Gnade Gottes

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Abtreibung im Islam ist Mord, WENN…

Wann beginnt das Leben? Und ab wann ist Abtreibung Mord? In der Gottergebenheit (Islam) können diese Fragen mit Hilfe der Lesung (Koran) erörtert werden. Ich zeige eine Möglichkeit auf diese Fragen Antworten zu finden.

Die Frage nach der Abtreibung kann sehr schnell und leicht die Gemüter erhitzen. Denn die Meinungen erhalten aufgrund individueller Umstände unterschiedliches Gewicht. Wir kennen aus dem Alltag, dass auch jedes Gesetz seine Ausnahmen oder Bedingungen hat. Dies gilt ebenso für sämtliche aus der Lesung abgeleiteten und dadurch als Interpretationen einzustufenden Regeln. Die eigene Kultur, unsere Sozialisierung, unser Bildungs- wie auch Wissensstand spielen eine große Rolle, wie wir welche Positionen erzeugen und einstufen. Die Lesung ist auch ein sehr ambiger Text, der jederzeit Vielfalt und ein ausgeklügeltes, differenziertes Verständnis erfordert und fördert. Eindeutigkeit kann hier höchstens eine Illusion der Sicherheit vermitteln. Sie ist also ein unerreichbares Unterfangen. Je nach Methodik und philosophischen Annahmen (Prämissen) werden unterschiedliche Ergebnisse erfolgen müssen.

Die Frage, ob Schwangerschaftsabbruch verboten ist, wurde nicht erst kürzlich relevant für muslimische Gläubige, ganz zu schweigen für die Gelehrten. Diese setzten sich mit solchen Themen aus allen möglichen Aspekten bereits intensiv auseinander. Fragen wie «wann beginnt das Leben?», «wie ist der Zusammenhang zwischen Seele, Geist und Körper?» und «wann werden die Körper beseelt?» führten zu unterschiedlichen Ansichten unter den Gelehrten. Wichtig ist hierbei die Anmerkung, dass diese (Rechts-)Gelehrten zumeist nicht Theologie im heutigen Sinne betreiben wollten. Sie waren in erster Linie Juristen. Um dogmatische Wahrheitsfindungen kümmerten sich vornehmlich die «Philosophinnen und Philosophen» (mutakallimūn). Es ging ihnen primär um eine systematische, analytische Anwendung der technischen Rechtsmethodik in der Scharīʿa. Diese ist in den Grundsätzen der heutigen europäischen Rechtsmethodik nahe. Dabei konnte ein und derselbe Gelehrte gleichzeitig oder zeitversetzt verschiedene juristische Urteile entwerfen und anwenden.

Für einige Gelehrten galt die Abtreibung ab dem ersten Tag der Schwangerschaft als Tötung einer Seele. Andere meinten wiederum, dass jeweils ab 40, 80 oder gar 120 Tagen erst die Schwangerschaftsunterbrechung oder Abtreibung als Mord verstanden werden kann und somit als verboten gilt. Für andere galt eine individuelle Abwägung, die in der einen Situation eine andere Regel benötigte als in einer neuen anderen Situation. Letzterer Position folge ich auch grundsätzlich. Eine klare Rechtsmeinung gab es nicht, geschweige denn einen Konsens (Idschmāʿ).

Ich möchte versuchen, aus der Lesung eine mögliche Position für eine sehr generalisierte Situation abzuleiten anhand der analytischen Koranhermeneutik, die ich in meinem Buch Schlüssel zum Verständnis des Koran beschrieben habe. Dabei möchte ich betonen, dass das Ergebnis eine Richtschnur und kein absolut gültiges Gesetz für jede einzelne mögliche Situation darstellen soll. Der Koran leitet dazu an, sich stets differenzierter Gedanken zu machen und nicht bei einem einzelnen Ergebnis stehen zu bleiben. Das Leben ist Dank der kreativen Gunst und Liebe unseres Schöpfers voller Farben und nicht nur schwarz-weiss.

Zusammenhang zwischen Leben und Seele?

Wichtig sind die Definitionen der Worte wie Leben oder Seele. Ist das Töten von Leben dasselbe wie das Töten einer Seele? Bakterien können ebenfalls als Leben verstanden werden und somit auch ein Fötus, der sich lebendig weiterentwickelt. Jede Stammzelle kann als lebendiger Grundbaustein des Lebens verstanden werden, worin der genetische Code eines Menschen verzeichnet ist. Eine genetische Struktur zu haben bedeutet nicht eine Persönlichkeit mit einer Seele zu besitzen. Die Summe ist mehr als ihre Einzelteile.

Die Lesung unterscheidet zwischen Leben (ḥayāh) und Seele (nafs). Das Wort Seele ist nicht ganz passend, jedoch ist die Diskussion für einen anderen Artikel vorgesehen. Laut der Offenbarung sind ebenfalls Pflanzen und Tiere lebendig. Auch unser formloser, geschlechtsloser Gott ist der Lebendige (al-hayy). Dem Menschen wird jedoch eine besondere Beziehung zwischen Leben und Seele attestiert, indem uns vom göttlichen Geist (rūḥ) eingehaucht wird (15:29). Statt von Seele könnte man auch von einem besonderen Bewusstsein sprechen. Die Diskussion ist auf philosophischer Ebene sehr schwierig, da es naturwissenschaftlich-philosophische Argumente für ein komplexes Bewusstsein auch bei Tieren mit Wirbelsäulen und einem vegetativen Nervensystem gibt.

Durch die in der Lesung dargelegten Unterschiede erhalten die Menschen nun die Erlaubnis, sich Pflanzen oder Tiere zu Nutze oder «dienstbar» zu machen (22:37, 31:20). Das Töten von Tieren zum Verzehr von Fleisch wird beispielsweise nicht als Mord eingestuft. Dies heißt nicht, dass der Mensch mit der Umwelt und den Mitgeschöpfen blind verfahren kann, wie er möchte. Umweltschutz und Sorge zur Umwelt und den Geschöpfen sind aus vielen anderen Gründen auch gottergebene (islamische) Pflichten. Da die Berücksichtigung individueller Umstände in einem allgemeinen Prinzip unmöglich bleiben wird, ist das Recht nach Selbstbestimmung eines der wichtigsten Prinzipien:

Kein Zwang in der (gottergebenen) Lebensweise. […]

2:256

Eine gläubige Person wird in ihrem Gottvertrauen immer wieder geprüft und hat deshalb zu erlernen, wie dieses auch in schwierigen Situationen aufrechterhalten werden kann. Sie kann nicht Vertrauen und Verständnis in Gott und seine Gebote durch Zwang aufbauen. Vertrauen und Zwang schliessen sich aus.

Was ist Mord?

Mord ist im Koran der ungesetzliche, ungerechte, unethische Akt der Tötung eines Menschen. Mord ist also das Beenden einer menschlichen körperlichen und seelischen Verbindung.

Gott beruft die Seelen zur Zeit ihres Todes ab, und auch die, die nicht gestorben sind, während ihres Schlafs. Er hält die eine (Seele), für die Er den Tod beschlossen hat, zurück, und Er entsendet die andere auf eine bestimmte Frist (zurück in ihre Körper). Darin sind Zeichen für Leute, die nachdenken.

39:42

Aus diesem Vers ist erkennbar, dass im Schlaf unsere Seele oder unser Selbst (nafs) temporär an einen anderen Ort geht. Die Seele ist also nicht der Körper selbst, der in der physischen, diesseitigen Dimension verbleibt. Die Seele kostet dabei den Tod (3:185), wenn der Körper stirbt. Aber wenn der Körper noch intakt genug ist, wenn er also nicht tödlich verletzt ist, kann ein Körper auch ohne Seele weiter funktionieren. Von einigen wird hier spekulativ das Beispiel von Jesus angeführt, dessen Seele zumindest nicht mehr im Körper war, als sein Körper gekreuzigt wurde (4:157).

Aus diesem Grund schrieben Wir den Kindern Israels vor: Wenn einer jemanden tötet, jedoch nicht wegen eines Mordes oder weil er auf der Erde Unheil stiftet, so ist es, als hätte er die Menschen alle getötet. […]

5:32

Eine Person (Nafs) oder Seele ohne irgendeine Rechtsgrundlage, etwa bei Selbstverteidigungskriegen, Notwehr oder Notwehrhilfe, zu töten, ist eine enorme Sünde. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Mensch gläubig ist oder nicht, welcher Nation oder welchem Stamm er angehört und wie alt er ist. Jede Seele ist gleich wertvoll. Wenn das sich entwickelnde Leben in der Gebärmutter als «Seele» gilt, ist auch die Abtreibung als Ermordung einer Seele aufzufassen. Dies ist die wesentliche, relevante koranische Argumentation, was die Abtreibung betrifft. Dies könnte selbst die pränatale Diagnostik tangieren.

Leben beherbergen bedeutet also nicht notwendigerweise eine Seele zu besitzen. Ein Körper ist nicht die Persönlichkeit oder die Seele selbst. Die Empfängnis beim Sex kann demnach so betrachtet werden, dass Leben bereits bei der Befruchtung entsteht. Die nun essenzielle Frage ist, wann dieses Leben und dieser Organismus beseelt werden.

Gott verurteilt das Töten Neugeborener

Und tötet nicht eure Kinder aus Furcht vor Verarmung! Wir versorgen sie und euch (mit Lebensunterhalt). Gewiss, sie zu töten ist eine schwere Verfehlung.

17:31

Der historische Rahmen des angeführten Verses, der ähnlich in 6:151 wiederholt wird, greift der Text wiederum selbst auf. Gewisse Araber töteten damals leider ihre Kinder kurz nach der Geburt aus Scham und Kummer, nachdem sie sahen, dass Mädchen zur Welt kamen (16:58-59). Der Koran verurteilt und verbietet diese Praxis und betont, dass Gott für uns und andere sorgt (6:152).

Einige nehmen diese Verse als Grundlage, dass bereits das Embryo in der Gebärmutter damit gemeint sein müsse. Das sich entwickelnde Leben in der Gebärmutter ist jedoch in dem Sinne noch ein Ungeborenes. Auf Arabisch bedeutet walada gebären oder zur Welt bringen und al-walad (pl. awlād) bedeutet wörtlich der Geborene, was im Vers vorkommt. Es ist demnach unsinnig davon zu sprechen, ein Geborenes in der Gebärmutter zu tragen.

Auf Arabisch wird für Fötus dschanīn (pl. adschinna, vgl. 53:32) mit der sinngemässen Bedeutung umschirmt oder umhüllt verwendet. Ebenfalls werden Wörter wie ʿalaqah (Embryo) oder muḍghah (Klumpen/Fötus) im Koran verwendet (22:5), um den Zustand des Geborenseins von der Entwicklung in der Gebärmutter zu unterscheiden. Ein Fötus ist im allgemeinen Sinne eine körperliche Bürde oder Traglast (ḥaml, vgl. 22:2).

Hier könnte eingewandt werden, dass in der Lesung Maria ein Sohn (Jesus) versprochen wird und dabei das Wort walad vorkommt (vgl. 3:47). Dieser Vers prophezeit einen Sohn, der definitiv zur Welt kommen soll. Damit wird sprachlich und rhetorisch der Umstand bestärkt, dass die Geburt nach der Schwangerschaft garantiert wird.

Die Beseelung geschieht nicht mit der Empfängnis

Die Lesung (Koran) kann so gedeutet werden, dass die Beseelung des Lebewesens erst nach einer gewissen Phase in der Gebärmutter geschieht.

Dann schufen Wir den Tropfen (Sperma) zu einem Embryo, und Wir schufen den Embryo zu einem Fötus, und Wir schufen den Fötus zu Knochen. Währenddessen bekleideten wir die Knochen mit Fleisch. Dann liessen Wir ihn als eine weitere Schöpfung entstehen. Gott ist gesegnet, der beste aller Schöpfer!

23:14

Dieser Vers betont die verschiedenen Stufen der Schöpfungsentwicklung im Uterus. Der Koran als ein nicht medizinisch-biologischer Text vereinfacht die Embryologie. Er verpackt komplexeste und detaillierteste Vorgänge in für die Allgemeinheit verständlichen Bildern. Wir haben also vier Phasen der Entwicklung:

  1. Sperma
  2. Embryo
  3. Fötus
    • Entwicklung der Knochen und Umhüllung dieser mit Fleisch
  4. Eine weitere, neue Schöpfung

Daraus ist ableitbar, dass eine neue Schöpfung nicht bereits mit der Empfängnis entsteht. Das Embryo als sich entwickelnder biologischer Organismus ist noch keine Person. Irgendwann in der fötalen Phase erscheint also die Seele.

Der nächste Vers teilt uns mit, dass die gesamte Periode der Schwangerschaft (haml) wie auch des Stillens dreissig Monate andauert.

Und Wir haben dem Menschen aufgetragen, seine Eltern gut zu behandeln. Seine Mutter hat ihn in Angestrengtheit getragen und in Angestrengtheit zur Welt gebracht. Die Zeit von der Schwangerschaft bis zur Entwöhnung beträgt dreissig Monate. […]

46:15

Der nächste Vers beschreibt die maximale Dauer des Stillens als zwei volle Jahre, also 24 Monate.

Und die Mütter stillen ihre Kinder zwei volle Jahre, falls jemand das Stillen vollenden möchte. […]

2:233

In Kombination beider Verse können wir ableiten, dass die Schwangerschaftsdauer für die Seele 30 minus 24 Monate, also sechs Monate dauert. Eine Schwangerschaft nach der Empfängnis dauert gewöhnlich, Ausnahmefälle nicht mitberücksichtigt, etwa 38 Wochen. Je nach Definition in der Literatur können dies 266 bis 268 Tage sein.

Also ist die Dauer der Schwangerschaft, in der noch keine Seele in der Gebärmutter ist, 266 minus 180 Tage (sechs Monate), also 86 Tage. Anders gesagt ist das Ungeborene in der Gebärmutter in den ersten 86 Tagen nach der Empfängnis noch keine Seele.

Diese Zeitspanne ist meines Erachtens eine Gnade, die Gott uns geschenkt hat. Unser Schöpfer kennt uns, der natürlich um traumatische Erfahrungen wie Vergewaltigungen und Inzest Bescheid weiß. Er gesteht uns so eine gewisse und doch große Autonomie zu im Umgang mit unseren Körpern und im selbstbestimmten Umgang mit traumatischen Erlebnissen.

Sofern das Leben der Mutter während einer Schwangerschaft gefährdet ist, auch nach dem ersten Trimester, gelten dann wieder andere Grundlagen zur Entscheidungsfindung, da diese Situation andere Voraussetzungen liefert als der Verlauf einer gewöhnlichen Schwangerschaft. Die Diskussion dieser und auch anderer Fälle mit anderen Ausgangslagen muss also gesondert zur Abtreibung geführt werden.

Zusammengefasst erhalten wir:

  • Der Koran verurteilt Infantizide (6:151, 16:58-59, 17:31) und ebenso ist die Tötung einer Seele eine grosse Sünde (5:32).
  • Die Seele ist nicht mit einer körperlichen Form gleichzusetzen (39:42).
  • Erst ab einem gewissen Zeitpunkt innerhalb der fötalen Phase erscheint die Seele und eine neue Person wird erschaffen (22:5, 23:14).
  • Die Leibesfrucht in der Gebärmutter ist in den ersten 12 Wochen noch keine «Person» oder «Seele», in dem Sinne noch kein «Mensch».
  • Die Selbstbestimmung steht im Vordergrund (2:256).

Es ist besser, das Kind auszutragen, aber …

Somit ist die Abtreibung erst dann ein Mord, wenn sie nach dem ersten Trimester stattfindet. Ich persönlich empfehle oder schlage Abtreibung generell nicht vor. Ich bin auch der Überzeugung, dass die Abtreibung als eine Option für schwere Fälle verbleiben soll, besonders für Opfer traumatischer Verhältnisse wie etwa Vergewaltigung oder Zwangsbefruchtung. Gott kennt und versorgt uns, ist uns näher als unsere Halsschlagader (50:16). Er weiß, dass das Vertrauen in Ihn die Voraussetzung dafür ist, auch in schwierigen Situationen der gottergebenen Lebensweise (dīn) zu entsprechen. Für die Schwangerschaft oder ihre Unterbrechung bedeutet dies: Es ist besser, das Kind auszutragen, aber das setzt besonders in schwierigen Situationen Gottesvertrauen (tawakkul) und Sicherheit im Herzen (ʾīmān) voraus.

Kein Mensch hat das Recht, andere dafür zu verurteilen, wenn dieses Vertrauen noch nicht entstehen konnte. Wir sind keine Maschinen im Glauben. Gott liebt und vergibt uns mit all unseren Fehlern. Umgekehrt ist die Gesellschaft verpflichtet, Situationen zu schaffen, die das Vertrauen zumindest auf juristischer, materieller, psychisch-sozialer Ebene herstellen. Das heißt: keine Verurteilung, Herabsetzung, Verspottung der Schwangeren, die es nicht geschafft hätten zu verhüten und nur auf ihren eigenen Spass aus gewesen seien und ähnliche Argumentationsmuster. Ebenso wenig dürfen wir Bildungschancen sowie finanzielle Sicherung versperren.

Letztlich ist die Entscheidung aber eine Sache zwischen der betroffenen Frau und Gott. Dem Partner bleibt nichts anderes übrig als sich beratend liebevoll zur Seite zu stellen und bei einer Uneinigkeit die Trennung bzw. Scheidung als letzte Konsequenz zu nehmen, wenn die Differenzen unüberbrückbar sind.

Und Gott weiß es besser.

Nachdenkliches Mädchen - Enthaltsamkeit

Ramadan: Eine Zeit der Enthaltsamkeit und Erneuerung

Ramadan ist eine Zeit der Enthaltsamkeit, in der Gottergebene («Muslime») Achtsamkeit üben müssen, wenn wir das Fasten in seiner Tiefe verinnerlichen möchten.

2:183 „Ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr achtsam seid.“

Hanif-Übersetzung

Dabei ist diese Übung der Enthaltsamkeit eine Einladung an alle Menschen über die verschiedenen Wege zu reflektieren, wie wir die Gesundheit unserer Seelen über den Rest des Jahres vernachlässigen.

Wir praktizieren einen Monat lang Fasten, Meditieren, Reflektieren und Gebete, um den Mysterien dieses wunderschönen Universums, der Barmherzigkeit und dem Wissen Gottes näherzukommen. Und in diesem Monat war es, in welchem die Lesung («Qur’an») eingegeben wurde:

2:185 Monat Ramadan: In dem die Lesung als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde, als Klarstellungen über die Rechtleitung und die Unterscheidung. 

Hanif-Übersetzung

Seelische und gesellschaftliche Revolution

Diese Worte Gottes änderten nicht nur das Leben unseres geliebten Propheten, sondern revolutionierten auch seine Gesellschaft. Sie beeinflussen unsere Welt heute noch. Diese Worte gehen über die Beschreibung der Natur unserer Körper weit hinaus und zeigen uns auf, dass wir den Hauch Gottes in uns tragen und alle aus derselben einen Seele erschaffen sind (4:1, 15:29). Wir sind alle miteinander verbunden.

Diese Revolution, die beim Propheten zunächst in seiner Seele stattfand und dann in der Gesellschaft, sollte auch die Erfahrung von Gottergebenen in ihrem eigenen Ramadan sein, zusätzlich zur Enthaltsamkeit von Essen, Trinken und Sex von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Diese intensive Disziplin sollte uns näher zu Gott bringen, indem wir unsere grundlegendsten Wünsche und Bedürfnisse kontrollieren. Dadurch erreichen wir eine höhere Ebene des Bewusstseins, um eine tiefere Hingabe gegenüber Gott zu leben.

Indem wir uns buchstäblich entleeren, einerseits physisch von Nahrung und andererseits spirituell von unserer Anhänglichkeit gegenüber allen Dingen, die uns von Gott weg bewegen, schaffen wir Raum. Wir schaffen den nötigen Raum, in dem unsere Seelen erneut gedeihen können. So wie bei einem vollen Glas nichts mehr hinzugefügt werden kann, ist es nicht möglich, einer von sich selbst gefüllten Seele Raum zu geben für Gott. Es muss eine Lücke entstehen.

Unsere Seelen atmen im Ramadan aus, damit wir beim Einatmen die Barmherzigkeit Gottes, sozusagen frische Luft empfangen können. Es ist kein Zufall, dass viele Meditationen mit dem Atmen arbeiten, um diese symbolische Verbindung zu verinnerlichen. Vom ersten Atem bis zum letzten widmen wir uns deshalb Gott:

6:162 Sprich: Mein Gebet und meine Kulthandlung, mein Leben und mein Sterben gehören Gott, dem Herrn der Welten.

Übersetzung von Adel T. Khoury

Es kann deshalb ein sehr positives Zeichen sein, wenn wir im Verlauf des Ramadan ein Gefühl der Leere oder der Erdrückung empfinden. Dies ist die seelische Wirkung der Enthaltsamkeit, die den so dringend benötigten Raum schafft.

Gott steht uns dabei stets zur Seite. Es liegt nur an uns, dass wir Seine gütige, liebende und leitende Gegenwart in diesem neu geschaffenen Raum spüren. Durch die Anrufungen erklären wir Gott gegenüber unsere Unfähigkeit, immer das zu tun, was nötig ist. Das Fasten mag sehr schwer vorkommen, die innere, seelische Arbeit sehr anstrengend sein. Es kann sogar so stark werden, dass wir das Gefühl entwickeln, keine Luft zu bekommen. Der Gedanke: «Ich kann das nicht machen, Gott!», zeigt auf, wie viel Raum wir uns selbst noch einräumen in unseren Seelen. Wir müssen uns innerlich entleeren, damit wir mehr Raum haben für das Göttliche. Wahre Ergebung und das Ego können nicht im selben Behälter fortbestehen.

2:186 Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, so bin ich nah, antworte auf den Ruf des Rufenden, wenn er mich rief. Sie sollen dann mir antworten und an mich glauben, auf dass sie vernünftig sind.

Hanif-Übersetzung

Im Ramadan fand die erste Eingebung zwischen dem Heiligen und dem Siegel der Propheten (33:40) der Gottergebenheit («Islam») statt. Ramadan ist demnach eine Zeit, in der das Selbst hinterfragt und entleert wird. Dies kann schmerzhaft sein. Doch erst dieses Reflektieren erlaubt es uns, die Rechtleitung Gottes zu erhalten. Ohne eine seelische Änderung wird auch kein Wandel stattfinden (13:11). Gerade diese Einengung, den seelischen Gürtel enger zu schnallen, lässt unsere Seelen erneuern und sich erholen. Liebe zu erfahren und Kummer zu zeigen ist ein Ausdruck der Barmherzigkeit – Gottes Barmherzigkeit. Und die Barmherzigkeit Gottes ist für fortgeschrittene Seelen gedacht, die zeitgleich mit Stärke und Feingefühl durch die Welt wandern. Diese Seelen achten auf ihre Umwelt und Mitmenschen, üben Achtsamkeit («Taqwá»), und sorgen durch eine allseits gerichtete Läuterung («Zakâh») für eine Verbesserung sämtlicher Umstände (7:156).

Barmherzigkeit

Dies bedeutet, dass wir uns im Ramadan auch all dessen bewusst werden, was uns von dieser Rückverbindung mit uns selbst und Gott ablenkt. Wenn Gott sich selbst Barmherzigkeit vorschreibt (6:12, 6:54), so haben wir uns selbst auch Barmherzigkeit zu zeigen. Sollten wir gewisse Ziele nicht erreichen, so beginnen wir einfach von Neuem.

Wenn Gott sich selbst Barmherzigkeit vorschreibt, sollte unser Fokus dann nicht auch Barmherzigkeit, Vergebung und Verzeihung sein?

Lasst uns wieder bewusst werden, was die Bismillah bedeutet: im Namen Gottes, des Erbarmers, des Gnädigen. Dieser Satz wird unter Gottergebenen oft zu Beginn einer Tätigkeit ausgesprochen. Al-Rahman, der Erbarmer, Al-Rahiim, der Gnädige. Beide entstammen dem Wort rahmah, Barmherzigkeit, und haben eine Verbindung zu rahim, Gebärmutter. Gott, der Leben aus Seiner Barmherzigkeit heraus in den Gebärmüttern erschafft, zeigt uns die Verbindung zwischen der Barmherzigkeit und der Erschaffung. Wir müssen uns um unsere Familien und genauso um unsere Mitgeschöpfe aller Art gnädig kümmern.

Genauso sollten wir uns um uns selbst kümmern. So sollten wir zum Beispiel behutsam und bedacht unser Fasten brechen, traditionell mit einer Dattel und einem Schluck Wasser, während die ganze Wahrnehmung darauf ausgerichtet ist mit vollem Herzen (und Zunge) dabei zu sein und Dankbarkeit zu üben.

Dankbarkeit

2:185 … So sollt ihr die Anzahl vervollständigen und Gott hochpreisen dafür, dass Er euch rechtleitete, auf dass ihr dankbar seid.

Hanif-Übersetzung

Gerade im hungrigen, ermüdeten Zustand ist diese innere Haltung wichtig. Nicht der Moment des Fastenbrechens, die Nahrungsaufnahme, soll im Vordergrund stehen, sondern die Dankbarkeit, die durch die Enthaltsamkeit und das Fastenbrechen entsteht.

Die Enthaltsamkeit ist dabei auch mit einem Blick auf die Gemeinschaft und den Kontakt zu Gott («salâh») zu üben. Die eigene Seele mehr schweigen zu lassen, um gemeinsam aufeinander zu achten. Damit kann das Fasten auf eine gesunde Art und Weise und emotional erfüllend verlaufen. Auf diese Weise können Kinder unter Aufsicht nach gesundem Menschenverstand fasten und somit schrittweise und behutsam dem Ramadan näher gebracht werden. Auch die Fürsorge gegenüber älteren Mitmenschen und das Bewusstsein für die Tiere als Geschöpfe können so schöne Erinnerungen schaffen.

Aufklärung

Neben der Sanftmut gehört es auch dazu, das eigene Denken zu hinterfragen in der Lebensordnung. An welcher Tradition hafte ich aus welchen Gründen? Ist das, was ich für die Gottergebenheit halte, wirklich ein Bestandteil der koranischen Eingebung? Aufklärung ist eine gottergebene Pflicht. Nicht umsonst wird in der Lesung das blinde Befolgen unserer Vorväter angeprangert (2:170). Wir müssen klar unterscheiden zwischen der göttlichen Eingebung und hinzugedichteten Meinungen. Ansonsten enden wir bei einer Lebensordnung, die Gott nie verordnet hat (42:21).

Wir sind von der Einheit Gottes überzeugt. Diese Überzeugung der Einheit muss aber auch auf unser Denken einwirken, indem nur der Erbarmer unser Beschützer («mevlana»), unser Herr («rabb») und unser Lehrer ist (55:1-2). Lassen wir zu, dass Menschen oder Idole die Kontrolle über unseren Lernprozess innehaben, machen wir uns der Beigesellung («schirk») schuldig. Dadurch sind wir nicht mehr zur Aufklärung in der Lage, da wir uns von der Rechtleitung Gottes ausschließen. Auch hier gilt es Enthaltsamkeit zu üben.

Die Abmühung («Dschihâd») zugunsten der Gerechtigkeit und den Menschenrechten ist wahrscheinlich das Beste, um Identität zu stiften. Sich für andere einzusetzen ist ein wichtiger Teil des Dienstes an Gott und ein notwendiger Pfad zur Selbsterkenntnis. Dazu gehört auch das Zelebrieren unserer Geschwister, die sich leise oder auch laut für die Menschenrechte einsetzen.

Hoffnung

Einige denken jetzt vielleicht an die vielen Ungerechtigkeiten und Schmerzgefühle, die wir durch die ständige mediale Darstellung erlitten haben. Einige mögen gar Wut empfinden und sich unterdrückt fühlen. Es ist aber nicht richtig, in dieser Opferhaltung zu verharren. So heißt es doch:

39:53 Sprich: O meine Diener, die ihr gegen euch selbst Übertretungen begangen habt, gebt die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes nicht auf. Gott vergibt die Sünden alle. Er ist ja der, der voller Vergebung und barmherzig ist.

15:56 Er sagte: »Nur die Abgeirrten geben die Hoffnung auf die Barmherzigkeit ihres Herrn auf.«

Übersetzung von Adel T. Khoury

3:134 Diejenigen, die in Freude und Leid ausgeben, die die Wut unterdrücken, und die den Menschen verzeihen. Und Gott liebt die Gütigen

Hanif-Übersetzung

Diese Worte sind eine rituelle Reinigung für uns, welche den Schmutz und Dreck der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit wegwaschen. Sie können uns beschämen und zugleich stärken. Sie beschämen uns, da wir uns der Arroganz der Verzweiflung bewusst werden: Wir haben kein Anrecht auf Verzweiflung, solange es Menschen auf der Welt gibt, die wahrhaft leiden. Wir müssen uns gesellschaftlich und politisch für die Leidenden einsetzen. Diese Worte stärken unsere Seelen, da wir merken, dass unsere Lebensordnung («dîn») auf Hoffnung aufbaut. Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die wir mitgestalten müssen. In der Gottergebenheit («Islam») stirbt die Hoffnung nicht zuletzt. In der Gottergebenheit lebt die Hoffnung immerfort.

So lasst Abschied nehmen von der giftigen Rhetorik des wir und sie. Wir sind alle aus derselben einen Seele. Es gibt nur ein Wir. Die schier unverständliche Menge an Leiden, Grausamkeit und Ungerechtigkeit stellen eine Aufforderung zur Tat und Hilfeleistung dar, nicht zur Verzweiflung und Wut. Dadurch erfüllen wir das Gebot Gottes, Gerechtigkeit zu üben (7:29). Zahlreiche Verse gebieten, die Schwachen und Unterdrückten zu schützen und unermüdlich Gutes zu tun, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, einfach Gott zuliebe. Dies alles vor dem Hintergrund der Barmherzigkeit und Hilfe Gottes, ohne dass wir die Hoffnung auf Besserung aufgeben. Auf diese Weise eliminieren wir beispielsweise Stereotypen, Rassismus oder Frauenfeindlichkeit und setzen uns ein für die politische Gleichbehandlung aller Menschen.

Enthaltsamkeit bedeutet auch zu schweigen, wenn Schweigen angebracht ist. Wahre Gottergebene gebrauchen eine Sprache, die Frieden fördert. Sie schweigen, wenn sie mit Beleidigungen konfrontiert werden (z. B. «Geh dorthin zurück, von wo du herkommst!»), nachdem sie ihren Mitmenschen Frieden gewünscht haben:

25:63 Und die Diener des Erbarmers sind die, die demütig auf der Erde umhergehen und, wenn die Törichten sie anreden, sagen: »Frieden!«

Übersetzung von Adel T. Khoury

Mit einer friedlichen Sprache setzen wir uns für die Gerechtigkeit und Menschenrechte ein. Wir als Gottergebene wissen, dass Gott uns beisteht und Er uns ausreicht (39:36). Wir brauchen keine Anerkennung der Gesellschaft oder irgendwelche Preise zu gewinnen. Unser Preis ist bei Gott, Der alles wahrnimmt und uns lehrt, immer an der Hoffnung festzuhalten. Hoffnung, die zur Tat aufruft. Unsere Stärke in der Hoffnung liegt darin, dass wir die negativen Energien von Rassisten und Menschenfeinden nicht in uns zulassen. Enthaltsamkeit von negativen Energien ist also gefordert. Sie liegt auch nicht in der selbstgefälligen Zufriedenheit der heuchlerischen Rechtschaffenheit. Es geht vielmehr um eine Demut. Die Demut der Erkenntnis, dass wir selbstlos ein ethisch-moralisches, barmherziges Leben führen sollen, um anderen helfen zu können.

76:9 Wir speisen euch nur um Gottes Angesicht willen. Wir möchten von euch weder Entgelt noch Dank

Hanif-Übersetzung

In dieser Bewusstwerdung während der Enthaltsamkeit liegt wahrhaftig ein innerer Frieden. Ist es nicht aufregend, die lebensbejahende Hoffnung zuzulassen, welche den Hass und die Ungerechtigkeit überwindet und den Schmerz und die Wut in Zuversicht verwandelt? Wir alle haben die Möglichkeit, den Samen der Hoffnung für eine bessere Zukunft zu setzen, anstatt von der Vergangenheit geplagt zu werden.

In der Gottergebenheit lebt die Hoffnung immerfort.

Alter der Verantwortung

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

 

42:25 Er ist es, Der die Reue von Seinen Dienern annimmt und die Missetaten verzeiht. Und Er weiß, was ihr tut.

 

Freier Wille

Wenn wir über die Verantwortung des Menschen sprechen möchten, kommen wir auch nicht um die große Frage des Freien Willens umhin. Wenn Gott ebenso Allwissend wie Allmächtig ist, dann ist Er auch Allgütig und Allgnädig, weil Er weiß, wie wann wo was passieren wird.

 

57:22-23 Es passiert keine Heimsuchung auf Erden oder an euch, das nicht in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es ins Dasein rufen – wahrlich, das ist für Gott ein leichtes. Damit ihr nicht trauert um das, was euch entgangen ist, und euch nicht übermäßig freut über das, was euch gewährt wurde. Und Gott liebt nicht jeden sich wichtig tuenden Prahler.

 

Philosophisch gesehen ist es wahrlich ein großer Versuch, an die Willensfreiheit zu glauben. Es scheint so zu sein, dass alles deterministisch mit den Gesetzen Gottes abläuft. Hunderte von Billardbällen treffen aneinander und es scheint unmöglich, einen Einfluss auf das Geschehen auszuüben. Der Moment des Aufeinandertreffens und der Aufprallwinkel sind entscheidend. Der erste Ball entscheidet maßgeblich über alle weiteren Verläufe.

Leibniz war der Überzeugung, dass Gott alles aus dem Nichts geschaffen hat (creatio ex nihilo) und alles Geschaffene gut ist. Die Schlussfolgerung: überall ist eine wunderbare Ordnung zu finden. Die Welt wäre wie ein Uhrwerk, dass in sich selbst weiterläuft:

 

Ich sage nicht, die körperliche Welt sei eine Maschine oder ein Uhrwerk, das ohne Mitwirkung Gottes geht… Was ich behaupte ist, daß das Uhrwerk der Welt, ohne einer Nachbesserung zu bedürfen, fortgeht; man müßte sonst sagen, daß sich Gott eines Besseren besinnt. Gott hat alles vorhergesehen, er hat für alles im voraus Sorge getragen, in seinen Werken herrscht eine Harmonie, eine Schönheit, die schon zuvor bestimmt ist.

 

Die Freiheit zu verteidigen ist eine schwere Aufgabe; wo (Umgebung) und wie (männlich/weiblich, Hautfarbe etc.) der Mensch geboren wird, kann nicht von ihm selbst entschieden werden. Freier Wille kann also nur existieren, wenn es Gott gibt und Er uns sagt, dass wir einen freien Willen haben!

Es kann doch sein, dass die Gottgläubigen, die Gottergebenen (Muslime auf arabisch) einen freien Willen erhalten, wenn sie Diener Gottes werden? Es liegt alles unter der Kontrolle Gottes. Der Schöpfer kann der Schöpfung einen freien Willen geben, ohne einen Willen unabhängig von der Kontrolle des Schöpfers zu geben. Handelt der Mensch aus freiem Willen, oder war sein Wille schon da, bevor er etwas will?

 

76:30 Und ihr könnt nur wollen, wenn Gott will. Wahrlich, Gott ist Allwissend, Allweise.

81:29 Doch ihr könnt nur wollen, wenn Gott, der Herr der Welten, will.

41:11 Dann wandte ER sich dem Himmel zu, während er noch Rauch war, dann sagte ER ihm und der Erde: „Kommt beide freiwillig oder widerwillig!“ Beide sagten: „Wir kamen freiwillig.“

 

Was bleibt dem Menschen übrig, außer sein Schicksal (d. h. seine Beschränktheit) anzunehmen oder abzulehnen?

 

Ich weiß ehrlich nicht, was die Leute meinen, wenn sie von der Freiheit des menschlichen Willens sprechen. Ich habe zum Beispiel das Gefühl, dass ich irgend etwas will; aber was das mit Freiheit zu tun hat, kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich spüre, dass ich meine Pfeife anzünden will und tue das auch; aber wie kann ich das mit der Idee der Freiheit verbinden? Was liegt hinter dem Willensakt, dass ich meine Pfeife anzünden will? Ein anderer Willensakt? Schopenhauer hat einmal gesagt: „Der Mensch kann was er will; er kann aber nicht wollen was er will.“
– Albert Einstein

„Wenn der geworfene Stein Bewusstsein hätte,
so würde er sagen, ich fliege, weil ich will.“
– Blaise Pascal

 

Wir sind uns bei unseren Handlungen und Entscheidungen einer göttlichen Anweisung nicht bewusst. Gott ordnete das Universum so, dass unser Verlangen, Denken und Handeln uns in eine Richtung zieht, so dass Sein Wille erfüllt wird. Weder im Koran noch in der Bibel wird die menschliche Verantwortung als Widerspruch der göttlichen Vorsehung und Leitung gesehen. Und hier sollte auf die folgenden zwei Verse hingewiesen werden:

 

33:72 Wir haben die Verantwortung den Himmeln und der Erde und den Bergen angeboten, aber sie weigerten sich und scheuten sich davor, sie zu tragen. Der Mensch trug sie – Wahrlich, er ist sehr ungerecht, unwissend.

13:11 … Gott verändert den Zustand eines Volkes nicht eher, bis die Menschen ihren Zustand selbst geändert haben…

 

Gott ist gerecht, weise, allwissend und vollkommen und braucht nicht zweimal zu überlegen. Er wollte, dass sich die Menschen auf diese Art und Weise entscheiden. Gottes Bestimmung ist unwiderruflich, da Seine Entscheidung aus der höchsten Weisheit stammt. Im Großen sowie im Kleinen wird der Wille von keinem Geschöpf beabsichtigt und gleichzeitig von allen gewollt und beherzigt. Zu denken, dass man sich deshalb der Verantwortung entziehen könnte, ist ein Widerspruch zu dieser Lehre. Niemand kann sich der Verantwortung entziehen. Wie frei ist der „freie Wille“? Wir sind völlig frei und entscheiden selbst, ob wir an Gott glauben oder nicht. Es ist Gottes Wille, das wir wollen können (18:29, 25:57, 73:19, 74:37, 76:29, 78:39, 80:12).

 

2:210 Warten sie etwa darauf, dass Gott und die Engel aus dichten Wolken zu ihnen kommen? Dann wäre alles vorbei und alles würde zu Gott zurückkehren.

6:88 Dies ist die Rechtleitung Gottes, damit leitet ER recht, wen ER will von Seinen Dienern.

 

Die Formulierung auf Arabisch (bihi man yashao min AAibadihi) beinhaltet auf Arabisch beide Bedeutungen: „Gott leitet damit, wen Er will zum geraden Weg“ oder auch „Gott leitet denjenigen, der will, zum geraden Weg.“

 

6:110 Wir lassen ihre Herzen und ihren Verstand hin und her schwanken, weil sie schon beim ersten Mal nicht glauben wollten. So verharren sie im Unglauben, und so schlagen sie sich weiter im Irrtum herum.

 

Siehe auch die Koranverse 13:11; 18:29; 42:13,48 und 46:15.

 

Römer 9:14ff. Was sollen wir nun hierzu sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne! Denn er spricht zu Mose (2.Mose 33:19): »Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.« So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen. Denn die Schrift sagt zum Pharao (2.Mose 9:16): »Eben dazu habe ich dich erweckt, damit ich an dir meine Macht erweise und damit mein Name auf der ganzen Erde verkündigt werde.« So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will. …“.

 

Wären Gott und die Engel sichtbar, wären alle gezwungen zu glauben und die Reifeprüfung hätte keinen Sinn mehr. Der Zweck unserer Existenz auf der Erde ist es, die Herausforderung des Teufels abzulehnen und der absoluten Autorität Gottes zuzustimmen. Siehe auch: Prädestination

 

Alter der Verantwortung

Was passiert mit einem Kind, das mit 12 Jahren stirbt, ohne von Gott gehört zu haben? Paradies oder Hölle? Was ist mit 21 Jahren, 25 oder 30? Was wenn eine 16 jährige Christin stirbt, die an die falsche Vorstellung der Gottheit Jesu glaubte? Geht sie in die Hölle?

Was passiert mit jemandem, der in eine polytheistische Familie hinein geboren wurde und 28 Jahre lang auf diese ihm eingetrichterte Weise dachte, obwohl er einer der rechtschaffenen unter den Leuten war?

 

2:286 Keiner Seele trägt Gott auf, außer, was sie umfasst. Ihrer ist, was sie erwarb und über ihr ist, was sie sich erwarb. Unser Herr, nimm es uns nicht übel, falls wir vergessen oder Fehler machen. Unser Herr, und lasse uns keine Bürde tragen, so wie du sie jene tragen ließt, die vor uns waren. Unser Herr, und lasse uns nicht tragen, wofür wir keine Energie haben. Und verzeihe uns, vergib uns und erbarme dich unser. Du bist unser Beschützer, so helfe uns gegen das ableugnende Volk

 

Jedem wird das zuteil, was er verantworten kann. Als Kind ist man beispielsweise eher weniger bewusst über die Folgen der eigenen Taten. Vieles versteht man als Kind nicht und ist nicht zurechnungsfähig. Ab wann ist ein Mensch aber verantwortbar, mündig und reif? Vor Gott?

 

46:15 Und Wir haben dem Menschen anbefohlen, gegen seine Eltern gütig zu sein. Seine Mutter trug ihn in Mühsal und brachte ihn zur Welt in Mühsal. Und ihn zu tragen und ihn (durch das Stillen) zu entwöhnen erfordert dreißig Monate. Dann als er seine Reife erreichte und vierzig Jahre alt wurde, sagt er: „Mein Herr, sporne mich an, dankbar zu sein für Deine Gnade, die Du mir und meinen Eltern erwiesen hast, und (sporne mich an,) Rechtes zu wirken, das Dir wohlgefallen mag. Und lass mir meine Nachkommenschaft rechtschaffen sein. Siehe, ich wende mich zu Dir, und ich bin einer der Gottergebenen.“

5:26 Er sprach: „Wahrlich, es soll ihnen vierzig Jahre lang verwehrt sein; sie sollen auf der Erde umherirren. Und betrübe dich nicht wegen des aufrührerischen Volkes.“

35:37 Und sie werden darin schreien: „Unser Herr, bringe uns (aus der Hölle) heraus; wir wollen rechtschaffene Werke tun, anders als wir zu tun pflegten.“ „Gaben Wir euch nicht ein genügend langes Leben, so dass ein jeder, der sich besinnen wollte, sich darin hätte besinnen können? Und überdies kam der Warner zu euch. So kostet nun die Strafe; denn Frevler haben keinen Helfer.“

 

Der Koran setzt das Alter der Verantwortung auf 40. Ist es also legitim zu sagen: Jede/r der/die vor diesem Alter stirbt, kommt ins Paradies? Es steht nirgends ausdrücklich geschrieben, dass diejenigen ins Paradies kommen. Wir fragen uns: Wenn eine Person vor dem besagten Alter stirbt, bevor sie die Reife erlangt hat, kann die Seele dann für ihre Taten in Rechenschaft gezogen werden? Wenn die Person an Gott glaubte und rechtschaffen war, kommt sie ins „höhere Paradies“, ansonsten ins „niedrige Paradies“ (Erklärung: siehe hier).

Die erste Reaktion ist höchstwahrscheinlich eine Einwendung wie die folgende: „Was wenn die Person wirklich schlecht, teuflisch, ja ein Atheist war?“ Diese Frage wird gestellt, weil wir schlecht denken, während Gott doch der Gnädigste ist! Die Tendenz des Menschen ist, „die Person in die Hölle zu schicken“. Gott ist Allmächtig und Allwissend. Die Frage ist: Weiß Gott Bescheid über diese Person, ob sie wirklich böse ist? Die Antwort ist glasklar: Ja. Deswegen wird diese Person auch nicht in die Hölle gehen. So einfach ist das.

Ist es das?

Sicher ist: Gott ist der Kenner und Bestimmer unseres Todeszeitpunkts. Wiederum ist der Allweise der Einzige, Der genau weiß, wer es verdient in die Hölle zu kommen und wer ins Paradies gelangen darf. Wenn jemand wirklich böse sein sollte, dann steht nichts dagegen, dass der Allmächtige Gott ihn/sie einfach länger als 40 Jahre leben lassen könnte. Niemand kann gegen Gottes Entscheid und Willen etwas ausrichten. Das heißt wohlgemerkt nicht, dass alle Menschen über 40 per se schlechte Menschen seien. Eine berechtigte Kritik mag auch wie folgt aussehen: Vielleicht ist es auch so, dass Gott (sowieso) weiß, dass dieser Mensch ein schlechter Mensch ist, egal ob er nun weiter leben würde oder nicht, weshalb Gott ihn aus dem Leben holt.

Einige mögen des Weiteren an dieser Stelle einwenden, dass sogar Kinder laut Koran zur schlechten Gattung innerhalb der Gesellschaft gehör(t)en. Einige mögen außerdem sagen, dass der Sohn von Noah in die Hölle geschickt wurde. Die entsprechenden Verse lauten wie folgt:

 

71:26-27 Und Noah sagte: „Mein Herr! Lasse auf der Erde von den Ablehner niemanden. Denn wenn Du sie lässt, so werden sie nur Deine Diener verführen und werden nur eine unverschämte Nachkommenschaft von Ungläubigen zeugen.

11:42 … Noah rief zu seinem Sohn, der sich abseits hielt: „O mein Sohn, steig mit uns ein und bleibe nicht mit den Ableugnern!“

 

In Anbetracht des Alters von Noah kann verstanden werden, dass der Sohn von Noah kein Kind mehr war:

 

29:14 Wir sandten Noah zu seinem Volke, und er weilte unter ihnen tausend Jahre weniger fünfzig Jahre. Da ereilte sie die Sintflut, weil sie Missetäter waren.

 

Zudem darf nicht vergessen werden, dass Gott selbstverständlich weiß, dass es unter den Kindern von Atheisten auch solche geben kann, die beginnen an Gott zu glauben.

Früh in 1989 wurde ein Mann namens Theodore Robert Bundy hingerichtet, weil er eine gewisse Anzahl an Frauen ermordet hat. Die gesamte Nation stimmte überein, dass er einer der bösartigsten Kriminellen der Geschichte war; dermaßen, dass seine Hinrichtung einer der seltenen Fälle war, in denen die Gegner der Todesstrafe nicht protestierten. Ganz im Gegenteil, eigentlich feierten viele Leute seine Vollstreckung. Zahlreiche Journalisten, Leitartikel und Politiker beklagten die Tatsache, dass die Gerechtigkeit elf Jahre dauerte, um Ted Bundy zu exekutieren. Sie sagten aus, dass Bundy innerhalb maximal sechs Jahre nach seiner Verurteilung hätte hingerichtet werden sollen. Laut Koran wäre das der größte Gefallen gewesen, den jemand für Bundy hätte machen können. Er war bei der Vollstreckung 42 Jahre alt. Wäre er fünf Jahre früher im Alter von 37 Jahren hingerichtet worden, ginge er direkt in den Himmel, und er würde dies nicht verdienen.

War Bundy einer der Zeichen, die Gott uns gegeben hat, um zu bestätigen, dass alle, die vor dem Alter 40 sterben, in den Himmel gehen? Bundys Name (Theodore Robert Bundy) besteht aus 19 Buchstaben. Bundy soll 19 identifizierte Frauen ermordet haben. Das Wort „vierzig“ ist im Vers 46:15 das neunzehnte Wort. 4615 + 40 = 19×245, wobei 2*4*5=40! Und nichts ist ein Zufall, Sura 40 des Korans heißt „Gafir“ (Vergeber). Natürlich dienen diese Rechnungen nicht als Beweis, sondern sollen uns nur zum Nachdenken bringen.

Analysieren wir die Aussage von Wissenschaftlern, die auf psychologischen Tests basiert, stellen wir fest, dass die „totale Quantität des gespeicherten Wissens im Verstand eines Individuums im Alter von 39 Jahren einen Höhepunkt erreicht und danach allmählich abnimmt“ (Arthur C. Guyton, in seinem Standardlehrbuch über Physiologie „Physiology of the Human Body“, 6. Auflage, Seite 207). Guytons Buch wird in vielen vormedizinischen Schulen auf der Welt als ein Standardtext verwendet.

Gemäß der Überlieferung heißt es auch, dass Mohammed erst mit ungefähr 40 Jahren zu seiner Prophetenschaft berufen wurde und den ersten Besuch Gabriels erhalten haben sollte. Und da der Koran auch von der Vorzeit Mohammeds berichtet, so wissen wir, dass das Alter der Verantwortung wirklich 40 sein kann, da Mohammed vor seinem Prophetentum ein Irrender war:

 

93:7 Hat dein Herr dich nicht auf dem Irrweg gefunden und recht geführt?

42:52 …Weder wusstest du, was die Schrift noch was der Glaube ist…

 

Natürlich reichen diese Fakten und Ereignisse als Beweis für diese Auffassung der Verse nicht aus, sondern dienen eher als Hinweis bzw. als Unterstützung.

Gott weiß es natürlich besser.

 

Leser-Fragen zum Artikel

1. Frage: Mal angenommen, das stimmt und man weiß das, dann könnte man doch bis zu seinem 40. Geburtstag ein „schlechter Mensch“ sein und ab dann wieder ein guter Mensch oder nicht? Vielleicht mach ich lieber ein Beispiel: Ein Mensch weiß, dass man in den Niedrigen Himmel kommt, auch wenn man ein schlechter Mensch gewesen ist, unter der Voraussetzung, dass dieser Mensch vor seinem 40. Geburtstag stirbt. Da man ja nicht wissen kann, ob man jetzt vor 40 stirbt oder danach, könnte man doch bis zum 40. Geburtstag freizügig leben (Alkohol, Sex, Diebstahl usw.) und ab dem 40. Geburtstag oder zwei, drei Jahre vorher wieder ein gottergebenes Leben führen oder?

Ich unterscheide mal das Sterben in zwei Möglichkeiten: Selbstmord und „natürlicher Tod“. Auch wenn die Theorie und Interpretation an sich plausibel klingt und möglich ist, so ist in beiden Fällen (Gültigkeit und Ungültigkeit der Deutung) zu sagen, dass nicht wir in Tat und Wahrheit den Todeszeitpunkt bestimmen, sondern Gott selbst. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass das gesamte Leben im Universum einen gemeinsamen Drang besitzt: der hartnäckige Wille zum Überleben. Dafür töten einige Bakterien andere Bakterien, Tiere schützen sich selbst auf erstaunliche Art und Weise (bspw. mittels Mimikry) und Menschen töten andere Menschen, wenn sie ihr eigenes Leben in Gefahr sehen. Es gibt unzählige Beispiele für diesen Trieb, weiter leben zu wollen. Dies gilt aber natürlich nicht für alle Fälle, da immer wieder auf verschiedenem Weg Suizid vorkommt, sowohl in der Natur als auch beim Menschen.

Des Weiteren sagt der Koran nicht aus, dass der Mensch nicht für seine Sünden belangt werden würde, die er vor seinem 40. Lebensjahr begangen hat, wenn er das Alter der Reife erreicht hat. Es ist auch noch hinzuzufügen, dass der Mensch sehr schwer seine Gewohnheiten aufgeben kann. Wer also bis zum 40. Lebensalter dauerhaft freizügig lebt und seinem Körper und der Natur schadet, wird danach es sehr schwer haben, wieder den rechten Weg zu beschreiten, selbst wenn er drei Jahre vorher beginnen würde mit den Bemühungen. Es ist bekanntlich sehr sehr schwer, sich selbst und seine Gewohnheiten zu ändern.

Am besten und wirksamsten für die eigene Seele ist es, „auf Nummer sicher“ zu gehen und die vom Koran vorgeschlagenen Idealen zu verinnerlichen. So früh wie möglich.

2. Frage: Ich muss leider zugestehen, dass ich das mit dem Alter der Verantwortung, höherem und niedrigerem Himmel nicht verstehe, denn wie kann ein Atheist zum Beispiel, der nicht an Gott glaubte oder sich über ihn lustig machte und alle möglichen Sünden beging, in den „Niedrigeren Himmel“ hineingehen, nur weil er eben vllt. mit 25 Jahren gestorben ist?

Wie bereits im Artikel schon geschrieben wurde: Die erste Reaktion ist höchstwahrscheinlich eine Einwendung wie die folgende: „Was wenn die Person wirklich schlecht, teuflisch, ja ein Atheist war?“ Diese Frage wird gestellt, weil wir schlecht denken, während Gott doch der Gnädigste ist! Die Tendenz des Menschen ist, „die Person in die Hölle zu schicken“.

Gottes Barmherzigkeit ist für unsere Verhältnisse unverständlich. Wir können die Größe der Barmherzigkeit Gottes nicht erfassen. Genauso erging es aber laut Koran auch den Engeln, die nicht verstehen konnten, weshalb Gott der Erhabene und Allwissende Menschen auf die Erde senden wollte, die Blut vergießen werden.

2:30 Und als dein Herr zu den Engeln sprach: „Ich werde auf der Erde einen Nachfolger einsetzen.“ Sie sagten: „Willst Du auf ihr einen einsetzen, der auf ihr Unheil stiftet und Blut vergießt, während wir dein Lob singen und deine Heiligkeit rühmen?“ Er sprach: „Ich weiß, was ihr nicht wisst.“

Genauso: Gott weiß, was wir nicht wissen. Es mag für uns noch so unvernünftig erscheinen, dennoch wird so oder so Gottes Wille geschehen.

 

 

 

 


Der Hohe Himmel und der Niedrige Himmel

Es gibt profunde Unterschiede zwischen dem Hohen Himmel und dem Niedrigen Himmel. Allegorisch gesprochen besitzt der Hohe Himmel alle Arten von Früchten (55:52), während der Niedrige Himmel eine begrenzte Auswahl an Früchten hat (55:68). Vergleichen Sie einige Aussagen aus Sura 55 miteinander für weitere Beispiele.

Nichtsdestotrotz ist der Niedrige Himmel ein unglaublich fantastischer Lohn für diejenigen, die genügend Glück haben, der Hölle zu entkommen und im Niedrigen Himmel zu landen (3:185) – in den Niedrigen Himmel zu gehen ist ein großer Triumph. Menschen, die vor ihrem 40. Geburtstag dieses Leben verlassen und ihre Seelen nicht ausreichend entwickelt haben, werden in den Niedrigen Himmel gehen (46:15). Der Hohe Himmel ist für diejenigen reserviert, die geglaubt, ein rechtschaffenes Leben geführt und ihre Seelen genügend entwickelt haben.

3:185 Jede Seele wird den Tod kosten, und euch wird euer Lohn am Tag der Auferstehung vollständig gegeben. Wer der Hölle entrückt und ins Paradies geführt wird, hat einen großen Sieg errungen. Und das irdische Leben ist nur ein trügerischer Genuss.