Ehe

Koranischer oder sunnitischer Mohammed?

Ich suche Zuflucht beim Herrn vor dem verstossenen Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Viele der Gottergebenen, die dem Koran allein folgen, werden oft in der Diskussion um die Ahadith mit der Frage konfrontiert, dass Mohammed doch ein gutes Vorbild für uns ist (33:21) und woher wir deshalb wissen können, wie er war, was er gesagt und getan hat, wenn nicht aus den Ahadith? Sie sagen also: er war ein sunnitischer Mohammed. Wie waren auch die restlichen Propheten, über die der Prophet angeblich in den Ahadith gesprochen haben soll? Wie können wir von diesen Propheten lernen?

Diese Frage ist leicht zu beantworten: so wie wir es auch bei allen anderen Propheten lernen können, wie sie waren und was sie sagten. Wie zum Beispiel bei Abraham (60:4), der im Koran ebenso als Vorbild genannt wird: es ist der Koran, der unsere Führung und unsere Quelle ist. Bereits in Sura 12 wird betont, dass die Geschichten im Koran uns zum Nachdenken anregen sollten:

 

12:111 Gewiss war in ihren Geschichten eine Lehre für die Verständigen. Es war keine erdichtete Erzählung, sondern eine Beglaubigung für das, was er zwischen den Händen hielt und eine genaue Darlegung für alles und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Leute, die glauben.


Hier ist es lohnenswert zu betonen, dass das Wort ‚Erzählung‘ im Vers auf Arabisch „Hadith“ ist. Dies ist eine klare Botschaft an uns, welche eine klare und strikte Trennung zwischen dem Hadith Gottes, dem einzigen schönsten Hadith des Propheten (39:23), und den von Menschen dem Propheten untergejubelten Ahadith vornimmt: der Koran ist kein erdichteter Hadith wie die Ahadith von Bukhary und Konsorten, sondern eine Darlegung für alles – wirklich für alles, auch fürs Gebet und alle anderen Einzelheiten des Islam. Gottes Wort reicht aus.

Doch kehren wir zurück zur Ursprungsfrage. Mit dieser Frage zeigen sich die Hadith-Anhänger gänzlich unwissend über die zahlreichen Beleidigungen, welche die Ahadith über den Propheten beinhalten. Es sollte im wahrsten Sinne des Wortes ein Aufstand gegen die Ahadith geben und nicht gegen irgendwelche im Vergleich harmlosen, aber nicht weniger dummen Diffamierungen des Propheten in irgendwelchen Karikaturen oder Videos. Die Tiefe der Beleidigung des Propheten sitzt in den Ahadith tiefer und wer den Propheten echt liebt, der würde ihn davon freisprechen.

Aus diesem Grunde empfinde ich es als angebracht, einen Vergleich zwischen den komplett unterschiedlichen Bildern aufzuzeigen, die vom selben Propheten gezeichnet werden, aber einmal vom Koran und einmal von der Sunna abstammen. Der koranische Teil soll gleichzeitig auch eine Antwort sein, wie wir denn wissen können, wie der Prophet war?

 

Der gottergebene Mohammed aus dem Koran

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass diese Liste bei Weitem nicht komplett ist. Der Prophet könnte noch mit unzähligen weiteren Versen noch ausführlicher beschrieben und charakterisiert werden.

  • Er ist uns ein schönes Vorbild (33:21), weil er über großartige Tugendeigenschaften verfügte (68:4).
  • Aufgrund der Barmherzigkeit Gottes wurde er entsandt (21:107) und dennoch blieb er bescheiden und sah sich nicht als etwas Besseres an als andere (18:110, 41:6).
  • Es gab viele Menschen, die über ihn gespottet hatten (17:47-48), doch über ihn nichts Wahrhaftiges wussten. Bei solchem Spott mit den Zeichen Gottes hat er sich nicht auf dieses Niveau herunter gelassen, sondern ging mit Würde daran vorbei (4:140) und sprach selbst mit diesen törichten Menschen auf die freundlichste und friedlichste Art und Weise (25:63) und blieb gütig und barmherzig (9:61).
  • Er war menschlich, nicht fehlerlos oder ohne Sünde (22:52, 48:2, 40:55), und beging auch religiöse oder weltliche Fehler (8:67-68, 66:1, 33:53, 80:1-10), doch war er einsichtig und kehrte zu Gottes Weg umgehend zurück.
  • Er war ein konsequenter Mann, der Schwierigkeiten geduldig ertrug, keine Schwäche zeigte und sich nicht klein machen ließ. (3:146) Er lebte vor, was er predigte (2:44).
  • Er wusste, dass der Koran die Wahrheit ist, also hatte er auch keinen Drang zu missionieren und die Menschen zu zwingen, zu seinem Glauben zu übertreten (2:256).
  • Er hatte seine religiöse Position, doch versäumte er es nicht, in weltlichen Angelegenheiten gütig und geziemend zu sein. (31:15)
  • Er wusste, wie er das Böse mit etwas Besserem, nämlich dem Guten abwehren kann (13:22) und handelte nicht unredlich (3:161) und beleidigte niemals den Glauben anderer Religionsangehörigen (6:108).
  • Er einte die Menschen, statt sie zu spalten (6:159). Er näherte sich dem Guten und entfernte sich vom Bösen (7:157).
  • Er war ein Mann der Vernunft, der nichts unüberprüft hinnahm (17:36), und auch wusste, dass es kein Zeichen eines Gottergebenen sein kann, die von Gott geschenkte Vernunft nicht zu gebrauchen (10:100).
  • Er setzte sich für den Frieden ein (2:208) und ebenso für die Gleichstellung von Mann und Frau (3:195, 9:71-72) und trat dafür ein, dass sich die Männer und Frauen gegenseitig unterstützen.
  • Er behandelte seine Ehefrau mit Zuneigung und Barmherzigkeit. (30:21)
  • Er wusste den Wert der Kunst zu schätzen, so wie unser Prophet Salomon vor ihm auch schon (34:13)

77:50 An welchen HADITH, wollen sie denn nach diesem (Koran) glauben?

 

Sunnitischer Mohammed (Frieden auf ihn)

Auch diese Liste ist bei Weitem nicht vollständig in Bezug auf die Lächerlichkeiten, die in den Hadith-Büchern gefunden werden können. Dennoch zeigt es das wahre hässliche Gesicht dieser Bücher deutlich auf:

  • Er heiratete ein Mädchen mit 6 oder 9 Jahren und vollzog den Geschlechtsverkehr mit ihr in ihrem Kindesalter. (Bukhary, Band 7, Buch 62, Nummer 64; weitere zu finden in Bukhary, Muslim, Abu Dawud, Nasai und Tabari)
  • Allgemein war der sunnitische Mohammed ein sehr am Sex interessierter Mensch, der eine Vorliebe fürs „Liebkosen junger Jungfrauen“ hatte und mit ihnen gerne „spielen“ wollte. (Bukhary, Band 7, Buch 62, Nummer 17)
  • Der Gesandte hätte die sexuelle Fähigkeit von 30 Männern gehabt, weil er besonders lang und oft konnte. (Bukhary, Band 1, Buch 5, Nummer 268) Er war dermaßen aktiv im Liebesleben mit seinen Frauen, dass Bukharys Ahadith berichten, dass es üblich für den Sunnitenmohammed gewesen sei, Geschlechtsverkehr mit all seinen Frauen in einer Nacht zu haben, auch dann, als er neun Ehefrauen hatte (Band 7, Buch 62, Nummer 142; siehe auch folgende Ahadith in Bukharys Sammlung: Band 7, Buch 62, Nummer 6; Band 1, Buch 5, Nummer 270)
  • Der Sex besessene Prophet war dermaßen leicht erregbar, dass er nach Hause rennen musste, um sich mittels Geschlechtsverkehr abzureagieren, wenn er eine schöne Frau sah. (Bukhary)
  • Der Prophet riet den Leuten auch genüsslich Kamel-Urin zu trinken. (Bukhary Band 1, Buch 4, Nummer 234)
  • Der Prophet war ein blutrünstiger Mensch, der Augen ausmeißelte und Hände und Beine abschnitt und Menschen in der Wüste verdursten ließ. (Bukhary Band 1, Buch 4, Nummer 234; siehe auch: Tirmidhi, Abu Dawud, Nasai, Ibn Majah; Siehe auch folgende Ahadith in Bukharys Sammlung: 2.24.577; 4.52.261; 5.59.505; 6.60.134; 7.71.590; 7.71.623; 8.82.794; 8.82.796; 8.82.797; Siehe weiter folgende Ahadith in Sahih Muslims Sammlung: Buch 16, Nummer 4130- 4132)
  • Der Hadith-Mohammed war ein widersprüchlicher Mensch, der dem Koran widersprach, indem er Sätze wie folgende äußerte: „Der Besitz und das Blut eines Apostaten fällt nicht unter den Schutz des Gesetzes.“ (Bukhary – Todesstrafe für Apostasie)
  • Der Prophet sandte Spione, um seine Kritiker Kab bin al-Ashraf und Abu Rafi töten zu lassen. Er trat das Recht nach Meinungsfreiheit mit Füßen. (Berichtet in Bukhari, Abu Dawud und Sahih Muslim)
  • Der Judenhasser Muhammad aus den Ahadith ordnete die Hinrichtung vierhundert Männer von Bin Qurayza an, einem jüdischen Stamm. Nachdem sie alle mit dem Schwert geschlachtet wurden, wurden ihre Kinder und Frauen unter den Muslimen verteilt. (Bukhari, Muslim, Abu Dawud)
  • Er missbrauchte die Religion, um politische Vorzüge zu erhalten und betonte: Führer müssten immer vom Quraisch-Stamm gewählt werden. (Bukhari)
  • Er ließ sich von einem Juden (natürlich!) aus Medina verhexen, wonach er in der Stadt vier Tage lang schlenderte ohne zu wissen, was er tat. (Bukhari; Hanbal)
  • Ähnlich wie im vorigen Punkt ließ sich der Prophet von Aberglaube und Zauberei beeinflussen, statt seinen Verstand zu gebrauchen. (Bukhary Band 4, Buch 53, Nummer 400)
  • Weiterhin förderte er die Datell-Wirtschaft, indem er Aberglaube und Unwissenschaftlichkeit propagierte, wie etwa die Aussage: „Der, der am Morgen sieben Datteln aus der Region Ajwa isst, wird nicht durch Gift oder Magie an dem Tag beeinflusst, an dem er sie isst.“ (Bukhary, Hadith Nr. 5086 / Band 7, Buch 65, Nummer 356)
  • Weitere unhaltbare Aussagen, die den Propheten ins Lächerliche ziehen:

    Abu Hurayra berichtete, dass der Gesandte Gottes sagte: „Wenn eine Fliege in dein Getränk reinfliegt/reinfällt, sollte man ihn komplett in das Getränk eintauchen und dann wegwerfen, da einer der Flügel Krankheit und der andere die Gesundheit (Gegengift) enthalte z.B. die Behandlung dieser Krankheit.“ (Bukhary, Band 4, Buch 54, Nummer 537; Siehe auch folgenden Hadith in Bukharys Sammlung: Band 7, Buch 71, Nummer 673)

     

  • Er setzt Frauen auf dieselbe Stufe wie Affen oder schwarze Hunde. (Bukhary Band 1, Buch 9, Nummer 490)
  • Allgemein hatte dieser hadithische Mensch keine gute Ansicht über die Frauen, denn er glaubte daran, dass eine gute Frau zu finden unter den Frauen dem gleiche, als ob man eine weiße Krähe unter hundert Krähen finden wollte. (Bukhari)
  • Er glaubte daran, dass die eheliche Bindung eine Art der Versklavung für Frauen sei. (Bukhari)
  • Die Frau steht faktisch unter dem Manne, denn der sunnitische Mohammed habe gesagt: „Müsste sich irgendjemand vor etwas anderem als Gott niederwerfen, dann sollten sich Frauen vor ihren Ehemännern niederwerfen.“ (Bukhari)
  • Er glaubte daran, dass die Mehrheit der Höllenbewohner Frauen sind. (Bukhary, Band 8, Buch 76, Nummer 456)
  • Er sah die Frauen dermaßen niedrig an, dass nach seiner Aussage eine Frau ihre Schuld gegenüber ihrem Ehemann nicht begleichen könne, selbst wenn sein Körper mit Eiter bedeckt wäre und sie alles mit ihrer Zunge ableckte. (Bukhari)
  • Frauen zu vertrauen war für ihn der Anfang des Untergangs, denn er habe gesagt: „Jene, die ihre Angelegenheiten Frauen anvertrauen, werden nie Wohlstand erfahren.“ (Bukhari) Er glaubte auch daran, dass schlechtes Glück nur in drei Sachen vorhanden sei: Frauen, Heim und Tieren. (Bukhari)
  • Er hasste Kunst und Hunde und lehrte: „Engel betreten kein Haus, worin ein Hund oder ein Bild ist.“ (Bukhari)
  • Er hasste die Hunde so sehr, dass er befahl, die Hunde zu töten. (Muslim Buch 10, Nummer 3809)
  • In Abu Dawud Buch 16, Nummer 2840 wird der Befehl plötzlich auf schwarze Hunde eingeschränkt und gemäß Muslim Buch 4, Nummer 1032 glaubte der Prophet, dass der schwarze Hund ein Teufel sei.
  • Die sunnitische Mentalität nimmt die Affen als Vorbild, um die Steinigung zu rechtfertigen, weil sie sahen, wie ein Affenstamm einen ehebrüchigen Affen einfingen und ihn steinigten. (Bukhari)
  • Das Zeichnen von Bildern wird aufs Höchste verabscheut, denn diejenigen, die in der Hölle am meisten leiden werden, sind diejenigen, die von der Schöpfung Gottes Bilder zeichnen. (Bukhari) Am Jüngsten Tag werden die Künstler zusätzlich herausgefordert, den Bildern, die sie gemacht haben, Leben zu geben. (Bukhari)

25:30 Und der Gesandte sagte: „O mein Herr, mein Volk hat wirklich diesen Koran verlassen.“

45:6-11 … An welchen HADITH wollen sie denn glauben, nachdem Gott und seine Verse gesprochen haben. Wehe jedem sündigen Lügner, der die Verse Gottes hört, wenn sie ihm verlesen werden und danach hochmütig (auf seinem Standpunkt) verharrt, wie wenn er sie nicht gehört hätte! Verkünde ihm eine schmerzhafte Strafe! Und der, wenn er etwas von Unseren Zeichen kennen lernt, Spott damit treibt, für solche ist die schmähliche Strafe. Die Hölle wartet auf sie. Ihnen hilft dagegen nicht, was sie erworben haben, auch nicht die Beschützer, die sie anstatt Gottes genommen haben. Ihnen steht eine gewaltige Strafe zu. Dies ist eine Rechtleitung. Diejenigen aber, die an die Zeichen ihres Herrn nicht glauben, haben ein schmerzhaftes Strafgericht zu erwarten.

Ma Malakat Aymanukum

26:58 Und die, welche keinen anderen Gott außer Allah anrufen und niemanden töten, dessen Leben Allah unverletzlich gemacht hat – es sei denn, (sie töten) dem Recht nach -, und keine Unzucht begehen: und wer das aber tut, der soll dafür zu büßen haben.

24:2 Bestraft die Unzüchtige und den Unzüchtigen gegebenenfalls jeweils mit hundert Hieben; und lasst euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen, wenn ihr an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen.

24.3. Ein Unzüchtiger darf nur eine Unzüchtige oder eine Götzendienerin heiraten, und eine Unzüchtige darf nur einen Unzüchtigen oder einen Götzendiener heiraten; den Gläubigen aber ist das verwehrt.

17:32 Und kommt der Unzucht nicht nahe; seht, das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg.

24:30 Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allah ist dessen, was sie tun, recht wohl kundig.

4:15 Und wenn einige eurer Frauen eine Hurerei begehen, dann ruft vier von euch als Zeugen gegen sie auf; bezeugen sie es, dann schließt sie in die Häuser ein, bis der Tod sie ereilt oder Allah ihnen einen Ausweg gibt.

4:16 Und wenn zwei von euch (Männern) es begehen, dann fügt ihnen Übel zu. Wenn sie (aber) umkehren und sich bessern, dann lasst ab von ihnen; denn Allah ist Gnädig und Barmherzig.

5:5 Und ehrbare gläubige Frauen und ehrbare Frauen unter den Leuten, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, wenn ihr ihnen die Brautgabe gebt, und nur für eine Ehe und nicht für Unzucht und heimliche Liebschaften. Und wer den Glauben verleugnet, dessen Tat ist ohne Zweifel zunichte geworden; und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.

Einer der am meisten missbrauchten Begriffe des Koran ist der Ausdruck „Ma Malakat Aymanukum“, was wortwörtlich übersetzt „Was eure rechte Hand besitzt“ bedeutet. Viele traditionelle Muslime haben dies missbraucht. Sie folgten dabei korrupten Gelehrten, die eigene Gesetze fabriziert hatten, die keinerlei Basis im wahren Islam (Unterwerfung) haben und im Widerspruch zu den göttlichen Gesetzen des Koran stehen.

Wenn wir die Verse, die sich mit „Ma Malakat Aymunukum“ (MMA) befassen, so können wir eine Antwort in dieser heiklen Angelegenheit erhalten.

Wir erhalten über unsere Internetseite submission.org häufig Anfragen, bezüglich MMA und ob es statthaft sei, mit ihnen sexuelle Beziehungen einzugehen oder nicht. Andere Besucher sprechen davon, dass solche sexuellen Verbindungen ihr Recht seien. Dieser Artikel wird sich mit dieser Fragestellung unter Bezugnahme auf den Koran befassen. Er wird definieren, was mit MMA gemeint ist, die Beziehungsart zu ihnen und wer für sie verantwortlich ist erläutern.

MMA umfasst fünf Kategorien von Menschen. Dabei kann es sich um Männer, Frauen, Jungen oder Mädchen handeln. Dieser Ausdruck hat je nach Kontext der entsprechenden Verse unterschiedliche Bedeutungen, obwohl allesamt unter die gleiche Rubrik fallen: Personen, die von einem in Bezug auf Lebensunterhalt, Sicherheit und Wohlbefinden abhängig sind. Der Koran lehrt zweifelsohne, dass MMA Teil unserer Familien sind und mit Respekt behandelt werden sollen und sie nicht ihrer Rechte als Menschen beraubt werden dürfen. Lediglich in zwei der fünf Bedeutungsebenen von MMA ist es erlaubt mit diesen sexuelle Bindungen einzugehen, jedoch erst, nachdem der Bund der Ehe geschlossen wurde. Unter keinerlei Umständen gestattet Gott im Koran sexuelle Beziehungen zu MMA, so lange es sich dabei nicht um eine eheliche Verbindung handelt. Selbst im Krieg fallen alle gefangenen Frauen (und Männer) unter den Schutz von MMA und können nicht als Sexobjekte betrachtet werden. Sie sollten mit Respekt behandelt werden, es sollte um ihre Hand angehalten werden und sie sollen ihre rechtmäßige Mitgift erhalten. Vergewaltigung von Frauen ist in Kriegszeiten ebenso ein Verbrechen, wie es dies in Friedenszeiten ist. Gerechtigkeit ist ein fest gefügter moralischer Wert, der am besten mit den Worten Gottes im Koran umgesetzt wird und nicht durch die Frage nach Krieg oder Frieden.

Das Folgende ist eine Beschreibung dieser Kategorien von MMA im Koran, die Verse, die sie erwähnen und die erwarteten Beziehungen:

 

1. Ma Malakat Aymunukum – was ihr bereits besitzt

Die erste Kategorie von MMA bezieht sich auf eine Gruppe von Frauen, die bereits mit ihren Ehemännern verheiratet sind, selbst wenn diese Ehe nicht nach koranischen Prinzipien erfolgt ist, weil sie vor der Offenbarung des Koran geschlossen wurde oder vor der Konversion zum Islam. Dies kann aus Sure 3 Vers 4 abgeleitet werden.

In diesem Falle, wenn man eine Frau oder auch Frauen – selbst wenn sie nach der Offenbarung des Koran zu einer verbotenen Kategorie gehörte, darf man mit ihnen verheiratet bleiben. Man muss sich nicht scheiden lassen, denn Gott wird keine anerkannte Ehe brechen. Diese Kategorie von MMA ist diesen Menschen erlaubt und gehören zu dem, was man bereits besitzt. Da es sich um verheiratete Paare handelt, sind sexuelle Beziehungen erlaubt.

[4:3] If you deem it best for the orphans, you may marry their mothers – you may marry two, three, or four. If you fear lest you become unfair, then you shall be content with only one, or with what you already have (Ma Malakat Aymanukum). Additionally, you are thus more likely to avoid financial hardship.

[33:50] O prophet, we made lawful for you your wives to whom you have paid their due dowry, or what you already have (Ma Malakat Yameenek) , as granted to you by GOD. Also lawful for you in marriage are the daughters of your father’s brothers, the daughters of your father’s sisters, the daughters of your mother’s brothers, the daughters of your mother’s sisters, who have emigrated with you. Also, if a believing woman gave herself to the prophet – by forfeiting the dowry – the prophet may marry her without a dowry, if he so wishes. However, her forfeiting of the dowry applies only to the prophet, and not to the other believers. We have already decreed their rights in regard to their spouses or what they already have (Ma Malakat Aymanuhum). This is to spare you any embarrassment. GOD is Forgiver, Most Merciful.

[33:52] Beyond the categories described to you, you are enjoined from marrying any other women, nor can you substitute a new wife (from the prohibited categories), no matter how much you admire their beauty. You must be content with those already made lawful to you (Ma Malakat Yameenek). GOD is watchful over all things.1

 

2. Ma Malakat Aymanukum = was euch rechtmäßig gehört

Dies ist die zweite Kategorie von MMA, was einem rechtmäßig gehört. In dieser Kategorie sind sexuelle Beziehungen statthaft. Wir müssen beim Verständnis bei Gottes Gesetz im Koran sehr vorsichtig sein. Gott benutzt bei der Genehmigung von Sex zwischen Männern und ihrer MMA bewusst das Wort ODER. Es ist ENTWEDER die Ehefrau ODER die MMA. Gott hat nicht UND benutzt (Ehefrauen UND MMA). Gott wählt seine Worte ganz bewusst bei der Darstellungen seiner Gesetze und hinterlässt somit bei seinen Dienern keinerlei Zweifel. In dieser Kategorie von dem, was einem rechtmäßig zusteht geht es um eine Situation, in der das Ehepaar die Ehe nicht bei den zuständigen Behörden hat eintragen lassen. Die Common-Law-Ehe in den USA stellt einen solchen Fall dar. Mann und Frau entschließen sich vor Gott eine Ehe zu führen, lassen diese aber nicht registrieren. Es kann sich aber auch um Fälle handeln, die in der ersten Kategorie beschrieben wurden, bei denen MMA durch Gottes Erlaubnis rechtmäßig geworden sind.

Kurzfristige Vereinbarungen zwischen Mann und Frau um eine gewisse Zeit lang Sex zu haben gehören nicht in diese Kategorie. Derlei ist Prostitution, was Gott verboten hat. Bei diesen Vereinbarungen wird die Frau um ihre Rechte betrogen und der Mann von all seinen Verpflichtungen gegenüber seiner geschiedenen Ehefrau entbunden. Ein Beispiel für solch eine Vereinbarung ist das, was manche gelehrte Muta nennen. Sie erklären derlei für erlaubt, obwohl es gegen alle koranischen Gesetze zur Heirat und zum Aufbau einer Familie steht.

[70:30] (They have relations) only with their spouses, or what is legally theirs – (Ma Malakat Aymanuhum)

[23:6] Only with their spouses, or those who are rightfully theirs (Ma Malakat Aymanhum), do they have sexual relations; they are not to be blamed.

 

3. Ma Malakat Aymanukum = Sklaven, falls vorhanden

Da Sklaven vollkommen von ihrem Besitzer abhängig sind, fallen sie unter die MMA. Obwohl der Koran anordnet, Sklaven in allem möglichen Fällen zu befreien, ist dieses Gesetz im Koran verankert, um diejenigen zu schützen, die zur Zeit der Offenbarung des Koran versklavt waren oder aber in Zukunft Sklaven geworden sein könnten. Einige der Besucher unserer Internetseite sprechen von ihren Bediensteten so, als ob sie Sklaven seien, da sie vollkommen von ihnen abhängig seien. Sklaven und Bedienstete sind geschützt und unter keinen Umständen außerhalb der Ehe als Sexualpartner vorgesehen.

[4:25] Those among you who cannot afford to marry free believing women, may marry believing slave women (Ma Malakat Aymanukum). GOD knows best about your belief, and you are equal to one another, as far as belief is concerned. You shall obtain permission from their guardians before you marry them, and pay them their due dowry equitably. They shall maintain moral behavior, by not committing adultery, or having secret lovers. Once they are freed through marriage, if they commit adultery, their punishment shall be half of that for the free women. Marrying a slave shall be a last resort for those unable to wait. To be patient is better for you. GOD is Forgiver, Most Merciful.

In diesem Vers verdeutlicht Gott den Status der MMA als ehrenvolle Frauen, die gläubige Männer heiraten können, nachdem sie die Erlaubnis ihres Vormundes eingeholt haben. Wenn diese Frauen Sexualpartner ihres Vormundes wären, wie könnte Gott sie dann mit gläubigen Männern heiraten lassen? Gott fordert sie auf ihr moralisches Verhalten AUFRECHT ZU ERHALTEN, indem sie keinen Ehebruch begehen oder heimliche Liebhaber haben. Dieser Vers sagt deutlich, dass diese Sklaven (MMA) keine Sexualpartner ihres Vormundes sind.

[24:33] Those who cannot afford to get married shall maintain morality until GOD provides for them from His grace. Those among your servants (Ma Malakat Aymanukum) who wish to be freed in order to marry, you shall grant them their wish, once you realize that they are honest. And give them from GOD’s money that He has bestowed upon you. You shall not force your girls to commit prostitution, seeking the materials of this world, if they wish to be chaste. If anyone forces them, then GOD, seeing that they are forced, is Forgiver, Merciful.

In diesem Vers sind zwei wichtige Lehren zu finden: Sklaven (Diener) müssen freigelassen werden, wenn man sie heiraten will und man darf die Mädchen nicht zu Prostitution zwingen. Laut diesem Vers können MMA (Diener, Sklaven) befreit werden, um zu heiraten. Sie sollen sogar Geld dafür erhalten. Wären sie Sexualpartner ihrer Eigentümer oder ihres Vormundes, so könnten sie nicht jederzeit heiraten. Sie zu Sex zu zwingen wäre Prostitution oder Vergewaltung.

 

4. Ma Malakat Aymanukum = Bedienstete

Da unsere Bediensteten von uns abhängig sind, sind wir verpflichtet für ihr Wohlergehen zu sorgen. Sehen sie sich die folgenden Verse an:

[24:31] And tell the believing women to subdue their eyes, and maintain their chastity. They shall not reveal any parts of their bodies, except that which is necessary. They shall cover their chests, and shall not relax this code in the presence of other than their husbands, their fathers, the fathers of their husbands, their sons, the sons of their husbands, their brothers, the sons of their brothers, the sons of their sisters, other women, the male servants (Ma Malakat Aymanuhunna) or employees whose sexual drive has been nullified, or the children who have not reached puberty. They shall not strike their feet when they walk in order to shake and reveal certain details of their bodies. All of you shall repent to GOD, O you believers, that you may succeed.

In diesem Vers liegt eine gewichtige Lehre. Gott zeigt uns, dass die gläubigen Frauen dieselbe Kategorie (MMA) besitzen können, wie Männer. Es ist zu beachten, dass der Vers damit beginnt, dass die Frauen ihre Keuschheit wahren sollen.

Die männlichen Gelehrten, die es einem Mann gestatten Sex mit seiner MMA zu haben würden es keiner Frau gestatten, dies mit ihrem MMA zu tun. Diese Gelehrten erfinden Gesetze, die den Männern dienen und die Frauen benachteiligen. Solche Erfindungen finden keine Basis in Gottes Gesetz. Dieses Gesetz gilt allen Geschlechtern, ohne diese zu diskriminieren. Gott hat außerhalb der Ehe sexuelle Beziehungen mit MMA verboten. Dies gilt für Männer und Frauen.

[33:55] The women may relax (their dress code) around their fathers, their sons, their brothers, the sons of their brothers, the sons of their sisters, the other women, and their (female) servants (Ma Malakat Aymanuhunna). They shall reverence GOD. GOD witnesses all things.

[24:58] O you who believe, permission must be requested by your servants (Ma Malakat Aymanukum) and the children who have not attained puberty (before entering your rooms). This is to be done in three instances – before the Dawn Prayer, at noon when you change your clothes to rest, and after the Night Prayer. These are three private times for you. At other times, it is not wrong for you or them to mingle with one another. GOD thus clarifies the revelations for you. GOD is Omniscient, Most Wise.

Diese Verse machen klar, dass ein MMA (Diener) nicht dieselben Rechte hat, wie eine Ehefrau, nämlich nach eigenem Willen das Schlafgemach zu betreten. Würden diese MMA als Sexualpartner gelten, so gäbe es keinen Grund ihnen dies zu verbieten.

[4:36] You shall worship GOD alone – do not associate anything with Him. You shall regard the parents, the relatives, the orphans, the poor, the related neighbor, the unrelated neighbor, the close associate, the traveling alien, and your servants (Ma Malakat Aymanukum). GOD does not like the arrogant show-offs.

[16:71] GOD has provided for some of you more than others. Those who are given plenty would never give their properties to their subordinates (Ma Malakat Aymanukum) to the extent of making them partners. Would they give up GOD’s blessings?

[30:28] He cites for you herein an example from among yourselves: Do you ever elevate your servants or subordinates (Ma Malakat Aymanukum) to the level where they rival you, and to the point that you pay them as much allegiance as is being paid to you? We thus explain the revelations for people who understand.

 

5. Ma Malakat Aymanukum = Spezielle Kategorie

Frauen, die ihre ungläubigen Ehemänner während eines Krieges verlassen haben und zu den Gläubigen gestoßen sind.

Diese Gruppe ist laut Koran ebenfalls geschützt und nicht als Sexsklave vorgesehen. Sie müssen wie jede andere freie Frau behandelt werden. Es muss um ihre Hand angehalten werden und sie erhalten denselben Respekt und die Mitgift, die jede legale Ehe erfordert. Dies wird in 60:10 klargestellt.

[4:24] Also prohibited are the women who are already married, unless they flee their disbelieving husbands who are at war with you (Ma Malakat Aymanukum). These are GOD’s commandments to you. All other categories are permitted for you in marriage, so long as you pay them their due dowries. You shall maintain your morality, by not committing adultery. Thus, whoever you like among them, you shall pay them the dowry decreed for them. You commit no error by mutually agreeing to any adjustments to the dowry. GOD is Omniscient, Most Wise.

[60:10] O you who believe, when believing women (abandon the enemy and) ask for asylum with you, you shall test them. GOD is fully aware of their belief. Once you establish that they are believers, you shall not return them to the disbelievers. They are not lawful to remain married to them, nor shall the disbelievers be allowed to marry them. Give back the dowries that the disbelievers have paid. You commit no error by marrying them, so long as you pay them their due dowries. Do not keep disbelieving wives (if they wish to join the enemy). You may ask them for the dowry you had paid, and they may ask for what they paid. This is GOD’s rule; He rules among you. GOD is Omniscient, Most Wise.

Gottes Worte sind klar. Wir, als Untergebene unseres Schöpfers haben keine andere Wahl, als sich seinem Gesetz zu unterwerfen. Jede Person, die sich nicht an dieses Gesetz hält, praktiziert etwas anderes als Islam (Ergebung) und kann nicht als Muslim (Ergebener) bezeichnet werden. Wer sich nicht dem Gesetz Gottes unterwirft ist ein Gegner und kein Ergebener.

[24:51] The only utterance of the believers, whenever invited to GOD and His messenger to judge in their affairs, is to say, „We hear and we obey.“ These are the winners.

[5:7] Remember GOD’s blessing upon you, and His covenant that He covenanted with you: you said, „We hear and we obey.“ You shall observe GOD; GOD is fully aware of the innermost thoughts.

[2:285] The messenger has believed in what was sent down to him from his Lord, and so did the believers. They believe in GOD, His angels, His scripture, and His messengers: „We make no distinction among any of His messengers.“ They say, „We hear, and we obey. Forgive us, our Lord. To You is the ultimate destiny.“


übersetzt von Andreas Heisig

1 Die Übersetzung wurde nicht übersetzt, da es im Deutschen keinen adäquaten Vergleich zur vom Autor benutzten Übersetzung durch R. Khalifa gibt.

Ehe und Sexualität in der Ergebung (Islam)

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verstoßenen Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

In diesem Artikel werden einige Fragen zum Thema Sexualität behandelt: Masturbation, Pornographie, Sex und Ehe und Homosexualität.

Darf sich ein Muslim selbst befriedigen?

Masturbation ist eine im Koran nicht erwähnte Angelegenheit, deshalb unserem eigenen Ermessen überlassen. Die Frage kann also mit ruhigem Gewissen „ja“ beantwortet werden. Masturbation ist eine natürliche Angelegenheit und dient in vielerlei Hinsicht auch für unser Wohlbefinden. Masturbation ist ein unseren biologischen Veranlagungen entsprechendes Bedürfnis.

Auf jeden Fall ist es aber nicht gesund für die Psyche, wenn wir das Masturbieren als eine teuflische Sache ansehen. Es geht um den positiven, richtigen und gesunden Umgang damit. Nicht um ein „sollen“, sondern um ein selbstverständliches „dürfen“, die eigene Privatsphäre wahrend. Wichtig ist, dass man mit der Masturbation nicht übertreibt, sie nicht zu einer Sucht werden lässt, und damit nicht Unerlaubtes verknüpft, wie etwa pornographischen Inhalt zu schauen. Damit kommen wir schon zum nächsten Punkt:

Darf man Videos mit pornographischem Inhalt ansehen?

Pornographische Inhalte widersprechen der Philosophie des Koran und verletzen auch die Privatsphäre der Frauen und Männer, die in den Videos auftreten. Im Koran gibt es klare Anweisungen darüber, wer die Schambereiche eines Menschen sehen darf und wer nicht. Es ist nicht erlaubt, sich vor Fremden zu entblößen.

24:30 Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke senken und ihren Schambereich hüten sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Gott ist dessen, was sie tun, kundig.
24:31 Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke senken und ihren Schambereich hüten und ihre Zierde nicht zur Schau tragen sollen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihre Tücher über ihre Brüste legen und ihren Zierde nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, und den Kindern gegenüber, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.

Die Gottergebenen sind verpflichtet sich nicht gegenseitig in Gier und Lust anzuschauen. Pornographie ist etwas Obszönes, etwas, was dem Gehirn falsche Eindrücke vermittelt und das Bild der Sexualität verzerrt. Studien belegen, dass Pornographie psychische Probleme und Komplexe bis hin zur Sucht verursachen kann. Zudem widerspricht es aus Sicht der Pornodarsteller dem Gebot, kein Sex außerhalb der Ehe auszuüben und monogam zu leben.

Es gibt ehemalige Pornodarstellerinnen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gegen Pornographie einzutreten. Siehe zum Beispiel: http://www.shelleylubben.com/ (Englisch)

Ehe und Sexualität

Grundlagen

Der Sex außerhalb einer ehelichen Verbindung ist definitiv verboten und wird als Zina (Unzucht) gekennzeichnet. Da man sich diesem außerhalb einer Ehe nicht nähern darf, sind auch alle ähnlichen Handlungen miteingeschlossen, wie z. B. Petting oder ähnliches (23:5-7, 17:32). Sex während der Menstruation wird ebenso aus Gründen der Hygiene verboten (2:222). Um keine Unzucht zu begehen, wird die Ehe ermutigt (24:32-33). Jene, die zur Ehe nicht erlaubt sind, werden in folgenden Versen näher erläutert: 2:221, 2:235, 60:10, 4:22-24, 24:3. Das Heiratsalter geht einher mit der geistigen Reife sein Leben selbst zu regeln (4:6) und dem Wissen, was das eheliche Leben ausmacht (4:34, 3:195). Eine etwaige Adoption während der Ehe wäre möglich (33:4-5). Es ist dem Mann auferlegt, vor der Eheschließung eine Brautgabe oder Morgengabe (60:10, 4:24, 4:4) zu zahlen. Es braucht einen weiteren Zeugen, der den Ehebund bezeugt (2:237). Die Höhe dieser wird im Koran nicht festgelegt, um den zeitlichen und kulturellen Schwankungen Raum zu geben. Auf jeden Fall soll es eine ernste Angelegenheit sein. Der Mann muss zusätzlich zur Grundversorgung der Familie auch für die Entschädigung der Stillung aufkommen (2:233). Mit dem Eingehen einer Ehe gelten automatisch auch die Erbrechte (4:7-8, 4:11). In besonderen Fällen wie im Kriegszustand könnte Polygamie angemessen sein, jedoch ist ganz klar Monogamie die Eheform, die Gott für uns als Prinzip vorgesehen hat (4:4, 4:129). Bei einem Streit der Ehepartner gibt der Koran ebenfalls detaillierte Schilderungen, wie vorzugehen ist (4:19, 4:34, 4:128, 65:1, 4:130). Die Scheidung wird in den folgenden Versen angeschnitten, angedeutet oder auch ausführlich behandelt: 4:19-21, 4:35, 65:6, 2:241, 2:236-237, 65:1-4, 2:225-233, 33:49. Selbst zur Situation einer Witwe gibt es Anordnungen: 2:240-241, 2:234-235.

Wie also zu sehen ist, enthält der Koran zahlreiche und detaillierte Informationen, um eine Ehe klar festzulegen und um ihren Bedeutungsrahmen zu vermitteln. Wir sollten uns davor hüten, unsere eigene Kultur oder unser eigenes Verständnis der Worte „Ehe“ oder „Verlobung“ oder auch des Wortes „Vertrag“ (wie etwa bei einem Ehevertrag) den koranischen Worten zuzuschreiben. Gottes Buch ist das einzige Buch, das Gesetze festlegt und Worte verwendet, die sich durch die Art der Verwendung und den Kontext, in dem sie auftauchen, selbst erklären.

Was ist Ehe laut Koran?

„Ehe“ ist etwas Allgemeineres als in unseren Gesellschaften gemeinhin definiert (z.B. Standesamt, Papier unterzeichnen). Es gibt ja heutzutage auch eheähnliche Gemeinschaften oder andere Formen des Zusammenlebens. Es kommt also auf die Absicht hinter und die Beschaffenheit der Beziehung an, nicht auf das Ritual, dass zu einer sogenannten „Ehe“ führt. Natürlich, auch die allgemein definierte Ehe hat klare, vom Koran auferlegte Schranken und sollte gewissen Verantwortungen unterliegen. Die nötigsten Vorkehrungen trifft bereits der Koran: Morgengabe, Erbgesetze etc. (sh. oben).

Vieles von dem, was hier folgt, steht in krassem Widerspruch zu dem, was „traditionelle Muslime“ glauben. Das Buch Gottes, welches den echten Gläubigen ausreicht, beschreibt alles Notwendige zu diesem Thema. Andere traditionelle Quellen des Islam sind hier nicht notwendig. „Traditionelle Muslime“ werden oft sagen, dass der Mann sich nur mit Hodscha/Scheich und großer Feier einer Frau nähern darf … oder vielleicht sagen auch einige, dass der Mann sich zwar jeder Frau nähern darf, aber die Schwester darf dasselbe nicht bei Männern etc. Einige würden auch behaupten, eine Ehe auf kurze Zeit (muta), wie sie bei den Schiiten praktiziert wird, sei die Lösung gegenüber Promiskuität. Für welch einen geringen Preis sie Gottes Religion verkaufen!

Der sogenannte traditionelle Islam kennt sehr viele Lehren und Praktiken, die mit dem Buch Gottes nichts zu tun haben.

Gott hat es uns leicht gemacht, Sexualität, Zärtlichkeit und Liebe in einem guten und gesegneten Rahmen zu leben. So etwas nennt der Qur`an Nikah: Bund, Vereinigung, Zusammenschluss. Wir übersetzen das oft mit Ehe oder Heirat. Aber im koranischen Sprachgebrauch ist das jedenfalls nicht ganz korrekt, wenn wir Ehe nur mit etwas gleichsetzen, wozu wir ein Standesamt, einen Geistlichen oder eine große Feier brauchen. Nikah ist nicht, wie die christliche Ehe, ein heiliges Sakrament. Nikah ist auch nicht, wie die Standesamtsehe, etwas auf dem Papier. Es ist eine Sache zwischen zwei Menschen, einem weiteren rechtschaffenen Zeugen (2:237) und vor Gott, die nicht geheim bleiben und den Gesetzen des Koran unterliegen sollte. Wenn also ein Mann und eine Frau fest zusammen sind und dies auch öffentlich klar ist, dann ist das schon Nikah. Kein spezieller Priester, kein speziell ausgebildeter Imam wird hier gebraucht, keine Zeremonie, kein Standesamt.

Allerdings bedeutet das auch, dass das Paar rechtlich wie eine nichteheliche Gemeinschaft behandelt wird, wenn es zum Beispiel um Steuern oder die Erbfolge geht. Durch die Verbindlichkeit bekommt die Beziehung eine tiefere Ernsthaftigkeit. Wer sich traut, sich vor dem Standesamt trauen zu lassen, geht einen Bund ein, der nicht nur steuerliche Vorteile bringen kann, sondern auch viele weitere Rechte begründet. Denn das Grund­gesetz schützt Ehe und Familie, weshalb Eheleute und in weiten Teilen auch einge­tragene Lebens­partner recht­lich besonders umgarnt werden. Das zeigt sich nicht nur im alltäglichen Leben, zum Beispiel bei der jähr­lichen Einkommensteuererklärung oder bei der Pflicht zum gegen­seitigen Unterhalt. Auch wenn einer der Eheleute stirbt, ist der andere abge­sichert: Verheiratete haben ein gesetzliches Erbrecht. Daher ist eine standesamtliche Trauung in unserer heutigen Zeit empfehlenswert.

Was ich natürlich nicht meine ist, dass man wild seinen Trieben folgen sollte. Aber auf der anderen Seite haben wir im Qur’an auch keine Verteufelung von Sexualität, Zärtlichkeit und Erotik (2:223). Das Zentrale ist dabei die Verantwortung. Nikah heißt im koranischen Kontext erstmal nur so viel wie „Vereinigung zwischen Mann und Frau“. Nun gibt es eine solche Vereinigung in einem guten Rahmen und in einem weniger guten. Der Koran wünscht, dass Beziehungen sexueller Natur in nachvollziehbaren Bahnen ablaufen. Dies hat den Hintergrund des Schutzes der Personen bzw. der Kinder, die durch sexuellen Kontakt entstehen können. Wenn wir den Qur’an lesen, dann sehen wir nur wenige Bedingungen für Nikah. Die wichtigste ist die, dass sich die Partner über ihre koranischen wie auch gesellschaftlichen Rechte und Verantwortungen im Klaren sind. So hat die Frau nach dem Qur’an zum Beispiel das Recht, vom Mann als Absicherung eine Geldmenge (Morgengabe) oder etwas vergleichbar Wertvolles zu erhalten. Des Weiteren brauchen sie laut 2:237 nur einen rechtschaffenen Menschen als Zeugen und Vermittler für etwaige Streitschlichtungen, in dessen Hand der Ehebund dann vor der Gesellschaft liegt, der jedoch nicht Imam oder Hodscha sein muss.

Wenn ein Mann eine Frau wirklich liebt und sie ihn, wenn sie beschließen fest und monogam zusammen zu sein und ihre Verantwortungen vor Gott und vor der Gesellschaft zu teilen und wenn sie sicher sind, dass das alles kein Experiment ist, sondern dass es ernst gemeint ist und demnach wohl überlegt handeln, die Morgengabe zahlen und den Zeugen festgelegt haben, dann sind diese nach Allahs Gesetz „vereinigt“ – ohne einen Hodscha, ohne Feier, ohne Standesamt …

Aber natürlich will auch so ein Schritt gut überlegt sein und das ist vielleicht eher das Problem mit vielen heutigen Partnerschaften. Viele Menschen in unserer Gesellschaft nehmen Partnerschaft auch wieder zu leicht. Sie gehen mal eben als Experiment eine Beziehung ein, ohne sich sicher zu sein, betrügen leicht, fühlen sich nicht gebunden. Und das gilt auch für viele auf dem Papier verheiratete! Und die Folgen sind dann oft schmerzhaft.

Gott will es uns mit Seinem Buch leicht machen, nicht schwer. Er offenbart uns Seinen Willen, damit wir glücklich werden, nicht damit wir unglücklich werden. Er sagt uns, dass wir eine Partnerschaft in Verantwortung und mit Barmherzigkeit und Zärtlichkeit führen sollen, zu unserem eigenen Besten.

Aber es ist auch nicht zu vergessen, dass Partnerschaft nicht alles ist. Sicher, wenn man alleine ist, sehnt man sich danach. Aber auch Partnerschaft kann nicht der Inhalt des Lebens sein. Sie ist vielmehr ein Mittel, damit zwei Menschen gemeinsam diesen Sinn finden mögen.

Ein „Ritual“, in welcher Form auch immer, ist aber hingegen oft hilfreich, um sich des Ernstes der Lage bewusst zu werden, und wenn es sich nur um eine besondere Aktion zwischen den beiden Betroffenen handelt. Und schön kann es auch noch sein.

Einige könnten einwenden, der Koranvers 4:25 schreibe ja vor, man müsse die Erlaubnis der Eltern einholen. Doch bei genauerem Hinsehen ist es klar, dass es sich hier um die Wendung „ma malakat aymanukum“ (was in eurer Rechten ist) handelt und dass wir die Erlaubnis derer einholen sollen, in deren „rechten Hand“ die Frauen sind, die wir heiraten wollen… die also in irgendeiner Rechtsform nicht „frei“ sind.

Nochmals kurz zusammengefasst: die Definition von Heirat im Koran ist eine ganz andere, als wir sie üblich wahrnehmen. Die Heirat im Koran bindet zwei Menschen aneinander aus Liebe und Güte untereinander (30:21, 9:71). Es soll kein Experiment oder eine leichtfertige/leichtsinnige Entscheidung sein. Beide sollten sich über ihre koranischen Positionen bewusst sein (z.B. auch, was Scheidung und Wartezeit in diesem Fall angeht). Dies wird im Koran dadurch festgelegt, dass in den entsprechenden Versen oft der Satz „wenn ihr an Gott und den Jüngsten Tag glaubt“ betont wird, wenn von uns verlangt wird, die Schranken Gottes einzuhalten.

Schliesslich will man sich ja nicht mit dem Schöpfer des Universums anlegen, um sich selbst eine kurzzeitige fleischliche Freude des diesseitigen Lebens als scheinbar gültig zurechtzubiegen. Wir werden nämlich aufgrund dieses Koran zur Rechenschaft gezogen und so sollten wir uns unserer Verantwortung vor dem Allwissenden bewusst bleiben.

Missbrauch von Sexualität

Bei einer Betrachtung der sexuellen Orientierung sollte man genau differenzieren, was in der Offenbarung thematisiert wird und von wem. Spricht Gott, spricht der Prophet aus der jeweiligen Geschichte in eigenem Namen und nicht aus göttlichem Auftrag heraus? Welche sprachlichen Eigenheiten kommen dabei vor und wie sind diese zu bewerten?

Es gibt einige Textstellen im Koran, die von vielen in Zusammenhang mit der Homosexualität gebracht werden:

  • 7:80-84
  • 11:77-83
  • 15:58-77
  • 26:160-174
  • 27:54-58
  • 29:26-35
  • 54:33-39
  • 21:71-75
  • 37:133-138
  • 51:32-37
  • Bezugnahme auf das Volk Lots in 11:89, 22:43, 38:13 oder 50:13 (die Brüder Lots).
  • Unklar, ob zur Geschichte Lots zugehörig oder nicht: 25:40. Möglicherweise ist hier Sodom angedeutet.
  • Weitere Stellen, an denen Lot erwähnt wird, sind: 6:86 und 66:10 (Frau Lots).

Die Umgestürzten (9:70, 53:53, 69:9  al-muʾtafikāt), für die keine Namen genannt sind, werden von einigen Auslegern auf Sodom und die Nachbarstädte gedeutet, diese Verbindung ist jedoch nicht eindeutig.

Bei den abscheulichen Taten kommt das arabische Wort Fāḥischa vor, was als Gräuel, Unsitte oder Abscheulichkeit verstanden werden kann. Darunter werden auch mehrere Handlungen beschrieben, die meistens vom Missbrauch der Sexualität sprechen:

  • Stiefmütter heiraten (4:22)
  • Unehelicher Geschlechtsverkehr (17:32, 4:15-16 in Zusammenhang mit 24:1-26)

Man kann die Wurzel (فحش) in alquran.eu nachschlagen, um sich selbst zu überzeugen, welche Handlungen damit verbunden sind (6:151, 24:21, 27:54-55). In Vers 27:55 erklärt Lot nämlich das, was er zuvor (27:54) als (Fahischa) definiert hatte. Es ist jedoch klar, dass die Abscheulichkeit nicht allein den Missbrauch der Sexualität meinen kann, wie wir dies aus den Versen 29:28-30 entnehmen können. Es ist also umstritten, ob wir den homosexuellen Verkehr als Bestandteil von Fahischa sehen können oder ob gerade dies vom Wort Fahischa abgegrenzt werden soll. Des Weiteren ist der Begriff der Homosexualität ein moderner Begriff, der als solches im Koran nicht vorkommt und dessen Bedeutung nicht durch die Verse abgedeckt wird.

Offenheit und Toleranz bedeuten nicht Zustimmung und Einverständnis. Gehen wir also offen und tolerant mit unseren homosexuellen Geschwistern um! Wir dürfen auch die direkten Aussagen von Lot nicht wortwörtlich nehmen, wenn er zu seinem Volk meint: Ihr begeht das Schändliche, wie es vor euch keiner von den Weltenbewohnern getan hat (29:28, vgl. dazu 7:80). Der Ausdruck wie es vor euch keiner getan hat ist nicht als historisch präzise Aussage zu verstehen, sondern als ein persönlicher Ausruf des Propheten aus seiner Wut und seinem kulturellen Kontext heraus. Er glaubt offenbar, sowas noch nie in diesem Ausmaß gesehen zu haben, was aber nur seine persönliche Einschätzung wiedergibt und theologisch nicht weiter verwertet werden sollte. Darüber hinaus scheint der Missbrauch der Sexualität nur eine Randrolle zu spielen (29:29-30), denn als Begründung für die Bestrafung wird ihre Ablehnung des Prophetentums von Lot angegeben (vgl. 38:13-14, 50:12-14, 6:86-91).

Auch können die Verse als Ehebruch verstanden werden, indem sie ihre eigenen Partnerinnen betrügen:

7:81 Ihr geht in Begierde zu den Männern, statt zu den Frauen. Nein, ihr seid maßlose Leute.

26:165-166 Wie könnt ihr denn zu den Männern unter den Weltenbewohnern gehen und das vernachlässigen, was euch euer Herr an Partnern erschaffen hat? Nein, ihr seid Leute, die Übertretungen begehen.

27:55 Wollt ihr denn in Begierde zu den Männern gehen statt zu den Frauen? Nein, ihr seid Leute, die töricht sind.

Auch wir bleiben nicht stehen und sind in der Lage unsere Positionen zu überdenken und suchen deshalb auch immer wieder die sachliche Auseinandersetzung. Diese kurze Meinung soll als Anreiz zur Diskussion und als Basis für eine weitergehende Recherche dienen. Nichtsdestotrotz ist die Würde des Menschen in jedem Falle zu respektieren. Schwule Gottergebene (deutsch für Muslim) oder gottergebene Lesben sind somit kein Widerspruch in sich und sie sind unsere Geschwister. Offenheit und Toleranz bedeuten nicht Zustimmung und Einverständnis. Gehen wir also offen und tolerant mit unseren Geschwistern um!

Theologisch betrachtet müssen wir uns einsetzen für die Rechte aller Menschen ohne irgendeine Diskriminierung von irgendwelchen Gruppen aufgrund Rasse, Kultur, Sprache oder sexueller Orientierung. Das bedeutet beispielsweise auch, dass wir für die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung auch von Menschen aus der LGBTIQ*-Community sein müssen, da ein allein religiös motiviertes Gesetz auf gesellschaftlicher Ebene nicht erlaubt ist, sofern sich die Menschen dazu nicht demokratisch bereit erklären. Auch in einem demokratischen Mehrheitsbeschluss darf kein Entscheid gefällt werden, welche Minderheiten marginalisiert und sie ihrer grundlegenden gesellschaftlichen Rechte beraubt.

In jedem Falle sollten wir verbinden und nicht trennen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern Gottes Segen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen und in Frieden

Polygamie – Mehrehe?

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Polygamie war eine Lebensform bis der Koran vor 1400 Jahren offenbart wurde. Als die Erde noch jung und unterbevölkert war, war Polygamie eine Form die Erde zu bevölkern. Zur Zeit des Koran war die Welt zu genüge bevölkert und der Koran setzte die ersten Grenzen gegenüber der Polygamie. Sie wird im Koran immer noch erlaubt, aber unter streng einzuhaltenden Umständen. Jeglicher Missbrauch dieser göttlichen Zulassung zieht eine strenge Bestrafung mit sich. Somit wird von uns gefordert, obwohl Polygamie von Gott erlaubt wurde, unsere Umstände sorgfältig zu untersuchen bevor wir sagen können, dass eine bestimmte, polygame Beziehung erlaubt sei.

Unser perfektes Beispiel ist der Prophet Mohammed. Er war mit einer Frau, Khadijah, verheiratet, bis sie starb. Er hatte all seine Kinder, außer eines, von ihr. Somit genossen sie und ihre Kinder die völlige Aufmerksamkeit des Propheten so lange, wie sie miteinander verheiratet waren: für 25 Jahre. Für alle praktischen Zwecke hatte Mohammed eine Frau – vom Alter 25 bis 50. In den verbleibenden 13 Jahren seines Lebens heiratete er die alten Witwen seiner Freunde, die viele Kinder hinterließen. Die Kinder brauchten ein komplettes Zuhause mit einer Vaterfigur und der Prophet bot dies an.

Eine Vaterfigur für die Waisenkinder anzubieten ist der einzige, spezifische Umstand, der die Polygamie aus koranischer Sicht erlaubt (4:3).

Dieses perfekte Beispiel zeigt uns, dass ein Mann seine ganze Aufmerksamkeit und Loyalität seiner Frau und seinen Kindern schenken muss, um eine glückliche und gesunde Familie aufzubringen. Der Koran betont die Einschränkungen gegen die Polygamie mit sehr strengen Worten: Falls ihr dann befürchtetet, ungleichmäßig zu handeln, dann nur eine einzige oder eine, die unter eurem Recht steht. (4:3)

 

4:129 Ihr könnt nicht mit allen Frauen gerecht sein, auch wenn ihr euch sehr darum bemüht.

 

Die koranischen Einschränkungen gegen die Polygamie betonen die Möglichkeit, Gottes Gesetz missbrauchen zu können. Deswegen haben die Männer, bis sie absolut sicher sind, dass Gottes Gesetz nicht missbraucht wird, ihrer Lust zu widerstehen und müssen von der Polygamie fernbleiben. Verlangen die Umstände nicht nach einer Polygamie, so haben die Männer ihre ganze Aufmerksamkeit einer einzigen Frau und den Kindern von ihr zu schenken.

Das soziale und psychologische Wohlergehen der Kinder, besonders in Ländern, in denen Polygamie verboten wird, diktieren fast ausnahmslos die Monogamie. Einige grundlegende Kriterien müssen befolgt werden, wenn eine Polygamie in Betracht gezogen wird:

  1. Sie muss Schmerz und Leiden vermindern und nicht verursachen.
  2. Wenn Sie eine junge Familie haben, ist es fast selbstverständlich, dass Polygamie ein Missbrauch wäre.
  3. Die betriebene Polygamie, um mit einer jüngeren Frau zusammen zu sein, stellt den Missbrauch von Gottes Gesetz dar (4:19).

Speziell in Kriegssituationen kann es erlaubt sein, verwitwete Frauen zu heiraten, um den Witwen und den Waisen eine ökonomische und psychologische Stütze zu sein. Jedoch sollten diejenigen, welche den Mut aufzeigen eine Polygamie zu führen, versuchen sie alle gleich zu behandeln. Doch Vers 4:129 zeigt, dass dieses Ideal nie erreicht werden kann.

 

4:129 Ihr könnt mit den Frauen nicht gerecht sein, so sehr ihr es auch wünschen möget. Aber neigt euch nicht gänzlich einer zu, so dass ihr die andere gleichsam in der Schwebe lasst. Doch wenn ihr die Situation bessert und rechtschaffen seid, so ist Gott Allverzeihend, Barmherzig.

4:3 Und falls ihr befürchtetet, dass ihr gegenüber den Waisen nicht gerecht seid, so heiratet, was euch gut schien von den Frauen, zwei, drei oder vier gleichzeitig. Falls ihr dann befürchtetet, ungleichmäßig zu handeln, dann nur eine einzige oder eine, die unter eurem Recht steht. Das ist das Mindeste, dass ihr nicht hilfsbedürftig seid

4:127 Man ersucht dich um Auskunft über die Frauen. Sage: „Auskunft über sie gibt euch Gott und das, was euch im Buch vorgetragen wird über die Waisen der Frauen, denen ihr nicht zukommen lasst, was für sie festgeschrieben ist, und die ihr zu heiraten begehrt, ebenso den geschwächten Kindern (denen ihr ihren Anteil nicht zukommen lasst): Dass ihr für die Waisen in Gerechtigkeit einsteht. Und was ihr an Gutem tut, gewiss, so war Gott dessen wissend.“

 

Dieser Vers wurde durch die Beeinflussung der althergebrachten Lehren (Hadith und Sunna) falsch übersetzt und anstelle einer Heirat mit den verwitweten Müttern der Waisenkinder vorzusehen, eine Heirat mit den Waisenkindern erfunden und somit eine nicht im Koran vorhandene pädophile Praxis in den Koran eingebunden.

übersetzt von Kerem A.

Eine Anmerkung des Übersetzers

Der Vers 4:127 wird leider in fast allen Übersetzung falsch wiedergegeben. In 4:127 geht es nicht um die weiblichen Waisen, sondern um die Frauen, die sich um die Waisen kümmern, die im Normalfall auch ihre Mütter sind. Der Ausdruck yatāmá an-nisāʾ al-lātī (die Waisen der Frauen, die…) ist hier auf Arabisch ziemlich eindeutig, da der Begriff an-nisāʾ (die Frauen) ein weiblicher Plural ist. Ebenso bezieht sich das Relativpronomen al-lātī (diejenigen) auf Arabisch auf einen weiblichen Plural. Das Wort yatāmá (Waisen) hingegen ist auch im Plural und nach den Regeln der arabischen Grammatik mit einem männlichen Relativpronomen zu referenzieren. Einfacher gesagt: Das Wort Waisen wird auf Arabisch grammatikalisch männlich behandelt, das Bezugswort al-lātī hingegen bezieht sich auf etwas Weibliches. Demzufolge sind die Waisen ausgeschlossen.

Hierbei geht es nicht also um eine etwaige Heirat der Waisen, sondern um die Heirat mit den Frauen, die sich um die Waisen kümmern. Auf Deutsch lässt sich dies leider nicht genau wiedergeben, das denen im Satz „denen ihr nicht zukommen lasst…“  ist leider mehrdeutig. Es sind die Frauen gemeint, die in diesem Vers als „die ihr zu heiraten begehrt“ beschrieben werden. Keineswegs ist hier von irgendwelchen minderjährigen weiblichen Waisen die Rede!

Wie so viele Passagen der Lesung (arabisch: al-qurʾān) wurde der Vers 4:127 auf eine schreckliche Weise verzerrt, damit durch die traditionelle Darstellung die lüsternen Wünsche von Patriarchen befriedigt werden können. Weitere Artikel, die über Fehlübersetzungen in Bezug auf eine pervertierte, männlich dominierte Sexualität aufklären: