|
Geschrieben von: Kerem Adıgüzel
|
|
Sonntag, den 06. Februar 2011 um 14:58 Uhr |
Frieden und Segen von Gott sei stets auch mit dir, lieber Bruder Harun!
Danke für die Fragen! Es freut uns immer sehr, wenn sich Menschen weitere Gedanken machen.
Dass die Ausdrucksweise "ma malakat aymanukum" (was in eurer rechten Hand ist) als Sklavinnen interpretiert wird, ist eine Folge der falschen Vorstellungen der früheren Gelehrten - ob sie nun für sich selbst eine Legitimation suchten, um sich Sklavinnen halten zu können, oder weil sie aufrichtig daran glaubten, dass das richtig sei.
So lautet also die Antwort zur 1. Frage: Nein. Der Koran schreibt vor, "gefangen genommene" Sklaven zu befreien - denn das ist der Weg Gottes (sunnatullah).
Die 2. Frage wird mit "ja" beantwortet. Der Prophet ist der einzige Mann gewesen, der von Gott diese Erlaubnis erhalten hat. Nur der Prophet durfte Frauen heiraten, ohne eine Morgengabe geben zu müssen, FALLS die Frau darauf verzichten wollte. In diesem Vers ist dies aber nur das einzige Gesetz, wir können also nicht von GesetzEN sprechen.
Zur 3. Frage: Eine Witwe des Propheten durfte nicht mehr geheiratet werden, korrekt.
Was das Masturbieren angeht und die Angst, dabei erwischt zu werden - so hast Du Recht. Viele Menschen empfinden eine Scham dabei, wenn sie "erwischt" werden. Allerdings ist der Umstand ein wenig anders. Pornographie ist etwas Obszönes, etwas, was das Gehirn mit falschen Eindrücken füttert und das Bild der Wirklichkeit verzerrt. Sie ist auch ein Eingriff in die Privatsphäre von anderen Menschen. Masturbation hingegen ist gegenüber sich selbst gerichtet. So wie alles im Leben kann auch Masturbation zu gesundheitlichen Schäden führen. So gibt es Menschen, die dies zu einer Sucht werden lassen. Andere wiederum brauchen es weniger oder gar nicht. Das ist eine individuelle Angelegenheit. Auf jeden Fall ist es aber nicht gesund für die Psyche, wenn wir das Masturbieren als eine teuflische Sache ansehen und es Menschen gibt, die sich aus irgendwelchen Gründen irgendwann mal befriedigen müssen. Die körperlichen Bedürfnisse sind da, diese können wir nicht bedecken (kufr) bzw. verleugnen. Es geht um den positiven, richtigen und gesunden Umgang damit. Nicht um ein "sollen", sondern ein selbstverständliches "dürfen", die eigene Privatssphäre wahrend. Ich hoffe, dass ich es nun klarer darstellen konnte.
Möge Gott uns alle belohnen und stärken.
MfG und in Frieden,
Kerem
|