Glaube

Koran

Mein Weg zur Gottergebenheit #3 – „Der Koran für mich? Nie und nimmer!“

Karima, 58 Jahre alt

Im März 2015 las ich auf der Facebook-Seite von WDR 5 eine Umfrage, in der es darum ging, was die Menschen in Nord-Rhein-Westfalen davon hielten, dass der Koran kostenlos in den Städten verteilt wurde. Ich las mit Entsetzen die Antworten der Deutschen dort. Es reichte von Ausweisung bis zur Todesstrafe. Ich schrieb, ich schäme mich, eine Deutsche zu sein. Ich hätte schon oft Bibeln kostenlos verteilt. Auch an Muslime. Nie hätte man mir deswegen Probleme gemacht.

In meiner Entrüstung wollte ich sogleich die Verteiler suchen und ihnen 100 Euro zur Wiedergutmachung für weitere Korane spenden. Dann war mir aber die Sache viel zu heiß. Was, wenn der Koran wirklich gefährlich wäre?

Ich suchte nach einer islamischen Hilfsorganisation, fand „Muslime helfen“, und spendete die 100 Euro, die ich für die Koranverteilungen ausgeben wollte. Dann kaufte ich mir kurzentschlossen über ebay einen Koran für 7.90€ und begann am 1. Mai zu lesen. Gleich bei der 2. Sure war ich begeistert. Und ich war auch erstaunt. Ich dachte: Da haben die Muslime so ein tolles Buch, aber sie reden nicht darüber. Ich las und las und wollte doch gerne irgendwie loswerden, dass ich den Koran toll fand. Nicht für mich zwar, aber trotzdem einfach gut. Ich suchte und suchte und fand nur eine arabische Seite, die ich likte. Dann kamen mir wieder Bedenken, da ich gar nicht verstehen konnte, was da geschrieben war, nur, dass es um den Koran ging.

Ich suchte weiter und fand die Facebook-Seite „Koranfakten“. Dorthin schrieb ich. Ich schrieb, dass ich es nicht verstehen könnte, dass die Muslime so ein tolles Buch hätten und nicht darüber reden würden. Die Person, mit der ich schrieb, lud mich in folgende Facebook-Gruppe ein „Dialog zwischen Nur-Koran-Muslimen und Andersgläubigen“. Sie sagte: „Wir reden gerne darüber“.

So kam ich in meine allererste Facebook-Gruppe. Ich stellte mich vor, erzählte meine Geschichte und hoffte eigentlich nur, Muslime überreden zu können, sich bei Diskussionen eher zu Wort zu melden. Dass der Koran für mich wichtig werden würde, konnte ich mir da noch nicht vorstellen. Dann folgten einige Wochen, während ich weiter den Koran las, in der Gruppe Fragen stellte und das Miteinander der Mitglieder beobachtete.

Irgendwann dachte ich: „Was mache ich denn hier? Ich bin doch ganz am falschen Platz. Die Menschen hier nehmen mich so freundlich auf, nennen mich Schwester, aber ich bin doch Christin.“

Ich hatte wirklich ein schlechtes Gewissen und darum betete ich zu Gott um eine Antwort. Ich habe Antworten bekommen.

5 Wochen benötigte ich, um den Koran zu lesen. 4 Wochen war ich in der Gruppe (so ungefähr). Dann brauchte ich noch einige Tagen und ich wurde Muslimin. Ich hätte es gerne noch abgewendet, aber es war nicht mehr möglich. Ich hätte es auch gerne noch bis nach dem Ramadan verschoben, aber es ging nicht.

Es war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar, warum es so sein sollte, aber ich vertraute Gott und wagte den Schritt.

Gott hatte mich durch den Koran, aber auch durch die große Herzlichkeit der Mitglieder der Gruppe überwältigt.

Dafür bin ich heute noch täglich dankbar.

Schlüssel zum Verständnis des Koran: Gott rechnet anders

Wenn wir nach Beispielen wie etwa Geschichten oder Verse in der Lesung suchen, um eine Auslegung zu überprüfen, müssen wir uns an etwas erinnern: Das in der Lesung vorgeschlagene Wertesystem wird nicht in allen Belangen, sei es soziologisch, kulturell, politisch oder auch wissenschaftlich mit der unsrigen jetzigen Zeit und vor allem unseren eigenen Empfindungen übereinstimmen. Die Offenbarung Gottes wurde in einer menschlichen, also beschränkten Sprache verkündet. Insofern ist es also nur naturgemäß, dass eine Kluft entsteht zwischen dem heutigen Empfinden von Moral, Ethik und Recht, und den Ideen in der Art und Weise, wie sie in der Lesung vermittelt wurden. Diese Kluft hat die oder der Gottergebene dadurch zu überbrücken, indem sie oder er nach bestem Gewissen und Wissen die Lesung studiert, in ihr oder sich aufsaugt, am weltlichen Leben teilnimmt und dann die Ideen der Lesung in die jetzige Zeit überträgt auf der Suche nach dem besten Verständnis und dem, was Gott näher ist (39:18). Ein Professor, der die Lesung auswendig kann, aber am alltäglichen Leben kaum teilgenommen hat, nützt uns genauso wenig wie der erfahrenste Mensch, der das Buch nicht kennt und das Verständnis dessen deshalb mit Traditionen und Kultur vermischt, welche sich als seine eigenen Neigungen zusammenfassen lassen. Nach Beispielen in der Lesung zu suchen bedeutet auch, die Weisheit zu erkennen, sie im Leben selbst zu erblicken und auch die Notwendigkeit zu erkennen, aktuelle Zustände nicht als absolut endgültig anzunehmen. Diese Menschen, die sich selbst von jeglichen gedanklichen und äußerlichen Zwängen befreien, indem sie „Keine Gottheit außer dem Gott“ bezeugen, also nichts Absolutes anerkennen außer den einzigen Absoluten, den Schöpfer, werden in der Lesung als Achtsame (muttaqī) beschrieben, die Achtsamkeit (taqwá) gegenüber Gott üben.

Wir Menschen sind soziale Individuen, die ihre Meinungen mit der Zeit ändern. Doch laut der Lesung ändert sich Gottes Vorgehen nie und ist demnach in irgendeiner uns zugänglichen Form universell.87 Einige Meinungen aber bleiben in uns angeblich wie in Stein gemeißelt in der eigenen Geisteshaltung. Der wichtigste Schritt beim Verstehen der Lesung ist es deshalb, die eigene Meinung nicht Gott überzustülpen und stets bereit zu sein, sich selbst erneut vollends Gott hinzugeben. Schließlich handelt es sich hierbei um die Worte Gottes. Dies liest sich leichter, als dass man es sich bewusst sein mag. Eine Stütze kann der folgende Gedanke bieten: Ich weiß ja bereits, wie ich denke, doch sollte ich vielmehr daran interessiert sein in Erfahrung zu bringen, was Gott von mir will, dass ich denke, fühle und lebe. Wenn ich dann einfach auf Teufel komm raus meine eigene Sicht bestätigt sehen will, so werde ich auch fündig werden und in Ermangelung der Ergebung in Gott denken, Gott wolle dies oder jenes, obwohl es nur meine eigene Sicht ist.

Die Lesung Gottes ist wie ein Spiegel: schaut ein Affe rein, so schaut ein Affe zurück, weil Gott höchstpersönlich die Hochmütigen und Achtlosen vom Verstehen der Lesung abhält (17:45–46, 18:57). Hört jemand der Lesung auch wirklich zu und ändert sich und seinen eigenen Zustand nach der Lebensordnung (dīn), die Gott für uns in der Lesung beschrieb, und stellt sicher, dass er in diesem geänderten Zustand bleibt, so erlangt dieser eher die Barmherzigkeit von Gott (7:204, 13:11, 8:53).

Ich möchte die Überschrift dieses Kapitels mit einem relativ einfachen Beispiel aus dem Evangelium erläutern:

 

Matthäus 20:1-16, Die Arbeiter im Weinberg

„Ich möchte euch ein Gleichnis erzählen“, sagte Jesus. „Ein Weinbauer ging früh morgens Arbeiter für seinen Weinberg anwerben. Er einigte sich mit ihnen auf den üblichen Tageslohn und ließ sie in seinem Weinberg arbeiten. Ein paar Stunden später ging er noch einmal über den Marktplatz und sah dort Leute herumstehen, die arbeitslos waren. Auch diese schickte er in seinen Weinberg und versprach ihnen einen angemessenen Lohn. Zur Mittagszeit und gegen drei Uhr nachmittags stellte er noch mehr Arbeiter ein. Als er um fünf Uhr in die Stadt kam, sah er wieder ein paar Leute untätig herumstehen. Er fragte sie: „Warum habt ihr heute nicht gearbeitet?“ „Uns wollte niemand haben“, antworteten sie. „Geht doch und arbeitet auch noch in meinem Weinberg!“ forderte er sie auf.

Am Abend beauftragte er seinen Verwalter: „Ruf die Leute zusammen und zahle ihnen den Lohn aus! Beginne damit beim Letzten und höre beim Ersten auf!“ Zuerst kamen also die zuletzt Eingestellten, und jeder von ihnen bekam den vollen Tageslohn.

Jetzt meinten die anderen Arbeiter, sie würden mehr bekommen. Aber sie bekamen alle nur den vereinbarten Tageslohn. Da fingen sie an zu schimpfen: „Diese Leute haben nur eine Stunde gearbeitet, und du zahlst ihnen dasselbe wie uns. Dabei haben wir uns den ganzen Tag in der brennenden Sonne abgerackert!“ „Mein Freund“, entgegnete der Weinbauer, „dir geschieht doch kein Unrecht! Haben wir uns nicht auf diesen Betrag geeinigt?

Nimm dein Geld und geh! Ich will den anderen genausoviel zahlen wie dir. Schließlich darf ich doch wohl mit meinem Geld machen, was ich will! Oder ärgerst du dich, weil ich großzügig bin?“ Ebenso werden die Letzten einmal die Ersten sein, und die Ersten die Letzten.“88

 

Das finden wir ungerecht! Das ist ungerecht, mag es auch rechtmäßig zugehen – weltlich gesehen.

Gott ergeben zu sein ist wie eine schwere Arbeit. Wir müssen für die Gerechtigkeit, Liebe, Toleranz, Koexistenz und das Wissen kämpfen, wir müssen also für die Liebe Dschihad üben (uns bemühen).

Was nun im Gleichnis angeprangert wird, ist nicht der Umstand, wie viel effektiv gearbeitet wird, sondern ab wann. Hier ist natürlich zu berücksichtigen, dass ein Arbeiter, der zu einem späteren Zeitpunkt beginnt, unter Umständen effizienter arbeiten könnte als ein anderer, der früher begann. Wir haben jedoch immer die Chance zu Gott zu finden, und dann spielt es keine Rolle, ob wir bei den Ersten oder bei den Letzten sind. Es spielt für Gott keine Rolle, wann wir den Glauben annehmen, solange wir direkt Seinem Ruf, Seiner Einladung folgen. Gott rechnet anders als wir, was den Glauben angeht. Wenn wir also die Möglichkeit haben, sollten wir sie ergreifen und der Lohn steht uns zu, ganz gleich, in welchem Alter wir sind. Im Gleichnis die Arbeitswelt als Metapher zu verwenden ist wirklich trefflich.

Es ist von entscheidender Bedeutung, im richtigen Moment ein Gottergebener zu werden, falls Gott und Seine Botschaft erkannt wurden, und ebenso als einer zu sterben. Denn, wie kann Gott die Menschen bestrafen, die zuvor noch keinen wahrhaftigen Zeichen Gottes begegnet sind? Nein, Gott vergibt denjenigen, die sich im entscheidenden Moment, auch wenn kurz vor dem Tod, Gott ergeben. Dies finden wir auch in der Lesung bestätigt bei den Illusionisten aus der Zeit Pharaos, die erst kurz vor ihrem Tod Gottergebene wurden und als solche dann starben, weil Pharao sie hinrichten ließ für ihre Untreue an ihm:

 

7:118-126 Bewiesen war die Wahrheit, und ihr Trugwerk war entlarvt. So wurden sie dort besiegt und kehrten danach erniedrigt um. Und die Zauberer trieb es, in Anbetung niederzufallen. Sie sprachen: „Wir glauben an Gott, den Herrn der Welten, den Herrn von Moses und Aaron…“ Pharao sprach: „Glaubt ihr wirklich an Ihn, bevor ich es euch erlaube? Das ist eine Verschwörung, die ihr in der Stadt geschmiedet habt, um ihre Bewohner zu vertreiben. Ihr werdet bald wissen, wie ich eure Untat bestrafen werde. Ich werde eure Hände und Füße wechselseitig abhacken und euch alle zusammen kreuzigen.“ Sie sagten: „Wir werden (sowieso) zu unserem Herrn zurückkehren. Du nimmst uns nur übel, dass wir an die Zeichen Gottes, unseres Herrn, glaubten, als sie uns erreichten. Gott, unser Herr, gewähre uns viel Geduld und nimm uns als Gottergebene zu Dir!“

 

"In Gott vertraue ich und handle treu" (König Wilhelm I. von Württemberg)

Foto: Michael Molthagen , CC BY-NC-SA 2.0

Einige der LeserInnen mögen an dieser Stelle einwenden, dass sie ja dann tun und lassen können, was sie wollen, über die Schnur hauen, jeglicher Moral keines Blickes würdigen und allen Menschen im Umfeld Unrecht tun – und wenn sie dann alt seien, würden sie fromm und tiefgläubig werden. Wenn ich sage: Morgen ändere ich mein Leben – dann habe ich heute schon verloren. Woher weiß ich, ob es mich morgen noch gibt? Was, wenn ich morgen die Steine nicht mehr aus dem Weg räumen kann?

Wir erhalten mindestens das, was wir verdienen, doch im Grunde gewinnen wir mehr, als es unser Verdienst uns erlauben würde. Gott lässt Gnade vor Recht ergehen – bei uns allen. Denn würde Gott Recht vor Gnade walten lassen, würde Folgendes geschehen:

 

16:61 Und wenn Gott die Menschen wegen ihrer Frevelhaftigkeit belangen würde, würde er auf der Erde kein Lebewesen übriglassen. Aber er gewährt ihnen auf eine bestimmte Frist Aufschub. Kommt das festgesetzte Ende, kann niemand es weder vorverlegen noch aufschieben.

35:45 Und wollte Gott die Menschen strafen für alles, was sie tun, Er würde nicht ein Lebewesen auf der Oberfläche (der Erde) übrig lassen. Doch Er gewährt ihnen Aufschub bis zu einer bestimmten Frist. Und wenn ihre Frist eingetroffen ist, so ist Gott doch immer Seinen Dienern gegenüber sehend.

 

Insofern sehen wir ein, dass unser Empfinden nicht der Moral der Lesung entspricht und Gott eben anders rechnet als wir.89 Sind wir also geistig faul und träge und denken, die Wahrheit würde sich uns anpassen, statt dass wir uns der Wahrheit anzupassen haben, so werden wir aufgrund der selbstverschuldeten Achtlosigkeit die Rechtleitung verpassen und können uns zu den Verlierern zählen, die lediglich meinten, sie seien rechtgeleitet (18:103–104). Als Gottergebene müssen wir gegenüber uns selbst ständig Ehrlichkeit üben, um nicht anders zu rechnen als Gott es tut; wir haben stets an etwas zu knabbern – kurz gesagt: Es gibt immer einen Dschihad, also eine Anstrengung.

 

Römer 9:18-21 So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will. Nun sagst du zu mir: Warum beschuldigt er uns dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen? Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so? Hat nicht ein Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu nicht ehrenvollem Gebrauch zu machen?

Koran 6:88 Dies ist die Rechtleitung Gottes, damit leitet ER recht, wen ER will von Seinen Dienern.

2. Thessalonicher 2:11-12 Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, so dass sie der Lüge glauben, damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.

Koran 6:112-113 Wir haben den Feinden – die Satane (aus den Reihen) der Menschen und der Djinn – von jedem Propheten erlaubt, zum Trug eingebildete Wörter zu gebrauchen. Und hätte dein HERR es gewollt, hätten sie es nicht getan. Also lass ab von ihnen und ihren Erfindungen. Und das Herz derer, die nicht ans Jenseits glauben, sollen solchen Erfindungen zuhören und sie akzeptieren, damit ihre wahren Überzeugungen aufgedeckt werden.

Jeremia 18:3-6 Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe. Und der Topf, den er aus dem Ton machte, missriet ihm unter den Händen. Da machte er einen andern Topf daraus, wie es ihm gefiel. Da geschah des HERRN Wort zu mir: „Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer?“ spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in des Töpfers Hand, so seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand.

Koran 45:23 Hast du den gesehen, der sich seine eigene Neigung zum Gott nimmt und den Gott auf Grund (Seines) Wissens zum Irrenden erklärt und dem Er Ohren und Herz versiegelt und auf dessen Augen Er einen Schleier gelegt hat? Wer sollte ihn außer Gott wohl richtig führen? Wollt ihr euch da nicht ermahnen lassen?

Koran 18:57 Und wer ist ungerechter als der, der an die Zeichen seines Herrn gemahnt wurde, er wandte sich aber ab von ihnen und vergaß, was seine Hände vorausgeschickt hatten? Wahrlich, Wir haben Schleier über ihre Herzen gelegt, so daß sie es nicht begreifen, und Taubheit in ihre Ohren. Und selbst wenn du sie zum rechten Weg rufst, werden sie nie den rechten Weg einschlagen.

Jesaja 29:16 Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht! und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!

Jesaja 45:9-12 Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: Was machst du? und sein Werk: Du hast keine Hände! Weh dem, der zum Vater sagt: Warum zeugst du? und zum Weibe: Warum gebierst du? So spricht der HERR, der Heilige Israels und sein Schöpfer: Wollt ihr mich zur Rede stellen wegen meiner Söhne? Und wollt ihr mir Befehl geben wegen des Werkes meiner Hände? Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Ich bin’s, dessen Hände den Himmel ausgebreitet haben und der seinem ganzen Heer geboten hat.

Hiob 40:2 Mit mir dem Mächtigen willst du dich streiten? Willst du mich tadeln oder gibst du auf?

Koran 6:39 Die aber Unsere Zeichen leugnen, sind taub und stumm in Finsternissen. Gott führt, wen Er will, in die Irre, und wen Er will, den führt Er auf einen geraden Weg.

Koran 6:110 Wir lassen ihre Herzen und ihren Verstand hin und her schwanken, weil sie schon beim ersten Mal nicht glauben wollten. So verharren sie in der Ableugnung, und schlagen sich so weiter im Irrtum herum.

2. Mose 33:19 Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.

Ein Land mit 75 Millionen potentiellen Hodschas

Die Türken sind wahrhaftig ein sehr interessantes Völkchen. So manches Mal kann ich nicht anders als über die meisten meiner Landesgenossen zu schmunzeln oder den Kopf zu schütteln.

Es ist kein Geheimnis, dass die Türken ein in der Mehrheit sunnitisch-muslimisches Volk sind. Nicht nur das, sie sind auch im allgemeinen „potentielle Anwärter“ als Theologen, als Hodschas, die den Glauben dem Anschein nach am besten kennen. Ich bin persönlich der Meinung, dass man als Muslim auf jeden Fall den Koran ernst nehmen und ihn auch lesen sollte. Ansonsten sollte man sich nicht als Muslim bezeichnen. Wenn man von Nichtmuslimen nach Begründungen für diese oder jene Regel gefragt wird, sollte man mit Koranversen antworten können – am besten aus dem Stand heraus. Jedoch machte ich auch die Erfahrung, dass gerade dieses Können oft in meinem Gegenüber ein mulmiges Gefühl erzeugt. Es ist am Gesicht abzulesen, was gedacht wird: der treibt es doch zu weit in seiner Religion!

Im Anschluss entstehen dann Gespräche, die sich immerzu wiederholen. Es spielt lediglich eine Rolle, mit wem man es zu tun hat. Ob es beispielsweise ein Alevit oder Sunnit ist. Man bräuchte gar kein Buch, Gott zeige einem den Weg schon. Man müsse nicht zu festgelegten Zeiten beten, wichtig ist dass man zu der Zeit betet, in der es einem schlecht geht. Man könne zu jeder Zeit beten. Wozu Gebete zu bestimmten Zeiten? Gott verlange von uns dies und das, aber nicht jenes und dieses. Glaube allein reiche doch aus. Oder auch das andere Extrem: nicht nur die Gebete sind Pflicht, man hat auch die Toilette mit dem rechten Fuß zu betreten und beim Gähnen den Mund mit der Hand abzudecken, damit der Teufel nicht rein kann. Den Koran solle man wie etwas behandeln, dass man fast nicht berühren könne. Es sei „mehr als ein Buch“ (aber darin lesen, nie im Leben!).

Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Glaube, der nicht durch Vernunft und empirische Hinweise unterstützt wird, vollkommenes Wunschdenken ist. Man macht sich einfach selbst etwas vor.

Das Gebet ist für die Gläubigen eine für bestimmte Zeiten festgesetzte Vorschrift. 4:103

Meinen die Menschen etwa, sie würden in Ruhe gelassen, wenn sie nur sagen: „Wir glauben!“ ohne geprüft zu werden? 29:2

Und sagt nicht von dem, was eure Zungen lügnerisch behaupten: »Dies ist erlaubt, und dies ist verboten«, um gegen Gott Lügen zu erdichten. Denen, die gegen Gott Lügen erdichten, wird es nicht wohl ergehen. 16:116

Ich selbst halte die Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf für heilig. Ich möchte nicht dazwischen treten. Aber ich scheue auch nicht meine Meinung zu sagen. Doch meistens weiß ich, dass ein Diskutieren nichts bringt und deshalb lasse ich der Seele meines Gegenübers freien Lauf. Ich möchte niemanden ändern und selbst werde ich durch solche Dinge auch nicht geändert. Ich freue mich lediglich darüber, dass manchmal gewisse Inhalte des Koran wiederholt werden. Eine kleine Erinnerung und Ermahnung für mich.

Manchmal, aber wirklich nur manchmal kommen neue Punkte hinzu in diesen Gesprächen. Kein Mensch ist perfekt und so hat jeder seine Unzulänglichkeiten und Eigenschaften im Charakter, die nicht positiv sind. So ist es also auch mal geschehen, dass meine menschlichen Fehler der Religion zugeschrieben wurden. Ich sei nur deshalb so in meinen Fehlern wegen der Religion. Es gibt wirklich Menschen, die in der Religion eine Zuflucht suchen. Zuflucht vor ihren Problemen und ihren Unzulänglichkeiten. Für mich persönlich ist aber die Religion schon immer ein Weg gewesen, mein Inneres zu verbessern. Den Umgang mit meinen Menschen freundlicher und friedlicher zu gestalten. Auf die Menschen zuzugehen und Verständnis zu zeigen. Wenn ich so zurück blicke, habe ich die meisten meiner Fehler mit Gottes Hilfe dank Seinen Weisungen in Seiner Schrift ausradieren können. Seine Religion war für mich eine Heilung. Aber auch, weil ich wusste, dass ich die Fehler anpacken muss und nicht träge auf Gottes Hilfe warten soll. Oder anders gesagt: “Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott sich darum kümmert.”

O ihr Menschen, zu euch ist nunmehr eine Ermahnung von eurem Herrn gekommen und eine Heilung für euer Inneres, eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen. 10:57

Wir senden im Koran Offenbarungen hinunter, die für die Gläubigen eine Heilung und Barmherzigkeit sind. Aber die Frevler haben dadurch nur noch mehr Schaden. 17:82

… Gott verändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie selbst ihren eigenen Zustand verändern. … 13:11

Religion als der Sündenbock. Eigentlich ein altbekanntes Spiel. In solchen Momenten frage ich mich immer wieder, was die Rechtleitung genau bedeutet, von der im Koran immer wieder die Rede ist. Denn um Religion als Sündenbock bezeichnen zu können, wo man sogar selbst eigentlich dem Papiere nach Anhänger derselben Religion ist, muss man etwas missverstanden haben. Der Satz „Gott leitet recht, wen er will, und führt in die Irre, wen er will.“ kommt nicht nur einige Male vor. Der Satz wird oft wiederholt. Die Antwort hatte ich – Gott sei gepriesen – diesen Freitag gelesen, bei der Lektüre des Koran (ja, ich gehöre wirklich zu denen, die tatsächlich im Koran lesen):

Wem Gott das Herz für die Hingabe (Islam) weitet, der wandert in einem Licht von seinem Herrn. So wehe denen, deren Herzen gegen die Ermahnung Gottes verhärtet sind! Sie befinden sich in einem offenkundigen Irrtum. 39:22

Gott hat den besten Hadith (Botschaft) herab gesandt: ein Buch mit einheitlichen, sich wiederholenden Versen, vor dem die Haut derer, die ihren Herrn respektieren, erschauert. Dann werden ihre Haut und ihr Herz weich und neigen sich dem Gedenken Gottes zu. Das ist die Rechtleitung Gottes. Er leitet damit recht, wen Er will. Und wen Gott irreführt, der hat niemanden, der ihn rechtleiten könnte. 39:23

Natürlich haben die Menschen in vielen Dingen auch Recht. Ein mechanisch ausgeführtes Gebet bringt einem selbst nichts. Ein Gebet, das man inhaltlich nicht versteht, hat keinen Sinn. Ein Gebet, das nicht in Demut und im Bewusstsein des Kontakts mit Gott geschieht, ist ein verlorenes Gebet. Es ist tatsächlich so, dass diese Dinge bei den meisten Menschen zutreffen. Moscheen sind oft voll von Menschen, die eigentlich eher ein schlechtes Licht auf sich selbst werfen. Deshalb mag ich persönlich Moscheen nicht sehr. Da ist es besser, man bleibt zuhause und macht andere Dinge. Kümmert sich lieber um seine Familie. Gott hat unsere Gebete nicht nötig. Wir sind es, die Gott nötig haben. Denn „die Gebete ändern nicht Gott, sondern den Betenden“. Und gerade deswegen haben wir auch die Pflichten einzuhalten, die Gott uns auferlegt. Weil sie besser für uns sind, wenn wir nur wüssten.

Es ist weniger das Problem, dass diese Menschen zu leichtsinnig mit ihrer Religion umgehen, sondern mehr, dass die Kritik, die sie anbringen, bereits der Koran auf bessere Art und Weise macht.

Stell dich niemals in ihr (zum Gebet) hin! Eine Gebetsstätte, die vom ersten Tag an auf die Rechtschaffenheit gegründet worden ist, hat wahrlich ein größeres Anrecht darauf, dass du dich in ihr hinstellst. In ihr sind Leute, die es lieben, sich zu reinigen. Und Gott liebt die sich Reinigenden. 9:108

Und gedenke deines Herrn in deinem Inneren in Demut und Furcht und ohne lautes Aussprechen, am Morgen und am Abend. Und sei nicht einer von denen, die (dies) unbeachtet lassen. 7:205

Und ruft euren Herrn in Demut und im Verborgenen an. Er liebt die nicht, die Übertretungen begehen. 7:55

Sprich: Mein Herr würde sich nicht um euch kümmern, würdet ihr nicht (zu Ihm) rufen. Ihr habt doch (alles) für Lüge erklärt, und nun wird es unabwendbar. 25:77

Unter den Menschen gibt es den einen oder den anderen, der über Gott ohne Wissen, Rechtleitung und ein erleuchtendes Buch debattiert. 22:8

Wohl ergeht es den Gläubigen, 23:1
die in ihrem Gebet demütig sind, 23:2
und die sich von unbedachter Rede abwenden, 23:3

Seht, ihr liebt sie, sie aber lieben euch nicht. Ihr glaubt an das gesamte Buch. Wenn sie euch treffen, sagen sie: »Wir glauben.« Wenn sie allein sind, beißen sie sich gegen euch die Fingerspitzen vor Groll. Sprich: Sterbt an eurem Groll. Gott weiß über das innere Geheimnis Bescheid. 3:119

… Glaubt ihr denn nur an einen Teil des Buches und verleugnet den anderen? Die Vergeltung für diejenigen unter euch, die dies tun, ist nichts als Schande im diesseitigen Leben, und am Tag der Auferstehung werden sie der härtesten Pein zugeführt werden. Und Gott lässt nicht unbeachtet, was ihr tut. 2:85

O ihr Menschen, ihr seid es, die Gottes bedürftig sind. Und Gott ist der, der auf niemanden angewiesen und des Lobes würdig ist. 35:15

Nehmen wir uns das Buch Gottes als Gottergebene (Muslime) zu Herzen und seien wir nicht wie die früheren Juden, welche die Inhalte der Thora missachteten. Seien wir nicht wie Esel, die einfach nur aus Tradition Bücher auf ihrem Rücken tragen, und seien wir nicht wie die 75 Millionen potientiellen Hodschas, die alles besser wissen, aber nichts wissen, sondern nehmen wir das Buch in die Hand und lesen darin!

Das Gleichnis derer, denen die Thora auferlegt wurde, und die ihr dann nicht nachlebten, ist wie das Gleichnis eines Esels, der Bücher trägt. Übel steht es um Leute, die Allahs Zeichen leugnen. Und Allah weist dem Volk der Frevler nicht den Weg. 62:5

Heiraten von ungläubigen Menschen

Im Namen Gottes, Des Erbarmers, Des Gnädigen

Traditionalisten der verschiedenen Religionen verlangen von ihren Mitgliedern, dass sie nur solche heiraten, die ihrer Religion bzw. Konfession angehören. Für die Männer gibt es immer wieder Ausnahmen, die für Frauen nicht gelten. So sieht man in den „islamisch“ traditionellen Ländern, dass Männer Frauen aus jeder Religion oder Konfession heiraten dürfen, während es den Frauen untersagt ist. Der Grund sei, so wie es immer wieder behauptet wird, dass Gott es so verordnet hätte. Tatsächlich: Gott verordnete es, dass Gläubige – Männer oder Frauen ohne Ausnahme – nur gläubige Ehepartner zu sich nehmen sollen:

2:221 Und heiratet keine Götzenanbeterinnen (Muschrik = Polytheistisch), ehe sie glauben. Und eine gläubige Dienerin ist besser als eine Götzenanbeterin, mag sie euch auch noch so gut gefallen. Und verheiratet nicht (gläubige Frauen) mit Götzenanbetern, ehe sie glauben. Und ein gläubiger Diener ist besser als ein Götzenanbeter, mag er euch auch noch so gut gefallen. Jene rufen zum Feuer, doch Allah ruft zum Paradies und zur Verzeihung mit Seiner Erlaubnis und macht den Menschen Seine Zeichen klar, damit sie Seiner gedenken mögen.


Warum diese Verordnung wichtig ist wird im gleichen Vers erläutert, nämlich dass die Beziehung zu einem Ungläubigen (Ableugner, Polytheist oder Heuchler) einen Schaden im Glauben mit sich bringt. Der Vers handelt im Allgemeinen von der Ehe gläubiger Menschen und nicht bezüglich bestimmter Religionen bzw. Konfessionen. Das Problem bei der Interpretation dieses Verses liegt eher im Verständnis des Wortes „gläubig“.

Wer ist nun gläubig?

Kann es unter den anderen Schriftvölkern außer der eignen Religion gläubige Menschen geben?

2:62 Diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden sind, und die Christen und die Säbier, all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein.

5:69 Diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden sind, und die Säbier und die Christen, all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, haben nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein.


Die Verse 2:62 und 5:69 erläutern uns, dass der Glaube nicht mit einer bestimmten Religion verbunden ist, sondern mit den Grundsätzen:

  • Der Glaube an Gott als absolute Macht
  • Der Glaube an das Jenseits (Jüngster Tag, Engel, Hölle und Paradies usw.)
  • Das Gute tun und das Schlechte ablehnen

In anderen Worten, es steht uns frei – ob Mann oder Frau – die Person zu heiraten, die von diesen Grundsätzen überzeugt ist, egal wie seine Religion heißen mag, denn die wahre Einstellung im Leben ist letztendlich „die Hingabe“ zum Allmächtigen (3:19).

Der nächste Vers (5:5) spricht zwar die Männer in Bezug auf den Verkehr mit den Schriftvölkern an, doch nirgends ist es niedergeschrieben, dass die Frauen nicht die gleichen Rechte genießen dürften, besonders bei der Entscheidung, wen sie heiraten wollen.

5:5 Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Und die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, wie auch eure Speise ihnen erlaubt ist. Und ehrbare gläubige Frauen und ehrbare Frauen unter den Leuten, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, wenn ihr ihnen die Brautgabe gebt, und nur für eine Ehe und nicht für Unzucht und heimliche Liebschaften. Und wer den Glauben verleugnet, dessen Tat ist ohne Zweifel zunichte geworden; und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.


Den Beweis, dass die sunnitischen Gelehrten den Koran nicht wortgetreu übersetzt haben und ihre eigene Sichtweise in den Koran hineinlegen, finden wir in diesem Beispiel, das aus der Kairoer Azhar-Universität stammende Übersetzung des Korans stammt:

Azhar-Übersetzung
5:5 Heute sind euch die guten Dinge erlaubt. Das Essen der Schriftbesitzer ist euch erlaubt, wie euer Essen ihnen erlaubt ist. Ihr dürft freie, ehrbare muslimische Frauen (Mominaat = Gläubige Frauen) und freie ehrbare Frauen aus den Gemeinden der Schriftbesitzer heiraten, wenn ihr ihnen die ihnen zustehende Morgengabe entrichtet mit der Absicht, eine Ehe zu schließen und nicht uneheliche Verhältnisse zu unterhalten oder Konkubinen zu nehmen. Wer den rechten Glauben verleugnet, dem nützen gute Taten nichts, und am Jüngsten Tag gehört er zu den Verlierern.


Hier vertauschten die Übersetzer einfach das Wort „gläubig“ mit dem Wort „muslimisch“, um sich selbst und ihren Lehren Recht zu geben. Der Unterschied zwischen dem Wort Muslim (Gottergebener) und Momin (Gläubiger) wird im folgenden Vers (49:14) verdeutlicht:

49:14 Die arabischen Beduinen sagen: »Wir glauben« Sprich: Ihr glaubt nicht (wirklich). Sagt vielmehr: Wir sind Ergebene (Muslime) geworden. Der Glaube ist ja noch nicht in eure Herzen gedrungen. Wenn ihr aber Gott und seinem Gesandten gehorcht, verringert Er euch nichts von euren Werken. Gott ist voller Vergebung und barmherzig.


Wir hoffen, dass durch diesen kleinen Beitrag einiges geklärt wurde und wünschen allen gläubigen Menschen Gottes Segen und Heil

Salam

Die Charaktereigenschaften der Muslime

Muslime ergeben sich Gott allein

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

 

17:9 Wahrlich, dieser Koran leitet zum wirklich Richtigen und bringt den Gläubigen, die gute Taten verrichten, die frohe Botschaft, auf dass ihnen großer Lohn zuteil werde.

27:81 und 30:53 Du kannst die, die sich blind stellen, nicht vom Irrtum abbringen und rechtleiten. Du kannst nur die hören lassen, die gewillt sind, an Unsere Zeichen zu glauben und sich Uns ergeben. (siehe auch 40:13 und 43:69)

2:112 Doch wer sich Gott hingibt und Gutes tut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn; und diese werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein. (siehe auch 31:22)

25:30 Und der Gesandte (Mohammed) wird (am Tage des Gerichts) sprechen: „O mein Herr! Mein Volk hat wahrlich diesen Koran verlassen!“

 

Wir wollen hier einführend das Thema „der ideale Charakter des Muslim gemäß Koran“ behandeln. Dafür müssen wir zuerst wissen, wie das Wort „Muslim“ überhaupt zu verstehen ist.

Muslim bedeutet in deutscher Übersetzung schlicht und einfach: Ergebener. Es ist nicht von ungefähr, dass die Wörter Islam (Hingabe / Ergebung) und Muslim (Ergebener) vom gleichen Wortstamm S-L-M abstammen, aus dem auch das Wort Salam (Frieden) abgeleitet wird. Wenn man sich ergibt und/oder hingibt, leistet man keinen Widerstand; und die Absenz von Widerstand bedeutet Frieden. In religiösem Sinne bedeutet das also, dass der Mensch ein Muslim ist, wenn er sich Gott ergeben hat, wenn er sozusagen seinen Frieden mit Gott geschlossen hat. Der Name „Muslim“ stellt keinen besonderen Status oder auch keinen spezifischen Namen dar, sondern ist das Paradigma ALLER Gläubigen (Christen, Juden, Muslime und weitere…). Ergebener zu werden ist der erste Schritt aller Gläubigen. Der Glauben verankert sich erst dann stetig weiter, so Gott will (vgl. 49:14). Die Bezeichnung Ergebener hat uns Gott durch Abraham zuteil werden lassen, wie wir aus folgendem Koranvers entnehmen:

 

22:78 Und eifert in Gottes Sache, wie dafür geeifert werden soll. Er hat euch erwählt und hat euch nichts auferlegt, was euch in der Religion bedrücken könnte, der Religion eures Vaters Abraham. Er (Gott) ist es, Der euch vordem schon Muslime nannte und (nun) in diesem (Buch ebenfalls), damit der Gesandte Zeuge über euch sei und damit ihr Zeugen über die Menschen sein möget. Also verrichtet das Gebet und zahlt die Almosen und haltet an Gott fest. Er ist euer Beschützer, der beste Beschützer und der beste Helfer!

 

Alle Gesandten haben die gleiche Botschaft überliefert (Dient Gott allein) und ließen es verkünden, dass sie Ergebene seien. Noah, Moses, Salomon, Jesus und ihre Anhänger bekannten ebenfalls, Ergebene zu sein (10:72, 10:84, 27:31, 5:111). Sie alle ergaben sich dem Schöpfer der Welten freiwillig und aus vollstem Herzen.

Wenn der Spieß umgedreht und der freie Wille des Menschen zur Seite geschoben wird, so muss auch gesagt werden, dass ein Mensch sich den Naturgesetzen unterwerfen muss, die Gott geschaffen hat. Es gab bis jetzt noch keinen Menschen, der aus sich selbst heraus entschied, die genetische Codierung in der DNS selbst vorzunehmen.

 

3:83 Können sie sich denn etwas anderes wünschen als die Religion Gottes, wo sich doch Ihm – sei es freiwillig oder widerwillig – (alle) ergeben haben (aslama), die im Himmel und auf Erden sind? Und zu Ihm werden sie zurückgebracht.

13:15 Vor Gott beugen sich – willig oder unwillig – alle Wesen in den Himmeln und auf Erden, desgleichen alle Schatten mittags und in der Dämmerung.

 

Sogar die Ableugner beugen sich vor Gott, d.h. sie akzeptieren (un)bewusst und/oder (un)gewollt die Allmacht Gottes und unterwerfen sich Seinen Gesetzen. Jeder Mensch, ob er will oder nicht, ergibt sich den Naturgesetzen Gottes. Jene, die die Allmacht Gottes nicht akzeptieren wollen, können in Spekulationen über die Kontrolle ihrer Körper verfallen. Jedoch prägt der Koran ein einfaches Beispiel, welches die Ableugner nicht zu umgehen vermögen: Der Schatten des Menschen beugt sich vor Gott. In anderen Worten liegt es außerhalb der Kontrolle eines Menschen, Einfluss in die Umdrehung der Erde um die Sonne zu nehmen, welche die Schattenbewegungen bestimmen. Die von der Sonne geworfenen Schatten sind nach Tag, Zeit und geografischen Koordinaten bestimmt.

 

41:11 Dann wandte ER sich dem Himmel zu, während er noch Rauch war, dann sagte ER ihm und der Erde: „Kommt beide freiwillig oder widerwillig!“ Beide sagten: „Wir kamen freiwillig.“

 

Alle Galaxien und ihre „Inhalte“ sind Muslime, die den physikalischen Gesetzen Gottes gehorchen. Mit diesem Verständnis gelangt man auch weiter zur Gottesfurcht, wenn man bedenkt, dass sich eine eigentlich „leblose“ Flasche Gott ergibt, weil sie stets die Gesetze befolgt, die Gott auferlegt hat. Dieses Prinzip wird ein weiteres Mal in 2:74 deutlich:

 

2:74 … und es gibt Steine, die aus Furcht vor Gott herabfallen. Gott entgeht nichts von euren Taten.

 

Ein Gottergebener sollte also wissen, dass alles Erschaffene lebendig ist. Es sind nicht nur einfache chemische Verbindungen oder molekulare Zusammensetzungen, sondern Leben, wie wir auch. Gepriesen sei also der König, der Gestalter, der Bildner und der Erschaffer von allem, der Leben gibt und nimmt, wie Er will! Gepriesen sei Gott, der auch die „Djinns“ erschaffen hat, unter denen es ebenfalls Ergebene gibt, wie wir aus Sure „Djinn“ erfahren (dürfen):

 

72:14 Und unter uns gibt es Ergebene (al-muslimiena) und Frevler. Diejenigen nun, die ergeben sind, folgen der rechten Leitung.

 

Es sollte indes aber deutlich bemerkt werden, dass es nicht ausreicht, sich physisch Gott zu ergeben, um die Erlösung zu erlangen. Das deutlichste Beispiel für uns ist immer noch Pharao, der die Kinder Israels peinigte, verspottete und schließlich verfolgte und sich erst kurz vor seinem Tod Gott ergab.

 

10:90-92 Wir ließen die Kinder Israels das Meer durchqueren. Und Pharao und seine Truppen verfolgten sie widerrechtlich und feindlich. Als er nahe daran war, zu ertrinken, sprach er: „Ich glaube, dass es keinen Gott gibt außer dem, an den die Kinder Israel glauben. Und ich gehöre zu denen, die sich (ihm) ergeben haben (al-muslimina).“ Wie? Jetzt? Wo du bisher ungehorsam und einer derer warst, die Unheil stifteten? Heute erretten Wir deinen Leib, damit du zum Zeichen für die wirst, die dir nachfolgen werden. Viele Menschen achten nicht gebührend auf Unsere Zeichen.

 

Gott schützte, indem er den Ägyptern ein spezielles Wissen der Mumifizierung gegeben hat, die Leiche der Pharaonen. Die Leiche Pharaos wird heute im Kairoer Museum in Ägypten gelagert. Die Leiche dient uns heute also als ein lebendiges Zeichen Gottes…

 

15:2 Die Ableugner werden oftmals im Jenseits wünschen, sie hätten an Gott geglaubt und sich Ihm ergeben.

39:54 Kehrt euch zu eurem Herrn, und ergebt euch Ihm, bevor die Strafe über euch kommt; (denn) dann werdet ihr keine Hilfe finden.

 

Damit uns solches nicht widerfährt, dass wir nicht auch wie Pharao erst kurz vor unserem Tod (dies können auch nur wenige Jahre vor unserem Tod sein) uns Gott ergeben, sollten wir Gott, wie unser Vorbild Abraham bereits, darum anflehen, anbeten und bitten, uns Ergeben zu machen:

 

2:128 Und, unser Herr, mach uns Dir ergeben und aus unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde, die Dir ergeben ist.

46:15 … Wenn er bis zur vollen Kraftentfaltung herangewachsen und vierzig Jahre alt ist, sagt er: „Mein Herr! Bringe mich dazu, Dir für Deine Gnade zu danken, die Du mir und meinen Eltern erwiesen hast, gute Werke zu verrichten, die dir wohl gefallen, und lasse meine Nachkommen rechtschaffen sein! Ich komme reumütig zu Dir und gehöre zu denen, die sich Dir ergeben.“

 

Denn wie wir folglich entnehmen werden können, wurde es mehreren Gesandten und Propheten bereits befohlen, sich Gott zu ergeben:

 

6:71 … Sprich: „Gottes Führung allein ist die (nötige) Führung, und uns ist befohlen, uns dem Herrn der Welten zu ergeben.“

6:163 Er hat niemanden neben Sich. Dies (zu bekennen) wurde mir befohlen. Und ich bin der erste von denen, die sich (Gott) ergeben haben (al-muslimiena).

10:72 Wenn ihr euch (von der Botschaft) abwendet, so bedenkt, dass ich euch um keinen Lohn gebeten habe. Meinen Lohn bekomme ich von Gott allein. Mir wurde geboten, mich unter die zu reihen, die sich ergeben.“

 

Siehe auch 6:14, 27:91, 39:12 und 40:66. Folgende Versangaben handeln ebenfalls von den früheren, vergangenen Ergebenen: 2:131-133; 3:52,67; 12:101; 27:38,42; 28:52-53; 37:103; 38:24,30; 51:36.

 

3:102 O ihr Gläubigen! Fürchtet Gott, wo wie man ihn fürchten soll! Ihr sollt nur als an Gott hingegebene sterben, wenn euch der Tod überrascht.

7:126 … Unser Herr, gewähre uns viel Geduld und nimm uns als Ergebene zu Dir!

 

Ebenso sprach dereinst Joseph:

 

12:102 Mein Herr! Du hast mir vom Königtum zuteil werden lassen und lehrtest mich von der Deutung der Träume – Du Schöpfer der Himmel und Erde -, Du bist mein Beschützer im Diesseits und im Jenseits, lasse mich als Ergebener sterben und nimm mich unter die Rechtschaffenen auf!

 

Es ist also von entscheidender und essentieller Bedeutung, früh genug ein Gottergebener zu werden, falls Gott und Seine Botschaft erkannt wurde, und als ebenso einer zu sterben. Denn, wie kann Gott die Menschen bestrafen, die zuvor noch keinen wahrhaftigen Zeichen Gottes begegnet sind? Nein, Gott vergibt denjenigen, die sich im entscheidenden Moment, auch wenn kurz vor dem Tod, Gott ergeben. Als deutliches Beispiel dienen die damaligen Scharlatane zu Pharaos Zeiten:

 

Moses fordert den mächtigen Diktator Pharao heraus

7:103-115 Dann entsandten Wir nach ihnen Moses mit Unseren Zeichen zu Pharao und seinen Notabeln, aber sie lehnten sie unrechtmäßig ab. Achte auf das Ende der Unheilstifter! Moses sprach: „Pharao! Ich bin ein Gesandter Gottes, des Herrn der Welten. Ich bin verpflichtet, nichts anderes über Gott zu verkünden, als die Wahrheit. Ich bin zu euch mit einem eindeutigen Beweis von eurem Herrn gekommen. Lass die Kinder Israels mit mir ziehen!“ Pharao erwiderte: „Wenn du mit einem Zeichen gekommen bist, weise es vor, wenn du die Wahrheit sagst!“ Da warf Moses seinen Stock hin, und er wurde auf der Stelle zu einer grossen Schlange. Und er streckte seine Hand hervor und sie war für alle, die hinsahen, weiß. Da sagten die Notabeln um Pharao: „Das ist wahrlich ein kenntnisreicher Zauberer! Er will euch aus eurem Land vertreiben. Was veranlasst ihr nun?“ Sie sagten: „Halte ihn mit seinem Bruder hin, und schicke in die Städte Boten, sie sollen dir die geschicktesten Zauberer bringen.“ Die Zauberer erschienen vor Pharao und sprachen: „Wir bekommen doch bestimmt einen hohen Lohn, wenn wir die Sieger sind?“ Er antwortete: „Ja, und ihr werdet zu meinen Vertrauten gehören.“ Da sprachen sie: „Moses! Entweder wirfst du zuerst, oder wir sind es, die zuerst werfen.“

 

Zauberei und Magie:
Zusammenspiel aus psychologischer Eingebung und Illusion

7:116-117 Er sagte: „Werft ihr!“ Und als sie geworfen hatten, haben sie die Augen der Menschen verzaubert und ihnen Angst eingejagt. Und sie vollbrachten gewaltige Magie. Und Wir offenbarten Moses: „Wirf deinen Stock!“ Und siehe, er verschlang alles, was sie an Trug vorgebracht hatten.

 

Magie und Talismane sind je ein Teil der Scharlatanerie. Dieses Thema hat keine metaphysische Sicht. Die Magier zu Moses‘ Zeiten haben das Volk durch Hypnose unter ihr Einfluss genommen und spielten ihren Augen mit Illusionen etwas vor. Moses hat durch Gottes Erlaubnis eine die Illusionen schluckende Wahrheit ans Licht gebracht, und so das in Trance verfallene Volk aufgeklärt. Dass das Zeichen von Moses keine Illusion war, wussten die Zauberer selbst am besten und haben, sogar zum Preis ihres eigenen Lebens, an ihn geglaubt.

Die Scharlatane, die mit ihren Behauptungen der Heilgebung und Zauberentkräftung das naive Volk ausnützen, kommen eiligst in die Krankenhäuser, wenn Menschen erkranken. Leider erhalten die Schwätzer und Scharlatane in Völkern, wo unbekannte Krankheiten verbreitet sind, großes Interesse. James Randi, der selbsterklärte Gegner von Pseudowissenschaften und bekannt durch seine „Eine-Million-Dollar-Herausforderung“, hat Gott sei Dank diesen Scharlatanen den Krieg erklärt!

 

Die Wissenden erkennen die Wahrheit

7:118-126 Bewiesen war die Wahrheit, und ihr Trugwerk war entlarvt. So wurden sie dort besiegt und kehrten danach erniedrigt um. Und die Zauberer trieb es, in Anbetung niederzufallen. Sie sprachen: „Wir glauben an Gott, den Herrn der Welten, den Herrn von Moses und Aaron…“ Pharao sprach: „Glaubt ihr wirklich an Ihn, bevor ich es euch erlaube? Das ist eine Verschwörung, die ihr in der Stadt geschmiedet habt, um ihre Bewohner zu vertreiben. Ihr werdet bald wissen, wie ich eure Untat bestrafen werde. Ich werde eure Hände und Füße wechselseitig abhacken und euch alle zusammen kreuzigen.“ Sie sagten: „Wir werden (sowieso) zu unserem Herrn zurückkehren. Du nimmst uns nur übel, dass wir an die Zeichen Gottes, unseres Herrn, glaubten, als sie uns erreichten. Gott, unser Herr, gewähre uns viel Geduld und nimm uns als Gottergebene zu Dir!“

 

Bevor wir nun zum eigentlichen Thema übergehen, will ich noch über den Abfall vom Glauben sprechen.

 

3:80 Und Er gebietet euch nicht, euch die Engel oder die Propheten zu Herren zu nehmen. Sollte Er euch die Ableugnung gebieten, nachdem ihr (Ihm) ergeben geworden seid?

 

Jene „Muslime“, die dem Propheten Mohammed nicht mehr „Gottes Sohn“ sagen konnten, wurden Götzendiener, indem sie ihm etliche Titel zuschrieben und ihn idolisierten. Beispiele: In der Schahadah haben sie seinen Namen zu Gottes Namen hinzugefügt, während dem Gebet wurde sein Name gepriesen, sein Name wurde zum Gebetsruf (Adhan) hinzugefügt und sie haben ihn sogar zum höchsten Propheten ernannt. Mit ihren Fürsprache-Geschichten ihn als jemanden bezeichnet, der seine Umma vor Gott retten könnte, ihn als einen von Geburt an bis zum Tod sündenlosen Menschen dargestellt, die ihm zugeschriebenen falschen Ahadith als Quelle der Religion anerkannt und sie haben sogar behauptet, dass die ganze Welt nur wegen Mohammed erschaffen worden sei. Viele der Namen Gottes haben sie ihm auch gegeben. Gemäß Koran ist das eindeutiger „Schirk“ (Beigesellung; Ableugnung). Dennoch werden diese „Muslime“ nie meinen, dass sie Ableugner sind (6:23). (Was das Wort ‚Ableugner‘ bedeutet, können Sie im Artikel „Die Eigenschaften der Kafir“ nachschlagen.)

 

9:74 Sie schwören bei Gott, dass sie nichts gesagt haben, doch sie führten unzweifelhaft lästerliche Rede und fielen in Ableugnung zurück, nachdem sie ergeben waren. Sie sannen auf das, was sie nicht erreichen konnten. Und sie nährten nur darum Hass, weil Gott und Sein Gesandter sie reich gemacht hatten aus Seiner Huld. Wenn sie nun bereuen, so wird es besser für sie sein; wenden sie sich jedoch ab, so wird Gott sie strafen mit schmerzlicher Strafe in dieser Welt und im Jenseits, und sie sollen auf Erden weder Freund noch Helfer finden.

 

Eigenschaften der Gottergebenen

Es ist natürlich klar, das mit der folgenden Auflistung nicht alle offenen Fragen beantwortet werden. Das wäre auch nicht meine Absicht; durch die Koranverse sollen wir alle eine ausreichende Basis für weitere Fragen erhalten. Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns diese gerne als Kommentar oder per Mail stellen – wir werden sie mit bestem (Ge)wissen beantworten, so Gott will.

 

Frage 1: Wie verhalten sich die Gottergebenen gegenüber den Ableugnern?

31:15 Doch wenn sie mit dir eifern, damit du Mir das zur Seite setzest, wovon du keine Kenntnis hast, dann gehorche ihnen nicht. In weltlichen Dingen aber verkehre mit ihnen auf geziemende Weise. Doch folge dem Weg dessen, der sich zu Mir wendet. Dann werdet ihr zu Mir zurückkehren, und Ich werde euch verkünden, was ihr getan.

6:108 Ihr sollt diejenigen, die andere außer Gott rufen, nicht beschimpfen, sonst beschimpfen sie Gott, ohne Wissen, aus Feindseligkeit. Nur so haben wir jedem Volk sein Tun geschmückt, letztendlich kommen sie alle zu Gott zurück, dann sagt Er ihnen, was sie getan haben.

41:33 Und wer ist besser in der Rede als einer, der zu Gott ruft und Gutes tut und spricht: „Ich bin einer der (Gott)ergebenen“?

 

Wenn die Muslime schuld daran sind, dass die Andersgläubigen Gott schmähen, werden sie mitschuldig. Gott ist das Heiligste, was es überhaupt geben kann – wir sollten nie Schmähungen provozieren. Das wird durch ein friedliches, wohlwollendes Verhalten gewährleistet. Siehe auch den Hauptartikel zu dieser Frage: Das Verhältnis der Muslime zu Andersgläubigen

 

Frage 2: Wie reagieren Muslime angemessen und mit Würde auf Anfeindungen und Schmähungen?

25:63 Die Diener des Barmherzigen sind die, die bescheiden auf der Erde umhergehen, und wenn die unwissenden törichten Ableugner sie unbotmäßig ansprechen, sagen: „Friede sei mit euch!“

41:34-36 Das Gute ist nicht dem Schlechten gleich. Wehre ab mit dem, was besser ist und gleich wird derjenige, mit dem du verfeindet warst, wie ein warmer Freund sein. Diese Huld wird nur denen gewährt, die geduldig sind und denen, die ein Höchstmaß an innerer Größe besitzen und die großes Glück haben. Und wenn du von seiten des Satans (zu Bosheit und Gehässigkeit) aufgestachelt wirst, dann such Zuflucht bei Gott! Er ist der Allhörende und Allwissende.

3:135 Jene, die eine schändliche Tat begangen oder sich selbst unrecht getan haben, sollen sich Gott vergegenwärtigen und um Vergebung ihrer Sünden bitten. Wer, außer Gott, vergibt die Sünden? Sie haben nicht wissentlich auf ihren bösen Taten beharrt.

4:140 Und Er hat euch schon in dem Buch offenbart: Wenn ihr hört, dass die Zeichen/Verse Gottes geleugnet und verspottet werden, dann sitzt nicht bei ihnen, bis sie zu einem anderen Gespräch übergehen; Ihr wärt sonst wie sie. Wahrlich, Gott wird die Heuchler und die Ableugner allzumal in der Hölle versammeln.

73:10 Und gedulde dich über das, was sie sagen, und verlasse sie mit einem schönen Verlassen

 

Frage 3: Was machen Gottergebene miteinander um Gottes Willen?

34:46 Sprich: „Ich mahne euch nur an eines: dass ihr euch ernsthaft mit Gottes Sache – zu zweit oder einzeln – befasst und dann nachdenken sollt…“

 

Wenn man sich zu zweit mit der Sache Gottes befasst, sollte weiter folgendes in Erinnerung gerufen werden:

 

42:10 Und über was immer ihr uneins seid, die Entscheidung darüber ruht bei Gott. Das ist Gott, mein Herr; auf Ihn vertraue ich, und zu Ihm wende ich mich.

 

Frage 4: Wie verhalten sich Gottergebene bei Zorn und Wut?

42:36-43 Was euch gegeben wurde, ist vergängliche Freude des irdischen Lebens. Was aber im Jenseits bei Gott ist, ist das Beste, das Bleibende für die Gläubigen, die sich auf ihren Herrn verlassen, die die großen Untaten und Abscheulichkeiten meiden, und die verzeihen, wenn sie zum Zorn herausgefordert werden, die sich ihrem Herrn fügen, das Gebet verrichten, sich untereinander beraten und von den Gaben geben, die Wir ihnen beschert haben, und die sich verteidigen, wenn ihnen Unrecht geschieht. Eine böse Tat wird mit einer gleichen vergolten. Wer jedoch verzeiht und sich versöhnt, den wird Gott belohnen. Gott liebt nicht die Ungerechten. Wer sich nach erlittener Ungerechtigkeit zur Wehr setzt und den Feind gleichermaßen bestraft, der ist nicht zu tadeln. Zu tadeln sind die Ungerechten, die den Menschen Unrecht zufügen und ohne Recht Gewalttaten auf Erden begehen. Ihnen gebührt qualvolle Strafe. Geduld zu fassen und dem Täter zu verzeihen, darum soll sich der Rechtschaffene bemühen.

3:134 Das sind jene, die Spenden geben, ob es ihnen gut oder schlecht geht, die ihren Zorn unterdrücken und den Menschen verzeihen. Gott liebt diejenigen, die das Gute tun.

 

Frage 5: Welches Verhalten weisen die Gottergebenen auf?

4:86 Wenn ein Grußwort an euch gerichtet wird, müsst ihr mit einem besseren oder mindestens mit dem gleichen antworten. Gott zieht jeden zur Rechenschaft für alle Taten.

4:94 O die ihr glaubt, wenn ihr auszieht auf Gottes Weg, so stellt erst gehörig Nachforschung an und sagt nicht zu jedem, der euch den Friedensgruß bietet: „Du bist kein Gläubiger.“…

 

Wir als Gottergebene sollten stets schöne Worte auf die beste Art und Weise gebrauchen, bescheiden und sanftmütig sein:

 

14:24-25 Siehst du nicht, wie Gott das Gleichnis vom guten Wort anführt? Er vergleicht das gute Wort mit einem guten Baum, dessen Wurzeln fest in der Erde liegen und dessen Äste hoch in den Himmel ragen. Er trägt seine Früchte mit Gottes Erlaubnis zur bestimmten Zeit. Gott führt Gleichnisse für die Menschen an, damit sie sich Gedanken machen.

31:19 Gehe bescheidenen Schrittes, und dämpfe deine Stimme! Die hässlichste Stimme ist die des Esels.“

16:125 Lade ein zum Weg Deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und debattiere mit ihnen auf die beste Art und Weise! Dein Herr ist es, Der am besten weiß, wer sich von Seinem Weg abwendet und wer zur Rechtleitung findet.

3:159 Und (nur) auf Grund der Gnade von GOTT warst du ihnen gegenüber sanftmütig. Doch wärst du barsch, hartherzig gewesen, hätten sie dich gewiss verlassen. So verzeih ihnen, bitte um Vergebung für sie und berate dich mit ihnen über die ganze Angelegenheit. Wenn du einen Beschluss fasst, dann vertraue auf Gott, denn Gott liebt diejenigen, die sich auf Ihn verlassen.

13:22 die sich aus Verlangen nach dem Antlitz ihres Herrn gedulden, die die Kontaktgebete verrichten, von Gottes Gaben öffentlich und heimlich spenden und das Schlechte durch das Gute abwehren. Ihnen gebührt die herrliche Wohnstätte im Jenseits.

 

Zu fluchen und „schlechte Worte“ zu gebrauchen, arrogant zu sein, die Natur hemmungslos auszubeuten, über andere Menschen zu spotten stellen nicht ein rechtschaffenes Verhalten dar:

 

14:26 Ein schlechtes Wort aber ist wie ein schlechter Baum, der aus der Erde entwurzelt ist und keinen Halt im Boden hat.

31:18 Behandle die Menschen nicht mit Arroganz und schlendere auf der Erde nicht sorglos. Gott liebt keine eingebildeten Prahler.

49:11 O ihr Gläubigen! Kein Mann darf über einen anderen spotten; vielleicht ist dieser besser als er. Keine Frau darf über eine andere spotten; vielleicht ist diese besser als sie. Verleumdet euch nicht gegenseitig! Sagt einander keine bösen Wörter und Schimpfnamen! Es gibt nichts Schlimmeres, als diesen Frevel zu begehen, nachdem man den Glauben angenommen hat. Wer nicht reumütig davon ablässt, gehört wahrhaftig zu den Ungerechten.

 

Gottergebene dürfen NICHT misstrauisch und rassistisch sein, nicht spionieren und verleumden:

 

49:6 O ihr Gläubigen, wenn ein Frevler euch eine Kunde bringt, so stellt Nachforschungen an, damit ihr nicht anderen Leuten in Unwissenheit ein Unrecht zufügt und hernach bereuen müsst, was ihr getan habt.

49:12-13 O ihr Gläubigen! Meidet Mutmaßungen, denn sie können sündhaft sein! Bespitzelt keinen, verleumdet einander nicht mit Nachreden! Möchte etwa jemand vom Fleisch seines toten Bruders essen? Wie ihr das verabscheut, verabscheut auch die Nachrede! Fürchtet Gott! Gott ist voller Barmherzigkeit und nimmt die Reue an. O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Gott ist von euch der Angesehenste, welcher der Rechtschaffenste ist. Wahrlich, Gott ist Allwissend, Allkundig.

 

Frage 6 (Hauptfrage): Was sind die Idealen der Gottergebenen? Was sind die Hauptgrundsätze der Rechtschaffenheit?

33:35 Den Ergebenen, den Gläubigen, den Gehorsamen, den Ehrlichen, Geduldigen, Demütigen, den Spendenden, Fastenden, den Keuschen und denen, die unablässig Gottes gedenken, ob es Männer oder Frauen sind, hat Gott Vergebung und höchste Belohnung verheißen.

70:22 …die Betenden,
70:23 die ihre Gebete stets einhalten,
70:24 die von ihrem Hab und Gut einen Teil bestimmen
70:25 für den Bittenden und für den, der sich schämt zu betteln.
70:26 Und die, die den Tag des Gerichts für wahr und wirklich erklären,
70:27 und die, die die qualvolle Strafe ihres Herrn fürchten,
70:28 denn vor der qualvollen Strafe ihres Herrn ist keiner sicher,
70:29 und sich des Geschlechtsverkehrs enthalten,
70:30 außer ihren Gattinnen und denen gegenüber, was ihre Rechte Hand besitzt, denn da sind sie nicht zu tadeln.
70:31 Diejenigen aber, die darüber hinaus etwas suchen, das sind die Übertreter.
70:32 Diejenigen, die das ihnen Anvertraute treu verwalten und ihr Wort halten
70:33 und die, die in ihrer Zeugenaussage aufrichtig sind,
70:34 und diejenigen, die ihre Gebete einhalten:
70:35 Sie alle werden in Paradiesgärten geehrt.

25:64 Es sind diejenigen, die die Nacht stehend und sich niederwerfend im Gebet verbringen.
25:65 Und die sagen: „Herr! Verschone uns mit der Höllenstrafe!“ – Das ist eine (qualvoll) bedrückende Strafe.
25:66 Die Hölle ist ein schlimmer Aufenthalt und eine schlimme Bleibe.
25:67 Es sind diejenigen, die, wenn sie ausgeben, weder verschwenden noch knausern, sondern zwischen beiden Extremen Maß halten.
25:68 Es sind diejenigen, die neben Gott keine anderen Götter anbeten, keinen Menschen zu unrecht töten, und jene, die keine Unzucht begehen. Und wer das aber tut, der soll dafür zu büßen haben.
25:69 Die qualvolle Strafe am Jüngsten Tag wird ihm verdoppelt werden, und er wird sie für immer in Schmach erleiden,
25:70 außer denjenigen, die umkehren, glauben und rechtschaffen handeln. Denen wird Gott (bei der Abrechnung) ihre schlechten Taten gegen gute eintauschen. Er ist barmherzig und bereit zu vergeben.
25:71 Wer reumütig ist und gute Werke verrichtet, dem wird Gott seine Sünden vergeben, und er wird wahrhaftig zu Gott zurückfinden.
25:72 Es sind diejenigen, die kein falsches Zeugnis ablegen, und wenn sie auf dem Wege törichtes Gerede hören, (es nicht beachten und) würdevoll vorbeigehen.
25:73 Und es sind diejenigen, die, wenn sie durch Gottes Verse ermahnt werden, sich ihnen nicht verschließen, als wären sie blind und taub.
25:74 Und diejenigen, die sagen: „O unser Herr! Gib, dass wir an unseren Gattinnen und an unserer Nachkommenschaft Freude erleben, und mach uns zu einem Vorbild für die Rechtschaffenen!“
25:75 Diese werden mit der höchsten Stätte im Paradies für ihr geduldiges Ausharren belohnt werden, und sie werden dort mit Gruß und Frieden empfangen.
25:76 Dort werden sie ewig bleiben. Welch schöne Bleibe und welch herrliche Wohnstätte!
25:77 Sprich: „Mein HERR würde euch nicht beachten, wären nicht eure Gebete. Wenn ihr leugnet, wird die Strafe unumgänglich sein.“

17:22 Geselle Gott keine andere Gottheit bei, sonst bist du verachtet und verstoßen!
17:23 Dein Herr befahl, dass ihr Ihm allein dienen und zu euren Eltern gut sein sollt. Wenn einer oder beide unter Altersschwäche leiden, sage ihnen niemals ein mürrisches Wort und fahre sie nicht an, sondern sprich sanft und ehrerbietig mit ihnen!
17:24 Sei ihnen gegenüber gütig, bescheiden und voller Mitleid und sage: „Herr, sei barmherzig zu ihnen, so wie sie mich barmherzig aufgezogen haben, als ich klein war!“
17:25 Euer Herr weiß am besten, was ihr in eurem Innern hegt. Wenn ihr rechtschaffen seid und euch nach einer begangenen üblen Tat reumütig an Ihn wendet, ist Er den Reumütigen gegenüber voller Vergebung.
17:26 Gib dem Verwandten seinen rechtmäßigen Anteil, auch dem Armen und dem mittellosen Durchreisenden, doch sei nicht verschwenderisch!
17:27 Die Verschwender sind Brüder der Satane, und der Satan ist der entschiedene Leugner seines Herrn.
17:28 Wenn du den Hilfsbedürftigen aus Mangel an Mitteln nichts geben kannst, und selbst Gottes Gnade anstrebst, so sprich freundlich und tröstend mit ihnen!
17:29 Geize nicht, als wäre deine Hand an deinen Hals gefesselt, und verschwende nicht, als wäre deine Hand völlig offen, damit du nicht geschmäht oder mittellos dahinleben musst!
17:30 Dein Herr gibt dem einen mehr, dem anderen weniger, nach Seinem weisen Ermessen, so wie Er will. Er kennt Seine Diener bestens und ist ihnen gegenüber voller Nachsicht.
17:31 Ihr sollt eure Kinder aus Furcht vor Armut nicht töten. Wir versorgen sie und euch. Sie zu töten, ist eine schwere Sünde.
17:32 Ihr sollt euch der Unzucht nicht nähern, denn das ist eine abscheuliche Sünde und ein übler Weg.
17:33 Ihr sollt keinen Menschen töten, denn Gott verbietet das, es sei denn aus rechtmäßigem Grund. Wenn einer unrechtmäßig getötet wird, gewähren Wir seinem nächsten Angehörigen die Vollmacht zur Rache. Er darf aber beim Töten nicht maßlos sein, denn es wird ihm gewiss Hilfe zuteil.
17:34 Ihr sollt das Vermögen der Waisen, bis sie volljährig sind, nicht antasten, außer es auf die beste Art zu verwalten. Ihr sollt die Vereinbarung einhalten, denn ihr habt euch vor Gott zu verantworten.
17:35 Ihr sollt volles Maß geben und mit der genauen Waage abwiegen. Das ist durchaus vorteilhaft und letzten Endes das Beste.
17:36 Du sollst nicht behaupten, etwas zu wissen, wenn du es nicht weißt. Jeder hat sich vor Gott für Gehör, Gesicht und Verstand zu verantworten.
17:37 Gehe nicht überheblich und selbstgefällig auf der Erde umher! Du kannst die Erde nicht durchbohren und nicht die Höhe der Berge erreichen.
17:38 Jedes derartige schlechte Verhalten ist deinem Herrn zuwider.
17:39 Das sind Lehrsätze der Weisheit, die Gott dir eingegeben hat. Geselle Gott keine Gefährten bei, sonst wirst du verschmäht und verstoßen in die Hölle geworfen!

 

Zum Abschluss noch ein kurzer Hinweis: Obwohl hier sehr viele Koranverse zitiert wurden, die eine ausführliche Beschreibung des muslimischen Charakters laut Koran ermöglichen, so ist natürlich dennoch zu beachten, dass im Koran weitaus mehrere „Arten“ von Koranverse vorhanden sind, die den Ergebenen auffordern, sich an die Beispiele zu halten (z.B. kann dieser Koranvers ein Gleichnis, ein Beispiel oder eine Geschichte sein, von der wir hermeneutisch ethische Prinzipien ableiten können). Das Ziel dieses Artikels ist, dem Leser eine Grundidee der Prinzipien zu vermitteln, die das Lebenssystem der Ergebung umfassen, ebenso.

 

3:64 Sprich: „O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Gott allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Gott.“ Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: „Bezeugt, dass wir (Ihm) ergeben sind.“

25:30 Und der Gesandte wird sprechen: „O mein Herr! Mein Volk hat wahrlich diesen Koran verlassen!“

 

Gepriesen sei der allmächtige Herr!