Start Koran Fehler in Koranübersetzungen Heiraten von ungläubigen Menschen

Aus dem Koran

16:97 Wer auch immer, ob Mann oder Frau, Rechtschaffenheit ausübt und glaubt: diesem werden Wir gewiss ein schönes Leben im Diesseits bescheren und Wir werden ihnen den Lohn bestimmt für ihre rechtschaffenen Taten erstatten.

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Heiraten von ungläubigen Menschen PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Ayman Teryaki   
Donnerstag, den 02. Juli 2009 um 20:59 Uhr

Im Namen Gottes, Des Erbarmers, Des Gnädigen

Traditionelle der verschiedenen Religionen verlangen von ihren Mitgliedern, dass sie nur solche heiraten, die ihrer Religion bzw. Konfession angehören. Für die Männer gibt es immer wieder Ausnahmen, die für Frauen nicht gelten. So sieht man in den islamisch traditionellen Ländern, dass Männer Frauen aus jeder Religion oder Konfession heiraten dürfen, während es den Frauen untersagt ist. Der Grund sei, so wie es immer wieder behauptet wird, dass Gott es so verordnet hätte. Tatsächlich: Gott verordnete es, dass Gläubige - Männer oder Frauen ohne Ausnahme - nur gläubige Ehepartner zu sich nehmen sollen:

[2:221] Und heiratet keine Götzenanbeterinnen (Muschrik = Polytheistisch), ehe sie glauben. Und eine gläubige Dienerin ist besser als eine Götzenanbeterin, mag sie euch auch noch so gut gefallen. Und verheiratet nicht (gläubige Frauen) mit Götzenanbetern, ehe sie glauben. Und ein gläubiger Diener ist besser als ein Götzenanbeter, mag er euch auch noch so gut gefallen. Jene rufen zum Feuer, doch Allah ruft zum Paradies und zur Verzeihung mit Seiner Erlaubnis und macht den Menschen Seine Zeichen klar, damit sie Seiner gedenken mögen.

Warum diese Verordnung wichtig ist wird im gleichen Vers erläutert, nämlich dass die Beziehung zu einem Ungläubigen (Ableugner, Polytheist oder Heuchler) einen Schaden im Glauben mit sich bringt. Der Vers handelt im Allgemeinen von der Ehe gläubiger Menschen und nicht im Bezug auf bestimmte Religion bzw. Konfession. Das Problem bei der Interpretation dieses Verses liegt eher im Verständnis des Wortes „gläubig“.

Wer ist nun gläubig?

Kann es unter den anderen Schriftvölkern außer der eignen Religion gläubige Menschen geben?

[2:62] Diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden sind, und die Christen und die Säbier, all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein.

[5:69]
Diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden sind, und die Säbier und die Christen, all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, haben nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein.

Die Verse 2:62 und 5:69 erläutern uns, dass der Glaube nicht mit einer bestimmten Religion verbunden ist, sondern mit den Grundsätzen:

  • Der Glaube an Gott als Absolute Macht
  • Der Glaube an das Jenseits (Jüngster Tag, Engel, Hölle und Paradies usw.)
  • Das Gute tun und das Schlechte ablehnen

In anderen Worten, es steht uns frei – ob Mann oder Frau – den zu heiraten, der von diesen  Grundsätzen überzeugt ist, egal wie seine Religion heißen mag, denn die wahre Einstellung im Leben ist letztendlich „die Hingabe“ zum Allmächtigen (3:19).

Der nächste Vers (5:5) spricht zwar die Männer im Bezug auf den Verkehr mit den Schriftvölkern an, doch nirgends ist es niedergeschrieben, dass die Frauen nicht die gleichen Rechte genießen dürften, besonderes bei der Entscheidung, wen sie heiraten wollen.

[5:5] Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Und die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, wie auch eure Speise ihnen erlaubt ist. Und ehrbare gläubige Frauen und ehrbare Frauen unter den Leuten, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, wenn ihr ihnen die Brautgabe gebt, und nur für eine Ehe und nicht für Unzucht und heimliche Liebschaften. Und wer den Glauben verleugnet, dessen Tat ist ohne Zweifel zunichte geworden; und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.

Den Beweis, dass die sunnitischen Gelehrten den Koran nicht wortgetreu übersetzt haben und ihre eigene Sichtweise in den Koran hineininterpretieren, finden wir in diesem Beispiel, das aus der Kairoer Azhar-Universität stammende Übersetzung des Korans kommt:

Azhar-Übersetzung:
[5:5] Heute sind euch die guten Dinge erlaubt. Das Essen der Schriftbesitzer ist euch erlaubt, wie euer Essen ihnen erlaubt ist. Ihr dürft freie, ehrbare muslimische Frauen (Mominaat = Gläubige Frauen) und freie ehrbare Frauen aus den Gemeinden der Schriftbesitzer heiraten, wenn ihr ihnen die ihnen zustehende Morgengabe entrichtet mit der Absicht, eine Ehe zu schließen und nicht uneheliche Verhältnisse zu unterhalten oder Konkubinen zu nehmen. Wer den rechten Glauben verleugnet, dem nützen gute Taten nichts, und am Jüngsten Tag gehört er zu den Verlierern.

Hier vertauschten die Übersetzer einfach das Wort „gläubig“ mit dem Wort „muslimisch“, um sich selbst und ihren Lehren Recht zu geben. Der Unterschied zwischen dem Wort Muslim (Gottergebener) und Momin (Gläubiger) wird im folgenden Vers (49:14) verdeutlicht:

[49:14] Die arabischen Beduinen sagen: »Wir glauben« Sprich: Ihr glaubt nicht (wirklich). Sagt vielmehr: Wir sind Muslime geworden. Der Glaube ist ja noch nicht in eure Herzen gedrungen. Wenn ihr aber Gott und seinem Gesandten gehorcht, verringert Er euch nichts von euren Werken. Gott ist voller Vergebung und barmherzig.

Wir hoffen, dass durch diesen kleinen Beitrag, einiges geklärt wurde und wünschen allen gläubigen Menschen Gottes Segen und Heil

Salam

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 02. Juli 2009 um 21:06 Uhr
 
Kommentare (1)
1Sonntag, den 30. August 2009 um 04:07 Uhr
eike
5:72 Ungläubig sind diejenigen, die sagen: ""Allah ist Christus, der Sohn der Maria."" Christus hat (ja selber) gesagt: ""Ihr Kinder Israel! Dienet Allah, meinem und eurem Herrn!"" Wer (dem einen) Allah (andere Götter) beigesellt, dem hat Allah (von vornherein) den Eingang in das Paradies versagt. Das Höllenfeuer wird ihn (dereinst) aufnehmen. Und die Frevler haben (dann) keine Helfer.

alles schön und gut, aber leider sind laut koran christen nunmal ungläubig.
Dienstag, den 01. September 2009 um 10:13 Uhr
Andreas Heisig
Salam Eike!

In Deinem Vers wird nicht das Wort "kafirun" (Ungläubige) benutzt sondern "kafara" (bedecken), insofern sind Personen, die Gott mit Jesus gleichsetzen keine Ungläubige, sondern betreiben Unglauben, wie es am besten bei der Übersetzung von Amir Zaidan herausgehoben wird. Unglauben betreiben können aber auch Muslime, deswegen sind sie aber per se keine Ungläubigen.
Ferner kommt hinzu, daß man die Wahrheit kennen muß, um kufr (Unglauben) zu betreiben. Von daher ist der Vers auch Kontextabhängig zu verstehen: die Personen, die damals derlei sagten hatten konkreten Kontakt zum Propheten, wurden also in Kenntnis gesetzt. Wenn nun aber ein Christ, der den Islam nicht kennt derlei sagt, so ist er nit notwendigerweise ein Ungläubiger oder betreibt Unglauben.
Zum Schluß: nicht jeder Christ hält Gott für Jesus.

Weiterführendes zum Thema:
http://meine-islam-reform.de/index.php/artikel/fiqh/144-ehe.html
http://meine-islam-reform.de/index.php/artikel/allgemein/122-unglaeubige.html

Wa salam
Freitag, den 11. September 2009 um 23:58 Uhr
Jeremia
"Zum Schluß: nicht jeder Christ hält Gott für Jesus."

Noch ein kleiner Zusatz:

Es ist ein rein kirchlischer (katholisch/protestantisch) Glaube, Jesus als Gott zu bezeichnen. Die meisten Freikirchen lehnen das ab.

Darüberhinaus ist es ein trugschluß zu glauben, dass die "Christen" die Gottheit nicht als Einheit sehen. Selbst die Dreifaltigkeit ist genaugenommen kein Anzeichen dafür, denn sie beschreibt nur die Offenbarung (Im Namen des Vaters, des Sohnes, des heiligen Geistes). Das sind nur Wege, auf die sich Gott/Allah geoffenbart hat und somit war bzw. ist es Gott selbst gewesen.
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