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Aus dem Koran

25:63 Die Diener des Barmherzigen sind die, die bescheiden auf der Erde umhergehen, und wenn die unwissenden törichten Ungläubigen sie unbotmäßig ansprechen, sagen: "Friede sei mit euch!"

13:22 ... und das Böse durch das Gute abwehren - diese erhalten den Lohn.

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Geschrieben von: Kerstin   
Mittwoch, den 24. Dezember 2008 um 19:23 Uhr
Als evangelische Christin habe ich mich schon oft gefragt, ob ich nicht vielleicht eine andere Glaubensrichtung vertreten würde, wenn ich in einem anderen Land, in einer anderen Familie, einer anderen Kultur, geboren und aufgewachsen wäre.

Welche dieser Gegebenheiten sind ausschlaggebend für meine Religion und meinen Glauben und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Umgang mit anderen Religionsangehörigen?


Vererbung der Religionen

 Welcher Religionsgemeinschaft ein Mensch angehört und wie er seinen Glauben lebt, hängt in erster Linie davon ab, wo mensch hineingeboren wird und aufwächst. Denn genauso, wie viele andere Dinge durch die Familie und die Umgebung geprägt werden, so wird auch die Religionszugehörigkeit (bzw. die Nichtzugehörigkeit) erst einmal von den Eltern an die Kinder weitergegeben. Das Kulturdenken, die Tradition und die Religion hängen oft auch vom geographischen Ort ab. Wird ein Kind beispielsweise in Kuwait geboren, wächst es mit großer Wahrscheinlichkeit im islamischen Glauben auf, während die Kinder in Deutschland vorwiegend christlich und in Tibet eher buddhistisch geprägt sind.


Aber auch andere Gegebenheiten wie Kriegs- oder Friedenszeiten und ob das Kind in eine arme oder in eine reiche Familie, männlichen oder weiblichen Geschlechts geboren wird, dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Frauen und Mädchen werden in traditionell rückständigen Ländern leider in negativer Hinsicht oft nicht als gleichwertig betrachtet.
Auch die Familie spielt eine große Rolle. So liegt es größtenteils auch an der Familie, wie sich das Kind in Sachen Bildung und/oder eigenständiges Denken entwickelt. Es ist wichtig, schon als Kind ermutigt zu werden, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und durch eigenes Nachdenken zu Ergebnissen zu gelangen.
Die Liste der ausschlaggebenden Gegebenheiten könnte ewig so fortgesetzt werden.

Die religiöse Prägung wird demnach in erster Linie durch die Familie und das Umfeld vorbestimmt.
Die Chancengleichheit in der Entwicklung und im Alltag ist also von Geburt an nicht gegeben!

Wenn das Kind zum Erwachsenen heranwächst und beginnt, sich eigene Gedanken zu machen, kann es natürlich passieren, das sich der/die eine oder andere mit dem "vererbten" Glauben nicht mehr identifizieren kann und sich von einer anderen Religion mehr angesprochen fühlt. Es kann sich sogar die Möglichkeit der Apostasie (des Glaubensabfalls) ergeben, vielleicht auch nur zeitweise, um dann irgendwann wieder zurück zum Glauben zu finden.
Beginnt jemand nun mit Traditionellem zu brechen, sei es im Glauben oder auch in anderen Bereichen, so hat er/sie oft einen schweren Weg vor sich. Einerseits kann es passieren, dass durch solch einen Schritt Menschen, die einem lieb sind, vor den Kopf gestoßen werden, dass sie sich dadurch abgelehnt fühlen. Andererseits gehen eventuell auch die Wurzeln, der Halt, verloren. Dies ist auch davon abhängig, wie diese persönlichen Veränderungen von der Familie und den Freunden getragen werden.

In manchen Gebieten der Erde kann allerdings eine derart tief greifende Veränderung nicht ermöglicht werden, da man oft sehr eng in eine Gemeinschaft eingebunden ist und dadurch vielleicht auch nie die Möglichkeit hatte, etwas anderes kennen zu lernen.


Der Umgang der Religionsangehörigen miteinander

Wenn es aber nun gar nicht allein in unserer Hand liegt, wie wir leben und was wir glauben, bedeutet das folglich nicht umso mehr, dass wir respektvoll auch mit Anhängern anderer Religionen umgehen sollten? Auch (genau) dann, wenn uns manches in den anderen Religionen entfremdend oder vielleicht auch falsch vorkommt? Dürfen wir uns anmaßen über richtig und falsch zu urteilen?
Matthäus 7,1-5
"Verurteilt nicht andere, damit Gott nicht euch verurteilt! Denn euer Urteil wird auf euch zurückfallen, und ihr werdet mit demselben Maß gemessen werden, das ihr bei anderen anlegt. Warum kümmerst du dich um den Splitter im Auge deines Bruders oder deiner Schwester und bemerkst nicht den Balken in deinem eigenen? Wie kannst du zu deinem Bruder oder deiner Schwester sagen: Komm her, ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen, wenn du selbst einen ganzen Balken im Auge hast? Scheinheilig bist du! Zieh doch erst den Balken aus deinem eigenen Auge, dann kannst du dich um den Splitter in einem anderen Auge kümmern!"
Nicht belehren, geschweige denn verurteilen, sondern miteinander im Gespräch sein und den Anderen in erster Linie als Menschen sehen und nicht als Angehörigen irgendeiner Glaubensgruppe, da ansonsten die Gefahr besteht, dass ein Mensch vorschnell "in irgendeine Schublade geschoben wird". Nur durch eine vorurteilsfreie Begegnung ist ein wirkliches Kennenlernen und ein offener und fruchtbarer Dialog und im Endeffekt ein friedliches Zusammensein möglich. Zu einem offenen Dialog gehört aber auch, dem Anderen zuhören und auch eventuelle Einwände gegen Auslegungen des eigenen Glaubens zulassen zu können, um dann über das Besprochene erkenntnisbringend zu diskutieren.

Die Religionen haben oftmals mehr Gemeinsamkeiten, als man auf den ersten Blick vermutet oder sieht. Wir sollten also nicht nur nach dem Trennenden schauen, sondern uns innerlich frei machen von Ängsten und Vorurteilen, um den Blick für das Verbindende zu öffnen. Ein Dialog, der vorurteilslos und respektvoll geführt wird, kann helfen einander besser zu verstehen und auch voneinander zu lernen, denn allein kann keiner weise sein. In jeder Religion kann man Wege zu Gott finden. Es gibt nicht nur einen einzigen Weg um zur Wahrheit zu gelangen.
Gott wirkt nicht nur in einer bestimmten Religion. Gott wirkt überall!


Schlussgedanken

Jede Religion nimmt für sich in Anspruch, der richtige Weg zu sein. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass alle anderen falsche Wege gehen, oder eine falsche Glaubensauslegung haben. Kann man das so einfach sagen? Ist es nicht vielmehr so, dass sich in allen Religionen Weisheit und Wissen finden lassen, durch welche man zur Wahrheit, zu Gott, gelangen kann? Es liegt aber auch an uns selbst, durch eigenes Nachdenken Wissen zu erwerben.
Prüft aber alles, und das Gute behaltet. - 1.Thess 5,21
Ich sehe die verschiedenen Religionen als verschiedene Wege, die manchmal voneinander wegführen, sich trennen, dann aber auch wieder zusammenführen oder sich sogar überschneiden können. Im Idealfall münden sie aber letztendlich alle zusammen im wichtigsten aller Ziele: bei Gott.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 13. Januar 2009 um 23:51 Uhr
 
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