| Glaube ist vernünftig |
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| Geschrieben von: Kerstin L. |
| Montag, den 04. Januar 2010 um 01:32 Uhr |
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Hallo und Frieden Lutz,
Natürlich muss jeder diese Frage für sich selbst beantworten und Sie haben sich für ein klares Nein entschieden. Ich kann ihre Einwände zwar teilweise schon auch nachvollziehen, aber bei genauem Hinschauen sehen viele Dinge doch anders aus:
Nur was ist, wenn ein Mädchen seinem Vergewaltiger gegenüber steht oder ein Opfer seinem Mörder. Hilft da der Glaube an einen allmächtigen Gott? Das Mädchen wird vergewaltigt und das Opfer masakriert. Da hätten die beiden auch an den Weihnachtsmann glauben können.
Zu glauben heißt ja nicht automatisch, dass man dann von allem Leid verschont bleiben würde. Natürlich geschehen täglich schlimme Dinge in der Welt, wo wir uns fragen "Warum?" Es gibt auch auf vieles keine Antwort für uns und wir müssen mit diesem "Warum" leben. Aber das müssen wir in jedem Falle, egal ob wir glauben oder nicht. Es ist ja immer der Mensch selbst, der diese schlimmen Dinge begeht.
Auf lange Sicht kann der Glaube den Opfern doch helfen, denn er kann tragen und helfen, mit dem Geschehenen umzugehen. Ich kenne z.B. Menschen, die gerade wegen eines großen Unglücks, das ihnen widerfahren ist, gläubig geworden sind und andere, die im Glauben dann Halt gefunden haben. Die Zuversicht, dass doch alles irgendwo seinen Sinn hat auch wenn wir ihn nicht erkennen können Oft klagen wir Gott an, wenn es uns schlecht geht oder ein Leid widerfährt. Wenn es uns aber gut geht und wir von Leid verschont sind, dann wird das oft als selbstverständlich hingenommen, nicht nach Gott gefragt oder Ihm gedankt. Erst wenn dann etwas Schlimmes geschieht, fragt man wo Gott war und warum Er nicht eingegriffen hat.
Ich möchte sogar behaupten: Gäbe es mehr Glauben in dieser Welt, dann würden die Menschen das Leben der anderen, die Tiere und die Umwelt mehr respektieren und achten und somit wäre vieles besser. Es gäbe weniger Mord, Raub, Vergewaltigungen, Kriege, Naturzerstörung usw., denn echter Glaube ist nicht vereinbar mit diesen Taten.
In der Bibel lügt Gott bereits beim Sündenfall. Adam und Eva sollten doch sterben, wenn sie die Früchte vom Baum der Erkenntnis essen. Da hat er wohl nur Spaß gemacht, oder? Und warum hat Gott dem Baum überhaupt erschaffen?
"aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Esst nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt!" (1. Mose 3,3)
In dem Vers steht, dass sie nicht essen sollen, damit sie nicht sterben, aber es steht nicht da, dass sie sofort sterben müssten wenn sie gegessen habe.
Nun, die Menschen sterben ja, sind nicht unsterblich, auch "Adam und Eva" sind letztendlich gestorben, somit ist es keine Lüge.
Warum Gott den Baum erschaffen hat kann ich Ihnen nicht beantworten, aber es hatte sicher einen Sinn, aber würde es etwas ändern diesen zu wissen?
Die meisten Menschen kennen die Grundlagen des Glaubens überhaupt nicht. Sonst müssten sie sich fragen, warum Gott einerseits das Töten verbietet aber andererseitz selbst wegen Kleinigkeiten grausam mordet oder morden lässt und ganze Völker vernichtet. Sie würden sich allen diesen Grausamkeiten, Umgereimtheiten und Widersprüchen in der Bibel stellen müssen. Einfacher ist natürlich zu glauben.
Um die Bibel richtig zu verstehen ist es deshalb geradezu notwendig selbst nachzudenken und den Verstand einzusetzen, um die biblischen Zusammenhängen richtig einzuordnen. Dazu ist es aber auch nötig alles zu lesen und sich intensiv damit zu beschäftigen und nicht nur einzelne Textpassagen heraus zu picken, sondern auch hinter die Ausagen zu blicken. Was war zu dieser Zeit, was ist passiert, warum ist etwas passiert, was ist die Konsequenz, was will uns dieser oder jener Text sagen,usw.
Und gerade deshalb ist es nicht einfacher zu glauben, wenn es kein blinder Glaube ist.
Die Welt ist kompliziert und gefährlich. Dafür benötigt man einen wachen Verstand und eine starke Gemeinschaft. Warum investieren wir nicht in Bildung, Erziehung und ein starkes Gemeinwesen. Ein Phantasiegebilde aus dem Altertum wird unsere Erde nicht retten. Das können nur wir.
Der wache Verstand und der Glaube müssen sich ja nicht ausschließen, im Gegenteil, der wahre Glaube braucht Verstand.
Die Welt ist kompliziert und gefährlich? Sicher, aber das Leben an sich ist gefährlich – lebensgefährlich. Bildung, Erziehung und ein starkes Gemeinwesen und Glaube gehen meines Erachtens Hand in Hand. All die Werte, die Ethik, die Menschenrechte finden ihre Grundlage auch im Glauben.
Ein Phantasiegebilde aus dem Altertum wird unsere Erde nicht retten. Das können nur wir.
Ja, indem wir Menschen endlich anfangen umzudenken, umzukehren und uns unserer Verantwortung bewusst zu werden
Es ist doch so, dass der Mensch es ist, der die Erde zerstört. Warum machen wir also Gott dafür verantwortlich? All das Leid, Katastrophen, ja selbst viele Naturkatastrophen sind rein menschengemacht.
Liebe Grüße,
Kerstin
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Januar 2010 um 11:50 Uhr |
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