| Liebe, Herz und Verstand |
|
|
|
| Geschrieben von: Kerem Adıgüzel | |||
| Mittwoch, den 24. Dezember 2008 um 18:58 Uhr | |||
|
Ich suche Zuflucht bei Gott, vor dem verfluchten Teufel Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen In letzter Zeit wurde ich Zeuge vieler Debatten, die darüber handelten, wie wichtig der Verstand sei. Die jeweilige andere Gruppe betonte aber, dass ohne das Herz gar nichts mehr funktionieren würde. Dies erinnerte mich in der Tat an Diskussionen zwischen Evolutionisten und Kreationisten. Heute, in einer Zeit der Wissenschaft und Technik, fragen mich viele Leute danach, ob ich denn überhaupt an einen Gott glauben könne, wenn ich die Evolutionstheorie annehme. Es scheint so zu sein, dass sich viele Menschen gar nicht dessen bewusst sind, dass sie lediglich nur eine vereinzelte Extremposition einnehmen. Nebst der Tatsache, dass die Evolution im Qur’ân bestätigt wird, sehen sogar noch viele so genannte Muslime große Probleme darin, die Evolution zu akzeptieren. Sie haben Angst, dass ihr Glaube durch die Evolution widerlegt würde (einer der prominenteren Personen dieser Richtung ist Adnan Oktar alias Harun Yahya). Und in der Tat, die Evolution (besser gesagt, der wissenschaftlich berechtigte Rationalismus) widerlegt viele ihrer abergläubischen und mit Mythen versehenen Doktrinen und Dogmen, indem sie ihren Irrationalismus offenbaren. Andererseits nehmen die Evolutionisten und Atheisten jede noch so kleine und vielfach auch unsinnige Gelegenheit wahr, um ihre These zu stützen und um sich, bildlich gesprochen, "vor Gott zu schützen". Ich will meine Worte aber nicht auf Themen wie Evolution und Kreationismus ausdehnen. Dies ist eindeutig nicht meine Absicht. Als Mathematiker und leidenschaftlicher Romantiker war ich, wie bereits erwähnt, durch Gottes Willen "gezwungen" mir Gedanken über Wörter wie "Verstand" und "Liebe" bzw. "Herz" zu machen. Als rationaler Monotheist halte ich mich an wissenschaftliche Prinzipien. Das Wort "Glaube" hat für mich in letzter Zeit einen eher negativen Unterton erhalten. Glaube impliziert für mich, dass mensch gewissen Doktrinen oder Dogmen folgt, ohne sie rational zu begründen. Als Rationalist aber habe ich philosophische, spirituelle, rationale und emotionale Gründe, an den Qur’ân als Gottes Wort zu glauben. Doch was heißt "philosophisch", "spirituell", "rational" und "emotional"?
Hier wird das Dilemma bereits offensichtlich gemacht. Für viele der LeserInnen mögen diese Definitionen kalt, herzlos und ohne jegliche Liebe sein. Für einen Rationalisten aber sind hier durchaus viele Informationen versteckt. Was bewegt den Menschen, das Wort "Liebe" in einem Zusammenhang zu gebrauchen, den Rationalisten a priori nicht annehmen können? Liebe ist für die Rationalisten nur ein biochemischer Prozess, der durch gewisse Hormone in den Rezeptoren ausgelöst wird. Viele Menschen sehen darin eine Vergewaltigung des Wortes Liebe, wenn er auf etwas "wissenschaftliches" beschränkt wird. In der Tat, niemand wird dem Rationalisten widersprechen können, aber für sich selber werden die wenigsten diese Definition annehmen. Aus gutem Grund. Auch ich nicht. Viele Male dachte ich nach, wie mensch einem puren Rationalisten beibringen könnte, dass das Herz, eine symbolische Figur für viele Menschen, unabdingbar ist, wenn der Mensch diese Welt auch nur ein wenig ertragen will. Wer pur rationalistisch veranlagt ist, erntet weder Sympathie noch "Wärme". Sehen Sie die Schwierigkeit, Begriffe wie 'Wärme' und/oder 'Liebe' nicht immer in der Bedeutung gebrauchen zu können, wofür sie eigentlich stehen? Der Rationalist mag diese Wörter in diesem Kausalzusammenhang wieder mit den Begriffen Symbolik, Metapher, Allegorie, Gleichnis etc. assoziieren und so eine vernunftgemäße Beschreibung herbeiführen, womit er natürlich auch recht hat, aber er verfehlt damit den eigentlichen Sinn des Gegenübers völlig. Herz. Die wohl naheliegendste Beschreibung für den symbolischen Sinn dieses Wortes ist Geistsinn. Dieses aus zwei Wörtern gebildete Substantiv vermag dem Rationalisten vielleicht, so Gott will, am ehesten erklären, was das Herz wirklich sucht. Der Geistsinn unseres Lebens besteht nicht daraus, sich biologisch fortzupflanzen (das ist lediglich die biologische Erklärung für den Sinn unseres Lebens), sondern genau diese rationalistische Denkarten (manche nennen sie Denkblockaden) zu sprengen. Dies könnte als Philosophie gelten. Warum auch nicht? Der Rationalist hat bereits von vornherein verloren, wenn er sich als purer Rationalist herausstellt. Die heutige Wissenschaft ist nicht in der Lage, die Natur des Menschen und der Welt zu 100% zu beschreiben. So oder so wird der Rationalist auch philosophieren müssen, um Vermutungen aufzustellen, damit überhaupt eine Erklärung erst existiert, mit der er sich ansatzweise zufrieden geben kann. Jedoch haben bereits auch diejenigen von vornherein verloren, die glauben, dass Rationalismus nicht nötig sei (ich nenne sie "Die Vergewaltiger der Liebe" bzw. "Liebende"). Kein Mensch ist in der Lage, sich nicht durch rationalistische Gedanken beeinflussen zu lassen. Heutzutage erst recht nicht. Und am wenigsten der Mathematiker (so einer soll ich gemäß meinen Freunden und Zeitgenossen sein, dabei bin ich doch aber nur ein Mensch?). Herz. Abneigung. Zuneigung. Wieso empfinden wir Emotionen? Wieso werde ich durch Hormonen gereizt, Emotionen zu empfinden, wenn ich eine schöne Frau sehe? Wenn ich solche Fragen stelle, denke ich erst gar nicht an rationale Erklärungen, überhaupt nicht. Ich philosophiere und scherze darüber, denke zuerst über die wundersame Natur meiner Umwelt nach und bin entzückt in der Liebe Gottes und gehe manchmal vollständig auf (manche mögen diese Erfahrungen als "irrational begründeten Rausch" bezeichnen – wenn dem so ist, dann lasse ich mich gerne von der Liebe und der Gnade Gottes berauschen!). In der Tat, vielleicht meinte es Bukhary ja auch scherzhaft, als er schrieb, dass unser Prophet gesagt haben soll, dass Frauen das größte Elend für die Männer seien? Wer weiß? Vielleicht war der Prophet nebst seiner Berufung ein angenehmer Mann unter den Männern, der auch mal Scherze trieb? Ein Freund? Wahrhaftig können Frauen den Männern großes Elend zufügen, wenn sie nur wollen. Männer: haltet zusammen! Wir schaffen’s! Um ja Missverständnisse zu vermeiden: Frauen sind für mich eines der größten Geschenke Gottes, nebst all den unzählbaren Dingen, die Er für uns Menschlinge erschaffen hat und ich respektiere die Frauen genauso, wie wir dies gemäß dem Qur’ân tun sollen: Sie als gleichwertige, kompetente, in sehr vielen Bereichen als gleichberechtigte menschliche Wesen anzusehen. (Natürlich sollen die biologischen Unterschiede untereinander nicht vergessen werden. Es steht außer Frage, dass die Frau das Recht hätte, keine Kinder zu tragen, so wie wir Männer.) Ich bemühe mich, Frauen zu verstehen (das tue ich wirklich!), doch es ist manchmal fast zum verzweifeln. Es wird aber auf jeden Fall nie langweilig mit den Frauen, denn immer wenn ich meine "jetzt verstehe ich die Frauen!", handeln sie garantiert wieder anders, als erwartet. Ich möchte hier eine liebe, mir nahe verbundene Christin zitieren, die es nicht lassen konnte, einen Kommentar zu diesem Abschnitt abzugeben (Frauen eben):
Als ich meinen Vater, möge Gott ihn segnen und ihm den Eintritt ins Paradies gewähren, der sich mit solchen Themen auch beschäftigt hat, nach seiner Meinung fragte, da meinte er: unmöglich, einem Rationalisten zu erklären, welche Bedeutung das Herz hat. Er war der Meinung, dass Rationalisten zuerst die Tatsache annehmen sollten, dass alles, was wir fühlen, schmecken, hören und sehen lediglich Einbildungen sind (Nota bene: Dass alles Einbildung ist, wurde von der Hirnforschung bewiesen). Damit meint er: Wir alle sind erschaffene Wesen. Es scheint aussichtslos zu sein. Hin und wieder treffe ich aber auf Rationalisten, die sich heimlich als "Verräter" outen, indem sie an Gott glauben, obwohl solch eine Existenz an sich weder beweisbar noch widerlegbar ist (damit ist gemeint, dass wir so eine Existenz weder sehen noch schmecken/hören können). Heute Morgen sah ich wieder einen. Er sah ziemlich verschlafen aus und hätte gut ein paar Tassen Tee vertragen. Wir seien aber immer noch im Ramadan, meinte er und dankte kurz Gott für sein Leben. Aufmerksame und scharfsinnige LeserInnen werden wissen, dass ich mich selber meine. Von der anderen Seite betrachtet aber können Rationalisten die größten Irrationalisten werden. Nicht wenige Skeptiker stellen die seltsamsten und merkwürdigsten Vermutungen an. Einige werde ich in diesem Artikel, so Gott will, erwähnen. Mathematik. Sie ist der Ursprung aller Wissenschaften. Sie ist eine wundersame Abzweigung innerhalb der Wissenschaften. Alle anderen hängen von ihr ab. Sogar die skeptischsten Rationalisten berufen sich auf die Gewissheit der Mathematik. Ist es nicht ein Wunder, dass Zahlen überhaupt existieren? Dass Menschen sich überhaupt Gedanken über abstrakte Dinge wie die komplexen Zahlen machen? Die Mathematik ließ mich verstehen, dass die Welt ohne ein Herz nicht überleben würde. Der Drang, der Wille zur Liebe (zum Herz). Und doch lautet mein Lebensmotto, nebst der Gottergebenheit: Glaube, nicht unterstützt durch Verstand und empirische Beweise, ist ein Wunschdenken. Verstand wird mit dem Herzen gemessen, nicht mit dem Gehirn. Hier möchte ich dem Rationalisten eine Übung liefern, (so Gott will) Herz und Verstand zu erkennen, und dem Liebenden eine Möglichkeit, um zu erkennen, dass der Verstand ebenso unabdingbar ist. Dem Rationalisten will ich aufzeigen, dass auch er Ohren (ein Herz für die Musik) hat, mit der er der Musik zuhören kann. Dem Liebenden zeige ich, dass Musik durch Noten und System erfassbar ist: Eine statistische Beweisführung des 19er Wunders.
Kerem A., Oktober 2006 überarbeitet: April 2007 "Licht der Liebe, Lebenslicht... Gottes Geist verlässt uns nicht!" |
|||
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 30. Dezember 2008 um 19:55 Uhr |




























































