zufrieden sind und erst dann Ruhe in ihrem Herzen empfinden, wenn Buchārī, Ibn Madscha, Abu Dawud, Abu Huraira und Konsorten erwähnt und als Quelle herbeigezogen werden, ja jene werden vom Verständnis der Lesung ausgeschlossen.

Nicht die Islamophoben von außen sind die größten Feinde der Gottergebenheit, sondern es sind im Inneren die Gelehrten selbst, weil sie zusammen mit der blinden unwissenden (dschahil) Zustimmung des Mainstreams die Ergebung in Gott (Islām), von innen heraus zersetzen und ihn zu einer dem Menschen fremden und Gott entfernten Lebensweise gestalten. Unabhängigkeit von den Gelehrten zu üben und Gott als einzige Autorität anzunehmen ist der erste Schritt in die Richtung der ursprünglichen Gottergebenheit.

Keine Gottheit außer Dem Gott,
dem einzigen Lehrer der Lesung!

Hadith: Die Frage der Authentizität

Doch ist die Frage nach der Authentizität wirklich diejenige, die wir stellen sollten? Hat sie es verdient der zentrale Schwerpunkt innerhalb der Diskussion über die Relevanz der Ahadith zu sein? Ahadith sind solch ein integraler Bestandteil des traditionellen Islam, dass, wenn jemand die Ansicht äußert, der Koran sollte als alleinige Quelle religiösen Rechts und Führung dienen, dieser gewöhnlich mit Schock und Bestürzung konfrontiert ist. Daher müssen sich diejenigen, die dem Koran alleine folgen, zu den Ahadith einige Fragen stellen.

Das arabische Wort „hadith“ bedeutet Geschichte oder Spruch. Jede Geschichte oder jeder Spruch von irgendwem. Für traditionelle Muslime hingegen bedeutet dieser Begriff eine Geschichte oder einen Spruch über Muhammad bzw. etwas, was Muhammad zugeschrieben wird.

Diskussionen über Ahadith haben sich traditionell mit der Frage nach deren Authentizität befasst. Dies gilt auch für Diskussionen zwischen Anhängern der Ahadith und denen, die nur dem Koran folgen. So Gott will werden wir sehen, wie die Fixierung auf die Frage nach der Authentizität andere, entscheidende Fragen bezüglich der Ahadith überlagert hat.

Für traditionelle Muslime ist die Fixierung auf die Authentizität ein Versuch sicherzustellen, dass die Menschen in der Lage sind die Richtigkeit und Zuverlässigkeit der Ahadith zu bestimmen, um herauszufinden, welche als Quelle für Recht und Führung taugen können.

Frühe muslimische Gelehrte nahmen große Anstrengungen auf sich, um Informationen über die Personen, die Ahadith angeblich erzählt und überliefert hatten zusammenzustellen, um zwischen Vertrauenswürdigen und denen, die es nicht sind unterscheiden zu können. Nur Erzählungen von vermutlich vertrauenswürdigen Personen gelten als authentisch und damit als relevant. Die Frage, ob Muslime ihren Ansprüchen immer gerecht wurden ist ein anderer Fall, den ich hier nicht näher behandeln werde. Wichtig ist an dieser Stelle nur die Tatsache, dass nach ihrem Verständnis die Frage nach der Authentizität von höchster Priorität ist.

Viele derer, die dem Koran folgen, richten ihr Hauptaugenmerk ebenfalls auf die Authentizität, wenn sie über die Nutzung von Ahadith diskutieren. Sie stellen die Authentizität aller Ahadith in Frage und damit die Verpflichtung diesen zu folgen. Ihre Argumentation basiert dabei vor allem darauf, dass die frühesten so genannten „Sahih“-Sammlungen von Ahadith über 200 Jahre nach dem Tode Muhammads verfasst wurden. Ermutigt durch die Arbeiten bekannter, nichtmuslimischer Islamwissenschaftler, die ebenfalls die Authentizität der Ahadith in Frage stellen, verkünden diejenigen, die nur dem Koran folgen, dass man die Ahadith nicht befolgen sollte, da sie späte Erfindungen ohne Verbindung zu Muhammad seien.

Als Antwort auf die Herausforderung der nichtmuslimischen Islamwissenschaft haben islamische Gelehrte fleißig daran gearbeitet, die frühestmöglichen Niederschriften von Ahadith hervorzuheben; diese werden von ihnen auf die Mitte des zweiten Jahrhunderts nach der Hijra – etwa 100 Jahre vor der Niederschrift der sogenannten Sahih-Sammlungen – datiert. Dies zusammen mit frühen Geschichten, die davon berichten, dass die ersten Generationen von Muslimen Ahadith niederschrieben und weitergaben, brachte Wissenschaftler, die den Ahadith positiv gegenüberstehen zu der Annahme, dass man selbst ohne physikalischen Nachweis der Datierung davon ausgehen könne, dass es wahrscheinlich ist, dass die Ahadith von Anfang an sowohl mündlich, als auch schriftlich übermittelt wurden.

Die historischen Aufzeichnungen waren jedoch nicht in der Lage, eindeutige Beweise für oder gegen die frühen Überlieferungen der Ahadith anzuführen. Dies führte dazu, dass jede Seite die Informationen nutzt, die ihre eigene Sichtweise am besten unterstützen – die Diskussion bezüglich der Authentizität dauert somit an.

Doch ist die Frage nach der Echtheit wirklich diejenige, die wir stellen sollten? Hat sie es verdient der zentrale Schwerpunkt innerhalb der Diskussion über die Relevanz der Ahadith zu sein? Lassen Sie uns – so Gott will – andere Fragen stellen, die oftmals von der Frage der Authentizität überlagert werden.

Der Koran stellt etliche Fragen, die in Zusammenhang mit den Ahadith stehen. Indem wir diese überdenken, können wir – so Gott will – die Frage bezüglich der Echtheit in den rechten Blickwinkel rücken.

Unter den Fragen, die der Koran im Hinblick auf die Ahadith stellt, sind folgende zu finden:

7:185 An was für eine weitere Verkündigung (hadieth) wollen sie denn glauben (nachdem sie diese koranische Offenbarung abgelehnt haben)?

45:6 Dies sind die Verse Allahs. Wir verlesen sie dir der Wahrheit entsprechend. An was für eine (weitere) Verkündigung (hadieth) wollen sie denn glauben, nachdem Gott und seine Verse gesprochen haben?

Wir verstehen diese Fragen besser, wenn wir eine weitere Frage des Koran berücksichtigen:

6:114 Soll ich mir denn einen anderen Schiedsrichter wünschen als Gott, wo er es doch ist, der die Schrift, klar auseinandergesetzt (mufassalan), zu euch herab gesandt hat?

Auch:

68:36-37 Was ist denn mit euch? Wie urteilt ihr (so verkehrt)? Oder habt ihr eine Schrift, (auf die ihr euch berufen und) in der ihr forschen könntet?

Dies sind die wirklichen Fragen, die es verdienen, in Bezug auf die Diskussion über die Ahadith, dass man Hauptaugenmerk auf sie legt. Wenn wir die Antworten auf diese Fragen verneinen, so sehen wir, dass die Fragen nach der Echtheit der Ahadith nicht nur sekundär wird, sie wird überflüssig.

Wenn wir ausschließlich Gott und seiner Offenbarung als Quelle von Recht und Führung folgen und an keine anderen Ahadith, als Gottes Offenbarung glauben, so macht es keinen Unterschied, ob ein Hadith authentisch ist oder nicht. Der Koran fragt nicht danach, ob ein Hadith echt ist. Der Koran fragt, ob es eine andere Offenbarung als die Gottes ist. Selbst wenn wir den absoluten Beweis hätten, dass ein Hadith wirklich vom Propheten stammt, selbst wenn wir es direkt von seinen Lippen vernommen hätten, so ist es noch immer etwas anderes, als Gottes Offenbarung. Auf Grund von 6:114 und 45:6 handelt es sich dabei um eine illegitime Quelle von Recht und Führung.

Nicht nur sind Ahadith – selbst authentische Ahadith – eine ungültige Quelle von Recht und Führung, sie können auch eine Quelle der Irreführung sein. Es ist offensichtlich, dass Ahadith mit negativem Inhalt, wie zum Beispiel die Aufforderung Ehebrecher zu steinigen, eine Quelle der Irreführung sind, die so nicht im Koran wiederzufinden sind. Doch was ist mit Ahadith positiven Inhaltes?

Mainstream-Muslime aller Rechtsschulen bestehen darauf, dass Ahadith aus verschiedenen Gründen notwendig seien. Unter den wichtigsten Gründen wird angeführt, dass wir ohne Ahadith den Koran nicht verstehen könnten. Sie sagen, Ahadith würden die Bedeutung des Koran erhellen. Doch Gott sagt uns, der Koran sei ein Licht (4:174, 42:52). Können Ahadith etwas erhellen, das Licht ist?

Kann der Mond die Sonne erhellen? Nein, der Mond reflektiert lediglich das Licht, welches die Sonne ausstrahlt. Ebenso ist jedes Licht, das man in den Ahadith des Propheten findet nicht mehr als eine Reflexion des Lichtes des Koran. Der Mond ist nur sichtbar, wenn unsere Seite der Erde von der Sonne abgewandt ist. Ist die Sonne über uns, so ist der Mond nicht länger sichtbar. Doch wenn der Mond sich zwischen uns und der Sonne befindet, so befinden wir uns in der Dunkelheit einer Sonnenfinsternis. Während dieser Finsternis verhindert der Mond, wenn wir von der Sonne abgewandt sind, dass das Licht der Sonne zu uns durchdringt.

Für einen Gläubigen ist der Koran die Sonne, die niemals untergeht. Ahadith, alle Ahadith, sind der Mond. Wenden wir uns den Ahadith zu, wenden wir uns vom Koran ab. Lassen wir die Ahadith zwischen uns und den Koran gelangen, so befinden wir uns in der Dunkelheit einer spirituellen Finsternis wieder – abgeschnitten vom Licht des Koran.
*

übersetzt von Andreas Heisig

Vogel, dieser Vogel

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Frieden wünsche ich,

Dieser Artikel sollte dazu dienen, sich mit einigen Äußerungen eines gewissen sunnitischen Predigers auseinanderzusetzen. Die „Predigt“ gibt es in zwei Videoteilen von Pierre Vogel alias Abu Hamza. Auch dieser Artikel teilt die Antwort in zwei Bereiche auf, je eine zum entsprechenden Video. Ich kann verstehen, wieso gewisse Menschen, vor allem Sunniten, Pierre Vogel Glauben schenken könnten, weil dieser rhetorische Mittel gebraucht, ohne wirkliche Argumente zu verwenden. Seine junge Art, seine Sprache, seine angeblichen „Bibelkenntnisse“, seine Vergangenheit als Boxer machen ihn für die Jugendlichen zum greifbaren Menschen, was natürlich dabei hilft, Menschen zu überzeugen, die kein Wissen haben. Doch ich möchte hier nicht auf seine Bibelverzerrungen eingehen, sondern auf zwei bestimmte Videos.

Der innersunnitische Hype um Pierre Vogel (kurz PV), der in einem ziemlich unsympathischen und unseriösen Ton eine Salafi-Propaganda durchzieht, dürfte wohl erst der Anfang sein. Solche Missionen sind mehr profaner und machtideologischer als spiritueller Natur. Menschen, die nach Idolen, Helden und Mittler denn Gott suchen, werden sich eher in solchen irrationalen und widerwärtigen Wegen verirren. Schade nur, dass solche Opfer selbst bei den diffusesten Sekten-Geboten wie „Denken ist vom Teufel“ nicht skeptisch werden.

Es ist nicht Zufall, dass gerade im Hochburg der Salafisten (Saudi-Arabien) die sogenannten religiösen Meinungen, Rechtsprechungen (Fatwas) und Richtlinien (natürlich im Namen Allahs und Muhammeds) erst den ökonomischen dann den politisch-diktatorischen Interessen dienen. Geistliche bilden einen Klerus und außer ihnen hat selbstverständlich mangels Intelligenz und Wissensvermögen der Menschheit niemand Zugang zu den Quellen. Das kennen wir bereits aus anderen Epochen und anderen Gemeinschaften. Geschichte wiederholt sich tagtäglich und dennoch ist der Einzelne vor Gott verantwortlich, seine Sinne im Dienste der Wahrheit zu nutzen. Möge Gott den Suchenden und Wahrheitsliebenden beistehen!

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Erhaltung der Sunnah

Videolink: Erhaltung der Sunnah (ca. 40 Minuten)

Ich werde auf möglichst einfache Art zeigen, dass seine Schlussfolgerung gegen Ende dieses Films ohne jegliche Grundlage und Basis ist. Damit diejenigen, die die Argumente meinerseits mit denen von Vogel vergleichen wollen, leichter überprüfen können, gebe ich die Zeitangabe des Films ungefähr an. Das Format ist Minuten:Sekunden.

Let’s get ready to rumble

Um 2:30 zitiert Vogel einen angeblichen Hadith des Propheten mit dem folgenden Inhalt: „Ich habe euch Gottes Buch und die Sunna hinterlassen!“ Dabei verschweigt er natürlich die anderen zwei Versionen dieses Hadiths. Ich bitte die LeserInnen, den siebten Punkt des fünften Abschnitts des Artikels Zuverlässigkeit der Ahadith auf dieser Seite zu lesen.

In den weiteren Minuten gebraucht er eine einleitende Rhetorik mit dem Begriff „Satans Weg“. Damit soll der Eindruck entstehen, dass der Koran UND die Sunna den EINZIGEN wahren Weg darstellen würden. Nebst dieser Rhetorik verrät Vogel etwas Entscheidendes: Er kritisiert Leute, die für sich das auswählen, was ihnen aus der Sunna passe. Wohlgemerkt, die sunnitischen Gelehrten tun in der Verkleidung der „Gelehrtheit“ genau dasselbe, wenn sie nach eigenem Gutdünken meinen, Ahadith bewerten und einstufen zu können. Der Koran kritisiert die Menschen, die in außerkoranischen Schriften das finden, was ihnen passt. Lassen wir einmal die Hadith-Sammlung der Schiiten aus, so ist es auch innerhalb der vier Rechtsschulen (Madhabs) des Sunnismus so, dass alle vier ihre häufig unterschiedliche Meinungen aus den Ahadith entnehmen (eine Darstellung dieser Unterschiede lässt sich im Buch „Die erfundene Religion und die Koranische Religion“ finden).

68:36-38 Was ist los mit euch, wie urteilt ihr denn?! Oder habt ihr etwa ein Buch, in dem ihr studiert? Worin ihr alles findet, was ihr euch wünscht?


Um etwa 7:30 gibt es in der Logik von P. Vogel einen Fehler. Die Frage, die gestellt werden kann: Wieso werden „erfundene Ahadith“ überhaupt überliefert, wenn diese seiner Meinung nach gar nicht erwähnt werden dürfen? Ist der Idschma’u-sabaha (Konsens der Sahaba) bzw. sind „die ersten drei Generationen“ weitere Religionsquellen neben Gott? Im Laufe des Films wurde diese Frage indirekt mit „Ja“ beantwortet, was nichts anderes als Beigesellung (shirk) bedeutet.

6:114 Soll ich etwa jemand anderen als Gesetzesgeber suchen als Gott, wenn Er doch euch dieses Buch vollständig detailliert offenbart hat?


Im Vortrag wird des Weiteren betont, dass wir so glauben sollen, wie die Gläubigen zur Zeit des Propheten geglaubt haben. Die Frage lautet also: Wie haben die Gläubigen zur Zeit des Propheten geglaubt? Die ganz simple, einfache und logische Antwort: So wie es im Koran steht, wie denn sonst?

Zu 10:10 gibt es Folgendes zu sagen: die einzige Pflicht des Gesandten besteht darin, die ihm zuteil gewordene Offenbarung zu verkünden (vgl. Koranverse 5:92, 5:99, 16:35, 16:82, 24:54, 29:18, 42:48 und 64:12). Es ist die Aufgabe Gottes höchstpersönlich, den Koran Seinen ergebenen gläubigen Dienern richtig zu erklären (vgl. Koranverse 55:1-2, 75:16-19 und 20:114). Gleich im Anschluss (um 10:29) wird ein Vers aus dem Koran falsch übersetzt wiedergegeben. Der besagte Vers lautet:

16:64 Und Wir haben dir das Buch nur deshalb herabgesandt, auf dass du ihnen das verkündest (litubeyyine), worüber sie uneinig sind, und (ebenso) als Führung und Barmherzigkeit für die Leute, die glauben.


Diejenigen, die die Ahadith und die Sunna der Weisheit Gottes beigesellen, verzerren die Bedeutung des Wortes „litubeyyine“ im Vers. So wie das Wort „Erklärung“ im Deutschen zwei Bedeutungen haben kann, verhält es sich mit diesem Ausdruck. Jene, die die Bedeutung wählen, welche den deutlichen Koranversen widerspricht, werden in Vers 3:7 erwähnt. Für ähnliche Formulierungen können die Koranverse 2:159-160 oder 16:44 nachgeschlagen werden. Das Merkwürdige dabei ist, dass die heutigen Araber die richtige Bedeutung immer noch wissen, dass dieses Verb SICHTBAR bedeutet, wenn es im anderen Kontext verwendet wird. Sura 98 besitzt einen von derselben Wurzel abgeleiteten Titel: al-bayyinah. Im Koran gibt es einen Vers, welcher dies deutlicher macht:

Transliteration 3:187 waez açaza Allaho meyßaqa Allazeyna owtow Alketaba latobayyenonnaho lelnnase wala taktomownaho fanabazowho wara žohowrehem waƒtaraw behe ßamanan qaleylan fabeysa ma yaƒtarowna

Paret 3:187 Und (damals) als Allah die Verpflichtung derer, die die Schrift erhalten haben, entgegennahm (des Inhalts): Ihr müßt sie den Leuten klarmachen (bayyan) und dürft sie nicht (vor ihnen) verborgen (katam) halten! Hierauf warfen sie sie achtlos hinter sich und verschacherten sie. Ein schlechter Handel (auf den sie sich eingelassen haben)!

Azhar 3:187 Einst hat Gott mit den Schriftbesitzern einen Bund geschlossen, durch den Er sie verpflichtete, den Menschen die Schrift bekannt zu machen (bayyan) und diese nicht zu verbergen (katam). Sie haben dem Bund aber den Rücken gekehrt und ihn für einen geringen Preis verkauft. Welch schlechter Handel!

Zaidan 3:187 Und (erinnere daran), als ALLAH das Gelöbnis derjenigen entgegennahm, denen die Schrift zuteil wurde: ‚Ihr werdet sie doch den Menschen erläutern (bayyan) und sie nicht verbergen (katam).‘ Dann haben sie ihr (der Schrift) jedoch den Rücken gekehrt und sie gegen Minderwertiges eingetauscht. Und erbärmlich ist das, was sie eingetauscht haben.


Wir haben das arabische Wort als Transliteration in Klammern gesetzt. Demnach ist es klar, dass dieser Vers zwei gegensätzliche Verben beinhaltet:

  1. bayyan: proklamieren, sichtbar machen, zeigen, etc…
  2. katam: verbergen, unsichtbar machen, verstecken, etc…

Das nicht genug, auch in der türkischen Sprache ist das aus dem Arabischen entlehnte Wort beyyine bekannt:

beyan: Angabe [die], Anmeldung [die], Kundgebung [die],
beyan etmek: anzeigen, aussprechen, bekunden, feststellen, kundgeben, proklamieren,
Quelle: http://www.sozluk.web.tr/


Für gewöhnlich wissen alle Araber was „bayan“ heißt, nur schalten sie plötzlich den Verstand ab, wenn sie bei der Lektüre zu diesem Vers gelangen! Unglaublich aber wahr. Es gibt sogar einen modernen ägyptischen Film, der heißt: dscha’ana albayan altaly (Es ist zu uns folgende Verkündigung angekommen). In den Medien wird ‚bayan‘ ebenso als Verkündigung verwendet. Für diejenigen, die das überprüfen wollen, haben wir folgenden Vorschlag: Suchen Sie Araber aus, die nichts mit dem Thema zu tun haben. Im Internet lassen sich die leicht finden. Stellen Sie ihnen die einfache Frage, was die folgenden zwei Wörter bedeuten: ezhar we baan (اظهر وبان). Das wird so Gott will eine ausreichende Bestätigung sein, dass Araber unter dem Wort „baana“ ‚komm raus‘, ’sei sichtbar‘ usw. verstehen. Fragen Sie außerdem, ob der Ausdruck verbreitet ist oder nicht.

Um 11:00 spricht er kurz vom Kopftuch. Seiner Meinung nach sei diese Sache klar, dass das Kopftuch erwähnt wird. Doch die entsprechenden Koranverse sprechen nicht das Kopftuch an. Kopftuch wird nicht mal im Koran als solches erwähnt. Es fehlen jegliche Beweise für seine Aussage.

Bis 13:50 werden auf rhetorische Weise die „Gelehrten“ von Bukhary bis Abu Hanifa als solche dargestellt, die sehr viel Wissen hätten. Es grenzt schon fast daran, dass sie wegen ihrem Wissen idolisiert werden, dass sie sich auf keinen Fall geirrt haben könnten, da sie sich ja „solche Mühe“ gegeben hätten, sich Wissen anzueignen usw.

Um 14:00 kommt aus dem Munde Vogels eine Meinung, die fast das eigenständige Denken verbietet. Der Koran ist NICHT nach der Interpretation des Propheten zu interpretieren, das wäre eine Denkhaltung, die metaphorisch einem Papagei ähnelt. Der Prophet hat nicht dasselbe Wissen über den Koran. Was die Koranischen Wunder angeht, so war der Prophet selbst unwissend. Also kann seine Interpretation (die übrigens definitiv NICHT in den außerkoranischen Büchern des Sunnismus zu finden sind) gar nicht diejenige sein, die als Quelle dient. Der Prophet hatte einen anderen Zugang zum Koran, und er hat sicherlich auch danach gelebt. Aber nie hätte der Prophet selbst von uns verlangt, gerade weil er nach dem Koran lebte, dass wir blind seinen eigenen Interpretationen folgen sollten, die er übrigens nicht im Namen des Islam lehren durfte. Dies widerspräche den Koranversen 17:36, 69:43-47 und einigen anderen.

Etwa 20 Sekunden später sagt Pierre: „Die Wahrheit, um den rechten Weg vom falschen zu unterscheiden“ sei das Verständnis derjenigen, die zur Zeit des Propheten gelebt hätten. Das ist Götzentum. Menschen als Quelle und Wahrheit neben dem Buch Gottes anzusehen ist nichts anderes als Polytheismus bzw. Personenkult. Nicht Menschen sind es, sondern der Koran selbst, der das Rechte vom Falschen unterscheidet. Einer der Namen des Koran lautet auch nicht zuletzt deshalb Al-Furqan (der Unterscheider, das Maß).

Um 17:34 wird die Betonung dermaßen auf die so genannte Sunna gelegt, dass hinterfragt werden kann, ob Vogel den Koran überhaupt aufmerksam liest. Im Koran ist nie von der Sunna des Propheten die Rede. Laut Koran ist die Sunna Gottes die einzige Sunna (vgl. Koranverse 33:62, 35:43, 48:23 – um das Wort Sunna in den Versen zu entdecken, sollten Transliterationen beigezogen werden).

Ein weiterer falscher Punkt: die Propheten seien masuum (fehlerfrei). Im Koran wird von 6 Fehlern des Propheten Mohammeds berichtet (diese sechs Fehler werden im Buch „Die erfundene Religion und die Koranische Religion“ erwähnt und kommentiert). Ohne diese Aussage klarzustellen (rhetorischer Trick), geht er weiter zur Aussage, dass damit die Verkündung der Botschaft gemeint ist. (Das Bild der fehlerlosen Propheten hängt aber immer noch nach.) Was die Verkündung der Botschaft angeht, bin ich fast gleicher Meinung. Die Überlieferung des Koran wurde vollbracht, das beweist der Code 19 eindeutig (zu dem er ja eine ablehnende Haltung hat; eigentlich überrascht es uns nicht, denn der Code 19 erfordert kritisches, skeptisches, rationales Denken, das Vogel wohl zu fehlen scheint). Die vollständige Überlieferung der Botschaft bedeutet aber nicht, dass damit verbunden auch das Leben des Propheten fehlerfrei sei. Durch das Zitat des Koranverses gebraucht er eine feine, nicht dumme Rhetorik, um den Propheten selbst als sündenlos darzustellen.

Der „zweite Punkt“: Der zitierte Vers bezieht sich auf den Koran, nicht auf außerkoranische Taten und Aussprüche des Propheten. Allein die Offenbarung wird mit dem Vers angesprochen, nicht der Prophet und seine Taten, Handlungen, Wege und Aussprüche selbst.

Um 22:20 kann ich meinen Ohren fast nicht trauen: ein direkter Widerspruch zum Koran. Im Koran wird Mohammed direkt von Gott getadelt, weil er in spiritueller Hinsicht (!) falsch gehandelt hat. Im Koran wird deutlich ausgesagt, dass Mohammed sich abgewandt hat. Es steht nichts davon, dass er „gerade beschäftigt gewesen sei“ oder ähnliches. Der Prophet Mohammed hat sich aktiv abgewandt, was jeder selbst nachlesen kann. Ich finde es schändlich, dass Vogel Koranverse abschwächen will, um die Sunna als legitim dastehen zu lassen.

Um 23:38 wird etwas Altbekanntes erwähnt. Der Gesandte Mohammed sei ein Beispiel für die Gläubigen. Die Beispiele der Gesandten Gottes (Plural!) sind IM Koran. Sowohl Mohammed als auch Abraham werden im Koran als Beispiele genannt (auch dies wird im zuvor erwähnten Buch unter die Lupe genommen). Bei ca. 25:20 spricht er vom „Iman (Glaube) an den Gesandten“, wohlbemerkt nicht an Mohammed! Der Gesandte verkündet die Botschaft, die er von Gott als Offenbarung erhält. Wenn wir dem Gesandten gehorchen, wenn er im Namen Gottes spricht, dann glauben wir der überlieferten Botschaft. Etwa um 26:40 zitiert er einen Koranvers (4:113) und meint, dass der Vers aussage, dass es zwei Offenbarungen gäbe: Buch und Weisheit. Jedoch kann soviel gesagt werden: Die Weisheit ist IM BUCH. Das „wa“ bedeutet normalerweise „und“ in den Sprachen, aber auf Klassischarabisch besitzt das „wa“ nicht dieselbe Bedeutung. Damit verliert die Interpretation von „zwei Offenbarungen“ an Gültigkeit. Beispiele mit 33:7 und 55:68:

33:7 waez açazna mena Alnnabeyyeyna meyßaqahom wamenka wamen nnowhen waebraheyma wamowsa waåeysa abne maryama waaçazna menhom mmeyßaqan galeyžan


Men alnabeyeen = von den propheten; men = von; wa men ka = und von dir. Obwohl derjenige, der mit „dir“ gemeint ist, auch ein Prophet ist, und obwohl auch Noah, auch Abraham, auch der Sohn der Maria Jesus, auch Moses, obwohl alle Propheten sind, werden diese mit WA verknüpft.

55:68 feyhema fakehaton wanaçlon warommanon
In ihnen gibt es Obst und (Datteln-)Palmen und Granatäpfel.


Der Granatapfel oder Grenadine (Punica granatum) ist eine Laubbaumart, […] deren rote Frucht als Obst gegessen wird. Datteln sind auch Früchte.

Ein weitaus kräftigeres Argument ist aus folgendem Vers zu entnehmen:

2:231 … Und gedenkt der Gnade, die Gott euch erwiesen, und der Schrift und der Weisheit (hikma), die er auf euch herabgesandt hat, um euch damit zu ermahnen! Und achtet Gott! Ihr müsst wissen, dass er über alles Bescheid weiß.


Auf Arabisch heißt es:

وَاذْكُرُوا نِعْمَتَ اللَّهِ عَلَيْكُمْ وَمَا أَنزَلَ عَلَيْكُم مِّنَ الْكِتَابِ وَالْحِكْمَةِ يَعِظُكُم بِهِ وَاتَّقُوا اللَّهَ وَاعْلَمُوا أَنَّ اللَّهَ بِكُلِّ شَيْءٍ عَلِيمٌ


Das große rote Wort im Arabischen wird in der Übersetzung als „damit“ wiedergeben und transliteriert „bihi“ ausgesprochen. Wären nun die Schrift und die Weisheit zwei verschiedene Dinge, müsste für den Bezug auf diese beiden verschiedenen Dinge die Dualform benutzt werden, nämlich „bihima“ (بهما) oder zumindest der Plural „bihim“ (بهم). Der im Vers verwendete Bezug ist aber Singular! Somit ist die Schrift und die Weisheit eine Sache, oder anders gesagt: die Weisheit wird als der Schrift innewohnend angenommen! Dies ist etwas, was den Hadith-Anhängern stets entgeht, weil sie den Koran nicht gründlich studieren und lieber blind ihren Vorfahren folgen.

Um 28:10 wird wieder mal etwas Ähnliches erwähnt: gehorcht Gott und gehorcht dem Gesandten (oder: wer dem Gesandten gehorcht, gehorcht Gott). Wohlgemerkt, im Koran steht nicht „gehorcht Mohammed“, sondern „gehorcht dem Gesandten“. Der Gesandte überliefert die Botschaft, und wenn er die Botschaft verkündet, sollen wir dem gehorchen, was der Gesandte sagt. Wir müssen also der verkündeten Botschaft, die aus dem Munde des Gesandten kommt, gehorchen. Wer der Botschaft des Gesandten gehorcht (die im Koran vorliegt), hat Gott gehorcht. Bei ca. 29:44 wird Sure 4, Vers 65 zitiert. Auch dieses Thema wird im Buch „Die erfundene Religion und die Koranische Religion“ erklärt. Dem, was der GESANDTE sagt, muss gehorcht werden und was Mohammed ALS GESANDTER entscheidet, dem muss Folge geleistet werden. Mohammed ALS GESANDTER ist der Richter, nicht Mohammed als Mensch. Mohammed war auch ein gewöhnlicher Mensch, der seiner Arbeit nachging und Fehler beging. Pierre Vogel bestätigt und beweist durch seine Aussagen mitunter die Idolisierung Mohammeds im Sunnismus.

Die Aussage, die um 31:20 erfolgt, kann so erklärt werden: Folgt dem Koran, um dem Propheten zu folgen. Denn, wenn wir dem Koran nicht folgen, folgen wir auch nicht dem Weg, den der Prophet beschritten hat. Der Prophet wird sich beschweren, dass SEIN VOLK den KORAN und nicht die Sunna verlassen hat (vgl. Koranvers 25:30)! Anschließend die Sunna mit Zitaten aus der Sunna zu beweisen, das ist ein Zirkelschluss – d. h. argumentativ und aus logischer Sicht wertlos.

Pierre Vogel zeigt seine Unwissenheit (oder Ignoranz?) um 34:40. Gebet, Pilgerfahrt (Hadsch), Almosen werden im Koran beschrieben, ausführlich und verständlich für diejenigen, die nachdenken (sh. Kapitel 36 im Buch „Die erfundene Religion und die Koranische Religion“). Erneute Unwissenheit von PV um 36:30: er soll mal sein Wissen überprüfen. Rashad Khalifa hat sich nicht als Propheten angesehen. Zudem wird im Koran die Funktion der 19 in 74:31 beschrieben.

Die Aussage von Pierre Vogel um 38:30 ist völlig ohne Grundlage. Gott hat nicht versprochen, die Sunna zu schützen, sondern die OFFENBARUNG selbst, also den Koran.

 

Autorität der Sunnah

Videolink: Autorität der Sunnah von Pierre Vogel (ca. 38 Minuten; der Link ist nicht mehr verfügbar, dennoch lass ich den Text hier stehen)

In den ersten 4 Minuten stellt Vogel die Frage: Wieso werden Ahadith zitiert, um Hadith-Bücher zu widerlegen?

Deshalb sollte gleich zu Beginn erwähnt werden: Der Koran reicht vollkommen aus, dafür brauchen wir keine Ahadith, um die Ahadith abzulehnen. Es gibt mehrere Koranverse, die diese Haltung erfordern. Der aussagekräftigste Vers ist wohl:

7:3 Folgt dem, was zu euch von eurem Herrn herabgesandt wurde, und folgt keinen anderen Beschützern/Freunden (awliya) außer Ihm. Wie wenig beherzigt ihr dies!


Sollen wir Mohammed als Beschützer/Freund (awliya) neben unserem Herrn folgen?

PV geht nicht auf den Hadith selbst ein, wieso der Prophet überhaupt gesagt haben soll, nichts außer dem Koran aufzuschreiben! Des Weiteren gibt es ebenso angebliche Ahadith, die davon berichten, dass die Gefährten (Sahaba) des Propheten Ahadith gesammelt haben sollten, um sie zu VERNICHTEN. Wieso vernichtet Abu Bakr angeblich Ahadith des Propheten, obwohl er doch ein Gefährte des Propheten war und es besser hätte wissen müssen?

Um 6:00: die Argumentation mit der „Anfangszeit“ ist bekannt und nicht überzeugend. Wieso sollte der Prophet die Wahrheit verbergen? Weiß PV nicht selbst, dass der Prophet die Wahrheit verkünden muss und sie nicht verbergen darf? Weshalb hat er die Wahrheit versteckt, wo sie ihm doch bekannt war? Die ersten größeren Hadith-Dokumentationen sind etwa zwei Jahrhunderte später zusammengestellt worden. Es gibt keinen Beweis bzw. kein Dokument für die Hadith-Niederschrift für die Zeit vom Ableben des Propheten bis zu Muwatta. Es gibt nur Behauptungen darüber oder eben Ahadith.

Bis um 9:00: Sind wir etwa auf die Fähigkeit der Menschen aus der früh-islamischen Zeit angewiesen, die die Ahadith auswendig gelernt haben? Es ist bekannt, dass kurz nach dem Ableben des Propheten der erste Koran bereits zusammengestellt war. Dies gilt nicht für Ahadith. Gott verlässt sich also bei der sogenannten Sunna auf die Fähigkeit der Menschen, auswendig lernen zu können? Was für eine Religion ist das? Außerdem scheint Vogel die Argumentation mit der Stillen Post nicht verstanden zu haben. Gewöhnliche Menschen, selbst wenn sie etwas auswendig gelernt haben, können einzelne Wörter vergessen und das haben sie auch, weswegen es mehrere verschiedene Versionen vom ein und desselben Hadith gibt (es sei denn, die Ahadith wurden bewusst von Bukhary und Konsorten fabriziert: Abu Huraira beispielsweise ist bekannt für seine Lügen). Eben weil die sunnitischen Gelehrten und PV wissen, dass gewöhnliche Menschen leicht vergesslich sind, wiederholen sie die Behauptung, dass eben genau diese Hadith-Überlieferer ein enormes Erinnerungsvermögen hätten. Da wir diese Behauptungen nicht überprüfen können, weil diese Menschen nicht leben, können wir daran glauben oder nicht. Doch die Behauptungen sind realitätsfern und sind nur Vermutungen. Vogel gebraucht die suggerierende Rhetorik „je mehr ich eine Behauptung wiederhole, desto wahrer wird sie in den Köpfen“. Eine Vermutung wird nicht wahrer, je öfter man sie wiederholt. Zumal der Koran äußerst negative Aussagen über Vermutungen anstellt. Noch was zum Erinnerungsvermögen aus sunnitischer Sicht; soviel zu seiner Aussage, Prophet, Sahaba und Überlieferer seien alles Menschen mit unglaublichem Erinnerungsvermögen gewesen, die nie etwas vergaßen:

Bukhary Kapitel 79, Nummer 14
Asch-Schaibanyy berichtete: „Ich stellte ‚Abdullah Ibn Abi Aufa folgende Frage: ‚Hat der Gesandte Allahs die Steinigungsstrafe angewendet?‘ Und er entgegnete: ‚Ja!‘ Ich fragte ihn weiter: ‚War das vor der Offenbarung der Sura An-Nur (Nr. 24) oder danach?‘ Er sagte: ‚Ich kann mich nicht erinnern!'“

Kapitel 22, Nummer 1
‚Abdullah Ibn Buhaina berichtete: „Der Gesandte Allahs leitete für uns das Mittagsgebet, und nach den beiden ersten Rak’a stand er auf und setzte sich nicht (wie es sonst üblich ist) und die Leute blieben ebenfalls mit ihm stehen. Als er das Gebet beendet hatte, und die Leute auf den Taslim warteten, sprach er den Takbir vor dem Taslim, vollzog dann zwei Niederwerfungen im Sitzen und sprach abschließend den Taslim.“ (Das Sitzen nach den ersten zwei Rak’a hatte der Prophet vergessen. Die beiden geleisteten Niederwerfungen wegen der Vergesslichkeit (Sadschdatyy as-Sahwi) vor dem Taslim beheben das Fehlverhalten und sind so gut wie eine Entschuldigung anzusehen.)

Kapitel 26, Nummer 2
Ibn ‚Abbas berichtete: „Der Gesandte Allahs sagte zu einer Frau von den Ansar, deren Namen Ibn ‚Abbas erwähnte und von mir vergessen worden: ‚Was hinderte dich daran, den Hadschdsch mit uns zu vollziehen?‘ Die Frau antwortete: ‚Wir besitzen ein Kamel, auf dem mein Mann und sein (mein) Sohn ritten, und ein anderes Kamel, auf dem das Wasser herbeigeschafft wird.‘ Der Prophet sagte zu ihr: ‚Wenn Ramadan kommt, vollziehe in ihm die ‚Umra, denn eine ‚Umra im Ramadan ist ein Hadschdsch!‘ … „

Riyad-us-sahilin: Yazid ibn Habban erzählte: Husain ibn Sabra, Amru ibn Muslim und ich gingen zu Zaid ibn Arqam (r). Als wir bei ihm saßen, fragte ihn Husain: „Oh Zaid! Du hast eine beträchtliche Menge guter Dinge erlebt: Du hast den Gesandten Allahs (s) gesehen, seine Worte gehört, mit ihm zusammen (gegen die Feinde) gekämpft, und du hast hinter ihm das Gebet verrichtet. Gewiss hast du viel Tugend erworben. Also lass uns bitte wissen, was du von dem Gesandten Allahs (s) gehört hast!“ Er sagte: „Lieber Neffe (im Islam), ich bin alt geworden, und ich habe Einiges, was ich von Allahs Gesandtem gelernt habe, vergessen. So nehmt bitte an, was ich zu erzählen weiß, und ich zwinge mich nicht, mich an das zu erinnern, was ich vergessen habe. …

Muslim, Kapitel 20, Nr. 772:
Â’ischa (r) sagte: Allâhs Gesandter (s) hat gesagt: „Zehnerlei gehört zur Natur des Menschen:

    1) Schneiden des Schnurrbartes,
    2) den Bart wachsen lassen,
    3) die Zähne reinigen,
    4) die Nase mit Wasser reinigen,
    5) die Nägel schneiden,
    6) die Fingergelenke reinwaschen,
    7) die Haare unter den Achselhöhlen entfernen,
    8) die Schamhaare scheren und
    9) Wasser für die Reinigung (nach Verrichten der Notdurft) verwenden …“

(Der Überlieferer) sagte: „Das zehnte habe ich vergessen, wenn es nicht das Ausspülen des Mundes war.“

Auch interessant, von wem die Aussage mit dem Bittgebet stammt, dass Abu Huraira keinen Hadith mehr vergisst…

Kapitel 3, Nummer 25
Abu Huraira berichtete: „Ich sagte: ‚O Gesandter Allahs, ich höre viele Hadithe von dir, doch vergesse ich sie.‘ Er sagte:’Breite dein Gewand aus.‘ Ich habe dies getan, und er machte mit seinen Händen eine Bewegung, als füllte er etwas in mein Gewand, dann sagte er: ‚Nun lege seine Enden übereinander.‘ Das tat ich, und seither habe ich nie mehr etwas vergessen.“*

(* Demnach gehört Abu Huraira tatsächlich zu denjenigen Gefährten des Propheten, die eine große Zahl von Hadithen überliefert haben)


Es gibt noch mehr, doch die meisten sind sehr lang. Und man muss sich das auch nicht unbedingt antun.

Um etwa 10:00 gebraucht Vogel eine Rhetorik, die wirklich nicht schlecht ist. Jedoch: selbst die Anwälte, die mathematische Formel gebrauchen müssen, vergessen mit der Zeit (es könnte auch sein, dass sie es überhaupt nicht wussten), WOFÜR die Formel steht. Das ist traurige Realität. Die Ignoranz gegenüber Mathematik, obwohl sie für sie selbst doch so wichtig ist, ist heute immer noch existent. Einige Sekunden später sagt Vogel: „Ich war eh eine Null in Mathematik, ich hab alles vergessen.“ Was fällt dem Vogel dann überhaupt ein, sich ein Urteil über den Code 19 erlauben zu wollen? Vogel sollte sich selbst an der Nase ziehen und sich schön an Koranvers 17:36 halten, wenn er Gott folgen will, und gegenüber Code 19 neutral bleiben, bei seinen von ihm selbst zugegebenen schwachen mathematischen Fähigkeiten. Heute gilt es mittlerweile durchaus als schick und kann ohne Beschädigung des eigenen Ansehens geschehen, mit seiner völligen Ignoranz auf mathematischem Gebiet zu kokettieren. Mehr noch, ‚oute‘ ich mich gar als mathematisch unbegabt, so habe ich im Handumdrehen eine Mehrheit auf meiner Seite. Der populistische Effekt macht die Sache deshalb interessant. Würde man etwa auf dem Gebiet der Musik, üblicherweise zu den ‚Herzensdingen‘ gerechnet, allenfalls zugeben, dass ein Instrument nicht oder nicht gut gespielt wird, so doch wohl kaum, dass man kein Ohr für die Musik hat, die andere machen …? Doch am Bild der Kompetenz von PV wird deutlich gekratzt.

Bis 10:30 geht es weiter mit der Fähigkeit der Menschen, auswendig zu lernen. Sie hätten diskutiert, praktiziert und die Ahadith auswendig gelernt. Wenn dem so ist, wieso wurde dann der Koran niedergeschrieben und die Ahadith nicht? Wieso wurde beim Koran nicht ebenso auf die Fähigkeit, auswendig zu lernen, vertraut? Waren die Menschen doch nicht aussergewöhnlich und zu dumm, einen Unterschied zu machen? Konnten sie sich nicht einen Satz ausdenken, den sie vor jedem Hadith hätten auswendig lernen können, wie etwa: Dies ist ein Hadith und kein Koranvers.

Um 10:49 spricht er von „zig Manuskripten von damals, die bereits Hadith geschrieben haben“. Diese Manuskripte soll er mal veröffentlichen (natürlich sollten sie nicht aus der Sunna selbst und überprüfbar sein). Um 11:33 meint er zum zeitlichen Abstand zwischen dem Propheten und Muwatta von „Imam“ Malik: „Guck mal, das ist gar nicht so weit“. Das sind, laut seiner Aussage, mindestens 120 Jahre!!! Wo 10 Jahre schon ausreichen, um massive Lügen zu verbreiten.

Um 12:30 spricht er von „Hunderten von persönlichen Manuskripten“ als Beweise aus dem Buch „Studies in Early Hadith Literature“. Es wäre schön, wenn diese Aussage zumindest im Vortrag nicht rhetorisch hängen bleiben würde, sondern er das Buch dabei hätte und mindestens einen Beweis oder zwei Beweise vorlesen könnte. In den nächsten Minuten (12:50-13:50) spricht er von einem im letzten Jahrhundert gefundenen Manuskript von einem Schüler von Abu Huraira (!), dem Lügner schlechthin. Wie können wir diesem Schüler glauben, wenn Abu Huraira selbst unglaubwürdig ist?

Bis um 17:30 wird eine kleine sunnitische Lektion über Sunnah geliefert. Es gibt erneut einen Fehler in der Logik von PV. Er behauptet, die Leute seien dazu in der Lage gewesen, auswendig zu lernen. Wenn dies der Fall ist, wieso werden dann überhaupt „schwache Ahadith“ überliefert? War die Fähigkeit etwa auch „schwach“? Wieso existieren überhaupt schwache Ahadith bei der „enormen Fähigkeit“ der Menschen, auswendig lernen, diskutieren und praktizieren zu können? Dies zeigt die Argumentationsschwäche der Grundlage, auf die Vogel aufbaut. Außerdem beweist dies die Widersprüchlichkeit seiner Aussage.

Bei etwa 18:32 verrät er die Schwäche von Bukhary und Muslim. Laut Pierre Vogel haben Bukhary und Muslim (die beide „sahih“ Bücher überliefert haben sollen) deswegen nicht alle „sahih“ Ahadith in ihre Bücher übernommen, da ansonsten das Buch „zu groß und zu schwer“ (sic!) wäre für die Menschen. Wird also die Wahrheit ausgelassen oder gekürzt, um Bequemlichkeit zu fördern? Ist das die Absicht von Bukhary und Muslim? Ist das die Wichtigkeit der Religion, die Wahrheit auszulassen, um Bequemlichkeit zu fördern? Das allein beweist die Unzuverlässigkeit von Bukhary und Muslim, wenn Vogel Recht haben sollte, was er da behauptet.

Die nächsten Minuten sind voller Behauptungen, entweder unbewiesen oder übertrieben (z.B. das so genannte „Erinnerungsvermögen“ von Shafi). selbst wenn Abu Huraira nur auf das Lernen der Ahadith und das Leben des Propheten fixiert sei, dann ist er immer noch unglaubwürdig, was die Qualität (weswegen er primär angegriffen wird) seiner unter seinem Namen überlieferten Ahadith angeht. Die Quantität ist eigentlich nur Nebensache, obwohl die Behauptungen von Vogel über Abu Huraira selbst recht unglaubwürdig sind. Selbst die angeblichen Ahadith zeigen ein anderes Bild von Abu Huraira, als das, was Vogel behauptet.

Um 28:00 wird indirekt die Rhetorik gebraucht, dass Bukhary und Muslim jederzeit mehr Wissen als die Muslime hätten. Das ist Idolisierung von Menschen. In den weiteren Minuten auch nur pure Rhetorik bzw. Dinge, die nichts zur Sache beitragen. (Den Beweis über den Hadith mit der Fliege soll er mal bringen, so dass er empirisch überprüft werden kann. So als einfache Aussage nützt es uns nichts. Auch ich kann von einem Arzt sprechen, der eben genau das Gegenteil bewiesen hat.)

36:30 Die Argumentation „Stille Post“ wird kritisiert. Vogel scheint die Argumentation nicht zu kennen. Diese geht nämlich direkt auf die Hadith-Überlieferung ein! Nämlich besagt folgendes Zitat:

Auch moralische Wahrheiten sind sterblich. Jahrhundert auf Jahrhundert sagen die Leute: „Dies ist falsch“ und wiederholen die tiefempfundenen, genau belegten Überzeugungen von Generationen vor ihnen, als wären sie alle genetisch konditioniert, das zu glauben. Dann sagt jemand: „Ist es falsch?“, und ein anderer: „Es ist nicht falsch.“ Vielleicht wird er gesteinigt oder verbrannt. Die Gläubigen meinen, eher würde ein Berg niederfallen als ein Ketzer recht haben. Aber eines Tages sagt jemand: „Es ist nicht falsch“, und ein paar stimmen zu, dann viele. Später sagt jemand: „Es ist richtig.“ Und fast alle anderen sagen: „Natürlich. Wer könnte das bezweifeln?“


Peter de Rosa – Jesus-Mythos: Über die Krise des christlichen Glaubens, Seite 57f.



Dabei ist zu beachten, dass in dieser Argumentation ein Schritt weiter gegangen wurde, wo die „genau belegten“ Überzeugungen vorausgesetzt werden. Sunna und Hadith, so wie sie uns von den Sunniten gelehrt werden, sind auf keinen Fall genau belegt, geschweige denn ansatzweise.

In den weiteren Minuten versucht er mit unwahren Behauptungen das Bild derjenigen zu diskreditieren, die Bukharys Sammlungsmethode kritisieren. Wieso ist der Isnad (die Überliefererkette) primär? Ist nicht der Inhalt (matn) wichtiger (und damit der Vergleich zum Koran)? Da ein Vergleich zum Koran die Ungültigkeit des Hadith-Korpus beweist (vgl. Koranverse 7:3, 6:38, 6:114 uvm.), wird die Wichtigkeit auf den Isnad gelegt, um davon abzulenken.

Um 43:50 frage ich mich, wieso erfundene oder schwache Ahadith von bekannten Sündern oder Lügnern überhaupt überliefert werden? Deren Zeugnis würde im Gericht nicht angenommen werden. Wieso wurden ihre Ahadith aber in den Büchern aufgenommen? Ab 45:30 wird erneut eine „Geschichte“ erzählt, deren Überprüfung heute unmöglich ist. Wie kann ich ein persönliches Ereignis eines Menschen überprüfen? Deshalb ist das Rhetorik, ohne wirkliche argumentative Aussagekraft.

Ich will mal an dieser Stelle auf die enorme Schwäche der Grundlage eingehen, auf die Vogel aufbaut. Aufgrund des Wissens, dass gewöhnliche Menschen die Ahadith nicht exakt überliefern können (Stille Post), sehen sich die Gelehrten gezwungen, die Fähigkeit dieser Menschen, die die Ahadith überliefern, als überdurchschnittlich zu beschreiben, ohne jegliche Beweise natürlich. Die übermäßige Betonung auf das „enorme Erinnerungsvermögen“ derjenigen, die Ahadith überliefern, zeigt, dass der Inhalt der überlieferten Ahadith alleine nicht ausreichen kann, um diese zu legitimieren.

Einen ganz wichtigen Punkt hatten wir bereits angesprochen. Die Schwäche aller Ahadith lässt sich an einem Hadith beweisen: Der Hadith von der Abschiedspilgerfahrt unseres geliebten Propheten. Wie können wir den Hadith-Büchern, in denen die meisten Ahadith von weniger als zehn Menschen bezeugt und überliefert wurden, Vertrauen schenken, wenn diese dazu unfähig sind, ein Ereignis akkurat aufzuzeichnen, dass laut Behauptung von Sage und Schreibe 10’000 Menschen bezeugt wird??!!! Dies macht in der Tat die Zuverlässigkeit des gesamten Korpus der Ahadith äußerst zweifelhaft, wenn nicht zunichte.

Schiitische „Gelehrte“ und sunnitische „Gelehrte“ besitzen in etwa das gleiche Wissen über den Korpus der Ahadith, aber dennoch widersprechen sie sich extrem. Dies liegt nicht daran, dass sie ein unterschiedliches Verständnis derselben Ahadith hätten, sondern, weil sie bestimmte (mehr oder weniger sahih) Ahadith aufgrund anderer (mehr oder weniger sahih) Ahadith ablehnen. Gegen Schluss des Films sagt Pierre Vogel: „Du kannst gar nicht alles praktizieren, was in Bukhary und Muslim“ vorkommt. Diese Aussage widerspricht deutlich diesen Koranversen, wenn es um die Praktikabilität der Religion geht:

2:185 Gott wünscht für euch Erleichterung und nicht Erschwernis.

4:28 Gott will eure Bürde erleichtern, denn der Mensch ist schwach erschaffen.

22:78 Er hat euch erwählt und legt euch nichts Beschwerliches in der Religion auf.

54:17,22,32,40 Und wir haben gewiss den Koran leicht zu verstehen gemacht: gibt es denn jemanden, der sich ermahnen lässt?

5:6 Gott will euch keine Bürde auferlegen, sondern Er will euch reinigen und seine Gnade an euch vollenden, auf dass ihr dankbar seid.

87:8 Wir werden dich auf den leichten Weg führen.


Gott sei aller unendlicher Dank, dass der Islam des Koran ein Islam der Bildung, der Meinungsfreiheit und des Wissens ist. Gott sei aller unendlicher Dank, dass der Islam des Koran einfach und vollkommen, komplett und ausführlich genug ist.

Gepriesen sei der Herrscher der Welten, die einzige Quelle der Wahrheit!

10 einleitende Fragen und ihre Antworten zum Islam

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

10 Leserfragen und ihre Antworten zum Islam:

1. Muslime beten zu „Allah“. Ist Allah derselbe Gott wie der von Christen und Juden?

Ja, Allah ist Gott, der Schöpfer, also derselbe Gott wie der von Christen und Juden.[1] Allah ist lediglich das arabische Wort für Gott und symbolisiert/bezeichnet keine andere Gottheit. Wenn arabische oder arabischsprechende Christen oder Juden Gott anbeten wollen, sagen sie „Allah“. Es gibt Muslime, die es ablehnen, das Wort Gott zu gebrauchen. Dies kann gewiss einen Eindruck vermitteln, dass „Allah“ eine komplett andere Gottheit sei. Ihre Beharrlichkeit ist ein Fehler, da der Koran uns dazu ermutigt: „Nennt Ihn GOTT oder nennt Ihn den Gnädigsten; welchen Namen ihr auch braucht, Ihm gehören die schönsten Namen.“[2]

2. Glaubt ihr, dass Nichtmuslime in den Himmel gehen?

Ja, Gott versichert uns, dass es Gläubige in allen verschiedenen Gruppen gibt, die in den Himmel gelangen. Die Worte Islam und Muslim sind mehr als nur Eigennamen/Bezeichnungen. Sie sind die Beschreibung für die vollständige Hingabe zu Gott allein. Der deutsche Begriff für Islam ist Hingabe/Ergebung, was von einem Ergebenen zu Gott allein praktiziert wird.[3] Es gibt Ergebene, die aus christlichem, jüdischem, buddhistischem, hinduistischem oder aus einem anderen Hintergrund abstammen. Alle Ergebenen, die sich Gott allein widmen, ohne jegliche Idole aufzustellen, werden von Gott rein gewaschen, erlöst.[4] Deshalb sagt uns die Schrift Gottes, der Koran, dass Seine ergebenen Anbeter, ganz gleich wie sie sich nennen mögen, in den Himmel gehen. Jede Person, gleichgültig welcher Religion sie auch angehören mag, wird als ein Gottergebener betrachtet, der sich Gott allein ergibt, an den Tag des Gerichts glaubt und ein rechtschaffenes Leben führt, also Frieden fördert. Viele der Christen und Juden fallen in diese Kategorie.

3. Wie ist das Wesen des Teufels zu verstehen? Ist er etwa ein Dämon?

Der Teufel ist laut Koran keine Person oder kein fixes Wesen außerhalb von uns. Er steht eher für den Mangel an Gutem in uns; er ist unsere schlechte Seite, die schlecht zu uns redet. Der Teufel unterliegt jedoch der Kontrolle Gottes, wenn wir also mit reinem Herzen an Gott und an Seine Barmherzigkeit glauben, müssen wir den Teufel nicht fürchten.[5] Der Koran zeigt uns, dass wir Zuflucht bei Gott suchen sollen vor dem Teufel, also vor den eigenen Mängeln, die wir wegen dem „Teufel in uns“ (und auch um uns) haben – damit z. B. eine Arbeit nicht von diesen Einflüssen belastet wird, um möglichst objektiv zu sein. Der Teufel ist das Abgleiten vom Weg des Lichts – die Versuchung dem Materiellen zu erliegen, statt sich auf Gott zu konzentrieren. Deshalb suchen wir Zuflucht vor dem Teufel, damit unser Herz möglichst rein ist.[6] Die Schöpfung von Satan (im Koran „Iblis“ genannt) wird im Koran metaphorisch beschrieben, dass er aus „Feuer“ erschaffen wurde.

4. Wieso müssen muslimische Frauen Kopftücher tragen?

Nirgends im Koran wird befohlen, dass sie ihre Haare, Arme etc. bedecken sollen. Die religiöse Vorschrift des Kopftuchs, oder Hijab (sprich: Hi-dschab), kommen von außerkoranischen Quellen; hauptsächlich von den Verordnungen der Religionsgelehrten und Hadith.[7] Nichtsdestotrotz ist es nicht falsch, Kopftücher wegen kultureller Tradition zu tragen. Es sollte also nicht ausgesagt werden, dass Kopftücher nicht getragen werden dürften. Die Kleidungsgebote des Koran lauten wie folgt:

  1. Die beste Bekleidung ist die Bekleidung der Rechtschaffenheit; für Männer und Frauen.
  2. Frauen sollten ihre Brüste bedecken und nur das zum Vorschein bringen, was nötig ist (Sittsamkeit implizierend).
  3. Frauen können ihre Bekleidung verlängern, um als rechtschaffen erkannt zu werden.
  4. Frauen UND Männer sollen ihre Blicke unterdrücken und ihre Keuschheit/Reinheit bewahren.[8]

5. Was sagt der Islam über Selbstmordattentate, Flugzeugentführer und Terrorismus im Allgemeinen?

Gott sagt uns im Koran, dass wir uns nicht selbst töten sollen[9], dass das Leben heilig ist[10] und dass wir nicht überschreiten sollen[11]. Wenn jemand uns angreift und bekämpft, können wir uns selbst verteidigen, aber wir haben keine Erlaubnis mehr zum Kampf, wenn sie sich entscheiden den Krieg zu unterlassen.[12] Wir dürfen auch keinen Gläubigen töten; bevor wir also zurückschlagen, müssen wir absolut sicher sein. Die Meinungs- und Religionsfreiheit ist des Weiteren eines der Hauptprinzipien des Koranischen Islam. Die Menschen können aufgrund ihres Glaubens nicht bestraft oder zu irgendetwas gezwungen werden. [13] Alles in allem bedeutet das, dass Selbstmordattentate, Flugzeugentführungen und Terrorismus anti-islamisch sind.

6. Was sind die verschiedenen Richtungen im Islam und wie unterscheiden sich ihre Glaubensauffassungen?

Laut Schrift unterstützt Gott es nicht, sich in Gruppen zu spalten. Eigentlich rät Er davon ab, Seine Religion zu teilen.[14] Einige der Gruppen heißen: Sunniten, Schiiten, Ismailiten, Ahmadiyas, Sufis, Wahhabiten, Aleviten, Kharidschiten etc. Diese Parteien entstanden entweder durch politische Differenzen oder wurden von Führern gegründet, die entschieden haben, dass ihre religiöse Interpretationen die rechtgeleitetsten seien. Dadurch wurden die Anhänger dazu verpflichtet, sich von der breiteren und allgemeineren religiösen, im Koran vorgeschriebenen Praxis abzuwenden.[15] Aufgrund dieser Sachverhalte bildete sich eine Gruppe, die zu den Ursprüngen zurückkehren und sich Gott allein hingeben will, statt falschen Führern.[16]

7. Was sind die prinzipiellen Unterschiede zwischen Islam und den anderen zwei Hauptreligionen des Monotheismus, Christentum und Judentum?

Die monotheistischen Religionen hatten Propheten und Gesandte, welche dieselbe Botschaft brachten: dass sich Gläubige Gottes allein Ihm hingeben, Ihn allein lieben sollen. Diese Proklamation wurde von Abraham, Jakob, Moses und allen Propheten Gottes verkündet.[17] Deshalb glauben Muslime an alle Propheten und an das, was durch sie überliefert wurde.[18] Einigen Gesandten wurde auferlegt, einige kleinere Aspekte der von Gott autorisierten Religion zu entfernen oder hinzuzufügen[19], jedoch bewirkten diese von Gott erlaubten Änderungen nicht eine vollständig andere Religion.[20] Es sind die menschengemachten Verordnungen, die solch große Unterschiede zwischen den monotheistischen Religionen erzeugen.[21] Gewiss, würden die unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften Gottes Gesetze und Schrift allein einhalten, würden sie nur minimale unterscheidende Merkmale und stattdessen mehr Gemeinsamkeiten aufweisen.[22]

8. Ist der Islam nicht die Religion, dessen Buch die Anhänger dazu anstiftet, die Christen zu töten? Wie kann ich glauben, dass der Islam eine Religion von Barmherzigkeit und Frieden ist, wenn sie offensichtlich nicht barmherzig und friedfertig gegenüber Frauen ist? Wenn sie wirklich so sein würde, wieso wird dann den Frauen in den Ländern des Mittleren Ostens nicht erlaubt, kurzärmelige Kleidung zu tragen, in die Schule zu gehen oder Spiele zu spielen, was den Männern ja erlaubt ist?

Den Muslimen wird auf keinen Fall und nirgends im Koran auferlegt, Christen zu töten. Gottes gerechtes System erlaubt das gesetzmäßige Töten nur für die Selbstverteidigung, wenn auch einige selbsternannte Muslime die Verse missbrauchen, welche die Selbstverteidigung ansprechen. Sie haben die Bedeutungen verfälscht um nach Belieben zu verletzen, zu unterdrücken oder zu töten. Der Koran kritisiert Aggression ohne Grund[23] und zieht die friedliche Koexistenz mit anderen vor.[24] Deshalb verstehen wir, dass diese Verse nur für Kriegssituationen bestimmt sind, wenn ein Angriff stattgefunden hat[25], während zur selben Zeit Aggression und Unterdrückung aufs Schärfste verurteilt werden [26]. Gegenwärtige Muslime, die dem Koran folgen, werden wissen, dass es deutsche Gläubige gibt. Des Weiteren denken sie, dass das europäische System mit den vielen gewährleisteten Freiheiten und keinem Zwang in der Religion die angemessene Einhaltung von Gottes Gesetzen ist.[27]

Die unterdrückenden Verordnungen in einigen Ländern des Mittleren Ostens gehen gegen die Gesetze Gottes.[28] Nicht nur Gott spezifiziert im Koran, dass Frauen und Männer gleich zueinander sind, sondern auch die Diener Gottes müssen miteinander höflich umgehen. Unterdrückung ist absolut inakzeptabel.[29]

9. Ich habe davon gelesen, dass es gewisse Säulen des Islam gibt. Was sind diese Säulen des Islam? Sind sie besondere Rituale?

Die „Säulen“ des Islam sind die religiösen Hauptpraktiken, die durch Abraham eingeführt wurden, lange vor dem Koran und Mohammed.[30] Diese fünf religiösen Praktiken sind die Kernpraktiken des Islam und werden von den Gottergebenen mit Gottvertrauen verrichtet.[31] Diese Praktiken sind:

  1. Das Glaubensbekenntnis zu Gott (auf arabisch: Schahadah). Diese Erklärung lautet: „Es gibt keine Gottheit außer Gott.“[32]
  2. Drei Kontaktgebete (arabisch: Salât) pro Tag.[33] Ein Versammlungsgebet wird zusätzlich anstelle eines einmaligen Mittaggebets angeordnet.[34]
  3. Die Wohltätigkeit, Almosen (ar.: Zakat).[35]
  4. Die Einhaltung des Fastenmonats (Ramadan).[36]
  5. Die einmalige Pilgerfahrt im Leben eines Ergebenen (Hadsch).[37]

Anmerkung: Um die Übersichtlichkeit für den Leser zu gewährleisten, haben wir uns an das traditionelle Schema der „5 Säulen“ gehalten. Diese sind ein wichtiger Bestandteil des Islam im Koran, jedoch wurde ihre Bedeutung dahingehend verzerrt, dass man ein Gottergebener (Muslim) sei, wenn man sich an die fünf Säulen hielte. Wir finden im Koran etliche Verse, die die Charaktereigenschaften und das Verhalten eines Muslim beschreiben, welche nicht in „Säulen“ zusammengefasst werden und auch der Status „Gottergebener“ definiert sich nicht an diesen. Die Anforderung an uns Gottergebene besteht vielmehr darin dem „geraden Weg“ zu folgen, welcher von Abraham begründet und von allen Propheten gelehrt wurde. Die Grundlagen dieses Weges finden wir in 6:151-153. Vielleicht werden Sie bei der Lektüre des Koran und mit Hilfe unserer Webseite feststellen, dass Sie selbst bereits ein Gottergebener (Muslim) sind?

Der Hadith (Aussagen, die fälschlicherweise dem Propheten Mohammed zugeschrieben werden), aus welchem die Annahme, der Islam bestehe aus 5 Säulen, herrührt, lautet wie folgt:

Von Abu ‚Abdu-r-Rahmán ‚Abdullah, dem Sohn von ‚Umar Ibn Al-Hattáb […]: Ich hörte den Gesandten Gottes […] sagen: „Der Islam wurde auf fünf (Pfeilern) errichtet: dem Zeugnis, daß kein Gott da ist außer Gott, und daß Muhammad der Gesandte Gottes ist, dem Verrichten des Gebetes, dem Entrichten der Zakah (Almosen), der Pilgerfahrt zum Hause und dem Fasten im Ramadan.“

10. Was bedeutet „Nur-Koran“? Wird damit gemeint, dass nur ihr den Wahrheitsanspruch hättet? Werden andere Religionen pauschal für nicht wahr gehalten?


Dem ist nicht so. Die Antwort zur zweiten Frage könnte hier auch nochmals stehen. Die Formulierung „Nur-Koran“ bezieht sich in erster Linie auf die Handhabung der Religionsquellen. Für das Verständnis und die Einhaltung der Religion reicht Gottes Schrift, in unserem Fall der Koran, aus. Da in der mislamischen Geschichte und auch heute noch weit verbreitet im Mislam andere Beiwerke, so genannte „Hadith-Bücher“ (arabisch: Aussage, Worte; plural: Ahadith), fälschlicherweise im Namen des Propheten als autoritäre Religionsquellen verwendet wurden und werden, beziehen sich die Aussagen wie „Koran allein“, „Nur-Koran“, „Gottes Buch allein“ etc. auf diesen spezifischen Sachverhalt. Des Weiteren wird im Koran von den Muslimen gefordert, an die Wahrheit vergangener, von Gott offenbarten Schriften zu glauben.[38] Für die Gottergebenen gilt der Koran als letzte offenbarte Schrift[39] und alleinige Religionsquelle.[40] Des Weiteren hat „nur“ auch auf Arabisch eine Bedeutung, nämlich „Licht“, das wir als Beschreibung des Koran ansehen.


Referenzen:

Die Koranversangaben werden wie folgt angegeben: Surenlaufnummer: Verslaufnummer. Beispiel: 17:36 bedeutet Kapitel 17, Vers 36.

[1] 2:135, 4:125, 22:78, 16:123;

[2] 17:110, 7:180, siehe auch Gottes Namen im Koran;

[3] 2:207-208, 3:19, 10:28-29;

[4] 2:62, 5:69, 3:84-85, 2:94, 2:111, siehe zu den „Ungläubigen“: Die Eigenschaften der Kafir

[5] 7:16-17, 16:98-99;

[6] 23:97-98, 114:4, 102:1-2, 7:12;

[7] 12:111, 31:6, 39:23, 39:29, 45:6, 52:34; siehe auch Kapitel 22: Kopftuch und Verschleierung aus dem Buch Die erfundene Religion und die Koranische Religion

[8] 7:26, 24:30-31, 33:59, siehe auch Appendix 18 und Appendix 19 der Koranübersetzung von R. Khalifa und ebenso Frauen im Koran und in der erfundenen Religion

[9] 4:29-30, 2:195; siehe auch Selbstmordverbot – auch in spiritueller Hinsicht

[10] 6:151, 17:33;

[11] 7:33;

[12] 4:90;

[13] 4:92-94, 18:29, 2:256, 10:99, 25:57, 50:45, 60:8-9, 73:19, 74:37, 76:29, 78:39, 80:12, 88:22, 109:6, siehe auch Die Rhetorik von Terror und Cihad

[14] 42:13-16, 21:92-93, 23:52-54;

[15] 14:21, 33:67, 9:34, 2:272, 4:88, 6:125;

[16] 3:102-105, siehe auch Abspaltungen, Madhabs (Rechtsschulen) und Sekten auch Sekten

[17] 2:136;

[18] 3:84, 22:30;

[19] 5:5, 2:187, 3:49-50, 4:160-161, 6:145-146, 7:157, 16:118, 4:21-22, 33:52;

[20] 3:64, 2:83, 2:87, 3:93-94;

[21] 6:112-114, 2:97, 3:19, 2:146, 5:87, 6:140, 7:32;

[22] 6:154-157,5:48, 6:52, 2:91, siehe auch Introduction of the Quran translation by R. Khalifa (englisch) und Bibel vs. Koran – Gemeinsamkeiten

[23] 2:190, 2:193, 42:42;

[24] 60:8-9;

[25] 8:12-13, 47:4;

[26] 2:191, 2:217, 4:75-76, 4:89-91, 5:87, 7:33, 8:39;

[27] 49:13, 2:62, 2:256, 64:9, siehe auch Anweisungen IM Krieg;

[28] 49:13, 3:195, 4:25, 2:193, 4:75;

[29] 2:191, 9:71, 33:35, 5:54, 48:29, 52:26, 4:128;

[30] 22:78, 16:123, 21:73;

[31] 15:98-99;

[32] 3:18, 63:1, 2:285, 72:18, siehe auch Appendix 13 der Koranübersetzung von R. Khalifa;

[33] 23:9, 29:45, 2:43, 2:45, 11:114, 24:58, 17:78, 2:238, siehe auch Glaube, Gebet;

[34] 62:9;

[35] 2:110, 6:141, 2:215, 7:156-157, siehe auch Almosen;

[36] 2:183-187, siehe auch Fasten;

[37] 2:125, 2:197;

[38] 5:43-48, 42:13, 2:136, 3:84, 42:15;

[39] 33:40;

[40] 7:3, 6:19, 6:38, 6:112-116.

Schlüssel zum Verständnis des Koran: Beispiel 2 – Kāfir: Der Mensch als Ableugner

Wer ungläubig scheint,
kann in Wahrheit gläubig sein.

Dieser Satz fasst das Ergebnis dieses Beispiels zusammen. Der Begriff Kāfir (كافر) wird in den gängigen Übersetzungen oft mit „Ungläubiger“ übersetzt. Leider wird in anderen, durchaus bekannten, sich als muslimisch ausgebenden Plattformen dieser Begriff offen und in voll abwertender Bedeutung auf alles „nichtmuslimische“ angewandt. Dieser Zustand ist höchst bedauerlich. Daraus resultieren auch manchmal verständliche empörte Reaktionen derjenigen, die an keinen Gott glauben wollen, weil sie glauben, dass diese (rassistische) Haltung allgemein aus der Lesung abgeleitet wird. Die von bestimmten Gruppierungen übliche pauschale Betitelung eines Nichtmuslims als „Kāfir“ wirkt in der Tat mittlerweile wie ein rotes Tuch. Aber auch „muslimische Abweichler“ vom sog. „rechten Glauben“ (und das scheint die Mehrheit zu sein) werden in bestimmten Kreisen geradezu mit Wonne und inflationär den Kāfirūn oder Kuffār (كفّار , plural von Kāfir) zugerechnet. Deshalb ist bei der Beschreibung der Kāfirūn geboten, sich Folgendes zu merken: Ein Ablehner oder Ableugner zu sein, hat nicht zwingend allein mit einem Glaubensbekenntnis zu tun, sondern mit bestimmten Wesenszügen. Hierbei stehen immer die inneren Werte im Vordergrund und nicht, wie viele glauben, das Aussprechen eines Bekenntnisses. Denn laut der Lesung ist das bloße Aussprechen eines Bekenntnisses kein Zeichen wahren Glaubens (2:8–10).

Die nachfolgende Liste soll deutlich machen, dass ein Ableugner nicht lediglich jemand ist, der sich nicht zum gottergebenen (muslimischen) Glauben bekennt, sondern auch ein offizieller Gottergebener sein kann, der beispielsweise gewisse Regeln der Gottergebenheit zu seinem eigenen Vorteil auszulegen versucht. Einem Menschen steht es nicht wirklich zu, andere Menschen als Ableugner im von Gott verurteilten Sinne zu betiteln; dieser Urteilsspruch steht am Jüngsten Tag allein Gott dem Allweisen und Allwissenden zu. Deshalb sollte folgende Liste nicht dazu dienen, die Fehler bei anderen zu suchen, sondern wohl eher dazu, dass wir uns selbst an der eigenen Nase fassen und an uns arbeiten, damit unsere Seele im Positiven gedeihen kann! Kurz gesagt: Diese Liste dient für die Selbstüberprüfung und nicht für die Verurteilung anderer Menschen. Im Gegenteil, die Lesung Gottes mahnt uns, dass wir ihnen stattdessen mit Vergebung entgegentreten sollen:

 

45:14–15 Sprich zu denen, die glauben, sie mögen denen vergeben, die nicht mit den Tagen Gottes rechnen, auf dass Er die Leute für das belohne, was sie verdienen. Wer Gutes tut, tut es zu seinem eigenen Vorteil. Und wer Böses tut, tut es zu seinem eigenen Schaden. Zu eurem Herrn werdet ihr dann zurückgebracht.

45:18–19 Dann brachten Wir dich auf einen klaren Pfad in der Sache des Glaubens: So befolge ihn, und folge nicht den Launen derer, die nichts wissen. Sie können dir vor Gott nichts nützen. Diejenigen, die Unrecht tun, sind einander verbündet. Gott aber ist der Verbündete der Rechtschaffenen.

 

Ayman Teryaki, mein werter Freund, schrieb zu diesem Vers den folgenden Satz, dem ich nichts hinzuzufügen habe:

 

Dass Gott uns aus Seiner Barmherzigkeit Sein Wissen gab, heißt nicht, dass wir Anderen gegenüber überheblich sein dürfen. Andere zu verurteilen, gilt sicher nicht als Pluspunkt bei unserem Herrn. Nur wer rechtschaffen handelt und sich unter Gottes Willen verbündet, kann von Gott Beistand erhalten.

 

Außerdem tauchen dermaßen viele verschiedene Faktoren auf, dass Sie sie sicherlich nicht alle bei einem einzigen Menschen finden werden. Die meisten der genannten „Eigenschaften der Ableugner“ könnten sowohl auf Gottergebene als auch auf solche zutreffen, die nicht Gott ergeben sind.

Es darf natürlich nicht vergessen werden, und das ist bei solch einer Auflistung schlichtweg unmöglich darzustellen, dass die Eigenschaften auch in der Lesung nochmals verschieden bewertet werden. Beispielsweise ist die einzig unverzeihliche Eigenschaft des Menschen das Ableugnen der Einheit Gottes – damit verbunden auch die Ableugnung des Jüngsten Tages, wenn sie unveränderlich bis zum Tod beibehalten wird. Dies ist uns aus den vorigen Kapiteln als Beigesellung bekannt. Alles andere ist verzeihlich. Doch nur Gott kann verzeihen, weswegen wir stets um Vergebung bitten müssen. Niemand ist ohne Sünde, so dass er ohne Vergebung auskäme (35:45, 16:61). Die Mindestkriterien zum Erlangen des Seelenheils und um in die Barmherzigkeit Gottes auch am Jüngsten Tag aufgenommen zu werden sind, dass ein Mensch, ob er sich „Muslim“ nennt oder nicht, an Gott und an das Konzept der Verantwortlichkeit für die eigenen Taten (also an das Jüngste Gericht) glaubt und gute Werke vollbringt (2:62, 5:69).

 

2:64 … Ohne die Huld Gottes gegen euch und seine Barmherzigkeit wärt ihr gewiss unter den Verlierern.

 

Gelobt sei der Herr aller Welten und jeglicher Dank gebührt Gott für seine großzügige, allumfassende Barmherzigkeit.

Menschen können nicht in die Herzen ihrer Mitmenschen blicken. Wir sollten deshalb auch nicht urteilen. Wer ungläubig scheint, kann in Wahrheit gläubig sein. Viele hungern und dürsten im geistigen Sinn, aber sie finden keinen Ausweg und hängen sich deshalb an vergängliche, meist irdische Dinge, obwohl wir uns und unser Herz zuerst an Gott hängen sollten. Ein Fehler ist der, dass die „Gläubigen“ sich anmaßen fromm und besser als die „Ungläubigen“ zu sein. Das ist eine Sünde, denn:

 

Lukas 14:11 Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

 

Vor Gott zählt der Mensch mit seinen rechtschaffenen Taten und nicht der Status (49:13).

 

Verwendung des Wortes „Kufr“ in der Lesung

Wenn wir das Verbalnomen „Ableugnung“ (kufr) betrachten, so werden wir in der Lesung sehen, dass damit nicht nur der spirituelle Aspekt gemeint ist, also nicht nur „Unglauben an eine Gottheit“. Beispielsweise werden in 57:20 die Säleute als „kuffār“ bezeichnet: Arbeiter auf dem Feld, die den Boden bestellen. In dieser Verwendung der Wurzel kāf-fā-rā sehen wir bereits die Grundbedeutung: Das „Verbergen“ oder „Bedecken“ irgendeiner Sache oder Angelegenheit, in 57:20 also das Verbergen des Samens in der Erde.

In vielen Fällen wird das Wort „kufr“ im Sinne einer „Undankbarkeit“ verwendet.106 Meistens aber wird das Wort als Gegenteil von Glaube (Īmān) verwendet. Daher erhält dieses Wort auch die Nebenbedeutung von „jemand, der nicht an Gott glaubt“ oder auch jemand, der „ständig alles anzweifelt und die Wahrheit innerlich oder äußerlich ableugnet“ (ich erinnere an die vorigen Kapitel, in denen ich erklärte, dass Īmān mit einer gesicherten Überzeugung zu tun hat). Ich hatte in unserer Methodik die semantische Ebene betont. Das heißt, wenn ein Wort als klares Gegenwort zu einem anderen Wort steht, erhält es beträchtlichen semantischen Wert als das Gegenwort. Nichtsdestotrotz ist dies nur eine Nebenbedeutung, der in der Lesung am meisten Gewicht verliehen wurde. Im Versuch, ein all diese Kategorien von kufr umfassendes Wort zu finden, entschieden wir uns in unserer Ḥanif-Übersetzung für „Ableugnung“ und dementsprechend ist ein Kāfir also ein Ableugner.

Die Ableugung ist jedoch keine rein dogmatische Kategorie, die sich am Fehlen und am Ableugnen der Glaubensbezeugung (schahādah) erkennen ließe, sondern stellt eine Lebenshaltung dar, die aktiv und bewusst auftritt. Dies ist besonders daran zu erkennen, dass die Ableugnung immer wieder im Sinne einer Undankbarkeit verwendet wird, denn in Undankbarkeit verbirgt man die Gaben und die Gunst Gottes und allgemein betrachtet verbirgt man also wissentlich die Wahrheit. Dieses Ableugnen findet meist als aktive Zurückweisung statt. Nicht von ungefähr werden dann in der Lesung mit diesem Wort Haltungen verknüpft, die als aktiv arrogant und unterdrückerisch beschrieben werden.

Wer ungläubig scheint, kann in Wahrheit gläubig sein.Ableugnung darf infolgedessen nicht mit der rein religiösen oder weltanschaulichen Ablehnung des Monotheismus in Verbindung gebracht werden. Es ist äußerst interessant, wenn wir sehen, dass ein solcher Ableugner laut der Lesung früher gar das Vorhandensein einer solchen Gottheit anerkannte (2:61–63; 31:25; 33:9,78), aber keine Konsequenzen daraus zog, wie etwa sich selbst und seine eigene Lebensweise auf politischer, soziologischer und kultureller Ebene zu ändern (9:34,35; 13:18).

Die 525 Stellen in der Lesung, welche die Wurzel kāf-fā-rā (ك ف ر) betreffen, kommen in insgesamt 465 Versen vor. Dabei werden die nachfolgend aufgeführten Formen der Wurzel verwendet, wobei ich hierbei daran erinnern möchte, dass die klassisch-arabischen und nicht die modernen Bedeutungen des heutigen Standardarabisch untersucht werden.

  • 289 Mal als das Verb des ersten Verbstammes: ableugnen (kafara – كَفَرَ)
  • 53 Mal als das Verbalnomen des ersten Verbstammes: Ableugnung (kufr – كُفْر; kufrān – كُفْرَان; kufūr – كُفُور; kafūr – كَفُور, letzteres im Sinne von Undankbarkeit)
  • 157 Mal als das aktive Partizip als Singular oder Plural des ersten Verbstammes: Ableugnende/ableugnend (kāfirūn – كَٰفِرُون und kuffār – كُفَّارٌ ; synonym dazu fünfmal kaffār – كَفَّار als Adjektiv oder Nomen), ableugnend (kāfira – كَافِرَة) und Ableugnender/Ableugner (kāfir – كَافِر)
  • 14 Mal als das Verb des zweiten Verbstammes: verbergen/entfernen/zurückweisen (kaffara – كَفَّرَ), auch im Sinne von wiedergutmachen oder Sühne
  • Viermal als Nomen abgeleitet vom zweiten Verbstamm: „Sühne“ (kaffāra – كَفَّٰرَة)
  • Einmal als das Verb des vierten Verbstammes: Ableugnung veranlassen, undankbar sein (ʾakfara – أَكْفَرَ)
  • Einmal je nach Sichtweise als das Nomen Kampfer oder als das Adjektiv entlastend (kāfūr – كَافُور) und einmal als das Nomen „Ableugnende“ (kawāfir – كَوَافِر)

Wir sehen also deutlich, dass die Grundbedeutung eher im „Verbergen“ liegt und sowohl negativ (in Bezug auf die Ableugner und Undankbaren) als auch positiv (das Verbergen von Sünden: Die Sühne) verwendet werden kann. Die Lesung zeigt uns vor allem auf, dass das „Ableugnen“ immer auch ein Bezugssystem braucht, man also je nach Kontext ein „erwünschter Ableugner“ oder „unerwünschter Ableugner“ sein kann. So etwa, wenn Abraham zu seinem Volk sagt, dass er sie ableugnet im Sinne von Ablehnung der Falschheiten. Insofern war Abraham ein Ableugner, nur in einem anderen Kontext! (60:4)

Ein Beigeseller (muschrik) ist des Weiteren per Definition auch ein Ableugner (kāfir), da er mindestens dem Prinzip der absoluten Einheit Gottes (tawḥīd) widerspricht, indem er beispielsweise die absolute, alleinige Autorität Gottes in der Religion nicht in vollem Umfang akzeptiert, sondern in anderen Worten diese Wahrheit vor sich selbst oder anderen verbirgt. Er lehnt das Prinzip ab, leugnet es also in seinen Grundzügen. Ein Ableugner hingegen verbirgt die Wahrheit, um sein eigenes Ego, sein Selbst (nafs) zu schützen, weshalb er sich selbst Gott beigesellt, statt sich allein Gott zu ergeben.

Die Begriffe Ableugner und Beigeseller sind zwar unterschiedliche Worte, doch es gibt keinen Ableugner, der kein Beigeseller ist und umgekehrt genauso. Die beiden Begrifflichkeiten beschreiben verschiedene Aspekte desselben Zustands, in dem sich der Mensch befindet. Leugnet man die Wahrheit ab, so gesellt man eine Unwahrheit bei und folgt seinen eigenen Neigungen. Die eigene Neigung wird also beigesellt. Gesellt man Gott etwas bei, so wird die Wahrheit der Einheit Gottes abgeleugnet, man ist also ein Ableugner.

Weitere wesentliche Merkmale von Ableugnern:

  • Halten sich nicht an Friedensverträge, die sie unterschrieben haben, kooperieren mit den Feinden. (9:4)
  • Geben keine Acht auf die Rechte der Anderen, wie Freiheit, Sicherheit und Wohlstand der Gesellschaft. (9:7, 9:45–49)
  • Sie würden sogar Profites wegen die Beziehungen der Verwandten trennen. (9:8)
  • Sind äußerst aggressiv und tätlich. (9:12-13, 2:191)
  • Treiben Menschen aus dem Land fort und beginnen mit fadenscheinigen Gründen einen Krieg. (9:13, 60:7-9)
  • Die Bestimmungen der Gesellschaft bewerten sie nach ihrem eigenen Interesse, und führen sie nach eigenem Interesse aus. (9:37)
  • Wollen nicht, dass andere es besser haben als sie selbst, prahlen mit ihren Erfolgen. (9:50)
  • Leben ihre Religion, der sie angehören, nicht angemessen und nur oberflächlich aus und wollen lediglich gesehen werden. Sie geben die Spenden nicht von Herzen und sind in Wahrheit Heuchler. (9:52–54, 9:63–66, 107:4)
  • Befolgen ihre eigene Meinung, Ideologie oder Religion nicht, alles bleibt beim Wörtlichen. (62:5)
  • Provozieren Streit und Missverständnisse in der Gesellschaft durch Täuschung. (9:56-59)
  • Geben ihren Freunden ein falsches Vertrauen und lügen; wenn die Situation ernst wird, lassen sie sie im Stich, stehen nicht zu ihrem Wort. (59:11–20, 9:56–57, 96:16)
  • Sind gierig, äußerst geizig und gehen dem Geld nach; ordnen sich ihren eigenen Gelüsten unter. (9:58–59, 9:76–77)
  • Spornen einander nicht zu rechtschaffenen Eigenschaften an. (9:67–68)
  • Haben keine Interessensgebiete außer Besitz, Anwesen und Kindern. (9:69)
  • Ermorden oder versuchen Gottes Propheten und diejenigen zu ermorden, die für die Gerechtigkeit kämpfen. (4:155; 5:70; 8:30)
  • Sehen in den guten Taten der Menschen stets das Lückenhafte, sehen auf jene herab, die keine Hilfe anbieten können aufgrund der fehlenden nötigen Mittel. (9:79)
  • Teilen die Menschheit in einander feindlich gesinnte Gruppen und stiften Unfrieden. (9:107, 3:103-105, 85:10, 42:13)
  • Bei Hilfeleistungen stehen sie im Weg, statt zu helfen. (107:7)
  • Denken stets, dass jemand sie angreifen will, und haben das Bedürfnis sich zu verteidigen. (63:4)
  • Stellen sich über andere und versklaven die Menschen. (79:24; 12:39–42)
  • Solange Andersdenkende ihre Gedanken/Ideen nicht für den Vorteil der Ableugner ändern, gehen sie mit ihnen nicht geziemend um. (68:9)
  • Schwören, demütigen und rügen andauernd, halten sich nicht an ihre Worte, sind Tyrannen (Despoten) und respektlos, verhindern die Wohltat. (68:10–13)
  • Möchten die Gesetze zu ihrem Vorteil anwenden. (36:41)
  • Nähern sich keiner Idee gelassen oder sachlich, welche nicht mit ihren Gedanken übereinstimmt, sondern wollen regelrecht den Eigentümer dieser Idee mit großer Respektlosigkeit angreifen. Glauben nur dem, das ihrem Ego, ihren Begierden und ihrer Neigung passt, hinterfragen nicht, was die Wahrheit ist. (53:23, 68:51, 74:16–25)
  • Trotz der Gaben, schönen Kinder, Güter, Reichtümer und ihrer unzähligen Möglichkeiten sind sie unersättlich. (74:11–16)
  • Streiten sinnlos über die Verse Gottes und Gott selbst. Statt dass sie sich vom Buch ermahnen lassen, hängen sie an bildlichen Formulierungen fest, verzeichnen keinerlei ethischen/moralischen Fortschritt. (2:139, 3:7, 40:4, 74:31)
  • Obwohl sie keine Veranlagung dazu haben, die Wahrheit sehen zu können, warten sie darauf, dass sie sogar Offenbarungen erhalten, um glauben zu können. (74:52)
  • Sind (im Herzen) unselig und elend. Werden auf eine allegorische Weise mit den Toten verglichen. (35:22, 6:122; 27:80; 30:52, 87:11–13)
  • Schreiben weltlichen Gelüsten eine große Wichtigkeit zu. (87:16–17)
  • Spenden den Waisen nicht, behandeln sie schlecht und sättigen die Armen nicht. Sie kennen keine Testamentsgrenzen und verzehren (das Erbgut) auf verbotene Weise. Sie lieben materielle Güter sehr. Weigern sich allgemein, von ihrem Wohlstand etwas für die Armen abzugeben. (2:254, 3:179, 9:34–35, 41:7, 89:17–20, 107:2-3)
  • Möchten wenig geben, aber viel nehmen. Obwohl sie wenig Wissen besitzen, möchten sie in jedem Thema die Bestimmungen festlegen. (53:33–35)
  • Sind dazu geneigt, das kleinste bis zum größten Lebewesen zu ermorden, sind barbarisch/erbarmungslos. (91:11–14)
  • Sie dienen falschen Göttern. (21:98)
  • Verschwören sich und planen Ränke gegen die Gottergebenen und versuchen sie auf hinterlistigste Art zu bekämpfen. (8:30, 4:101–102)
  • Hängen dem Stammestum und Elitendenken an, sind generell rassistisch. (7:48; 9:79; 19:77, 42:42, 48:26)
  • Verachten die Anrufung Gottes. (40:14)
  • Machen sich über die Propheten lustig und schikanieren und verfolgen sie. (14:13, 21:36)
  • Betrachten die Lesung als eine Lüge, Hexerei und Zauberei und dementieren die göttliche Natur der Offenbarung. (6:25, 46:7, 34:43)
  • Spotten über die Vorstellung der Stunde (Tag des Gerichts) und lehnen die Existenz des Jenseits ab. (34:3,7; 64:7; 50:2,12; 27:67)
  • Lehnen alle Schriften Gottes ab. und beharren spöttisch darauf, die Wahrheit abzulehnen (34:31, 85:19, 4:140)
  • Disputieren mit sinnlosen Argumenten, um die Wahrheit abzuschwächen. (18:56)
  • Feiern ihre „Eigen-Herrlichkeit“ und ihren Separatismus. (38:2)
  • Sind fehlgeleitet, aber meinen, es nicht zu sein. (2:78, 3:154, 6:116, 6:148, 10:36, 10:66, 18:103-105, 28:85, 41:23, 48:12, 53:23)
  • Verlangen ein Entgelt für Almosen und verrichten gute Taten nicht aus Selbstlosigkeit. (92:19)
  • Meinen, dass Jesus Gott sei und sprechen ohne Wissen über Gott. (5:72, 22:8)
  • Verharren in ihrem Nichtglauben und selbst wenn sie glauben, verharren sie lieber in ihren traditionellen, götzendienerischen Denkmustern. (2:170, 12:103, 12:106)
  • Begehen Beigesellung (schirk), eine der Gefahren des Ableugnens, wie etwa die Macht und die Quelle der Lebensordnung bei anderen Wesenheiten als Gott zu suchen. Gesellen beispielsweise Gott auch ihre Kinder bei. (6:100, 7:189–190, 16:86, 30:13, 34:40)
  • Nehmen die Aussagen von Gelehrten, Theologen, Priestern, Predigern, Scheichs usw., als ob sie die Religion und das Wort Gottes darstellten. (9:31)
  • Töten ihre eigenen Kinder. (6:137)
  • Führen den Kampf auf dem Wege des Bösen. (4:76)
  • Sie glauben sporadisch an die Macht und Einheit Gottes, geben sich geistig aber mehreren Herrschern und Beigesellten hin. (30:28, 39:29, 29:65)
  • Sie vergöttern sich selbst und ihr Besitztum. (2:258, 18:32–42, 6:136)
  • Unterdrücken die Schwachen. (4:168, 14:13, 4:75-76, 8:26, 28:4)
  • Gründen ihre Meinungen lediglich auf Vermutungen, Schätzungen und Gedankenspielereien. (10:66, 24:15)
  • Zeigen Eigenschaften wie Hochnäsigkeit oder Hochmut ähnlich wie Iblis. (38:76, 28:76–82)
  • Schweigen angesichts von Unterdrückung. (5:63, 5:79)
  • Bemühen sich unter anderem auch finanziell darum, die Menschen von Gott und der Gerechtigkeit abzubringen. (6:26, 7:45, 8:36, 8:73, 96:9–10)
  • Verachten die Gottergebenheit und verspotten die Gottergeben regelmäßig. (10:79, 15:11, 18:106)

Und natürlich viele weitere Verse…

Möge Gott die Gläubigen vor den Gefahren der Ableugnung beschützen, so Gott will.

Erste Säule der Ergebung: Keine Gottheit außer Gott

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verstoßenen Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Vers 3:18 gibt die Erste Säule des Islam (Ergebung) wieder:

„Gott bezeugt, dass es keinen anderen Gott neben Ihm gibt, ebenso die Engel und jene, welche das Wissen haben.“

Diese wichtigste Säule ist verzerrt worden. Millionen von Gottergebenen haben Satans polytheistische Version angenommen und bestehen darauf, den Namen Mohammeds neben dem Namen Gottes zu erwähnen. Jedoch stempelt das große Kriterium des Koran in 39:45 solche Muslime als Ableugner ab:

Wenn Gott allein erwähnt wird, schreckt das Herz derjenigen, die nicht ans Jenseits glauben, mit Widerwillen, aber wenn andere mit Ihm genannt werden, dann werden sie zufriedengestellt.

Ich habe umfangreiche Untersuchungen über dieses Kriterium geführt und ich bin zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: den Verehrern von Idolen, die sich nicht an die Erste Säule des Islam in 3:18 halten, ist es von Gott verboten, die richtige Shahadah von sich zu geben. Sie können einfach nicht nur „Aschhadu An laa Elaaha Ella Allah“ sagen, ohne den Namen Mohammeds zu erwähnen. Versuchen Sie es mit einem dieser Verehrer der Idolen, der behauptet, ein Muslim zu sein. Fordern Sie ihn auf „Aschhadu An laa Elaaha Ella Allah“ als vollständiges Glaubensbekenntnis zu sagen. Sie können es einfach nicht sagen. Da dies die Religion von Abraham ist (2:130, 135; 3:95; 4:125; 6:161; 12:37-38; 16:123; 22:78; Abraham: der erste Prophet der Ergebung), muss das einzige Glaubensbekenntnis „LAA ELAAHA ELLA ALLAH (es gibt keine Gottheit außer dem Gott)“ lauten. Mohammed existierte nicht vor Abraham auf der Erde.

 

Eine schwerwiegende Blasphemie

Es gibt keine größere Blasphemie als den Koran zu verzerren, um den Propheten Mohammed gegen seinen Willen zu idolisieren. Vers 19 der Sure „Mohammed“ (47:19) sagt aus:

Du sollst wissen, dass es keine Gottheit außer dem Gott gibt.

Unten wird ein Abbild des normalen Aufdrucks einer ‚muslimischen‘ Veröffentlichung THE REVIEW OF RELIGIONS (The London Mosque, 16 Gressenhall Road, London SW18 5QL, England.) gezeigt. Indem es den koranischen Stil der Kalligraphie verwendet, hat der Herausgeber die Aussage „Mohammed Rasool Allah“ in einer Art und Weise hinzugefügt, dass es den falschen Eindruck erweckt, dies sei die Aussage des Koran in 47:19. Was für eine Blasphemie!

Hadith
Du sollst wissen, dass es keinen Gott außer Gott gibt.
Mohammed ist ein Gesandter von Gott.
[Die Blasphemie]

Die Shahadah: Das Glaubensbekenntnis der Ergebenen

Kapitel 22 aus dem Buch ‚My Journey from the Christianity of Ahlul Sunnah Wal Jamaah to the Islam of the Prophet‘ von Saim Bakar, übersetzt aus dem Englischen und mit einem Kommentar von Kerem A.

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Die Shahadah

Die falsche Kalimah Shahada von Abu Huraira und der Ehli-Sunna

Wir haben gesehen, wie sich der Islam von der Perfektion hin, welcher immer noch in den Seiten des Korans wiederzufinden ist, zu einem arabischen Heidentum der mittelalterlichen Wüste entwickelt hat – welches eigentlich ein Plagiat der christlichen Bibel ist. In diesem Kapitel des Buches werden wir ein Beispiel der Ehli-Sunna wal Jamaah und der Schiiten besprechen, welches wieder einmal in Widerspruch zum Koran steht.

Die falsche Shahadah

Um ihren Glauben in ihrer Religion zu bekennen, gebrauchen Sunniten und Schiiten folgende Aussage: „Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist.“ (Arabische Transliteration: „Ash hadu an laa ilaaha illallaahu wa ash hadu anna muhammadun rasulallah“). Die Schiiten fügen teilweise folgende Wörter hinzu: ‚wa Ali Waliullah‘ (und Ali ist der Statthalter Gottes).

Dieses Zeugnis wird Shahadah genannt und gemäß sunnitischem Glauben muss es von jedem Sunniten als eine Beglaubigung ihrer Loyalität zu ihrer Religion rezitiert werden. Infolgedessen wird jede Person, welche nicht „bezeugt“, von ihnen nicht als Sunnit akzeptiert.

Jedoch wurde dieses Zeugnis nicht von den wahren Lehren des Propheten, welche im Koran wiedergefunden werden, dem wahrhaftigen Wort Gottes, sanktioniert.

Die Sunniten mögen erstaunt über diese Stellungnahme sein, insbesondere deshalb, da die Shahadah als das Fundament des sunnitischen Glaubens betrachtet wird. Dies ist der Grund, wieso es wichtig ist, eine gründliche und kritische Analyse durchzunehmen, bevor irgendwelche impulsive Schlussfolgerungen gemacht werden.

Für die Sunniten ist der Zweck der Shahadah vielerlei. Zum Beispiel betrachten die Sunniten das rituelle Gebet (für Gott) für ungültig, wenn die Shahadah nicht rezitiert wurde. Auch bevor ein Neuling in der sunnitischen Religion akzeptiert wird, muss eine öffentliche Aussage gemacht werden, indem er/sie die Shahadah vor Zeugen rezitiert. In einigen Ländern werden Konvertiten „Zertifikate“ ausgestellt, nachdem die Shahadah ausgesprochen wurde, um zu bestätigen, dass sie in die sunnitische Gemeinde „aufgenommen“ wurden. Allerdings ist es unbekannt ob solche „Zertifikate“ auch ehrenamtliche Pässe ins Paradies sind!

Jemanden oder etwas neben Gott teilhaben zu lassen ist als „shirk“ bekannt, die höchste Art von Blasphemie, welche Gott nicht vergibt. Dies wird in Kapitel 4 Vers 48 klar gemacht.

4:48 Wahrlich, Gott wird es nicht vergeben, dass Ihm etwas zur Seite gestellt wird; doch Er vergibt das, was geringer ist als dies, wem Er will. Und wer Gott Götter zur Seite stellt, der hat wahrhaftig eine gewaltige Sünde begangen.

Der Koran legt ebenso fest, dass Gottergebene (ar.: Muslime) den Glauben an den Einen Gott bezeugen müssen und niemanden anderen als Gott zu rufen. Der Koran ist sehr deutlich über diesen Sachverhalt:

39:45 Wenn Gott ALLEIN genannt wird, schrecken die Herzen derjenigen, die nicht ans Jenseits glauben, zusammen in Abstoßung.  Aber werden Idole neben Ihm genannt, beginnen sie sich wieder zu freuen.

Dieser Vers beschreibt die Sunniten am genauesten. Wenn den Sunniten ‚Bitte erwähne Gottes Namen allein‘ gesagt wird, werden viele von ihnen unkontrollierbar wütend. Wütend genug, um Sie umbringen zu wollen. Dies ist deswegen so, weil sie nicht an Gott glauben. Aber sagt man den Sunniten ‚Na gut, erwähnen wir auch Mohammeds Namen‘, so beginnen sie sich sofort wieder zu freuen.

Die sunnitische Shahadah kann also nicht die korrekte Art sein, den Glauben zu bestätigen, weil neben Gottes Name der Name Mohammed in diesem Zeugnis und auch im sunnitischen, rituellen Gebet erwähnt wird. Die Sunniten entgegnen, dass sie Gott anbeten und nicht Mohammed anbeten, aber dass sie lediglich Mohammed Respekt erweisen, indem sie seinen Namen im rituellen Gebet und in ihrer Shahadah erwähnen. Aber gleichzeitig sagen sie auch, dass wenn der Name Mohammed nicht erwähnt wird, ihre rituelle Anbetung Gottes und auch ihr Bezeugnis des Glaubens für nichtig erklärt wird. Es ist offensichtlich, dass der Schlüssel zu ihrem Glauben die Erwähnung des Namens Mohammed ist. Wenn der Name Mohammeds nicht erwähnt wird, ist für sie alles ungültig. Dies ist „shirk“ oder Partner neben Gott teilhaben zu lassen.

Menschen, welche blind ihrer Ulema folgen, ohne nachzudenken oder sie herauszufordern, sind die Ursache falscher Glaubensarten. Die Akzeptanz der [sunnitischen] Shahadah ist kein Unterschied. Würden die Leute den Koran nur lesen und verstehen, so realisierten sie, dass Gott folgenden Vers Seinem Gesandten offenbart hat, welcher heute für uns immer noch gültig ist wie damals für ihn:

17:36 Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast. Wahrlich, das Ohr und das Auge und das Herz – sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden.

Gott will, dass wir unseren Glauben begründen – und wir sollten Seinem Ratschlag folgen.

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Abu Huraira

Die Bezeugung, welche von den Sunniten rezitiert wird, leitet sich von einer fiktiven Person namens Abu Huraira ab und ist in einem falschen ‚Hadith‘ aufgezeichnet. Der folgende Hadith ist aus „Mishkat-ul-Masabih“, translation by Maulana Fazlul Karim, Volume 1, Chapter 1, no.27. (veröffentlicht durch The Book House, Lahore, Pakistan.) Da es mehrere Versionen dieses Hadiths gibt, sollten die Sammlungen von Tirmidhi auch gelesen werden. Der falsche Hadith bezüglich der Shahadah sagt:

One day Abu Hurairah went to the people and told them that the Messenger had authorized him to go and tell them to recite the Shahadah „ash hadu anlaa ilaha illallhu wa ash hadu anna muhammadar-rasulullah“. Another version reads „muhammadan abduhu wa rasuluhu“. The first person Abu Hurairah came across to give the Shahadah was Saidina Omar (later the second caliph). When Omar heard it he promptly punched Abu Hurairah in the chest and knocked him to the ground. Then Omar put his foot on Abu Hurairah’s neck and asked him how dare he utter such a blasphemy.

Abu Hurairah (who is recorded in the hadith as having received quite a few beatings from Omar during his lifetime) then cried out and named the Messenger as his authority. When again challenged by Saidina Omar, Abu Hurairah pulled out a pair of leather slippers and showed them to Omar. The slippers, he said, were given to him by the Prophet, as proof of what he was saying. Recognizing the prophet’s slippers, Omar simmered down. Everyone then happily started reciting the shahadah.


Eines Tages ging Abu Huraira zu den Leuten und sagte ihnen, dass der Gesandte ihn autorisiert hätte, ihnen die Shahadah „ash hadu anlaa ilaha illallhu wa ash h adu anna muhammadar-rasulullah“ vorzutragen. Eine weitere Art besagt „muhammadan abduhu wa rasuluhu“. Die erste Person, die Abu Huraira traf, um die Shahadah zu überbringen, war Saidina Omar (später der zweite Kalif). Als Omar sie hörte, schlug er sofort Abu Huraira in die Brust und schlug ihn zu Boden. Dann setzte Omar seinen Fuß auf Abu Hurairas Nacken und fragte ihn, wie er es wagen könnte, solch eine Blasphemie zu äußern.

Abu Huraira (welcher in den Ahadith als jemand beschrieben wird, der zu Lebzeiten mehrere Schläge von Omar einstecken musste) schrie dann auf und nannte den Gesandten als seine Autorität. Als er erneut von Saidina Omar herausgefordert wurde, zog Abu Huraira ein Paar Lederlatschen heraus und zeigte sie Omar. Die Latschen, sagte er, seien ihm vom Propheten gegeben worden, als Beweis für das, was er sagte. Als Omar die Latschen des Propheten erkannte, beruhigte er sich. Dann begannen alle glücklich die Shahadah zu rezitieren.

Diese unglaubliche Geschichte ist der Hintergrund der Shahadah von Abu Huraira, welches nun von Millionen von Sunniten adoptiert wird. Verständlicherweise begannen einige sunnitische Ulema plötzlich diesen falschen Hadith von Abu Huraira anzuzweifeln, nachdem die Fälschlichkeit der sunnitischen Shahadah nun einige Jahre zuvor entblößt wurde. Einige von ihnen sagten, dass die Authentizität dieses falschen Hadiths fraglich ist. Dies ist so typisch für die Ulema. Wenn es ihnen nicht passt, sagen sie, dass ihr eigener falscher Hadith nicht zuverlässig ist. Wenn ihnen die Gelegenheit dienlich ist, wird der falsche Hadith akzeptiert. Dies ist der Latsch der Ulema.

Im Koran sagt Gott: „Die Gläubigen sind nett zueinander und streng mit den Ableugnern…“ (5:54). Die Bücher der ‚falschen Ahadith‘ sind voll mit unglaublichen Geschichten, wie die großen Freunde und Gefährten des Propheten (bekannt als „Sahaba“) waren und die Liebe und Sympathie zueinander zeigten.

Seit vierzehn Jahrhunderten begrüßen sich tabligh Leute (sunnitische Missionare) einander mit Umarmungen und Küssen, vermutlich um die brüderlichen Sahaba nachzuahmen. Aber in diesem einzelnen ‚falschen Hadith‘, haben wir hier einen Sahaba, der einen anderen zu Boden schlägt, weil etwas dermaßen wichtiges wie die Shahadah überbracht wurde!

In einem anderen Bericht der gleichen Episode fordert Omar den Gesandten selbst heraus, ob er Abu Huraira wirklich mit seinen Pantoffeln gesandt hat um die Shahadah zu rezitieren. Als der Gesandte bejahte, war Omar nicht einer Meinung mit ihm und sagte, dass die Shahadah die Leute „faul“ machen würde! Die Logik dieses falschen Hadiths kann nichtsdestotrotz den Verfechtern des falschen Hadiths überlassen werden, sie zu erklären. Und wieder einmal ist der Erzähler dieser Erfindung Abu Huraira.

Über die Gläubigen und die Gefährten des Propheten sagt der Koran:

24:51 Doch die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Gott und Seinem Gesandten gerufen werden, damit Er zwischen ihnen richten möge, ist nichts anderes als: „Wir hören und wir gehorchen.“ Und sie sind es, die Erfolg haben werden.

Abu Hurairas lächerliche Fabel widerspricht nicht nur dem obigen Vers, sondern widerspricht auch dem Vers 6:51, in welcher Gott dem Gesandten, den Gefährten und wen auch immer der Koran erreicht, sagt:

6:51 Und warne hiermit diejenigen, die da fürchten, dass sie vor ihrem Herrn versammelt werden, wo sie außer Ihm keinen Beschützer noch Fürsprecher haben werden, auf dass sie doch gottesfürchtig werden mögen.

Stattdessen sagte Abu Huraira, dass der Prophet seine Pantoffeln händigte und ihm sagte, mit den Pantoffeln als Beweis der Authentizität zu predigen. Bei seiner Beichte wurde Abu Huraira von Omar geschlagen, welcher mit dem Propheten diskutierte und sagte, dass die Shahadah unweise wäre. Beruht sich die „Basis des Glaubens“ auf solch einer absurden Geschichte?

Es scheint niemand die korrekte Identität von Abu Huraira zu wissen. Sogar Gelehrte können sich heute noch nicht über seinen wahren Namen einigen. Trotz eines falschen Hadiths (ebenfalls Abu Huraira zugeschrieben), dass wir Personen nicht mit Spitznamen anrufen sollen, ist Abu Huraira selbst ein Spitzname, welcher „Vater der Katzen“ bedeutet. Also war der Begründer der sunnitischen Shahadah ein unbekannter Mann, der von einem Gefährten des Gesandten angegriffen wurde! Es ist jetzt sichtbar, dass es bedeutsame Beweise gibt, welche zeigen, dass das Bekenntnis der sunnitischen Leute einen sehr unseriösen/dubiosen Hintergrund hat, basierend auf irrsinnigen Ahadith, welche fälschlicherweise dem Propheten zugeschrieben werden, von dem sie behaupten, ihn zu lieben!

Wie widerspricht sich die Shahadah Abu Hurairas mit den wahren Lehren des Propheten? Der Koran wurde von Gott dem Propheten offenbart, welcher dann diese Botschaft verkündete/weitergab; zuerst den Gefährten und dann dem Rest der Leute. Außer dass es Gottes eigene Offenbarung ist, repräsentiert der Koran das, was wirklich vom Propheten gesagt wurde. Irgendjemand, der diese einfache Tatsache ablehnt, kann überhaupt nicht behaupten, ein Muslim zu sein. Was ordnete also Gott dem Gesandten an, uns zu sagen?

72:18 Und wahrlich, die Gebetsstätten sind Gottes; so ruft niemanden neben Gott.

Jedoch nennen die Sunniten in der Shahadah von Abu Huraira den Gesandten genauso wie Gott. Die sunnitischen Gelehrten werden bestreiten, dass die Erwähnung des Namen des Gesandten nur aus Respekt geschieht. Aber im gleichen Atemzug werden sie darauf bestehen, dass ihre fünf Tagesgebete für den Allmächtigen Gott nicht gelten, wenn Mohammed nicht in der Shahadah während der rituellen Gebete erwähnt wird. Dies ist gleichwertig zu Götzentum wie auch einen anderen (Menschen) neben Gott teilhaben zu lassen – ’shirk‘: die unverzeihbare Sünde.

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Gott ALLEIN

Der Mensch hat eine große Schwäche. Er empfindet es als schwer, an einen unsichtbaren Gott zu glauben. Sogar der Prophet Moses hatte dieses Problem.

7:143 Und als Moses zu Unserem Termin gekommen war und sein Herr zu ihm gesprochen hatte, sagte er: „Mein Herr, zeige (Dich) mir, auf dass ich Dich schauen mag.“ Er sprach: „Du wirst Mich nicht sehen…

Der Mensch schaut nach etwas Handfestem/Greifbarem, daher erhöhten die Christen Jesus zu einem Sohn Gottes und dann zum Status von Gott höchstpersönlich! Die Hindus beten Menschen wie Rama und Krishna an, die von sich behaupten, Gott zu sein. Die Sunniten haben gleichermaßen Mohammed idolisiert und haben ihm einen göttlichen Status gegeben, indem sie seinen Namen der Bezeugung hinzugefügt haben. Am angemessensten müssten die Sunniten „Mohammedaner“ genannt werden.

Ihnen diese Verrücktheit/Torheit in Erinnerung zu rufen wird nur ihren Ärger mehren. Vielleicht wissen sie nicht, dass der Prophet selbst folgendes gelehrt hat:

39:45 Wenn Gott ALLEIN genannt wird, schrecken die Herzen derjenigen, die nicht ans Jenseits glauben, zusammen in Abstoßung. Aber werden Idole neben Ihm genannt, beginnen sie sich wieder zu freuen.

Mohammedaner werden sehr wütend, wenn Gott allein genannt wird. Ihre Wut nimmt nur ab, wenn man einwilligt „Mohammed“ als die zweite Hälfte der Shahadah Abu Hurairas hinzuzufügen – „Und ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist“ (Arabische Transliteration: wa ash hadu anna muhammadun rasulullah).

Es mag den Sunniten und Schiiten als eine große Überraschung vorkommen, aber diese Shahadah ist eigentlich die Shahadah der Munafiks. Gott offenbarte dem Gesandten, dass dies eigentlich die Shahadah der Heuchler ist (Arabisch: Munafiq).

9:101 Und unter den Arabern, die in eurer Gegend wohnen, gibt es auch Heuchler, wie im Volk von Al-Madina. Sie sind verstockt in ihrer Heuchelei. Du kennst sie nicht; Wir aber kennen sie. Wir werden sie zweimal bestrafen. Hierauf werden sie einer gewaltigen Strafe zugewiesen werden.

Hier sagt Gott Seinem Gesandten, dass Heuchler sich um ihn sammeln und dass er nicht weiß, wer sie sind. Nur Gott kennt die Heuchler. Aber Gott verspricht:

29:11 Und GOTT macht gewiss kenntlich diejenigen, die glauben, und ER macht gewiss kenntlich die Ableugner.

Die Heuchler um den Propheten sind darüber ebenso besorgt:

9:64 Die Ableugner fürchten, dass ihnen eine Sura hinabgesandt wird, die sie darüber in Kenntnis setzt, was in ihren Herzen ist. Sag: „Spottet nur! Gewiss, GOTT wird das hervorbringen, was ihr fürchtet.“

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Bloßgestellte Heuchler

Gott sagt auch, dass die Heuchler an ihrer eingebildeten Rede erkannt werden können.

47:30 Und wenn Wir es wollten, Wir könnten sie dir zeigen, so dass du sie an ihren Merkmalen erkennen würdest. Und du sollst sie gewiss am Klang der Rede erkennen. Und Gott kennt euer Tun.

Daher verspricht Gott die Heuchler bloßzustellen. Einer dieser Methoden ist im Koran in 63:1 aufgezeichnet.

63:1 Wenn die Heuchler zu dir kommen, sagen sie: „WIR BEZEUGEN, DASS DU DER GESANDTE ALLAHS BIST.“ Doch Gott bezeugt, dass die Heuchler (im Herzen) Lügner sind.

Das Arabische ist unfehlbar. Die Munafiks oder Heuchler kommen und sagen ’nash hadu innaka rasuulillah‘. Die wichtige Sache hier ist, dass die hervorgehobenen Wörter des Verses den zweiten Teil der Shahadah Abu Hurairas bilden, welches nun von allen mohammedanischen Sunniten und Schiiten rezitiert wird. Wie wir in Vers 63:1 sehen, ist diese Shahadah die Shahadah der Heuchler!

Was die Heuchler sagen ist eingebildete Rede, weil Gott in der Tat weiß, dass der Prophet bereits sein Gesandter ist ‚…Und Gott weiß, dass du wahrhaftig Sein Gesandter bist…‘ (63:1). Gott braucht niemanden, der Ihm wieder bestätigt, was Er so oder so von Seinem eigenen Gesandten weiß! Der Koran sagt: „Wir haben dich als einen Gesandten geschickt und GOTT GENÜGT ALS ZEUGE…“ (4:79).

Dies ist genau das, was der Gesandte den Leuten gesagt hat. Es besteht kein Bedarf, den Gesandten zu bezeugen, da Gott dies schon getan hat und das genügt. … Gott wiederholt diese wichtige Botschaft erneut in 4:166:

4:166 Doch Gott bezeugt durch das, was Er zu dir hinabgesandt hat, dass Er es mit Seinem Wissen sandte; auch die Engel bezeugen es; Und Gott genügt als Zeuge.

Und wieder, dies ist was der Gesandte seinen Gefährten gesagt hat: Gott genügt als Zeuge. Gott verneint sogar Versuche, andere Gesandten zu bezeugen:

28:44 Und du warst nicht an der Seite des westlichen (Berges bzw. Tales), als WIR für Moses die Angelegenheit bestimmten. Und du warst nicht von den Bezeugenden.

Also können Menschen nicht die Gesandtschaft der Gesandten bezeugen. Wir waren nicht Zeugen. Um zu wiederholen: Gott sagt, Er wird wahrlich die Heuchler bloßstellen (29:11). Gott sagt dann, dass der Gesandte sie von der Art ihrer Rede erkennen kann (47:30). Wenn die Heuchler nun kommen und darauf bestehen, den Gesandten zu bezeugen (63:1), stellen sie sich selbst als Heuchler bloß.

Und die fiktive Person Abu Huraira (nach 1400 Jahren kennt keiner unter der Ulema der Ehli-Sunna seinen wahren Namen) täuschte Millionen von Ehli-Sunniten und Schiiten (jeden Tag ihres Lebens) die gleiche Heuchlerei zu rezitieren. Der Koran sagt:

3:18 GOTT bezeugt, dass Er der einzige Gott ist, außer Dem es keinen Gott gibt. Das bezeugen die Engel und die Wissenden. Er ist es, Der die Gerechtigkeit aufrecht erhält. Außer Ihm gibt es keinen Gott. Er ist der Allmächtige, der Weise.

Gott genügt als Zeuge

Gott sagte, dass Sein eigenes Zeugnis ausreicht:

6:19 Sprich: „Wessen Zeugnis ist am gewichtigsten?“ Sprich: „ALLAH IST ZEUGE ZWISCHEN MIR UND EUCH. Und dieser Koran ist mir offenbart worden, auf dass ich euch warne damit und jeden, den er erreicht. Wolltet ihr wirklich bezeugen, dass es neben Gott andere Götter gibt?“ Sprich: „Ich bezeuge es nicht.“ Sprich: „Er ist der Einige Gott, und ich bin wahrlich fern von dem, was ihr anbetet.“

Und weil „… Gott als Zeuge genügt…“ (4:79 und 4:166), ist die Shahadah von Abu Huraira eine Lüge – eine Erfindung von wem auch immer der ‚Hadith‘ geschrieben wurde. Trotz den Beweisen aus dem Koran, welchen sogar die Ehli-Sunna nicht als wahrste Lehre des Gesandten annehmen werden, bestehen die Heuchler darauf, auf Mohammed zu bezeugen. Sie bestehen darauf, obwohl Gott sagt, dass Er keinen Bezeugenden außer Ihm selbst braucht.

Am wichtigsten ist, dass die Shahadah von Abu Huraira in seinem Kern gegen 72:18 und 39:45 geht, da sie Mohammeds Namen neben Gott beigesellt. Ohne Mohammed zu bezeugen, sagen die Sunniten, sei ihr rituelles Gebet und ihr Glauben ungültig, obwohl der Koran beweist, dass dies Götzentum ist, „shirk“ höchsten Grades. Jedes Mal, wenn die Shahadah von den Sunniten rezitiert wird, begehen sie Beigesellung, „shirk“, die unverzeihbare Blasphemie, für welche sie in der Hölle landen werden.

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Die Wahre Shahada – Es gibt keine Gottheit außer Ihm

Was ist dann das wahre Bezeugnis, welches Muslime (Gottergebene) rezitieren können um ihren Glauben zu bestätigen? Vielleicht antwortete der Gesandte, als seine Gefährten ihm diese Frage stellten, mit folgendem Vers:

6:115 Das Wort deines Herrn ist vollendet in Wahrheit und Gerechtigkeit. Keiner vermag Seine Worte zu ändern, und Er ist der Allhörende, der Allwissende.

Deswegen ist die Antwort auf die Frage definitiv im Koran. Gott gab uns die Shahadah komplett, klar und einfach in 3:18:

GOTT bezeugt, dass Er der einzige Gott ist, außer Dem es keinen Gott gibt. Das bezeugen die Engel und die Wissenden. Er ist es, Der die Gerechtigkeit aufrecht erhält. Außer Ihm gibt es keinen Gott. Er ist der Allmächtige, der Weise.

Den Namen Mohammeds in diese Shahada Gottes, der Engel und der Wissenden hinzuzufügen, ist ein großes Zeichen der Heuchlerei.

63:1 Wenn die Heuchler zu dir kommen, sagen sie: „WIR BEZEUGEN, DASS DU DER GESANDTE GOTTES BIST.“ Doch Allah bezeugt, dass die Heuchler Lügner sind.

Die Ehli-Sunna und Schiiten wurden von ihrer Ulema getäuscht, den Munafiks zu folgen. Sie wurden selber zu Heuchlern.

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Kommentar des Übersetzers

Die als erste Säule des Islam bekannte Shahadah (Bezeugung) dient dazu, sich zum Glauben zu bekennen, dass es keine andere Gottheit außer Gott gibt. Die Formulierung „la ilahe illa Allah“ kommt im Koran 30 mal vor und wird nirgends mit einem anderen Namen zusammen erwähnt bzw. ergänzt. Sich mit dieser Shahadah nicht zu begnügen, während wir uns zum Glauben des Einzigen Gottes bekennen, Gott allein nicht für ausreichend zu empfinden und neben Seinem Namen irgendwelche andere Namen zu erwähnen, stellt eine Form des Shirks (Beigesellung) dar. Jahre nach dem Tode des Propheten Mohammed wurde dem gemeinsamen Spruch aller göttlichen Religionen (Es gibt keinen Gott außer Gott, siehe auch 3:64) der Name Mohammed beigefügt. Mit dieser Handlung haben jene, die seinen Namen hinzugefügt haben, gegen viele Grundsätze des Korans verstoßen.

In gewissen Moscheen wurde neben Gottes Namen (nebst dem Namen Mohammed) die Namen wie Abu Bekr, Omar, Osman, Hali, Hassan und Hussein und andere, idolisierte Namen beigefügt. Die Schiiten haben eine andere Form der Götzenkollektion und haben ihre Moscheen mit den entsprechenden Namen versehen. Es gibt vier Verse im Koran, welche Mohammeds Namen beinhalten; es kann Einwände geben, ob es denn falsch sei, diese Verse an die Wand der Moschee zu hängen. Wie wäre es, wenn man die Verse über die Huris im Paradies an die Wand hängt? Oder Verse, die von der Hölle berichten? Was ist mit den Versen über Jesus oder Moses? Was ist mit den Versen über die Heuchler und Lügner? Wenn die Wände der Gebetsstätten mit dem ganzen Koran verziert wären, gäbe es kein Problem. Aber wenn gewisse Verse des Koran ausgewählt werden, dann kommt es darauf an, welche Absicht dahintersteckt. Wenn aus dem Koran Verse ausgewählt werden sollen, sollten wir nur die Verse nehmen, die nur über Gott berichten. Zum Beispiel 39:44-45 oder 39:11-12…. Nebenbei: es gibt keine Pflicht, an die Wand der Moscheen Verse anzuhängen!

2:285 Der Gesandte glaubt an das, was von seinem Herrn zu ihm herabgesandt worden ist, und (mit ihm) die Gläubigen. Alle glauben an Gott, seine Engel, seine Schriften und seine Gesandten: „Wir machen bei keinem von seinen Gesandten (den anderen gegenüber) einen Unterschied.“ Und sie sagen: „Wir hören und gehorchen, (dies ist) Deine Vergebung, Herr! Bei dir wird es (schließlich alles) enden.“

So wie die Christen bereits haben die Muslime ihre Gesandte unterschiedlich bewertet und stellten dem Koran widersprechende Behauptungen auf. Es wurden Hunderte von Ahadith und Wundergeschichten erfunden, um den Propheten Mohammed über alle anderen Propheten zu erheben. Beispielsweise wurde das Geschwätz des „Qudsi Hadith“, welcher besagt, dass das gesamte Universum nur wegen Mohammed erschaffen worden sei, Gott zugeschrieben (lewlake lewlake lema khalaqtul eflake). Andererseits existieren zahlreiche Ahadith, die Mohammed als Sex-Psychopathen darstellen. Allen voran ist das „sahih Hadith-Buch“ Bukhary voll mit abscheulichen Übertreibungen über das sexuelle Privatleben des Propheten. Die verherrlichten Gelehrten, die ihre eigenen Sexfantasien dem Propheten Mohammed untergejubelt haben, werden ihre Taten zu rechtfertigen haben (6:112).

39:45 Wenn Gott ALLEIN genannt wird, schrecken die Herzen derjenigen, die nicht ans Jenseits glauben, zusammen in Abstoßung. Aber werden Idole neben Ihm genannt, beginnen sie sich wieder zu freuen.

Die große Mehrheit der „Muslime“ beharren trotz der in Vers 3:18 mitgeteilten Shahadah darauf, Mohammeds Namen im Glaubensbekenntnis miteinzuschließen. Dieses Kriterium stellt klar, dass diejenigen, die sich nicht daran erfreuen können, dass Gottes Name allein erwähnt wird, und auf jeden Fall Mohammeds Namen (oder auch irgendeinen anderen Namen) äußern möchten, in Wahrheit nicht ans Jenseits glauben. Jene, die nicht wirklich ans Jenseits glauben, sagen aus, dass der Koran zum Verstehen zu schwer sei und dürfen laut Koran den Koran nicht verstehen (17:46).

Einige Leser fragen sich sicher auch, was es mit dem folgenden Vers auf sich habe, ob er nicht bestätige, dass wir Mohammeds Gesandtschaft zu bezeugen hätten.

3:86 Wie soll Gott ein Volk leiten, das ungläubig wurde nach seinem Glauben und nachdem es bezeugt hatte, dass der Gesandte wahrhaftig sei, und nachdem die deutlichen Zeichen zu ihnen gekommen waren? Und Gott leitet die Ungerechten nicht.

Es steht in der Tat eine Ableitung der Wurzel shahada im Vers. Diese Art von Bezeugung, von der in 3:86 die Rede ist, bezweckt eine andersartige Bezeugung. Es geht mehr um eine Überzeugung: dass man überzeugt ist, dass Mohammed ein Gesandter war aufgrund seiner Botschaft, die er übermittelt hat. Genauso kann man sagen, dass man zuerst zu bezeugen hat, dass der Koran wahrhaftig ist, um überhaupt ein Gottergebener sein zu können. Es geht um die innere Einstellung der Sache gegenüber. Nicht, dass man irgendwelche Formeln über die Lippen bringt. Diese Glaubensformel wurde nämlich bereits in 3:18 unabänderlich festgelegt.

Wir sagen nicht, dass es ein Shirk sei, den Propheten Gottes als Diener und Gesandter zu sehen, sondern ihn oder irgendjemanden und nur in der Bezeugung (Shahadah), die nur Gott alleine gebührt, zu erwähnen. Die Shahadah; das erste Gebot Gottes, soll der ganzen Welt sagen, dass es nur einen Gott gibt, der immer existierte und für immer bleibt. Gott erwähnte ja den Propheten als Seinen Diener und als Seinen Gesandten im Koran. Deshalb glauben wir ohne Zweifel an diese Worte, die von Gott direkt kommen. Doch bezeugen, kann weder ich noch du, denn der einzige Zeuge, der es mit Sicherheit weiß, ist GOTT alleine.

2:133 Oder wart ihr Zeugen, als der Tod bei Jakob anwesend war. Da hat er zu seinen Kinder gesagt: Wem dient ihr nach meinem Ableben? Sie sagten: Wir dienen deinem Gott, dem Gott deiner Väter Abram, Ismael und Isaak, einem einzigen Gott und wir sind Ihm ergeben

Hier antworten wir: Nein Gott, wir waren nicht Zeuge, aber wir glauben alle Deiner Worte.

Zwischen Glauben und Bezeugen liegt ein großer Unterschied. Das Zeugnis Gottes entnehmen wir aus dem Koran, denn das ist die richtige Lehre ohne Zufügung oder Verminderung und wer ist dann wahrhaftiger als Gott und Seine Lehren.

3:18 Gott bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm – ebenso die Engel und jene, die Wissen besitzen; es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen.

So bezeugt es Gott und die Engel und die Wissenden. Doch die, die nicht wissen, fügen ihre Ahnen zu diesem allerwichtigsten Ansatz hinzu.

Wir sagen, dass Menschen blind das wiederholen, was sie von ihren Vätern gelernt haben. Das ist aber nicht der Sinn des Lebens. Denn sonst wären wir christlich jüdisch, buddhistisch oder in irgendeiner Gemeinde aufgewachsen, dann würden wir das gleiche wiederholen, ohne dabei nach zu denken, was richtig oder falsch ist. Der Grundsatz des Zeugnisses ist hier im Vers deutlich zu sehen

7:172 Und als dein Herr aus den Kindern Adams – aus ihren Lenden – ihre Nachkommenschaft hervorbrachte und sie zu Zeugen wider sich selbst machte (indem Er sprach): «Bin Ich nicht euer Herr?», sagten sie: «Doch, wir bezeugen es.» (Dies,) damit ihr nicht am Tage der Auferstehung sprachet: «Siehe, wir waren dessen unkundig.»

Der Glaube an den Propheten Mohammed als Gesandter Gottes sowie der Glaube an alle Propheten ist der Grundsatz der Religion und darf nicht fehlen, doch das Bezeugen gebührt nur Gott alleine, denn ER hat ja die Welt erschaffen, und nicht Mohammed noch irgendein Engel.

Ahadith hin oder her. Die Religion ist Gottes und nicht in den Geschichten der Ahnen. Wenn wir etwas über Mohammed oder einen anderen Propheten wissen wollen, dann entnehmen wir aus einer sicheren Quelle: Vermutungen können die Wahrheit niemals ersetzen.

10:36 Und die meisten von ihnen folgen bloß einer Vermutung; doch Vermutung nützt nichts gegenüber der Wahrheit. Siehe, Gott weiß recht wohl, was sie tun.

Solche Vermutungen wie Hadithe, die nach dem Tode des Propheten entstanden sind, enthalten leider viel Shirk. Wir wollen auch nicht die Religion Gottes nach unserer Vorstellung definieren, wir fordern nur die Leute, Gottes Buch zu öffnen und mit mehr Verstand zu lesen. Denn nur so kann jeder wissen, ob das Menschengerede der Wahrheit entspricht oder nicht. Und nur so erlangt man die Freiheit des Denkens und der Selbstbestimmung. Denn jede Seele ist für sich verantwortlich, die Gelehrten werden niemandem von der Hölle fernhalten können.

53:23 Das sind bloße Namen, die ihr und eure Väter aufgebracht habt, und wozu Gott keine Ermächtigung herabgesandt hat. Sie gehen nur Vermutungen nach und dem, wonach (ihnen) der Sinn steht, wo doch die Rechtleitung von ihrem Herrn zu ihnen gekommen ist.

An dieser Stelle möchte ich Edip Yüksels Kommentar zu diesem Vers aus dem Türkischen übersetzen: „Die Götzendiener Mekkas besaßen eine abstrakte Auffassung des Polytheismus. Zu Zeiten Abrahams, in denen die Anbetung von Statuen weit verbreitet war, wurden die Formen der Götzendienerei zwangsweise auf Grund der Bemühungen Abrahams verändert. Die Polytheisten, die glaubten, sie würden dem Weg Abrahams folgen, dachten, dass sie Monotheisten seien (6:23; 16:35), während sie die Namen der verstorbenen Heiligen und der Engel, von denen sie glaubten, dass sie Gott nahe stünden, zwecks Fürsprache gedachten (39:3). Die Götzendiener haben nach Mohammed behauptet, dass die mekkanischen Polytheisten Statuen anbeteten, um die Ähnlichkeit zwischen ihnen und der mekkanischen Götzendiener zu vertuschen. Sie gedenken auf ähnliche Art und Weise die Namen von Mohammed, seinen Gefährten und „Heiligen“ erneut zwecks Fürsprache. Laut Koran fasteten, pilgerten und beteten die Götzendiener Mekkas (8:35; 9:19,45,54; 2:199).

Eine Geschichte

Die Weltreligionen kann man als Pyramide sehen. Jede Religion besetzt eine Seite der Pyramide. Breit und mächtig stehen sie da. Sie sind ganz anders als die Religion auf der anderen Seite, sie stehen einander gegenüber, konfrontativ, die Seiten sehen sie nicht.

Manche bleiben nicht unten an der Basis, sie gehen die Stufen nach oben. Der Weg der Leute im Süden ist ein ganz anderer Weg als der Weg der Leute im Norden. Im Süden ist es heiß, die Sonne brennt, man dürstet, kann sich nicht vorstellen, dass man bis oben kommt.

Aber Stufe für Stufe gehen manche Leute höher, die Stufen werden schmaler, aber es sind auch weniger Leute, die hoch gehen.

Und irgendwann einmal kommen Menschen an die Spitze der Pyramide, es sind nicht viele, nur wenige haben die Strapazen geschafft.

Aber die, die dann ganz oben auf der Spitze stehen, die sind dann nicht mehr zu unterscheiden voneinander und es ist egal, ob sie von Süden, von Norden, von Osten oder von Westen kamen.

Denn oben zählt nur Gott.

Abraham: Der erste Prophet der Ergebung

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verstoßenen Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Eines der am weitesten verbreiteten Mythen ist, dass Mohammed der Begründer des Islam war. Obwohl Islam (völlige Ergebung zu Gott allein) die einzige von Gott anerkannte Religion seit der Zeit Adams ist (3:19,85), wird von Abraham im Koran berichtet, dass er der erste war, der das Wort „Ergebung“ benutzte und der uns „Gottergebene“ nannte (22:78). Siehe auch Propheten und ihre Namenswiederholungen.

Abrahams beispielhafte Ergebenheit in Gott wird durch seine bekannte Bereitwilligkeit demonstriert, seinen einzigen Sohn Ismael zu opfern, als er dachte, dass Gott dies befohlen hätte. Wie es sich herausstellte, war ein solcher Befehl in Wirklichkeit von Satan. Siehe zu diesem Thema: Abraham und die Opferung seines Sohnes

 

Millat Ibrahim

Durch den ganzen Koran hindurch wird die Ergebung als „Millat Ibrahim“ (Gemeinschaft Abrahams) bezeichnet (2:130, 135; 3:95; 4:125; 6:161; 12:37-38; 16:123; 21:73;22:78). Des Weiteren informiert uns der Koran, dass Mohammed ein Nachfolger Abrahams ist (16:123). Aufgrund eines generellen Nichtwahrnehmens der Tatsache, dass Abraham der ursprüngliche Gesandte des Islam war, fordern manche sogenannten Muslime Gott heraus: „Wenn der Koran vollständig und detailliert ist, wo können wir dann die Anzahl der Rak’ahs (Einheiten) für jedes Kontaktgebet (Salât) finden?“ Wir lernen vom Koran, dass alle religiösen Praktiken des Islam schon vor der Offenbarung des Koran bestanden haben (8:35, 9:54, 16:123, 21:73, 22:27, 28:27).

Vers 16:123 ist der direkte Beweis, dass alle religiösen Praktiken unversehrt überliefert wurden, als Mohammed geboren wurde. Mohammed wurde auferlegt der „Religion Abrahams zu folgen“. Wenn ich Sie darum bitte, einen Farbfernseher zu kaufen, ist vorausgesetzt, dass Sie wissen, was ein Farbfernseher ist. Ebenso müssen, wenn Gott Mohammed auferlegt, den Praktiken Abrahams zu folgen (16:123), diese Praktiken gut bekannt gewesen sein.

Ein anderes Beispiel für die göttliche Bewahrung der islamischen Praktiken, die Abraham gegeben waren, ist die Aufbewahrung im Koran solcher Praktiken. Zum Beispiel wird die verfälschte Waschung in 5:6 zu den ursprünglichen vier Schritten zurückgebracht. Der Tonfall während der Kontaktgebete (Salâh) wurde verzerrt – viele Muslime beten still. Dies wurde im Koran in 17:110 korrigiert. Das Fasten während Ramadan wurde modifiziert, um Geschlechtsverkehr während der Nacht zu erlauben (2:187). Zakah wird in 6:141 wiederhergestellt, und Hadsch wird auf die vier korrekten Monate berichtigt.