Übersetzung und Übersetzungsfehler

Huris mit schwellenden Brüsten?

Im Namen Gottes, Des Erbarmers, Des Gnädigen

In Sura 78 (Die Nachricht) werden uns mehrere Bilder über den Tag der Auferstehung und die Unterteilung der Seelen in gute und böse gezeigt. Jede Gruppe von ihnen bekommt das, was ihr zusteht und so wandert jede entweder Richtung Paradies oder in die Hölle.

Zwischen den guten Dingen, die die Gläubigen bekommen, gibt es laut Verse 31 bis 36 schöne Gärten, Wein und ein friedliches Zusammenleben, ohne Sünden und ganz nach dem System, das uns Gott im Diesseits auferlegt hat.

Du sollst die Frauen deiner Mitmenschen nicht begehren
Du sollst den Blick niederwerfen
Du sollst keine reizvollen Kleider anziehen
Du sollst deine Scham bewahren, außer bei deiner Frau/deinem Mann

Nur leider haben die meisten Übersetzer den Vers 33 in einer Form wiedergegeben, die manchen Leser des Koran schockiert hat:

وكواعب اترابا [WaKaWAÉBa ATRABA]

Azhar
gleichaltrige Jungfrauen mit wohlgeformter Brust

Ahmadeyya
Und Jungfrauen, Altersgenossinnen,

Rasul
und Mädchen mit schwellenden Brüsten, Altersgenossinnen

Paret
gleichaltrige (Huris) mit schwellenden Brüsten

Bubenheim
und prächtige, gleichaltrige (weibliche Wesen)

Zaidan
sowie gleichaltrige gut Bestückte

Khoury
und gleichaltrige Frauen mit schwellenden Brüsten,

Hier haben die Übersetzer den Interpretationen ihrer Sekten mehr Wert gegeben, als der richtigen Bedeutung der Begriffe, so dass sie den Vers nach ihren Vorstellungen vom Paradies beschrieben haben; ein wildes Leben wie in der Walhalla voller Sauferei und erotisch verführerischen Weibern, die noch jungfräulich für die Gottesfürchtigen bestimmt sind.

Wir wollen hier die beiden Begriffe in unserem Vers mit den dazugehörigen Wurzeln genauer anschauen bzw. analysieren:

1. Erster Begriff: كعب [KaÁaBa]

كعب [KaÁaBa] würfelförmig machen, (Math.) kubieren

كعب [KaÁB] Knöchel, Ferse, (Schuh) Absatz, (Buch) Rücken, (Tasse, Glas, Flasche) unterer Rand

كواعب [KaWaÁeB] gewürfelte Formen

كعبة [KaÁBaH] Die Kaaba, Würfel

مكعب [MoKaÁaB] kubisch, Würfel, Kubus

2. Zweiter Begriff: ترب [TaRaBa]

تربة [ToRBaH] Erde, Boden,

تراب [ToRAB] Sand

ترب [TaRB], مترب [MoTRaB] staubig

متربة [MaTRaBaH] Bedürftigkeit (am Boden sein), Elend

اتراب [ATRAB] Unmengen, wie Sand am Meer,

Nach dem Verständnis der beiden Wurzeln gehen wir davon aus, dass Vers 33 eher von Landgebieten handelt, die wie gewürfelte Teile aussehen. Nur bevor wir uns für dieses Verständnis entscheiden, wollen wir die Vers 31 bis 36 noch mal lesen:

31: für die Achtsamen gibt es gewiss einen Gewinn
32: Gärten und Weinstöcke,
33: und Unmengen von würfelartigen Landschaften (Weinberge)
34: und ein randvoller Becher.
35: Sie hören darin weder sinnloses Gerede [LaGhoWa], noch Lügen.

WeinbergMan beachte, dass es sich von Vers 32 bis 35 um die gleiche Sache handelt; große Gärten (32), die würfelförmige Gebilde (33) haben und Unmengen an Wein liefern (34), der keine negativen Spuren bei den Trinkenden hinterlässt (35).

D.h. hier wird nicht zunächst von Wein, danach von verführerischen Frauen und dann wieder vom Wein gesprochen, sondern nur vom Wein, seinem Anbau und seiner Qualität.

Derartige Weinberge sind im Mittelmeerraum überall zu sehen; je nach Standort, Klima und Bodenbeschaffenheit ist die Qualität des Weines zu bewerten.

In Vers 35 wird uns durch das Wort „LaGhoWa“ (unsinniges Gerede) gezeigt, dass der im Paradies produzierte Wein keinen negativen Einfluss auf den Verstand der Trinkenden hat. Dieses Wort wurde auch in Vers 52:23 in Bezug auf Wein gebraucht, sodass uns erwiesen wurde, dass die Verse 32 bis 35 von Sura 78 von der gleichen Sache handeln und nicht mitten drin von „Frauen mit schwellenden Brüsten“ die Rede ist:

52:23 Darin greifen sie untereinander nach einem Becher, der nicht zu unsinniger Rede (LaGhoWa) verleitet und in dem nichts Sündhaftes steckt.

Das Wort (ATRABA = Unmengen) finden wir außer in Vers 78:33 auch in 56:37 und 38:52. Auch diese beiden Verse wurden leider auf Jungfrauen bezogen, obwohl davor immer deutlich zu sehen ist, dass es sich um Früchte handelt

56:32 mit vielen Früchten
56:33 die weder aufhören noch verwehrt sind,
56:34 und ausgebreitete erhöhte Landschaften
56:35 die Wir entstehen ließen
56:36 so machen wir sie frühreif
56:37 und in großen Mengen (Atraba) und je nach Sorte unterteilt (ÁaRraBa = sortieren, unterteilen)

38:51 Sie lehnen sich darin, und sie rufen darin nach vielen Früchten und nach Getränk.
38:52 und haben darin große Mengen (ATRABA) von greifbaren (QaSeRaT ATtaRF = nah zum Greifen) Sorten

Salam

11:82 – Steine aus Schwefel

Im Namen Gottes Des Erbarmers Des Gnädigen

Schwefelstein

Schwefelstein, Bild: Wikipedia

Die hier ausgearbeiteten Kommentare dienen zum Verständnis der von uns übersetzten Korantexte. Das Wort, das wir hier behandeln möchten, ist „SeJJYL“ سجيل. Es kommt insgesamt dreimal im Koran vor und beschreibt ein bestimmtes undefinierbares Material, das durch Katastrophen zustande kam, die den Ableugnern in früheren Zeiten mehrmals widerfahren sind. Eine dieser Katastrophen war im Gebiet Sodom und Gomorra am heutigen Toten Meer, wo einst blühende Städte standen mit fruchtbarem Land.

Die Geschichte von Sodom und Gomorra wird im Alten Testament folgendermaßen erwähnt:

„Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen – von dem HERRN vom Himmel herab – auf Sodom und Gomorra.“
1. MOSE 19:24

„Und hat die Städte Sodom und Gomorra zu Asche gemacht, umgekehrt und verdammt und damit ein Beispiel gesetzt den Gottlosen, die hernach kommen würden.“
2. PETRUS 2:6

Im Koran wird die Katastrophe in gleicher Weise erwähnt. Nur das Wort „SeJJYL“ konnten die Korangelehrten nicht mit Genauigkeit wiedergeben. In Vers 11:82 kommt das Wort in Verbindung mit einem Adjektiv zusammen, „Mandood“, das für uns auch von Bedeutung ist. Hier haben die Übersetzer versucht unser gesuchtes Wort in irgendeiner Weise wiederzugeben, so dass es den Lesern nah gebracht wird:

(Khoury) Als nun unser Befehl eintraf, kehrten Wir in ihrer Stadt das Oberste zuunterst und ließen auf sie Backsteine aus übereinandergeschichtetem Ton regnen,

(Zaidan) Als dann Unsere Bestimmung eintraf, haben WIR ihr Oberstes zuunterst gekehrt und ließen darüber hageln unablässig Steine aus Sidsch-dschil ,

(Bubenheim) Als nun Unser Befehl kam, kehrten Wir das Oberste von ihr zuunterst und ließen auf sie Steine aus vorbereitetem gebrannten Lehm regnen,

(Rasul) Als nun Unser Befehl eintraf, da kehrten Wir in dieser (Stadt) das Oberste zuunterst und ließen auch brennende Steine niedergehen, die wie Regentropfen aufeinander folgten.

(Azhar) Als Unsere Entscheidung fiel, stellten Wir die Stadt auf den Kopf und ließen einen Regen von aufgeschichteten Steinen aus gebrannter Erde niederprasseln.

(Paret) Und als dann unsere Entscheidung (amr) eintraf, kehrten wir das Oberste ihrer Stadt zuunterst und ließen Steine von übereinandergeschichtetem Ton (? sidschiel manduud) auf sie regnen,

(Ahmadyya) Als nun Unser Befehl eintraf, da kehrten Wir in dieser (Stadt) das Oberste zuunterst und ließen auf sie Backsteine niedergehen Schicht auf Schicht,

Das zweite Wort  „Mandood“ (braun gefärbt) ist ein Adjektiv, das den Zustand dieses Materials beschreibt. Leider ist es nicht von allen Übersetzern wiedergegeben worden. „Vorbereitet“, „aufgeschichtet“, „übereinander geschichtet“ oder „Schicht auf Schicht“ sind unserer Meinung nach nicht die genauen Beschreibungen. Das Wort kommt aus der Wurzel „NaDDaDa“ und bedeutet:

(Gepäck) zusammenpacken, zusammenbinden, (zu einem Teil) befestigt, (Wolken, Material) geballt.

Nun bleibt uns nur noch das Wort „SeJYL“, wobei Wörterbücher nicht genug Definitionen in dem Bezug liefern konnten:

Verb. سَجَل [SaJaLa] = (Wasser) begießen, (jmdn. von oben mit etwas) bewerfen
سجّل [SaJJaLa] = (Buch) durchgehend lesen, registrieren, eintragen, (auf-, ver-)zeichnen
اسجل [ASJaLa] = (jmdm.) vieles beschenken, überhäufen

Nom. سَجيل [SaJYL] = Anteil
سِجّيل [SeJYL] = Steine aus hartem Lehm
سِجِل [SeJel] = Register, Eintragung

Adj. سِجيل [SeJYL] = (Maße) fest

Was sind diese Steine, die aus einem bestimmten Material stammen und eine registrierte Bezeichnung (S) haben? Die einzigen Stellen, die uns weiter geholfen haben, sind die Verse im Alten Testament und die neuesten Berichte der Augenzeugen, die genau diese Steine in Maßen fanden. Hier zum Beispiel:

Auch andere Theorien zur Geschichte von Sodom und Gomorra

Wir sind uns nicht absolut sicher, wie es und was vom Himmel auf diese Städte geregnet hat, aber wir wissen laut Berichten, dass ein großer Teil dieses Gebiets vernichtet wurde. Gleich nach dem Vers, in dem SeJYL erwähnt wird, beschreibt Vers 11:83, dass diese Steine „gekennzeichnet“ (Mosawwamah) sind und den Ableugnern nah liegen. Wir entnehmen von den Berichten, dass die einzigen brennbares Material bietenden Steine die Schwefelklumpen sind, die in dem Gebiet überall zu finden sind. Denn Schwefel entwickelt eine Verbrennungstemperatur von etwa 2200 – 2800 Grad. Überall in den heruntergefallenen Aschenstücken wurden eingekapselte Schwefelbälle umgeben von roten Brandringen gefunden.

Die Asche von Substanzen, die mit Schwefel verbrennen, ist schwerer als das sie umgebende Material!

Das erklärt auch die Frage: Warum die Asche dieser Städte in der Lage war, der Erosion all die 3900 Jahre bis heute stand zu halten. Diese Schichtformationen sind ein weiterer Beweis, das was dieses einst auch immer war, es ist mit sehr hohen Temperaturen total verbrannt. (Temperaturen um 2200 – 2800° Celsius)
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Die Untersuchungen im Labor belegten: Die weiße Asche besteht aus Kalziumsulfat, einem Nebenprodukt einer Schwefelreaktion. Die Schwefelbälle bestanden aus reinem elementarem Schwefel!

Der Reinheitsgrad lag typisch bei 98 % und einem geringen Anteil an Magnesium.
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Ist es möglich, dass diese Städte durch geologische – thermale Vulkanausbrüche vernichtet wurden?

Nein, denn die Schwefelbälle, die überall in Sodom, Gomorra und den anderen Städten gefunden werden sind in ihrer Zusammensetzung so unterschiedlich zu dem Schwefel, der in den Bereichen von Geothermalen Regionen gefunden wird. Die helle, weiße Farbe der Schwefelbälle aus Sodom, Gomorra und den anderen Städten ist einmalig und zugleich typisch für die hohe Verbrennungstemperatur, der dieses Material eine zeit lang ausgesetzt war. Schwefel aus Geothermalen Gebieten (Rotarua in Neuseeland) hat nur einen Reinheitsgrad von etwa 40% Schwefel.
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Auch der Koran bestätigt die Verse aus der Torah:

11:17 Ist denn der, der von seinem Herrn einen deutlichen Beweis hat, auf den auch ein Zeuge von Ihm folgt und dem das Buch des Mose vorausging als Vorbild und Barmherzigkeit … (den anderen gleich)? Diese glauben daran. Wer aber von den Parteien ihn verleugnet, dessen Verabredungsort ist das Feuer. So sei nicht über ihn im Zweifel, er ist die Wahrheit von deinem Herrn. Aber die meisten Menschen glauben nicht.

Aus all diesen Gründen sind wir zur Überzeugung gekommen, dass die am Anfang erwähnten drei Verse von Schwefel handeln, da Ton oder Steine nicht von selber brennen können, außer bei Vulkanausbrüchen, die aber in keinem Bericht bestätigt worden sind. Und auf diese Weise haben wir den Vers folgendermaßen übersetzt:

11:82 Als nun unser Befehl eintraf, kehrten Wir in ihrer Stadt das Oberste zuunterst und ließen auf sie Steine aus geballtem Schwefel nieder regnen,

Salam

Sura 108 – Beten und schächten?

Im Namen Gottes Des Erbarmers Des Gnädigen

Sura 108 beinhaltet ein Wort (NaH´aRa), das nur ein einziges Mal im Koran vorkommt und von Interpretern bzw. Übersetzern als “schächten” wiedergegeben wird. Das Nominativ “NaH´R” beschreibt eine Stelle am Körper, die zwischen Brustkorb und Hals liegt. Deshalb bedeutet das Verb NaH´aRa auch “schächten”, weil man beim Schlachten eines Tieres genau auf diese Stelle konzentriert sein soll.

Hier haben wir die Übersetzung des Verses, wie er so oder ähnlich von den meisten Übersetzern wiedergegeben wurde.

108:2 So bete zu deinem Herrn und schächte (Übersetzer: Khoury, Zaidan, Rasul, Azhar)

Die Fragen, die mich all diese Jahre diesbezüglich beschäftigten, sind folgende:

  • Was hat das Beten mit dem Schächten in Vers 108:2 zu tun?
  • Laut Vers 108:1 gab Gott dem Propheten die Fülle im Paradies. Heißt es, dass man beim Schächten Gottes Nähe erlangen würde?
  • Warum wird hier das Wort “schächten” (NaH´aRa) verwendet und nicht “Opfern” (qurban), so wie es in Vers 5:27 der Fall ist, als die beiden Söhne Adams Gott eine Opferung darbrachten?

5:27 Und verlies ihnen den Bericht über die zwei Söhne Adams der Wahrheit entsprechend. Als sie ein Opfer (Qurban) dar brachten. Es wurde von dem einen angenommen und von dem anderen nicht angenommen. Der sagte: »Ich schlage dich tot.« Er sagte: »Gott nimmt es an nur von den Gottesfürchtigen.

All diese Fragen ließen uns keine Ruhe, dass das Wort womöglich etwas anderes bedeuten könnte, als nur “schächten”. Im Almunjid Lexikon der arabischen Wurzel fanden wir eine interessante Stelle, die das Wort direkt mit dem Gebetsritual verbindet. Wir werden aus dem gescannten Ausschnitt einige Erklärungen zu diesem Begriff übersetzen, um auch verschiedene Variationen zeigen zu können:

naharaNaHaRa:
(Tiere) schächten, den Hals (des Tieres) treffen, am Hals schlachten.
(Wissen) beherrschen.
(jemanden) empfangen.
(Gebet) Anfang der Gebetszeit verrichten.
(Der Betende) aufstehen mit gestreckter Brust

Im arabischen Raum wird das Verb “EnH´aRa” für eine innerliche Situation verwendet und bedeutet: sich in eine Sache versetzen, sich um eine Sache bemühen, sich für etwas oder für Gott hingeben.

So wie wir an Hand dieser Beschreibung sehen, muss unser Wort nicht unbedingt mit dem “Schächten” zu tun haben. Da es neben dem Wort “Beten” steht, ist es eher logisch, dass hier das Gebet in irgendeiner Weise beschrieben wird.

Deshalb werden wir Vers 108:2, auch wenn Interpreter das Wort als “Schächten” definiert haben, folgendermaßen übersetzen:

108:2 So bete zu Deinem Herrn und gib dich hin.

6:108 – Eine unverständliche Weisheit

بسم الله الرحمن الرحيم

Da ich ein gebürtiger Araber bin, lese ich so Gott will wenig oder kaum die deutschen Übersetzungen des Korans. Wenn ich ihn lese, dann meistens nur in der Sprache, in der er herab gesandt wurde (Arabisch). Und so merke ich nicht, was die Übersetzer alles in die Weisheit des Koran hinein interpretiert haben, was oft schwer begreiflich ist wie in diesem Fall.

Die Frage kam von einer Schwester, die den Vers 6:108 gelesen und von vorn bis hinten nicht verstanden hat. Ich habe die Übersetzung auch gelesen und musste danach nur dumm schauen und mich wundern, wie die Übersetzer auf so etwas kamen.

6:108 ولا تسبوا الذين يدعون من دون الله فيسبوا الله عدوا بغير علم كذلك زينا لكل امة عملهم ثم الى ربهم مرجعهم فينبئهم بما كانوا يعملون
Ihr sollt die Götzen, die die Ungläubigen anstelle Gottes anbeten, nicht schmähen, sonst würden sie vor Wut aus Unwissenheit Gott beschimpfen. Wir haben jedes Volk dabei belassen, sein Verhalten gut zu finden. Am Jüngsten Tag werden alle Völker zu Gott geführt, Der ihnen ihre Taten vor Augen führen und sie dafür zur Rechenschaft ziehen wird.

Es ist unglaublich, wie viel in einen einzigen Vers hinein interpretiert wurde, was in der Originalfassung nicht vorhanden ist. Es sind mindestens fünf Fehler in der Übersetzung zu sehen:

  1. „Die Götzen“: Auch wenn der Übersetzer gesehen oder verstanden hatte, dass diejenigen, die außer Gott gerufen werden, Götzen seien, hat er kein Recht dieses Wort  zu benutzen, wenn es um die richtige Wiedergabe der Wörter des Korans geht.
    .
  2. „Wut“: Vielleicht haben Wut und Feindseligkeit manchmal etwas miteinander  zu tun, jedoch sind es zwei verschiedene Begriffe bzw. Verhaltensmuster. In der Wurzelbeschreibung des Wortes (áadow = Feindschaft) findet man die richtige Bedeutung.
    .
  3. „Wir haben jedes Volk dabei belassen, sein Verhalten gut zu finden“: Dieser Satz ist nirgends zu finden. Es geht um den schönen Vorschein unseres Verhaltens, besonderes wenn das Ego darin eine Rolle spielt. Gott will nicht, dass die Menschen verführt bleiben, sonst würde Er ihnen keine Botschaft bringen lassen.
    .
  4. „Am Jüngsten Tag“ ist auch nirgends zu finden. Die Rede ist von der Rückkehr zu dem Herrn aller Geschöpfe. Das kann der Jüngste Tag sein, aber das überlassen wir lieber Gott. Er wählt die Worte, nicht wir.
    .
  5. „zur Rechenschaft ziehen“ ist im Kontext auch nicht vorhanden, sondern die Menschen zu benachrichtigen, was sie so im Leben taten.

Unsere Übersetzung zu diesem Vers, ohne jegliche Veränderung am Inhalt, lautet wie folgt:

6:108 Ihr sollt diejenigen, die andere außer Gott rufen, nicht beschimpfen, sonst beschimpfen sie Gott ohne Wissen aus Feindseligkeit. So haben wir jedem Volk sein Tun geschmückt, letztendlich kommen sie alle zu Gott zurück, dann sagt Er ihnen, was sie getan haben.

In anderen Worten heißt es: Wenn wir das Wissen bekommen haben, dann sollen wir die anderen nicht beschimpfen, auch wenn sie unwissend sind. Darin liegt nämlich eine Verführung, die aus dem Ego herstammt. Die anderen zu beschimpfen oder sie und ihren Glauben lächerlich zu machen, ist eine Art Provokation, die uns von einander mehr abgrenzt und Barrieren bildet, um eine neue Schublade des Sektentums zu schaffen.

30:32 Unter denen, die ihren Glauben spalten und in Parteien zerfallen und jede Partei freut sich über das, was sie selbst besitzt.

Salam

Zeitpunkt der Stunde

aus „Kuran Çevirilerindeki Hatalar“ (Fehler in den Koranübersetzungen) von Edip Yüksel, übersetzt von Kerem A.

Vorbemerkung: dieser Artikel darf nur als Meinung von Edip Yüksel angesehen werden. Wir veröffentlichen seinen Artikel lediglich, um auf die fehlerhaften Übersetzungen hinzuweisen und um Informationen anzubieten. Auf keinen Fall sind die Betreiber oder andere Autoren der Seite pauschal mit den Inhalten des Textes einverstanden.

20:15 Die Stunde ist zweifellos im Kommen. Ich halte sie fast verborgen, damit jede Seele das erhält, was sie gewirkt hat.

Ekadu: fast/beinahe ich. Uhfiha: halte sie verborgen

Mit den obigen zwei Wörtern gibt Gott bekannt, dass Er das Ende der Welt – die Stunde – darlegt.

Der Koran gebraucht das Wort „Stunde“, um das Ende der Welt zu beschreiben. Das Wort „Qiyamat“ wird hingegen für das Auferstehen der Toten, d. h. für das Ereignis der Auferweckung gebraucht. Doch das Wort Qiyamat wurde im Türkischen falsch übernommen [Anm. des Übers.: Dieses Wort wird in der türkischen Sprache als „Weltuntergang“ verstanden]. Diese ghalat mashhur (verbreitete Falschheit) ist der Grund, wieso die türkischen Koranübersetzungen die Wörter „Stunde“ und „Qiyamat“, welche voneinander völlig verschiedene Begebenheiten bezeichnen, mit einem einzigen Wort „Qiyamat“ übersetzen. Dadurch haben sie Verwirrungen in den Koranübersetzungen ermöglicht.

Der Koran erwähnt nicht, dass Gott den Zeitpunkt der „Stunde“ nicht bekanntgeben wird; er sagt nur aus, dass die Kenntnis darüber bei Ihm ist. Gemäß Koran ist die einzige Informationsquelle über das Ende der Welt Gott. Abgesehen von Gott kann sie auf keine Weise in Erfahrung gebracht werden, weder mit einer astronomischen Berechnung noch mit einem Traum noch mit einer Prophezeiung.

Die Interpreter, die aus der in Vers Lokman 34 vorkommende Formulierung „innellahe indehu ilmus saati“, d. h. „das Wissen über die Stunde ist bei Gott“, die Bedeutung abgeleitet haben, dass Gott dieses Wissen niemandem geben wird, haben dies für verbindlich genommen, da sie unter der Wirkung der erfundenen Ahadith geblieben sind. Jedoch kommt dieselbe Äußerung „innellahe indehu ecrun azim“, d. h. „der große Lohn ist bei Gott“ in Vers 9:22 vor und es wird auch angekündigt, dass dieser große Lohn den Gläubigen zuteil wird (4:146).

Auf dieselbe Weise kann Gott, sofern Er will, den Zeitpunkt der „Stunde“, der bei Ihm ist, mittels Koran den Menschen bekanntgeben. Denn mit dem Vers 20:15 bemerkt Er, dass Er die „Stunde“ offen legt. Die Derivate des im Vers vorkommenden Wortes „ekadu“ kommen im Koran an 24 Stellen vor und bekunden an allen Stellen, dass das vorkommende Ereignis fast verwirklicht werden würde, aber schließlich nicht stattgefunden hat. Wenn Sie wünschen, können Sie folgende Verse betrachten: 2:71; 2:20; 7:150; 17:73,74; 68:51.

Die Interpreter und Übersetzer, die unter der Wirkung der Gerüchte der erfundenen Ahadith standen, welche besagten, dass der Zeitpunkt der Stunde nicht gewusst werden kann, bemühten sich darum, dem Vers 20:15 andere Bedeutungen zu geben. Während einige nach rechts zogen, haben manche nach links gezogen; während der Eine nach oben zog, zog der Andere nach unten. Dass sie sich bei einem überaus einfach zu verstehenden Vers in Uneinigkeit verloren und schwankten, ist ein exemplarisches Beispiel.

Diyanet Übersetzung: Damit alle das erhalten, was sie gewirkt haben, wird die Qiyamat, deren Zeitpunkt ich verberge, zweifellos kommen.

Die Diyanet Übersetzung überspringt das Wort „ekadu=beinahe ich“ im Vers und bringt ein völlig gegensätzliches Ergebnis hervor.

Süleyman Ateş: Die (Qiyamat) Stunde wird zweifellos kommen. Damit alle mit dem bestraft werden, dem sie (Wohltat oder Schlechtigkeit) hinterher sind, halte ich sie beinahe verborgen (ich werde es nicht sagen, dass sie kommt. Aber da dies den Menschen nützt sage ich, dass sie kommt, und warne die Menschen).

Süleyman Ateş verschiebt mit seiner letzten Satzklammer die Bedeutung, obwohl er außerhalb der Klammern richtig übersetzt. Im Koran behandeln die gestellten Fragen über die „Stunde“ stets über den Zeitpunkt der Stunde. Natürlich wurden diese Fragen von den Fragenden nicht gestellt, um zu lernen und zu glauben, sondern um herauszufordern.

Die Übersetzung des unter der Leitung von Dr. Ali Özek stehenden Gremiums: Der Zeitpunkt der Qiyamat wird zweifellos kommen. Damit alle die Gegenleistung von dem erhalten, wonach sie trachten, werde ich sie beinahe darlegen.

Das aus Ali Özek, Hayreddin Karaman, Ali Turgut, Mustafa Çağırıcı, Ibrahim Dönmez und Sadreddin Gümüş bestehende Gremium hat ein Wort im Vers in seiner Bedeutung ins Gegenteil gekehrt, damit sich [der Vers] nicht mit den erfundenen Ahadith widerspricht, und es hat mit einer Fußnote eine angeblich wissenschaftliche Rechtfertigung gefunden.

Die Übersetzung von Hikmet Neşriyatın: Die Qiyamat wird zweifellos ausbrechen. Damit alle das sehen, was sie gewirkt haben, hätte Ich sie beinahe vor mir selbst verborgen gehalten.

Hingegen wird in dieser Übersetzung, welche die Wörter „beinahe“ und „verbergen“ nicht einspart, die im koranischen Text nicht vorkommende Äußerung „vor mir selbst“ eingeschoben und die Bedeutung des Verses verzerrt. Diese Übersetzung, welche Gott als eine Person mit doppelten Persönlichkeiten vorstellt, hat wie auch immer die Phantasie, dass „Gott den Zeitpunkt der Qiyamat sogar vor sich selbst beinahe verborgen hält“ der klaren Bedeutung des Verses vorgezogen.

Ich hoffe, dass das Bild „des doppelte Persönlichkeit besitzenden, sich selbst nicht einmal vertrauenden Gottes“ in der mir vorliegenden vierten Auflage der Übersetzung des aus Hasan Karakaya, Kadir Kabakçı, Mehmet Süslü, Kerim Aytekin und Kenan Seyithanoğlu bestehenden, fünfköpfigen Gremiums, welches die Anerkennung und den Beifall von Emin Saraç genießt, bei der nächsten Auflage verbessert wird.

Ali Bulaç: Kein Zweifel, die Stunde der Qiyamat naht herbei. Damit jeder das Entgelt vom aufgebrachten Bestreben erhält, halte ich sie fast verborgen.

Ali Bulaç hat ohne den Versuch zu unternehmen, die Bedeutung zu verzerren, diesen Vers so übersetzt wie er ist. Dass er auch keine Intentionen hat, Klammern zu gebrauchen, ist bemerkenswert.

Osman Nebioğlu: Schau, die ‚Stunde‘ wird zweifellos kommen. Ich werde sie bald offen legen, damit alle die Gegenleistung von dem erhalten, was sie getan.

Auch wenn die obige Übersetzung von Osman Nebioğlu nicht Wort für Wort übersetzt wurde, so ist sie als Bedeutung des Textes angebracht.

 

Koran nennt den Zeitpunkt der Stunde

In einem Magazin namens „El-ilm vel iman“, das in 1985 in Tunesien veröffentlicht wurde, wurde der Text eines in Tunesien gehaltenen Vortrags von Dr. Rashad Khalifa (Fn1) veröffentlicht. Am Schluss des Textes kündigte Dr. Khalifa an, beim nächsten Vortrag den Zeitpunkt der „Stunde“ aus dem Koran abzuleiten. Obwohl ich mich sehr dafür interessierte, konnte ich die nächste Ausgabe des Magazins nicht erhalten. Ich habe im Koran eine Nachforschung angestellt. Ich habe ein Datum gefunden. Dies hab ich Rashad Khalifa weitergeleitet. Rashad hat mir zusammen mit einem Brief sein Artikel namens „The End of the World“ (Das Ende der Welt) geschickt. Unsere Ergebnisse waren dieselben. Mit dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen Dr. Rashad Khalifas Artikel, zusammengefasst und mit einigen Notizen versehen, vorlegen:

Den letzten Vers der 31. Sure legt er wie folgt dar:
Das Wissen über die Stunde (das Ende der Welt) ist bei Gott. Er sendet den Regen hinab und Er weiß, was in der Gebärmutter ist. Niemand weiß, was ihm morgen passieren wird und niemand weiß, an welchem Ort er sterben wird. Wahrlich, Gott ist der Allwissende und der Allkundige (31:34).

Das heißt, dass zwei Erkenntnisse verneint werden:

  1. Die Fähigkeit zu wissen, was uns morgen passieren wird
  2. Die Fähigkeit zu wissen, wo wir sterben werden

Drei Erkenntnisse werden jedoch nicht verneint:

  1. Das Wissen über die Stunde (das Ende der Welt)
  2. Das Wissen über den Regen
  3. Das Wissen über das Innere der Gebärmutter

Heute können wir mit der entwickelten Technologie den Regen vermuten. Auf dieselbe Weise können wir den physikalischen Zustand des Embryos und sein Geschlecht bereits Monate vor der Geburt mittels sonografischer oder genetischer Analysen wissen.

 

Die Zukunft kennt nur Gott

Bei Ihm sind die Schlüssel des Verborgenen (ghayb); keiner kennt sie als Er allein. Und Er weiß, was auf dem Lande ist und was im Meer. Und nicht ein Blatt fällt nieder, ohne dass Er es weiß. Kein Körnchen ist in der Finsternis der Erde und nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einem deutlichen Buch (verzeichnet) wäre (6:59).

Sprich: „Niemand in den Himmeln und auf Erden kennt das Ungesehene (ghayb), außer Gott. Und sie wissen nicht, wann sie auferweckt werden.“ (27:65)

Pferde, Maultiere und Esel erschuf Er für euch, damit ihr darauf reiten könnt und als Zierde. Und Er erschafft auch, was ihr (noch) nicht kennt. (16:8)

Vor einigen Jahrhunderten wusste niemand etwas über Automobile, Jet-Flugzeuge, Fernsehen oder Kommunikationssatelliten, nur Gott wusste davon. Zu den Anfangszeiten der Offenbarung des Koran hatte Gott allein gewusst, wann der Zeitpunkt des Weltendes ist.

Sie fragen nach der „Stunde“ (das Ende der Welt): wann sie denn eintreffe. Sprich: „Das Wissen darüber ist nur bei meinem HERRN. Keiner als Er kann den Zeitpunkt bekanntgeben. Schwer lastet sie auf den Himmeln und auf der Erde. Sie wird ganz plötzlich über euch kommen.“ Man fragt dich (nach ihr), wie wenn du über sie genau im Bilde wärst. Sprich: „Das Wissen darum ist bei Gott. Doch die meisten Menschen wissen es nicht.“ (7:187)

Die Leute fragen dich nach der Stunde. Sprich: „Das Wissen um sie ist bei Gott.“ Und wie kannst du wissen? Vielleicht ist die „Stunde“ nahe. (33:63)

Niemand einschließlich Mohammed kann vom Zeitpunkt der Stunde wissen, bevor Gott ihn nicht bekannt gibt. Dieselben Formulierungen werden auch in den Versen in Bezug auf die Wunder verwendet. Mohammed kann kein Wunder zeigen (6:35,109). Alle Wunder sind bei Gott (29:50). Gott hat Mohammed als Wunder den Koran gegeben (29:51). Ähnliche Formulierungen werden auch für „ghayb“ gebraucht. Mohammed kann den Ghayb nicht wissen (6:50; 7:188; 10:20; 27:65; 81:24). Den Ghayb kann nur Gott wissen und dieses Wissen kann nur mittels Offenbarung erlangt werden (3:44; 11:49; 12:102; 30:2; 72:27).

 

Die Welt wird ein unvermeidliches Ende erleben

Wir haben alles, was es auf der Erde gibt, als Schmuck/Zierde für sie geschaffen, damit Wir prüfen, wer von ihnen am besten handelt. Und gewiss, Wir werden alles, was auf der Erde ist, zu einem dürren Boden machen (18:7,8).

Wenn dann in den Sur das erste Mal geblasen wird, und Erde und Berge gehoben, dann mit einem Schlag zerstampft werden, an jenem Tage wird das unvermeidliche Ereignis stattfinden. (69:13-15)

Am Tag, da die Erde gegen eine andere Erde eingetauscht wird. Und auch die Himmel… Sie alle werden in der Gegenwart Gottes stehen, der über alles als einziger die überlegene Autorität besitzt. (14:48)

 

Das Ende der Welt wird nicht geheim bleiben

Die Stunde ist zweifellos im Kommen. Ich halte sie beinahe verborgen. (20:15)

Die Verslaufnummer dieses Verses ist ein Zeichen. Diese Zahl ist der erste Hinweis darauf, wo wir die Erklärung der Stunde (das Ende der Welt) finden. Die Verslaufnummer ist hier 15 und wir können die die „Stunde“ erklärenden Verse in der 15. Sure finden. Denn der 85. Vers der 15. Sure teilt uns mit, dass das ENDE im Kommen ist:

Wir haben die Himmel und die Erde, und was dazwischen ist, in Wahrheit erschaffen. Und die STUNDE wird sicher eintreffen. Darum handle sanft und übe schöne Nachsicht. (15:85)

Der nachfolgende Vers teilt uns mit, dass Gott die Himmel und die Erde erschaffen hat und dass Er weiß, wann das Ende von ihnen eintrifft:

Gewiss, dein Herr, Er ist Der Erschaffende, Der Allwissende. (15:86)

Der folgende Vers hingegen gibt bekannt, wann die Stunde eintreffen wird:

Wir haben dir die sieben Paare und den großen Koran gegeben. (15:87)

Das heißt, dass die sieben Paare der koranischen Einführungen [Anm. des Übers.: gemeint sind die Muqatta’ât, die Initialbuchstaben am Anfang gewisser Suren] die Zeit kennzeichnet, welche Gott der islamischen Religion gegeben hat (Fn2). Die sieben Paare der am Anfang der Suren stehenden Buchstaben geben die Lebensdauer der islamischen Gemeinschaft und folglich die „Stunde“ wieder.

Sieben Paare: 7×2=14
Anzahl der Initialbuchstaben am Anfang der Suren: 14 (7×2)
Anzahl der zusammengesetzten Initialbuchstaben ohne Wiederholung: 14 (7×2)

Der Zusammenhang der Stunde (das Ende der Welt) mit den Koranischen Initialbuchstaben war zur Zeit unseres Propheten bekannt. Zu Zeiten Bukharys wird in den Tafsir von Ibn Kathir und Beydavi eine interessante Diskussion zwischen dem Propheten Mohammed und den medinensischen Juden überliefert.

Die Diskussion dreht sich um die erste Koranische Offenbarung in Medina, d. h. um die Buchstaben „A.L.M“ (Alif, Lam, Mim), welche den ersten Vers der ersten in Medina offenbarten Sure (Baqara) ausmachen. Zu diesen Zeiten gab es noch keine Ziffern. Die Alphabetsbuchstaben wurden gemäß der „Abdschad“-Ordnung als Ziffern verwendet. Diesem System nach ist der Buchstabe ‚A‘ gleichviel wie ‚1‘, der Buchstabe ‚L‘ gleichviel wie ’30‘ und der Buchstabe ‚M‘ gleicht ’40‘. Die Summe dieser drei Buchstaben: 1+30+40=71

Die medinensischen Juden kamen zu unserem Propheten und fragten: „Wie kannst du von uns wollen, dass wir zu einer Religion übergehen, die nur 71 Jahre überleben wird?“ Unser Prophet antwortet: „Diese sind nicht die einzigen Initialbuchstaben im Koran, es gibt noch weitere.“ Laut den Gerüchten werden insgesamt 14 Buchstabenkombinationen einzeln berechnet. Als dann eine lange Dauer erhalten wurde, passte dies den Juden nicht.

Das daraus abgeleitete Ergebnis: Mohammed erkannte es an, dass die Buchstaben am Anfang der Suren die Lebensdauer der Gemeinschaft bezeichnen (Fn3). Da Mohammed der letzte Prophet ist, wird das Ende seiner Gemeinschaft (Umma) das Ende dieser Welt sein (18:98).

Die Lebensdauer der Gemeinschaft Mohammeds wird im 87. Vers der 15. Sure gegeben: Wir haben dir die SIEBEN PAARE und den großen Koran gegeben.

 

LEBENSDAUER DER KORANISCHEN GEMEINSCHAFT

Q
NuN
SS
HH. M
Y. S
TT. S
TT. H
‚A. S. Q
TT. S. M
A. L. M
A. L. R
A. L. M. R
A. L. M. SS
K. H. Y. ‚A. Y. S
100
50
90
48
70
69
14
230
109
71
231
271
161
195
Die Summe der numerischen Werte der sieben Paare:1709

Das Jahr 1709 ist lunar, denn die Koranischen Jahre sind lunar (9:36).

 

Die Rechnung unterstützende Zeichen

Der Zeitpunkt dieser Entdeckung ist auffallend. Die Entdeckung fand im Jahr Hidschra 1400 statt. Dies ist der Anfang des Islamischen 15. Jahrhunderts. Die Stelle, an der die Stunde (das Ende der Welt) erklärt wird, ist die 15. Sure (Fn4).

Die verbleibende Zeit: 1709-1400=309. Diese Zahl kommt auch im Koran vor.

Und sie blieben dreihundert Jahre lang in ihrer Höhle, noch neun (Jahre) hinzugefügt. (18:25)

Die Zahl 309 wird im Koran als 300 plus 9 ausgedrückt. Der Unterschied zwischen 300 Mondjahren und 300 Sonnenjahren beträgt genau 9 Jahre. Das heißt, dass 300 Sonnenjahre 309 Mondjahren entsprechen (Fn5).

Wenn die Gemeinschaft des Propheten Mohammed bis zum Jahr 1709 lebt, wird das Ende der Welt im Jahr 1710 kommen. Dass die Zahl 1710 ein Vielfaches der 19 ist, stellt ein weiteres Zeichen für die Richtigkeit dieser Rechnungen dar.

1710 = 19 x 90

Das Jahr 1710, welche das Ende der Welt ist, entspricht dem Jahr 2280 nach christlicher Zeitrechnung. Diese Zahl ist erneut ein Vielfaches der 19.

2280 = 19×120

Es sind 570 (19×30) Jahre zwischen Jesus und der Geburt des letzten Propheten, somit ist das Datum 1710 auch ein Vielfaches dieser Zahl:

1710 = 570×3

Auch die christliche Zeitrechnung vom Ende der Welt, welche das Datum 2280 ist, ist ein Vielfaches desselben Zeitabschnitts (Fn6):

2280 = 570×4

Die Stunde wird nur über die ableugnenden Ungerechten eintreffen. Die Gläubigen jedoch werden diesen grauenvollen Moment nicht miterleben. Wir sehen, dass das in 13 Versen vorkommende Wort „Baghtatan = plötzlich“ NUR die Nicht-Gläubigen betrifft (6:31,44,47; 7:95,187; 12:107; 21:40; 22:55; 26:202; 29:53; 39:55; 43:66; 47:18).

GOTT KENNT DIE WAHRHEIT AM BESTEN!

 

Antwort auf die von einem Leser per E-Mail gestellte Frage

„Laut Vers 42/18: ‚… Diejenigen, die über die Stunde streiten, sind ja völlig im Irrtum. ‚ Als ich sah, dass Sie die Stunde der Qiyamat berechnen, und auch wenn keine Folgewidrigkeit in Ihrer Vorgehensweise zu sein scheint, habe ich den obigen Vers zufällig gefunden. Was werden Sie demnach für eine Erklärung geben?“

Sie geben den Vers unvollständig wieder. Der Vers spricht von denen, die die Stunde (die Qiyamat) ableugnen. Er spricht über die, die über die Verwirklichung (und vielleicht den Zeitpunkt) der Stunde zweifelnd diskutieren. Im Koran werden in vielen Versen diese Diskussionen der Leugner zur Sprache gebracht. Wenn Sie diese Verse lesen, [sehen Sie,] dass die Leugner das Ereignis der „Stunde“ mit Zweifel betrachten und nicht daran glauben, dass solch ein Ereignis verwirklicht werden wird. Es ist falsch diejenigen, die daran glauben, dass die Stunde zu einem bestimmten Zeitpunkt verwirklicht wird, mit denen über einen Kamm zu scheren, die die Stunde ableugnen und darüber streiten. Im Gegenteil, diejenigen, die ableugnen, dass die im Koran angegebene Stunde zu einer BESTIMMTEN Zeit eintrifft, sind es eher würdig, zu dieser Kategorie zu gehören.

Gemäß Ihrem Verständnis werden diejenigen, die behaupten, dass die Stunde im Jahr 2280 sein wird, mit denen im Vers ZUSAMMEN angesprochen, die diese Behauptung [der Stunde] kritisieren. Denn beide Gruppen DISKUTIEREN über die Stunde. Wie Sie wissen braucht es zwei Gruppen, damit eine „Diskussion“ stattfinden kann. Um es kurz auszudrücken, spricht der Vers, auf den Sie sich stützen, nicht irgendwelche Diskussionen an, sondern die Diskussionen der Leugner.


Notizen:

1- Dr. Rashad Khalifa, der in der Moschee von Tucson ermordet wurde, weil er „Koran, der ganze Koran, nichts als den Koran“ sagte und die Tausende von Lügen beinhaltenden Hadith-Bücher ablehnte, hatte weltweit die Bewegung der Rückkehr zum Koran, zum ursprünglichen Islam gestartet.

2- Diejenigen, die die echte Bedeutung von „Seban minel mesani=paarige sieben“ in Zeiten des Unfriedens verloren, haben Jahrhunderte nach dem Propheten durch die Erfindung von Hunderten Ahadith dieser Formulierung Zuschreibungen gemacht. Laut den in Hadith- und Tafsir-Büchern vorkommenden Gerüchten beschreibt „seban minel mesani“:

  1. die Sure Fatiha.
  2. die sieben längsten Suren.
  3. die sieben Suren, welche mit den Buchstaben Ha.Mim. beginnen.
  4. sieben Paradiese.
  5. sieben Wunder. etc.

Wenn wir den Vers 15:87 aufmerksam betrachten, so ist zu verstehen, dass diese Gerüchte Erfindungen sind. Außerdem zeigen dies die Widersprüche unter den Gerüchten. Ich werde für jene nur einige Fragen als Hinweis stellen, die diesen Vers untersuchen wollen.

Wenn ich „Ich habe dir sieben Paare Orangen und zusätzlich eine Kiste Früchte gegeben“ sagte, sind dann die Orangen in der Kiste inbegriffen, oder nicht?

Wenn „Seban minel mesani“ die Fatiha oder die sieben langen Suren oder die sieben Suren mit Ha Mim wäre, müssten sie dann nicht laut der erwähnten Satzstellung außerhalb des Koran sein? Außerdem „Seban minel mesani“ ist nicht nur „7“, sondern „2×7“. Wenn „Seban minel mesani“ hingegen der numerische Wert der 14 Initialbuchstaben und demzufolge die der Umma gegebenen Lebensdauer ist, ist dies etwas außerhalb des Koran. Wäre dann das Verstehen der Beifügung (?) im Vers nicht einfacher?

Dass in den Versen vor „Seban minel mesani“ vom Ende der Welt und im folgenden Vers von dem gesprochen wird, was den vergangenen Gemeinschaften gegeben wurde und von der Gemeinschaft des Islam gesprochen wird, formiert welche Bedeutungsgesamteinheit?

Obwohl das in Vers 15:87 in der Formulierung „ateynake=wir gaben dir“ vorkommende Verb ETY häufig für die Torah und die Evangelien gebraucht wird, kommt sie abgesehen von dieser Stelle nie in Bezug auf den Koran vor. Für den Koran werden stets die Derivate der Verben NZL (hinabsenden) und WHY (offenbaren) gebraucht. Wieso wurde im Vers, in welcher die Formulierung „seban minel mesani“ vorkommt, eine Ausnahme vorgenommen? Ist „Zeit“ etwas, das vom Himmel hinabgesandt wird, oder etwas, das gegeben wird?

Kommt dazu nicht zusätzlich die Richtigkeit des Hadith-Gerüchts auf, das die numerischen Werte der 14 Buchstabenkombinationen als die Lebensdauer der Gemeinschaft des Islam kommentiert?

3- Einige könnten erstaunt darüber sein, dass wir diese Gerüchte überliefern und als echt ansehen. Wir nehmen diese Gerüchte nicht als Quelle und Beleg an. Die Koranverse belegen die Richtigkeit des besagten Gerüchts. Selbst wenn die Hadith-Gelehrten und Ausleger das fragliche Gerücht als Erfindung behaupteten, werden wir die Richtigkeit dieses Gerüchts aufgrund unseres Koranischen Wissens als sahih [authentisch] akzeptieren. Wir erkennen die Hadith-Bücher und die Biografien über die Propheten, Gelehrten und Khalifen nicht als zweite Religionsquelle an, in welchen die Wahrheit mit dem Falschen vermischt ist.

4- Als Beginn der Gemeinschaft des Islam kann auch das Datum der ersten Offenbarung angenommen werden. In diesem Falle müssen 12 Jahre subtrahiert werden. Selbst der Tod unseres Propheten kann als Anfangspunkt akzeptiert werden. In diesem Falle müssen 11 Jahre addiert werden. Doch wenn wir die zahlenmäßigen Übereinstimmungen bewerten, neigen wir dazu, die Hidschra als Anfangspunkt anzunehmen.

5- Das zu Beginn der 18. Sure Kehf vorkommende Ereignis der Bewohner der Höhle („Kehf Ashab“) besitzt einen engen Zusammenhang mit der „Stunde“. Wenn Sie vom neunten Vers der Sure Kehf bis zum 26. Vers die 18 Verse aufmerksam lesen, werden Sie viel Ghayb (Verborgenes) wittern. Diese werden nur dann ans Licht kommen, wenn Gott der Erhabene es wünscht. Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf einige der Zeichen lenken:

Die Übersetzung des 12. Verses lautet wie folgt:

„Dann weckten Wir sie auf, um zu wissen, welche von den beiden Gruppen die Zeit, die sie blieben, besser berechnen kann.“

Der 21. Vers hingegen ist sehr interessant:

„Solcherart ließen Wir sie entdecken, damit sie wissen, dass das Versprechen Gottes wahr ist, und dass es über das Eintreffen der Stunde keinerlei Zweifel gibt.“

Der Zusammenhang zwischen Kehf Ashab und der Auferstehung nach dem Sterben ist vorhanden und ein Beispiel dafür. Doch was ist ihr Zusammenhang mit der „Stunde“? Das Zeichen dieses Verses ist wichtig.

Der letzte Abschnitt des 24. Verses und der 25. Vers lauten wie folgt: „Sprich: Ich hoffe, mein Herr wird mich zu einem richtigen, noch näheren Wissen als dies führen. Sie blieben dreihundert Jahre lang in ihrer Höhle, noch neun hinzugefügt.“ Das Arabische des Verses ist auffallender. 26. Vers: „Sag: Gott weiß besser Bescheid darüber, wie lange sie verweilten. Ihm gehört das Verborgene (ghayb) der Himmel und der Erde.“

6- Zwischen dem Sonnenjahr 2280 nach Christus und dem Datum unseres Propheten liegen genau 2280-570 = 1710 Sonnenjahre.

Wir wissen, dass das Mondjahr 1710 nach Hidschra nicht nach der Geburt unseres Propheten, sondern nach seiner Hidschra begonnen wurde. Das heißt, dass der 53 jährige Unterschied zwischen dem Geburtsdatum unseres Propheten und der Hidschra in genau 1710 Mondjahren geschlossen wird. Wenn Sie anhand einer Grafik ein wenig untersuchen, werden Sie herausfinden, dass diese kaum Zufall sind.

Außer der unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehenden Periode von 570 Jahren kann überlegt werden, dass [diese Zahl] die Einheit der vergangenen Dauer zwischen einigen Propheten sei. Zum Beispiel ist das Datum des Propheten Moses vor Jesus als 1100 und 1200 bekannt, und die Zahl 1140 unter diesen ist ein zweifaches Vielfaches von 570. Welche Propheten kamen wohl 570 oder 1710 oder 2280 Jahre vor Jesus?

Frucht ist nicht gleich Frucht

Salam

Durch unsere Beobachtungen während den Koran-Übersetzungen entdeckten wir unzählige Fehler – leider, die wir nach und nach, so Gott will, zeigen möchten. Diese Fehler haben einige Probleme verursacht, so dass manches im Koran falsch verstanden wurde. Bei unserem Beispiel handelt es sich um zwei Begriffe, die von den Übersetzern mit gleichem Inhalt wiedergegeben worden sind: فاكهة “Fakihah”, was Obst oder Frucht bedeutet und in diesem Sinn kein Verb hat und ثمرة “ßamarah”. Dazu wollen wir ihre Wurzel genauer anschauen:

Nom.
ثمرة [ßamarah] (Singular) Frucht, Ertrag,
ثمرات [ßamarat] (Plural) Früchte,
إستثمار [istißmar] Investition,
مستثمر – ة [mustaßmir-ah] Investor/in,

Verb
ثمر [ßamara] Ertrag bringend sein, ergiebig sein,
اثمر [aßmara] fruchten, blühen, erbringen, resultieren,
إستثمر [istaßmara] investieren, Nutzen ziehen, auswerten,

Adj.
مثمر [mußmir] ergiebig,
إستثماري [istißmary] investierend,

Man sieht hier, dass der Begriff nicht nur unbedingt von Frucht als Obst handelt, sondern von dem, was aus dem Boden wächst und essbar ist. Auch, so wie im Deutschen, kann es sich um die Frucht einer Arbeit handeln (gemeint: das Resultat einer guten Arbeit).

Die Übersetzer haben eigentlich bei diesem Begriff keinen Fehler gemacht, auch beim ersten oben aufgeführten Begriff, wo es sich nur um Obst handelt (Fakihah), doch dabei hätten sie lieber Obst schreiben sollen, da es sich um zwei verschiedene Begriffe im Koran handelt, die beide von den Übersetzern gleich übersetzt wurden.

Ein Vers (55:52), der von dem Begriff “Fahihah” handelt:

  • Khoury
    Darin gibt es von jeder (Fakihah) Frucht ein Paar.
  • Paret
    (Gärten) in denen es von jeglicher Fruchtart (faakiha) zwei Arten gibt.
  • Azhar
    Dort gibt es von jeder (Fakihah) Fruchtart ein Paar.
  • Rasul
    Darin wird es von jeglicher (Fakihah) Fruchtart zwei Arten geben.
  • Zaidan
    In denen es von jeder (Fakihah) Obstart Zweiheit gibt.
  • Ahmadeyyah
    Darinnen wird es jegliche Art (Fakihah) Frucht in Paaren geben.

Ein Vers (6:11), der den Begriff “ßamarah” beinhaltet:

  • Khoury
    Er läßt euch dadurch Getreide sprießen, und Ölbäume, Palmen, Weinstöcke und allerlei (ßamarat) Früchte. Darin ist ein Zeichen für Leute, die nachdenken.
  • Paret
    Er läßt euch dadurch das Getreide wachsen, und die Ölbäume, Palmen und Weinstöcke, und (sonst) allerlei (ßamarat) Früchte. Darin liegt ein Zeichen für Leute, die nachdenken.
  • Azhar
    Dadurch läßt Er für euch Pflanzen wachsen, Olivenbäume, Dattelpalmen, Weinreben und (ßamarat) Früchte aller Art. Darin sind Zeichen für Menschen, die nachzudenken bereit sind.
  • Rasul
    Damit läßt Er für euch Korn sprießen und den Ölbaum und die Dattelpalme und die Trauben und (ßamarat) Früchte aller Art. Wahrlich, darin liegt ein Zeichen für nachdenkende Leute.
  • Zaidan
    Damit läßt ER für euch Gewächs, Oliven, Dattelpalmen, Trauben und von jeglichen (ßamarat) Früchten hervorsprießen. Gewiß, darin ist zweifelsohne eine Aya für Leute, die sich besinnen.
  • Ahmadeyyah
    Damit läßt Er Korn sprießen für euch und den Oelbaum und die Dattelpalme und die Trauben und (ßamarat) Früchte aller Art. Fürwahr, darin ist ein Zeichen für nachdenkende Leute.

Salam

Sura 102 – Grammatikalische Formen

Im Namen Gottes, Des Ermarmers, Des Gnädigen,

Nachdem ich gemerkt habe, dass mehrere Leute Sura 102 anders verstanden haben als das, was manche Begriffe beinhalten, war es notwendig darüber eine Erklärung abzugeben, vor allem auch um zu zeigen, wie die Übersetzer das Wort [takathor=Vermehrung] nach ihrer Sichtweise anders interpretiert haben, als es ist.

Im ersten Vers von Sura 102 steht gleich der Name dieser Sura. Der Vers beinhaltet nur zwei Wörter الهاكم [alhakom=euch lenkt ab] التكاثر [Altakathor = die Vermehrung] . Vers 1 gibt noch keine Anhaltspunkte, was hier vermehrt wird. Doch Vers 2 gibt eine Annäherung, um was es hier handelt: nämlich um die Toten (Friedhöfe besuchen), was wiederum ein Vergleich zwischen den lebendigen (Vers 1) und den Toten (Vers 2) darstellt.

Ich möchte in erster Linie die verschiedenen Interpretationen der Übersetzer zeigen , um vielleicht selber darauf kommen zu können, dass es hier um einen Verständigungsfehler geht und nicht nur um reinen Übersetzungsfehler. (Die rot markierten Wörter sind im Originalvers nicht vorhanden und sind nur die Sichtweise des jeweiligen Übersetzers.)

  • الهكم التكاثر
  • Khoury
    Der Wettstreit um noch mehr lenkt euch ab,
  • Paret
    Die Sucht, mehr zu haben (als andere), hat euch (so sehr von allem höheren Streben) abgelenkt,
  • Azhar
    Euch hat die Vermehrungssucht so lange abgelenkt,
  • Rasul
    Das Streben nach Mehr lenkt euch solange ab ,
  • Zaidan
    Euch abgelenkt hat (die Sucht) nach Vermehrung,
  • Ahmadeyya
    Der Wettstreit um die Mehrung lenkt euch ab,

Bei der Beschreibung des Wurzelbegriffes [KaThaRa = Mehren – ك ث ر ), von dem das Wort [Takathara= sich (ver-)mehren] herstammt, haben wir mehrere Variationen und ihre grammatikalischen Zusammensetzung gezeigt, um die LeserInnen darauf aufmerksam zu machen, worauf die Logik der arabischen Sprache basiert. Das kann man leicht identifizieren, wenn man mehrere Verben als Vergleich neben einander stellt:

كثر [kathura] viel – zahlreich sein, mehr sein,
تكاثر [takathara] sich (ver-)mehren,

ضرب [D´araba] jemanden schlagen,
تضارب [taD´araba] sich gegenseitig schlagen

شبه [shabbaha] ähneln,
تشابه [tashabaha] sich ähneln,

Wie man hier sieht, wird der Buchstabe ت [Ta] am Anfang des Verbes eingesetzt, dann entsteht eine grammatikalische Form, die das Verb auf sich beziehen lässt.

Und warum soll die Beschäftigung mit der Vermehrung eine schlechte Sache sein?

Das Wetteifern der Religionen nach mehr Massen von Menschen war immer das Verhängnis.

Vers 9:25 verdeutlicht uns, dass nicht bei der Mobilisierung der Massen die Macht liegt, sondern darin, in dem man sich Gott allein ergibt, und dass man sich nicht um die Massen bemüht, sondern um die Wahrheit. In der Zeit der Offenbarung gefiel den Menschen ihre große Zahl und sie meinten, dass sie dadurch nur gewinnen könnten. Doch Gott ließ sie ihren ersten Verlust erleiden, damit sie diesen Fehler erkennen, dass die Macht nur bei Gott liegt:

لقد نصركم الله في مواطن كثيرة ويوم حنين اذ اعجبتكم كثرتكم فلم تغن عنكم شيءا وضاقت عليكم الارض بما رحبت ثم وليتم مدبرين

9:25 Gott hat euch an vielen Orten unterstützt, und auch am Tag von Hunayn, als eure große Zahl [Kathratokom] euch gefiel, von euch aber nichts abwenden konnte. Die Erde wurde euch eng trotz ihrer Weite. Daraufhin kehrtet ihr den Rücken.

Auch Vers 5:100 zeigt uns, dass bei guten Dingen nicht um die Quantität geht sondern um die Qualität, was jeder vernünftige Mensch auch weiß.

5:100 Sprich: “Das Böse und das Gute sind nicht gleich, auch wenn einem die Menge [kathrat] des Bösen imponiert.” Ihr vernünftigen Menschen, fürchtet Gott, auf daß ihr Erfolg erzielen möget!

Salam

17:107-109 Und sie fallen bis zu ihrem Kinn nieder

Im Namen Gottes, Des Erbarmers, Des Gnädigen

Hätte ich das Gebet nie vorher gekannt, dann wäre ich nie darauf gekommen, meine eigene Sichtweise hineinzuinterpretieren. Leider versuchen die traditionellen Übersetzer ihre eigene Sicht, so wie sie in ihrer eigenen Tradition gelernt haben, wiederzugeben, statt die Worte des Korans wortgetreu zu übersetzen.

17:107 قل ءامنوا به او لا تؤمنوا ان الذين اوتوا العلم من قبله اذا يتلى عليهم يخرون للاذقان سجدا

17:109 ويخرون للاذقان يبكون ويزيدهم خشوعا


Die Verse 107 und 109 aus Sura 17 aus dem Koran werden von einigen Übersetzern wie folgt geschrieben:

Rasul
17:107 Sprich: “Ob ihr an ihn glaubt oder nicht glaubt, wahrlich, jene, denen zuvor das Wissen gegeben wurde, fallen, wenn er ihnen verlesen wird, anbetend auf ihr Angesicht nieder
17:109 
Und weinend fallen sie anbetend auf ihr Angesicht nieder, und ihre Demut nimmt zu.

Zaidan
17:107 Sag: ‚Bekundet den Iman an ihn oder bekundet keinen Iman, (für Uns ist dies unerheblich)!‘ Gewiß, diejenigen, denen das Wissen vor ihm zuteil wurde, wenn er ihnen rezitiert wird, fallen auf ihr Angesicht in Sudschud nieder,
17:109 Und sie fallen auf ihr Angesicht nieder, sie weinen, und er läßt sie noch mehr Ehrfurcht empfinden.

Ahmadeyyah
17:107 Sprich: «Ob ihr an ihn glaubt oder nicht glaubt, wahrlich, jene, denen zuvor das Wissen gegeben ward, sie fallen, wenn er ihnen verlesen wird, anbetend auf ihr Angesicht nieder.
17:109 Und weinend fallen sie nieder auf ihr Angesicht, und es mehrt in ihnen die Demut.


Bei den ersten oberen drei Übersetzungen sehen wir deutlich, dass sie ihre traditionelle Sichtweise komplett hineininterpretiert und sie so geschrieben haben, wie es ihnen passt, ohne darauf zu achten, was im Koran genau steht. Hier handelt es nämlich um eine Niederwerfung, die sie anscheinend vorher nie gekannt haben, und zwar bis zu dem Kinn oder, wie es im Koran in Pluralform steht, “bis zu den Kinnen“, da die Rede hier von mehreren Personen ist (die Wissenden).

Paret hatte tatsächlich das Wort “Kinn” nicht außer Acht gelassen, müsste dafür aber Wörter hinzufügen wie “den Boden berühren“, was im Verskontext nirgendwo zu finden ist:

Paret
17:107 Sag: Ihr mögt an ihn glauben oder nicht. Diejenigen, denen das Wissen gegeben worden ist, noch ehe er da war, werfen sich, wenn er ihnen verlesen wird, (in Anbetung) nieder, indem sie mit dem Kinn den Boden berühren (yakhirruuna lil-azqaani sudschdschadan),
17:109 Sie werfen sich weinend nieder, mit dem Kinn (am Boden). Und es bestärkt sie noch in ihrer Demut.


Bei der Azhar-Übersetzung sieht man im Vers 107, dass sie das Wort “Kinn” verwendet haben (auch sie haben das Wort “Erde” zugefügt), aber bei der zweiten Stelle Vers 109, wo das Wort wieder auftaucht, haben sie doch ihre Meinung geändert und ihre Tradition lieber hineingesteckt, so dass das Verbindungsstück der beiden Verse verloren gegangen ist, was ich persönlich schade finde, da ich hier eine ganz wichtige Stelle sehe, die uns das Gebet veranschaulicht. Vor allem wird diese Niederwerfung zwei Mal erwähnt. Das ist nämlich dies, was Muslime in ihrem Gebet machen, sich zwei Mal niederzuwerfen.

Azhar
17:107 Sprich: “Glaubt an ihn oder glaubt nicht!” Diejenigen, denen vorher Wissen zuteil wurde, werden sich niederwerfen mit dem Kinn zur Erde, wenn er ihnen vorgetragen wird.
17:109 Und wieder werfen sie sich weinend nieder, das Antlitz am Boden, und Er mehrt in ihnen die demütige Andacht.


Um noch mehr zu bestätigen, dass diese Verse vom Gebet handeln, lesen wir weiter in Vers 110, der bestimmte Anweisungen an den Betenden richtet:

17:110 Sage: “Ruft Gott oder ruft Den Erbarmer an! Wie ihr Ihn auch anruft, ihm stehen die schönsten Namen zu. Und mach dein Gebet nicht zu laut, aber auch nicht zu leise, und schlag einen Mittelweg ein!”


Der nachfolgende und letzte Vers in dieser Sura (Vers 111) sagt uns und zwar bevor wir Gott am Anfang des Gebets verherrlichen (Allahu Akbar), was jeder Moslem aus der Überzeugung sprechen sollte, was leider in der islamischen Welt kaum jemand macht:

وقل الحمد لله الذي لم يتخذ ولدا ولم يكن له شريك في الملك ولم يكن له ولي من الذل وكبره تكبيرا


17:111 Und sage: “Lob sei Gott, Der weder einen Sohn zu sich nahm noch gäbe es neben Ihm einen Partner im Reich, noch bräuchte Er einen Verbündeten aus Schmach.” Und verherrliche Ihn mit aller Kraft.


Salam

christen sagen muslimen

Schlüssel zum Verständnis des Koran: Beispiel 6 – Juden und Christen: Keine Freunde der Ergebenen?

5:51 Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde (aber nicht mit euch). Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen). Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht.129

 

Ich wurde schon des Öfteren nach Vers 5:51 gefragt, welcher davon spräche die Juden und die Christen nicht zu Freunden zu nehmen, wenn wir Gottergebene seien. Dieser Vers brachte bereits Reaktionen wie folgende hervor: „Bin ich überhaupt nicht mit einverstanden! Überhaupt „Juden und Christen“ in einen Topf zu schmeißen und dann noch „Volk der Ungerechten“ zu nennen! Dieser Vers sät tatsächlich Zwietracht!“

Für ein besseres Verständnis dieses Verses analysieren wir als Erstes, wie sich das fünfte Kapitel der Lesung „entwickelt“:

5:1-2Verbote bei der Pilgerfahrt
5:3-5Nur vier Nahrungssorten sind verboten
5:6-7Die Waschung vor dem Gebet
5:8-10Macht keine falschen Zeugenaussagen
5:11Gott beschützt und verteidigt Seine Gläubigen
5:12Bedingungen, um unter Gottes Schutz stehen zu dürfen
5:13Konsequenzen der Missachtung des Bundes mit Gott
5:14Auch Christen müssen dem Gesandten Gottes gehorchen
5:15-16Die Lesung: Gottes Botschaft für die Christen und die Juden
5:17-18Die gravierende Blasphemie
5:19-20Wie habt ihr den Gesandten, der zu euch kam, aufgenommen
5:21-23Gott gibt das heilige Land den Juden
5:24-26Trotz all den Wundern, welche die Juden gesehen hatten
5:27-30Der erste Mord der Menschheitsgeschichte
5:31Die Lehre des Raben
5:32Der Wert eines Individuums – die Grobheit des Tötens
5:33-35Todesstrafe und Krieg: Wann ist sie legitim?
5:36-37Der Preis des Ableugnens
5:38-40Die Ressourcen der Diebe beschlagnahmen
5:41-43Die Verzerrung des Kontextes der Schrift durch die Juden
5:44Thora: Weisheit und Licht für das Volk der Juden durch Gott ergebene Propheten
5:45Das Gesetz der Äquivalenz (Leben um Leben, Auge um Auge…)
5:46-47Das Evangelium Jesu: Weisheit, Licht und Rechtleitung wurde durch Jesus überliefert.
5:48-50Die Lesung: die letzte gültige Quelle
5:51-53Gewisse Juden und Christen können keine „Freunde“ sein
5:54Wenn Gläubige von ihrer Religion abfallen…
5:55-56Die wahren „Freunde“
5:57-63Das Verhalten gewisser Juden und Christen
5:64Blasphemie gegenüber Gott
5:65Erlösung für Juden und Christen
5:66Sie sollten an diesen Koran glauben
5:67Der Gesandte muss nur überliefern
5:68Folgt den Schriften, die zu euch gesandt wurden!
5:69Minimale Anforderungen für das Seelenheil
5:70-71Der Bund Gottes mit den Kindern Israels
5:72-76Das heutige Christentum ist nicht die Religion Jesus‘
5:77-78Wählt eure Freunde sorgfältig aus

 

und so weiter.

Das Kapitel behandelt also reichlich Fragen, welche das interreligiöse Leben betreffen. Kommen wir zurück zur Frage: Was meint Gott mit „nehmt keine Juden und Christen zu Freunden“?

Diejenigen Juden und Christen, mit denen es verboten ist, „Freundschaften“ zu schließen, haben ganz bestimmte Absichten, wie wir aus der Liste sehen können. Diese werden in 5:57 erläutert. Innerhalb der Schriftbesitzer (Juden und Christen) gibt es auch gute Menschen (3:113). Das Essen dieses Volkes kann gegessen werden (5:5) und ihre Frauen können geheiratet werden. Insofern kann nicht die gesamte Gemeinschaft der Juden und Christen als ungerecht eingeordnet werden. Hier stellt sich doch die Frage: Wieso sollte uns Gott erlauben, Juden oder Christen zu heiraten, wenn doch bereits die Freundschaft verboten sei? Die Verse 5:57, 49:13 und 60:8–9 geben uns die wichtigsten Ermahnungen und legen die Hauptprinzipien fest, mit welchen Menschen und Völkern wir Beziehungen pflegen sollen. Nicht nur eine Koexistenz, sondern auch ein aktives Kennenlernen wird von uns Gottergebenen verlangt (49:13).

Es ist also durchaus erlaubt, Juden und Christen als Freunde, ja sie gar als Ehepartner zu haben (5:5).

 

5:57 O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht die zu Beschützern – von jenen, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, und von den Ungläubigen -, die mit eurem Glauben Spott und Scherz treiben – und fürchtet Gott, wenn ihr Gläubige seid.130

4:140 Und Er hat euch schon in dem Buch herabgesandt, dass – wenn ihr hört, dass die Zeichen/Verse Gottes geleugnet und verspottet werden – ihr nicht bei ihnen sitzt, bis sie zu einem anderen Gespräch übergehen; ihr wärt sonst wie sie. Wahrlich, Gott wird die Heuchler und die Ungläubigen allesamt in der Hölle versammeln.131

3:113-115 Sie sind nicht gleich, unter den Leuten der Schrift gibt es eine aufrechte Gemeinschaft. Sie tragen die Zeichen Gottes im Laufe der Nacht vor, während sie sich unterwerfen. Sie glauben an Gott und an den letzten Tag, sie gebieten das Erkenntliche, unterbinden das Verwerfliche und eilen um der guten Taten willen. Und jene sind von den Rechtschaffenen. Und was sie an Gutem tun, wird ihnen nicht geleugnet werden, und Gott ist wissend über die Achtsamen

60:8-9 Gott verbietet euch nicht, gegen diejenigen pietätvoll und gerecht zu sein, die nicht der Religion wegen gegen euch gekämpft, und die euch nicht aus euren Wohnungen vertrieben haben. Gott liebt die, die gerecht handeln. Er verbietet euch nur, euch denen anzuschließen, die der Religion wegen gegen euch gekämpft, und die euch aus euren Wohnungen vertrieben oder bei eurer Vertreibung mitgeholfen haben. Diejenigen, die sich ihnen anschließen, sind die (wahren) Frevler.132

3:64 Sage: Ihr Leute der Schrift, kommt her zu einem Wort, das gleich ist zwischen uns und euch, dass wir nichts dienen außer Gott, ihm nichts beigesellen und dass wir einander nicht als Herren nehmen anstelle Gottes. Doch wenn sie sich abkehrten, so sage: Bezeugt, dass wir Ergebene sind

49:13 O Menschen! Siehe, Wir haben euch alle aus einem Männlichen und einem Weiblichen erschaffen, und haben euch zu Nationen und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander kennenlernen möget. Wahrlich, der Edelste von euch in der Sicht Gottes ist der sich Seiner am tiefsten bewusst ist. Siehe, Gott ist allwissend, allgewahr.133

 

Wie wir sehen, reicht diese Methode allein schon aus, um diesen Sachverhalt zu klären. Dennoch sollte die Wahrheit die oberste Priorität sein, denn dies ist nicht der einzige Umstand, der in dieser Bedeutung unter den Übersetzungen merkwürdig erscheint. Denn für den aufmerksamen Studenten gibt es auch noch andere Verse, die weiter belegen, dass Gott von uns ein friedliches Zusammenleben mit anderen Kulturen will. Deshalb will ich diesen Vers noch sprachlich analysieren.

 

Sprachlicher Aspekt von „Waliy“

Der arabische Wortlaut des Verses 5:51 ist hier zu sehen:

 

يايها الذين ءامنوا لا تتخذوا اليهود والنصرى اولياء بعضهم اولياء بعض ومن يتولهم منكم فانه منهم ان الله لا يهدي القوم الظلمين

Transliteration:
yā ʾayyuhā al-laḏīna ʾāmanū lā tattachiḏū al-yahūda wan-naṣārá ʾawliyāʾa baʿḍuhum ʾawliyāʾa baʿḍin wa man yatawallahum minkum fa ʾinnahu minhum ʾinna allāh lā yahdī al-qawma aẓ-ẓālimīna

 

Eine weitere Übersetzung dieses Verses:

 

5:51 O ihr, die ihr glaubt! Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Beschützern. Sie sind einander Beschützer.134

 

Wie zu sehen ist, gibt es in der Übersetzung bereits unterschiedliche Ansätze, wie das Wort awliyā’ (اولياء) übersetzt wird. In diesem Vers handelt es sich nämlich nicht um Freundschaften, sondern um eine politisch wie auch diplomatisch orientierte Beziehung. Es ist ein Umstand, in dem Macht und Einfluss eine Rolle spielen. Es ist auch unverständlich, weshalb die Übersetzer irrtümlicherweise gerade dieses Wort wählen, obwohl das arabische Wort für Freund (arabisch: ṣadīq) in der Lesung bereits in anderen Versen vorkommt:

 

24:61 Kein Vorwurf trifft den Blinden, noch trifft ein Vorwurf den Krüppel, kein Vorwurf trifft den Kranken oder euch selbst, wenn ihr in eurem Haus, im Haus eures Vaters oder eurer Mutter… oder (im Haus) eures Freundes (ṣadīqakum)…135

26:101 noch einen warmen Freund (ṣadīq).

 

Schauen wir in der Wurzelbeschreibung des Begriffes Waliy nach, lesen wir:

ولىWaliya
المولى – الولي[al-mawlá – al-waliy] Der Gebieter, Der Schutzherr, Der Verbündete
Nomen
مولى[mawlá] Schutzherr,
ولي[waliy] Verbündeter, Treuer,
ولاية[walāyah] Vormundschaft, rechtliche Gewalt,
ولاية[wilāyah] Souveränität, Autorität, Provinz, Staat,
الولايات المتحدة[al-wilāyātu-l-muttaḥidah] Die vereinigten Staaten,
ولي العهد[waliyu-l-ʿahd] Thronfolger,
ولي الأمر[waliyu-l-ʾamr] Sachwalter, Vormunder,
إستيلاء [ʾistīlāʾ] Besitznahme
Verben
ولى [waliya] jmdm beistehen, sich mit jmdm verbünden, zur Seite stehen, jmdm folgen,
ولى [wallá] (von einer Sache) sich abwenden, flüchten,
تولى [tawallá] (Amt) innehaben, bekleiden, übernehmen, in Besitz nehmen, (von einer Sache) sich abwenden,
تولى الحكم[tawallá al-ḥukm] Macht übernehmen,
توالى[tawālá] ununterbrochen aufeinanderfolgen,
إستولى [ʾistawlá] in Besitz nehmen, sich bemächtigen,
يلي[yalī] folgen,
كما يلي[kamā yalī] wie folgt,
فيما يلي [fīmā yalī] im folgenden,
أولى لك[ʾawlá laka] ist dir am aller besten …

 

Wie wir bei unserer Übersetzung des Wurzelbegriffes sehen, kommt das Wort Freund überhaupt nicht vor. Vielmehr geht es beim Wort (waliy, pl. awliyāʾ) um den Bund, den man bei großen Koalitionen mit anderen Organisationen auf politischer Ebene schließt. Es ist auch klar, dass wir als Gottergebene im Falle der Wahrheitsfrage niemals die traditionellen Kirchenträger wie zum Beispiel den Papst um Hilfe bitten sollen, da sie ihren eigenen weltlichen Interessen bzw. Ideologien folgen, die sich nicht mit der Gerechtigkeit für alle Menschen vereinbaren lassen. Außerdem wird zu einem Freund im Arabischen nie Waliy gesagt.

„Wer sie aber trotzdem als Verbündete nimmt, dann ist er einer von ihnen“ lautet der Vers weiter. Wer also in diese Kategorie fällt, so pflegt diese Person ihre eigene Tradition wie alle die anderen vielen religiösen, politisch verdorbenen Organisationen. Ähnlich verhält es sich mit den arabischen Nationen gegen Ende des 19. Jahrhunderts, die bei ihrer Koalition mit dem Westen gegen das geschwächte osmanische Reich vorgingen, wobei viele unnötige Massaker in der eigenen Bevölkerung und Millionen von Todesfällen verursacht wurden.

Ich hoffe, dass zukünftig Korrekturen an den Übersetzungen vorgenommen werden.

 

59:22-24
Er ist Gott, außer Dem kein Gott ist;
Er ist der Kenner des Verborgenen und des Sichtbaren.
Er ist der Allerbarmer, der Barmherzige.
Er ist Gott, außer Dem kein Gott ist;
Er ist der Herrscher, der Einzig Heilige, der Friede, der Verleiher von Sicherheit, der Überwacher, der Erhabene, der Unterwerfer, der Majestätische.
Gepriesen sei Gott über all das, was sie (Ihm) beigesellen.
Er ist Gott, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter.
Ihm stehen die schönsten Namen zu.
Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Erhabene, der Allweise.

7:40 und 77:33 – Feuerkamele

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Es handelt sich um die Verse 7:40 und 77:33. In allen deutschen Übersetzungen wird die Phrase حتى يلج الجمل فى سم الخياط als „bis ein Kamel in ein Nadelöhr eingeht“ übersetzt. Hört sich vielleicht merkwürdig an, aber was soll uns das sagen, und was hat das Kamel mit dem Nadelöhr zu tun? Das ist aber auch nicht die einzige Stelle in den Übersetzungen, in der es um merkwürdige Kamele geht. Vers 77:33 beschreibt in einer gewissen Weise einen ähnlichen Vorgang: كانه جملت صفر = als wären sie gelbe Kamele…

Die Rede hier ist von den mächtigen Feuerstrahlen, die in der Hölle zu sehen sind. Nach den Übersetzern soll es sich hier um gelbe Kamele handeln. Manche Übersetzer beschreiben die Feuerstrahlen „schwarz-gelb“ oder „hellgelbe Farbe“, was sich überhaupt nicht im Originaltext wiederfinden lässt.

Zweitens übersahen die Übersetzer, dass die Pluralform von „Jamal“ (Kamel) „Jemaal“ heißt. Im Vers steht jedoch „Jemaalaat“. Dieser Begriff stellt die Pluralform einer bestimmten Sache dar, hierbei handelt es sich nicht um Kamele. Was haben außerdem die Kamele mit dem Feuer zu tun?

Es kann sein, dass ein Feuerstrahl die Form eines Kamels annimmt, das ist aber eine Ausnahme, die nicht als Regel gelten darf. Um zu verstehen, was es mit diesen Kamelen auf sich hat, müssen wir erst die Wurzel unseres Wortes erläutern:

Nom.
جمل [jamal] pl. جمال [jemaal] Kamel-e,
جمل [jamala] Tau, dickes langes Seil,
جملة [jomlah] Satz, Gesamtheit,
جمال [jamaal] Schönheit,
جمُال [jammal] Kamelentreiber,
مجاملة [mojaamalah] Schmeichelei, Höflichkeit,
مجمل الموضوع [mojmal almawd´ouá] Zusammenfassung,
جمالية [jamaalyyah] Ästhetik,
جُمالي [jomaaly] (Mensch, Tier) von großer kräftiger und schöner Statur,

V.
جمل [jamala] einbeziehen, zusammenfügen, zusammenbündeln
جمُل [jammala] verschönern,
جامل [jaamala] sich freundlich zeigen, schmeicheln,
أجمل [ajmala] zusammenfassen,
إستجمل [istajmala] etwas für schön empfinden,

Adv.
جميل [jamiel] hübsch, schön,
مجمل [mojmal] insgesamt,
جمالي [jamaaly] ästhetisch,

Der Abstammungsbegriff ist erst im Verb zu sehen, woraus alle möglichen Variationen entstanden sind: Jamala heißt (zusammenfügen, zummenbündeln, einbeziehen), woraus ein Nominativ (das Zusammengebündelte) entsteht; Etwas aus mehreren kleinen Teilen – Ähnlich wie bei „Jomlah“ (Satz), welches aus mehreren, aneinandergereihten Wörtern besteht. Das Tau stellt ebenfalls so eine Art Gesamtheit von mehreren aufgereihten Fasern oder Fäden dar, die zu einem Teil gebündelt werden.

Nun betrachten wir unsere beiden Sätze mit der jeweiligen neuen Sicht, dann kommt folgendes heraus:

حتى يلج الجملُ في سَمِّ الخِياط [h´atta yalejo aljamalo fi same elkhiaat´] bis das Tau ins Nadelöhr hineinginge (Sure 7 Vers 40)
كَأَنَّهُ جِمَالَتٌ صُفْرٌ [ka´annaho jemalaaton s´ofr] ähnlich wie gelbe Tauen (Sure 77 Vers 33)

Was eigentlich ins Nadelöhr hineinpasst ist ein Faden. Doch es ist eine physikalische Unmöglichkeit, ein Tau aus vielen gebündelten Fäden durch ein Nadelöhr hindurchzuführen. Und auf diese Weise kann das Gleichnis im Vers besser verstanden werden.

SonnenbildIm anderen Vers 77:33 sehen wir praktisch eine Beschreibung von Bildern, die wir heutzutage von Nahaufnahmen von der Sonne entnehmen: Schwenkende, gelbe, dicke Seile, die sich wie Peitschen drehen und wenden.

Gelobt ist Gott, der Herr der Welten!