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Ist es vernünftig zu glauben? PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Kerstin .   
Donnerstag, den 10. Dezember 2009 um 03:22 Uhr

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

 

Die Welt und unser Leben sind ständigen Veränderungen auf allen Ebenen unterworfen. Was heute noch gilt kann morgen schon falsch sein. Auf was ich heute vertraue, auf was ich mich verlasse, kann morgen schon erschüttert werden. Auch uns selbst erleben wir oft als unzuverlässig. So unterliegen wir beispielsweise oftmals Stimmungsschwankungen , die uns verunsichern können oder die wir als widersprüchlich empfinden. So manches Mal müssen wir feststellen, dass wir es nicht immer schaffen uns an unsere guten Vorsätze oder unsere eigenen Vorgaben zu halten.

In jedem von uns schlummert aber sicher der Wunsch auf etwas vertrauen zu können, sich auf etwas oder jemanden verlassen zu können. Kann uns der Glaube an Gott diese Sicherheit bieten oder ist es unvernünftig zu glauben?

 

Auch diejenigen, die sagen Gott existiere nicht, glauben im Grunde etwas, nämlich an die Nichtexistenz Gottes. Aber weder die Nichtexistenz Gottes noch Seine Existenz sind letztendlich wirklich beweisbar. Ist da der Glauben an eine Nichtexistenz Gottes unbedingt vernünftiger, realistischer, wie viele meinen? Wenn also weder der Gläubige Gott beweisen, noch der Nicht-Gläubige Gottes Nichtexistenz beweisen kann, müssen wir uns ehrlicherweise darauf beschränken, entweder zu sagen „Ja, ich glaube an Gott, für mich ist es vernünftig an Ihn zu glauben, für mich ist Gott real“ oder aber: „für mich ergibt der Glauben keinen Sinn, ich kann nicht glauben, bin nicht sicher, ob es einen Gott gibt, Gott passt nicht in mein Weltbild, er ist für mich nicht real“

Wir alle, auch diejenigen die nicht an Gott glauben, glauben und vertrauen im Alltag ständig auf etwas. Ist dieses immer so viel realistischer als der Glaube an Gott? Hierzu einige Beispiele:


Wir vertrauen z.B. in die Wissensschaft, aber auch sie kann nicht alle Probleme lösen, alle Krankheiten heilen, jede Katastrophe verhindern. Wenn wir jemanden etwas leihen vertrauen wir darauf es wieder zu bekommen, aber auch hier werden wir so manches Mal enttäuscht. Wir vertrauen Ärzten und glauben, dass sie uns helfen und heilen können, was aber leider nicht immer der Fall ist. Wenn wir Auto fahren, vertrauen wir darauf, dass sich alle Verkehrsteilnehmer an die Vorschriften halten. Dem ist aber nicht immer so. Wenn ich in ein Flugzeug steige vertraue ich zum einen darauf, dass die Technik sicher ist und zum andern, dass der Pilot sein Handwerk versteht, aber sowohl die Technik kann versagen als auch der Mensch Fehler machen. Wir vertrauen darauf, dass sich die Naturgesetze nicht plötzlich ändern, aber wissen wir es mit Sicherheit, dass dies nicht passiert? Dies sind nur einige wenige Beispiele, die aufzeigen, dass wir täglich auf Dinge oder Menschen vertrauen, die unserem Vertrauen aber nicht immer gerecht werden. Und trotz aller dieser Unsicherheiten müssen wir immer wieder auf etwas oder jemanden vertrauen oder glauben. Wieso sollte es da unvernünftig sein an eine Existenz Gottes zu glauben und auf Ihn zu vertrauen?

Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast. Wahrlich, das Ohr und das Auge und das Herz - sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden – Koran, 17:36

Nun mögen einige zu Recht fragen „an welchen Gott?“ Wenn es doch nur diesen Einen Gott gibt, warum gibt es so viele unterschiedliche Glaubensrichtungen, die sich teilweise sogar widersprechen. Wir müssen hier unterscheiden. Unser Verständnis von Gott resultiert aus unseren Lebenserfahrungen und aus Gelerntem, ist nicht fest und ändert sich meistens im Laufe des Lebens. Auch innerhalb unseres Glaubens müssen wir uns immer wieder entscheiden, nachdenken, abwägen, was plausibel ist. Uns sollte auch bewusst sein, dass jeder wahrscheinlich nur Teilwahrheiten kennt und diese erst zusammen ein ganzes Bild ergeben. Aber all das ändert nichts an Gott selbst. Wenn es Gott gibt, wovon ich persönlich überzeugt bin, dann gibt es Ihn, egal ob wir an Ihn glauben oder nicht, auf welche Art wir an Ihn glauben, wie wir Ihn uns vorstellen, ob wir Ihn beweisen können oder nicht.


Ich halte auch die Frage, woher unsere Werte kommen, für sehr wichtig. Jeder Mensch bewertet täglich, muss abwägen was gut ist oder schlecht, richtig oder falsch. Woher kommt das? Sagt uns das der Verstand? Aber woher kommt letztendlich der Verstand? Was beeinflusst unseren Willen und woher kommen unsere Gedanken? Auch das Denken an sich beruht auf Annahmen, die wir bewusst oder unbewusst tätigen.

Unsere Welt ist sehr komplex, alles ist perfekt aufeinander abgestimmt – ist das alles nur Zufall? Ist es nicht ein minder großer Glauben, dies alles als Zufall anzusehen?

Glaube kann zwar nicht wissenschaftlich belegt werden, aber auch die Wissenschaften geben uns letztendlich keine Antworten auf Fragen wie: „Was ist der Sinn?“ „ Wer bin ich?“, „Woher komme ich?“, „ Warum bin ich hier?“

Wissenschaft ist wichtig, sie erklärt uns unsere Welt, die Naturgesetze und wie sie funktionieren, aber sie kann nicht wirklich erklären was letztendlich die Ursache von allem ist.


Welche Sicherheit erlangen wir durch den Glauben? Wenn wir nachdenken kommt es oft zu einem Konflikt zwischen unserem Verständnis und dem uns überlieferten Glaubenssystem. Wir beginnen zu hinterfragen oder vielleicht auch einmal zu zweifeln, aber genauso ist auch der nicht an Gott Glaubende Zweifeln unterworfen. Es ist also egal welche Sicht wir vertreten, Zweifel sind immer vorhanden. Das muss aber nicht negativ sein, denn der Zweifel bringt uns oft dazu, dass wir uns tiefer mit unserem Glauben auseinandersetzen. Dies kann dazu führen, dass unser Glaube noch fester wird, aber natürlich auch, dass er sich ändert und wir vielleicht unsere Religion wechseln, oder dass wir ganz von unserem Glauben abfallen. Das gilt in gleicher Weise umgekehrt natürlich auch für den Nichtgläubigen.


Auch wenn wir Gott letztendlich nicht beweisen können, so entspringt auch der Glaube, wenn es kein blinder Glaube ist, aus der Vernunft und ist sicher mit dem Verstand zu vereinbaren. Der Glauben ist meines Erachtens eine Haltung, das Vertrauen, dass alles einen Sinn hat, auch wenn wir diesen nicht immer, oder vielleicht erst später verstehen.

Letztendlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, abwägen, nachdenken und zu einem Ergebnis kommen. Für mich ist der Glaube an Gottes Existenz vernünftig. Er gibt mir Halt im Leben, das voller Unsicherheiten und Veränderungen ist. Auch wenn ich Gott nicht sehen kann, so kann ich Ihn doch erfahren, etwas von Ihm erkennen in den Naturgesetzen und mit meinem Verstand in Einklang bringen.


Groß sind die Werke des Herrn; wer sie erforscht, der hat Freude daran – Bibel, Psalm 111,2


Der Glaube an Gott als den Ursprung der Wirklichkeit, in der wir leben, widerspricht meines Erachtens nicht den wissenschaftlichen Theorien und Erkenntnissen. Gott ist die Kraft, die alles durchdringt.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. Dezember 2009 um 13:41 Uhr
 
Kommentare (1)
1Sonntag, den 03. Januar 2010 um 01:59 Uhr
Lutz
Wem der Glaube Halt im Leben gibt, für den hat er bereits einen Sinn. Nur was ist, wenn ein Mädchen seinem Vergewaltiger gegenüber steht oder ein Opfer seinem Mörder. Hilft da der Glaube an einen allmächtigen Gott? Das Mädchen wird vergewaltigt und das Opfer masakriert. Da hätten die beiden auch an den Weihnachtsmann glauben können.

Und wie sieht es mit den Grundlagen des Glaubens aus? In der Bibel lügt Gott bereits beim Sündenfall. Adam und Eva sollten doch sterben, wenn sie die Früchte vom Baum der Erkenntnis essen. Da hat er wohl nur Spaß gemacht, oder? Und warum hat Gott dem Baum überhaupt erschaffen?

Die meisten Menschen kennen die Grundlagen des Glaubens überhaupt nicht. Sonst müssten sie sich fragen, warum Gott einerseits das Töten verbietet aber andererseitz selbst wegen Kleinigkeiten grausam mordet oder morden lässt und ganze Völker vernichtet. Sie würden sich allen diesen Grausamkeiten, Umgereimtheiten und Widersprüchen in der Bibel stellen müssen. Einfacher ist natürlich zu glauben.

Die Welt ist kompliziert und gefährlich. Dafür benötigt man einen wachen Verstand und eine starke Gemeinschaft. Warum investieren wir nicht in Bildung, Eriehung und ein starkes Gemeinwesen. Ein Phantasiegebilde aus dem Altertum wird unsere Erde nicht retten. Das können nur wir.

(Gottes-)glaube = vernünftig? - von mir ein eindeutiges nein!
Montag, den 04. Januar 2010 um 02:32 Uhr
Kerstin .
Hallo und Frieden Lutz,

Natürlich muss jeder diese Frage für sich selbst beantworten und Sie haben sich für ein klares Nein entschieden. Ich kann ihre Einwände zwar teilweise schon auch nachvollziehen, aber bei genauem Hinschauen sehen viele Dinge doch anders aus:

Nur was ist, wenn ein Mädchen seinem Vergewaltiger gegenüber steht oder ein Opfer seinem Mörder. Hilft da der Glaube an einen allmächtigen Gott? Das Mädchen wird vergewaltigt und das Opfer masakriert. Da hätten die beiden auch an den Weihnachtsmann glauben können.

Zu glauben heißt ja nicht automatisch, dass man dann von allem Leid verschont bleiben würde. Natürlich geschehen täglich schlimme Dinge in der Welt, wo wir uns fragen "Warum?" Es gibt auch auf vieles keine Antwort für uns und wir müssen mit diesem "Warum" leben. Aber das müssen wir in jedem Falle, egal ob wir glauben oder nicht. Es ist ja immer der Mensch selbst, der diese schlimmen Dinge begeht.
Auf lange Sicht kann der Glaube den Opfern doch helfen, denn er kann tragen und helfen, mit dem Geschehenen umzugehen. Ich kenne z.B. Menschen, die gerade wegen eines großen Unglücks, das ihnen widerfahren ist, gläubig geworden sind und andere, die im Glauben dann Halt gefunden haben. Die Zuversicht, dass doch alles irgendwo seinen Sinn hat auch wenn wir ihn nicht erkennen können Oft klagen wir Gott an, wenn es uns schlecht geht oder ein Leid widerfährt. Wenn es uns aber gut geht und wir von Leid verschont sind, dann wird das oft als selbstverständlich hingenommen, nicht nach Gott gefragt oder Ihm gedankt. Erst wenn dann etwas Schlimmes geschieht, fragt man wo Gott war und warum Er nicht eingegriffen hat.

Ich möchte sogar behaupten: Gäbe es mehr Glauben in dieser Welt, dann würden die Menschen das Leben der anderen, die Tiere und die Umwelt mehr respektieren und achten und somit wäre vieles besser. Es gäbe weniger Mord, Raub, Vergewaltigungen, Kriege, Naturzerstörung usw., denn echter Glaube ist nicht vereinbar mit diesen Taten.


In der Bibel lügt Gott bereits beim Sündenfall. Adam und Eva sollten doch sterben, wenn sie die Früchte vom Baum der Erkenntnis essen. Da hat er wohl nur Spaß gemacht, oder? Und warum hat Gott dem Baum überhaupt erschaffen?

"aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Esst nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt!" (1. Mose 3,3)
In dem Vers steht, dass sie nicht essen sollen, damit sie nicht sterben, aber es steht nicht da, dass sie sofort sterben müssten wenn sie gegessen habe.
Nun, die Menschen sterben ja, sind nicht unsterblich, auch "Adam und Eva" sind letztendlich gestorben, somit ist es keine Lüge.
Warum Gott den Baum erschaffen hat kann ich Ihnen nicht beantworten, aber es hatte sicher einen Sinn, aber würde es etwas ändern diesen zu wissen?

Die meisten Menschen kennen die Grundlagen des Glaubens überhaupt nicht. Sonst müssten sie sich fragen, warum Gott einerseits das Töten verbietet aber andererseitz selbst wegen Kleinigkeiten grausam mordet oder morden lässt und ganze Völker vernichtet. Sie würden sich allen diesen Grausamkeiten, Umgereimtheiten und Widersprüchen in der Bibel stellen müssen. Einfacher ist natürlich zu glauben.

Um die Bibel richtig zu verstehen ist es deshalb geradezu notwendig selbst nachzudenken und den Verstand einzusetzen, um die biblischen Zusammenhängen richtig einzuordnen. Dazu ist es aber auch nötig alles zu lesen und sich intensiv damit zu beschäftigen und nicht nur einzelne Textpassagen heraus zu picken, sondern auch hinter die Ausagen zu blicken. Was war zu dieser Zeit, was ist passiert, warum ist etwas passiert, was ist die Konsequenz, was will uns dieser oder jener Text sagen,usw.
Und gerade deshalb ist es nicht einfacher zu glauben, wenn es kein blinder Glaube ist.


Die Welt ist kompliziert und gefährlich. Dafür benötigt man einen wachen Verstand und eine starke Gemeinschaft. Warum investieren wir nicht in Bildung, Erziehung und ein starkes Gemeinwesen. Ein Phantasiegebilde aus dem Altertum wird unsere Erde nicht retten. Das können nur wir.


Der wache Verstand und der Glaube müssen sich ja nicht ausschließen, im Gegenteil, der wahre Glaube braucht Verstand.
Die Welt ist kompliziert und gefährlich? Sicher, aber das Leben an sich ist gefährlich – lebensgefährlich. Bildung, Erziehung und ein starkes Gemeinwesen und Glaube gehen meines Erachtens Hand in Hand. All die Werte, die Ethik, die Menschenrechte finden ihre Grundlage auch im Glauben.


Ein Phantasiegebilde aus dem Altertum wird unsere Erde nicht retten. Das können nur wir.

Ja, indem wir Menschen endlich anfangen umzudenken, umzukehren und uns unserer Verantwortung bewusst zu werden
Es ist doch so, dass der Mensch es ist, der die Erde zerstört. Warum machen wir also Gott dafür verantwortlich? All das Leid, Katastrophen, ja selbst viele Naturkatastrophen sind rein menschengemacht.

Liebe Grüße,
Kerstin

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