Definitionen Hadith & Sunna

Traditionelle Islamologie

Das Wort Sunna

Das arabische Wort Sunna (سُنَّةُ – Plural: سُنَنَ sunan) heißt wörtlich übersetzt Weg, Vorgehensweise oder Pfad. Nebst dem Quran ist die Sunna die von der Mehrheit der Muslime meistgebrauchte Quelle im Verstehen und Ausüben eines islamischen Lebens. Sie schreibt vor und verbietet, formuliert Paradigmen, und versucht festzulegen, was islamisch gesehen rechtmäßig bzw. unrechtmäßig ist. Gemäß traditioneller Islamologie solle uns die Sunna verraten, wie das Wort Gottes praktisch im Alltag umzusetzen sei. Die Gelehrten erheben mit der Sunna den Anspruch, dass sie das erkläre, was im Koran vieldeutig sei. Ebenso lassen sich ausführlichere Kommentare zu den Geschichten aus dem Koran finden.

Ein Sunnit ist meistens auch ein Anhänger einer der vier gegenseitig anerkennenden Rechtsschulen Hanafiten, Schafiiten, Hanbaliten, Malikiten, sie nennen sich meistens auch „die Leute der Sunna und der Gemeinschaft“ (arab.: ahl as-sunna wa l-dschama’a). Nebst dem Koran und der Sunna müssen sie sich theoretisch auch an die übereinstimmende Meinung (Idschma) der Rechtsgelehrten halten.

Die herkömmlich verstandene Sunna beruft sich auf Ahâdiith, arabischer Plural von Hadith (wörtlich Ausspruch), die dem Propheten Muhammad zugeschrieben werden und in etlichen Büchern festgehalten sind. Sie berichten uns in Form von Überlieferungen verschiedener Überlieferer vom Wirken des Propheten. In ihnen finden wir seine angeblichen Worte, Empfehlungen, Anweisungen, Feststellungen, Wertungen und Stellungnahmen zu verschiedenen Fragen. Es gibt auch Gott zugeschriebene Ahadith, die sogenannten hadith qudsi, und gelten als außerkoranische Offenbarungen.

Das Wort Sunna im Koran

Das von der Wurzel Siin-Nun-Nun abstammenden Wort Sunna kommt im Koran and 16 Stellen in den folgenden 11 Versen vor: 3:137, 4:26, 8:38, 15:13, 17:77 (2x), 18:55, 33:38, 33:62 (2x), 35:43 (3x), 40:85, 48:23 (2x). Bemerkenswert ist die Tatsache, dass dieses Wort im Koran nirgends in dem Sinne gebraucht wird, wie es heutzutage von der Mehrheit der Muslime wahrgenommen wird. Nie wird mit diesem Wort die „Sunna des Propheten Mohammed“ oder auch die irgendeines anderen Propheten gemeint. Im Koran wird das Wort allein dafür gebraucht, um die von Gott abstammende oder festgelegte Vorgehensweise (sunnatullah) zu kennzeichnen. Bezeichnend für diese Bedeutung ist folgender Vers:

35:43 … Erwarten sie denn (für sich) etwas anderes als die Vorgehensweise der Früheren? Du wirst in Gottes Vorgehensweise keine Änderung finden, und du wirst in Gottes Vorgehensweise keine Abwandlung finden.

Eine leicht andere Erwähnung erhält dieses Wort in Bezug auf die Vorgehensweise gegenüber den Leuten, die vor uns lebten (und damit direkt auch vor den Leuten, die vor der Offenbarungszeit des Koran lebten). Jedoch ist beim näheren Betrachten der entsprechenden Verse klar, dass damit das Verfahren Gottes gemeint ist, nach der mit den „Früheren“ verfahren wurde. Es ist also als Unterbedeutung der ersten Bedeutung zu bewerten.

Diese unmissverständliche Tatsache, dass das Wort Sunna im Koran niemals in der heute üblichen Verwendung vorkommt, sollte uns zu bedenken geben, wessen Sunna wir eigentlich folgen sollten. Wir sagen nicht umsonst la ilaha illa Allah – keine Gottheit außer Gott. Somit gibt es auch nur eine Sunna, der wir zu folgen haben: die von Gott für uns vorgesehene Lebensweise. In dem Sinne: keine Sunna außer Gottes Sunna!

Die Ahadith

Mit der Echtheit und der Kritik der Ahadith beschäftigten sich die Gelehrten in der Hadithwissenschaft, die nicht nur die Ahadith selbst, sondern auch die Biographie von Menschen überprüfte, von denen sie überliefert wurden. Die Menschen, die einen bestimmten Hadith gehört und an weiterüberliefert haben, bilden zusammen die Überliefererkette. Es gibt zwei Kategorien, nach deren Echtheit eines Hadiths eingestuft wird: dem Text (matn) und die Überliefererkette (isnad). Es kann durchaus sein, dass zwar die Überliefererkette intakt eingestuft wird, der Text dennoch nicht als echt gilt. Die drei Hauptzuordnungen sind ‚echt‘ (sahih), ’schön‘ (hasan) und ’schwach‘ (da’if). Im Internet zitierte Ahadith sind jedoch fast immer frei von diesen umgebenden Informationen, und nur die wesentlichsten Angaben werden mitgeliefert. Hier ein Beispiel:

Thaubân berichtete, Gottes Gesandter habe gesagt: „Vergleicht meine Ahadîth mit dem Buch Gottes. Wenn sie mit ihm übereinstimmen, dann habe ich diese (Ahadîth) ausgesprochen.“ (Tabarânî)

Die wichtigsten und bekanntesten Hadith-Sammlungen sind:

  1. Sahih Bukhari (Bukhari lebte von 810 bis 870)
  2. Sahih Muslim, (Muslim: 817/821-875)
  3. Abu Dawud, Sunan (Abu Dawud: 817-888)
  4. Tirmidhi, Sunan (Tirmidhi: 815-892)
  5. Nisai, Sunan (Nisai: 830-915)
  6. Ibn Madsche, Sunan (Ibn Madsche: 824-886)

Der Umfang allein dieser sechs Hadith-Bücher entsprechen etwa dreimal der von der kompletten Bibel. Nachfolgend eine beispielhaft zusammengefasste Wiedergabe  aus den Grundlagen der Hadith-Wissenschaft aus „Al-‚Aqida, Einführung in die Iman-Inhalte“ von Amir M. A. Zaidan, (ADIB-Verlag, Offenbach 1999, 2. neubearbeitete und erweiterte Auflage)

Traditionelle Islamologie von A. Zaidan

Die wissenschaftliche Vorgehensweise in der Islamologie kann folgendermaßen zusammengefasst werden:

  • Bei Überlieferungen muss die Korrektheit nachgewiesen werden.
  • Bei Behauptungen muss der Beweis erbracht werden.

1. Korrektheit einer Überlieferung

Die Richtigkeit einer Überlieferung (d. h. reine Informationsweitergabe ohne eine Wertung, Kommentierung oder Interpretation) wird bewiesen durch:

  • Nachweis der Richtigkeit des Überlieferungsweges;
  • Nachweis der Lückenlosigkeit der Tradentenkette von der Quelle bis zur schriftlichen Aufzeichnung;
  • Nachweis der Vertrauens- und Glaubwürdigkeit, der Merk- bzw. Erinnerungsfähigkeit und der kommunikativen Kompetenz aller Tradenten (Überlieferer).

Zur Überprüfung einer Überlieferung, eines Hadith [(Überlieferungen von Aussprüchen oder Handlungen des Gesandten Muhammads] haben die Hadith-Wissenschaftler verschiedene Fachgebiete entwickelt, die es ermöglichen, mit Hilfe klar definierter Kriterien die islamischen Quellen wissenschaftlich zu bewerten.

Diese Bewertungsskalen waren die objektive Entscheidungsgrundlage für das Akzeptieren bzw. das Zurückweisen einer Überlieferung als authentisch bzw. als nicht authentisch.

Historisch betrachtet war die Ausarbeitung dieser Katalogisierung aufgrund politischen Entwicklung im 3. Jahrhundert n. H. (nach der Hidschra / Auswanderung des Gesandten von Mekka nach Medina) (9. Jahrhundert n. Chr.) notwendig, nicht aber aufgrund inner-islamischer Differenzen in religiösen Fragen. Ziel dieser Katalogisierung war die Schaffung von differierenden politischen Interessen unabhängigen Klassifizierungsverfahrens, sowie eines freien Handlungsrahmens für die Islamologen.

Erwähnenswert sind folgende wissenschaftliche Disziplinen, die von den Muslimen zur (Er-)Forschung der Sunna entwickelt wurden und nur in den verschiedenen islamologischen Wissenschaftsbereichen bekannt sind und angewandt werden:

„Hadith-Definitionen“:

Überprüfung; Bewertung und Einleitung der Überlieferung in klar definierten Kategorien, z. B. „sahih“ (wörtl. Richtig bzw. gesund), „hasan“ (wörtl. Gut bzw. schön), „daif“ (wörtl. Schwach), „maudu“ (wörtl. Erfunden), usw.

„Biographien der Tradenten“:

Detaillierte Dokumentation wesentlicher Lebensdaten aller Tradenten (Frauen/Männer), z. B. Geburt, Tod, familiäres und soziales Umfeld, Charaktereigenschaft, Krankheiten, Islam- und Allgemeinbildung, Intellektuelle und praktische Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Lehrer, etc.

„Beurteilung der Tradenten“:

Überprüfung, Bewertung und Einleitung der Überlieferer in klar definierten Kategorien, z. B. vertrauenswürdig – nicht vertrauenswürdig, glaubwürdig – unglaubwürdig, zuverlässig – unzuverlässig, mit exzellentem, gutem mittelmäßigem, schlechtem Erinnerungs- bzw. Merkvermögen, kommunikative Kompetenz usw.

Bei Überlieferungen unterscheidet die Hadith-Wissenschaft nach Anzahl der Tradenten in jeder Tradentengeneration insbesondere zwischen Ahad-Überlieferungen und Mutawatir-Überlieferungen.

Ahad-Überlieferung
Ahad-Überlieferungen sind Überlieferungen, die in einer oder mehreren Tradentengeneration/en nur von einzelnen bzw. von einer kleinen Anzahl Tradenten (d. h. von einer geringeren Anzahl als bei den Mutawatir-Überlieferungen, s. u.), überliefert wurden.

Um eine Ahad-Überlieferung z. B. in der Sahih-Kategorie einordnen zu können, muss sie folgende Kriterien erfüllen:

  • Lückenlosigkeit der Tradentenkette/n von der Quelle bis zur schriftlichen Aufzeichnung.
  • Nachweis eines exzellenten Erinnerungsvermögen und der Vertrauenswürdigkeit (adalah) aller Tradenten.
  • Die Überlieferung darf kein „schudhuh“ enthalten, d. h. die Überlieferung eines vertrauenswürdigen Tradenten (thiqa) darf keine Abweichung aufweisen beim Vergleich mit Überlieferungen gleichen Inhalts von anderen höher eingestuften (d. h. vertrauenswürdigeren: authaq) Tradenten.
  • Die Überlieferung darf keine „illa“ enthalten, d. h. weder Hadith-Kette noch Hadith-Text dürfen irgendwelche versteckten Fehler bzw. Mängel enthalten, durch die ihre Eindeutigkeit und Richtigkeit beeinträchtig werden könnte.

Mutawatir-Überlieferung
Mutawatir-Überlieferungen sind Überlieferungen, die über ihre gesamte Überlieferungskette hindurch (d. h. in jeder Tradentengeneration) von einer großen Tradentenmenge überliefert wurden, deren Mitglieder eine Falschaussage nicht hätten absprechen können.

Weitergehende Detailfragen und ausführliche Erläuterungen insbesondere in Bezug auf die Größe der Tradentenmenge und weitere Kriterien der Mutawatir-Überlieferungen sind den Standardwerken der Hadith-Wissenschaften zu entnehmen.

Bezüglich der ‚Aqida werden von den Islamologen, aufgrund ihrer besonderen Bedeutung, als authentische Quellen ausschließlich Mutawatir-Überlieferungen zugelassen, weil diese nach den Regeln der Vernunft die einzigen Belege sind, die unzweifelhaft und unanfechtbar sind und somit als gewiss angenommen werden können.

Weitergehende Detailfragen und ausführliche Erläuterungen zu o. g. Kriterien sind den Standardwerken der Hadith-Wissenschaften zu entnehmen.

2. Beweis einer Behauptung/These

Zur Überprüfung der Richtigkeit und Nachvollziehbarkeit der Beweisführung einer Behauptung geht die Islamologie wie folgt vor:

  • Thesen, die einen materiellen Bezug haben, müssen durch die Empirie (d. h. durch Beobachtung, Experimente und Sinneserfahrungen) bewiesen werden.
  • Thesen, die einen abstrakten Bezug haben oder sich auf verborgene, mit den menschlichen Sinnen nicht erfassbare Dinge stützen, müssen bewiesen werden, entweder durch:
    • Nachvollziehbare, vernunftgemäße Schlussfolgerungen und/oder
    • durch Mutawatir-Überlieferungen, die ebenfalls vernunftgemäß bewiesen wurden (s. o.)“.



Kritik an den Ahadith und der traditionellen Islamologie

Ebenso in der Welt der Hadithwissenschaft gibt es Menschen, die die Schwachpunkte ebendieser aufgreifen und behandeln. Islamwissenschaftler und Orientalisten kritisieren oft den Schwerpunkt, den man in der Überprüfung eines Hadith legt. Ihrer Meinung nach wäre es sinnvoller, den matn (den Text) auf seine Echtheit zu testen, dagegen weniger die Überliefererkette.

Der renommierte und wegbereitende, ungarische Islamwissenschaftler Ignaz Goldziher (1850 – 1921) analysierte die eigentlichen Inhalte der Mitteilungen und erkannte, dass die meisten tatsächlich nicht auf den Propheten zurückzuführen sind. Vielmehr sind eine Vielzahl von ihnen nur ein Spiegel der rechtlichen und theologischen Kontroversen und Diskussionen der frühen islamischen Zeit. Nach Goldziher müsse, entgegen der Lehrmeinung der islamischen Theologen, ein Hadith grundsätzlich als nicht echt angesehen werden, um seine Reinheit schließlich zu belegen.

So schrieb auch der geschätzte Islamwissenschaftler Richard Hartmann in seiner 1944 erschienen Schrift „Die Religion des Islam“:

„… Diese hadith-Kritik schlug einen Weg ein, den man wohl als grundsätzlich richtig wird bezeichnen dürfen, der aber doch einseitig und nach unserem Urteil nicht ausreichend war. Jede vollständige Überlieferung besteht aus zwei Teilen: dem Text matn, der nach unserem Empfinden das einzig Wesentliche ist, und dem isna-d, …..“

Weiter bemerkt er:

„Die Kritik (Anm.: die Hadith-Kritik) beschränkte sich nun auf den isna-d, …“
„… Wir sehen natürlich die Einseitigkeit der Methode, die sich mit so äußerlichen Kriterien begnügt.“

Zur Kritik der Ahadith und ihrer Wissenschaft wird auf dieser Webseite noch ausführlich eingegangen.

Die erfundene Religion und die Koranische Religion – Kapitel 16: Das Konzept der Sunna

Sunna als Wort hat Bedeutungen wie Art, Methode, Weg, Verhalten, Gesetz. Es besitzt also den Bedeutungsumfang der Traditionen und Bräuche einer Gemeinschaft. Obwohl das Wort generell für die Handlungen und Aussprüche des Propheten verwendet wird, wird es im Allgemeinen dazu gebraucht, um von Gottes Weg zu sprechen.

35:43 Erwarten sie denn etwas anderes als die Art (sunna), wie mit den Früheren verfahren wurde? Aber in Gottes Vorgehen (sunnatullah) wirst du nie eine Änderung finden: und in Gottes Vorgehen (sunnatullah) wirst du nie einen Wechsel finden.

33:62 So war der Weg Gottes (sunnatullah) im Falle derer, die vordem hingingen; Und du wirst im Verfahren Gottes (sunnatullah) keine Veränderung finden.

Während das Wort ‚Sunna‘ die oben beschriebenen Bedeutungen hat, wird in der Islamischen Tradition darunter die Handlungen und Aussagen des Propheten verstanden. Es wird generell in drei Bereiche aufgeteilt: Sunna als Handlung, Sunna als Ausspruch und Sunna als stillschweigende Zustimmung. Die erste ist die Taten des Propheten, die zweite erfasst die (angeblichen) Aussagen des Propheten und die dritte ist der Bereich der vom Propheten bezeugten Handlungen, die von ihm nicht verboten wurden. Im Wesentlichen wird die hauptsächliche Bedeutung des Wortes durch das Wort ‚Hadith‘ ausgedrückt. Die Wörter Sunna und Hadith wurden in der Tat auch in der Bedeutung des anderen Wortes gebraucht.

Alles was wir über die Sunna wissen, kommt von den Hadith-Büchern. Und Ahadith beziehen sich auf die „Sunna als Ausspruch“. Sie können also das Wort Sunna mit dem Wort Hadith austauschen und werden in diesem Buch keine Änderung der kontextuellen Bedeutung feststellen können. Die Traditionalisten könnten nun mit folgender Frage konfrontiert werden: „Ihr behauptet, es gäbe Ahadith oder Sunnas, die festlegen, was gesetzlich ist oder nicht; wieso erwähnt dann der Koran nichts davon?“ In den über 6200 Versen des Koran gibt es nicht ein einziges Vorkommnis, wo die Sunna als solches angesprochen wird. Es wird klar, dass die Verwendung der Wörter Hadith und Sunna die Erfindung traditioneller Muslime war. Der Koran erklärt alles in den Einzelheiten, das für uns von essenzieller Bedeutung ist, und umfasst den ganzen Islam.

 

Arabische Bräuche als Sunna

Der größere Teil der Sunna besteht aus Aussprüchen, die fälschlicherweise dem Propheten zugeschrieben werden. Der verbleibende Teil hat mit der Religion nichts zu tun und stellt die Bräuche der Araber dar, die der Prophet auch zu praktizieren pflegte, wie zum Beispiel eine Robe mit Ärmeln und langen Schürzen zu tragen, Kürbis zu genießen und am Boden sitzend zu essen. Diese Bräuche wurden auch von Abu Dschahil, einem Feind des Propheten, praktiziert. Einige dieser Praktiken hängten von den vorherrschenden Klimaverhältnissen ab, einige von den Verkehrssitten und einige von der Vegetation der Umgebung. Eine zuzügliche Belohnung für angeblich fromme Einstellungen in solchen Handlungen zu suchen wäre den Koran mit Dingen zu erweitern, die nicht in seinem Bereich liegen. Zu sagen, dass so zu handeln, wie der Prophet angeblich gehandelt haben sollte, lobenswert und weit entfernt von Sünden sei, würde den begangenen Fehler trotzdem nicht neutralisieren. Ein weiterer Grund für solche Erfindungen ist die Unantastbarkeit der Gefährten des Propheten (sogar auch jene, die das Privileg hatten, dem Propheten nur einmal in ihrem Leben zu sehen) und die Gleichstellung ihrer Taten mit denen des Propheten. Wenn wir bedenken, dass die Fehler, die in den Interpretationen und Abweichungen gemacht wurden, dem Propheten und seinen Gefährten zugeschrieben werden, so ist das Chaos, das resultiert, unmessbar. Heutzutage wird das Wort Sunna generell als „die Wege des Propheten“ angewendet. Die Hadith-Bücher jedoch beziehen sich auf einige Sunnas aus Ortschaften wie Medina, Kufe und Basra, wo die Gefährten verweilten.

Ein Schreiber kritisiert diese Handlungen auf folgende Weise: „Ich kann keine stupidere Handlung sehen als die servile, unterwürfige Imitation vom Verhalten anderer Menschen. Ob am Boden oder am Tisch gegessen wird, das macht keinen Unterschied. Abu Lahab hätte genauso am Boden essen können. Dies ist der Brauch der Araber. Dies ist nur eine der Beispielen der äffischen Einstellung, die von Gesellschaften übernommen wurden. Wir müssen im Stande sein, die Bräuche von fremden Gesellschaften von den Vorschriften des Koran als Religion auszusortieren, die unsere Gesellschaften in den vergangenen Jahrhunderten infiltriert haben. Sofern dies nicht erreicht wurde, wird die Welt des Islam keine Ruhepause haben. Wir müssen jedoch bemerken, dass hinter solch blinder Akzeptanz von gewissen Gegebenheiten auch andere Betrachtungen liegen. Wenn beispielsweise das Wasser verschmutzt ist, kann mensch nicht klar sehen, was in den Tiefen ist. Die giftige Schlange, die dort lauert, muss verheimlicht werden, damit eine bestimmte Klasse von Opportunisten davon profitiert. Der Mensch kann sehr wohl im selben Wasser fischen ohne sich über die Existenz der giftigen Schlange in den Tiefen bewusst zu sein. Der reaktionäre, blinde Anhänger ist nicht der Hauptschuldige, wohlgemerkt! Sie sind nur der Köder an der Angel. Der Profitmacher in diesem Fach ist derjenige, der die Religion als Handelsanlage sieht. Die Hauptschuldigen sind die internationalen, dem Islam feindseligen Zentren. Der beste Weg den Islam vom Status zu entfernen würde bedeuten, ihm einen ungehörigen Aspekt zu verschaffen. Und Bigotterie passt am besten zum Weg, den Islam zu verunglimpfen. Umsonst schreien wir Zeter und Mordio, um nicht in diese Falle zu geraten. Sie achten nicht auf unsere Warnungen und sinken tiefer und tiefer in die Marsch.“

 

Die Abschiedspredigt

Die erfundene Religion dient den Atheisten besser. In dem die Religion einen Aspekt des Chaos erhält, meiden die Massen die Religion und sie darüber erfreut. Das Hauptziel dieses Buches war die Aufmerksamkeit dieser Leute auf die Koranische Religion zu ziehen und zu versuchen, alle fremden Elemente, die durch die Jahrhunderte hindurch eingeführt wurden unter der Verkleidung der Ahadith. Unter diesen Ahadith ist die Abschiedspredigt des Propheten der bestbekannte. Jedoch wurde die Rede in verschiedenen Versionen überliefert. Wenn eine Predigt, die von Hunderten Leuten besucht wird, verschieden berichtet wird, so ist die Authentizität aller anderen Ahadith berechtigterweise suspekt.

  1. Ich vertraue euch etwas an: Es ist das Buch Gottes; es ist Gottes Seil, das auf die Erde hinuntergestreckt ist. Haltet daran fest und ihr werdet nie abweichen.
  2. Ich vertraue euch zwei Dinge an: Gottes Buch und meine Sunna.
  3. Ich vertraue euch zwei Dinge an: Gottes Buch und meine Hausgemeinschaft.

Zwei dieser drei Ahadith sind vorgeblich nicht authentisch. Die Sunniten erkennen die Authentizität des zweiten, die Schiiten die des dritten an. Es ist die erste, die höchstwahrscheinlich die authentischste ist, hinsichtlich der Bedeutung. Der einzige Islam ist der Koranische Islam, wie wir nie müde wurden, dies zu wiederholen. Wir müssen im Koran nicht nach einer Religion unserer Vorstellung suchen. Wieso existiert dieses Anliegen für eine Religion, die Gott nicht offenbart hat? Seien wir keine Sklaven unserer Bräuchen und Traditionen. Seien wir fern von Scheichs und der Leidenschaft, ein Jünger eines Scheichs zu sein.

 

Der Koran enthält ebenso die Sunna

Wir lehnen es nicht ab, dass wir gemäß der Sunna zu handeln haben. Aber diese Sunna (die Handlungen und die Lebensweise des Propheten) ist, was im Koran beschrieben wurde. Die Tatsache, dass der Prophet ein Gesandter Gottes war, dass er persönlich keine Religion erfand, dass er es beibehielt, den Gläubigen nur die wahre Religion zu predigen, die er erhalten hatte, dass seine Sitten makellos waren, dass er von andächtigem Charakter war und dass er sich für die Sache des Islam bemüht hat; all dies steht im Koran. Alle moralischen Prinzipien, die im Koran gepredigt werden, sind auch diejenigen des Propheten selbst. Kontaktgebet, Fasten, Großzügigkeit, unaufhörliches Rezitieren des Namen Gottes, Nachsinnen über die Schöpfung, Danksagungen, Freimütigkeit, Geduld, Auszug wenn nötig, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Mut, Liebe und Respekt für Gott gehören zu den Sunna des Propheten. All diese Werte werden im Koran erwähnt. Einen Bart wachsen zu lassen, eine Robe zu tragen, Kleiderfarben zu diskriminieren, Essen auszuwählen, arabischen Bräuchen zu folgen, persönliche Abneigungen und Vorlieben zu beschreiben, die nicht mit der Religion zu tun haben, sind nicht im Bereich des Koran; sie sind die Konsequenz arabischen Rassismus, die in die Köpfe der gläubigen Menschen gelegt wird.

6:115 Und das Wort deines Herrn ist in Wahrheit und Gerechtigkeit vollständig. Keiner vermag Seine Worte zu ändern, und Er ist der Allhörende, der Allwissende.

Die erfundene Religion und die Koranische Religion – Kapitel 4: Ahadith & Sunna

In Kapitel 2 dieses Buches sahen wir, dass der Koran eine selbstgenügende Quelle für den Islam ist und dass er keine weitere Quelle benötigt. In diesem Kapitel werden wir die Art und Weise behandeln, wie die Ahadith gesammelt und zusammengestellt wurden. Die Ahadith wurden nicht vom Propheten diktiert und waren nicht beabsichtigt, in einer Buchform untergebracht zu werden. Folglich können sie nicht ein Begleitband zum Koran darstellen. Wir verweisen Sie zu den Kapiteln 6, 7 und 8, um die Widersprüchlichkeit und Unlogik der Ahadith zu zeigen.

Die wörtliche Bedeutung von Hadith ist ‚Wort‘. Es bedeutet im Allgemeinen primär eine Kommunikation oder Erzählung, ob religiös betrachtet oder nicht, und hat eine teilweise Bedeutung von Aufzeichnungen von Handlungen oder Aussagen des Propheten und seiner Gefährten; während das Wort Sunna ‚befolgter Weg, beschrittener Pfad, Brauch‘ bedeutet. Gemäß der gewöhnlichen Erläuterung umfasst die Sunna Mohammeds seine Taten und Aussprüchen, sowie auch seine unausgesprochene Zustimmung. (Für die Verwendung des Sunnakonzeptes verweisen wir Sie auf Kapitel 16.) Die Sunna, auf die sich der Koran bezieht, wird in diesem Kapitel ebenfalls behandelt. Die Wörter Hadith und Sunna werden in fast allen Publizierungen oft abwechselnd verwendet, da Verhaltensmuster in Wörtern ausgedrückt werden. Beispielsweise erklärt Dr. Subbi es Salih von der libanesischen Universität dies auf die folgende Weise: „Die Traditionsexperten haben anerkannt, dass Hadith und Sunna in den Büchern abwechselnd gebraucht worden sind. Beide Konzepte beziehen sich auf ein Wort, eine Handlung, eine Aussage oder auf eine Eigenschaft des Propheten“ Dies ist ebenso im vorliegenden Buch anwendbar.

Wir schlagen vor, zurück zu den Tagen des Propheten zu gehen, bevor wir beginnen, die Ahadith zu untersuchen und zu unserer Zeit zurückzukehren. Die Hadith-Gelehrten geben selbst zu, dass der Prophet es nicht erlaubte, dass seine Aussprüche niedergeschrieben wurden. Zwei autoritative Bücher über Hadith, Muslim und Musnad von Ibni Hanbal, Gründer der religiösen Sekte Hanbali, beinhalten folgende Bemerkung: „Schreibt nichts nieder außer die offenbarten Verse. Jeder, der irgendetwas von meinen Aussprüchen geschrieben hat, soll sie vernichten.“ (Muslim, Sahih-i Muslim Kitab-i Zuhd, Hanbal, Musnad). Der Hadith, der von Darimi zitiert wird, lautet wie folgt: „Die Gefährten des Propheten fragten ihn um die Erlaubnis der Niederschrift seiner Ahadith. Sie wurde nicht erteilt.“ (Darimi, es-Sunan). Der von Al Hatib überlieferte Hadith lautet wie folgt: „Während wir in der Vervielfältigung der Ahadith vertieft waren, kam der Prophet und fragte uns, was wir täten. Wir kopieren deine Ahadith, antworteten wir. Ist eure Absicht ein anderes Buch als Gottes Buch zu schreiben? Die vor euch vergangenen Menschen kamen vom geraden Weg ab, weil sie es wagten, andere Bücher als Gottes Buch zu schreiben.“ (Al Hatib, Takyid). Und Tirmidhi hatte folgendes zu sagen: „Wir baten um Erlaubnis um die Ahadith des Gesandten Gottes kopieren zu können, aber er lehnte es ab, sie zu erteilen“ (Tirmidhi, es-Sunan, K. Ilm).

In Hadith-Büchern und in Büchern, die behaupten, die Quelle der etablierten Religion zu sein, wird es ausdrücklich anerkannt, dass der Prophet es verboten hatte, seine Aussprüche zu kopieren und der Grund sei die Verhinderung der Vermischung der eigenen Ahadith mit den Versen des Korans. Gemäß den Traditionalisten sollten die Ahadith genauso viel Autorität besitzen wie der Koran; sie werden wie eine Religionsquelle gleich wie der Koran behandelt. Wenn dem wirklich so wäre, wieso kommt es dann, dass der Prophet die Vervielfältigung seiner Ahadith verbat? Wieso tolerierte er Zwischenräume, die wahrscheinlich in der offenbarten Religion auftauchten, die Verfälschung seiner Aussprüche während des Prozesses ihrer Niederschrift oder die Auslassung seiner Worte? Der Koran spricht vom Kopieren mit der Verwendung des Schreibstiftes, vom Niederschreiben des Testamentes auf Papier und den verschuldeten Verbindlichkeiten. Wenn dies der Fall wäre, ist es dann möglich, dass der Prophet die Niederschrift seiner Aussprüche verbieten sollte, wenn sie als eine weitere Quelle des Islam betrachtet werden? Hätte er die Vervielfältigung einer Religionsquelle durchgeforstet, wäre er nicht behilflich gewesen, den Islam unvollständig zu hinterlassen? Wie wir in den bevorstehenden Seiten sehen werden, ist die Anzahl der erfundenen Überlieferungen beträchtlich. Bildeten die Ahadith eine weitere Quelle des Islam, würde der Prophet sie sicherlich diktiert haben und sparte die Einschübe an unzähligen Aussprüchen, die angeblich von ihm geäußert worden seien. Was die Quelle des Islam angeht, so wissen wir sehr wohl, dass der Koran selbstgenügsam ist. Die erste Person, die sich dieser Tatsache bewusst war, war der Prophet selber. Überlieferungen auf Papier zu bringen war von seinem Wunsch weit entfernt. Der Prophet, der in jeder Hinsicht sehr bedachtsam war, hatte die Vervielfältigung seiner Aussprüche verboten, da er wusste, dass der menschliche Charakter dazu geneigt war, die Propheten zu idolisieren und Uneinigkeit zu säen. Heute sind wir erneut in einer Position, in der wir die Vorsorge des Propheten schätzen können. Eben jene Tatsache, dass er die Übermittlung seiner Aussprüche verbieten ließ, ist genug um diejenigen zu überzeugen, die behutsam sind.

Vielheit der Ahadith

Ahmed Emin zeichnet folgendes Bild, um die Entstellung der übermittelten Überlieferungen zu repräsentieren: „Müssten wir eine darlegende Veranschaulichung der Ahadith machen, so wären wir mit einer Pyramide konfrontiert, während die Spitze den Zeitraum des Gesandten Gottes illustriert. Wenn wir hinuntergehen, bemerken wir die allmähliche Expansion in Richtung Grund. Jedoch hätte das Ideal genau das Gegenteil sein sollen; denn die Gefährten des Propheten wussten am besten, was der Prophet äußerte. Da sie dahingingen, stieg die Anzahl derjenigen, die die Worte wussten, die der Prophet äußerte, und die Pyramide würde seine Position ändern und auf dem Kopf stehen. Jedoch bemerken wir, dass die Anzahl an Ahadith unter den Umayyaden sogar höher war, als zu Lebzeiten des Propheten“ (Ahmed Emin, Duhaul Islam). Gemäß einigen Gelehrten gibt es über zwei Millionen Ahadith. Zwei der verlässlichsten Hadith-Bücher sind jene von Bukhary und von Muslim. Die Ahadith, die im ersteren enthalten sind, sollen aus über 600’000 ausgewählt worden sein, während die Zahl beim letzteren 300’000 beträgt. Derjenige von Dawud enthält Ahadith aus über 500’000, derjenige von Malik Muwatta, Gründer einer religiösen Sekte, enthält selektierte Ahadith aus über 100’000 und derjenige von Musnad enthält Ahadith aus über 750’000. Mit der Tatsache, dass die Prophetenschaft des Propheten für ungefähr 23 Jahre lang andauerte, wären die Anzahl an Tagen, die er als Prophet verbracht hatte, 23 x 365 = 8395. Wenn zwei Millionen die repräsentierende Gesamtanzahl an Ahadith darstellt, so wären dies 200 Ahadith pro Tag. Das zu erhaltende Ergebnis nach 200 Jahren nach dem Tod des Propheten würde unfassbar irreführend werden. Es wird behauptet, dass die Hadith-Autoren sie auswendig zu wissen pflegten, und dass sie von jenen gewählt hätten, die ihnen am zuverlässigsten erschien. Um die exakte Anzahl an Ahadith klarzustellen, die jemand auf Lager hatte, hätte er sie irgendwo niederschrieben müssen, um sie zu zählen; während niemand möglicherweise behaupten kann, dass er in seinem Repertoire 600’000 Ahadith habe.

Wären die Ahadith eine Quelle des Islam, so wäre die Religion unvollständig

Angenommen die Behauptung sei beispielsweise zugelassen, dann wäre die Situation nur noch fürchterlicher. Muslim gibt an, dass er in seinem Buch nicht alle Ahadith, die vermutlich authentisch sind, aufgenommen hat. Gemäß seinem Argument sind die Ahadith eine Quelle des Islam; Jedoch lässt er einige aus, obwohl sie als echt anerkannt werden. Gemäß dieser Logik wäre der Islam durchlöchert mit Lücken. In Anbetracht, dass wir nicht sicher sein können, ob ein von Muslim ausgelassener Hadith auch nicht von einem anderen Sammler ausgelassen wurde, erweist sich diese Darstellung der traditionalistischen Logik selbst als unvollständig. Bukhary, der verkündet hat, dass die Ahadith eine Quelle des Islam seien, sammelte in seinem Buch nur 6000-7000 Ahadith, obwohl er 600’000 in seinem Repertoire hatte, das heißt 1%. Der Rest, 99% des Gesamten, erhielt keine Anerkennung, entweder weil er sie nicht für vertrauenswürdig oder irrelevant befunden hat. Wären die Ahadith eine Quelle des Islam, so wären wir auf die Gnade von Bukhary und Muslim und ihren Selektionsfähigkeiten angewiesen. Wären die Ahadith brauchbar gewesen (angenommen, die ausgelassenen 99% beinhalteten nichts Essenzielles), so müsste die Denkhaltung derjenigen, die die Ahadith als Quelle des Islam anerkennen, die Tatsache zugeben, dass der Islam unwiederbringlich in vieler Hinsicht Mängel aufweist. Angesichts der Tatsache, dass Bukhary nicht mehr lebt und dass niemand behauptet, er habe die angeblichen 99% der Ahadith bei sich, die Bukhary angab in seinem Repertoire zu besitzen, die er nicht auf Papier brachte oder durch andere Mittel übermittelte, sind wir als Anhänger einer lückenhaften Religion anzusehen.

Versuchen wir eine Einschätzung der 600’000 Ahadith in Bukharys Bündel. Nehmen wir an, dass Bukhary in seinem Leben nichts zu tun hatte, als sich mit Ahadith zu beschäftigen; dass er nicht schlief, dass jeder der Ahadith authentisch war und dass er zwei Stunden damit verbrachte, die Authentizität eines bestimmten Hadiths zu bestimmen, in dem er die Verlässlichkeit der Überliefererkette testete. Der behandelte Zeitraum entspräche 130 Jahren! Wenn wir bedenken, dass die Authentizität eines gegeben Hadiths durch eine mehrtägige Reise sichergestellt werden kann, so würde der Test, den Bukhary auszuführen hatte, Tausende Jahre erfordern. Kurz gesagt können wir wohlbehalten annehmen, dass Bukharys Authentizitätstesten der Ahadith und ihre Anordnung unlogisch ist.

Der Koran ist ein sichergestellter Text. Dasselbe können wir nicht für die Ahadith sagen. Es gibt keine Grenze für unbestätigte Berichte. Da kein sichergestellter Text existierte, war die Sammlung der Ahadith dazu verpflichtet, mit fremden Elementen vermischt zu werden. Wir müssen Gott dankbar sein, Der uns nicht in eine Position stellte, in der wir eine weitere Quelle nebst dem Koran benötigen. Und Dank sei Ihm sind wir nun die Anhänger einer perfekten Religion. Wir müssen jegliche, dem Islam fremde Elemente von uns ablegen, die Ahadith loswerden, die Uneinigkeit säen und auch von Ahadith, die unberechtigt dem Propheten zugeschrieben werden, die dem Koran gegenüber Überlegenheit beanspruchen und die vom Koran, dem vollkommen vollendeten Werk, mit einem erhellenden Licht beleuchtet werden.

Wie nahmen die Ahadith, deren Niederschrift vom Propheten verboten wurde, die Gestalt von Büchern an?

Die Einstellung des Propheten gegenüber der Niederschrift seiner Aussprüche wurde ebenso von den Vier Kalifen (Abu Bakr, Omar, Osman und Ali) übernommen, die ihm nachfolgten. Wir werden in Kapitel 11 sehen, wie die Kalifen einen Bann über die Niederschrift der Ahadith legten und die bereits zu Papier gebrachten verbrannten. Auf den ersten Blick ist nichts Überraschendes an der Tatsache, dass diejenigen, die die Ereignisse zu Lebzeiten Mohammeds bezeugten, einander das erzählten, was sie gehört und gesehen hatten. Die Tatsachen, dass die Gefährten des Propheten Menschen ins Kreuzverhör nahmen, die behaupteten, sie haben gehört, dass der Prophet dies und das gesagt hat, und sie verpflichtet waren, einen Zeugen hervorzubringen, und das Verbieten, die Aussprüche der Propheten während Unterhaltungen, bei denen er zugegen war, zu Papier zu bringen, sind Beweise, die zeigen, dass die Vorsicht des Propheten auch von seinen Folgern beibehalten wurde. Die Vier Kalifen folgten diesem Beispiel und verbaten die Niederschrift der Ahadith trotz der Tatsache, dass sie selbst viele der Aussprüche des Propheten wussten, im Gefolge seines Dahingehens. Wenn jemand das Gegenteil behaupten will, dann soll er doch eine Sammlung hervorbringen, die aus diesem Zeitraum entstammt?

Harevi sagte: „Weder die Gefährten des Propheten noch die Folger zum Zeitpunkt jener, die nach dem Tode des Propheten Mohammed lebten und sich zumindest mit einem seiner Gefährten unterhielten, schrieben etwas von seinen Aussprüchen nieder. Sie übermittelten sie nur in mündlicher Form. Es gibt keine Ausnahme, außer in ein oder zwei Fällen. Verängstigt, dass sie in Vergessenheit gerieten, wollte Omar bin Abdulaziz, in einem Brief an Abu Bakr al-Hazm adressiert, von Abu Bakr al-Hazm, dass er versuchen sollte, die Überlieferungen zu recherchieren und sie zu kopieren“. Der Kalif Yazid bin Abdulmalik, der ihm nach dessen Tod nachfolgte, entließ Abu Bakr al-Hazim und seine Kollaboratoren von dieser Aufgabe nach dem Tod von Omar bin Abdulaziz. Danach wird Kalif Hischam als der Erste angenommen, der Ahadith von Ez-Zurhi sammelte. Mahmud Abu Rayye, der diese Entwicklungen in den Einzelheiten berichtet, erwähnt den bemühten Druck: „Az Zuhri sagte: Die Tabiyyun (jene, die nach dem Tode Mohammeds lebten aber sich mindestens mit einem seiner Gefährten unterhielten), die die Aufgabe erhielten, die Ahadith zu sammeln, nahmen sie unter Zwang an. Die Tatsache, dass die Gefährten des Propheten solch eine Aufgabe nicht unternahmen, schüchterte sie ein. ‚Wir fühlten uns unwohl, da wir die Überlieferungen zu Papier brachten, doch die Verwaltungsmänner zwangen uns dazu.'“ (Mahmut Abu Rayye, Clarification of Sunna). Ghazzali sagte, dass die zweite Generation nach Mohammed misstrauisch auf die Niederschrift der Ahadith schaute, bloß ihre Erinnerung anratend (Ghazzali, Iha-yi Ulum-iddin). Die erste Zeitspanne, in der die Ahadith individuell untersucht wurden, war gleichzeitig die Zeit der Abbasiden. Diese Untersuchung namens „Muwatta“, die gegen das Ende des zweiten Jahrhunderts nach Hidschra zur Verfügung gestellt wurde, gehört Maliki, dem Gründer der religiösen Sekte ‚Maliki‘. Ibn Ferhun sagt in seinem Buch „Ed dibae al Muzahhab“, dass Malik einige Zehntausende Ahadith gesammelt habe, die er auf einer jährlichen Basis revidierte. Die wenigen, übriggebliebenen Ahadith hätte er, falls er noch einige Jahre weitergelebt hätte, restlos verworfen. Musnad, das Werk von Ibn Hanbal, Gründer der religiösen Sekte ‚Hanbal‘, ist der Nächste: Im Werk Hanbals, der 241 nach Hidschra starb, beobachten wir Aufnahmen von vielen Aussprüchen ohne eine seriöse Herangehensweise und ohne die echten Überlieferungen von den unechten zu unterscheiden, die zu seiner Zeit die anhaltenden Gerüchte waren.

Bis zum Erscheinen Bukhary wurde keine Mühe gescheut, um die Überlieferung zu sieben und sie gemäß ihrem Authentizitätsgrad zu klassifizieren. Es war Bukhary, der als Erster die Klassifizierung der Ahadith gemäß ihrem Authentizitätsgrad einführte. Jedoch scheiterte diese Untersuchung daran, erfüllt zu werden. Die Todesdaten der berühmten Hadith-Forscher sind die folgenden (n.H. = nach Hidschra): Bukhary, 256 n.H.; Muslim, 261 n.H.; Ibn Madsche, 273 n.H.; Abu Dawud, 275 n.H.; Tirmidhi, 279 n.H.; Nesai, 303 n.H.; Die Schiiten haben eine unterschiedliche Sammlung. Die Sunniten und Schiiten widerlegen jeweils die Sammlung des Anderen. Die Entstehung der Bücher der gesammelten Aussprüche Mohammeds ist gemäß den Schiiten später erfolgt. Die Todesdaten der berühmten Hadith-Forscher sind die folgenden: Kulani, 329 n.H.; Babuvay, 381 n.H.; Jafar Muhammad Tusi, 411 n.H.; Al Murtaza, 436 n.H.

Wenn eine gegebene Aussage von Mahmud II, Osmanischer Sultan, nicht in einem Geschichtsbuch aufgezeichnet worden und zu uns durch Hörensagen gelangt wäre, wie sehr könnten wir uns auf seine Authentizität berufen? Wer würde sich darauf beziehen, es sei eine authentische Aussage des Sultans, und behaupten, dass die Worte durch eine direkte Linie in der Kette überliefert worden ist? Die Zeit, die seit dem Tod von Mahmut II im Jahre 1839 n. Chr. bis jetzt verging, ist viel kürzer als der Zeitraum vom Tod Mohammeds bis zur ersten in Buchform erschienen Hadith-Sammlung. Die vergangene Zeit zwischen dem Todesdatum des Propheten und einigen berühmten Hadith-Büchern war doppelt so lang wie dieses Zeitintervall. Aus Gründen, die wir im 5. Kapitel erwähnen werden, wurden zur Zeit berühmter Hadith-Übermittler bereits Zehntausende von Ahadith auf eine Weise zusammengebraut, so dass das Aussieben unmöglich war. Die Tatsache, dass diese Sammlungen unzählige widersprüchliche Überlieferungen enthalten, die dem Koran, der Logik und anderen Ahadith widersprechen, zeigt erneut die verhängnisvolle Methode, die sie gebrauchten und ebenso die katastrophalen Ergebnisse, wenn nach einer anderen Quelle als dem Koran gefragt wird. Das Gleichnis mit der Pyramide, das wir oben erwähnten, wurde bereits durch die Pseudo-Ahadith aufgebläht. Statt dem Pfad des Propheten und der Kalifen zu folgen und Einwände gegen die Niederschrift der Ahadith zu erheben, brachten sie unzählige Ahadith zu Papier, deren Autorschaft sie fälschlicherweise dem Propheten zuschrieben und fügten der Welt des Islam großen Schaden zu mit beleidigenden und schmähenden Aussagen, im Namen des und aus Liebe zum Propheten. Der Vorwand der Christen, die Christus vergöttert haben, war die Liebe, die sie für ihn hatten. Jedoch können weder die überzeugenden Argumente der Hadith-Übermittler noch die vermutlichen Gründe der Christen ihre Ziele rechtfertigen.

Sind die Gefährten des Propheten frei von Fehlern?

Das Wort Sahaba wird für alle Muslime gebraucht, die das Privileg hatten, den Prophet zu sehen, wenn auch nur von der Ferne. Diese Definition von Bukhary erhielt allgemeine Akzeptanz. In den berühmten Hadith-Sammlungen wurden die Ehrlichkeit, die Verlässlichkeit des Gedächtnisses und der Glaube der Menschen überprüft, die behaupteten, einen gewissen Ausspruch Mohammeds gehört zu haben, um die Wahrhaftigkeit einer Behauptung zu überprüfen oder die Zeugenaussage abzulehnen. Jedoch würde die Lebenszeit von niemandem ausreichen, um bis zum dritten Jahrhundert n. H. die Ehrlichkeit und Verlässlichkeit des Gedächtnisses zu untersuchen und andere Qualifikationen der Überlieferer zu überprüfen.

Abu Schame sagte: „Ansichten über Übermittler der Ahadith zeigen eine große Mannigfaltigkeit; während ein bestimmter Übermittler unter einigen der verlässlichste ist, wird er von anderen zu dem am meisten bestätigten Lügner erklärt.“ Beispielsweise könnte er ein vertrauenswürdiger Übermittler für Ikrim und Bukhary sein, aber ein Eidbrecher für Muslim. Dieses Beispiel kann vervielfacht werden. Unter diesen mag das auffallendste Beispiel Bukharys sein, der es ablehnte, auch nur einen einzigen Hadith von Abu Hanifa in seine Sammlung aufzunehmen, weil Abu Hanifa für ihn als einer der unzuverlässigsten Übermittler zu sehen war. Der Gründer der vordersten repräsentativen und verehrten Gestalten des traditionellen Islams wird der unzuverlässigste gemäß dem berühmtesten Hadith-Sammler. Die kontroversen Themen über die Hadith-Sammler und ihre widersprüchlichen Darstellungen sind mindestens genauso viele wie die Widersprüche unter den Ahadith. Wir unterlassen es die Einzelheiten zu vertiefen, weil es unbrauchbar ist und ermüdend sein könnte.

All diese Ahadith wurden zuerst den Gefährten des Propheten zugeschrieben, der letzten Verbindungsstelle in der Informationskette, um sie schließlich auf den Propheten zurückzuführen. Menschen, die den Gefährten nachkamen, wurden ebenfalls zu Zankäpfeln, obwohl sie letztendlich verhört wurden. Nirgends im Koran entdecken wir eine Passage, die besagt, dass jede Person, die den Propheten gesehen hat, eine zuverlässige Person sei. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall; Viele derjenigen, die anerkannt waren, bestätigte Muslime zu sein, wurden getadelt. Der Koran sagt auch aus, dass die Heuchler die Gemeinschaft der wahren Gläubigen infiltriert hatten. Es wird sogar ausgesagt, dass nicht einmal der Prophet alle Betrüger kannte (vgl. 9:101). Wir können uns nicht vorstellen, wie sie dann die Hadith-Imame unterschieden haben könnten, angesichts der Tatsache, dass nicht einmal der Prophet sie unterscheiden konnte. Wie können sie dann sicher darüber sein, dass das, was sie als zuverlässig akzeptierten, in Wirklichkeit nicht vertrauensunwürdig war? Kann jemand behaupten, dass diese Leute 200 Jahre nach dem Tode des Propheten wussten, was der Prophet nicht wusste? Die Streitfälle und Beschuldigungen der Treulosigkeit unter einigen der Gefährten sind Beweise, dass die selbst ernannten Gefährten auch überhaupt nicht vertrauenswürdig gewesen sein könnten. Die Denkart, welche die Tatsache voraussetzt, dass ein Gefährte Ipso facto als eine zuverlässige Quelle gilt, ist dazu verpflichtet auf Abwege zu geraten. Wie G.H.A. Juynboll angedeutet hat würde, wenn die Annahme, dass die Gefährten vertrauenswürdige Personen sind, hinterfragt wird, die Logik hinter der Hadith-Struktur in Schwierigkeiten geraten. Wir werden dieses Thema behandeln, wenn wir den Fall der Hadith-Erfinder aufgreifen.

Bedeutung & Methode der Hadith-Übermittlung

Die Unzuverlässigkeit der übermittelten Ahadith kann an Hand eines Kinderspiels dargestellt werden. Vorausgesetzt ein Satz aus zehn Wörtern soll von einem Ohr zum Nächsten über eine Kette von zehn Schulkindern übermittelt werden. Wir versuchen das Ergebnis zu bewerten, ob die anfänglichen, ausgesprochenen Worte im ersten Ohr exakt dieselben sind, die vom Zehnten in der Kette gemeldet werden. Die Übermittlung der Ahadith fand während einem Zeitraum von 200 Jahren statt und die Mitteilung erfolgte über Hügel und Tal durch Hörensagen. Obwohl wir bei den Gründen der Hadith-Erfindungen ein Auge zugedrückt hatten und annahmen, dass die Kette perfekt gewesen und der Wille der Übermittler aufrichtig war, würde das Ergebnis immer noch zweifelhaft erscheinen.

Eine große Mehrheit der Öffentlichkeit, unwissend über den Stand der Dinge, glaubt, dass die Ahadith unverfälschte Aussagen Mohammeds sind, die von ihm geäußert wurden. Sogar die Hadith-Übermittler sind sich darüber ungewiss. Eine große Anzahl an Sammlern und Bukhary selbst sind der Meinung, dass es genug sei, die Bedeutung eines übermittelten Hadiths zu erhalten, statt sie wortwörtlich im Gedächtnis zu halten. Dies führte zu Einschüben persönlicher Meinungen in die übermittelten Aussprüche Mohammeds; die Meinungen jener, die sich ihre Unfähigkeit sie zu verstehen nicht zugestehen wollen. Angesichts der Tatsache, dass nicht jeder Übermittler ein unfehlbares Gedächtnis hatte und nicht im Stande war, alles Übermittelte in seinem Gedächtnis einzupflanzen, hatte er sich mit dem Hängengebliebenen zu begnügen, wodurch verschiedene semantische Gesichtspunkte entstanden. Trotzdem hielten Bukhary und ebenso Abu Hanifa und Schafi, Häupter zweier führender, religiöser Sekten, die semantische Betrachtung und das Hörensagen für genügende Beweise in ihrer Bewertung der wahren Bedeutung eines Hadiths.

Es wird im Allgemeinen von den Hadith-Übermittlern akzeptiert, dass die größte Versammlung, die vom Propheten in seinem Leben angesprochen wurde, seine Abschiedspredigt war, und es wird geschätzt, dass mehr als 100’000 Menschen es bezeugt hätten. Und doch erschien die Predigt, die von mehr als 100’000 Zeugen miterlebt wurde, verschieden in den geschriebenen Texten gemäß den Berichterstattern; Dies mag die Hervorbringung von vielfältigen, konfliktreichen Interpretationen und Varianten in den Ahadith demonstrieren, von denen jede (angeblich) direkt vom Propheten stammen soll.

Es wurde behauptet, dass nicht die wortwörtliche Wiedergabe eines Hadiths, sondern seine Bedeutung übermittelt werden könnte; jedoch wären die Interpretationen eben dazu verdammt gewesen, wenn etwas in einem Satz ausgelassen wurde, von dem behauptet wird, es sei vom Propheten geäußert worden. Als Aischa, die Frau des Propheten, von Abu Huraira folgende Worte hörte, die er dem Propheten zujubelte: „Haus, Frau und Pferd können schlechtes Glück bringen“ sagte sie: „Ich schwöre beim Allmächtigen Gott, dass der Prophet so etwas nicht äußerte!“ Diese Überzeugung war im prä-Islamischen, arabischen Heidentum weit verbreitet, hatte aber einen unterschiedlichen Wortlaut: „Wenn es schlechtes Glück gibt, so muss zuerst in der Ehefrau, dem Pferd oder im Haus danach gesucht werden.“ Wie gesehen werden kann, mag dieser, Aischa zugeschriebener Ausspruch gemäß seinem Wortlaut und Kontext verschieden interpretiert werden.

All diese Betrachtungen spielten in den provozierten Kontroversen unter den Hadith-Übermittlern eine Rolle. Viele von Muslim berichtete Ahadith waren gemäß Bukhary unbegründet und ebenso umgekehrt, während unter den von den Gründern der vier orthodoxen, religiösen Sekten übermittelten Ahadith keine Unterscheidung bezüglich dem Authentizitätsgrad gemacht wurde. Die vier Imame gründeten ihre Sekten, die Kriterien der Kutub-i Sitte Autoren (6 renommierte Hadith-Bücher) missachtend. Unter diesen gab Abu Hanifa, der Gründer der bekanntesten der vier Sekten, blind gegenüber seinem schwachen Hadith-Wissen und seinem Umgehen der Ahadith, seinen eigenen Ansichten Überlegenheit, wofür er von den Imamen verurteilt und von Bukhary als eine unzuverlässige Person beschrieben wurde.

Überliefererkette der Ahadith

Wir sahen, dass die Gefährten des Propheten als unfehlbar gelten und dass sie ohne Unterscheidungen als ehrliche Menschen beurteilt wurden, würdig beim Wort genommen zu werden. Als die Hadith-Bücher zu Papier gebracht wurden, war weder ein Gefährte des Propheten noch jemand, der irgendjemanden seiner Gefährten gesehen hatte, am Leben. Vom Zeit des Propheten bis zu den Niederschriften der Ahadith vergingen sechs oder sieben Generationen, so dass der Übermittler des Hadith sechs oder sieben Generationen zurückgehen musste. Bukhary war die erste Person, die diese Aufgabe systematisch aufnahm, und die Ahadith wurden übermittelt, ohne den Ursprung zu einer bestimmten Person zu verfolgen. Angesichts dessen, dass Bukhary in den 200ern n. H. lebte, ist das im Gedächtnis halten der Übermittlerkette der Überlieferungen ohne ein vorgewähltes System unlogisch. Kasim Ahmad, der die Übermittlung der Ahadith kritisierte, zitiert in seinem Buch „Hadith und Islam“ die folgenden Namen:

  1. Der Prophet
  2. Omar Ibn Hattab
  3. Ibn Vakkas
  4. Ibn Ibrahim at Taimi
  5. Yahya Ibn- Said al Ansari
  6. Sufyan
  7. Abdullah Ibn Zubeyr
  8. Bukhary
  1. Der Prophet
  2. Aischa
  3. Urvan Ibn Zubayr
  4. Ibn Schiab
  5. Ukail
  6. Al Baith
  7. Yahya Ibn Bukhair
  8. Bukhary

Als begonnen wurde, die Ahadith zu übermitteln, war sogar die Verbindungsstelle, die derjenigen Verbindungsstelle nachfolgte, die der Generation nach Mohammed folgte, vergangen. In anderen Wörtern waren die Personen bereits gestorben, die die Verlässlichkeit der Übermittler überprüfen könnten. Angenommen, wenn auch unlogisch, dass alle Gefährten in der Tat vertrauenswürdig waren, dass eine gute Anzahl an Leuten von der Generation, die den Gefährten folgten, gestorben waren, als die Niederschrift der Ahadith begann, wäre die Überprüfung ihrer Zuverlässigkeit immer noch unmöglich. Deswegen sind die Kriterien, welche die Übermittler übernommen hatten, unbegründet und vergebens.

Andererseits ist es ebenfalls unmöglich die Zuverlässigkeit derjenigen zu überprüfen, die zu dieser Zeit lebten. Denn die Muslime waren während der Niederschrift der Ahadith über eine ausgedehnte Landschaft zerstreut. Es war nicht praktisch für die Schreiber, die letzte Verbindungsstelle der Übermittler mit einem Kamel zu erreichen. Darüber hinaus könnte mensch sich nie sicher sein, dass jene, die sie erreicht haben, zuverlässig waren. Ein kurzer Besuch und eine Befragung würde nicht ausreichen, um den Charakter eines Menschen aufzudecken. Wie kann ein Phänomen wie die Religion, die auf gesunden Prinzipien aufbauen muss, auf solch subjektiven Kriterien aufgebaut werden?

Wir sehen in den Hadith-Imame der sektiererischen Mentalität die Supermans Tracht. Dieser Held soll in seinem Gedächtnis Hunderttausende von Ahadith haben und fähig sein, zu jeglichem Zeitpunkt sie wieder ins Gedächtnis rufen zu können, über ihre Wahrhaftigkeit entscheidend. Es gab Menschen, die er nie zu Gesicht bekommen hatte, bereits verstorbene Personen als er zur Welt kam; jedoch war er überzeugt, dass sie ehrliche und zuverlässige Menschen gewesen sein müssten. Er hatte ebenso die Macht, Kontakt mit den Menschen herzustellen auf dem Rücken des Kamels, und legte Strecken zurück, die ein Hubschrauber, der zu seinem Dienste stand, nicht zurücklegen könnte. Er hatte ebenso das Genie, die Ehrlichen und Zuverlässigen von den Unzuverlässigen und Unehrlichen ohne Fehler zu unterscheiden. All dies waren die Eigenschaften, die den Imamen zugeschrieben wurde, Übermittler von Ahadith. Wir gehen in Stille über die Legende der spirituellen Überlegenheit.

Wir sind nicht die Ersten, die diesen Argumenten Gewicht verleihen

Der Hadith-Überlieferer, der mit der Annahme zufrieden ist, dass alle Berichter in der Überliefererkette ehrliche Menschen waren, ohne das Gefühl zu haben, sie zu hinterfragen, akzeptiert sie als korrekt übermittelt. Solche Ahadith werden „ahad“ genannt. Die zuverlässigsten Ahadith, welche diese ahad Ahadith umfassen, gehören teilweise Bukhary und Muslim und den sechs Büchern, Kutub-i Sitte genannt. Die traditionalistischen Muslime halten an ihren Waffen der Exkommunikation, um ihre Überzeugungen akzeptiert zu haben und erklären jeden, der die Echtheit eines Hadiths anzweifelt, zu einem Ausgestoßenem. Der Mensch sollte bedenken, dass sowohl Bukhary als auch Muslim die jeweiligen Argumente des Anderen in ihrer Zusammenstellung der Bücher verworfen hatten. Jedoch empfinden die Traditionalisten die Uneinigkeit über dünne Argumente zwischen den zwei gelehrten Männern als eine göttliche Gnade, während unsere verschiedenen Meinungen uns wahrscheinlich in die Hölle schicken werden. Die Schiiten akzeptieren keine der von den Sunniten gesammelten Hadith-Bücher. Die von Al-Mu’tazila und den Kharidschiten, Mitglieder der frühesten religiösen Orden des Islam, erhobenen Einwände über die Niederschrift der Ahadith und ihre Akzeptanz als eine religiöse Quelle, die Verkündung einiger Theologen (Kelamcilar), dass die Ahadith nichts als Erdichtungen sind, die Kontroversen von Schafi in Basra, die wegen seiner Zuflucht zu anderen Quellen nebst dem Koran entstanden, und den Zitaten der Antworten von Al-Murdjia, extremer Gegner der Kharidschites, in Hadith-Büchern sind Beispiele für die erhobenen Einwände gegen die Zusammenstellung der Ahadith. Jene, die die Verteidiger des Islam, wie er im Koran vorliegt, in Frage stellen und das Argument bestreiten, dass die Ahadith nicht als eine Quelle des Islam bewertet werden soll, in dem sie fragen: „Seht ihr euch selbst als Pioniere an, in dem ihr solche Botschaften verbreitet; denn bis heute ist noch niemand mit solch einer Behauptung aufgekommen?“, sind ignorant gegenüber dem Geschehen, das wir erwähnten. Seit ihrem Anbruch waren die Ahadith Objekte strengen Bedenkens über ihre Wahrhaftigkeit als eine Quelle des Islam. Jedoch vertuschte die zentrale Autorität ihre Gegenargumente und schwieg sie tot. Wir sind weder Pioniere darin, noch ist die Behauptung neu. Der Islam des Koran existierte seit den Anfängen ohne die Hinzufügung von Ahadith. Die Ahadith waren eine späte Beilage und dienten als etwas Gleiches zum Koran.

Offenbarungen

Wie wir in Kapitel 3 sahen, ist der Koran ein selbstgenügsames, detailliertes, explizites Buch, das alles enthält, das ein Muslim wissen sollte. Der Koran hat keine Ahadith nötig. Wenn wir mit einer Frage konfrontiert werden, die uns verwirrt, so müssen wir danach in allen diesbezüglichen Koranversen schauen um alles darüber zu lernen. Den Koran mit einem Rahmenwerk von verfälschten Ahadith zu bewerten bedeutet, ihn zu mystifizieren und zu pervertieren. Um die Stimme des Koran ohne Empfangsstörungen zu hören, müssen wir unsere Ohren allein dem Koran zuwenden.

25:33 Sie legen dir keinen Einwand vor, ohne dass Wir dir die Wahrheit und die schönste Erklärung brächten.

Gott erklärt, dass Er die beste Erklärung liefern wird. Gottes Offenbarungen sind in sich vollständig ohne andere Kommentare zu benötigen. Die Ahadith in Bezug auf die Gegebenheiten, in denen eine bestimmte Offenbarung niedergesandt wurde (esbabi nuzul), scheinen sogar zahlreicher als andere Ahadith zu sein. Die Kommentare über den Koran sind mit Ahadith voll gestopft – die nicht das Subjekt irgendeines Filterungsprozesses gewesen waren – und mit alten, jüdischen Legenden durchsetzt. Die Tatsache, dass die Gründe für eine Offenbarung in Bezug auf einen bestimmten Vorfall unter den verschiedenen Kommentaren beträchtlich differieren und mit irrelevanten Geschichten verfälscht sind, zeigt das Ausmaß der involvierten Verzerrung. Ibn Hanbal, ein Traditionalist und Gründer einer Sekte sagte selbst: „Es gibt nicht einen einzigen Hadith in Bezug auf ein Ereignis (esbabý nuzul), in dem ein bestimmter Hadith offenbart war.“

Das Hauptproblem ist die Einschränkung des Intellekts durch die etablierten, religiösen Sekten. Dies ist immer noch relevanter wenn wir über die Vielfalt der irrationalen Einschübe nachdenken. Die Koraninterpreter, die auf sektiererischen Vorgehensweisen aufbauten, versuchten nicht vom angezeigten Sektenweg abzukommen, und machten infolgedessen falsche Auslegungen. Die unendliche Vielfalt der widersprüchlichen Ahadith über die Ereignisse, in denen die Offenbarungen niedergesandt wurden, wurde zu einer reichen Quelle der Ausbeutung durch sektiererische Kommentatoren. In der Tat hatten einige Übermittler die Mehrheit dieser Ahadith während ihrer Zusammenstellung geprägt, um ihre eigenen Interessen zu verwirklichen,.

In der ‚Einleitung‘ des „Elmali Hamdi Yazir“-Kommentars gibt es ein persönliches Verständnis der offiziellen Autorität. In Kapitel 5 dieses ‚Verständnisses‘ wird ausgesagt, dass der Kommentar in Übereinstimmung mit dem Corpus des Glaubensbekenntnisses der Hanafiya Madhab (Sekte) und der Sunniten ist. Der ‚ideologische Kommentar‘ ist gemäß Mehmet Aydin (wir ziehen ’sektiererischer Kommentar‘ vor) offenbar ganz am Anfang von Elmalis Werk. Gleichgültig wie breit sein Wissen auch sein mag, wie kann ein Kommentar derjenigen, deren Intellekt an einer Sekte anhängt, die nicht von Gott sanktioniert wurde, zuverlässig sein? Die Mühe jener, die den Koran im Lichte der Ahadith zu interpretieren versuchten, dienten keinem Zweck als die Sucher der Wahrheit in eine blinde Gasse zu führen; es könnten Imame oder Scheichs gewesen sein, die ursächlichen Vertreter oder Ahadith… sie führen uns vom Weg ab.

Salman Rushdies ‚Satanische Verse‘ sind eigentlich Satanische Ahadith

Die größten Schwierigkeiten in den Koran-Kommentaren verursachten diejenigen Ahadith, deren Verwendung die Pietätlosen mit dem Islam gleichstellten und die sich auf die Ereignisse bezogen, in denen die Offenbarungen gemacht wurden. Das Buch von Salman Rushdie ist ein Beispiel dafür. Gemäß den erfundenen Ahadith wird behauptet, dass eines Tages, da der Prophet in der Rezitation des Koran vertieft war, Satan seine Seele durchdrang und bewirkte, dass er die Gottheiten Lat, Menat und Uzza gepriesen habe, dass er ihn gefällige Worte über sie äußern ließ, und Mohammed überzeugte, diese Gottheiten als Fürsprecher bei Gott anzuerkennen. Ibn-i Kutayba bestätigt dies auch in seinem Hadith-Buch „Tevilu Muhtelifi’l Hadis“.

Gemäß den Ahadith jedoch erklärte der Prophet, dass das, was er geäußert hatte, nicht von ihm stamme, sondern die Worte Satans seien. Wir bezeugten die öffentliche Verurteilung, die an Salman Rushdie gerichtet war, und Khomeinis Bannfluch, der den Weg für diplomatische Krisen gepflastert hatte. Nichtsdestotrotz beschuldigte niemand diejenigen, die den Platz für diese Ahadith zur Verfügung gestellt hatten, die wahren Übeltäter.

Die Korankommentare auf dem Markt

Wir stellen fest, dass auf dem Markt eine Vermehrung der Korankommentare stattfindet, die mit Legenden und Geschichten über die Ereignisse gefüllt sind, die die Entstehung der Offenbarung behandeln. Diese Vorgehensweise machte den Eindruck, als ob die offenbarten Verse nur für einzelne Fälle eingeschränkt und für einen bestimmten Zeitbereich begrenzt waren. Diese Einstellung wirft einen Schatten über die Universalität und Zeitlosigkeit des Koran. 81:27 verwirft diese Herangehensweise: „Dies ist eine Ermahnung für alle Welten.“ Ebenso sagt 2:185 folgendes aus: „…in dem der Koran als Führung für die Menschen herabgesandt worden ist.“ Andererseits gab Gott die Gründe für die Offenbarung für gewisse Verse im Koran, wenn Er dachte, dass es relevant ist. Beispielsweise die Verse, die mit der Phrase ‚Sie fragen dich dies und jenes, sag ihnen, dass…‘ beginnen. Und wenn Er entscheidet, nichts zu erwähnen, so folgt daraus, dass wir das Wieso und weswegen der gefragten Offenbarung nicht zu wissen brauchen. Jene, die den Koran als ungenügend betrachteten, fühlten mit Bedauern das Bedürfnis, Zuflucht in verzerrten Kommentaren zu suchen und verursachten Störungen in der klangvollen Stimme des Koran. Vor 1400 Jahren enträtselte der Koran in seiner ausgeweiteten Anordnung der Offenbarungen die Mysterien der Naturereignissen, einschließlich der Kugelförmigkeit der Erde, die Schranke zwischen den zwei fließenden Gewässern, sowie wissenschaftliche Phänomene, die erst im Verlaufe des letzten Jahrhunderts entdeckt wurden. Die Kommentatoren, die beabsichtigten, die Bedeutung des Koran zu erklären, gaben lächerlichen Fantasien wie beispielsweise dem folgenden Kommentar nach, von Ibn Kathir über 2:29 und 68:1:

Als Gott zu erschaffen wünschte, was Er erschaffen wollte, brachte er Dampf aus dünnem Wasser hervor. Der Dampf stieg über die Oberfläche des Wassers und Er benannte dieses aufsteigende Ding Himmel, was Höhe bedeutet. Dann ließ Er das Wasser als eine einzelne Masse erstarren; danach riss Er es in Stücke und in zwei Tagen, an Sonntag und Montag, formte Er sie zu sieben Einheiten. Die von Ihm erschaffene Erde ruht auf dem Fisch, der in Sura „Der Schreiber“ [68. Sure] als Nun bezeichnet wird. Der Fisch war im Wasser und das Wasser ruhte auf Felsen; während die Felsen auf einem großen Stein ruhten, wo keine Vegetation aufblühte. Ein Engel trug den Stein; der Engel war auf einem Felsen, welcher der Wind ist. Der Felsen ist der selbe wie der von Luqmaan erwähnte in folgender Passage: ‚Weder der Himmel noch die Erde existierten, der Fisch bewegte sich und die Erde schüttelte sich und Berge wurden darauf eingepflanzt.‘

 

Welchem Hadith wollen Sie jetzt glauben?

Eine Anspielung auf Vers 7:185; ‚Hadith‘ bedeutet ‚Wort‘ auf Arabisch. In der Tat spielt es auf die Ahadith (Worte, Aussagen) an, die Mohammed zugeschrieben werden sollten, in der Absicht die Einzigartigkeit des Korans zu verunglimpfen. Die Hadith-Übermittler hätten andere Synonyme gebrauchen können, um dieselbe Sache zu beschreiben; Wie z. B. agval (Worte), ahbar (Neuigkeiten, Botschaften) oder hikma (weiser Ausspruch); Der stillschweigende Konsens unter den Übermittlern über den Gebrauch dieses Wortes ist eines der Wunder des Korans.

12:111 Es ist kein erfundenes Wort (hadith), sondern eine Bestätigung dessen, was ihm vorausging; eine detaillierte Erklärung aller Dinge und eine Führung und eine Gnade für die Gläubigen.

In diesem Vers wird die Tatsache betont, dass der Koran kein erfundener Hadith und eine detaillierte Erklärung aller Dinge ist; eine Tatsache, der gegenüber die Traditionalisten blind geblieben sind. Der Koran sagt aus, dass der Koran kein erfundenes Wort (Hadith) ist.

18:6 Du wirst ihnen in Gram nachtrauern, wenn sie diesem Wort (hadith) keinen Glauben schenken.

Mit der Formulierung ‚diesem Wort‘ ist der Koran gemeint. Der Vers deutet darauf hin, dass der Mangel an Glauben an den Koran Mohammed betrüben wird. Der Prophet wies niemanden an, seine Aussprüche niederzuschreiben. Bildeten seine Aussprüche eine weitere Quelle für den Islam, so hätte er seine Aussprüche niederschreiben lassen und wäre in Bedrängnis gewesen zu sehen, dass seine Worte auf taube Ohren stoßen. Der einzige Hadith, für den der Prophet kämpfte, war der Koran. Der Koran bezieht sich nicht auf irgendwelche Ahadith außer auf sich selbst. Wären die Worte Mohammeds eine zweite Quelle des Islam nebst dem Koran, so wäre dies in mehr als einem Vers des Koran erklärt worden. Nicht ein Vers existiert über das Thema und die Verwendung des Wortes ‚Hadith‘ im Koran ist ein fester Beweis für die Verfälschung des Hadith-Konzeptes.

45:6 Diese sind die Zeichen Gottes. Wir verlesen sie dir der Wahrheit entsprechend. An welchen HADITH nach Gott und Seinen Zeichen glauben sie denn?

Derart ist die von Gott gestellte Frage. Die Bedeutung, die von der Antwort abgeleitet wird, die vom Verhalten der traditionellen Verteidiger des Islam und den Nachahmern der sunnitischen und schiitischen Madhabs abstammt, lautet: „Wir glauben an Bukhary, Muslim, den Aussprüchen der Zwölf Imame, Abu Dawud und Madsche.“

4:87 Und wessen Wort (hadith) kann wahrhaftiger sein als Gottes?

52:34 Lass sie denn ein Wort (hadith) gleich diesem vorbringen, wenn sie die Wahrheit sprechen!

In den berühmten Hadith-Büchern von Abu Dawud wird behauptet, dass dem Propheten der Koran und ähnliche Ahadith anvertraut worden seien. Sie versuchen sich in einer Rettungsaktion zu engagieren, um die (angeblichen) Aussprüche des Propheten zu retten. Jedoch greift diese Wunscherfüllung kurz. Die Aussprüche Mohammeds können nicht mit dem Koran gleichgestellt werden, geschweige denn, dass der Hauptteil der dem Propheten zugeschriebenen Aussprüche größer als der Koran ist. Darüber hinaus stehen die für die traditionalistische Denkhaltung repräsentativen Ahadith in Konflikt mit den obigen Versen.

31:6-7 Und unter den Menschen gibt es solche, die leichtsinnige Worte (hadithi) verbreiten, um Andere vom Weg Gottes abirren zu lassen und um damit Spott zu treiben. Sie haben eine erniedrigende Strafe zu erwarten. Und wenn unsere Zeichen solch einem Menschen vorgetragen werden, so kehrt er sich überheblich ab, als hätte er sie nicht gehört, als wären seine Ohren schwerhörig. So künde ihm eine schmerzliche Strafe an.

Wenn jene, die aufgrund ihres sektiererischen Fanatismus dem Koran gegenüber schwerhörig sind, diese Verse nicht nur dafür lesen würden, um sich der eingebauten Melodie der Rezitierung zu erfreuen, sondern auch, um die Bedeutung zu verstehen, so würden sie bestimmt in einer Position sein, in der sie besser verstehen, was wir klarzustellen versuchen. Das Wort Hadith mit dem Verweis auf den Propheten wird im Koran an zwei Stellen verwendet:

33:53 Ihr Gläubigen! Betretet nicht die Häuser des Propheten, es sei denn, dass euch zu einer Mahlzeit (dazu) Erlaubnis gegeben wurde… Und wenn ihr gespeist habt, dann geht auseinander und verweilt nicht versunken in einem Hadith (Wort).

66:3 Als der Prophet im Vertrauen einer seiner Gattinnen einen Hadith enthüllt hatte und sie ihn dann ausplauderte, und Gott ihm davon Kenntnis gab…

Die Verwendung des Wortes Hadith hier wird nicht im Sinne einiger Meinungen schiitischer oder sunnitischer Sektierer gebraucht. Die Tatsache, dass das Wort Hadith in diesen Versen lediglich dazu gebraucht wird, um sich auf die Aussprüche Mohammed zu beziehen, ist von großer Wichtigkeit für unsere Besprechung. Gott der Vorherwissende gebraucht das Wort Hadith nicht in einem sunnitischen und schiitischen Kontext, sondern bezieht sich auf die eigenen Worte des Propheten. Darüber hinaus wird das Wort Hadith in beiden Fällen in einem negativen Sinn gebraucht. Andererseits wird das Wort Sunna im Koran in einer Kombination verwendet – sunnatallah (Der Weg Gottes). (Wir werden dies in Kapitel 16 behandeln.)

Das Wort Idschma (allgemeine Übereinstimmung in Meinung und Entscheid der Gesetzestreuen) und seine Derivative, als eine weitere Quelle des Islams betrachtet, hat ebenso einen negativen Sinnbezug in der Verwendung. Dies ist der Beweis, dass der Koran ebenso den Idschma verwirft, so wie bereits in den Fällen von Sunna und Hadith. (Siehe folgende Verse für die Derivative von Idschma: 3:157,173; 7:48; 10:58,71; 12:19; 17:88; 20:60,64; 22:73; 26:38-39,56; 28:78; 43:32; 54:44-45; 70:18; 104:2.)

Ahadith, deren Authentizität keine Zweifel zulassen

Es besteht kein Zweifel darüber, dass Zehntausende von Ahadith existieren, die dem Propheten zugeschrieben werden. Jene, die dem Koran widersprechen, weitere Bestimmungen einführen und die selbstoffensichtlich unlogisch und unvernünftig sind, sind sicherlich reine Erfindungen. Die Ahadith, die neue Sachen in den Islam einführen, sind augenscheinlich das Ergebnis einer Manipulation, die mit jenen Versen des Koran in Konflikt steht, welches die Tatsache beweist, dass der Koran ein vollendetes Werk ist, das im religiösen Sinne alles umfasst, was der Mensch verstehen muss. Die übrig gebliebenen Ahadith mögen authentisch sein, vorausgesetzt, sie widersprechen dem Koran nicht. Wir betonen die Möglichkeit ihrer Authentizität mit der Verwendung ‚mögen‘. Andererseits können wir die authentischen bis zu einem gewissen Umfang identifizieren, ohne aber hundertprozentig sicher zu sein. Denn jene, die authentisch, und jene, die erfunden sind, stammen vom selben Schreiber der selben Autoren ab und datieren die selbe Zeit. Kurz nach 200 n. H. versuchten Bukhary, Muslim und andere die Ahadith gründlich zu untersuchen, um die authentischen herauszufinden, jedoch ohne Erfolg. Da wir aber nun über 1400 Jahre n. H. leben, können wir diese Aufgabe unmöglich bewältigen. Ein Ausspruch in perfekter Harmonie mit dem Koran von einem Muslim könnte wohlgemeint sein, dass er vom Propheten geäußert wurde. Wir werden in Kapitel 5 die Fälscher untersuchen, die Ahadith im Glauben erfunden haben, dass ihre Handlungen dem Interesse des Islams dienen würden. Diese Ahadith mögen die Aussprüche der so genannten Menschen guten Willens sein. „Wo ihr auch immer einer schönen Aussage begegnet, fürchtet euch nicht, sie dem Propheten zuzuschreiben“ wurde von den Hadith-Übermittlern und -Sammlern oft als eine Redensart gebraucht. Diese Tatsache und die Möglichkeiten machen unsere Ansicht aus. Wir müssen behutsam sein, eine unbekannte Aussage in perfekter Harmonie mit dem Koran dem Propheten zuzuschreiben, die in Wirklichkeit keine Echtheit hat. Wenn wir das Wort des Propheten zu befolgen haben, muss dieses Wort der Koran sein, den er der Menschheit überliefert hat. Das ausgesprochene Wort im Koran sind Gottes eigene Worte, wiewohl sie von einem Menschen ausgesprochen wurden. Durch das Befolgen der vom Propheten getragener Botschaft sollten wir uns sowohl dem Propheten als auch dem Koran angepasst haben.

Unsere Absicht ist, die Menschen von Abspaltungen abzuhalten

Wir haben versucht, die Einstellung des Propheten in diesem Kapitel zu beschreiben. Wir werden in Kapitel 11 die Perspektiven der vier Kalifen behandeln. Was muss der Grund für unser Wunsch sein, dies mit einem feinzahnigem Kamm zu übergehen, um die authentischen Ahadith zu bestimmen, während der Prophet, und nachfolgend die Vier Kalifen, die Übermittlung von Ahadith verboten hatten und sie sogar verbrannten? Der Koran enthält bereits genügende Information in Bezug auf den Propheten. Darüber hinaus ist die Zerlegung eine unmögliche Aufgabe. Nach der Lektüre von Kapitel 37 werden Sie unsere defensiven Argumente besser verstehen können. Obwohl ein bestimmter Hadith in perfekter Harmonie mit dem Koran zu sein scheint, gibt es immer noch die Wahrscheinlichkeit unserer fälschlicherweise Zuschreibung zum Propheten. Nicht jedes Wort, das mit dem Koran harmoniert, ist das Wort des Propheten. Der Koran ist das Buch, das den Menschen zum geraden Weg führt. Wer auch immer etwas zugunsten des Korans gesagt haben mag, hat sicherlich die Wahrheit gesprochen. Einige werden uns für unseren mangelhaften Respekt gegenüber dem Propheten beschuldigen. Nichtsdestotrotz erfinden jene, die vom Propheten fasziniert sprechen, absurden Aberglauben über sein Sexualleben und platzieren die Erde auf einen Fisch. Sie sind in Wirklichkeit diejenigen, die den Propheten mangelhaft respektieren. Wie kann jemand den Worten dieser Menschen trauen? Den Ahadith gegenüber taub zu werden ist die Konsequenz des Respekts gegenüber dem und der Liebe für den Propheten, eine Bestätigung der Tatsache, dass nur Gott die Exklusivität des Islam hat. Wie bereits im Fall von Christus, für dessen Liebe die Menschen sogar so weit gingen, ihn zu Gott zu erklären, hat es solche gegeben, die gesagt haben, dass sie den Propheten liebten aber später sagten, dass er unter einem Zauber gewesen war. Die Propheten wünschen, dass wir an Gott glauben; sie hassen es, vergöttert zu werden.

Die Handlungen der Folger der Propheten sollten in vollkommener Übereinstimmung mit der offenbarten Religion sein. Sie sind missfallen mit Lob, wie es gewisse kriecherische Christen praktizieren.