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Geschrieben von: Marvin
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Mittwoch, den 19. Januar 2011 um 19:52 Uhr |
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Hallo,
ich lese bereits seit längerem hin und wieder diese, Ihre Website. Ich bin selbst katholisch, aber nicht in dem Sinne der Kirche. Ich denke, wenn die wüssten, was ich wirklich glaube - z.B. dass Jesus nicht Gott ist, und um das rauszukriegen, muss man nicht einmal den Koran lesen, sondern die Evangelien reichen schon! - wenn die Kleriker das wüssten, dann würden die mich wahrscheinlich rausschmeißen oder so.
Ich habe v.a. in den letzten Tagen verstärkt Teile des Korans gelesen. Dabei sind mir einige Sachen noch klarer geworden: z.B. dass es nur vier vorgeschriebene tägliche Gebete für Muslime gibt statt fünf, dass Gott sagt, man solle zum Glaubensbekenntnis Abrahams zurückkehren - und das wird wohl nicht beinhaltet haben, dass Mohammed Gottes Prophet ist, denn Abraham lebte ja schon ein paar Jährchen vor Mohammed. Nachdem ich solche Sachen gelesen hatte, war ich erst mal ziemlich verwirrt - vielleicht auch, weil ja im Internet viele Videos rumspuken mit dem Motto: "Nur, was unsere Gruppe tut, ist einzig wahrer Islam." Dank dieser Website fühle ich mich glücklicherweise in vielen Gedanken bestätigt.
Auch ich bete regelmäßig an den EINEN Gott. Ich gehe auch immer wieder in den Gottesdienst, wo ich dann Formilierungen, die sich als Anbetung an jemand anderen als Gott richten, schon überhöre oder für mich umformuliere. Ich bin auch kein großer Fan von regelrechten Protzmessen mit Weihrauch etc., sondern mag eher das Schlichte. Insbesondere mag ich Psalmen, die sich ja auch an den einen Gott richten als biblische Gebete. Dazu habe ich zwei Fragen:
1. Ist es nach Ihrer Meinung möglich, sozusagen als "muslimischer", also gottergebener, Christ zu leben mit Verrichtung der koranischen Kontaktgebete, Fasten etc. und trotzdem noch hin und wieder zu einem Gottesdienst in einer Kirche zu gehen?
Ich bin mir darüber bewusst, dass es im Koran in Sure 9 Vers 108 heißt, man solle sich nicht zum Gebet in eine Gebetsstätte der Ungläubigen stellen. Andererseits geht aus dem vorigen Vers 107 hervor, dass es sich um eine Gebetsstätte handle, die die Ungläubigen sich genommen hätten in der Absicht, die Gläubigen zu spalten, also vom Glauben an den einen Gott abzubringen. Schließlich kündet Gott aber auch seine Barmherzigkeit immer wieder an - auch ggü. Christen (z.B. Sure 2 Vers 62) und Christen könnten Freunde der Gläubigen sein, wenn sie den Ein-Gott-Glauben und die Einhaltung der Gebote fördern (z.B. 3:52, 5:82). Letztlich bestätigt der Koran ja das, was schon in der Thora und dem Evangelium offenbart wurde.
Das beschäftigt mich schon seit einigen Tagen und treibt mich so langsam zur Verzweiflung.
2. Ist es beim Gebet möglich, Psalmen anzuhören und mitzusprechen buw. mitzusingen? Da fühle ich mich Gott irgendwie am Nächsten. ;-)
Viele Grüße und Frieden
Marvin
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 20. Januar 2011 um 22:46 Uhr |
Da haben wir ja einiges gemeinsam, nur, dass ich nicht katholisch, sondern evangelisch bin und in Gesprächen auch offen darüber bin, dass ich Jesus nicht als Gott sehe und ich die Trinität daher auch nicht richtig finde. In der katholische Kirche ist das sicher etwas schwieriger.
Das ist schön
Ersteres mache ich genauso
Zu Ihren Fragen:
Ich persönlich wüsste nicht was dagegen spricht, aber ich sehe es natürlich auch aus meiner Sicht. Andere würden jetzt vielleicht anderes sagen. Letztendlich kommt es aber nicht darauf an was andere denken oder welcher Meinung andere Menschen sind, sondern wie Sie es selbst aus ihrem Glauben und Denken heraus für sich entscheiden können. Diese Fragen und auch inneren Kämpfe kenne ich selbst sehr gut, leicht ist es nicht. Deshalb meine Empfehlung: Machen Sie es so, wie Sie es momentan für richtig halten und horchen Sie immer wieder in sich hinein(was empfinden Sie ...was verändert sich in Ihrem Denken ... usw.), dann werden Sie bestimmt auch eine Antwort für sich finden. Gott wird Ihnen ihren Weg sicher zeigen. Vertrauen Sie darauf
Ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg und Frieden, vor allem den inneren.
Mit freundlichen Grüßen
Kerstin