Achtsamsein

Schwarz weisses Portraitbild von Kerem Adigüzel, digital gezeichnet von Tarigh Nejat

Podcast #1 Schlüssel zum Verständnis des Koran (SzVdK)

Ein Podcast von Al-Rahman – mit Vernunft und Hingabe über wenig besprochene Aspekte der Gottergebenheit (deutsch für Islam), in dem wir mit bereichernden Gästen aus einem frischen Blickwinkel heraus ungewöhnliche, aber dafür für den Alltag wichtige Themen besprechen. Bücher, Selbstentwicklung, intellektuelle und seelische Gesundheit, Ernährung, Spiritualität und Philosophie sind nur einige Bereiche, die wir anschneiden.

Die erste Episode zur Reihe Schlüssel zum Verständnis des Koran und ein paar zusätzliche Worte zur aktuellen Pandemiesituation und der Isolation:

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Das Thema des Monats Februar 2015: Achtsamkeit

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Der Frieden sei mit euch liebe Leserinnen und liebe Leser, und Gottes Barmherzigkeit wie sein Segen!

So Gott will werden wir jeden Monat ein ausgewähltes Thema unseren Lesern zum Kommentieren anbieten. Damit möchten wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, Einblicke zu erhalten, wie unterschiedlich die Menschen zum selben Thema denken können. Ähnlich einer Pinnwand, an der wir unsere Gedanken “pinnen” können, soll hier stichwortartig oder auch in mehreren Sätzen der eigene Gedanke verewigt werden. Einfach am besten spontan antworten!

Das Thema des Monats Februar 2015: Achtsamkeit

Das Wort „Achtsamkeit“ ist immer häufiger in aller Munde und es werden verschiedene Vorstellungen mit diesem Wort verbunden.
Auch im Koran wird die Achtsamkeit /das Achtsamsein sehr häufig erwähnt. So zum Beispiel gleich im 2. Vers der Sure 2

2:2 Jene ist die Schrift, kein Zweifel in ihr, eine Rechtleitung für die Achtsamen

Die Schrift ist eine Rechtleitung für die Achtsamen steht hier. Wer ist nun aber laut Koran achtsam und was bedeutet es achtsam zu sein? Hierüber finden wir meiner Meinung nach besonders in den nachfolgenden Versen eine Antwort:

2:21 Ihr Menschen, dient eurem Herrn, der euch erschuf und diejenigen vor euch, auf dass ihr achtsam seid

Wir sollen Gott dienen, auf dass wir achtsam sind. Gott zu dienen, Gottes achtsam zu sein bedeutet zum einen natürlich auf Gottes Wort zu hören, aufmerksam und mit Gott verbunden zu sein. Gottes achtsam zu sein beinhaltet meines Erachtens aber auch, dass wir achtsam mit Gottes Schöpfung umgehen und auch, dass wir füreinander achtsam sind, wie es im Vers nachfolgenden 2:177 erwähnt wird:

2:177 Aufrichtigkeit ist nicht, wenn ihr eure Gesichter in Richtung des Ostens oder des Westens kehrt, sondern Aufrichtigkeit ist, wenn man an Gott, an den letzten Tag, an die Engel, an die Schrift und an die Propheten glaubte und das Geld, obwohl man es liebt, den Nahen, den Waisen, den Bedürftigen, dem Obdachlosen, den Fragenden und den Unfreien zukommen ließ und den Kontakt aufrechterhielt und zur Verbesserung beisteuerte. Die ihre Vereinbarung einhalten, wenn sie vereinbarten, und die in der Not, im Leid und wenn es schlimm zugeht, geduldig sind, das sind die Wahrhaftigen und das sind die Achtsamen

Wir sollen nicht nur für uns leben oder nur nach uns schauen, sondern auch einen Blick für unsere Mitmenschen haben, uns gegenseitig wahrnehmen, unterstützen und unsere Vereinbarungen einhalten.
Desweiteren wird in diesem Vers aber auch noch die Geduld erwähnt. Achtsam sind die, „die in der Not, im Leid und wenn es schlimm zugeht geduldig sind“. Wenn ich geduldig bin, erkenne ich an, dass jedes Ding und jede Veränderung seine Zeit braucht zum Wachsen und Reifen und dass sich nichts beschleunigen lässt. Dieses Anerkennen erfordert Achtsamkeit und Vertrauen. Durch Ungeduld ändern wir nichts, sondern machen viele Dinge noch schlimmer.

Achtsamkeit hat auch mit Demut zu tun, denn nur in der Demut kann ich mich Gott ergeben, habe ich Mut zum Dienen, Mut zur Einsicht und Mut zur Menschlichkeit.  (Siehe hierzu auch unseren Artikel zur Demut )

3:200 Ihr, die ihr glaubtet, seid geduldig, duldsam, bleibt verbunden und seid Gottes achtsam, auf dass ihr erfolgreich seid

In der Achtsamkeit fühle ich mich verbunden mit Gott, mit seiner Schöpfung und mit meinen Mitmenschen. Das Wissen, dass alles mit allem verbunden ist, wird sich auf mein Handeln, auf meine innere und äußere Haltung und auf meine Wahrnehmung auswirken und – um noch einmal auf Vers 2:2 zurückzukommen – wenn ich mit dieser Haltung der Achtsamkeit die Schrift lese, wird sie eine Rechtleitung für mich sein.

Was sind eure Gedanken zu diesem Thema? Wie definiert ihr für euch Achtsamkeit und was verbindet ihr damit?