Koran

Der Prophet, der schreiben konnte

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

7:158 … Glaubt also an Gott und an Seinen Gesandten, der ein ummy (derjenige, der das NT und die Tora nicht gelesen hat) Prophet ist. …

Das Wort „ummy“, welches wir gleich behandeln werden, wird als Begriff für jene Leute gebraucht, die die Evangelien und die Tora nicht gelesen haben. Die Bedeutung dieses Wortes, welches im Koran sechs mal vorkommt, wurde mit der Zeit verändert und als „Analphabet“ berühmt und gelang leider in quasi alle Korankommentaren und Übersetzungen.

Sofern Sie es wünschen, betrachten wir nun diese sechs Vorkommnisse des Wortes „ummy“. Dass das Wort „ummy“ nicht eine Bedeutung wie „Analphabet“ erhalten kann, wird aus diesen Versen ersichtlich:

2:78-79 Und unter ihnen gibt es ummy, die die Schrift nicht kennen. Alles was sie wissen, sind nur gewisse Vermutungen; sie folgen nur Annahmen. Wehe denen, die mit eigener Hand Bücher schreiben und sagen: „Diese sind von Gott“, damit sie einen geringen Gewinn erzielen. Wehe ihnen wegen ihrer mit eigener Hand geschriebener Bücher! Und wehe ihnen wegen des Gewinns, den sie dadurch erzielen!

Wie es ersichtlich ist, gibt es unter den Leuten der Schrift Personen, die die Tora und das Evangelium nicht kennen und deswegen die Bezeichnung „ummy“ erhalten. Diese Leute können mit ihren Händen schreiben. Ummy wird hier mit schreiben in Verbindung gebracht.

Die ummy Juden, die über das Buch Gottes nicht genügend Wissen besitzen, haben die vernommenen Gerüchte in der Mischnah gesammelt, geschrieben und zusammengestellt und dadurch ihre Religion degeneriert. Der Koran berichtet nicht umsonst von den Juden; auch nicht um uns Geschichten zu erzählen. Sie wird erzählt, damit wir nicht den gleichen Fehler und die gleichen Sünden begehen. Leider aber haben die „Muslime“ die Fehler der ummy Juden auf die gleiche Art und Weise wiederholt…

Der Vers 3:20 ist eine der Stellen, in der das Wort ummy vorkommt. Das Wort ummy wird hier für die Heuchler Mekkas gebraucht, welche die Evangelien und die Tora nicht kennen:

3:20 … Und sprich zu jenen, denen die Schrift gegeben wurde, und zu den ummy…

Ummy wird hier als Gegensatz für jene verwendet, die die Schrift erhalten haben. Es ist klar ersichtlich, dass die Bedeutung nicht „lese- und schreibunkundig“ sein kann. Wäre der Vers in der Form „Sprich zu den Schreib- und Lesekundigen und zu den ummy“, so lägen die Deutungen der falschen Übersetzungen korrekt. Gemäß Vers 3:20 bestand das arabische Volk zu Zeiten unseres Propheten am Anfang des Islam aus zwei Hauptgruppen:

  • Die Schriftbesitzer; Juden und Christen.
  • Die Ummy, die sich nicht mit den Büchern beschäftigen.

Die Bedeutung von Ummy liegt offen auf der Hand, wenn es unter den Leuten der Schrift Ummy gibt, die sich mit den Büchern nicht befassen (2:78,79), und wenn alle anderen außerhalb der Leute der Schrift Ummy sind (3:20; 3:75). Dass es außerhalb der Leute der Schrift viele Menschen gibt, die des Lesens und Schreibens kundig sind, zeigt noch einmal deutlich, dass die Bezeichnung „Analphabet“ falsch ist, weil der Vers 3:75 das Wort Ummy in seiner Bedeutung auf eine ganz klare Art und Weise offen legt.

Mekka war das Kulturzentrum der Araber im 7. Jahrhundert. Die Dichter-Wettbewerbe fanden dort statt. Die Gedichte, die den ersten Platz gewonnen hatten, wurden an die Kaaba gehängt, damit sie gelesen und auswendig gelernt wurden. Wenn das Gerücht stimmt, dass die gefangen genommenen Heuchler während des Bedir-Krieges nur dann freigelassen wurden, wenn sie den Muslimen das Lesen und Schreiben beibrachten, dann stellt sich heraus, dass der Durchschnitt der Leser und Schreiber in Mekka nicht weniger war als in den anderen Gebieten. Doch die Mekkaner befassten sich nicht mit den Schriften (Evangelien und Tora). Sie waren also ummy. Denn im 2. Vers der Sure Djumua werden die Mekkaner als „Ummy“ bezeichnet:

62:2 Er ist es, Der unter den Ummy einen Gesandten erweckt hat aus ihrer Mitte, ihnen Seine Zeichen vorzutragen, sie zu reinigen und sie die Schrift und die Weisheit zu lehren. Sie waren zuvor doch in einem offenkundigem Irrtum gewesen.

Der Koran unterscheidet das arabische Volk nicht, wie die meisten Übersetzer es behaupten, in eine schreib- und lesekundige Gruppe und in eine analphabetische Gruppe. Der Koran unterscheidet das arabische Volk in zwei Gruppen zwischen den Leuten der Schrift und den Leuten außerhalb der Schrift (ummy). Denn wenn das Thema aus der Sicht der koranischen Bekanntmachung betrachtet wird, so wird es ersichtlich, dass letztere Klassifizierung einen besseren Sinn ergibt.

Wenn der Koran Mohammed als ummy bezeichnet, so gibt er gleichzeitig eine Antwort auf eine Beschuldigung, die ihm gemacht wurde. Die Ablehner der prophetischen Verkündung behaupteten nämlich, dass er die Verse des Korans aus den Evangelien und der Tora übernähme (25:5; 68:15). Sie lehnten nicht ab, in dem sie behaupteten, dass der Prophet lesen und schreiben konnte.

Nachdem wir das Wort ummy und seine Bedeutung als „Leute außerhalb der Leute der Schrift“ betrachtet haben, möchten wir unsere Beweise und Behauptungen auflisten, dass der Prophet ein Ummy war, der aber lesen und schreiben konnte: – Um das Wunder des Koran zu vergrößern, haben die Gelehrten unseren Propheten als Analphabeten dargestellt.

– Die Erfinder der Analphabeten-Geschichte haben für diesen Zweck die Bedeutung des Wortes „ummy“ leicht verändert, obwohl der Koran dieses Wort stets für diejenigen braucht, die die Schriften (Evangelien und Tora) nicht kennen (2:78; 3:20; 3:75 ; 62:2).

– Die Araber des 7. Jahrhunderts haben als Zahlenziffer das Abjad-System gebraucht, welches aus den Buchstaben des Alphabets besteht. Nur schon allein um eine Rechnung aufzuschreiben müsste der damalige Kaufmann lesen und schreiben können. Bevor Mohammed ein Prophet wurde, war er ein internationaler Kaufmann. Die Araber haben erst im 9. Jahrhundert das Abjad-System verlassen, als die heute bekannten Ziffern aus Indien übernommen wurden.

– Die Orthographie des Koran ist anders zu betrachten als die restlichen arabischen Bücher. Das 19er System des Korans, ein mathematisches Wunder, beweist, dass der Koran Buchstabe für Buchstabe von Gott offenbart und geschützt wurde. Die unterschiedlichen Schreibweisen fußen nicht auf den persönlichen Entscheidungen der Offenbarungsschreiber. Z.B. werden die Wörter wie „salat“, „zakat“, „hayat“ nicht mit dem Buchstaben „Alif“, sondern mit dem Buchstaben „waw“ geschrieben. In 3:96 wird die Stadt Mekke als „Bekke“ geschrieben. Das Wort „bastatan“ in 7:69 wird nicht mit „sad“, sondern mit „sin“ geschrieben.

– Sie werden, wenn wir den ersten Vers aus der Sure Alaq zusammen mit der Basmalah nehmen, ohne auf den Koran zu schauen, sehen, dass Mohammed ein lese- und schreibkundiger Mann war. Die Basmalah besteht aus 19 Buchstaben, die erste Offenbarung (96:1-5) aus 76 (19×4) Buchstaben, die Sure Alaq ist vom Ende gezählt an der 19. Stelle des Korans und besteht selber aus 19 Versen und hat 285 (19×15) Buchstaben. Das Wort „bismi“ wird in der Basmalah und im 1. Vers unterschiedlich geschrieben. Der Prophet hat diese unterschiedlichen Schreibweisen diktiert. Sie dürfen entscheiden, wie folgerichtig es wäre, den Propheten als Analphabeten zu bezeichnen.

– Dass unser Prophet den Offenbarungsschreibern den Koran schreiben ließ, wird in den üblichen Büchern generell akzeptiert. Nehmen wir an, der Prophet war ein Analphabet bevor er ein Prophet war; Dass er 23 Jahre lang bei der Niederschrift des Korans 28 Buchstaben nicht lernen konnte, stellt eine Verleumdung gegen den Propheten in zweierlei Hinsicht dar: Diese Behauptung impliziert, dass er dermaßen unterentwickelt war, innerhalb 23 Jahren keine 28 Buchstaben lernen zu können oder dass er innerhalb dieser 23 Jahre die größten Bemühungen gezeigt hat, ein Analphabet zu bleiben. Kein Moslem kann eine Auswahl von diesen zwei Behauptungen auswählen.

– Angenommen, das Gerücht stimmt: Die im Bedir-Krieg gefangen genommenen Mekkaner wurden nur dann freigelassen, wenn sie zehn Muslimen das Lesen und Schreiben beibrachten. Wieso sollte der Prophet dem Lesen und Schreiben so eine Wichtigkeit zumessen und selber nicht lernen? Hat Gott ihm das Lesen und Schreiben etwa verboten? Die erste Offenbarung befiehlt zu lesen: „LIES!“ Wie kommt es, dass der Prophet seine Freunde anregt, sich von den Heuchlern Schreibunterricht geben zu lassen, aber selber die Ratschläge nicht befolgt? Tadeln die folgenden Verse ein solches Verhalten etwa nicht?

61:2 O ihr Gläubigen! Warum sagt ihr, was ihr nicht tut?
2:44 Wollt ihr den Menschen Aufrichtigkeit gebieten und euch selbst vergessen?

– Die aus den ersten fünf Versen der Sure Alaq bestehende erste Offenbarung regt dazu an, lesen und zu schreiben. Die zweite Offenbarung heißt „Schreibrohr“ und lobt das Schreiben.

Im Großen und Ganzen zeigen diese Beweise offen und klar, dass der Prophet ein Mann war, der lesen und schreiben konnte. Diejenigen, die das Wort ummy in seiner Bedeutung verzerren wollten, haben ebenfalls den Vers 29:48 in dieser Richtung zu manipulieren versucht. Die Übersetzung des Verses, welcher besagt, dass der Prophet vorher weder die Evangelien noch die Tora gelesen oder abgeschrieben hat, lautet wie folgt:

29:48 Und du hast vordem noch keine Schrift gelesen und auch keine mit deiner Rechten abgeschrieben, sonst hätten die Lügner (erst recht) zweifeln können.

Gemäß der Bedeutung, die traditionellen Übersetzer geben wollen, müsste der Prophet zumindest mit der Herabsendung des Koran lesen und schreiben lernen!

übersetzt von Kerem A.


Anhang vom Übersetzer:

Sechs Mal das Donnerstagsunglück aus Sahih Bukhary:
Für diejenigen, die diese Ahadith gerne überprüfen möchten, gibt es eine alternative Quellenangabe:

  • Bukhary: Band 4, Buch 52, Nummer 288; Band 4, Buch 53, Nummer 393; Band 5, Buch 59, Nummer 716
  • Muslim: Buch 013, Nummer 4014; Buch 013, Nummer 4015

 

[…] 3,39,114
Ibn Abbas sagte: Als die Schmerzen des Propheten sich verschlimmerten sagte er: „Gebt mir etwas zum Schreiben, damit ich euch etwas aufschreibe, nach dem ihr nicht in die Irre geht.“ Umar sagte: „Wahrlich, der Prophet wurde von dem Schmerz besiegt und wir haben das Buch Allahs, das uns ausreicht.“ Darauf stritten sie sich und viele Arme sagten: „Komm gehen wir und kümmern uns darum“. Und brachen in einen großen Streit aus. Daraufhin ging Ibn Abbas raus und sagte: „Dieses Geschehen ist das größte Unglück aller Unglücke mit dem Propheten und seinem Buch.“

[…] 75,17,5731
Ibn Abbas sagte: „Als der Gesandte Allahs im Haus zugegen war und Männer, unter ihnen Umar ibn Al Chatab, sagte der Prophet : „Auf los! Ich schreibe euch etwas auf, nach dem ihr damit nicht in die Irre geht.“ Umar sagte: „Wahrlich, der Prophet wurde von den Schmerzen besiegt und ihr habt den Quran. Das Buch Allahs reicht uns.“ Dem widersetzten sich die Leute des Hauses und widersprachen. Es waren von ihnen die sagten: „Bringt ihm etwas zum Schreiben, damit er uns etwas aufschreiben kann, wonach wir nicht in die Irre gehen.“ Und welche sagten das, was Umar sagte. Als des Gerede und der Widerstand zum Propheten größer wurden sagte er: „Geht!“. Ubaida Allah sagte: „Es war Ibn Abbas der sagte, dass dies wahrlich das größte Unglück aller Unglücke mit den Umständen zwischen dem Gesandten Allahs und dem Aufschreiben des Schriftstückes für sie mit ihrem lärmenden Streit.

[…] 56,176,3090
Er (Ibn Abbas) sagte: „Welch ein Donnerstag, Welch ein Donnerstag“ und dann weinte er bis der Boden von den Tränen getränkt wurde. Dann sagte er: „Als die Schmerzen des Propheten am Donnerstag schlimmer wurde sagte er: „Gebt mir etwas zu schreiben, damit ich euch etwas aufschreibe, damit ihr danach nie mehr in die Irre geht!“ Dann stritten sie sich, obwohl sie in der Gegenwart des Propheten nicht streiten sollten. „Verlasst mich, ich bin in einem besseren Zustand als was ihr mich fragt“. Und dann sagte er 3 Dinge seines Vermächtnisses. „Vertreibt die Muschrik aus der arabischen Halbinsel, zollt den ausländischen Abgeordneten denselben Respekt, den ich ihnen gezollt habe.“. Das dritte habe ich vergessen. Und Jaqub ibn Muhammed sagte: „Ich fragte Al Mughira ibn Abdu AL Rahman, was die arabische Halbinsel sei. Er sagte: „Mekka, und Medina und Yemen und Amman und Jaqub sagte: „Das war das erst mal, dass sie wie Ungeziefer hinkten“

[…] 97,27,7454
Ibn Abbas sagte: „Als wir in der Gegenwart des Propheten waren. Er sagte und es waren Männer im Haus unter ihnen Umar ibn AL Chatab. Er sagte: „Los, ich schreibe euch etwas, nachdem ihr nicht abirrt.“. Umar sagte: „Wahrlich, der Prophet ist von den Schmerzen besiegt und ihr habt den Quran. Das Buch Allahs genügt uns.“ Daraufhin widersprachen die Leute des Hauses und stritten. Es waren welche, die sagten: „Gebt ihm dies, damit de Gesandte Allahs euch aufschreibt, damit ihr nach dem nicht in die Irre geht. Und es waren welche darunter, die sagten, was Umar sagte. Als der Krach und der Streit beim Propheten mehr wurde sagte er: „Geht fort von mir“. Ubaida Allah sagte: „Dann sagte Ibn Abbas. Wahrlich, das war das größte Unglück aller unglücklichen Umstände zwischen dem Gesandthen Allahs und ihnen, dass er ihnen dieses Schreiben verfassen wollte und sie stritten und schreiten.

[…] 64,85,4476
Als der Prophet krank war und im Haus Männer sagte der Prophet : „Los, ich schreibe euch etwas, nachdem ihr nicht in die Irre geht“. von ihnen: „Wahrlich die Schmerzen haben den Propheten besiegt und ihr habt den Quran. Das Buch Allahs genügt uns. Daraufhin stritten sich die Leute im Haus. Einige von ihnen sagten: „Bringt ihm das, damit er euch ein etwas aufschreibt, damit ihr nach diesem nicht in die Irre geht.“ Und andere sagten etwas anderes als das. Nachdem der Krach und Streit mehr wurde sagte der Gesandte Allahs . „Steht auf“. Ubaida Allah sagte: „Danach sagte Ibn Abbas: „Wahrlich, das war das größte Unglück aller unglücklichen Umstände zwischen dem Gesandten Allahs und ihnen. Das er es bei ihrem Krach nicht schreiben konnte.

[…] 58,6,3204
Ibn Abbas sagte: „Welch ein Donnerstag, Was war geschehen am Donnerstag!“ Dann weinte er, bis die Tränen hasa. Ich sagte: „Oh Aba Abbas, Was war an diesem Donnerstag?“. Er sagte: „Die Schmerzen des Gesandten Allahs wurden schlimmer und er sagte: „Gebt mir etwas zu schreiben, damit ihr nach diesem niemals in die Irre geht.“ Darauf stritten sie sich, obwohl sie in der Gegenwart des Propheten nicht streiten sollten. Sie sagten: „Was ist mit ihm. Geht fort. Er weiß nicht, was er sagt.“. Er sagte: „Ich bin in einem besseren Zustand als ihr behauptet und ich befehle euch drei Dinge“. Er sagte: „Vertreibt die Muschrik aus der arabischen Halbinsel, Zollt den Abgeordneten den gleichen Respekt wie ich es getan habe. Und etwas drittes. Über das dritte schwieg er. Und dann sagte er: „Das dritte habe ich vergessen“. Sufian sagte: „Das sagte Sulaiman“.

In allen sechs Ahadith sagt der Prophet: „Ich schreibe euch …“ Wie sollte er schreiben, wo er doch weder lesen und schreiben konnte. Oder konnte er selbst gemäß den widersprüchlichen Darstellungen in den Ahadith vielleicht doch Lesen und Schreiben?

Polygamie – Mehrehe?

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Polygamie war eine Lebensform bis der Koran vor 1400 Jahren offenbart wurde. Als die Erde noch jung und unterbevölkert war, war Polygamie eine Form die Erde zu bevölkern. Zur Zeit des Koran war die Welt zu genüge bevölkert und der Koran setzte die ersten Grenzen gegenüber der Polygamie. Sie wird im Koran immer noch erlaubt, aber unter streng einzuhaltenden Umständen. Jeglicher Missbrauch dieser göttlichen Zulassung zieht eine strenge Bestrafung mit sich. Somit wird von uns gefordert, obwohl Polygamie von Gott erlaubt wurde, unsere Umstände sorgfältig zu untersuchen bevor wir sagen können, dass eine bestimmte, polygame Beziehung erlaubt sei.

Unser perfektes Beispiel ist der Prophet Mohammed. Er war mit einer Frau, Khadijah, verheiratet, bis sie starb. Er hatte all seine Kinder, außer eines, von ihr. Somit genossen sie und ihre Kinder die völlige Aufmerksamkeit des Propheten so lange, wie sie miteinander verheiratet waren: für 25 Jahre. Für alle praktischen Zwecke hatte Mohammed eine Frau – vom Alter 25 bis 50. In den verbleibenden 13 Jahren seines Lebens heiratete er die alten Witwen seiner Freunde, die viele Kinder hinterließen. Die Kinder brauchten ein komplettes Zuhause mit einer Vaterfigur und der Prophet bot dies an.

Eine Vaterfigur für die Waisenkinder anzubieten ist der einzige, spezifische Umstand, der die Polygamie aus koranischer Sicht erlaubt (4:3).

Dieses perfekte Beispiel zeigt uns, dass ein Mann seine ganze Aufmerksamkeit und Loyalität seiner Frau und seinen Kindern schenken muss, um eine glückliche und gesunde Familie aufzubringen. Der Koran betont die Einschränkungen gegen die Polygamie mit sehr strengen Worten: Falls ihr dann befürchtetet, ungleichmäßig zu handeln, dann nur eine einzige oder eine, die unter eurem Recht steht. (4:3)

 

4:129 Ihr könnt nicht mit allen Frauen gerecht sein, auch wenn ihr euch sehr darum bemüht.

 

Die koranischen Einschränkungen gegen die Polygamie betonen die Möglichkeit, Gottes Gesetz missbrauchen zu können. Deswegen haben die Männer, bis sie absolut sicher sind, dass Gottes Gesetz nicht missbraucht wird, ihrer Lust zu widerstehen und müssen von der Polygamie fernbleiben. Verlangen die Umstände nicht nach einer Polygamie, so haben die Männer ihre ganze Aufmerksamkeit einer einzigen Frau und den Kindern von ihr zu schenken.

Das soziale und psychologische Wohlergehen der Kinder, besonders in Ländern, in denen Polygamie verboten wird, diktieren fast ausnahmslos die Monogamie. Einige grundlegende Kriterien müssen befolgt werden, wenn eine Polygamie in Betracht gezogen wird:

  1. Sie muss Schmerz und Leiden vermindern und nicht verursachen.
  2. Wenn Sie eine junge Familie haben, ist es fast selbstverständlich, dass Polygamie ein Missbrauch wäre.
  3. Die betriebene Polygamie, um mit einer jüngeren Frau zusammen zu sein, stellt den Missbrauch von Gottes Gesetz dar (4:19).

Speziell in Kriegssituationen kann es erlaubt sein, verwitwete Frauen zu heiraten, um den Witwen und den Waisen eine ökonomische und psychologische Stütze zu sein. Jedoch sollten diejenigen, welche den Mut aufzeigen eine Polygamie zu führen, versuchen sie alle gleich zu behandeln. Doch Vers 4:129 zeigt, dass dieses Ideal nie erreicht werden kann.

 

4:129 Ihr könnt mit den Frauen nicht gerecht sein, so sehr ihr es auch wünschen möget. Aber neigt euch nicht gänzlich einer zu, so dass ihr die andere gleichsam in der Schwebe lasst. Doch wenn ihr die Situation bessert und rechtschaffen seid, so ist Gott Allverzeihend, Barmherzig.

4:3 Und falls ihr befürchtetet, dass ihr gegenüber den Waisen nicht gerecht seid, so heiratet, was euch gut schien von den Frauen, zwei, drei oder vier gleichzeitig. Falls ihr dann befürchtetet, ungleichmäßig zu handeln, dann nur eine einzige oder eine, die unter eurem Recht steht. Das ist das Mindeste, dass ihr nicht hilfsbedürftig seid

4:127 Man ersucht dich um Auskunft über die Frauen. Sage: „Auskunft über sie gibt euch Gott und das, was euch im Buch vorgetragen wird über die Waisen der Frauen, denen ihr nicht zukommen lasst, was für sie festgeschrieben ist, und die ihr zu heiraten begehrt, ebenso den geschwächten Kindern (denen ihr ihren Anteil nicht zukommen lasst): Dass ihr für die Waisen in Gerechtigkeit einsteht. Und was ihr an Gutem tut, gewiss, so war Gott dessen wissend.“

 

Dieser Vers wurde durch die Beeinflussung der althergebrachten Lehren (Hadith und Sunna) falsch übersetzt und anstelle einer Heirat mit den verwitweten Müttern der Waisenkinder vorzusehen, eine Heirat mit den Waisenkindern erfunden und somit eine nicht im Koran vorhandene pädophile Praxis in den Koran eingebunden.

übersetzt von Kerem A.

Eine Anmerkung des Übersetzers

Der Vers 4:127 wird leider in fast allen Übersetzung falsch wiedergegeben. In 4:127 geht es nicht um die weiblichen Waisen, sondern um die Frauen, die sich um die Waisen kümmern, die im Normalfall auch ihre Mütter sind. Der Ausdruck yatāmá an-nisāʾ al-lātī (die Waisen der Frauen, die…) ist hier auf Arabisch ziemlich eindeutig, da der Begriff an-nisāʾ (die Frauen) ein weiblicher Plural ist. Ebenso bezieht sich das Relativpronomen al-lātī (diejenigen) auf Arabisch auf einen weiblichen Plural. Das Wort yatāmá (Waisen) hingegen ist auch im Plural und nach den Regeln der arabischen Grammatik mit einem männlichen Relativpronomen zu referenzieren. Einfacher gesagt: Das Wort Waisen wird auf Arabisch grammatikalisch männlich behandelt, das Bezugswort al-lātī hingegen bezieht sich auf etwas Weibliches. Demzufolge sind die Waisen ausgeschlossen.

Hierbei geht es nicht also um eine etwaige Heirat der Waisen, sondern um die Heirat mit den Frauen, die sich um die Waisen kümmern. Auf Deutsch lässt sich dies leider nicht genau wiedergeben, das denen im Satz „denen ihr nicht zukommen lasst…“  ist leider mehrdeutig. Es sind die Frauen gemeint, die in diesem Vers als „die ihr zu heiraten begehrt“ beschrieben werden. Keineswegs ist hier von irgendwelchen minderjährigen weiblichen Waisen die Rede!

Wie so viele Passagen der Lesung (arabisch: al-qurʾān) wurde der Vers 4:127 auf eine schreckliche Weise verzerrt, damit durch die traditionelle Darstellung die lüsternen Wünsche von Patriarchen befriedigt werden können. Weitere Artikel, die über Fehlübersetzungen in Bezug auf eine pervertierte, männlich dominierte Sexualität aufklären:

Kind springt zum Vater

Wer oder was ist dein Gott?

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Die meisten Leute sind empört über diese Frage. Sie fragen: „Was meinst du mit ‚Wer oder was ist dein Gott?'“ und antworten: „Mein Gott ist der Schöpfer der Himmel und der Erde.“ Und die meisten dieser Leute werden schockiert sein, wenn sie herausfinden, dass ihre Proklamation, dass ihr Gott der Schöpfer der Himmel und der Erde sei, nichts anderes als Lippenbekenntnis ist und dass sie in Wahrheit für die Hölle vorbestimmt sind (12:106).

Ihr Gott ist wer oder was auch immer Ihre Gedanken die meiste Zeit beschäftigt.

Ihr Gott können Ihre Kinder sein (7:190), Ihr Ehepartner (9:24), Ihr Geschäft bzw. Ihre Arbeit (18:35) oder Ihr Ego (25:43). Dies ist der Grund wieso es uns auffällt, weswegen das wichtigste und meist wiederholte Gebot im Koran folgender ist:

33:41-42 O ihr Gläubigen, gedenkt Gottes häufig und lobpreist Ihn Tag und Nacht!

Um dieses Gebot in die Praxis umzusetzen, müssen wir uns gewisse Angewohnheiten aneignen, bei denen wir es garantieren können, dass Gott unsere Gedanken mehr beschäftigt als alles andere. Der Koran hilft uns, solche seelenrettende Angewohnheiten zu etablieren:

1, Die Kontaktgebete (Salat):

Jene, die ihre täglichen Gebete verrichten, kommen einen erheblichen und bedeutenden Schritt näher, Gott bedeutsam zu gedenken. Die Gebete helfen uns nicht nur Gott während den wenigen Minuten zu gedenken, sondern auch während der der Zeit der Erwartung (der Gebete). Um 11:00 Uhr kann jemand auf seiner Uhr nachsehen, ob das Mittagsgebet bereits fällig ist. Diese Handlung verursacht das Gedenken Gottes, und dies wird dementsprechend gutgeschrieben (20:14).

2. Das Gedenken Gottes vor dem Essen:

Vers 6:121 ermahnt uns, Gottes Namen auszusprechen, bevor wir essen:

Und esst nicht von dem, worüber Gottes Name nicht ausgesprochen wurde.

3. So Gott will (IN SHAA ALLAH):

18:23-24 Und sprich nie von einer Sache: „Ich werde dies oder jenes morgen tun“, es sei denn (du fügst hinzu): „So Gott will“ (insha’Allah). Und gedenke deines Herrn, wenn du dies vergessen hast, und sprich: „Ich hoffe, mein Herr wird mich noch näher als diesmal zum rechten Wege führen.“

Dies ist ein direkter Befehl, den wir ausführen müssen, ungeachtet dessen, mit wem wir sprechen.

4. Gottes Geschenk (MAA SHAA ALLAH):

Um Gottes Schutz für unsere geliebten Objekte – unsere Kinder, unsere Autos, unsere Häuser etc. – anzuflehen, werden wir in 18:39 ermahnt „Maa shaa Allah“ zu sagen (Dies ist Gottes Geschenk) [Anm. d. Übers.: eigentlich wörtl. ‚was Gott wollte‘].

5. Lobpreise Gott Tag und Nacht:

Wenn wir etwas essen, sollten wir nicht wie die Tiere sein; wir müssen über die Schöpfung Gottes nachdenken, wenn wir etwas essen – Geschmack, Genuss, den wir dank unserer Sinne, die Gott uns gegeben hat, empfinden, die perfekte Verpackung der Banane oder der Orange, die Verschiedenheiten der Meeresnahrungen etc. – und Ihn lobpreisen, wenn wir Seine Versorgungen verzehren. Wenn wir eine schöne Blume, schöne Tiere oder wunderbare Sonnenuntergänge sehen, dann müssen wir Gott lobpreisen. Wir müssen jede mögliche Situation ausnützen, um Gott zu gedenken und Ihn zu lobpreisen, sodass Gott unser Gott wird.

6. Die Erste Äußerung:
Machen Sie es sich zur Gewohnheit, jeden Morgen im Moment des Erwachens

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen. Es gibt keine Gottheit außer Gott.

zu sagen. Wenn Sie sich dieses Verhalten angewöhnen, so ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie am Tag der Auferstehung als erstes das Gleiche sagen werden, so Gott will.


12:106 Die meisten unter ihnen, die an Gott glauben, stellen Ihm gleichzeitig Götzen zur Seite.

7:190 Wenn ihnen das gesunde Kind geboren wird, gesellen sie Gott, der allein ihnen die Gabe beschert hat, andere Gottheiten bei. Erhaben ist Gott über alles, was man Ihm beigesellt.

9:24 Sprich: „Wenn euch eure Eltern, Kinder, Geschwister, Ehepartner, Verwandten und das von euch erworbene Vermögen und der Handel, um dessen Rückgang ihr bangt, und die Wohnstätten, die ihr gern habt, euch lieber sind als Gott, Sein Gesandter und die Anstrengung auf dem Wege Gottes, dann wartet Gottes schwerwiegendes Urteil ab!“ Gott leitet die Frevler nicht zum rechten Pfad.

18:35 Und er betrat seinen Garten, während er sündig gegen die eigene Seele war. Er sprach: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser je zugrunde gehen wird.“

25:43 Hast du den gesehen, der seine persönliche Neigung zu seinem Gott macht?

20:14 Wahrlich, Ich bin Gott. Es ist kein Gott außer Mir; darum diene Mir und verrichte das Gebet zu Meinem Gedenken.

übersetzt von Kerem A.

Evolution: Göttlich kontrolliert

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Wir lernen aus dem Koran, dass die Evolution eine göttlich angeordnete Tatsache ist.

  • Das Leben begann im Wasser: Gott hat alle Lebewesen aus Wasser erschaffen. (21:30 und 24:45)
  • Die Menschen sind keine Abkömmlinge der Affen: Den Menschen erschuf Er zuerst aus Lehm. (32:7)
  • Der Mensch wurde aus „altem“ Schlamm erschaffen: Ich erschaffe einen Menschen aus ‚altem‘ Lehm. (15:28)

Evolution ist nur innerhalb einer gegebenen Spezies möglich. Beispielsweise entwickelt sich die Navelorange aus gesetzten Orangen, nicht aus Äpfeln. Die Wahrscheinlichkeitsgesetze schließen eine Möglichkeit der zufälligen Evolution zwischen den Spezies aus. Ein Fisch kann sich nicht zu einem Vogel entwickeln; ein Affe kann nie zu einem Menschen werden.

 

Wahrscheinlichkeitsrechnungen schließen Darwins Evolution aus!

Darwins berühmte Stellungnahme, dass „Leben aus einer ‚einfachen‘ Zelle begann“ ist lächerlich. In unserer Computer-Zeit haben wir mathematische Gesetze, welche uns zeigen, ob gewisse Ereignisse wahrscheinlich sind oder nicht. Werfen wir fünf mit Nummern versehene Würfel in die Luft und lassen sie anschließend in eine gerade, geführte Linie fallen, so zeigen uns die Wahrscheinlichkeitsgesetze, dass die Anzahl der möglichen Kombinationen 1×2×3×4×5 = 120 Kombinationen beträgt. Die Wahrscheinlichkeit, irgendeine Kombination aus diesen Möglichkeiten zu erhalten, beträgt 1 zu 120 oder 1/120 oder 0.0083.

Diese Wahrscheinlichkeit verkleinert sich schnell, wenn wir die Anzahl der Würfel vergrößern. Wenn wir sie durch einen Würfel vergrößern, so erhalten wir 1×2×3×4×5×6 = 720 Kombinationen. Die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Kombination zu erhalten, vermindert sich zu 1/720 oder 0.00139.

Mathematiker, die sehr exakte Wissenschaftler sind, stimmen im Allgemeinen überein, dass die Wahrscheinlichkeit auf „Null“ fällt, wenn wir die Anzahl der Würfel auf 84 vergrößern. Arbeiten wir mit 84 Würfeln, verringert sich die Wahrscheinlichkeit auf 209×10-50 oder

 

0.0000000000000000000000000000000000000000000000000209

 

Darwins berühmte Stellungnahme, dass „Leben aus einer ‚einfachen‘ Zelle begann“ ist lächerlich.

Vor 50 Jahren schrieben Huxley und Wells, dass im Zellkern nichts außer einer klaren Flüssigkeit zu erkennen sei. Heute wissen wir, dass die Zelle eine extrem komplexe Einheit mit Milliarden von Nukleotiden (Grundbaustein der DNA) im Genmaterial im inneren des Zellkerns ist, in der Millionen biochemischer Reaktionen stattfinden. Die Wahrscheinlichkeitsrechnungen sagen aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Anordnung der korrekten Nukleotidsequenz innerhalb der DNA null ist. Wir sprechen nicht von 84, sondern von Milliarden Nukleotiden die in einer bestimmten Reihenfolge arrangiert werden müssen.

Einige Verfechter der Evolutionstheorie argumentierten, dass das menschliche Genom zu 90% mit dem eines Affen übereinstimme. Selbst bei einer Übereinstimmung von 99% sprechen wir hier immer noch von 300’000’000 Nukleotiden, die sich durch Zufall neu arrangiert haben müssten, um den Affen in einen Menschen zu verwandeln. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ist dies eine vollkommene Unmöglichkeit. Das menschliche Genom enthält 30’000’000’000 Nukleotide. 1% davon entsprächen 300’000’000.

Ein passendes Zitat von Professor Edwin Conklin:

Die Wahrscheinlichkeit, dass Leben aus Zufall entstünde, ist vergleichbar mit der Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Großwörterbuch aus einer Explosion in einer Druckerei ergibt.

Die Charaktereigenschaften der Muslime

Muslime ergeben sich Gott allein

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

 

17:9 Wahrlich, dieser Koran leitet zum wirklich Richtigen und bringt den Gläubigen, die gute Taten verrichten, die frohe Botschaft, auf dass ihnen großer Lohn zuteil werde.

27:81 und 30:53 Du kannst die, die sich blind stellen, nicht vom Irrtum abbringen und rechtleiten. Du kannst nur die hören lassen, die gewillt sind, an Unsere Zeichen zu glauben und sich Uns ergeben. (siehe auch 40:13 und 43:69)

2:112 Doch wer sich Gott hingibt und Gutes tut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn; und diese werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein. (siehe auch 31:22)

25:30 Und der Gesandte (Mohammed) wird (am Tage des Gerichts) sprechen: „O mein Herr! Mein Volk hat wahrlich diesen Koran verlassen!“

 

Wir wollen hier einführend das Thema „der ideale Charakter des Muslim gemäß Koran“ behandeln. Dafür müssen wir zuerst wissen, wie das Wort „Muslim“ überhaupt zu verstehen ist.

Muslim bedeutet in deutscher Übersetzung schlicht und einfach: Ergebener. Es ist nicht von ungefähr, dass die Wörter Islam (Hingabe / Ergebung) und Muslim (Ergebener) vom gleichen Wortstamm S-L-M abstammen, aus dem auch das Wort Salam (Frieden) abgeleitet wird. Wenn man sich ergibt und/oder hingibt, leistet man keinen Widerstand; und die Absenz von Widerstand bedeutet Frieden. In religiösem Sinne bedeutet das also, dass der Mensch ein Muslim ist, wenn er sich Gott ergeben hat, wenn er sozusagen seinen Frieden mit Gott geschlossen hat. Der Name „Muslim“ stellt keinen besonderen Status oder auch keinen spezifischen Namen dar, sondern ist das Paradigma ALLER Gläubigen (Christen, Juden, Muslime und weitere…). Ergebener zu werden ist der erste Schritt aller Gläubigen. Der Glauben verankert sich erst dann stetig weiter, so Gott will (vgl. 49:14). Die Bezeichnung Ergebener hat uns Gott durch Abraham zuteil werden lassen, wie wir aus folgendem Koranvers entnehmen:

 

22:78 Und eifert in Gottes Sache, wie dafür geeifert werden soll. Er hat euch erwählt und hat euch nichts auferlegt, was euch in der Religion bedrücken könnte, der Religion eures Vaters Abraham. Er (Gott) ist es, Der euch vordem schon Muslime nannte und (nun) in diesem (Buch ebenfalls), damit der Gesandte Zeuge über euch sei und damit ihr Zeugen über die Menschen sein möget. Also verrichtet das Gebet und zahlt die Almosen und haltet an Gott fest. Er ist euer Beschützer, der beste Beschützer und der beste Helfer!

 

Alle Gesandten haben die gleiche Botschaft überliefert (Dient Gott allein) und ließen es verkünden, dass sie Ergebene seien. Noah, Moses, Salomon, Jesus und ihre Anhänger bekannten ebenfalls, Ergebene zu sein (10:72, 10:84, 27:31, 5:111). Sie alle ergaben sich dem Schöpfer der Welten freiwillig und aus vollstem Herzen.

Wenn der Spieß umgedreht und der freie Wille des Menschen zur Seite geschoben wird, so muss auch gesagt werden, dass ein Mensch sich den Naturgesetzen unterwerfen muss, die Gott geschaffen hat. Es gab bis jetzt noch keinen Menschen, der aus sich selbst heraus entschied, die genetische Codierung in der DNS selbst vorzunehmen.

 

3:83 Können sie sich denn etwas anderes wünschen als die Religion Gottes, wo sich doch Ihm – sei es freiwillig oder widerwillig – (alle) ergeben haben (aslama), die im Himmel und auf Erden sind? Und zu Ihm werden sie zurückgebracht.

13:15 Vor Gott beugen sich – willig oder unwillig – alle Wesen in den Himmeln und auf Erden, desgleichen alle Schatten mittags und in der Dämmerung.

 

Sogar die Ableugner beugen sich vor Gott, d.h. sie akzeptieren (un)bewusst und/oder (un)gewollt die Allmacht Gottes und unterwerfen sich Seinen Gesetzen. Jeder Mensch, ob er will oder nicht, ergibt sich den Naturgesetzen Gottes. Jene, die die Allmacht Gottes nicht akzeptieren wollen, können in Spekulationen über die Kontrolle ihrer Körper verfallen. Jedoch prägt der Koran ein einfaches Beispiel, welches die Ableugner nicht zu umgehen vermögen: Der Schatten des Menschen beugt sich vor Gott. In anderen Worten liegt es außerhalb der Kontrolle eines Menschen, Einfluss in die Umdrehung der Erde um die Sonne zu nehmen, welche die Schattenbewegungen bestimmen. Die von der Sonne geworfenen Schatten sind nach Tag, Zeit und geografischen Koordinaten bestimmt.

 

41:11 Dann wandte ER sich dem Himmel zu, während er noch Rauch war, dann sagte ER ihm und der Erde: „Kommt beide freiwillig oder widerwillig!“ Beide sagten: „Wir kamen freiwillig.“

 

Alle Galaxien und ihre „Inhalte“ sind Muslime, die den physikalischen Gesetzen Gottes gehorchen. Mit diesem Verständnis gelangt man auch weiter zur Gottesfurcht, wenn man bedenkt, dass sich eine eigentlich „leblose“ Flasche Gott ergibt, weil sie stets die Gesetze befolgt, die Gott auferlegt hat. Dieses Prinzip wird ein weiteres Mal in 2:74 deutlich:

 

2:74 … und es gibt Steine, die aus Furcht vor Gott herabfallen. Gott entgeht nichts von euren Taten.

 

Ein Gottergebener sollte also wissen, dass alles Erschaffene lebendig ist. Es sind nicht nur einfache chemische Verbindungen oder molekulare Zusammensetzungen, sondern Leben, wie wir auch. Gepriesen sei also der König, der Gestalter, der Bildner und der Erschaffer von allem, der Leben gibt und nimmt, wie Er will! Gepriesen sei Gott, der auch die „Djinns“ erschaffen hat, unter denen es ebenfalls Ergebene gibt, wie wir aus Sure „Djinn“ erfahren (dürfen):

 

72:14 Und unter uns gibt es Ergebene (al-muslimiena) und Frevler. Diejenigen nun, die ergeben sind, folgen der rechten Leitung.

 

Es sollte indes aber deutlich bemerkt werden, dass es nicht ausreicht, sich physisch Gott zu ergeben, um die Erlösung zu erlangen. Das deutlichste Beispiel für uns ist immer noch Pharao, der die Kinder Israels peinigte, verspottete und schließlich verfolgte und sich erst kurz vor seinem Tod Gott ergab.

 

10:90-92 Wir ließen die Kinder Israels das Meer durchqueren. Und Pharao und seine Truppen verfolgten sie widerrechtlich und feindlich. Als er nahe daran war, zu ertrinken, sprach er: „Ich glaube, dass es keinen Gott gibt außer dem, an den die Kinder Israel glauben. Und ich gehöre zu denen, die sich (ihm) ergeben haben (al-muslimina).“ Wie? Jetzt? Wo du bisher ungehorsam und einer derer warst, die Unheil stifteten? Heute erretten Wir deinen Leib, damit du zum Zeichen für die wirst, die dir nachfolgen werden. Viele Menschen achten nicht gebührend auf Unsere Zeichen.

 

Gott schützte, indem er den Ägyptern ein spezielles Wissen der Mumifizierung gegeben hat, die Leiche der Pharaonen. Die Leiche Pharaos wird heute im Kairoer Museum in Ägypten gelagert. Die Leiche dient uns heute also als ein lebendiges Zeichen Gottes…

 

15:2 Die Ableugner werden oftmals im Jenseits wünschen, sie hätten an Gott geglaubt und sich Ihm ergeben.

39:54 Kehrt euch zu eurem Herrn, und ergebt euch Ihm, bevor die Strafe über euch kommt; (denn) dann werdet ihr keine Hilfe finden.

 

Damit uns solches nicht widerfährt, dass wir nicht auch wie Pharao erst kurz vor unserem Tod (dies können auch nur wenige Jahre vor unserem Tod sein) uns Gott ergeben, sollten wir Gott, wie unser Vorbild Abraham bereits, darum anflehen, anbeten und bitten, uns Ergeben zu machen:

 

2:128 Und, unser Herr, mach uns Dir ergeben und aus unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde, die Dir ergeben ist.

46:15 … Wenn er bis zur vollen Kraftentfaltung herangewachsen und vierzig Jahre alt ist, sagt er: „Mein Herr! Bringe mich dazu, Dir für Deine Gnade zu danken, die Du mir und meinen Eltern erwiesen hast, gute Werke zu verrichten, die dir wohl gefallen, und lasse meine Nachkommen rechtschaffen sein! Ich komme reumütig zu Dir und gehöre zu denen, die sich Dir ergeben.“

 

Denn wie wir folglich entnehmen werden können, wurde es mehreren Gesandten und Propheten bereits befohlen, sich Gott zu ergeben:

 

6:71 … Sprich: „Gottes Führung allein ist die (nötige) Führung, und uns ist befohlen, uns dem Herrn der Welten zu ergeben.“

6:163 Er hat niemanden neben Sich. Dies (zu bekennen) wurde mir befohlen. Und ich bin der erste von denen, die sich (Gott) ergeben haben (al-muslimiena).

10:72 Wenn ihr euch (von der Botschaft) abwendet, so bedenkt, dass ich euch um keinen Lohn gebeten habe. Meinen Lohn bekomme ich von Gott allein. Mir wurde geboten, mich unter die zu reihen, die sich ergeben.“

 

Siehe auch 6:14, 27:91, 39:12 und 40:66. Folgende Versangaben handeln ebenfalls von den früheren, vergangenen Ergebenen: 2:131-133; 3:52,67; 12:101; 27:38,42; 28:52-53; 37:103; 38:24,30; 51:36.

 

3:102 O ihr Gläubigen! Fürchtet Gott, wo wie man ihn fürchten soll! Ihr sollt nur als an Gott hingegebene sterben, wenn euch der Tod überrascht.

7:126 … Unser Herr, gewähre uns viel Geduld und nimm uns als Ergebene zu Dir!

 

Ebenso sprach dereinst Joseph:

 

12:102 Mein Herr! Du hast mir vom Königtum zuteil werden lassen und lehrtest mich von der Deutung der Träume – Du Schöpfer der Himmel und Erde -, Du bist mein Beschützer im Diesseits und im Jenseits, lasse mich als Ergebener sterben und nimm mich unter die Rechtschaffenen auf!

 

Es ist also von entscheidender und essentieller Bedeutung, früh genug ein Gottergebener zu werden, falls Gott und Seine Botschaft erkannt wurde, und als ebenso einer zu sterben. Denn, wie kann Gott die Menschen bestrafen, die zuvor noch keinen wahrhaftigen Zeichen Gottes begegnet sind? Nein, Gott vergibt denjenigen, die sich im entscheidenden Moment, auch wenn kurz vor dem Tod, Gott ergeben. Als deutliches Beispiel dienen die damaligen Scharlatane zu Pharaos Zeiten:

 

Moses fordert den mächtigen Diktator Pharao heraus

7:103-115 Dann entsandten Wir nach ihnen Moses mit Unseren Zeichen zu Pharao und seinen Notabeln, aber sie lehnten sie unrechtmäßig ab. Achte auf das Ende der Unheilstifter! Moses sprach: „Pharao! Ich bin ein Gesandter Gottes, des Herrn der Welten. Ich bin verpflichtet, nichts anderes über Gott zu verkünden, als die Wahrheit. Ich bin zu euch mit einem eindeutigen Beweis von eurem Herrn gekommen. Lass die Kinder Israels mit mir ziehen!“ Pharao erwiderte: „Wenn du mit einem Zeichen gekommen bist, weise es vor, wenn du die Wahrheit sagst!“ Da warf Moses seinen Stock hin, und er wurde auf der Stelle zu einer grossen Schlange. Und er streckte seine Hand hervor und sie war für alle, die hinsahen, weiß. Da sagten die Notabeln um Pharao: „Das ist wahrlich ein kenntnisreicher Zauberer! Er will euch aus eurem Land vertreiben. Was veranlasst ihr nun?“ Sie sagten: „Halte ihn mit seinem Bruder hin, und schicke in die Städte Boten, sie sollen dir die geschicktesten Zauberer bringen.“ Die Zauberer erschienen vor Pharao und sprachen: „Wir bekommen doch bestimmt einen hohen Lohn, wenn wir die Sieger sind?“ Er antwortete: „Ja, und ihr werdet zu meinen Vertrauten gehören.“ Da sprachen sie: „Moses! Entweder wirfst du zuerst, oder wir sind es, die zuerst werfen.“

 

Zauberei und Magie:
Zusammenspiel aus psychologischer Eingebung und Illusion

7:116-117 Er sagte: „Werft ihr!“ Und als sie geworfen hatten, haben sie die Augen der Menschen verzaubert und ihnen Angst eingejagt. Und sie vollbrachten gewaltige Magie. Und Wir offenbarten Moses: „Wirf deinen Stock!“ Und siehe, er verschlang alles, was sie an Trug vorgebracht hatten.

 

Magie und Talismane sind je ein Teil der Scharlatanerie. Dieses Thema hat keine metaphysische Sicht. Die Magier zu Moses‘ Zeiten haben das Volk durch Hypnose unter ihr Einfluss genommen und spielten ihren Augen mit Illusionen etwas vor. Moses hat durch Gottes Erlaubnis eine die Illusionen schluckende Wahrheit ans Licht gebracht, und so das in Trance verfallene Volk aufgeklärt. Dass das Zeichen von Moses keine Illusion war, wussten die Zauberer selbst am besten und haben, sogar zum Preis ihres eigenen Lebens, an ihn geglaubt.

Die Scharlatane, die mit ihren Behauptungen der Heilgebung und Zauberentkräftung das naive Volk ausnützen, kommen eiligst in die Krankenhäuser, wenn Menschen erkranken. Leider erhalten die Schwätzer und Scharlatane in Völkern, wo unbekannte Krankheiten verbreitet sind, großes Interesse. James Randi, der selbsterklärte Gegner von Pseudowissenschaften und bekannt durch seine „Eine-Million-Dollar-Herausforderung“, hat Gott sei Dank diesen Scharlatanen den Krieg erklärt!

 

Die Wissenden erkennen die Wahrheit

7:118-126 Bewiesen war die Wahrheit, und ihr Trugwerk war entlarvt. So wurden sie dort besiegt und kehrten danach erniedrigt um. Und die Zauberer trieb es, in Anbetung niederzufallen. Sie sprachen: „Wir glauben an Gott, den Herrn der Welten, den Herrn von Moses und Aaron…“ Pharao sprach: „Glaubt ihr wirklich an Ihn, bevor ich es euch erlaube? Das ist eine Verschwörung, die ihr in der Stadt geschmiedet habt, um ihre Bewohner zu vertreiben. Ihr werdet bald wissen, wie ich eure Untat bestrafen werde. Ich werde eure Hände und Füße wechselseitig abhacken und euch alle zusammen kreuzigen.“ Sie sagten: „Wir werden (sowieso) zu unserem Herrn zurückkehren. Du nimmst uns nur übel, dass wir an die Zeichen Gottes, unseres Herrn, glaubten, als sie uns erreichten. Gott, unser Herr, gewähre uns viel Geduld und nimm uns als Gottergebene zu Dir!“

 

Bevor wir nun zum eigentlichen Thema übergehen, will ich noch über den Abfall vom Glauben sprechen.

 

3:80 Und Er gebietet euch nicht, euch die Engel oder die Propheten zu Herren zu nehmen. Sollte Er euch die Ableugnung gebieten, nachdem ihr (Ihm) ergeben geworden seid?

 

Jene „Muslime“, die dem Propheten Mohammed nicht mehr „Gottes Sohn“ sagen konnten, wurden Götzendiener, indem sie ihm etliche Titel zuschrieben und ihn idolisierten. Beispiele: In der Schahadah haben sie seinen Namen zu Gottes Namen hinzugefügt, während dem Gebet wurde sein Name gepriesen, sein Name wurde zum Gebetsruf (Adhan) hinzugefügt und sie haben ihn sogar zum höchsten Propheten ernannt. Mit ihren Fürsprache-Geschichten ihn als jemanden bezeichnet, der seine Umma vor Gott retten könnte, ihn als einen von Geburt an bis zum Tod sündenlosen Menschen dargestellt, die ihm zugeschriebenen falschen Ahadith als Quelle der Religion anerkannt und sie haben sogar behauptet, dass die ganze Welt nur wegen Mohammed erschaffen worden sei. Viele der Namen Gottes haben sie ihm auch gegeben. Gemäß Koran ist das eindeutiger „Schirk“ (Beigesellung; Ableugnung). Dennoch werden diese „Muslime“ nie meinen, dass sie Ableugner sind (6:23). (Was das Wort ‚Ableugner‘ bedeutet, können Sie im Artikel „Die Eigenschaften der Kafir“ nachschlagen.)

 

9:74 Sie schwören bei Gott, dass sie nichts gesagt haben, doch sie führten unzweifelhaft lästerliche Rede und fielen in Ableugnung zurück, nachdem sie ergeben waren. Sie sannen auf das, was sie nicht erreichen konnten. Und sie nährten nur darum Hass, weil Gott und Sein Gesandter sie reich gemacht hatten aus Seiner Huld. Wenn sie nun bereuen, so wird es besser für sie sein; wenden sie sich jedoch ab, so wird Gott sie strafen mit schmerzlicher Strafe in dieser Welt und im Jenseits, und sie sollen auf Erden weder Freund noch Helfer finden.

 

Eigenschaften der Gottergebenen

Es ist natürlich klar, das mit der folgenden Auflistung nicht alle offenen Fragen beantwortet werden. Das wäre auch nicht meine Absicht; durch die Koranverse sollen wir alle eine ausreichende Basis für weitere Fragen erhalten. Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns diese gerne als Kommentar oder per Mail stellen – wir werden sie mit bestem (Ge)wissen beantworten, so Gott will.

 

Frage 1: Wie verhalten sich die Gottergebenen gegenüber den Ableugnern?

31:15 Doch wenn sie mit dir eifern, damit du Mir das zur Seite setzest, wovon du keine Kenntnis hast, dann gehorche ihnen nicht. In weltlichen Dingen aber verkehre mit ihnen auf geziemende Weise. Doch folge dem Weg dessen, der sich zu Mir wendet. Dann werdet ihr zu Mir zurückkehren, und Ich werde euch verkünden, was ihr getan.

6:108 Ihr sollt diejenigen, die andere außer Gott rufen, nicht beschimpfen, sonst beschimpfen sie Gott, ohne Wissen, aus Feindseligkeit. Nur so haben wir jedem Volk sein Tun geschmückt, letztendlich kommen sie alle zu Gott zurück, dann sagt Er ihnen, was sie getan haben.

41:33 Und wer ist besser in der Rede als einer, der zu Gott ruft und Gutes tut und spricht: „Ich bin einer der (Gott)ergebenen“?

 

Wenn die Muslime schuld daran sind, dass die Andersgläubigen Gott schmähen, werden sie mitschuldig. Gott ist das Heiligste, was es überhaupt geben kann – wir sollten nie Schmähungen provozieren. Das wird durch ein friedliches, wohlwollendes Verhalten gewährleistet. Siehe auch den Hauptartikel zu dieser Frage: Das Verhältnis der Muslime zu Andersgläubigen

 

Frage 2: Wie reagieren Muslime angemessen und mit Würde auf Anfeindungen und Schmähungen?

25:63 Die Diener des Barmherzigen sind die, die bescheiden auf der Erde umhergehen, und wenn die unwissenden törichten Ableugner sie unbotmäßig ansprechen, sagen: „Friede sei mit euch!“

41:34-36 Das Gute ist nicht dem Schlechten gleich. Wehre ab mit dem, was besser ist und gleich wird derjenige, mit dem du verfeindet warst, wie ein warmer Freund sein. Diese Huld wird nur denen gewährt, die geduldig sind und denen, die ein Höchstmaß an innerer Größe besitzen und die großes Glück haben. Und wenn du von seiten des Satans (zu Bosheit und Gehässigkeit) aufgestachelt wirst, dann such Zuflucht bei Gott! Er ist der Allhörende und Allwissende.

3:135 Jene, die eine schändliche Tat begangen oder sich selbst unrecht getan haben, sollen sich Gott vergegenwärtigen und um Vergebung ihrer Sünden bitten. Wer, außer Gott, vergibt die Sünden? Sie haben nicht wissentlich auf ihren bösen Taten beharrt.

4:140 Und Er hat euch schon in dem Buch offenbart: Wenn ihr hört, dass die Zeichen/Verse Gottes geleugnet und verspottet werden, dann sitzt nicht bei ihnen, bis sie zu einem anderen Gespräch übergehen; Ihr wärt sonst wie sie. Wahrlich, Gott wird die Heuchler und die Ableugner allzumal in der Hölle versammeln.

73:10 Und gedulde dich über das, was sie sagen, und verlasse sie mit einem schönen Verlassen

 

Frage 3: Was machen Gottergebene miteinander um Gottes Willen?

34:46 Sprich: „Ich mahne euch nur an eines: dass ihr euch ernsthaft mit Gottes Sache – zu zweit oder einzeln – befasst und dann nachdenken sollt…“

 

Wenn man sich zu zweit mit der Sache Gottes befasst, sollte weiter folgendes in Erinnerung gerufen werden:

 

42:10 Und über was immer ihr uneins seid, die Entscheidung darüber ruht bei Gott. Das ist Gott, mein Herr; auf Ihn vertraue ich, und zu Ihm wende ich mich.

 

Frage 4: Wie verhalten sich Gottergebene bei Zorn und Wut?

42:36-43 Was euch gegeben wurde, ist vergängliche Freude des irdischen Lebens. Was aber im Jenseits bei Gott ist, ist das Beste, das Bleibende für die Gläubigen, die sich auf ihren Herrn verlassen, die die großen Untaten und Abscheulichkeiten meiden, und die verzeihen, wenn sie zum Zorn herausgefordert werden, die sich ihrem Herrn fügen, das Gebet verrichten, sich untereinander beraten und von den Gaben geben, die Wir ihnen beschert haben, und die sich verteidigen, wenn ihnen Unrecht geschieht. Eine böse Tat wird mit einer gleichen vergolten. Wer jedoch verzeiht und sich versöhnt, den wird Gott belohnen. Gott liebt nicht die Ungerechten. Wer sich nach erlittener Ungerechtigkeit zur Wehr setzt und den Feind gleichermaßen bestraft, der ist nicht zu tadeln. Zu tadeln sind die Ungerechten, die den Menschen Unrecht zufügen und ohne Recht Gewalttaten auf Erden begehen. Ihnen gebührt qualvolle Strafe. Geduld zu fassen und dem Täter zu verzeihen, darum soll sich der Rechtschaffene bemühen.

3:134 Das sind jene, die Spenden geben, ob es ihnen gut oder schlecht geht, die ihren Zorn unterdrücken und den Menschen verzeihen. Gott liebt diejenigen, die das Gute tun.

 

Frage 5: Welches Verhalten weisen die Gottergebenen auf?

4:86 Wenn ein Grußwort an euch gerichtet wird, müsst ihr mit einem besseren oder mindestens mit dem gleichen antworten. Gott zieht jeden zur Rechenschaft für alle Taten.

4:94 O die ihr glaubt, wenn ihr auszieht auf Gottes Weg, so stellt erst gehörig Nachforschung an und sagt nicht zu jedem, der euch den Friedensgruß bietet: „Du bist kein Gläubiger.“…

 

Wir als Gottergebene sollten stets schöne Worte auf die beste Art und Weise gebrauchen, bescheiden und sanftmütig sein:

 

14:24-25 Siehst du nicht, wie Gott das Gleichnis vom guten Wort anführt? Er vergleicht das gute Wort mit einem guten Baum, dessen Wurzeln fest in der Erde liegen und dessen Äste hoch in den Himmel ragen. Er trägt seine Früchte mit Gottes Erlaubnis zur bestimmten Zeit. Gott führt Gleichnisse für die Menschen an, damit sie sich Gedanken machen.

31:19 Gehe bescheidenen Schrittes, und dämpfe deine Stimme! Die hässlichste Stimme ist die des Esels.“

16:125 Lade ein zum Weg Deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und debattiere mit ihnen auf die beste Art und Weise! Dein Herr ist es, Der am besten weiß, wer sich von Seinem Weg abwendet und wer zur Rechtleitung findet.

3:159 Und (nur) auf Grund der Gnade von GOTT warst du ihnen gegenüber sanftmütig. Doch wärst du barsch, hartherzig gewesen, hätten sie dich gewiss verlassen. So verzeih ihnen, bitte um Vergebung für sie und berate dich mit ihnen über die ganze Angelegenheit. Wenn du einen Beschluss fasst, dann vertraue auf Gott, denn Gott liebt diejenigen, die sich auf Ihn verlassen.

13:22 die sich aus Verlangen nach dem Antlitz ihres Herrn gedulden, die die Kontaktgebete verrichten, von Gottes Gaben öffentlich und heimlich spenden und das Schlechte durch das Gute abwehren. Ihnen gebührt die herrliche Wohnstätte im Jenseits.

 

Zu fluchen und „schlechte Worte“ zu gebrauchen, arrogant zu sein, die Natur hemmungslos auszubeuten, über andere Menschen zu spotten stellen nicht ein rechtschaffenes Verhalten dar:

 

14:26 Ein schlechtes Wort aber ist wie ein schlechter Baum, der aus der Erde entwurzelt ist und keinen Halt im Boden hat.

31:18 Behandle die Menschen nicht mit Arroganz und schlendere auf der Erde nicht sorglos. Gott liebt keine eingebildeten Prahler.

49:11 O ihr Gläubigen! Kein Mann darf über einen anderen spotten; vielleicht ist dieser besser als er. Keine Frau darf über eine andere spotten; vielleicht ist diese besser als sie. Verleumdet euch nicht gegenseitig! Sagt einander keine bösen Wörter und Schimpfnamen! Es gibt nichts Schlimmeres, als diesen Frevel zu begehen, nachdem man den Glauben angenommen hat. Wer nicht reumütig davon ablässt, gehört wahrhaftig zu den Ungerechten.

 

Gottergebene dürfen NICHT misstrauisch und rassistisch sein, nicht spionieren und verleumden:

 

49:6 O ihr Gläubigen, wenn ein Frevler euch eine Kunde bringt, so stellt Nachforschungen an, damit ihr nicht anderen Leuten in Unwissenheit ein Unrecht zufügt und hernach bereuen müsst, was ihr getan habt.

49:12-13 O ihr Gläubigen! Meidet Mutmaßungen, denn sie können sündhaft sein! Bespitzelt keinen, verleumdet einander nicht mit Nachreden! Möchte etwa jemand vom Fleisch seines toten Bruders essen? Wie ihr das verabscheut, verabscheut auch die Nachrede! Fürchtet Gott! Gott ist voller Barmherzigkeit und nimmt die Reue an. O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Gott ist von euch der Angesehenste, welcher der Rechtschaffenste ist. Wahrlich, Gott ist Allwissend, Allkundig.

 

Frage 6 (Hauptfrage): Was sind die Idealen der Gottergebenen? Was sind die Hauptgrundsätze der Rechtschaffenheit?

33:35 Den Ergebenen, den Gläubigen, den Gehorsamen, den Ehrlichen, Geduldigen, Demütigen, den Spendenden, Fastenden, den Keuschen und denen, die unablässig Gottes gedenken, ob es Männer oder Frauen sind, hat Gott Vergebung und höchste Belohnung verheißen.

70:22 …die Betenden,
70:23 die ihre Gebete stets einhalten,
70:24 die von ihrem Hab und Gut einen Teil bestimmen
70:25 für den Bittenden und für den, der sich schämt zu betteln.
70:26 Und die, die den Tag des Gerichts für wahr und wirklich erklären,
70:27 und die, die die qualvolle Strafe ihres Herrn fürchten,
70:28 denn vor der qualvollen Strafe ihres Herrn ist keiner sicher,
70:29 und sich des Geschlechtsverkehrs enthalten,
70:30 außer ihren Gattinnen und denen gegenüber, was ihre Rechte Hand besitzt, denn da sind sie nicht zu tadeln.
70:31 Diejenigen aber, die darüber hinaus etwas suchen, das sind die Übertreter.
70:32 Diejenigen, die das ihnen Anvertraute treu verwalten und ihr Wort halten
70:33 und die, die in ihrer Zeugenaussage aufrichtig sind,
70:34 und diejenigen, die ihre Gebete einhalten:
70:35 Sie alle werden in Paradiesgärten geehrt.

25:64 Es sind diejenigen, die die Nacht stehend und sich niederwerfend im Gebet verbringen.
25:65 Und die sagen: „Herr! Verschone uns mit der Höllenstrafe!“ – Das ist eine (qualvoll) bedrückende Strafe.
25:66 Die Hölle ist ein schlimmer Aufenthalt und eine schlimme Bleibe.
25:67 Es sind diejenigen, die, wenn sie ausgeben, weder verschwenden noch knausern, sondern zwischen beiden Extremen Maß halten.
25:68 Es sind diejenigen, die neben Gott keine anderen Götter anbeten, keinen Menschen zu unrecht töten, und jene, die keine Unzucht begehen. Und wer das aber tut, der soll dafür zu büßen haben.
25:69 Die qualvolle Strafe am Jüngsten Tag wird ihm verdoppelt werden, und er wird sie für immer in Schmach erleiden,
25:70 außer denjenigen, die umkehren, glauben und rechtschaffen handeln. Denen wird Gott (bei der Abrechnung) ihre schlechten Taten gegen gute eintauschen. Er ist barmherzig und bereit zu vergeben.
25:71 Wer reumütig ist und gute Werke verrichtet, dem wird Gott seine Sünden vergeben, und er wird wahrhaftig zu Gott zurückfinden.
25:72 Es sind diejenigen, die kein falsches Zeugnis ablegen, und wenn sie auf dem Wege törichtes Gerede hören, (es nicht beachten und) würdevoll vorbeigehen.
25:73 Und es sind diejenigen, die, wenn sie durch Gottes Verse ermahnt werden, sich ihnen nicht verschließen, als wären sie blind und taub.
25:74 Und diejenigen, die sagen: „O unser Herr! Gib, dass wir an unseren Gattinnen und an unserer Nachkommenschaft Freude erleben, und mach uns zu einem Vorbild für die Rechtschaffenen!“
25:75 Diese werden mit der höchsten Stätte im Paradies für ihr geduldiges Ausharren belohnt werden, und sie werden dort mit Gruß und Frieden empfangen.
25:76 Dort werden sie ewig bleiben. Welch schöne Bleibe und welch herrliche Wohnstätte!
25:77 Sprich: „Mein HERR würde euch nicht beachten, wären nicht eure Gebete. Wenn ihr leugnet, wird die Strafe unumgänglich sein.“

17:22 Geselle Gott keine andere Gottheit bei, sonst bist du verachtet und verstoßen!
17:23 Dein Herr befahl, dass ihr Ihm allein dienen und zu euren Eltern gut sein sollt. Wenn einer oder beide unter Altersschwäche leiden, sage ihnen niemals ein mürrisches Wort und fahre sie nicht an, sondern sprich sanft und ehrerbietig mit ihnen!
17:24 Sei ihnen gegenüber gütig, bescheiden und voller Mitleid und sage: „Herr, sei barmherzig zu ihnen, so wie sie mich barmherzig aufgezogen haben, als ich klein war!“
17:25 Euer Herr weiß am besten, was ihr in eurem Innern hegt. Wenn ihr rechtschaffen seid und euch nach einer begangenen üblen Tat reumütig an Ihn wendet, ist Er den Reumütigen gegenüber voller Vergebung.
17:26 Gib dem Verwandten seinen rechtmäßigen Anteil, auch dem Armen und dem mittellosen Durchreisenden, doch sei nicht verschwenderisch!
17:27 Die Verschwender sind Brüder der Satane, und der Satan ist der entschiedene Leugner seines Herrn.
17:28 Wenn du den Hilfsbedürftigen aus Mangel an Mitteln nichts geben kannst, und selbst Gottes Gnade anstrebst, so sprich freundlich und tröstend mit ihnen!
17:29 Geize nicht, als wäre deine Hand an deinen Hals gefesselt, und verschwende nicht, als wäre deine Hand völlig offen, damit du nicht geschmäht oder mittellos dahinleben musst!
17:30 Dein Herr gibt dem einen mehr, dem anderen weniger, nach Seinem weisen Ermessen, so wie Er will. Er kennt Seine Diener bestens und ist ihnen gegenüber voller Nachsicht.
17:31 Ihr sollt eure Kinder aus Furcht vor Armut nicht töten. Wir versorgen sie und euch. Sie zu töten, ist eine schwere Sünde.
17:32 Ihr sollt euch der Unzucht nicht nähern, denn das ist eine abscheuliche Sünde und ein übler Weg.
17:33 Ihr sollt keinen Menschen töten, denn Gott verbietet das, es sei denn aus rechtmäßigem Grund. Wenn einer unrechtmäßig getötet wird, gewähren Wir seinem nächsten Angehörigen die Vollmacht zur Rache. Er darf aber beim Töten nicht maßlos sein, denn es wird ihm gewiss Hilfe zuteil.
17:34 Ihr sollt das Vermögen der Waisen, bis sie volljährig sind, nicht antasten, außer es auf die beste Art zu verwalten. Ihr sollt die Vereinbarung einhalten, denn ihr habt euch vor Gott zu verantworten.
17:35 Ihr sollt volles Maß geben und mit der genauen Waage abwiegen. Das ist durchaus vorteilhaft und letzten Endes das Beste.
17:36 Du sollst nicht behaupten, etwas zu wissen, wenn du es nicht weißt. Jeder hat sich vor Gott für Gehör, Gesicht und Verstand zu verantworten.
17:37 Gehe nicht überheblich und selbstgefällig auf der Erde umher! Du kannst die Erde nicht durchbohren und nicht die Höhe der Berge erreichen.
17:38 Jedes derartige schlechte Verhalten ist deinem Herrn zuwider.
17:39 Das sind Lehrsätze der Weisheit, die Gott dir eingegeben hat. Geselle Gott keine Gefährten bei, sonst wirst du verschmäht und verstoßen in die Hölle geworfen!

 

Zum Abschluss noch ein kurzer Hinweis: Obwohl hier sehr viele Koranverse zitiert wurden, die eine ausführliche Beschreibung des muslimischen Charakters laut Koran ermöglichen, so ist natürlich dennoch zu beachten, dass im Koran weitaus mehrere „Arten“ von Koranverse vorhanden sind, die den Ergebenen auffordern, sich an die Beispiele zu halten (z.B. kann dieser Koranvers ein Gleichnis, ein Beispiel oder eine Geschichte sein, von der wir hermeneutisch ethische Prinzipien ableiten können). Das Ziel dieses Artikels ist, dem Leser eine Grundidee der Prinzipien zu vermitteln, die das Lebenssystem der Ergebung umfassen, ebenso.

 

3:64 Sprich: „O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Gott allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Gott.“ Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: „Bezeugt, dass wir (Ihm) ergeben sind.“

25:30 Und der Gesandte wird sprechen: „O mein Herr! Mein Volk hat wahrlich diesen Koran verlassen!“

 

Gepriesen sei der allmächtige Herr!

Der Begriff ‚Geist / Seele‘ im Koran

15:28 Und damals sprach dein Herr zu den Engeln: „Ich bin im Begriff, den Menschen aus trockenem, tönendem Lehm zu erschaffen, aus schwarzem, zu Gestalt gebildetem Schlamm.
15:29 Wenn Ich ihn nun vollkommen geformt und ihm Meinen Geist eingehaucht habe, dann werft euch vor ihm nieder.“

Die allgemeine Bedeutung des Begriffs „Geist“ oder „Seele“ stimmt nicht mit der Bedeutung überein, die aus dem Koran abgeleitet wird. Wenn die Koranverse betrachtet werden, bedeutet „ruh“ Offenbarung, Information oder Befehl. Die genetische Beschaffenheit der Menschen, mittels Begrifflichkeiten der Computerwelt formuliert, ist wie eine die Befehle (den Geist) Gottes beinhaltende Hardware (Einrichtung, Material) und Software (System-Programm). Das „Ego“, ein Systemprogramm der genetischen Beschaffenheit, wurde mit Softwareprogrammen ausgestattet, die sich mit Infos und Handlungen weiterbilden. Die Entscheidungen und Handlungen, welche mit der Hardware und dem System widersprechen, bewirken eine Schutzlosigkeit gegenüber den Angriffen der Viren. Das „Ego“ (System-Programm) degeneriert durch schlechte Gedanken und schlechtem Benehmen, mit falschen Angewohnheiten und Freundschaften. So verliert es seine Besonderheit und seine Funktion. Die schönen Gedanken und das gute Benehmen, richtige Angewohnheiten und Freundschaften nähren das Ego positiv. Auf diese Weise entwickelt es sich in Richtung der ursprünglichen Schöpfung (Geist/Seele – ruh) und verdient die ewige Zufriedenheit. Siehe dazu:

17:85 Und sie befragen dich über die Seele. Sprich: „Die Seele ist eine Angelegenheit meines Herrn; und euch ist vom Wissen nur wenig gegeben.“

Das Wort „Geist“ (ruh) wird allgemein in einer von der griechischen Philosophie übernommenen Bedeutung gebraucht. In der koranischen Terminologie bedeutet „Ruh“ Offenbarung oder göttliche Information. Im Moment des Todes oder des Schlafs wird das Bewusstsein und die Persönlichkeit entzogen (der „nefs“) (39:42). Im Sprachgebrauch eben die Seele. Der Engel Gabriel, der für Offenbarungs-Überlieferungen zuständig ist, trägt den Beinamen „Ruh ul Quds“ (Heilige Offenbarung – 6:102). Gott hat den Menschen mit einer besonderen Offenbarung, mit einem Bewusstsein und einer Persönlichkeit ausgestattet (15:29; 38:72; 33:9). Die teuflischen Viren und die falsche Anwendung hat das Bewusstseins- und Persönlichkeitsprogramm degeneriert. Wir können die „Ruh“ genannte Software in unser Hirn aufnehmen und die Programme wieder verbessern. Die Offenbarung erweckt die originalen Ruhs, die in der genetischen Beschaffenheit verloren wurden (6:122; 8:24).

Der mit dem Tode in das Hauptregister Gottes gespeicherte Nefs kann nicht wieder zurückgeholt werden. „Seelen rufen“ zu können ist ein Wunschdenken von naiven Leuten und eine Ausbeutungsmöglichkeit der Scharlatane.

Können die Informationen, welche sich im authentischen Neuronennetz des menschlichen Gehirns befinden und ansammeln, manchmal sogar lebenslang dort bleiben, mit einer fortgeschrittenen Technologie auf ein anorganisches Material, z.B. eine mit Giga-Giga-Bytes versehene Harddisk, übertragen und gespeichert werden? In anderen Worten: Kann man die Persönlichkeit vom organischen Gehirn als „Info“ abstrahieren und abtransportieren, sichern, vermehren? Wenn die Entwicklung der Technik betrachtet wird, so ist es eher wahrscheinlicher, dass etwas derartiges real werden kann, als nicht. „Werden etwa die verfaulten Knochen wiedererweckt werden?“ war der Satz der Ableugner, die die Wiedererweckung leugneten.

Der biologische Tod lehrt uns, dass nach dem Tod nicht alles verloren geht, und der Mensch wird aus einer Ansammlung von „Informationen“ geschaffen; die Resultate der Laborberichte. Statt sich dem Hohen Gott zu ergeben, Der diese Wahrheit über Tausende von Jahren durch Gesandte immer wieder laut gemacht hatte, werden die Ableugner mit einer großen Wahrscheinlichkeit wegen ihrem Stolz und ihrer Ehre weiterhin leugnen… Zweifellos wird dieser Stolz mit der Stunde enden (10:24).

 


39:42 Gott nimmt die Seelen (der Menschen) zur Zeit ihres Sterbens (zu Sich) und (auch die Seelen) derer, die nicht gestorben sind, wenn sie schlafen. Dann hält Er die zurück, über die Er den Tod verhängt hat, und schickt die anderen (wieder) bis zu einer bestimmten Frist (ins Leben zurück). Hierin sind sicher Zeichen für Leute, die nachdenken.

6:102 Das ist Gott, euer Herr. Außer Ihm gibt es keinen Gott. Er ist der Schöpfer, Der alles erschaffen hat, so dienet Ihm allein; Er wacht über alles.

38:72 Und wenn Ich ihn gebildet und Meinen Geist in ihn eingehaucht habe, dann fallt vor ihm nieder.“

33:9 O ihr, die ihr glaubt! Gedenkt der Gnade Gottes gegen euch, als Heerscharen gegen euch heranrückten; und Wir sandten gegen sie einen Wind und Heerscharen, die ihr nicht gesehen hattet. Und Gott sieht, was ihr tut.

6:122 Kann wohl einer, der tot war und dem Wir Leben gaben und für den Wir ein Licht machten, um damit unter den Menschen zu wandeln, dem gleich sein, der in Finsternissen ist und nicht daraus hervorzugehen vermag? Und so wurde den Ungläubigen schön gemacht, was sie zu tun pflegten.

8:24 O ihr, die ihr glaubt, hört auf Gott und den Gesandten, wenn er euch zu etwas aufruft, das euch Leben verleiht, und wisset, dass Gott zwischen den Menschen und sein Herz tritt, und dass ihr vor Ihm versammelt werdet.

10:24 Das Gleichnis des irdischen Lebens ist nur wie das Wasser, das Wir aus den Wolken herabsenden; damit vermischen sich dann die Gewächse der Erde, wovon Mensch und Vieh sich nähren, bis zu ihr – wenn die Erde ihren Prunk angelegt und sich schön geschmückt hat und ihre Bewohner glauben, sie hätten Macht über sie – Unser Befehl in der Nacht oder am Tage kommt und Wir sie zu einem niedergemähten Acker machen, als wäre sie nicht am Tage zuvor gediehen. Also machen Wir die Zeichen für die Leute klar, die nachdenken.

zu 10:24: Gott weiß natürlich, ob der Jüngste Tag (die Stunde) am Tag oder in der Nacht eintritt. Da aber die Erde rund ist, wird die Hälfte der Erde in der Nacht und die andere am Tag sein, wenn der Moment der Stunde gekommen ist.

übersetzt von Kerem A.

Prädestination – Vorbestimmung

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Wir sind völlig frei und entscheiden selbst, ob wir an Gott glauben oder nicht. Es ist Gottes Wille, das wir wollen. (18:29, 25:57, 73:19, 74:37, 76:29, 78:39, 80:12).

Nachdem wir unsere ursprüngliche Sünde begangen hatten, gab Gott uns eine Chance, unser Vergehen zu denunzieren und Seine absolute Autorität zu akzeptieren. Wir waren es, die entschieden hatten, die Verantwortung zu übernehmen (33:72). Viele Leute protestieren gegen die Tatsache, dass Gott sie erschaffen hätte, um sie durch solch einen Test zu schicken. Diese Leute sind sich offensichtlich nicht bewusst, dass sie es waren, die diesen Test wollten.

Wir lernen aus 57:22, dass alles aus unserem Leben bereits verzeichnet wurde, wie auf einem Videotape. Gott weiß, welche Entscheidung wir machen werden. Er weiß, wer von uns in die Hölle und wer von uns ins Paradies gehen wird. Sogar bevor wir in diese Welt hineingeboren wurden, wusste Gott, welche Seele gut und welche Seele teuflisch war. Solange Gottes Allwissen betrachtet wird, können wir einen Stempel auf jedermanns Stirn vorstellen, die entweder mit „Hölle“ oder „Paradies“ beschriftet ist. Sobald wir aber in unserem Maße denken, sind wir völlig frei, Gottes Allmacht und absolute Autorität oder die polytheistischen Ansichten von Satan anzuerkennen. Prädestination oder Vorbestimmung ist deswegen solange ein Faktum, wenn Gottes Wille und nicht das menschliche Handeln betrachtet wird.

Dieses Verständnis erklärt mehrere Verse, welche von „Gott leitet recht, wen Er will und führt in die Irre, wen Er will“ sprechen. Auf Seinem Willen basierend lässt Gott unsere Seelen in den Zuständen leben, die wir verdienen (und auch brauchen). Als Gott zu den Engeln „Ich weiß, was ihr nicht wisst!“ sagte (2:30), bedeutete dies, dass Einige von uns die Chance verdienten, uns selbst zu erlösen. Ein Beispiel der Leitung Gottes für diejenigen, die sie verdienen, findet man in 21:51: „Und vordem gaben Wir Abraham seine Rechtschaffenheit; denn Wir kannten ihn.“ In anderen Worten wusste Gott, dass Abraham eine gute Seele war, die es verdiente, rechtgeleitet zu werden und Gott gab ihm seine Rechtleitung und das Verständnis. Ein weiteres gutes Beispiel wird in 12:24 statuiert. Josef fiel auf die Ehefrau des adligen Ägypters herein und beging fast Unzucht, „wenn er nicht ein deutliches Zeichen von seinem Herrn gesehen hätte.“ Gott lehrt uns in 12:24, dass „Das geschah, um Schlechtigkeit und Unsittlichkeit von ihm abzuwenden. Wahrlich, er war einer Unserer auserwählten Diener.“ War es Josef, der seine Lust kontrollierte? Oder war es Gottes Schutz, welches ihn keusch hielt?

Das ist Vorbestimmung.

übersetzt von Kerem A.

Die Natur des Koran in 40 Punkten

1. Glaube an Gott und lebe rechtschaffen. (2:62, 112)

2. Diene Gott allein und geselle Ihm nichts oder niemanden bei. (17:22-23)

3. Fürchte nicht die Menschen, aber Gott. (5:44; 33:37, 39)

4. Respektiere und ehre deine Eltern. (17:23-24)

5. Gewähre das Gute und verbiete das Schlechte. (3:104)

6. Kämpfe für die Gerechtigkeit und die Wahrheit mit deinem Gut und deinem Leben. (4:75; 9:111)

7. Handle gerecht, begehe nichts Teuflisches und handle gemäß Gottes Gesetz, d. h. Gerechtigkeit, Wahrheit und Gnade. (4:58, 135; 5:8; 7:28-29; 5:44)

8. Verrichte Gebete und andere rituale Formen, ohne über die Methodik zu streiten und entrichte die Almosen. (98:5; 22:67)

9. Gehorche gerechten Führern, respektiere, ehre und unterstütze sie, aber verehre sie nicht. (4:59; 33:56; 9:30-31)

10. Sei ein aktiver, dynamischer, kreativer und mutiger Mensch. (2:30-34; 4:75-77; 15:28-30)

11. Sei weder egoistisch noch stolz. (25:43; 17:37)

12. Behandle jeden mit Anstand und grüße jeden. (2:83; 28:55; 43:89; 4:86)

13. Halte an Prinzipien fest aber sei flexibel in der Methode. (2:67-71, 142; 3:103; 5:54; 22:67)

14. Bevorzuge moralische Werke, aber missachte nicht deine materiellen Bedürfnisse. (28:77)

15. Rette Leben und töte nicht außer es sei der Gerechtigkeit wegen. (17:33)

16. Töte nicht aus Angst vor Armut. (17:31)

17. Praktiziere nicht Geiz, aber Großzügigkeit. (2:275-80)

18. Sei ehrlich und fair in finanziellen und ökonomischen Handlungen. (6:152)

19. Berate dich mit anderen (gehe demokratisch vor), um Probleme zu lösen. (42:36)

20. Akzeptiere keine unbewiesenen Informationen. (17:36)

21. Höre allen Meinungen zu und folge der besten. (39:18)

22. Lese um zu wissen, aber lese kritisch. (96:1-5)

23. Einige und teile nicht. (3:103; 6:159; 61:4)

24. Halte Versprechungen ein. (17:34)

25. Praktiziere weder Bestechung noch Korruption. (2:188)

26. Verschlinge nicht die Güter der Waisen. (17:34)

27. Sei nicht extravagant, verschwenderisch und/oder kleinlich. (17:26-29)

28. Gib den Verwandten und den Armen Spendengelder und unterstütze die Sozialhilfe. (9:60; 17:26)

29. Sei nicht aggressiv, aber wehre dich gegen Aggression. (7:33; 42:39)

30. Gläubige sind Brüder und mach Frieden zwischen Geschwister. Vermeide Verdacht, Missgunst, Ausspionieren und Hinterhalt unter den Gläubigen. (49:9-10,12)

31. Halte durch in jeder guten Mühe und fürchte nicht, Schwierigkeiten und Härten entgegenzutreten. Erfolg kommt nur nach Härten. (2:45, 177; 94:5-8)

32. Benutze die Intelligenz, den Verstand und historische Beispiele um Gottes Befehle zu verstehen und auszutragen. (7:179; 8:22; 10:100; 12:111; 3:137)

33. Sprich stets die Wahrheit und lüge nicht, außer um lebensbedrohliche Situationen zu meistern. (8:7-8; 25:72; 33:70; 12:70-81)

34. Heirate Gläubige und heirate keine Ableugner, und begehe keine Unzucht. (5:5; 30:21; 17:32)

35. Kooperiere und helfe anderen in guten Taten; helfe nicht in teuflischen Taten. (5:2)

36. Esse und trinke moderat und vermeide Berauschendes und Glücksspiele. (7:31; 2:219)

37. Kleide dich anständig. (24:30-31)

38. Sei nett und vergebend. (42:40,43)

39. Verspottet oder verhöhnt euch nicht. (49:11)

40. Frage nicht nach kleinlichen und unsinnigen Details. (2:67-71; 5:101-102; 22:67)

übersetzt von Kerem A.

Mondlandung

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

54:1 Die Stunde ist nahe gekommen, und der Mond hat sich gespalten.

Dieser Vers wird meist traditionell interpretiert, dass der Mond sich bereits gespalten habe. Dies ist aber eine sehr begrenzte Anschauung. Der Koran verwendet an sehr vielen Stellen die Form der Vergangenheit, um zukünftige Ereignisse zu beschreiben. Das Wort „gespalten“ („schaqqa“), dass in diesem Vers vorkommt, besitzt im Arabischen unterschiedliche Bedeutungen. In den meisten Koran-Kommentaren wird die Bedeutung „gespalten“ verwendet. Doch es kann auch „umpflügen“ oder „ausgraben“ heißen. Ein Beispiel für die Bedeutung „umpflügen“ ist Vers 26 der Sure Abasa:

80:25-32 Siehe, Wir gossen das Wasser in Strömen aus. Dann spalteten Wir die Erde vielfach und ließen auf ihr Korn wachsen und Reben, Pflanzen, Ölbäume, Palmen, dicht bewachsene Gärten, Obst und Futter zu eurem Nutzen und für euer Vieh.

Sicht vom MondEs ist ganz deutlich, dass „schaqqa“ hier nicht „spalten“ bedeutet. Das Wort bedeutet hier „pflügen, um verschiedene Pflanzen zu ziehen“. Außerdem ist es kein Zufall, dass die Mondlandung im Jahr 1389 (Hidschra) stattgefunden hat. Von diesem Vers 54:1 bis zum Ende des Koran gibt es genau 1389 Verse.

Es ist auch wichtig, die LeserInnen an die Tatsache zu erinnern, dass das Wort „Al-Qamar“, was „Der Mond“ bedeutet, über 26 Mal im Koran erwähnt wird, wobei der Vers 54:1 die neunzehnte Stelle ist. Das deutet automatisch auf das 19-basierende Wunder hin. Auch zu beachten ist, dass das 27. Vorkommen des Wortes „Mond“ von „einem Mond“ und nicht von „dem Mond“ spricht.

Diese Prophezeiung ist am 21. Juli 1969 in Erfüllung gegangen. Lassen Sie uns jene Daten im Hinblick auf das meist benutzte Format fast aller Länder niederschreiben: 21/07/1969. Wir erhalten 21’071’969 (19×1109051).

Es ist interessant zu bemerken, wie das amerikanische Datum der Landung codiert wird. Das Mondmodul landete am 20. Juli: 7/20/1969. In der Tat: 7201969 = 379051×19.

 

Wie sieht es mit der Abfahrtszeit aus?

Der Moment der Erfüllung bestätigt die Zeit der Abfahrt. Das Mondmodul verließ die Mondoberfläche um 17:54:1 (Weltzeit) oder 1:54:1 (EDT), und wie Sie es oben bereits gesehen haben, ist Vers [54:1] derjenige, der sich mit der Prophezeiung befasst. Die beschriebene Prophezeiung in Vers 54:1 wurde am 21. Juli 1969 um 17:54:1 Weltzeit (1:54:1 EDT) erfüllt, als das Mondmodul den Mond verließ, das 21 Kg Mondfelsen trägt. Die Seiten von der NASA berichten uns die Zeiten:

  • Lunar Lift Off July 21, 1969 – 1:54 p.m. EDT (Quelle)
  • Angabe: Lunar liftoff 12:54:01 p.m. (Quelle)

Lassen Sie uns die Surenlaufnummer (54), die Verslaufnummer (1), den Tag (21), den Monat (07) und das Jahr (1969) hinzufügen. Wir erhalten: 54+1+21+7+1969 = 2052 (19×108)

Es gibt 4845 Verse vom Anfang des Koran bis Vers [54:1] und 4845 = 19×255.

Niemand kann nun leugnen, dass sich Vers [54:1] auf die Tatsache bezieht, dass Neil Armstrong und Aldrin den Mond mit Teilen des Mondes verließen.

Das ganze koranische Kapitel erzählt von der Vernichtung der früheren Völker von Noah, Aad, Thamud, Pharao usw. Ein ganz deutliches Zeichen für die Gottergebenen, dass das Ende naht.

Gepriesen sei der HERR der Welten!


Sure 54 – Al Qamar (Der Mond)

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

54:1 Die Stunde ist nahe gekommen, und der Mond hat sich gespalten.
54:2 Und wenn sie ein Zeichen/einen Vers sehen, wenden sie sich ab und sagen: „Dies ist eine andauernde Magie.“
54:3 Und sie leugneten ab und folgten ihren Neigungen und ihren alten Traditionen.

(Es ist möglich, mit einer differenten Lesart zur folgenden Übersetzung des dritten Verses aus der Sure Al Qamar zu gelangen: Und sie leugnen und folgen ihren Gelüsten. Doch alles steht endgültig fest.)

54:4 Zu ihnen kamen die Botschaften, worin genügend Warnung vorhanden war, um sie zu ermahnen.
54:5 Eine vollendete Weisheit. Doch die Warnungen nützten nichts.
54:6 Ignoriere sie; der Tag wird kommen, wenn der Rufer zu einem fürchterlichen Desaster aufruft!
54:7 Mit niedergeschlagenem Blick werden sie aus ihren Gräben kommen, wie zerstreute Heuschrecken,
54:8 eilend zum Rufenden. Die Ungläubigen werden sagen: „Dies ist ein schwerer Tag“.
54:9 Vor ihnen schon leugnete das Volk Noahs; sie leugneten Unseren Diener und sprachen: „Verrückter!“ Und er wurde unterdrückt und verfolgt.
54:10 Dann rief er zu seinem Herrn: „Ich wurde geschlagen, so hilf mir!“
54:11 So öffneten Wir die Pforten des Himmels dem sich ergießenden Wasser,
54:12 und aus der Erde ließen Wir Quellen hervorsprudeln; Da trafen die Wasser (von oben und unten) zusammen um eine prädestinierte Entscheidung zu erfüllen.
54:13 Und Wir trugen ihn auf einem Schiff aus Planken und Stricken,
54:14 das unter Unserer Aufsicht als Belohnung für denjenigen fuhr, der abgelehnt worden war.
54:15 Und Wir hinterließen es als eine Lehre. Gibt es also einen, der daraus eine Lehre zieht?
54:16 Wie war also Meine Strafe nach den Warnungen?
54:17 Und Wir haben den Koran zum Lernen leicht gemacht. Gibt es also jemanden, der lernen will?
54:18 Die Àd leugneten. Wie war also Meine Strafe nach den Warnungen?
54:19 Gewiss, WIR schickten über sie einen gewalttätigen Wirbelsturm an einem Tag, der nur Unheilvolles brachte.
54:20 Er raffte die Menschen dahin, als wären sie Stümpfe schon entwurzelter Dattelpalmen.
54:21 Wie war also Meine Strafe nach den Warnungen?
54:22 Und Wir haben den Koran zum Lernen leicht gemacht. Gibt es also jemanden, der lernen will?
54:23 Abgeleugnet hat Thamud die Warnungen.
54:24 Sie sagten: „Wie? Sollen wir einem Menschen aus unseren Reihen folgen? Täten wir das, wären wir im Irrtum und gingen in die Hölle.
54:25 Wurde unter uns gerade ihm die Ermahnung gegeben? Er ist ein arroganter Lügner!“
54:26 Sie werden morgen sehen, wer der arrogante Lügner ist.
54:27 Wir werden ihnen die Kamelstute zur Prüfung schicken. So beobachte sie und sei geduldig.
54:28 Und verkünde ihnen, dass das Wasser zwischen ihnen geteilt ist, (also) soll jede Trinkzeit innegehalten werden.“
54:29 Doch sie riefen ihren Freund, der zugriff und (das Kamel) tötete.
54:30 Wie war also Meine Strafe nach den Warnungen?
54:31 Gewiss, WIR schickten über sie einen einzigen Schrei und sie waren dann wie ein abgeernteter Heuhaufen.
54:32 Und Wir haben den Koran zum Lernen leicht gemacht. Gibt es also jemanden, der lernen will?
54:33 Auch das Volk Lots verleugnete die Warnungen.
54:34 Da sandten Wir einen Steinregen über sie. Nur die Familie Lots erretteten Wir vor der Morgendämmerung
54:35 als Gnade von Uns. So belohnen Wir den Dankbaren.
54:36 Er hatte sie doch davor gewarnt, dass wir zupacken würden. Aber sie bezweifelten die Warnungen.
54:37 Sie hatten ja das Ansinnen an ihn gestellt, er solle ihnen seine Gäste ausliefern. Aber wir ließen ihre Augen verblenden. Sie sollen meine Strafe zu fühlen bekommen; Sie wurden gewarnt.
54:38 Und in der nächsten Morgenfrühe wurden sie von einer verheerenden Strafe getroffen.
54:39 Sie sollen meine Strafe zu fühlen bekommen; Sie wurden gewarnt.
54:40 Und Wir haben den Koran zum Lernen leicht gemacht. Gibt es also jemanden, der lernen will?
54:41 Auch Pharaos Volk sind Warnungen übermittelt worden.
54:42 Sie lehnten all Unsere Zeichen ab. Deshalb vergolten wir sie so, wie ein Allmächtiger, Omnipotenter tun würde.
54:43 Sind etwa eure Ungläubigen besser als diese?! Oder gibt es für euch etwa eine Unschuldserklärung in den Schriften?!
54:44 Oder sagen sie: „Wir sind eine Schar, die siegen wird“?
54:45 Die Scharen werden alle besiegt werden, und sie werden in die Flucht geschlagen.
54:46 Die Stunde ist die ihnen gesetzte Zeit. Und die Stunde ist schrecklicher und schmerzhafter!
54:47 Die Schuldigen befinden sich im Irrtum und in der Hölle.
54:48 Am Jüngsten Tag werden sie kopfüber in die Hölle geschleift: „Fühlt die Berührung der Saqar!“
54:49 Wir haben alle Dinge nach Maß erschaffen.
54:50 Und Unser Befehl gleicht einem einzigen Akt – (so schnell) wie ein (einziger) Augenblick.
54:51 Wir haben schon früher euresgleichen vernichtend bestraft. Gibt es denkende Menschen, die daraus die Lehre ziehen?
54:52 Und alles, was sie getan haben, steht in den Büchern.
54:53 Alles, es mag klein sein oder groß, ist verzeichnet.
54:54 Die Rechtschaffenen werden inmitten von Gärten und Strömen sein
54:55 Auf dem würdigen Platz, beim allmächtigen König.

Schlüssel zum Verständnis des Koran

Dieser Artikel ist veraltet und wird inhaltlich nicht weiter gepflegt. Er ist nur noch zu Archivzwecken online verfügbar. Der Artikel wurde überarbeitet und ist nun aktuell im Buch „Schlüssel zum Verständnis des Koran“ von Kerem Adıgüzel zu finden.

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verfluchten Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Sind Sie jemand unter denjenigen, die Wissen über den Koran suchen oder Sie wünschen Ihr Wissen über die Schrift zu verbessern? Dann haben wir hier für Sie sieben Prinzipien, welche unermesslich für jeden Student der Schrift sein können. Diese Punkte werden bei der Lektüre sehr offensichtlich erscheinen, dennoch zeigen sie gewisse Fallen auf, in die man tappen könnte. An diese Prinzipien erinnert zu werden kann so Gott will allen etwas nützen.

 

1. Sprache ist kein Hindernis

Der erste Punkt im Studium des Koran ist verständlicherweise die Sprache. Die meisten der Muslime, die an der Schrift festhalten wollen, wurden unterrichtet, dass der Koran nur auf Arabisch verstanden und vorgelesen werden und dass keine Übersetzung je die exakte Bedeutung wiedergeben könne. Es ist wirklich amüsant, dass die gleichen selbsternannten Gelehrten den Arabern sagen werden, dass der Koran „zu schwer“ für sie zum Verstehen sei und dass sie das Verständnis den „Experten“ überlassen sollten! Es sieht so aus, als ob Galileo Galilei solch eine Erfahrung ebenfalls gemacht habe, denn er sagte einst:

Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen.

Natürlich sagt der Koran selber, dass die Sprache kein Hindernis darstellt um ihn zu verstehen, da Gott Derjenige ist, Der ihn den Menschen erklärt, die ihr Herz Ihm gegenüber öffnen. In unzähligen Versen spricht uns Gott mit „Oh ihr, die ihr glaubt…“ an und nicht mit „Oh ihr, die ihr Arabisch sprecht…“

41:44 Hätten Wir ihn als einen Koran in fremder Sprache abgefasst, hätten sie gesagt: „Wären Seine Verse doch nur klar gemacht worden?“ Arabisch oder fremdsprachig, sprich: „Er ist eine Führung und eine Heilung für die Gläubigen.“ Doch diejenigen, die nicht glauben – ihre Ohren sind taub, und sie sind blind; diese werden wie von einem weit entfernten Ort angerufen.

Gottes Buch ist anders als jedes andere Buch auf Erden, da es Seinem System und Seinen Gesetzen unterliegt. Das Verständnis wird an der Ehrlichkeit/Reinheit der Leute gemessen (und nicht an der Sprache oder an den Qualifikationen oder am Fachwissen des Lesers):

56:77-80 Dass dies wahrlich ein edler Koran ist. In einer wohl aufbewahrten Urschrift. Keiner kann sie berühren, außer den (im Herzen) Reinen. Eine Offenbarung vom Herrn der Welten.

Natürlich ist jegliches Fachwissen wie auch jegliches Können von Vorteil, aber keine Voraussetzung. Das Verständnis zum Beispiel des Wortes „Hadith“ im Koran lässt sich auch mittels Transliterationen und weiteren Hilfsmitteln erarbeiten.

 

2. Den Vers vollständig durchlesen

Verse aus ihrem Kontext zu reißen ist bislang der größte Fehler, welchen sogar die Schüler der Schrift wiederholen. Diese Zitier-Methode kann gebraucht werden, um jeden Wunsch und um jede Sicht zu legitimieren, egal wie ungöttlich sie auch erscheinen mag.

Als Beispiel ein Topfavorit, welches von vielen Gruppen ausgewählt wird um zu behaupten, dass der Koran das Töten und die Gewalt fördere: „Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt.“ (2:191).

Sobald wir jedoch die Methode der Berücksichtigung des Kontexts gebrauchen, eröffnet sich ein völlig neuer Sinn und es erscheint ein neues Bild:

2:191 Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; Denn die Verfolgung ist schlimmer als Töten. Und kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie aber gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ableugner.

Hier beschäftigen wir uns mit einer Kriegssituation; den Menschen, die ausgetrieben wurden, wird die Erlaubnis zum Rückschlag erteilt. Ein Weltenunterschied zum sporadischen Töten, welches angedeutet wird, wenn nicht aus dem Kontext heraus zitiert wird.

 

3. Umliegende Verse nicht vergessen

Ein weiterer ausschlaggebender Punkt beim gründlichen Studium des Koran: die umliegenden Verse eines bestimmten Verses zu einer speziellen Geschichte. Ein Beispiel eines falschen Verständnisses, wenn die umliegenden Verse in Vergessenheit geraten, könnte wie folgt aussehen:

2:54 Und da sagte Moses zu seinen Leuten: „O meine Leute! Ihr habt auf euch selbst eine schwere Schuld geladen, indem ihr euch das Kalb nahmt; so kehrt reumütig zu eurem Schöpfer zurück und tötet euch selbst. Dies ist für euch besser bei eurem Schöpfer.“ Alsdann vergab Er euch; wahrlich, Er ist der Allvergebende, der Barmherzige.

Dieser allein stehende Vers erschafft ein Mysterium, dass Moses seinen Leuten Selbstmord vorgeschrieben haben soll, während es gemäß Gottes Gesetz verboten ist Selbstmord zu begehen und mit der Hölle bestraft werden kann (4:29-30). Wenn wir jedoch das „breitere“ Bild zu Gemüte ziehen, welches in den Versen vor und nach diesem Vers erscheint, nimmt die Geschichte einen völlig anderen Verlauf:

2:51-57 Und denkt daran, dass Wir Uns mit Moses vierzig Nächte verabredeten, als ihr dann hinter seinem Rücken das Kalb nahmt und ihr unrechtmäßig wart. Alsdann vergaben Wir euch, auf dass ihr dankbar sein möget. Und denkt daran, dass Wir Moses das Buch gaben, sowie die Unterscheidung, auf dass ihr rechtgeleitet werden möget. Und da sagte Moses zu seinen Leuten: „O meine Leute! Ihr habt auf euch selbst eine schwere Schuld geladen, indem ihr euch das Kalb nahmt; so kehrt reumütig zu eurem Schöpfer zurück und tötet euch selbst. Dies ist für euch besser bei eurem Schöpfer.“ Alsdann vergab Er euch; wahrlich, Er ist der Allvergebende, der Barmherzige. Und ihr sagtet: „O Moses! Wir werden dir gewiss nicht glauben, bis wir Gott unverhüllt sehen“, da traf euch der Blitzschlag, während ihr zuschautet. Dann erweckten Wir euch wieder nach eurem Tode, auf dass ihr dankbar sein möget. Und Wir ließen die Wolken über euch Schatten werfen und sandten euch Manna und Wachteln herab: „Esst von den guten Dingen, die Wir euch gegeben haben“; sie schadeten Uns aber nicht; vielmehr schadeten sie sich selbst.

Ob nun symbolisch oder wörtlich gemeinter Tod: Es war das Design des Allmächtigen, diese bestimmte Gruppe von den Kindern Israels wiederbeleben zu lassen um Seine Zeichen zu manifestieren. So wird das Paradoxon entfernt, da Gott der Einzige ist, der Leben nimmt, weil es auch Sein an uns gegebenes Geschenk ist.

 

4. Mehrdeutige Wörter beachten

Einige arabische Wörter, genauso wie in der deutschen Sprache, können mehr als eine einzelne Bedeutung in sich tragen. Dadurch kann die zugeschriebene Bedeutung manchmal Widersprüche zwischen den Versen der Schrift oder ein merkwürdiges Verständnis des Themas verursachen. Ist es in solchen Fällen ratsam der besten Bedeutung, die abgeleitet werden kann, zu folgen?

39:18 Jene, die jedem Wort zuhören und dem besten von ihm folgen sind es, denen Gott den Weg gewiesen hat, und sie sind es, die Verstand besitzen.

Ein klares Beispiel von dem, was ein mehrdeutiges Wort und seine inkorrekte Anwendung an seriösen Problemen verursachen kann, ist das Wort „Daraba“, welches in 4:34 vorkommt und von den meisten Übersetzern primär mit „schlagen“ übersetzt wird.

4:34 Die Männer haben die Frauen zu unterstützen; Angesichts der vielfältigen Gaben, die Gott ihnen gegenseitig geschenkt hat, und angesichts des Reichtums, den sie in Umlauf bringen. Aufrechte Frauen, die achtsam über ihre Privatsphäre sind, bewahren das Verborgene im dem Sinn, wie Gott es vorsieht. Die Frauen aber, deren Verlassenheit ihr befürchtet, gebt ihnen gute Ratschläge und vermeidet sie in den Betträumen und ‚Idriboohun‘. Wenn sie aber eure Argumente einsehen, dann sucht keinen Vorwand sie zu ärgern. Gott ist erhaben und groß.

Die Wahl von „schlagen/prügeln“ in diesem Beispiel erzeugt eine bizarre Bedeutung, da der Vers über einen Streit zwischen den Ehegatten handelt. Der Vers schlägt eine Lösung vor, wie schrittweise vorzugehen ist, um die Ehe zu retten; dass der letzte Schritt seine Frau zu „schlagen“ wäre, beendet die Ehe mit Sicherheit, statt sie zu retten! Das Wort ‚Daraba‘ hat mindestens 6 Bedeutungen im arabischen und alle werden im Koran gebraucht:

4:94 O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr auszieht (darabtum) auf dem Weg Gottes, so stellt erst gehörig Nachforschungen an und sagt zu keinem, der euch den Friedensgruß bietet: „Du bist kein Gläubiger.“ Ihr trachtet nach den Gütern des irdischen Lebens, doch bei Gott ist des Guten Fülle. So wart ihr einst, dann aber hat Gott euch Seine Huld erwiesen; darum stellt erst gehörig Nachforschungen an. Seht, Gott ist eures Tuns wohl kundig.

47:27 Was aber, wenn (die) Engel sie abberufen und sie ins Gesicht und auf den Rücken schlagen? (Yadriboona)

18:11 Sodann versiegelten (darabna) Wir in der Höhle ihre Ohren für eine Anzahl von Jahren.

43:5 Sollen Wir da die Ermahnung von euch abwenden (na’drib), weil ihr ein zügelloses Volk seid?

14:24 Siehst du nicht, wie Gott das Gleichnis eines guten Wortes prägt (daraba)? (Es ist) wie ein guter Baum, dessen Wurzeln fest sind und dessen Zweige bis zum Himmel (ragen).

2:273 Für die Armen, die auf dem Weg Gottes gehindert werden, sich frei im Land zu bewegen (daraba). Der Unwissende hält sie für reich wegen (ihrer) Zurückhaltung. Du aber erkennst sie an ihrem Auftreten. Sie betteln die Menschen nicht aufdringlich an. Und was immer ihr an Gutem spendet, wahrlich, Gott weiß es.

Die beste Bedeutung kann dann erlangt werden, wenn nach einer logischen und konsistenten Bedeutung gesucht wird. In diesem Falle, wenn die Bedeutung auf „lassen/trennen“ gesetzt wird:

4:34 Die Männer haben die Frauen zu unterstützen; Angesichts der vielfältigen Gaben, die Gott ihnen gegenseitig geschenkt hat, und angesichts des Reichtums, den sie in Umlauf bringen. Aufrechte Frauen, die achtsam über ihre Privatsphäre sind, bewahren das Verborgene im dem Sinn, wie Gott es vorsieht. Die Frauen aber, deren Verlassenheit ihr befürchtet, gebt ihnen guten Rat, und vermeidet sie in den Betträumen und hinterlasst sie sich selbst. Wenn sie aber eure Argumente einsehen, dann sucht keinen Vorwand sie zu ärgern. Gott ist erhaben und groß.

Natürlich sollten bei diesem Schritt möglichst viele Wurzel-Lexikone aufgeschlagen werden. In alQuran.eu lesen wir z.B. im Wurzellexikon über Daraba:

Nom.
ضرب [d´arb] Schlagen, Multiplizieren,
جدول الضرب [jadwal ald´arb] Einmaleins,
[d´oroub] Gattung, Art,
ضربة [d´arbah] Schlag, Stoß,
ضِراب [d´iraab] Paarung,
ضريبة [d´aribah] Steuer,
إضراب [id´rab] Streik,
مِضرب [med´rab] Schlaginstrument, Schläger, Schlegel,
مضرب [mud´rib] Streikender,
مضاربة [mud´aarabah] Spekulation,
إضطراب [id´t´iraab] Unruhe, Schwankung,

V.
ضرب [d´araba] (ab-)schlagen, (mit Plagen, Schmach, Elend) treffen lassen, (Erdbeben) einschlagen, (Belagerung) einschließen, (mit Kugeln) beschießen, (Musikinstrument) spielen, (Schreibmaschine) schreiben, (Glocke) läuten, (Zelt) aufschlagen, (Beispiel) anführen, (Math.) multiplizieren, (durch Länder) umherziehen, (durch-)reisen, (Wunde) schmerzen, (Tiere) sich paaren, (Münz) prägen, (2 Sachen) zusammenmischen, (Rekord) brechen,
أضرب [ad´raba] sich abwenden, streiken,
تضارب [tad´aaraba] sich gegenseitig schlagen, Meinungsverschiedenheit haben, kollidieren,
إضطرب [id´t´araba] unruhig sein, erregt sein,

Adj.
ضربي [d´arby] multiplizierend, schlagend,
مضروب [mad´roub] geschlagen, multipliziert,
مضطرب [mod´t´areb] unruhig,
ضريبي [d´arieby] steuerlich

Auf diese Weise wird nicht nur ersichtlich, wieso dieser Vers von den gängigsten Übersetzern mit „schlagen“ übersetzt wurde, sondern ebenso auch, dass eben gerade rein sprachlich kein Zwang besteht, dieses Wort als „schlagen“ zu verstehen. Insbesondere mit dem Hintergrundwissen, dass diese Gelehrten oft aus einer patriarchalisch geprägten Kultur entstammen und ebenso die patriarchalisch durchsetzten Ahadith verwenden, wird klar, wieso diese sogenannten Gelehrten heute noch wider besseren Wissens dieses Wort als „schlagen“ übersetzen anstelle der konsistenteren Wahl der „Trennung“.

 

5. Verse gleichen Themas zusammenstellen

Der Punkt, welcher bei Muslimen seit mehreren Jahrhunderten gefehlt hat, ist die Fähigkeit, die koranischen Verse gemäß ihrem Thema zusammenzustellen um seine Bedeutung zu suchen. Der Koran spricht selber darüber: Wir sollen eine Zusammenstellung machen; unter dem Befehl „Ratil“:

73:2-4 Verbringe die Nacht stehend bis auf weniges. Die Hälfte von ihr, oder ein weniger davon. Oder ein bisschen mehr; und trage (ratil) den Qur’an in seiner Zusammenstellung zusammen.

‚Ratil‘ ist ein arabisches Wort, welches ‚ähnliches miteinander zusammenstellen‘ bedeutet. Beispiel: Eine Serie von Tanks in einer Linie zusammengestellt wird ‚Ratil Dababat‘ genannt. Wir würden „ratil“ nicht erwähnen, wenn die Dinge nicht ähnlich wären (wenn z. B. die Serie Autos, Flugzeuge und Tanks beinhaltete, so könnte das Wort „Ratil“ nicht gebraucht werden). Deswegen müssen wir, wenn wir irgendein Thema in seiner Tiefe studieren wollen, alle Verse, die dieses Thema behandeln und über das Buch hinweggestreut sind, finden und sie „zusammenstellen“ (Tarteel).

Der nächste Punkt, nachdem wir alle Verse, die über ein spezifisches Thema handeln, zusammengestellt haben, ist die „Relativierung der Bedeutung“.

73:20 Dein Herr weiß wahrlich, dass du weniger als zwei Drittel der Nacht aufstehst und eine Hälfte oder ein Drittel davon, und auch vom Teil derer, die mit dir sind. Und Gott bestimmt das Maß der Nacht und des Tages. Er weiß, dass ihr nicht durchhalten könnt. Darum hat Er Sich euch mit Nachsicht zugewandt. So studiert (iqr’a) denn so viel vom Koran, wie es (euch) leicht fällt. Er weiß, dass einige unter euch sein werden, die krank sind, und andere, die im Lande umherreisen – nach Gottes Gnadenfülle strebend -, und wieder andere, die für Gottes Sache kämpfen. So studiert (iqr’a) davon, was (euch) leicht fällt, und verrichtet das Gebet und entrichtet die Almosen und gebt Gott ein gutes Darlehen. Und das, was ihr an Gutem für eure Seelen vorausschickt, werdet ihr bei Gott als besseren und größeren Lohn finden. Und bittet Gott um Vergebung. Wahrlich, Gott ist Allvergebend, Barmherzig.

Das Wort ‚Iqra‘ bedeutet: ‚relativieren/verstehend lesen/studieren‘. Das Wort „Ratil“ wurde in seiner Gebräuchlichkeit vermindert zu „vortragen/rezitieren“. Beispiel: Wenn eine Person die Nachrichten von einem Blatt Papier oder einem Teleprompter liest, „yatlu“ diese Person die Nachricht (nicht Qar’a oder Iqr’a). Wenn ein Lehrer jedoch das Konzept der Relativität in Physik seinen Schülern beibringt, so „yaqra“ (erklärt/relativiert) er die Bedeutung, ähnlich wie bei einer Vorlesung.

 

Beispiel einer Zusammenstellung ähnlicher Verse

Wenn wir das Thema „Scheidung“ untersuchen, so sehen wir, dass das Thema über drei verschiedene Kapitel verteilt ist (Kapitel 2, 33 und 65), welche erst miteinander kombiniert ein komplettes Bild der Prozeduren und den Gesetzen bzgl. Scheidung liefern.

2:226 Jene, die sich von ihren Frauen scheiden wollen, sollen (für eine gereifte Entscheidung) vier Monate warten.[i] Wenn sie sich aussöhnen: Gott ist der Allvergebende, der Allbarmherzige.
2:227 Doch wenn sie den festen Entschluss zur Scheidung gefasst haben, dann ist Gott Allhörend, Allwissend.
2:228 Geschiedene Frauen sollen selbst drei Menstruationszyklen abwarten (bevor sie mit einem anderen Mann heiraten) und es ist ihnen nicht erlaubt, zu verbergen, was Gott in ihrer Gebärmutter erschaffen hat, wenn sie an Gott und an den Jüngsten Tag glauben. Und ihren Gatten steht es am ehesten (von allen Männern) zu, sie dann (im Falle einer Schwangerschaft) zurückzunehmen, wenn sie eine Aussöhnung herbeiführen wollen. So wie die Männer Rechte über die Frauen haben, so haben auch die Frauen die gleichen Rechte über die Männer.[ii] (Im Falle einer Schwangerschaft) haben die Männer eine größere Stufe über ihnen. Gott ist Allmächtig, Allweise.
2:229 Die Scheidung ist zweimal.[iii] Die geschiedenen Frauen sind gerecht unterzubringen oder auf geziemende Weise zu entlassen.[iv] Und es ist euch nicht erlaubt, irgend etwas von dem zurückzunehmen, was ihr ihnen gegeben habt, es sei denn, beide (Mann und Frau) befürchten, die Schranken Gottes nicht einhalten zu können. Wenn ihr befürchtet, die Schranken Gottes nicht einhalten zu können, dann ist es kein Vergehen, wenn die Frau die Gaben zurückgeben will. Dies sind die Schranken Gottes, so übertretet sie nicht. Und wer die Schranken Gottes übertritt – das sind diejenigen, die Unrecht tun.
2:230 Hat ein Mann seine Ehefrau wieder (zum dritten Mal) verstoßen, darf er sie nicht wieder heiraten.[v] Es sei denn, dass sie einen anderen heiratet und von ihm geschieden wird. Dann ist es keine Sünde für sie, wenn sie sich aussprechen und eine neue Ehe eingehen. Dabei müssen sie fester Absicht sein, die Grenzen Gottes einzuhalten. Das sind Gottes Gebote und Verbote, die Er für die Menschen klar stellt, die sich um Wissen bemühen.
2:231 Und wenn ihr euch von den Frauen scheidet und sie die Wartezeit (drei Menstruationszyklen) erfüllt haben, dann behaltet sie in gütiger Weise oder entlasst sie in gütiger Weise. Doch behaltet sie nicht (aus Abneigung), um sie zu schikanieren; das wäre eine Übertretung. Und wer dies tut, der fügt sich selbst Unrecht zu. Nehmt die Zeichen (ayat) Gottes nicht leicht. Gedenkt der Gnade Gottes, die Er euch erwiesen hat und dessen, was Er euch vom Buch und der Weisheit herabgesandt hat, um euch damit zu ermahnen. Hört auf Gott und wisst, dass Gott der Allwissende ist.
2:232 Wenn die Frauen nach ausgesprochener Scheidung und verstrichener Wartezeit eine neue Ehe mit dem gleichen Mann eingehen wollen, so dürfen sie nicht daran gehindert werden, wenn beide Partner eine Versöhnung im Guten erzielt haben. Dies ist eine Ermahnung für diejenigen unter euch, die an Gott und an den Jüngsten Tag glauben. Für euch ist dies segensreicher und reiner. Gott weiß alles, während ihr es nicht wisst.

33:49 O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr gläubige Frauen heiratet und euch dann von ihnen scheiden lasst, ehe ihr Geschlechtsverkehr mit ihnen gehabt habt, so besteht keine Wartefrist von ihnen euch gegenüber, die eingehalten werden muss. Darum beschenkt sie und entlasst sie auf geziemende Weise.

65:1 O Prophet! Wenn ihr euch von den Frauen scheidet, beachtet die Wartezeit, die ihr genau berechnen sollt! Hört auf Gott, euren Herrn. Treibt sie nicht aus ihren Häusern, noch lasst sie hinausgehen, es sei denn, sie hätten eine bewiesene Unzucht begangen. Das sind die Rechtsbestimmungen Gottes. Wer Gottes Rechtsbestimmungen übertritt, hat sich selbst unrecht getan. Du weißt nicht, vielleicht lässt Gott nach der Scheidung etwas Unerwartetes geschehen.
65:2 Wenn die Frist um ist, behaltet sie entweder in Güte oder trennt euch in Güte von ihnen und ruft dazu zwei rechtschaffene Leute aus eurer Mitte zu Zeugen; und macht das Zeugnis um Gottes Willen! Dies ist eine Ermahnung für diejenigen, die an Gott und an den Jüngsten Tag glauben; und dem, der auf Gott hört, verschafft Er ihm eine Lösung.
65:3 und versorgt ihn in der Art und Weise, mit der er nicht rechnet. Und wer auf Gott vertraut – für den reicht Er aus. Wahrlich, Gottes Befehl wird durchgeführt. Für alles hat Gott ein Maß bestimmt.
65:4 Für die Frauen, die in der Menopause sind, beträgt die Wartezeit drei Monate, wenn ihr Zweifel hegt. Die Wartezeit für Frauen, die keine Menstruation haben und schwanger sind, endet mit der Entbindung.[vi] Wer auf Gott hört, dem erleichtert Gott seine Angelegenheiten.
65:5 Das ist Gottes Vorschrift, die Er euch herabgesandt hat. Wer auf Gott hört, dem tilgt Gott die schlimmen Taten, und dem erhöht Er den Lohn.
65:6 Lasst sie wohnen, wo ihr wohnt, gemäß euren Mitteln. Und tut ihnen nichts zuleide in der Absicht, die Trennung herbeizuführen. Wenn sie schwanger sind, kommt ihr für ihren Unterhalt auf, bis sie gebären. Und wenn sie das Kind für euch stillen, (dann) zahlt für ihre Bemühungen. Geht gütig miteinander um; Wenn ihr euch aber nicht einigen könnt, so soll eine andere Frau das Kind stillen.

Hier ist eine Zusammenfassung dieser Regeln für die Scheidung, erhalten durch die Zusammenstellung der ähnlichen Verse:

  • Eine Periode der ‚Abkühlung‘ von vier Monaten wird benötigt, bevor eine Scheidung beginnen kann. (2:226)
  • Wenn immer noch auf die Scheidung bestanden wird, so muss die Ehefrau und der Ehemann während der „zwischenzeitlichen Periode“ (Wartefrist) im gleichen Haus zusammenbleiben. (65:1)
  • Wenn sich das Paar versöhnt, lässt sich die Scheidung widerrufen und die Wartefrist wird unterbrochen. (2:229)
  • Die Scheidung wird automatisch widerrufen, wenn die Partner während der Wartefrist geschlechtlichen Verkehr miteinander hatten. (2:226, 65:1)
  • Die benötigte Wartefrist beträgt drei Menstruationszyklen. Die Wartefrist für Frauen, die keine Menstruation mehr haben, beträgt drei Monate. Die Zeit für schwangere Frauen beträgt solange, bis sie ihr Kind bekommen. (2:228, 65:4)
  • Es kann keine Wartefrist geben (bzw. es wird keine benötigt), wenn noch nie ein geschlechtlicher Kontakt stattfand. Es kann also wieder geheiratet werden. (33:49)
  • Wenn das Paar immer noch wünscht, die Scheidung nach der Wartefrist zu vollziehen, so werden zwei Zeugen gebraucht, um die Prozedur zu vervollständigen. (65:2)
  • Ist dies die 3. Scheidung, so kann das Paar nicht mehr miteinander heiraten, bis die Frau mit einem anderen Mann verheiratet war und sich geschieden hat. (2:230)

Wie in diesem Beispiel der Scheidung gezeigt wird, erbringt der simple Schritt der Untersuchung aller relevanten Verse eine sehr detaillierte Beschreibung der Scheidungsschritte, welche in jeder modernen und zivilen Gesellschaft angewandt werden können.

 

6. Nach Beispielen im Koran suchen

Sobald eine Bedeutung abgeleitet wurde, besteht der letzte Fehlerfreiheitstest bzw. Genauigkeitsüberprüfung solch einer Bedeutung darin, einen Vergleich mit den Geschichten, die im Koran erzählt werden, zu machen, falls solch eine Geschichte überhaupt gefunden werden kann. Der Grund hierfür ist, dass die Geschichten im Koran „lebendige“ Beispiele sind, von denen wir lernen und die Situationen vergleichen können. Die Geschichten sind nicht umsonst erklärt worden oder nicht nur für unsere Unterhaltung bestimmt.

12:3 Wir erklären dir die schönsten der Geschichten, indem Wir dir diesen Koran offenbaren, obwohl du zuvor unter denen warst, die keine Kenntnis besaßen.

Einer der klarsten Beispiele für das Benutzen dieser Methode ist das Behandeln des Themas „Dieb“. Es gibt einen Vers, welcher das Gesetz für Diebe angibt und seine Interpretation kann sehr stark variieren, je nach dem, welche Bedeutung den arabischen Wörtern zugeschrieben wird:

5:38 Dem Dieb und der Diebin sollen die Hände / Ressourcen (Einnahmen) / Macht / Besitzeigentümer / Güter (Aydiyahum) abgeschnitten / geschnitten / aufgelöst / abgetrennt (Iqta) werden als Vergeltung für das, was sie begangen haben und als abschreckende Strafe von Gott. Und Gott ist Allmächtig, Allweise.

Die heutigen Gelehrten und die der Vergangenheit haben sich alle für die Bedeutung „Hand abschneiden“ entschieden und so werden wir heutzutage Zeugen von Amputationen in Ländern, wo behauptet wird, dem Koran zu folgen. Hätten sie im Koran nach Beispielen gesucht, um die Anwendung dieses Gesetzes zu lernen, so kämen sie zu einer unterschiedlichen Schlussfolgerung – fern von Amputationen. Die Geschichte von Josef mit seinen Brüdern liefert uns das klarste und simpelste Beispiel, wie mit dem Thema „Dieb“ umzugehen ist.

12:73-75 Sie sagten: „Bei Gott, ihr wisst doch, dass wir nicht gekommen sind, um Unheil im Land zu stiften, und wir sind keine Diebe.“ Er sagte: „Was soll dann die Strafe dafür sein, wenn ihr Lügner seid?“ Sie sagten: „Die Strafe dafür sei: Der, in dessen Satteltaschen (der geklaute Goldbecher) gefunden wird, soll es selbst sein. So bestrafen wir die Übeltäter.

Also wird die Bedeutung des Verses wie folgt übersetzt:

5:38 Dem Dieb und der Diebin sollen die Einnahmen (Aydiyahum) geschnitten (iqtau) werden, als Vergeltung für das, was sie begangen haben, und als abschreckende Strafe von Gott. Und Gott ist Allmächtig, Allweise.

Solch eine Bedeutung bestätigt auch die allgemeinen Gesetze der koranischen Gerechtigkeit bzw. Gesetzmäßigkeit: Die Strafe soll nicht die Tat an Maß überschreiten (16:126).

 

7. Geduldig sein und Gott um Hilfe bitten

Selbst mit all den Fähigkeiten und dem Wissen, die wir besitzen könnten, ist das Studium der Schrift stets fehlerhaft, wenn Gott nicht um Hilfe und Unterstützung gebeten wird. Letzten Endes ist Er der ultimative Lehrer der Menschheit. Er ist der Lehrer von Allem, insbesondere Seiner Schrift (55:1-2).

16:98-100 Und wenn du den Koran liest, so suche bei Gott Zuflucht vor Satan, dem Verfluchten. Wahrlich, er hat keine Macht über die, welche glauben und auf ihren Herrn vertrauen. Siehe, seine Macht erstreckt sich nur auf jene, die bei ihm Beistand suchen und die (Gott) Götter zur Seite stellen.

Wir sollen nicht erschrocken, verängstigt oder verwirrt sein, wenn die Ergebnisse oder das eigene Verständnis nicht mit dem übereinstimmt, was andere Gelehrten/Araber etc. sagen. Die Wahrheit braucht nicht die Mehrheit, um die Wahrheit zu sein.

6:116 Und wenn du den meisten derer auf der Erde gehorchst, werden sie dich von Gottes Weg irreführen. Sie folgen nur Vermutungen, und sie raten nur.

Als letztes erinnere man sich immer daran, dass wir hier auf diesem Planeten sind, um Gott zu dienen und uns bemühen, auf Seinem Wege zu gehen. Wir sind nicht hier um uns selbst oder unseren eigenen Ansichten oder Ego zu dienen: „Dir allein dienen wir und Dich allein bitten wir um Hilfe.(1:5)

 

Schlussfolgerung

Jetzt sollten alle nötigen „Werkzeuge“ zugänglich gemacht worden sein, um sich selber gemäß dem System des Korans auszubilden. Versuchen Sie es zu einer Gewohnheit werden zu lassen, die Antworten auf eigene Faust zu suchen, nebst der Bitte an Gott für Führung und Unterstützung. Zögern Sie nicht andere über die Bedeutung eines bestimmten Verses zu befragen, aber versuchen Sie trotzdem die Bindung mit Gott direkt herzustellen. Es ist nur durch diese Selbstbewusstheit möglich, dass Leute einen defensiven Mechanismus gegen Fehlinformationen und Ignoranz haben, welche nun bereits über mehrere Generationen hinweg gelehrt wurden.

Wir sollten versuchen es anzustreben, dass Gott der Fokus unserer Handlungen und unseres Lebens wird. Lassen wir Seine Worte unsere Führung sein, um Erfolg in diesem und im nächsten Leben zu haben… Es ist unbedeutend, wie viel Wohlstand wir erreichen oder wie mächtig wir werden, sondern bedeutender ist wie wir diesen Wohlstand nutzen, um anderen zu helfen und wie wir unsere Macht und Position ausnützen, um der Menschheit zu helfen, damit die Welt besser wird.

63:9-11 O ihr, die ihr glaubt, lasst euch durch euer Vermögen und eure Kinder nicht vom Gedenken an Gott abhalten. Und wer das tut – das sind die Verlierenden. Und spendet von dem, was Wir euch gegeben haben, bevor einen von euch der Tod ereilt und er sagt: „Mein Herr! Wenn Du mir nur Aufschub für eine kurze Frist gewähren würdest, dann würde ich Almosen geben und einer der Rechtschaffenen sein.“ Und nie wird Gott jemandem Aufschub gewähren, wenn seine Frist um ist; und Gott ist dessen wohl kundig, was ihr tut.

Wir sind sicher, dass der/die Studierende/Schüler/in der Schrift mehr als erwartet finden kann, wenn der Koran gelesen und studiert wird. Obwohl die Schrift in seiner Form von Wörtern und Seiten „begrenzt“ ist, ist es bezüglich dem Wissen und den Lehren innerhalb dieser physikalischen Form „unbegrenzt“.


Fußnoten

[i] 2:226 Jene, die die nach dem Propheten erfundenen Lehren Hadith und Sunna dem Koran beigesellen, haben durch die verschiedenen Scheidungsgesetze innerhalb ihrer Rechtsschulen unzählige Familien auseinander gezerrt und ein Gesetz für gültig erklärt, sodass der Mann, wenn er die bestimmten Worte der Scheidung ausspricht, sich von seiner Frau für ewig geschieden hat. Jene, die aus Versehen oder aus Wut diese Worte ausgesprochen und sich unwiderruflich geschieden haben und nach einer Möglichkeit einer erneuten Heirat suchten, sahen sich gezwungen, Fatwas durch Mullahs einzuholen, die für ihre Leistungen Geld verlangten. Siehe 2:229 und 9:34-35.

[ii] 2:228 Dieser Vers, der über die Scheidung handelt, teilt mit, dass die Frauen die gleichen Rechte wie die Männer haben. Die Mentalität, welche die so genannten Hadith und Sunnah, Kollektionen von zahlreicher Vermutungen und Lügen, dem Koran beigesellt oder gar vorzieht, hat der Frau das Recht der Scheidung entzogen und hat sie der Tyrannei der Männer überlassen und sie somit in eine Position ähnlich der Sklaverei gestellt.

[iii] 2:229 Die Scheidung ist ein Vorgang, der Monate lang andauert; Nicht wie es die Folger von Hadith und Sunna behaupten, ein kurzer Moment gewisser Worte, die aus dem Mund des Mannes entspringen. Drei Mal „Ich scheide dich“ zu sagen bedeutet nicht, dass die Frau drei Mal geschieden wurde. Um sich drei Mal scheiden zu lassen werden auch drei vollbrachte Heiratsprozeduren benötigt. Das von Gott gegebene Recht der Wiederheirat nach zweimaligem Scheiden wird angeblich von einigen, erfundenen Gerüchten (Ahadith) aufgehoben. So z.B. meint die Hanafi-Rechtsschule, dass der Mann sogar dann nicht mehr erneut die gleiche Frau heiraten kann, wenn er sich von seiner Frau unter Bedrohungen scheiden lassen musste. Die Folger der Rechtsschulen haben Familienkatastrophen verursacht, welche durch die drei Worte der Scheidung entstanden sind, und schreckliche „Lösungen“ erbracht, wie z.B. die so genannte „Hulla“, bei der in einer einzelnen Nacht geheiratet wird, um Geschlechtsverkehr zu erlauben, um sie später wieder aufzulösen und dass der Mann, der die Hulla begangen hat, im Stande sei, die Frau zwangsweise zu scheiden, wenn er sie nicht mehr scheiden könnte. Siehe außerdem 33:49. Und wenn wir schon dabei sind, wie die Hanefi-Rechtsschule die Koranverse aufheben lässt, so wollen wir auch gleich weitere Verse nennen, die gemäß (so die Meinung der Hanefi) den Ahadith keine Gültigkeit mehr haben sollten: 2:180,240; 4:11-12,15,23-24; 5:106; 6:145

[iv] 2:229 Das Haus und den Unterhalt der geschiedenen Frau übernimmt als generelle Regel der Mann (2:241).

[v] 2:230 Religionsgelehrte haben diesen Vers missbraucht, um eine Unzucht für eine einzelne Nacht, Hulla genannt, zu ermöglichen.

[vi] 65:4 Durch eine schreckliche, falsche, hadithische Verzerrung dieses Verses wird in fast allen Übersetzungen die Wartezeit für Frauen, die noch keine Menstruation hatten, d. h. Kinder, ebenfalls beschrieben! Es ist bekannt, dass die Sunna Ahadith enthält, die den Propheten Mohammed mit Pädophilie beleidigen. Solchen Heuchlern und schrecklichen Missetätern und Ableugnern erinnern wir die Verse 6:112-116 und ebenso Psalm 37!